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stände beizubringen, da in der Abnahme der Be- noch immer kern Stillstand emgetteten

L 2 der Sesungbeitrzustand der Dienstpflich- Kgen nach den Berichten der AushebungSkom- Visfionen vielfach zu wünschen übrig läßt.

Während so durch die Einführung der zwri- phrigen Dienstzeit an dem Bestünde und Charak­ter des aktiven französischen Heeres nichts geän­dert werden soll, wird ein wesentlicher Fortschritt taim Bessern mit Recht darin gesehen, daß tn_ Zu- Kinft die Reserve-Armee eine ungleich höhere und einheitlicher? Durchbildung als jetzt erhalten würde, da die ihr angehörigen Mannschaften in Zukunft gleichmäßig 2 Jahre aktiv gedient haben würden.

Deutsches Reich

Perfitt, 14 November.

* Mit Rücksicht auf die Erkrankung des Kai­sers wurde die Hofjagd in Letzlingen (Provinz Sachsen) auf den 4. und 5. Dezember ver­schoben.

Dem sächsischen Landtage ist eine Vorlage bett. Abänderung des Reglements über di- Lau- bestrauer zugegangen. Sehnlich dem preußischen Entwurf? wird die Einstellung von Musik und öffentlichen Lustbarkeüen tuf die Zeft bis zum Ablauf des dritten nach dem Tode folgenden Tages eingeschränkt. Ferner ist dem Hause der Erat zugegangen, der, wie bereits mitgeteill, ein wesentlich freundlicheres Aussehen zeigt als der vorjährige.

Das deutsche SüdpolarschiffGauß" wird voraussichtlich um den 1. Dezember in Kiel ein­treffen. Es soll Empfang durch die Behörden und Vertreter der Wissenschaft stattfinden.

In Geestemünde an der Nordsee wird eine Zentralstelle für Meeresforschung im Jntereffe der Hochseefischerei errichtet. In einem Anbau fallen angeblich die Ausrüstungsgegenstande des Südpolarschiffes untergebracht werden.

Die Lage des Arbettsmarktes hat sich auch im Oktober gebessert. Sonst Pflegt gerade in diesem Monat das Angebot zu steigen, diesmal eher ist die Zahl der Arbeftsuchenden weiter zu­rückgegangen.

Neue Befestigungen find an der unteren Weichsel und der Nogat bei Kulm und Marien­burg in Westpreußen errichtet worden. Sie sichern bat wichtigen Eisenbahnübergang über die Nogat bei Marienburg und die zum lieb« gang und Brückenschlag über die Weichsel besonders geeig­nete Stelle bei Kulm.

Ausland.

vereinigte Staaten. Daß He Regierung dec Union ihre Hand bei der Lostrennung Panamas von Columbien im Spiel hatte, trift immer deut- kicher hervor aus der Art, wie man jetzt zu Werke geht. Präfident Roosevelt beabsichtigt, tote die Moming Post" aus Washington meldet, mit der neuen Republik Panama über einen Vertrag zu verhandeln, worin der Landstreisen für den Panama-Kanal dauernd den Bereinigten Staa­ten verpachtet wird und Hefe das Recht erhalten, längs der Kanallinie Trupven zum Schutze des Kanals und zur Aufrechterhaltung der Ordnung zu stationieren. Die Bereinigten Staaten wür­den damit gleichzeiftg die Kontrolle über die ein­zige Eisenbahnlinie eichalten, die über den Jsth- «us führt, und auch die Stätte Colon und Pa­nama unter ihre ®etoaü bringen. Damit wäre die neue Republik nur dem Namen nach ein un­abhängiger Staat. Die beiden genannten Stabte find nämlich die einzigen von Bedeutung.

Marburg und Umgegend

Marburg, 14. November.

* Schötlschreidkvrstk-. Der Wert einer schvnen Handschrift ist gerade in der heuftgen Zeit ein fthr hoher. Es gibt viele Berufsarten, in denen jene beinahe Bedingung zum Dorwärtskommen V. Alle die undeutlich oder unschön schreiben, mögen daher auf Verbesserung ihrer Schrift bedacht sein. Eine treffliche Gelegenheft bietet sich jetzt durch den SchSnschreibkursus de- Herrn Gottlieb auS Leipzig, der hier eröffnet wird. Genannter hat nachweislich nach kurzem Unter- Unterricht fe gute Erfolge erzielt, daß feine Methode in der Tat vorzüglich fein muß. Meldungen zur Teilnahme am Kurins werden

! Wissenschaft, Kunst und Sehen.

Parsifal in Paris? Herr Conried scheint Scterle zu machen, und wenn wir eine Mel- düng desTemps" richtig verstehen, wird Richard WagnersParsifal" in der Spirizett 1904/05 auch in Paris zur Aufführung gelangen. Die Brüder Jsola, die bekannüich aus dem alten Saite-Theater eine dritte Pariser Oper gemacht haben, geben soeben ihr Programm für 1904/05 bekannt; es enthält nur vier Werke:AphroHte" von Camille Erlanger,Dichterleben" von Gu­stave Charpenfter,Marie-Madeleine" von Mas- fenet undParsifal" von Richard Wagner. Da die Brüder Jsola Theater- und nfiht Kon- zertaufführungen veranstalten, muß man wohl ««nehmen, daß sie nicht Bruchstücke ausPar- fifal", sondern das ganze Werk herausbringen wollen.

Wie das Drama zur Posse wird? Bon FranzDingelstedt erzählte man seinerzeit eine recht charakteristische Anekdote. Eines Tages kam her Bühnengewaltige im Wiener Burgtheater zur Ezenenprobe, besah sich lange die gestelltes Deko­ration und sagte dann zum Regifieur:Scheuß- sich! Welcher Esel hat Hefe Szene gestellt?"

Der Regisseur sieht im Regiebuche nach und sagt dann etwas verlegen:Diese Szene haben Si- selbst gestellt, Herr Baron." Darauf Dingelstedt:Das sieht mir ähnlich." Unge­fähr ebenso hat eS kürzlich, tote derTag" ec­

ht der Erpedittm» Mefefl Blattes entgegen» genommen. (Siehe auch He Anzeige.)

* Hessische vrsLdvrrßcherturxkaeKskt. De» Geschäftsbericht der Hessischen Drandversichermtg vom Jahre 1901 entnehmen wir folgende*r Dir BerwaltLr.gSergrbrriffe der Hessisches Br«ch- versicherungSauftskt vom Jahre 1901 wie He be6 Vorjahre» 1901 ha Vergleich xr bta weiteren Vorjahren weniger sngSnstiae gewesen. Die EntschLdigMgen für Feuer und DlitzschSd« sird gegen den zchnjLhrig« Durchschnitt um 314293 Mark 50 Pfg- rsrSck^ebliebcL. An kntschädic«:gen sind für 504 Schadensfälle überhampt 1378916 Mar? 95 Pfg. to-ivüfigt worden. Die veftrvft-Berffchenlng^wnmr bet sich im Laufe dr» JnhrrS 1902 um 40208400 liart »höht. Dieser Zuwachs hat ton seither höchsten Zuwachs dcS JabreS 1961 ton 39111906 3tcct noch «« febet eine MMs« überstiege».. Zrr Federung der Fenrrlöfch» Wesens find tat Berichtsjahre verioMgt worden: ptfammrn 40 792 Mark 39 Pfg. Außer diesen schenlweisen Unterstützungen tib vom Landes-Ausschuß an verxnkii^m Darlehen gewährt wm.de»: 14000 Mark »cc Anteomsg tos Mafferlchtungen 2537 Mer! 50 Pfg. zur Ai-fchaffrrug ton Fenerfvrtaen x. Für ca FeurrlSschdisrst Vrrunz-l'ckte sind auf Antrag der LnstalrSderwritimg cce bet UnterstStzungS- kaffe zu Merseburg 3110 Mark 71 Pfg. gezahtt tovtbcn. Dir Aktiva der Hessischem Brasdver- sicherungS Anstatt betragen am Schluff: des JabreS 1902 4053570 War» 50 Pfg- welchen jedoch Passiva im Betrage ton -- 1504223 Mark 20 Pfg. ge-euÄsrsterrd-n, so daß der N-bechchnsi de» Lftito bM Jahr-» 1902 --- 2549347 Mark 30 PK- beträgt. De» Selch'ftSbezirk der Hessischen Vreudvrr- fichr-,^mg>AnstL!t erstrmkt sich auf: 7 xrößrre Srädtr, 57 Heiners SttLte, 43 stadttLelich gr- bonie Ortschaften, 1288 Landgememdru, 152 C-utSbezirLe = 1547 Krwtsrsnalbezkrke in 2 SteLL- nutz 23 Landkreisen. Der stlächen- ftchatt de» Bezirk» bettäxt 10078,189 qkm. Die Sesarutversichernn xSsueamm, weiche am Schluffe Lei AihrsS 1901 1170 757 600 Mark betrug, ist Sr-d- 1902 asf 1210966000 Mark f?f. gestellt tostsen, hat sich vermehrt um 40208400 Ml. Dieser st« Laufe d-i Jahr»» 1902 statt^ehebte Huooug an der Drrsicherrug»- fannte mit 40 208 400 Wk. torteÄ sich tctf die grSßeren Städte «ft 16 314 890 Msi, ans Ue kleinrrrn Stabte mit 4282 000 Lisi, caf He stadtähnlich gettmten Ortschaftsn 4581 700 Mrrk, scf dir ländxrmeinden 14 790200 Mk., asf die GutsbezirLr 290300 Sil, zusammen 40 208400 M?.

Der Gesamtschaden ton den im Jahre 1902 etdftanbtnen 504 SchädenSfSllen betrug 1373 916 Mark 95 Pfg. Ans He einzelnen Kreise ver­teilt sich dtessr Desarftschnden xegenfibtt der für 1902 «oSgeschrtadesen Vremdstener wie folgt:

Brand«

Romen der r.rdfe

Landkreis Hsaunt

Hain

83

25

8

14

8

18

17 17

2 w

9

14 n

2

18

18

» 16 K

8 15

5

19 5

18 13

21

Wchweg« ohmed. Statt Stabt Eschses«

Steldbansen o. d. ©tobt Stabt Gelnhausen SerSf-ld

Stadtkreis Hamm

»fgeism« imbeta tnfelb

llcterhaept 504 1273916,95 1 $83880,67

HerSfeld e. d. Stadt Stadt

ikenberz

!ar

eitet He Stott

Marburg o. d. Dtadt Stadt Marterrg

Melsungen

Rinteln o. d. Gtatt Stadt Rinteln Rotenburg Schlüchtern Schmalkalden o. d. Stadt Stadt Schmalkalden Mtzenhausen Wolfhagen Liegeuhai«

vrand- entfajiH»

3RL

96567,27 K7 675,21 »7251»

177,83 »96507 40618,72 21838,82

144,- 8594^1 8543,47 67912,96 X) 851,12 858S4M 10665-

97,48 304648.» 89609,11 22758,30 51 IW,45 15190,95 2021,83

«745,31

053,47 8018,80

10541.20 5948,85 237943,40

429,19 85511,10 5010132 82126,76

283M5M 111663,58

61071,91

24106,43

52150,56

63031,34 74017,78 46303,49 56070.66 10576,96 41274.18 79694,12 837093« 45612,44

t>t>4,45

778W.83 52296,29 50137,63 45549,30 77219,51 48511,79 60403,07 89897,70 11300,74

57867,42

54916,16

57 775/25

29408,20 62571,24

55855,07

75107,50

zählt, Frank Wedekind erit seinen tat Neuen Thsrter allabendlich gesielten Szenen:Der Kammersänger" gemactt- Dies« nur auf föne Stimme und seine Gafftpielhonorare bedachte virtuose empfängt bekannüich vor fest« Abrcfte als letzten der drei Besuche eine Statt, He ihn leidenschaftlich liebt und ihre Familie verlasse« will, um ihm zu folgen. Da sich der Kammer­sänger weigert, sie mitzunehmen, erschießt sich He schöne Frau in seinem Zimmer und das Stück Mießt bannt, daß der Virtuose unter der Leiche seinen Koffer wegzteht, um zur Bahn zu fahre«. Dieser unerwartete tragische Schluß nach der fe- trrisch-luftfpWhasten Führung des bisherigen Vorgangs erregte mm in der Tat fast an jedem Abend eine peinliche Verstimmung im Publikum. Gelegentlich seiner jüngste« Amvesenheü in Ber­sin hat mm Frank Wedekind Hefen Schluß ganz gründlich geändert. Der Kammersänger! gejst mit seinem Koffer ab und gleich darauf erhebt sich die totgeglaubte Frau, ruft:Ah, also auch das verfängt nicht einmal bei dem Steril" und geht wütend ab. Allgemeines Lachen, die Sa­tire hat ihren satirische« Abschluß und Frank Wedekind sagte wie DmgeWedt: JDaS sieht mir Ähnlich."

Die Enkeki« der Bettkua. Au» Berlin wird derXe«« Frei«, Presse" berichtet: Baronin Elisabeth b, Heyktag, die verfafferta deS BuchesBriefe, die ihn nicht erreichten", das ta D euffchiand ein so asßsvewSWWS gtzftrrrffe

Den höchste» vchadensauswand erforverten bte Kreise:

Raffet, Landkreis mit 157675 Dtt 21 9fe.

«chweye ota» die Stadt . 72725 . 68 ,

Setifelb , 97912 , « ,

6okei8aae , 104643 , B ,

Hombevz , 89609 , H ,

Kirch ham , 51188 , 4S ,

Schmalkalden oho dtr Statt . 227948 , 49 ,

Sitzeicha-s« , 85511 . » ,

Tuf je 1000 Stt BersicherungSsumme ent­fallen hiernach überhaupt: an vrandfteuern 1,621SL und «c Brandentschädigungen 1,13 SW. Nachträglich torwilligt sind für EchedenSftÄe: aus de» 2-ch-e 1889 65 Qa-k 90 Pfg.

. , . 1900 40 , 20 ,

' ' , ÄCl 426 . 12 ,

E3 J Mart 22 Pfg.

Heffen-Nassau und Nachbargebiete

Seffel, 13. Nov. In der iIastwirtschaft zur Schützen halle ereignete sich gestern nach­mittag/* 4 Uhr ein schrecklicher Ur.glückSfall, indem ein Dienstmädchen durch Hinfollen und Explosion einer Küchenlampe im Keller voll­ständig in Flamen geriet und in Flammen um» herlief. Eie ist am ganze» Körper verbrannt, dem Landkrankenhause zugeführt worden.

Ftswa, 13. Rov. Der Dachdecker Joseph Schwarz von hier, der am Montag durch einen Stmq vom Dache de» neuen KornhauseS sich schwer verletzte, ist gestern im Landkranke«hause gestorben.

Wiesbaden, 12. Rov. Der Magistrat heft, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverord­neten, die Verpachtung des .Ratskellers" für 22 000 Mk. jährlich an den Restaurateur E. Herborn hier beschloffen, nachdem da» Er­gebnis der ersten Submission umgestoßen worden war.

Mfeuach, 12. November. Das Reichsge­richt hob das auf 2 Monate Gefängnis lautende Urteil gegen beit früheren Eisenacher Ober­bürgermeister Dr. v. Fewson wegen Zurückhaltun sitteuprstizeilicher Anzeigen auf und verwies die Sache an da« Landgericht Weimar zur noch­maligen Berhandlung zurück.

Vermischtes

SehSops-ochpe«. Die Operation, welche bei kaffer Wilhelm vorgenommen würbe, hat die all­gemeine Aufmerksamkeft auf diese Krankheitser- schernuugen geteuft, lieber den Charakter des Hebels wird von medizinffcher Sette geschrieben: Die Stinnnlippenpolypen find klrine Knötchen, He ost am freien Rande der Stimmbänder fitzen, sie können He Größe von Erbsen oder Bohnen erreichen; in pachologfich-anatomischer Hinsicht sind fie verwandt mit den sehr häufig vorkommen­den Nafenpolyprn und nehmen wie Hefe eine Miftelftellung zwischen Entzündung und Ge­schwulst ein. Ihre Farbe ist gewöhnlich weiß, oder auch rötlich, sehr häufig erfolgen Blutungen in dieselben hinein, dann tottb ihre Farbe dunkel­rot oder braunrot. Prof. Moritz «Schmidt gibt in feinem LehrbucheDie Krankheiten der oberen Luftwege" der Meinung Ausdruck, daß He Bil­dung Mefer einfachen Polypen durch einen falschen Ansatz der Stimme, durch das Pressen sehr be­günstigt werde. Man beobachte aus dem gleichen @ntnbe bei Säugern ost Rückfälle, während man durch Umschulung der GesangSweffe ost im stände sei, solche zu verhindern. StimmüppenpHypen treten aber ost auch bei Personen auf, die ihre Stimme gar nicht überanstrengen, sogar vielfach bei Kindern, bei welchen sie später von selbst wie­der verschwinde«. Die Symptome, welche He Sfimmlippenpolhpen machen, find abhängig von ihr« Größe und ihr« Ausdehnung, meist han- dell eS sich um Störungen der Stimmbildung, ost machen ste auch gar keine Erscheinungen, Schmerzen und Schlingbeschw«den bestehm nie­mals. Die Polypen haben ihren Sitz am häufig­sten an den Stimmbändern und zwar am froren Rande derselben; üb« ihre Gestalt und ihr Aus­sehen gibt He Untersuchung mit dem Kehlkopf- spiegri Aufichluß. Da das Erkennen, ob es sich mn eine gutartige oder bösartige Neubüdung handelt, manchmal Schwierigkeiten macht, so muß im Zweitelsfakle ein Stückchen d« Geschwulst ausgeschnitten und mikrofkopisch untersucht toer- den. Kehlkopfpolypen gehören durchweg zu den harmlosen Erkrankungen, denn ihre Entfernung geschieht, dank bet überaus fortgeschrittenen Kunst der Halsspeziaflsten, vom Kehlkopfe au$; He Prognose ist um so günstig«, je Seiner He Ge­schwülste sind, weil He Entfernung in der Regel ohne jede weitere Verletzung vorgenommen toer-

hervorgerufen und bereits die fünfundzwanzigste Auflage erretitt hat, weist gegenwärtig in Berlin. Frau v. Heyftng, He Gattin des deutschen Ge­sandten in Mexiko, hat einen Urlaub ihres Ge­mahls nach Europa dazu benutzt, um Venedig auszusuchen und dort Notizen für ihren nächsten Roman zu sammeln, d« in Venedig spielen soll. Frau v. Hehkttrg beabfichftgt fern« ein Buch üb« ihre Großmutter Bettina v. Arnim zu schreiben, in dem manches noch unbekannte Material über die Freundin Goethes und Humboldts zur Ver­öffentlichung gelangen soll.

" Dievo« Rudolf Virchow hinter­lassene Biblithek ist von d« Witwe Vir­chows zum größten Teile d« Berlin« medizini­sche« Gesellschaft als Geschenk überwiesen wor­den. Es handett sich um eine überaus wertvolle Schenkung. Wie Prof. Ewald, ber Bibliothekar der medizinischen Gesellschaft, am Mittwoch mtt- teilte, ist die Zücht ber Bände auf 6000 bis 7000 tzu schätzen. Gemäß dem Wunsche der Geschenk- geberm wirb die Virchowsche Büchersammlunz ta der Bibliothek der Berlin« meHzinischen Ge­sellschaft gesondert ausgestellt w«den.

* Im Institut Pasteur in Paris ist ei« Streik ausgebrochen, womtt sich gegen* toättifl die Pariser Blätter viel brichäftigen. Be- kannwch hat ber Wien« Arzt Dr. Marmorek att Direkt« eines Laboratoriums in jenem In- Mut 8H mtt «stchtlichem Erfolg mft ber Her-

etoe« neeen Serums asten Tuberkulose

Den tarnt, «erat fie vollständig entfernt find, so kommen Rückfälle höchst festen zur Beobachtung unter Hefen Umständen hat solche Prof. Schmidt bei der großen Anzahl d« von ihm bchandclten Fälle überhaupt nicht gesehen. Von großer Be­deutung ist die Frage, ob gutartige Geschwülste deS Kehlkopfs sich in bösartige umwandeln kön- n-en. Da dtes bei den GcsckSDÜlsten d« äußeren Haut nachgewiesen fit hat man doch aus War­zen Krebsgeschwülste hervorgeben scheu! s< wäre die Wahrscheinlichkeit nicht von vornherein von der Hand zu weisen. Man hat sogar behaup­tet, daß gerade nach Op«aftonen im Kehlkopf in­folge des durch dieselben gesetzten Reizes dies« Vorgang beschleunigt werde. Durch Sammel­forschungen ist nun ab« festgestellt worden, daß all«Hngs ein Uebergang von gutartigen Ge­schwülsten in bösartige vorkamen kann, daß dieses Ereignis jedoch äußerst selten eintritt. Daß durch Eingriffe im Kehlkopf dieser Uebergang verschuldet wurde, davon hat man überhaupt kei­nen positiven Beweis «halten. Was die Entfer­nung d« Stimmlippenpolypen anlangt, so kön­nen dieselben durch Einblasungen und Aetzungen behandelt w«den. Am sichersten ab« geschieht ihre Enffernung nach Moritz Schmidt durch die Wegnahme mit d« Zange. Wie alle operativen Elngriffe, so verlangt auch dieser eine sichere und geübte Hand des Operateurs und ruhiges Ver­halten und Entgegenkommen des^ Patienten. Eine aögandne Chloroformnarkose ist bei der­artigen Operationen nicht anwendbar, doch hat man jetzt ta dem Cocain ein vorzügliches Mittel der lokalen Betäubung; durch Einpinselung ein« 15 Hs 20 Proz. Lösung wird der, Kehlkopf un­empfindlich und kann man jetzt eine Operation in ein« Sitzung beendigen, zu welcher man früh« Wochen und Monate gebrauchte. In der NachbehanHung muß d« Patient sich so, lange des Gebrauches der Stimme enthalten, bis die Heilung vorüb« ist. Er darf in dies« Zett mit fein« Umgebung nur schriftlich verkehren. Durch lokale Anwendung geeignet« Arzneimittel kann übrigen? He Heilung beschleunigt werden.

Neueste TelegeuMme

B«da-est, 13. Rov. Rach Beendigung der Sitzung erklätt Graf TiSza, für die jetzigen Zustände sei ausschließlich die Oposition ver­antwortlich. D« dritte Jahrgang des Heeres könne auch nach dem 31. Dezember als Reservisten auf Grund tor gesetzlichen Bestimmungen zurück­behalten werden. AlS Tisza das Vorgehen der Opposition als kindischen Streich bezeichnet, erhebt sich bei der Opposition ein großer Lärm. Der Präsident findet in den Worten des Minister» präfidenten keine Beleidigung. Die Rede Tisza's wurde mft frenetischen Eljenrufen der Majorität aufgenommen, die dann den Antrag aninmmt, heute Vormittag eine Sitzung abzuhalten mit der Tagesordnung: Beratung der Rekruten» Vorlone.

Lille, 12. Nov. Die Fabrikanten von Amen« tteres lehnten den Vorschlag eines Schiedsge­richtes ab, «Härten sich aber bereit, den Arbei­tern 7 Tage nach Wiederaufnahme der Arbett eine Summe von 300 000 Frcs. zu zahlen, was ungefähr dem Lohne einer Woche entspricht, um hindurch chren guten Willen zu bezeugen. Von April nächsten Jahres ab wollen die Fabrikanten eine VerstänHgung über den zehnstündigen Ar­beitstag zu erzielen suchen. Die Arbett« lehnten Hefe Vorschläge bisher ab.

London, 12. Nov. Reuter meldet aus Tient­sin unter dem 11. ds.: Die Forderung Rußlands auf Abruftmg des Taotai Wuan, d«Mandschurei ist, von d« koreanischen Grenze, wurde von btt chinesischen Regierung auf Drängen Rußlands «füllt. Aus glaubwürHg« Quelle wird v«- fsthert, daß China beträchtliche Truppenbeweg­ungen nach d« Mandschurei vornimmt.

Tang«, 12. Nov. Nach den letzten Nach­richten aus Fez herrscht dort Ruhe. D« Sultan entläßt He Truppen, beschränkt so die Staats­ausgaben und verbessert die Finanzlage. Die Sttaßen zwischen Fez und Tanger sind sicher. Die Europä« und Karawanen, die bares Geld transportieren, Verkehren jetzt wieder zwischen Fez und Tanger.

Santand«, 12. Nov. Die Lage ist, noch immtt erwft. Militär - Patrouillen durchziehen fort­dauernd He Straßen. Viele wohlhabenden Fa­rmlien haben He Stadt verlasien. Bei den vor­genommenen Haussuchungen wurden Arbeitern gehörende Waffen beschlagnahmt. Zahlreiche Verhastungen find erfolgt. Die Personen, welche am Montag die Jesuitenniederlassung in Brand zu stecken versuchten, wttden vor das Kriegsge­richt gestellt.

beschäftigt. Er wollte seine Entdeckung vor d« Akademie bet medizinischen Wissenschaft zur Be­sprechung bringen, wurde jedoch im letzten Augen­blick daran »«hindert. Wie es heißt, soll es sich um Eifersüchteleien seitens sein« Paris« Kol« legen handeln. Dr. Marmorri hat infolgedessen fein Amt als Leiter des JnstttuS niedergelegt.

In Scherlschen Blättern liest man: Vom 1. Januar 1904 an wird eine teilweise Ver- fdjmel3ung des Ernst Ketlichen Verlaas in Leipzig mit der Berlagsgesellschaft August Scherl G. m. h. H. in Berlin (Berlin« Lokal-Anzeiger" Die Woche"Der Tag"Vom Fels gum' Meer" undDie toritc Welt") in der Weise statt- finden, daß auch das feit fünfzig Jahren 6e- stchende FamilienblattDie Gartenlaube" von unserem Verlage übernommen wird. Druck und V«lag d«Gartenlaube" werden wie seither in Leipzig verbleiben. Ebenso wird He Verlagsfirma Ernst Kett Nachfolger unv«ändert fortbesteben, wie denn auch die redaktionelle Leitung, abgs- frijen von dem Rücktritt des bejahrten Heraus­gebers, dieselbe bleiben wird.

Der Volks-Schillerpreis, besten Gründung seinerzeit vom Berlin« Goethe-Bunde angeregt wurde und von dem man lange nichts gehört hat, wird, wie aus Hamburg gemeldet wird, voraussichtlich am 9. Mai 1905, am hun­dertsten Todestag Schillers, erstmalig Verteilt werden.