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«onntagsVeULger Jlluftrirtes Sonntagsblatt.
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Zweites Blatt
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(Nachdruck VeibotetU
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nicht an.
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feine Antwort? Weft er em Verleumder ist . , em Schurke. Und besten Kvm toll Äh werden? gthnmermebr."
Ist das Dein letztes Wort««
^Ja."
„So wirst Du die Folas» Deiner hart-
zwei Punkt? von Bedeutung als so ziemlich feststehend bezeichnen. Zunächst, ist es anscheinend den Sozialdemokraten doch nicht gelungen, auch nur ein Mandat aus eigener Kraft zu erringen. Selbst im Wahlkreise Linden in Hannover, wo ihnen in der Stadt selbst die Mehrheit zugefallen ist, rechnen sie infolge der überwiegend gegnerischen Ergebnisse in den Landdistrikten nicht auf den Sieg. Ihre Hoffnung, im Abgeordnetenhause vertreten zu sein, beruht daher lediglich auf einem Wahlkompromiß mit den Liberalen in den, jenigen Wahlkreisen, in denen die Sozialdemokraten den Ausschlag zwischen Liberalen und rechtsstehenden Parteien geben. Da, wo die Liberalen bei Wahlenthaltung der Sozialderno» kraten den Sieg sicher haben, dürste allerdings ein Kompromiß ernstlich nicht in Frage kommen. Die sozialdemokratischen Stimmen würden doch in keinem Falle den rechtsstehenden Kandidaten zufallen. Voraussichtlich ist daher Breslau, wo die Liberalen für den Fall der Wahlenthaltung der Sozialdemokraten drei Mandate verlieren, der einzige Wahlkreis, welcher für eine sozial- demokratisch-liberale Wahlverständigung in betracht kommt.
Das zwette bereits jetzt erkennbare Ergebnis ist das Mißlingen des Versuchs, eine Aenderung in den Mehrheitsverhältnissen des Abgeordnetenhauses herbeizuführen; insbejondere darf der Versuchs die sogenannte konservativ-klerikale Mehrhett, die daS letzte Abgeordnetenhaus aufwies, zu beseitigen, schon jetzt als geschestert an- geschen werden. Das Zentrum hat bisher noch keinen einzigenSitz verloren und für das,was noch aussteht, mehr Gewinn- als Verluftchancen. Bei dem Konservativen wiegen sich, für das, was noch aussteht, die Verlust- und Gewinnaussichten mindestens auf. Und wenn sie auch wahrscheinlich einige Mandate an die Freikonservativen abgeben werden, so verändert sich dadurch doch das Mehr^ heitsverhältnis im Abgeordnetenhause nicht. Natürlich sind einzelne Verschiebungen eingetreten und wahrscheinlich werden auch noch in denjenigen Wahlkreisen, deren Endergebnisse bisher nicht vorliegen, andere sich vollziehen. Allein an dem Gesamtresultat kann doch schwerlich noch etwas geändert werden, und man wird daher schon jetzt als das Gesamtergebnis der diesjährigen Landtagswahlen registrieren können, daß wesentlich alles beim asten blritt; d. h. äußerlich, iusowest eS um die Stärke der einzelnen Parteien bandelt. Das Verhältnis der verschiedenen Parteien im Abgeordnetenhause zu einander dürste sich dagegen voraussichtlich infolge der Linksschwenkung der Nationalliberalm etwas ändern.
Bundesrat
und Reichstagszusammentritt.
Wenn bisher der Termin für die Einberufung des Reichstags noch nicht bekannt gegeben ist, so dürste der Grund dafür wohl in dem Umstande zu suchen sein, daß noch nicht ganz genau zu übersehen ist, wann der ReichS- hauShaltsetat für 1904 im Bundesrate fertiggestellt sei« wird. Es besteht der Wunsch, dem Reichstage möglichst bei seinem Zusammentritt den nächstjährigen Etat vorzulegen. Die Fest
stellung der endgültigen Ziffern im letztere« hängt noch von auf anderen Gebieten z« treffenden Entscheidungen ab. Sobald diese erfolgt find, dürften die Etatsarbeitm im Bundesrate einen schnellen Fortgang finden. Jedenfalls wird der Reichstag noch im laufenden Jahre zu seiner Tagung versammelt werden, da daS Gesetz über das Handelsvertrags- Provisorium mit England am 31. Dezember 1903 abläuft, und man einer Erneuerung deS Abkommens über die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und England nach dieser Zeit ent- gezensehen darf. Ein hierauf bezüglicher Gesetzentwurf würde demgemäß den BundeSrat all eine der ersten dem Reichstage zu unterbreitenden Vorlagen in Bälde zu beschäftigen haben Außerdem dürften auch einige mit dem Etat im Zusammenhänge stehende Entwürfe recht bald an den BundeSrat gelangen.
Entschädigung für die Unkosten bei Wahlmänner.
Die Frage, ob Wahlmänner, wenn besonder« Unkosten durch ihre Beteiligung an der Haupt- wähl entstehen, Seitens der Partei Schadenersatz erhalten dürfen, wird gegenwärtig wieder lebhaft erörtert. Die Frage ist bei der jüngsten Landtagswahl in BreSlau entschieden worden. Die damalige Wahl wurde vom Abgeordnetenhause für ungültig erklärt, nachdem festgestellt worden war, daß die sozialdemokratische Partei ihren Wahlmännern entsprechend vorheriger öffentlicher Ankündigung nach der Wahl je $ bis 6 Mart ausgezahlt habe. Die Wahl« Prüfungskommission erklärte daraufhin, daß et nicht unstatthaft sei, den Wahlmännern ihr« gehabten baren Auslagen zu ersetzen und daß daS selbe Prinzip auch bezüglich einer Entschädigung für verlorene Zeit und Verlust an Arbeitsverdienst gelten müßte; daß es aber uw angängig sei, ohne jede Prüfung der gehabte« Auslagen für jede im Sinne einer Partei abgegebene Stimme eine bestimmte Zahlung z« leisten. Als Entgeld für den Ausfall an Zeil und Arbeitsverdienst dürfte man die Zahlung einer Pauschalsumme nicht passieren lasten offenkundiges Hantieren mit Geld im Wahl lokal sei schlechterdings unzulässig.
Die Deutschen in Südamerika.
Es ist eine bekannte Tatsache, daß die deutschfeindlichen nordamerikanischen Jingoblätter von jeher gegen das Deutsche Reich „scharf» machten, indem sie demselben Annexionsgelüste auf Südamerika untergeschoben haben. Von Zeit zu Zeit zeigt sich die gelbe Presse sehr besorgt um die süd- amerikanischen Schwesterrepubliken und glaubt deren angeblich bedrohte Selbständigkeit beschützen zu müssen, indem sie auf die steigende Einivan- derung warnend aufmerksam macht. Zugleich wird dann aber auch die Monroe-Doktrin hingewiesen und die große Union, weche stets für die Ilnabhängikeit des amerikanischen Kontinentes und seiner Staaten eintreten werde. Bis vor kurzem haben diese Machenschaften noch ziemlich verfangen. Fürchtete man doch eine Zeitlang in Brasilien das dort angesiedslte dckttsche Element im Staate, und auch ander? Republiken glaubten, daß ihnen aus der deutschen Einwanderung eine Gefahr drohe. Seitdem aber die Nordamerikaner seit einigen Jahren immer offener und rücksichtsloser versuchen, ihren Einftuß in Südamerika zum vorherrschenden zu machen, sind den süd- amerikanischen Staaten allmählich die Augen aufgegangen. Die Eroberung Kubas gab den ersten Anstoß, und die kürzlich erfolgte Los- reißung Panamas von Kolumbien einzig um nordamerikanischer Interessen willen hat nicht verfehlt, den Eindruck zu tiertiefen.
Was die Nordamerikaner anderen vorwerfen, haben sie in erster Linie selbst getan. Trotzdem wurde sogar im Kongreß der ^Bereinigten Staaten. also von den Volksvertretern, öfters die Aus- sasiung vertreten, das; Deutschland Absichten auf Südamerika habe. Man ist teilweise sogar der Ansicht, daß Deutschland planmäßig in Südamerika eine große Kolonisation vorbereitet habe, indem es immer mehr Auswanderer in bestimmte 'Staaten und Provinzen leite, um dort allmählich nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch politisches Uebergewicht zu bekommen. Wurden doch auch bei der Blockade gegen Venezuela von Er- oberungsplänen des Deutschen Reiches gesprochen. Demgegenüber ist es erfreulich, daß es auch noch amerikanische Blätter gibt, die diesen Verdächtigungen fernstehen und sich bemühen, die Grundlosigkeit bcrartiger Anschilldigungen zahlenmäßig darzutun. Der „Chirago Record Herold" gibt nämlich eine statistische Aufstellung über die deutsche Einwanderung in Südamerika und die dortige fremde Bevölkerung überhaupt.
Hiernach betrug die Einwanderung Brasiliens im Jahre 1898: Italiener 33 272, Portugiesen 11 662, Spanier 5943, Oesterreicher |669, Deutsche 447, Franzosen 247, Russen 137, Schweizer 129; im Jahre 1894 waren die Zahlen: Italiener 37 266, Portugiesen 17 251, Spanier 6947, Deutsche 812, Oesterreicher 754, Franzosen 310, Engländer 91. In noch früherer Zeit kam der größte Test der Einwanderer, wie der „Chicago Record Herold" hin
aus dem Zimmer binmS.
Auch zwischen Horsten und Hcklmut Kraft hatte unterdessen eine Unterredung stattaefunden. Sir mußte aber einen weniger erregten Verlauf genommen haben, tarn als sich die Herren trennte«, tag heller So»««sÄchk auf HämrttS
Erscheint wöchentlich sieben null.
Druck «nd »erlag- Joh. Ang. Koch, UmvrrsitLtS-vuchdnlckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
zufügt, aus Südeuropa, und die sogenannten lateinischenRasjen waren zweifellos weit und breit biejeinigen, die am meisten zur Frerndenbevölke- rung beürugen. In Argentinien wurde die Fremdenbevölkerung — wir folgen immer dem genannten Blatte — im Jahre 1895 folgendermaßen beziffert: Italiener 492 636, Spanier 198 685, Franzosen 94 098, Engländer 21788, Schweizer 14 789, Deutsche 17143, Oesterreicher 12 800; 1901 betrug die Fremdenbevol- ferung: Italiener 54 866, Spanier 14 778, Franzosen 8193, Brasilier 8206, Deutsche 2581, Engländer 784, Belgier 246. In Venezuela wurde die Fremdenbevölkerung im Jahre 1894 wie folgt berechnet: Spanier 13 085, Kolumbier 11 081, Engländer 6154, Holländer 3729, Italiener 3179, Franzosen 2545, Deutsche 962. In Chile betrug die Fremdenbevölkerung im Jahre 1895: Deutsche 7049, Oesterreicher 1490, Spanier 8296, Franzosen 7809, Engländer 6241, Italiener 7587, Schweizer 157. Zur selben Zeit wurde die Fremdenbevölkerung in Paraguay folgendermaßen angegeben: Argentinier 5000, Italiener 2500, Spanier 1500, Deutsche 1250, Franzosen 800, Brasilier 600, Oesterreicher 450, Engländer 200. In Uruguay betrug die Fremdenbevölkerung im Jahre 1900: Brasilier 26 698, Italiener 26 297, Spanier 25 220, Argentinier 9871, Franzosen 4521, Schweizer 1070, Deutsche 765, Engländer 729; eingewandert sind in Uruguay im Jahre 1901: 3777 Italiener, 2708 Spanier, 336 Deutsche, 209 Engländer.
Angesichts dieser Zahlen kann man von einer „stillen Eroberung" Südamerikas durch die Deutschen nicht reden, wenn auch, wie z. B. in den Südprovinzen Brasiliens, die deutschen Ansiedelungen groß und blühend sind. Weit mehr Deutsche wandern in die Vereinigten Staaten ein, und dies? vielen Tausenden würden in Südamerika allerdings eine ganz andere Bedeutung und auch mehr Shilturtoert haben. Denn im Norden akklimatisieren sie sich zu sehr, sie gebe« ihre Nationalität — mit wenigen Ausnahmen — so schnell als möglich auf, da man, wie Präsident Roosevelt vor nicht langer Zett sagte, keine „Deutsch-Amerikaner" haben will, sondern „Zjankees". Ein unschätzbares Kapital an Intelligenz und Fleiß geht dadurch dem Deutschtum verloren, während alle diese Auswanderer in Südamerika sich den dortigen deutschen Ansiedelungen anschließen und ihr Volkstum erhalten könnten, vor allem nicht gezwungen würden, sich desselben zu entäußern. Vor einer „deutschen Gefahr" für Südamerika kann also gar feine Rede sein, denn die Deutschen find nicht einmal auf wirtschaftlichem Gebiete der Zahl nach die ausschlaggebenden, geschweige denn können sie in bolitifdjer Hinsicht irgendwie eine Vorherrschaft in Anspruch nehmen oder ausüben.
Umschau.
DaS Ergebnis der SandtagS- wahlen.
Noch ist ja der größte Teil bat Ergebnisse der Urwahlen nicht bekannt; doch lasten sich schon
Deutsches Reich
Berlin, 14. November.
• Sein Majestät der Kaiser erfreut sich den Umständen entsprechend des besten Wohlseins. Er erledigt, wie immer, die laufenden Regierungsgeschäfte. Nur muß die Stimme sehr geschont werden. In Anbetracht des normalen Verlaufs der Heftung wird der nächste Krankheitsbericht, wie bereits gemeldet, erst am Sonntag ausgegeben werden.
— Aus Italien war die Meldung verbreitet worden, daß für den Kaiser die Villa Zirio, si San Remo für den Winteraufenthalt gemietet
es nicht, denn, das wirst Du doch wissen, nach de» Bestinunungen des Testamentes geht das ganze Vermögen für Dich verloren, wenn Du einem Manne die Hand reichen wurdest, der nicht in unfern Kreis hinein gehört."
Wenn Frau Horsten sich eine Wirkung von ihren Worten verspräche« hatte, so sah sie sich jetzt getäuscht.
„Das weiß ich," entgegnete Fraulein Frida ruhig. „Was frage ich nach Reichtum! Was frage ich nach meinen Verwandten, die sich wenig um mich bekümmert haben! Mein Herz gehört mir und die Liebe ist wicht an Reichtum und Stand gebunden."
Doch Frau Horsten gab den Kampf noch nicht verloren.
„Hier ist ein Brief für Dich von Schwabenstern," entgegnete sie. „Auch mir hat er geschrieben; er wünscht jetzt endlich eine bestimmte Antwort, ob Du seine Frau werden Nullst oder nicht."
Fräulein Frida nahm den ihr gereichten Brief
sammengeströmi und scharten sich um den Schloß Herrn. Nicht einen Augenblick batte ihn fein' Geistesgegenwart verlassen; ruhig durchschallte, feine Befehle den weiten Raum. Die Gutsspritz raffelte herbei, und bald fielen dichte Master- Mafien auf das brennende Haus.
„Es wird nicht viel helfen," murmelte Hov sten, „wenn nicht bald Hllfe vom Dorf kommt/
Mü entfetzlichem Krachen stürzte bald hier bald dort eine Mauer ober Wand ein: aber mutig arbeitet«, die Leute weiter, und mitten im Getümmel stand Helmut, der schon mehrere Mal« in das brennende Haus gedrungen war, um z» retten, was zu retten ging.
„Tröstet Euch!" rief er den klagenden Mannern und Frauen zu, deren Habe hier vernichtet wurde, „es wird Euch alles ersetzt werden."
Plötzlich hörte man einen gellenden Schrei. Aller Augen waren nach dem Orte gerichtet, woher der Schrei gedrungen war. Mtt Entsetzen sahen sie eine Frau, welche verzweifelnd die Hände nach dem zweiten Stockwerk des Hauses erhob.
„Mein Kind! Mein Kindl" schrie die unglückliche Mutter. Rettet mein Kind, oder es muß verbrennen!"
Totensttlle herrsche einen Augenblick, ober niemand wagte es, Hilfe zu bringen, der armen Mutter ihr Kind zu retten. Alle Hilfe schien umsonst zu sein, denn schon brannten auch d» Treppen lichterioh. Immer von neuem erhob die unglückliche Frau ihren Ruf. bis sie endlich ohnmächtig zusammenbrach.
.Wer rettet das Kind?" fchne Horsten mtt lauter, bebender Stimme«
Fortsetzung folgt.)
XI.
Grelle Blitze durchzuckten die tiefe Finsternis. Wild rollte der Donner durch die Lüfte, und prasselnd fielen die dicken Regentropfen, gepeitscht von dem brausenden Sturmwinde, an die Fenster des SchlofieS
Es war ein Unwetter, bei welchem die Menschen sich ohnmächtig beugen vor der furchtbaren Macht der Elemente und bebend eine sichere Zufluchtsstätte aufsuchen, in welcher sie bangend der Dinge warten, die da kommen könnten.
Auch die Bewohner des Schlofies hatten sich zusammengefunden. Im Zimmer des Schloß- Herrn saßen sie süll und bangend um den Tisch herum; nur Fran Horsten schrie auf, wenn ein Blitzstrahl herniederzuckte. Für Fräulein Frida dagegen schien das Unwetter gar nickt vorhanden zu sein. Sie fühlte sich geborgen in der Nähe des Mannes, der sie mtt ganzer Seele liebte, und
Laut der Angst und Furckt war daher über ihre Lippen gekommen.
Blitz auf Blitz, Donner auf Donner erfolgte, ohne daß ein Nacttafien des Gewitters bemerkbar wurde. Plötzlich aber zuckte ein greller Blitzstrahl durch das Zimmer und laut grollte der Donner nach, daß das Schloß erbebte.
„Es hat eingeschlagen!" rief Horsten entsetzt aus. Er trat ans Fenster und sah nach dem Wirtschaftshof hinüber. Aber fofort prallte er zurück, und mit dem Rufe, das große Familien-- Hans brennt 1" stürmte er Mr Türe hinaus.
Helmut folgte ihm, und auch die beiden Damen, die nicht allein im Schlosse bleiben mochten, gingen hinaus, nachdem sie fick in aller Eile mtt siechenden Mänteln und Tüchern versehen hatten.
„Feuer! Seiter!- tönte eS ihnen von allen Beiten entgegen. Die ganzen Bewohner des Schlosses Md bei Aktes waxm auf dem Hof zu
Im Schlosse der Ahnen.
Original-Roman von Otto KSnig-Liebthal.
'^ortüsung.)
Jetzt nahm Frida das Gespräch wieder auf.
„Und wenn er mir wirklich nicht mehr gleich- giUig wäre .... wenn ich ihn .... liebte, Ella!"
Ein Ruf des Entsetzens und des Staunens folgte diesen Worten. Frau Horstens Augen leuchteien im Zorn inb ihre auf den Tisch gestemmte Hand zitterte in leidenschaftlicher Er- fegitng.
„Frida!" rief sie aus. „Du bist blind und weißt nicht, was Du redest. Und" — fuhr sie in milderem Tone fort — „laß Dich warnen, jetzt, wo es noch nicht zu spät ist. Eine Verbin- yung mit ihm ist ja vollständig unmöglich. WaS sann er Dir bieten? . . . Nichts. Du aber bist eine Kullig, das vergiß nicht. Du hast Rücksicht fcu nehmen auf Deine Verwandten, die nie und nimmer den armen, bürgerlichen Hauslehrer in ihrem Kreise willkommen heißen würden."
Fräulein Frida ließ sich nid# beirren.
„Wenn er auch nur bürgerlicher Abkunft ist, seine Gesinnung ist von hohem Adel. Was hat das kleine Wörtchen „von" tiiel zu bedeuten! Du hast ja auch Deinen noch viel stolzeren Namen fahren lassen und bist die Frau eines Bürgerlichen geworden. Arm ist er, das ist richtig; aber bedenke . . . mein Vermögen reicht vollständig tzux, um sorgenlos und anständig leben gM können."
„Frida," fuhr Frau Horsten jetzt auf, „ich feite, Du bist vollständig geblendet. Leider habe sch einem Bürgerlichen die Hand gereicht, ich mußte es. Tu aber mußt eg nicht Md
vierteljährlich«» Bezugspreis: da der Expedition 2 SRt,
K* «MWt be, allen Postämtern 2,25 Mk. rexcl. Bestellgeld). ^ **** *’
JlS. Jnserttonsgebühr: du gespaltene Znte oder der«, Raum 10 Pfg. Sonnlllll 15. Nödeulöer 1903.
Reklamen: die Zeile 25 Pfg. '_____________________________