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Ob es der Militärverwaltung heute noch gelingt, die sozialdemokratische Aufhetzung von den aktiven Mannschaften vollständig fern zu halten, ist schwer zu sagen. Zweifellos aber ist, daß die Armee massenhaft Elemente enthält, die lange vor ihrem Eintritt von dieser Hetze bereits durch und durch präpariert waren. Für diese Elemente sind Urteile tote das Karlsruher eine ebenso notwendige wie heilsame Warnung. Das Karlsruher Urteil bringt allem Voll von neuem zum Bewußtsein, daß unsere Heeresleitung in Fragen dec Disziplin keinen Spaß versteht. Begreiflich wenn die Sozialdemokratie außer sich darüber ist, daß ihr Bramarbasieren über den Spruch der ersten Instanz so gar keinen Eindruck gemacht hat. Sie ist io feit Jahren gewohnt, mit threm prahlerischen Lärm nicht nur ganze Parteien be3 Bürgertums einzuschüchtern, sondern leider auch die Regierungen zum allmählichen Zurückwerchen vor ihr zu bewegen. Jetzt muß sie sich überzeugen, daß sie an dem ehernen Felsen der Armer noch immer machtlos abprallt. Natürlich wird sie nunmehr den in Rede stehenden Fall in gewohnter Weife auf der Tribüne des Reichstages fruktifizieren, wie ihre Presse dies längst ange- kündigt hat. Demgegenüber erwächst den bürgerlichen Parteien, und zwar nicht nur den Konservativen, sondern ebenso den Liberalen und dem Zentrum die Pflicht, vor aller Welt mit voller Schärfe zu bekunden, daß auch ste die Disziplin der Armee unter keinen Umständen antasten lassen und den für ihre Erhaltung notwendigen Maßnahmen nicht in den Weg zu treten versuchen werden. Die ganze Linke, einschließlich der Na- ftonalliberalen, hat berests angekünndigt, daß sie das Kapstel der Soldatenmißhandlungen im Reichstage zur Sprache bringen werde. Dagegen ist nichts einzuwenden; alle deutschen Patrioten müssen wünschen, daß die in dieser Richtung noch immer allzu häufigen Ausschreitungen je früher desto besser ganz beseitigt werden. Aber mit der Bekämpfung dieser Ausschreitungen muß der Schutz und die Stärkung der Disziplin notwendig Hand in Hand gehen. Die sogenannten Soldatenschinder sind doch keineswegs immer Unmenschen vom Schlage eines Dippold, die ihre Untergebenen ohne alle Ursachen, lediglich zur Befriedigung ihrer Wollust peinigen. Vielmehr wird man sich zu fragen haben, wie west wohl die mit der sozialdemokratischen Gesinnung in die Armee eingezogene Unbotmäßigkeit geeignet ist, die ohnehin überbürdeten untersten Organe der Mllüärhierarchie zu reizen. Der Geist der Auflehnung wider die Disziplin zu bekämpfen, ist also die oberste Pflicht, und in diesem Bewußtsein wird auch der Bemängelung des Karlsruher Urtells mit Entschiedenheit entgegenzutreten sein.
fidit und ohne feinen Gruß sie an ihm vorüberfchreiten.
„Bleiben Sie, g, i^iges Jbucn Plast machen." sagte der Stimme, „ich sehe, der
Im Schlosse der Ahnen.
Ottgrnol-Roman von Otto König-Liebthal.
Kortsetzung.,
„Das war Absicht," murmelte Helmut erregt „Ich kann unmöglich dazu schweigen." Er mußte eine Aussprache mit ihr herbeizuführen versuchen. ein solches Leben würde er nicht länger ertragen, fein Stolz ließ ihm dies nicht zu.
Sollte er Eichfeld verlassen, jetzt, wo ihn noch etwas anderes an diesen Meck feffelte! Jeder Baum des großen Parkes zog ihn mächtig an; unter dem Schatten wandelten ja einst feinte Vorfahren. Und mit einem heiligen Schauer hatte er nach feiner Rückkehr das Schloß betreten.
Mit den Damen kam Helmut jetzt noch weniger zusammen, als e5 sonst der Fall war. Immer größer wurde die Kluft zwischen ihnen, was auch Herr Horsten nicht verhindern konnte. Von ihm wollte sich Helmut 'keine Aufflärung verschaffen, erst recht nicht von Frau Horsten, aber Fräulein von Kullig sollte ihm Rede stehen.
Wieder weilte Helmut im Parke. Er snß am See und schaute dem Spiel der Wellen zu. Er hatte allen Kummer vergessen, nichts störte hier seine Ruhe. Da hörte er plötzlich Schritte, und vor ihm stand diejenige, die er am allerwenigsten im Parke vermutet hatte: Fräulein Frida von Kullig.
Eine glühendrote Bluttvelle durchzog ihr Ge-
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham. Sonntagsbeilager Alluftrirtes Sonntagsblatt«
Die Wahrung der militärischen Disziplin.
Als vor kurzem durch das Kriegsgericht in Heidelberg über Soldaten wegen tätlichen An- wriffs auf Vorgesetzte schwere Gefängnisstrafe verhängt wurde, erregte dieses Urteil in ganz Deutschland großes Auffehen. Die gesamte sozialdemokratische und linksliberalo Presse schrie und zeterte über das „Bluturteil" und selbst m jden Reihen des gemäßigten Liberalismus konnte man mehr oder weniger erregte Zweifel ftn der Gerechtigkeit des Urteils vernehmen. In zahllosen Zeitungsartikeln kam die Ansicht zum Ausdruck, daß man von der Berufungsinstanz eine mildere Auffassung erwarten müsse. Die Berufungsinstanz, das Oberkriegsgericht m Karlsruhe, hat vor wenigen Tagen ebenfalls ihr Urteil gesprochen und dasselbe enthielt eine wesentliche Verschärfung der Strafe. Natürlich erhob sich auch jetzt erneutes Geschrei. Gegen diese Lürmmacher und Verhetzer, wozu auch vielfach kleine Provinzblätter freisinniger und „national - sozialer Richtung gehören, wendet sich die „Schl. Ztg.", indem sie schreibt:
1 Das Zentval-Organ der Sozialdemokratie schwingt sich auf den Gipfel sittlicher Entrüstung. „Menschenopfer unerhört!" ruft es aus, und mit 'einer raffiniert-gewissenlosen Vergleichung dieses „Bluturteils" nrit der angeblich erstaunlich nnl- den Behandlung der „Soldatenschinder" beginnt es die Ausbeutung des Vorfalls zu einer wütenden Hetze gegen „dos ganze System". Das war nicht anders zu erwarten. Den bürgerlichen Streifen aber, welche sich durch das Heidelberger Urteil enffetzt zeigten, dürfte die Karlsruher Entscheidung noch zu denken geben. Sie ist sehr geeignet, die Gewissen aufzurütteln und ihnen den Ernst der Frage klarzumochen, vor der wir stehen der Frage nämlich: soll die Disziplin des Heeres intakt erhalten, oder soll ste der Abbröckelung preisgegeben werden? Ein Vorgesetzter wird zur Manöverzeit von Soldaten in Zivllkleidern auf der Straße überfallen und gemißhandelt. Der „Vorwärts" nennt das „eine in der Manöver- fit i mnung begangenen Anrempelung, einen schlechten Scherz", für den nur eine geringfugte Bestrafung am Platze gewesen fein würde. Ware es denkbar, daß patriotische Männer, tote nachsichtig immer sie gessimmt fein mögen, diese fingierte Harmlosigkeit der Auffassung teilen könnten? Es ist unmöglich, sich aus der Ferne em vollständiges Bild von den einzelnen Umständen des konkreten Falles zu machen. Sollte das Verbrecherische ihrer Absicht den Angeflagten toirk- lich nicht klar zum Bewußffein gekommen sein, daun würde eventuell Spielraum für die Gnade des obersten Kriegsherrn bleiben. So aber, wie der objekfive Tatbestand festgestellt ist, kann kein Unbefangener das Karlsruher Urtefl als eine unerhörte Grausamkeit bezeichnen. Mit der ttner- fchiitterlichkeit der Disziplin steht und fällt eine Armee. Darum ist gegen jedes Verbrechen wider die Disziplin die strengste Strafe anzuwen- den, ganz besonders aber zu einer Seit, wo eine Strömung in unserem Volke die militärische Disziplin systematisch zu untergraben beflissen ist.
keine Aendernng feiner Lebensweise vorzunehme«, auch darf der Monarch bet einigermaßen günstigem Wetter dieser Tage bereits ins Freie gehen. Die Regierungsgeschäfte hat unser Kaiser im vollen Umfange tost^r ausgenommen. .
Der Kampf um die Macht in der Berliner Metallindustrie ist noch immer nicht zu Ende. Er hat in sein« bisher fünfwvchentlichen Dauer dem Metall» arbeiterverbande schon über 350 000 Mark an UnterstützungLgeldern gekostet. Wenn man de» „Vorwärts" und seinen Bersammlungsberichte« Glauben schenken wollte, so müßte man an« nehmen, die Kampfstimmung und Siegeszuversicht seien bei den Streikenden noch ungebrochen. Tatsächlich ist aber in den Reihen der Ausständigen der Mut stark gesunken; da eine Niederlage selbst nach ihr« Ansicht unausbleiblich ist. Erst kürzlich ist in einer Versamm- - lung auf einen solchen Ausgang hingewiesen worden. Man will ab« eine erzwungene Einstellung des Kampfe- nur als einen Waffenstillstand ansehen und neue Kräfte und neue Gelder sammeln, um zu gelegen« Zeit die Machtprobe zu erneuern. — Vermutlich werden aber dte zum Streik verleiteten Arbeiter während d« fünf trüben Wochen klüger geworden sein.
Der „Fall' Simon.
In einem schlesischen Städtchen ist ein Ge- richtSafsessor plötzlich seines Kommissoriums enthoben worden mit der Eröffnung, daß er keine Aussicht habe, jemals wieder kommiffarisch beschäftigt zu toetben. Das ist ein so außerordentlich ungewöhnlich« Fall, daß man unter allen Umständen daS Vorhandensein schwerwiegender Gründe für diese Maßregelung an- nehmen muß. Nach der heutigen Gepflogenheit aber stellen sich die liberalen Blätter unbesehen auf die Seite des „Gemaßregelten" und suchen einen neuen „Fall" zu parteipolitischer Ver- toertung daraus zu machen. Solche „Fälle haben zweierlei Vorteil: sie verhelfen den lib«alen Anwälten de8 „Gemaßregelten" zu einem Agitationsobjekt, daS sie mit der üblichen Entrüstung ausbeuten und machen aus dem Betroffenen eine politische Persönlichkeit, die mit Zuhilfenahme einiger Reklame auf d« Linken eine wirksame Rolle zu spielen vermag. Ter in Rede stehende Gerichtsaffeffor hat seinen politischen „Beruf" offenbar bereits richtig erfaßt. Er hat an eine größere Zahl von Zeitungen eine Erklärung gesandt, worin er erstens — daS ist die geschäftliche Seite — fernen Uebertritt zur Rechtsanwaltschaft kund- gibt und zweitens — das ist die politische Seite — eine Rechtferttgungsbroschüre verspricht. Einen Verleger wird er für sein Opus ohne Zweifel hiernach leicht finden. Weshalb ab« versucht er eS nicht mit der jetzt in Schwung gekommenen und recht lukrativen Bearbeitung seines „Falles" in Romanform?___________
Erscheint wöchentlich sieben mal. _
Druck und Verlag' Joh. «ug. Koch, UnwersitätS-Buchdruckerei 38. JÄhkA
Marburg, Markt 21. — Telephon öS.
Umschau.
DaS Befinden des Kaisers.
liebet die Operation unseres Kaisers und die durch dieselbe erweckten Erinnerungen schreibt die „Rat. Ztg." u. a.r Es ist erklärlich, daß in weiten Kreisen d« Bevölkerung die Erinnerung an die leidvolle Krankheit Kaiser Friedrichs Wied« auftaucht und daß man sich
mit mir 8u bewahren. Ich werde ihn niemals wieder betreten."
Fraulein von Kullig stand wie gebannt und sah fragend zu ihm auf. , .
„Hören Sie mich an, gnädiges Fräulein, fuhr er fort, als sie noch immer schwieg, „ich muß Sie sprechen, um einem Zustande ein Ende zu machen, den ich nicht länger «tragen kann. Was habe ich getan, daß Sie mich Ihre Nichtachtung auf Schritt und Tritt fühlen lasten?"
Fräiflein Frida öffnete ihre Äugen wett, bann zuckte sie zusammen.
„Ich verstehe Sie nicht," entgegnete sie nnt leichtem Spott.
Ab« Helmut ließ nicht nach.
„Sie wollen mich nicht versieben!" rief er erregt aus. „Aber Sie müssen mir Antwort geben: Was habe ich getan, daß Sie mich tote einen Verbrecher behandeln, mir Ihre Achtung versagen? Antworten Sie!"
Stolz richtete sie sich auf und lächelte verächtlich.
„Nun. roenn Si- meine Ächtung so vermissen, so werden Sie sich selbst am besten herüber Reckenichaft geben können."
„Wenn ich das könnte, gnädiges Fräulein," erwiderte er m demselben Ton kalter Verachtung, „so würd' ich nnt dies« Frage Sie nickt belästigt haben. Antworten Sie mir!“
„Und wenn ich mm nicht will!"
„So to«he ick Sie zwingen. Sie haben den Mut gehabt, mir wochenlang absichtlich Ihre Ge- ringschönung zu zeigen, so w«den Sie wohl auch den Mut haben, mir den Grund dafür M nennen."
Helmuts (Stimme klang so gebietend, daß das Lächeln auf ihrem Gefickt erstarb, und fte ihren Blick in Boden senkte.
bet Berichte erinnert, die damals veröffentlicht wurden und nicht immer dem wirklichen Sachverhalt entsprechen. Es find genau auf den Tag 16 Jahre her, daß uns« Kais«, damals noch Prinz von Preußen, nach San Remo reiste, wo am 9. November 1887 die große Konsultation der Aerzte stattsand. Der jetzige Kms« nahm damals in Frankfurt a. M. den dottigen Spezialarzt Dr. Moritz Schmidt als deutschen VettrauenSmann in feinem Wagenabteil mit nach San Remo. In der dottigen Konfultatton wurde beim Kronprinzen Kehlkopfkrebs konstatiert und das Ergebnis dieser Konsultation im „Reichsanzeiger' veröffentlicht. Jetzt hat d«- felbe Spezialarzt an unserem Kaiser eine Kehlkopfoperation auSgefühtt und ihn glücklich leicht von dem Polypen befreit. ES liegt kein Grund vor, nach der glücklich vollzogenen Operation für die Gesundheit unseres Kaisers Besorgniffe zu hegen. Die Op«ation ist unter d« geschickten Hand deS viel erfahrenen Laryngologen in überraschend schnell« Weise von Statten gegangen. Abgesehen von den Vorbereitungen oll der operative Eingriff selbst nicht viel finger als eine Minute gedauert haben. Die Herausziehung wird unter Anwendung von Kokain vollzogen, der den Schleimhäuten aufgepinselt wird und sie gegen Schmerzen unempfindlich macht. Als Jnstimment dient eine feine Zange. Unter der Führung des Kehlkopfspiegels geht der Op«ateur mit d« Zange in den Kehlkopf ein und knipst die kleine warzenähnliche Hervor» Tagung fort. Diese bleibt dann in dem feinen Löffelchen der Zange sitzen und wird mit ihr herausgezogen. Die nachfolgende Blutung ist sehr gering und steht von selbst. Die Heilung erforbert 8 bis 14 Tage. — Anstatt des Aus- druckes „Sttmmband" ist in den ärztlichen Bulletins von „Stimmlippe" die Rede. Diese Bezeichnung ist bei der Umgestaltung der anatomischen Namengebung durch die deutsche anatomische Gesellschaft vor einigen Jahren eingesühtt und von der Wissenschaft allgemein angenommen worden. — Nach dem übereinstimmenden Gutachten der Fachleute entstehen Polypen der Stimmlippen namentlich durch lautes und anhaltendes Sprechen. — Nach einer Meldung des „Bett. L.?A." wurde beim Kaiser schon vor einigen Wochen das Vorhandensein eines Polypen festgestellt, mit dessen Extraktion man jedoch gewartet hat, um durch eine Entwickelung der kleinen Neubildung die Möglichkeit zu geben, die Operation fast ohne Verletzung deS Stimmbande« vornehmen zu können. D« Kais« zeigte sich von eiger bewunderungswürdigen Ruhe. Am Tage vor der Operatton und während derselben schien er ohne Nerven zu fein. Er gab auch strengen Befehl, daß er rückhaltlos über den Charakter feines Leiden« aufzuklären fei und daß auch die Oeffentlichkeit von dem Befunde sosott in geeigneter Weise verständigt werden sollte. — Der Kaiser braucht sich nur des Sprechens Zu enthalten, sonst aber
„Erlassen Sie mir die Antwort," stieß ste sichend hervor.
„Nein!"
Kurz und schneidend hatte Helmut Reser „nein" gesprochen, obwohl er merkte, welcher Kampf in ihrem Innern tobte. Ab« hier konnte er keine Schonung üben, wo es sich um ferne Ehre handelte.
Sie schwieg noch immer, und wir beschwörend hob sie ihre Hände empor.
Helmut achtete nicht darauf. „Antworten Sie mir!"
„Sie . . haben einst eine Dame . . schändlich Überfällen und solchen Mann . . muß ich . . verachten," kam es zögernd von ihren Lippen.
Sie hatte ihre Sttbftbeherrfchung toteberge* funden und ihr Bfick war falt und gleichgfltig zu ihm emporgeglitten. Sie glaubte, Helmut Kraft würde vernichtend zufcmnnenbrechen; doch hatte sie sich getäuscht.
Hochaufgerichtet stand er vor ihr. Nichts verriet in seinen Zügen den Sturm, der ihn durchraste; nur ein flammiendes Aufleuchten sein« dunklen Augen bemerkte sie, und ein leise- Beben ging durch ihren Körper. Dann hörte sie mit schneidender Kälte, jedes Wott betonend:
„Ha! gnädiges Fräulein, Sie scheinen an einer Begriffsverirrung zu leiden. Nicht ich habe eine Dame überfallen . . ein Zigeuner uxir es, der dieses tat, und aus dessen Haild ich diese Dame errettete. Daß Sie, mein gnädiges Fräulein, die Rollen des Retters und des Schmid- buben vertauschen und nur die des letzteren zu- schieben, muß mich umsomehr in Erstaunen setzen, als Sie ja selbst jene Dame waren, die in bet Gecvall des Zigeuners sich befaiü). Und nun geben Sie bin und verachten Sie mich ferner.
wie Sie es bisher getan haben. Ich werd- Sie nicht mehr mit Fragen belästigen."
WaS war das? Hatte Sie recht gehört? Er, den sie eines Schurkenstreiches für fähig hielt, er war ihr damaliger Retter! Sie fühlte jetzt nur eins: Schmach und Scham vor diesem Manne- Nicht fähig, ein Wott zu erwidern, stand sie vor ihm gleich einer Bildsäule, in der kein Leben tfL Endlich kam sie zur Besinnung; ihre Brust hob und senkte sich stürmisch, und ein Seufzer entrang sich ihrem gequälten Herzen. Jetzt erst merfte sie, daß sie allein war. Er war htek Sieger geblieben, sie — die Besiegte.
War sie denn blind gewesen! Ja, es mußtt so (ein. „Nein," schrie es in ihr auf, „er 'st fein Verbrecher, tote Schwabenstem behauptet, er kann und darf es nicht sein. Noch ist es ntcht zu spät . . mein Herz hat er gewonnen, mag et mich rmn verachten!"
Dann raffte sie sich auf und ging langsam; weiter, dem Schlosse zu. Ungesehen gelangte sie, in ihr Zimmer, und nun brach sie zusammen, unft: ein Strom von Tränen stürzte aus ihren Augen«, Am Abend saßen, obwohl es schon kühl war. und ein leiser Regen niederfiel, Horsten und H^ mut auf der Veranda des Schlaffes. Horsts, erzählte von seinem Tonlager und beklagte ei, tief, daß er es nicht anSbeuten könne. Auch teilte er Helmut mit, daß er die feste Absicht habe,,, Phllippstal zu verkaufen. Plötzlich sprang « 'ch"^Jch"häbe noch nicht die heutigen Zeitung« gelesen!" rief er aus. „Entschuldigen Ste einig* Augenblicke. (Fortsetzung folgt)
Vierteljährlicher Bezugspreis: de, der Expedition 2 ML, bei allen Postämtern 2,25 Mk. <t$cL Bestellgeld). *** J
Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder der« Raum 10 Pfg. MittWock, 11. November 1903.
Reclamen: btt Zeile 25 Pfg. _________