chhain.
eise Marburg
mit dem Kreisblatt für V
SontttagsbeUager AUuftrirtes Sountagsblatt.
Erstes Blatt
ihm beschäftigten Lehrling zu verwenden, zu« Zahlung der Invalidenrente für die Lebensdauer des Lehrlings verurteilt hat. Durch die Nichtverwendung der Marken hafte der invalide gewordene Lehrling den Anspruch auf Rente von der Landesversicherungsanstalt verwirkt, und das königliche Landgericht hat den Arbeitgeber, durch dessen Versäumnis der Verlust des Rentenan- spruchs herbeigetührt wurde, für regreßpflichtig erklärt. Diele Enftckeidung ist für alle Arbeitgeber nicht nur grundsätzlich, sondern auch Prak- tisch von der größten Bedeutung, weil sie zeigt, daß Nachlässigkeit einen sehr erheblichen, unter Umständen nach Tausenden zählenden Nachteil zur Folge haben kann.
Menschen als die Vergangenheit es getan hat. Aber so bewegt und stürmisch auch oft der Kampf ums Dasein ist, unter den Fragen der Zeit sei die Frage der Ewigkeit nicht vergessen. Die irdischen Aufgaben können uns nur klein erscheinen, wenn wir des hohen Ziels gedenken, das jensefts des Grabes unser harrt. Da mahnt uns gerade der Bußtag, nicht in den Sorgen um die Aufgaben der Gegenwart aufzugehen, sondern uns hinaufzuschwingen in die Regionen, in denen der Kampf um die Ewigkeft geführt wird. Wie oft haben wir gerade in jüngster Zeit erkennen muffen, daß das Licht der Bildung die Schatten sittlichen Fehls und sündhafter Neigung nicht zu bannen vermocht hat, und daß selbst in den Kreisen, deren Wandel dem ganzen Volk ein Muster sein soll, sich hier und da Auswüchse zeigen, deren Vorhandensein nicht tief genug zu beklagen ist. Da ist reichlicher Anlaß vorhanden gerade in diesem Jahre inbrünstig zu beten: Vergib uns unsere Schuld. Reuig wollen wir zu Gott rufen, aber auch auch vertrauen auf des Heilandes rettende Siebe. Dann werden uns die Bußtagsglocken erflingen mahnend und tröstend zugleich, und der Bußtag wird uns nicht nur der Tag reiliger Ein- kehr, sondern auch der Tag froher Befreiung sein.
Viele Arbeitgeber verstoßen noch immer gegen die Bestimmungen des Klebegesetzes, weil sie meinen, daß Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz doch meistens nicht bekannt würden oder höchstens mit einer geringfügigen Ordnungssttafe Hegt werden könnten. Daß solche nachlässige Bequemlichkeit unter Umständen auch recht ernste Folgen haben kann, zeigt ein Erkenntnis des Breslauer Landgerichts, das einem Arbeitgeber, welcher verabsäumt hatte, Marken für einen von
Entfernung vom Inlandeis nehmen sie an Zahl ab. Der Gaußberg wird vom Inlandeis hoch umströmt und in eurer früheren Zeit muß einmal der ganze Berg überströmt gewesen fein. Dieser Berg ist eine vulkanische Kuppe, 366 m hoch; Schutthalden umkleiden seine Abhänge und Stufen von Blocklava ragen unregelmäßig auS dem Schutt hervor. Nach Ansicht des Geologen der Expedition verdankt dieser Berg sein Dasein wahrscheinlich einem einmaligen AuSbruch streng flüssiger, rasch erkaltender Lava. Diesem Ausbruch folgte jedoch eine Zeit der Kratertätigkeit, deren Spuren besonder» in den oberen Teilen deS Berges deutlich zu erkennen sind. Erwähnt sei noch, daß am 29. März 1902 ein Fesselballon ausgelassen wurde. Man erreichte eine Höhe von 500 m und erblickte eine unabsehbare Eiswüste, in der der Gautz- berg daS einzige eisfreie Landstück bildete.
DaS Privatvermögen in Preußen.
Infolge Einführung des Ergänzungssieuer' gesetzeS wird feit dem Rechnungsjahre 1895/96 amtlich fortgesetzt auch das Gesamtvermögen ermittelt. Für die letzte Periode 1902/04 ergab sich dabei für den Gesamtstaat ein steuerpflichtiges Vermögen der ErgänzungSsteuer- pflichtigen (Vermögen über 6000 Mk.) in Höhe von 75,66 Milliarden, wovon 47,58 auf die Städte und 28,08 auf daS Land entfallen. Näher auf die Zusammensetzungsart dieses Vermögens eingegangen wird von der Staatsstatist'.k dann aber hinsichtlich der Zensiten mit über 3000 Mk. Einkommen. Deren Anteil an den angegebenen Vermögenszahlen stellt sich auf 39 44 Milliarden (Tausend Millionen) für die Städte und 13,78 Milliarden für das Land. Auf die einzelnen Landestelle verteilt sich daS-
Umschau.
Die deutsche Südpolarexpedition.
liebet die wissenschaftlichen Arbeiten der deutschen Südpolarexpedition liegt ein interessanter Bericht des Expeditionsleiters v. Drh- galskh in den .Veröffentlichungen des Instituts für Meereskunde" vor. Man liest da: Die Winterstation lag nicht auf dem festen Lande, sondern mußte auf den Eisschollen errichtet werden, so daß die mitgenommenen heizbaren Beobachtungshäuser nicht gebraucht werden konnten, vielmehr die meisten Beobachtungen in Räumen angestellt werden mußten, die au« Eisblöcken zusammengestellt waren. Innerhalb der Eiskaute war das Wasser oben zunächst kalt, erst bei 200, 800, bisweilen auch 400 Meter Tiefe findet sich wärmeres Wasser bis über + 1 Grad C. Diese höhere Temperatur hielt sich dann sehr gleichmäßig bis über 1000 Meter Tiefe, um hierauf langsam bis zu etwa — 0,3 Gr. am Boden abzunehmen. Der kälteste Monat war der August mit — 21,8 bi« — 40,8 Gr., der wärmste Monat war der Januar mit — 0,8 bis 4- 3,5 Gr. Das Schollenei« entsteht auf dem Meere selbst, die Eisberge kommen vom Rande de« Ailaudeises her. Diese« bildete in dem bon der »Gauß' durchfahrenen Gebiet die südliche Begrenzung • des Meeres und endete zwischen 66 und 67 Gr. südliche Breite in einem nahezu ostwestlich streichenden Stellrand von 30 bis 40 Meter Höhe. Von diesem Steilrand brechen die Eisberge überwiegend als teilweise sehr ausgedehnte Tafeln ab und treiben nordwärts hinaus, wobei sie sich mit dem Schollen eis vermengen. Mit der
Zum Bußtage.
Wieder klingen in die lärmenden Städte und stillen Dörfer hinein die ernst mahnenden Klänge der Bußtagsglocken. In des Jahres stillste und ernsteste Zeit, wo auch die absterbend? Natur dis Nichtigkeit alles Irdischen erkennen läßt, wo trüber Himmel die Erde umtoölbt und matt dir Sonne leuchtet, haben die meisten deuftchen Landeskirchen den allgemeinen Buß- und Bettag gelegt; just die geeignete Zeit, uns zur Einkehr und Umkehr zu bestimmen. Gewiß wird jeder einzelne im Laufe des Jahres wett öfter denn einmal die Notwendigkeit gründlicher Buße empfinden und er wird dann seiner Stimmung am besten Rechnung tragen könnm, wenn er in sein Kämmerlein geht und die Tür hinter sich zuschlietzt. Und doch ist es notwendg und frommend, daß unser gesamtes Volk sich an einem bestimmten Tag? zu gemeinsamer Buße zusammenfindet und sich der ^gemeinsamen Schuld und der Unerläßlichkett gemeinsamer Erneuerung bewußt wird. So rufen am Bußtage allerorten in überfüllten Kirchen die reuigen Herzen: „Aus tiefer Not schrei ich zu Dir!" —
Leider steht auch am Bußtage regelmäßig em Teil unseres Volkes abseits und lehnt di- Auf- forderung, gleichfalls Buße zu tun, vermessen ab. [Sie einen glauben reuiges Bekennen nicht nötig :gu haben, denn sie sagen, der Mensch sei nichts als das Erzeugnis seines Milieus. Werde bet Mensch geboren, dann sei auch schon sein Schicksal und seine Schuld festgelegt. Was der Mensch auch tue und lasse, er trage dafür nicht die Verantwortung. In dieser Moral, die im Menschen nur das willenlose Herdentier sieht, ist natürlich kein Raum für Buße, denn diese Moral kennt nicht -den Begriff der Sünde. Die andern aber kennen kein Gesetz als den eigenen Willen, kennen kein Ziel als das rücksichtslose Ausleben der eigenen Persönlichkeit. Auch diese Uebermoral des Ucber- menschentums hat keinen Platz für Buße, denn auch der auf sich selbst gestellte Herrenwille mag von Sünden nichts wissen. Die Religion bekämpft diese beiden Weltanschauungen, die den Menschen nicht befriedigen können, in gleicher Weise. Sie lehrt uns, daß wir das Heil ebensowenig in der Moral des dem Verhängnis verlorenen, im Tier, turne endenden Sklaventums suchen dürfen wie iim Größenwahne des Herrentums. Die Religion macht den Menschen verantwortlich für sein Tun lund Lassen, aber sie entlastet ihn auch durch die ^Buße und die ihm dann von Gott zugesagte 93er- i gebung. ,
< Mögen die angeblich auf der Höhe der Zett gehenden „modernen" Menschen meinen, die ern- isten Klänge der Bußtagsglocken passen nicht zu idem lauten Lärm der Maschinen, zu dem wilden Feilschen des Marktes und zu der ergötzlichen : Musik der Zerstreuung. Wir wollen uns deshalb der Notwendigkeit der Einkehr und der Erneue- itung nur doppelt bewußt sein. Unzweifelhaft stellt die Gegenwatt höhere Anforderungen an die
Englische Anwerbungen in Deutsch- S ü d w r st a f r i k a.
Zu der Anwerbung von Eingeborenen aus Deutsch-Südwestafrika als Bergbauarbeiter im Wttwaftrsrand berichtet die „Deutsch-Südwest- afttkanische Zeitung": „Am 12. September traf Mr. Hewitt, der Bevollmächtigte trr Native La- bour Association, mit 215 für die Johannesburger Minen im Schutzgebiete angeworbenen Eingeborenen, zumttst Herero, in Swakopmund ein, um die Leute mit dem Dampfer „Jngerid" nach Kapstadt ttnzuschiffen. Die Anwerbungsfrage verdient eine nähere Beleuchtung, da sich deutlich herausstellt, daß das Zugeständnis zur Ausfüh- rung von (gingeborenen durch den früheren Vertreter des Gouverneurs ein unbedingter Fehler Mar. Die Anwerbung wurde laut ausdrücklicher Begründung gestattet als Gegenleistung dafür, daß die Engländer ihre Grenzen für die Viehausfuhr aus Südwestafttka geöffnet hätten. Dabei ist man offenbar von der Ansicht ausgegangen, als ob der Vorteil dieser Grenzöffnung gan- allein auf deutscher Seite läge. Taffächlich kommt ober die Vieheinfuhr den englischen Kolonien im Osten und Süden in einem Maße zu gute, daß die Grenzsperre wohl von selbst aufgehoben worden wäre. Da durch den Krieg der Viehbestand im britischen Südafrika saft vollständig vernichttt war, ist 'ein vielfaches Bedürfnis vorhanden, einen Teil des Viehreichtums in Südwestafttka heranzuzieben. Als nun infolge der Genehmigung durch den genanntem Mr» Hewitt die Anwerbungen ihren Anfang nahmen, stellte sich heraus, daß er uns damit die wenigen geschulten Kräfte 'entführte. Durch mehrere Expeditionen, wie z. B. durch die des Bergmeisters Eichmeyer 1900, war eine größere Anzahl Eingeborener, namenttich Herero, zu diesen Arbeiten angelernt worden und hatten sich anstellig und brauchbar erwiesen; diese Leute sind fast alle der Anwerbung gefolgt. Wir müssen uns also bet wetteren Bergbau-Unternehmungen neue Leute heranzichen und anlernen. Diese Eriche! nunfi ist um so schlimmer, als das Schutzgebiet über- liaupt schwach bevölkert ist und als die Hotten- totten sich nur wenig leistungsfähig zeigen. Daher ist es verständlich^ daß die Kolonialverwaltung melieren Anwerbungen Einhalt machen will.
Vierteljährlicher Bezugspreis: vn der Expedition 2 MH, Erscheint wöchentlich sieben mal.
bei allen Postämtern 2,25 Mk. rexcl. Bestellgeld). ** “ Druck und Strlag- Joh. Smj. Koch, UniveftitätS-Bnchdmckerei
Jnsertt onSgebühr: die gespaltene Zelle oder derm Raum 10 Pfg. Mittwoch 18. NlMMbet 1903. Marburg, Markt 21. - Telephon 55.
Reclamen: die Zelle 25 Pfg. ___ _________
selbe in folgender Reihenfolge:
1. Rheinprovinz
10455,07 Mtll. MI
2. Stadt Berlin
7809/20
8. Brovim Hessen-Nassau
6021,68
4.
Brandenburg
5 764,56
5.
Schlesien
5135,48
6.
Sachsen
4759,87
7.
Westfale»
3588,60
8.
Hannover
3236,80
9.
Schleswig-Holstein
1827 14
10.
Pommern
1534,69
11.
Ostpreußen
1112,65
12.
Posen
1087,28
18.
Westpreußen
842,18
■ ■
14. Hohenzollern
47,38
• ■
Die Klebepflicht.
25 (Nachdruck Verboten!
Im Schlöffe der Ahnen.
Original-Roman von Otto König-Liobthock.
(Fortsetzmig.i
„Sie gestatten doch?" fragte Horfftn, der die Briefe vorn Umschlag befreite.
„Bitte, bitte!" entgegnete Helmut und beobachtet? nun mit innerer Freude, wie die sorgenvollen Falten aus dem GesiO des Schloßherrn immer mehr wichen und einem heiteren Lächeln Platz machten.
! „Sie haben recht behalten," rief Horsten fröhlich aus, als er den ersten Brief gelesen hatte. ^,Da . . . lesen Sie ihn selber."
Helmut kannte die Schriftzüge deS ihm ü6er- weichten Briefes, und auch den Jnhall desselben [errief er sofort. Doch las er unbefangen laut vor:
„Sehr geehrter Herr Horsten!
Ein mir bekannter Herr hat mich beauftragt das in Ihrem Besitze befindliche Gut Philipps- tal für ihn käuflich zu erwerben. Da dem betreffenben Herrn viel daran liegt, den Kauf zu beschleunigen, so werde ich mir erlauben. Sie morgen zu besuchen. Mit den wettgehend- fftn Vollmachten bin ich versehen, und hoffe «h auf ein glückliches Zustandekommen bieS Geschäfts.
Hochachtungsvoll
Nello, Justizrat."
Helmut reicht- Horsten den Brief, doch dieser Iah nicht auf, immer noch stierte er auf den zweiten Brief.
„Es kommt immer besser!" rief Horsten end- verwundert au». „Da lesen Sie mm auch Idfts."
Hochverehrter Herr!
Hierdurch mache ich Ihnen die Mitteilung, daß ein Herr Graf von Eichfrid für Sie die Summe von 6000 (sechstausend) Mark für gelieferte Futter- und Düngemittel bezahlt hat, und Ihr Konto also beglichen ist. Zu wetteren Diensten gern bereit, zeichnet mit vorzüglicher Hochachtung WaÜer."
„Das begreif- ich nicht," sagte endlich Hör- ff en nach einer langen Pause. „Eins aber ist mir klar: Ein berechtigter Erbe jener Millionen mutz sich gefunden haben und das Geschlecht der Grafen Eichfeld ist noch nicht, ausgestorben. Wie er aber dazu gekommen ist, mich auf diesem Wege von feinem Vorhandensein in Kenntnis zu setzen . -. . das fasse ich nicht. Vielleicht wird mir Walter darüber Aufklärung geben können. Aber unmöglich kann ich dieses . . . Geschenk von dem Grossen von Eichfeld annehmen. Kommt der Gutsverkauf zustande, dann werde ich sofort dem Herrn durch Walter das Geld wieder zustellen taffem Was meinen Sie dazu, Herr Kraft?"
„Hm!" macht- Helmut, ohne sich weder durch Blicke, noch durch Gebärden zu verraten, daß et es sei, von dem Horsten sprach. „Ich würde an Ihrer Stelle dos Geschenk ruhig annehmen. Der Graf hat ja Gttd genug, auf einige tausend Mark kommt es ihm somtt nicht an. Er kennt die Bs- ffimnuum des Testaments ganz genau, und er wird Ihnen wahrscheinlich für die Ihnen entgangene Erbschaft eine Heine Entschädiguitzg haben geben wollen. Uebttgens ist es doch schr wahrscheinlich, datz, wenn der Graf sich hier in Berlin oder in der Umgegend aufhält, er doch ganz sicherlich einmal nach Eichfeld kommen wttd, um sich das ehemalige Besitztum seiner Vorfahren anzusehen. Und dann Haden Sie immer noch Zttt, wenn Sie das Geld absolut nicht nehme« wollen, eS an ihn gurüdgagebe«. Von Walt«
werden Sie zudem wohl auch wenig erfahre» können." .
Horsten schwieg noch immer gedankenvoll und seine Züge zeigten einen tiefen Ernst. Aber nur einen Augenblick. Dann erhellten sie sich und freundlich lächelnd erwiderte er: „Sie haben das richtige getroffen. Aber nun lassen Sie uns noch dem Schlosse gehen; ich muh doch den Damen von der interessanten Nenigkett Mittrilung machen." —
„Schade," sagte Horsten am andere» Tage bei der ettten Begegnung mtt Helmut, „datz der Justizrat Nello nicht geschrieben hat, mtt welchem Zuge er eintrifff. Ich bin der Meinung, datz er mtt dem Fttihzuge kommen wird. Aus alle Fälle werde ich einen Wagen nach der Bahn schicken. Wollen Sie nicht den Herrn dort in Empfang nehmen. Ich mutz noch die zum Verkauf nötigen Papiere durchsehen, damit uns das nachher nicht allzulange cmfhäft."
Helnmt konnte das nur angenehm fern; er hatte somtt Zett, mtt dem Justizrat. der für ihn seine Erbschaftsangekegenhett geregelt hatte und nun sein Vermögen verwaltete, einige Warft M plaudern, che er die Bekannffchast mtt Horsten machte.
„Gern," erwiderte er deshalb. „Ich werde mich sofort zurecht mache», denn es wftd Zett, daß wir fahren." —
Wie Horste» vermutet hatte, traf bet Justiz- rat Nello mtt dem Frühzuge ein. Helmut stand auf dem Bahnsteig und eilte, als er den Herrn aus seinem Wagenabteil steige» sah, erfreut auf ihn M.
„Ahk Guten Morgen, Herr Gr . Doch sprach er das letzte Wort nicht aus, er hatte die abwehrende Bewegung Helmuts verstanden. „Na, verzeihe» Sie, Hera Kraft," fuhr er deshalb fort, Jbä der heutigen Zusammenkunft mtt Herrn Ho»
ffen werde ich mich bemühen, mich nicht wieder zu versprechen."
„Das hoffe ich!" entgegnete Helmut. „Sonst verderben Sie mtt die ganze Sache. Er darf nicht ahnen, daß ich es bin, für den Sie es kaufen. Aber nun kommen Sie, der Wagen steht zur Ab- fahrt bereit."
Die Herren nahmen im Wagen Platz und nun rollft das Gefährt von dannen. Die Unterhaltung wurde so leffe geführt, daß der Kutscher nidjtS dcwon verstehen konnte.
„Sft haben mir die Sache sehr leicht gemacht," sagte der Justizrat. „Ich soll also auf jeden ge- forbertett Preis eingehen?"
„Ja," sagt- Helmut, „auf jeden, und dünkt et Ihnen noch so hoch. Eine Besichtigung des, Gutes von Ihrer Seite wäre eigentlich überflüssig, doch besser ist es, es geschieht, damit kein Argwohn in Horsten aufffeigt. Wahrscheinlich wird mich Horfftn zur Mitfahrt einlaben. Wir müssen uns bann schon rin bischen verstellen und tun, als ob wft fremd wären."
„Das werde ich schon machen," lachte be<| Zchstizrat. „Sft sollen mtt mir zufrieden sein.«
„Noch eins," sagte Helmut, „den Namen deS Käufers nennen Sie natürlich nicht. Sie werden schon irgend welche Ausreden haben. Erst bei befi gerichtlichen Auflassung kann er es erfahren, wev der neue Besitzer des Gutes ist."
„Mir alles recht," erwiderte der Justizrat. —
Der Wagen hielt vor der Freitreppe dH Schlosses. Die Herren stiegen au§.„ Herr Hör« ffen begrüßte ben Justizrat und führte rhn m sein Arbeitszimmer. ■
„Spannen Sft noch nicht ausk rief er am, dem Fenster dem Kutscher zu, „wft müssen wahtk schsuttch noch nach Phttippstal fahren." ;
(Fortsetzung folgt.)