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Zweites Blatt.

Prozeßordnung dem Reichstage vorgeschlagen hat, und der vielleicht in der neuen Vorlage wie­derkehren könnte, besteht in der Erhöhm^ der Revisionssumme auf 3000 Mark. Nach dem gü­tenden Recht kann eine Revision in Rechtsstreitig­keiten über vermögens rechtliche Ansprüche nur eingelegt werden, wenn das Objekt den Wert von 1500 Mark übersteigt. Der Reichstag hat seinerzeit den Vorschlag, diese Revisionssumme auf 3000 Mark zu erhöhen, um so das Reichsge­richt zu entlasten, mit erheblicher Mehrheit ver­worfen, und er hat damit der allgemeinen Dolks-

richten über die Gestorbenen durchgeführt wurde, so ist die Sterbeziffer für 1902 die bisher nied- rigste: zwischen 1875 und 1902 kamen für die männliche Bevölkerung Schwankungen von 28,1 bis 20,5, für die weibliche von 24,6 bis 18,2 und für die gesamte Bevölkerung von 26,3 bis 19,3 auf 100 Einwohner vor. Von den einzelnen Re- gieningsbezirken hat im Berichtsjahre Aurich mit einer Sterbeziffer von 15,5 auf 1000 Ein­wohner die günstigste Sterblichkeit: dann folgen bte Bezirke Osnabrück mit 15,7, Hannover mtt 15,8, Berlin mit 15,9, Minden mit 16,3, Wies­baden mit 16,4, Schleswig mit 16,6, Lüneburg und Stade mit 16,7, Potsdam und Hildesheim mit 17,4, Kassel mit 17,7, Erfurt mit 17,8, Käs- lin mit 18,1, Düsseldorf mit 18,3, Arnsberg mit 18,5, Koblenz mit 18,9, Magdeburg mit 19,0 und Frankfurt mit 19,1. Den Durchschnitt des Staates von 19,3 haben auch die Bezirke Merse- bürg und Münster; über dem Durchschnitt stehen Posen und Trier mit 19,8, Bromberg und Köln mit 20,5, Stettin mit 20,6, Aachen mit 20,7. Stralsund mit 21,2, Königsberg mit 21,8, Marienwerder mit 22,0, Danzig mit 22,1, Sig­maringen mit 22,3, Oppeln mit 22,4, Liegmtz mit 23,4, Gumbinnen mit 23,5 und Breslau mit 24,4. 15 Bezirke haben sonach eine höhere Sterblichkeit als die Stadt überhaupt.

Mit einer neuen Steuerspezialität

mit -em Kreisblatt für bte Kreise Marburg Mb Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Allnstrirtes Sonnlagsblatt.

aus der Welt schaffen konnte. Der russisch- Botschafter Nelidow ist nunmehr endglltig aus Rom abbenlfen worden. DieTribuna" macht ihm zum Vorwurf, die Hauptschuld an der Absage des Zarenbesuches zu tragen. Di: russische Re- gierung habe durch die Abberufung NelidowS Italien volle Genugtuung gegeben, die es ver­diente. Diese sei um so größer, weil Neltdow durch den Fürsten llruffow ersetzt werde, dec bort Paris, dem wichtigsten Posten der russischen Di- plomatie, komme. ES verlautet, daß der Zar im Frühjahr nach Italien kommen und mit dem König in Venedig Zusammentreffen werde. In dem ersten Konsistorium, das Papst Pius X. ab« hielt, wurde der Staatssekretär Merry bei Val zum Kardinal ernannt. Der Pavst hielt eine Ansprache lediglich religiösen Charakters, in wel­cher er betonte, daß die Kirche dein Fortschrtste und der Wissenschaft mcbt feindlich gegenüber« ^Frankreich. Wie derTemps" meldet, findet am Rtittwoch ein Ministerrat statt, um die durch die jüngsten Zwischenfälle im Senat geschaffene ministerielle Lage zu erörtern. Aus zuverlässiger Quelle wird berichtet, daß die beim französischen Ministerpräsidenten entstandene Verstimmung über die Abstimmungen in ber, französischen Kammer, in denen er Anzeichen eines beginnen­den Zerfalles der Regiernnasmcbrbeü erblickt hatte, behoben ist. Den MeinmmsvorMeden- heften mit einem Teile des Senats wird^keme Bedeutung mehr beigelegt, da mit der Möglich­keit einer Demission des gegenwärtigen fran- zöfischen Kabinetts bis auf weiteres nicht gerech­net wird. Die Lage im Streikgebiet im Nor­den ist unverändert. Der Präfekt deS Departe­ments Nord forderte die Spinnerei- und We­bereibesitzer von Armenttdres dringend auf, die Verhandlungen mit den Arbeitern wieder, anfzn- nehmen und dem Schiedsgericht znzussimmen. Falls die Fabrikanten im Prinzip das Schieds­gericht annehmen, soll dec Streikansschiitz den Arbeitern empfohlen, den Aiisstand sofort zu be­endigen. . .

Türkei. Wie aus Wien gemeldet wird, lehnt die Morte in ihrer Antwort auf die Reformfor- derungen der Ententenmächte es ab, daß die neue Verwaltungseinteilung durch Beisitzer kon­trolliert werde. Sir erklärt, die Gendarmen? sei bereits vollständig reorganisiert, und die deut­schen Offiziere seien damit betraut, die militari scheu Operationen zu überwachen, die Reorgam sation der Gendarmerie zu beaufsichtigen uni die Urteile der Kriegsgerichte zu kontrollieren Alle Botschafter in Konstantinopel haben In strirkttonen über die Unterstützung der Reform sorderungen erhalten und dementsprecheud« Schrite bereits getan. Bezüglich der in den Re formforderungen enthaltenen Hilfsaktion wurde, einige österreichische und russische Konsuln der be tref^nden Gebiete zur Berichterstattung und. zm ausführlichen Ausarbeitung berufen.

Die Entlastung des Reichsgerichts.

Eine der wichtigsten und dringlichsten Fragen, mit denen sich der neue Reichstag zu befassen ha«. >ben wird, ist die, in welcher Weise eine Entlast­ung des Reichsgerichts herbeigeführt werden kann, ohne den Teufel durch den Beelzebub zu vertreiben, b. h. ohne an Stelle des beklagten Uebelstandes andere vielleicht noch schlimmere liebel zu setzen. Die Frage der Entlastung d.>s Reichsgerichts bildet seit etwa einem Jahrzehnt iben Gegenstand lebhafter Erörterung, und sie hat auch schon die gesetzgeberijchen Körperschaften beschäftigt. Einig ist man seit dieser Zeit nur darüber geworden, daßetwas geschehen mutz". Was geschehen soll, darüber sind die Meinungen noch heute so geteilt, wie vor Jahren. Die Ge- schäfte des Reichsgerichts sind im Laufe der letz- ten Jahre und insbesondere seit der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches ganz außerordent« sich gestiegen, und es steht zu befürchten, daß sie weiter steigen werden. Im Jahre 1899 betrug die Anzahl der Revisionen in Zivilsachen 2645, im vergangenen Jahre aber war diese Zahl bi* reit§ auf 3308 gestiegen. Diese Vermehrung der Tätigkeit des Reichsgerichts macht sich auch in der Rechtsprechung bereits recht unangenehm be­merkbar, beun unter den Gründen, welche die Verschleppung der Zivilprozesse verursachen, spielt die außerordentlich späte Ansetzung der Ter- nnne beim Reichsgericht ebenfalls eine Rolle.

Wie bekannt, wird dem Reichstage voraus­sichtlich schon in der ersten Session der neuen Le­gislaturperiode ein Gesetzentwurf zugeben, der allgemein als dringend notwendig anerkannt die Entlastung des Reichsgerichts herbeiführen soll. Der Vater dieses gesetzgeberischen Erzeugnisses ist, wie jeht bekannt wird, der bisherige Reichs- rrichtspräsident Dr. Gutbrod. Dieser Umstand erleiht selbstverständlich dem zu erwartenden Gesetzentwurf eine besondere Bedeutting. Nach welcher Richttmg die Pläne zur Entlastung des Reichsgerichts gehen, darüber ist bisher nichts bekannt. Die Wahrscheinlichkeit spricht jedenfalls dafür, daß der an sich naheliegendste Weg, näm- sich die Vermehrung der Senate des Reichsge­richts, von der Negierung nicht gewählt werden wird, da sie sich schon früher mit aller Entschieden- beit dagegen erklärt hat. In der Tat sind gegen xine weitere Ausdehnung des Reichsgerichts mancherlei Gründe anzuführen, die nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen sind. Diese Gründe gehen dahin, daß ein allzu starkes An- kchwellen des höchsten Gerichtshofes die Einheit- lichkeit der Rechtsprechung gefährden wurde, und daß die einzelnen Senate aufhören könnten, Or­gan: eines gemeinsamen Körpers zu sein. Diese Bedenken sind, wie schon betont, nicht ganz von der Hand zu weisen, wenn auch die Auffassung allzu mechanisch wäre, als ob nun gerade ein weiterer Zivilsenat die Einheitlichkeit der Recht- sprechung durchbrechen würde. Der Vorschlag zur Entlastting des Reichsgerichts, welchen bte Regierung seinerzeit in der Novelle zur Zivi-

lNachdruck verboten)

Der erste Zwist.

Von H. Koubert.

Noch dem Holländischen von E. Vilmar.

Frau Grete hatte sich beeilt. Punkt fünf stand das Diner bereit. Sie war heute gerade ein halbes Jahr' verheiratet, dieser Tag mithin eine Art Jubiläum ihres jungen Ehelebens.

Eigentlich hatte sie erwartet, daß ihr Manu, xingedenk der Bedeutung dieses Tages,, sie am Morgen mit einem kleinen Bukett ober auch nur ein paar losen Blumen begrüßen würde. DaS War aber nicht geschehen, und Grete hatte sich getröstet und selbst eine kleine Ueberraschung er­sonnen, die in der Bereitung seiner größeslen Leibgerichte vier Gängen und Dessert be­stand. Schon morgen», sobald er fort war, hatte sie damit begonnen und einen wunderborrlichen Erdbeerpudding fabriziert. Und bann hatte sie das Mädchen nach Lachs, dem Lieblings fisch ihres Gatten, gesandt und mtt ihren eigenen kleinen, weißen Händen bte erforderlichen Manipulatio­nen am Fische vorgenommen eine Heldentat des kleinen Frauchens. Ihr Kochbuch ober viel­mehr ihre Kochbücher denn sie besaß deren vier lagen aufgcschlagen vor ihr und erzählten ihr einmütig, daß das Frühjahr die beste Zeit zum Einkäufe von Lachs sei, und es war ge­rade Mai.

Und nun stand der Lachs fertig im Ofen. Auf der Tafel Prangte ihr schönste? Damastgedeck, das feine, mit Vergißmeinnicht bemalte Porzellan« service und funkelnde Kristallgläser. Dies alles, tm Verein mit den Blumen in schlanken Vasen, verriet, daß heute etwas ganz Besonderes, daß heute ein Festtaa war.

Marburg und Umgegend

Mttvbnrq 11. November.

* Postverkehr. Aus Anlaß der am 12. No- vemb.w stattfindenden Urwablen zum preußischen

mehr am Leben. Schon unter dem Pantoffel, he?" .

Und zum Beweise seiner ehelichen Souveräni­tät war er dem Freunde, dem bösen Buben, ge­folgt in ein Restaurant natürlich und dort saß er nun lachend und scherzend, ohne semes harrenden Weibchens zu gedenken.

Warum hatte sie auch in ihrem Ehekontrakt keine Klausel, taut welcher er sich verpflichtete, dem Umgänge mit diesen sogenanntenFreun- den" ein" für allemal zu entsagen? Wie viel bester wäre dann alles gewesen l

Nach weiteren fünf Minuten erschien das Mädchen mit der Meldung, daß die Kartoffeln total vertrocknet wären.

, So setzen Sie frische auf! versetzte ihre Herrin fdieinbar aelassen.Der Herr ist heute sehr betoäftigt; es kann vielleicht sehr spät wer­den."

Laß Deine Gäste lieber auf die Kartoffeln als diele auf Deine Gäste warten," sagte ihr Kochbuch. Und die Kartoffeln hatten, schon fünf- unddreißig Minuten gewartet, kein Wunder» trenn sie ungenießbar geworden waren.

Grete war tiefbetrübt. O diese Männert Und sie hotte so felsenfest geglaubt, daß Udo eine Ausnahme von der allgemeinen Regel wäre. Wie fonnte sie nur ein solche» Gänschen sein? S»e waren ja alle, alle gleich, lind wenn U o letzt schon nach kaum halbjähriger Ehe - an- sinn, dann würde fein Leden bald eine Kette von Kegelklubs, Skatpartien und Veremsabenden werden wie das anderer Männer. ,

Einen Moment stockte ibr Herzschlag bet dem Gedanken, daß ihm vielleicht irgend ein Unglück, zuge'toßen sein könne, doch in bte,em Falle hatte "ste längst Nachricht erhalten. Htobsvosien fthret- ren schnell. Nein, biebösen Buben" waren

Umschau.

Die Sterblichkeit der Gesamt- I

bevölkerung des preußischen

Staate» 190 2.

Preußen hat 354 241 männliche und 323 052 weibliche, zusammen 677 293 Personen im Jahre 1902 durch den Tod verloren. Außerdem wur­den den Standesbeamten 22 463 Totgeborene männlichen und 17 765 weiblichen Geschlechts ge­meldet. Ohne Berücksichtigung der totge­borenen beträgt die Sterbeziffer, auf 1000 am 1. Januar 1902 Lebende berechnet, für die Be­völkerung überhaupt 19,3, für den männlichen Teil berfeiben 20,5 und für den weiblichen 18,2. Vergleicht man dieses Ergebnis mit den der früheren Jahre bis 1875 rückwärts, von wo ab infolge der Standesamt-Einrichtung und einheit­liche Berichterstattung undVerarbeitung der Nach-

Es war bereits volle fünf Minuten nach fünf, und Frau Grete zog die Brauen zusammen. Doch plötzlich fiel ihr etwas rin. An ihren Schreib­tisch eilend, nahm sie rin goldgerändertes Kört- chen, verzeichnete darauf mtt ihren schönsten Lettern die Speisenfolge und verzierte den Rand mtt einer Ranke von Vergißmeinnicht und Rl> senknoSpen. Gleich darauf prangt: das Kört- chen in einem eleganten Menühalter vor ihre» Mannes Gedeck.

Nun fehlten nur noch zehn Mumteii an halb sechs. Der Jubelbräutigam kam also zwanzig Minuten zu spät. Zwanzig Minuten! Das war noch niemals dagewesen.

Frau Grete war rin kerniges Weibchen, kems jener Täubchen, jener ergebenen Lämmchen, die zu allem, was Männchen tut, nur immerja" undamen" sagen. Strafe mußte er haben, und ehe sie ihn ins Speisezimmer ließ, iooCte sie ihm erst em wenig die Leiten lesen. Sie war der Ansicht, daß Männer, gleich Shnbern, der Er­ziehung bedürfen, falls fie brave Ehegatten blei­ben sollen.

Vor ihrer Heirat hatte fit viel darüber natfr gedacht. Sie würde nicht blind gegen ihre? Man­nes Fehler sein, doch ebensowenig über Nichtig­ketten auffahren. Mtt «Sanftmut würde sie den Tyrannen leiten; doch geleitet mußte er unbe­dingt werden. Vor allen Singen war sie fest entschlosien, eine Mustergattin zu werden. Sollte e» jemal» M kleinen Mißhelligkeitev. kommen, so würde sie die Klügere Irin und schweigen. Später tofirbe Udos besseres Selbst dir Oberhand gewinnen, und er zu der Einficht gelangen, tote recht fein liebes, mtte» Frmkchen gehabt, obwohl es verltändigrewrise geschwiegen hatte.

Rur eins erfüllte sie mit ernstem Bangen:

Ausland. |

Italien. Der Tod bei Finanzministers Ro- , fano hat allem Anschein nach das neue Kabinett vor schweren parlamentarischen Angriffen geret­tet, die in Aussicht standen. Rosano wurde, be- zichtigt, er hab: für fünftausend Francs einen wegen Teilnahme am Aufstand zu Zwangsdomr- ztt verurteilten Sozialisten Bergamaschi in Frei­heit setzen lassen. Giolitti hatte Sonnabend eme Unterredung mtt Rosano und ersuchte ihn, sich gegen die peinlichen Anklagen zu rechtfertigen. Rosano versprach das und reiste nach Neapri: aber statt sich an die Gerichte zu wenden, griff er zum Revolver, da er die Angelegenheit iw viel von derartigen Fällen gelesen. Am liebsten hätte sie gesehen, daß er kurzen Prozeß gemacht und an seinem Hochzeitstage öffentlich mtt allen gebrmben hätte. War das etwas so Unmögliches 7 Hätte er damals bei Gelegenheit eines Toaste» nicht anscheinend scherzhaft b:merken können:

Kinder, ich danke Euch für Eure jahrelange Freundschaft. Stets werde ich Euch rin war- mes, liebevolles Gedenken bewahren, doch nun ich meinem Junggesellenleben Valtt Jage, sage ich zugleich Euch, den Gefährten desselben, Lebe- wohl." o . .,

War das etwa zuviel verlangt? Ware bannt nicht allen Verlockungen gesteuert, und das echte Fundament ihres Eheglücks gelegt worden?

Plötzlich svrang sie erschreckt empor. Herr des Himmels, waS war unterdessen aus ihrem Lachs mtt der herrlichen Weißwemsauc: ge­worden? .._

Sie öffnete den Ösen. alleS iu L'.ncke zerfallen! Nun war die ganze Apvetttlichlett da­hin Schn ll schob sie den Fisch auf eine minder marine Stelle und kehrte enttäuscht ins Zimmer zurück.

Der Anblick der festlichen Tafel begann sie unangenehm zu berühren. Ihre Festslimmung war dahin: am üebsten hätte sie alles wieder ab- decken lassen.

Die Glocke schlug halb. Gretes Lippen beb­ten leise. Wie hart, daß er jetzt schon so anfing! Erst sechs Monate verheiratet, und schon begann et fein schönes Heim zu vernachlässigen, und noch dazu an einem Tage wie dem heutigen.

£, ste wntztt woh!, es war die alte Geschichte: Gr rar natürlich einem feiner alten Kumpane begegnet, und der hatte gesagt:Nun, Marm, Wie gehtS.? Dachte wahrhaftig. Du warft nicht

stimmung Rechnung getragen. ..

In der Tat sind gegen diese Beschränkung der Revision durch Erhöhung der Wertgrenze sehr ernste Bedenken zu erheben. Eine große Anzahl von Rechtsfragen, die zumeist nur bei Prozessen mtt geringem Streitwert in Betracht kommen, wie das Pfandrecht des Vermieters. Diehkänfe, Besitzstörungen, Grenzstreitigkeifen rc. würden auf diese Weise nur in verschwindend seltenen Fällen oder unter Umständen gar nicht zur Ent­scheidung durch den oberstes Gerichtshof kom­men. Auch ist die Befürchtung nicht von der .<5anb zu weisen, daß das Reichsgericht auf diese Weise leicht in den Rus einesGerichtshofes für reiche Leute" kommen könnte. Ein anderer Vor­schlag geht dahin, das bisherige Verfahren des Reichsgerichts in der Weis: zu ändern, daß das- selbe von vornherein berechtigt sein soll, Revi­sionen, die ihm aussichtslos erscheinen, durch Be- I Dresden hervor. Um zu veranlassen, daß

ander widersprechenden Senate vollzählig und I einkommen von über 400 Mark, sofern ßk Nicht von allen anderen Senaten nur je 2 Mitglieder I Bürger find. Dieselbe beträgt den 5. xeu des umfassen soll. Bisher ist nichts darüber bekannt I fyr 'ben Steuerpflichtigen festgestellten Steuer­geworden, ob die Pläne der Regierung in einer I pars jedoch den Betrag von 20 Mk. (der dieser Richtungen geben, ober ob die neue Vor- I harte 10 Mk. vorgeschlagen) nicht über-

lage mit neuen Vorschlägen an die Ceffentlubfeit rxrE;ten Reichsausländer, Frauen, juri- treten wird. Jedenfalls wird es Sache der Volks- ' Personen, Reichsdeutsche, die auS gesetz- bertretung fern, darauf zu achten, daß für bte I ' . ... Staatsangehörige

Etnwohnersteuer ntcht hoher fern, ais oer oe*

-------- --------- trag der Bürgersteuer (der Betrag, der bei Er- -------I Werbung des Bürgerrechts zu zahlen ist). Trotz

dieser Einschränkungen scheint un» in dieser Steuer eine Unbilligkeit zu liegen.

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