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mit dem

Md Kirchham.

Jo 290

Vierteljäbrlichkr Bezugspreis: bet der Expedition 2 3)11* bei allen Postämtern 2,25 Mk. <exet. Bestellgeld).

JnseriionSgebühr: die gespaltene Zeile oder Deren Simim 10 Pfg.

Neclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag, 8. November 1903.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversitätS-Buchdrucktrei

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

38. Jahrg.

Zweites Blatt.

Panama.

Ter nördliche Teil der Republik Columbien das noch zu Zentralamerika gehörige Departe­ment Jstmo hat die Revolution gegen die Zen­tralregierung in Bogota begonnen und hat sich für selbständig erklärt. Ob Columbien an eine Wiedereroberung des abtrünnigen Landesteiles denken 'kann, erscheint zweifelhaft. Wer sich der Kämpfe aus den Jahren 19011902 erinnert, wird angesichts der undisziplinierten Heerhaufen die beide Parteien ins Feld zu stellen gewohnt sind, glauben dürfen, daß eine Entscheidung mit den Waffen überhaupt nicht herbeigesührt wer­den kann. Es ist zwar nicht das erste Mal, daß Panama sich von der ehemaligen Republik Neu- granada und jetzigen Republik Columbien los­reißt. Im Jahre 1841 erklärten sich die Pro­vinzen Panama und Veragua unter dem Namen Staat des Isthmus von Panama unabhängig: sie traten doch bald darauf in den früheren Staatsverband zurück. Im Jahre 1857 wurde Panama, indem es von einer Vestimmimg der damaligen Verfassung Neugranadcw Gebrauch machte, ebenfalls wieder ein eigener souveräner Staat, der allerdings mit dem Mutterland.- einen Förderationsvertrag abschloß. Unter dem im Jahre 1861 angenommenen Namen der Ver­einigten Staaten von Columbien blieb die Re­publik dann ein Förderativstaat bis 1886, in welchem Jahre sie sich zu einem Einheitsstaat nmwandelte. Nun ist es mit der Herrlichkeit des Einheitsstaates vorbei, und vermutlich luirb dies­mal die Entfremdung dauernd bestehen bleiben. Ein unabhängiger Panamastaat hat sich gebildet, unabhängig aber nur von Columbien und nicht auch von Nordamerika. Die Vereinigten Staa­ten halten schiitzeiid ihre Hand über den neuen Staat vor der Laudesenge, etwa wie es die Russen gegenüber der Mandschurei auch getan haben.

Zur Verbindung des atlantischen mit dem slilteil Ozean hatte die Union von vornherein keineswegs ausschließlich und allein den Kanal von Colon nach Panama in Aussicht genommen. Sie hatte zwei Eisen im Feuer und durste wählen zwischen dem Nicaragua- und dem Panama- kanal. Aber so einflußreiche Dollarkönige auch hinter dem Nicaraguaprojzkte standen, die maß­gebenden Kreise entschieden sich bald zu Gunsten , des Paiiamakanals. Die vulkanischen Verhält­nisse der zentralamerikanischenNepubliken hatten schon lange Bedenken erregt, und als dann die elementaren Ereignisse von Martinique eintraten senkte sich die Wagschale noch mehr zu Gunsten der schon von Ferdinand v. Lesseps in Angriff genommenen Wasserstraße. Das mußte nob'ir- Uicfi auch in Erwägung gezogen werden, daß durch 'die verkrachte französische Gesellschaft schon ein gutes Stück der interozeanischen Wasserstraße ge­baut war, und so war es natürlich, daß der Prä­sident der Union von der ihm in der sogenannten Spooner-Bill gegebenen Ermächtigung, sich, falls

17 «Nachdruck verboten.!

Im Schlosse der Ahnen.

Original-Roman von Otto König-Liebthal.

(Fortsetzung.)

Das Geheimnis ist cnihüllt," sagte Frau Kraft jinit glückstrahlendem Gesichte. Ick habe die Pa­piere gefunden."

Doch schwieg Helmut immer noch: sein Blick schweifte im Zimmer umher, und jetzt erst be- mierfte er, daß der Schreibtisch seines Vaters 'fehlte.

jDu vermißt den Schreibtisch, Helmut?"

Ja. Er ist doch nicht etwa verkauft?" Frau Kraft schüttelte den Kopf.

Beruhige Dich, Helmut, er stehtim blauen Zimmer". Doch bist Du denn gar nicht neu­gierig auf den Inhalt der Papiere?"

\Das wohl: doch erzähle mir erst, wie uird Do Du sie fandest."

Das ist bald gesagt, erwiderte Frau Kraft. .Ich wollte dem Schreibtisch einen anderen Platz jgeben und räumte ihn aus. Und nun erst be- merfie ich, daß die Fächer des Schreibtisches nicht DiS an die hintere Wand desselben reichten. Beim Abrücken entdeckte ich einen ganz kleinen Knopf. Nach einem leichten Druck sprang eine Tür auf, und nun sah ich ein kleines geöffnetes Fach, in Delchem ich die Papiere fand. Doch was erzähle ick Dir das! Komm und siehe es selbst."

Beide gingen in das andere Zimmer und ftauiiend betrachtete Helmut die kunstvolle hintere ^nncichtimg des Schreibtisches.

^Wo sind die Papiere, Mutter?"

Sie reichte ihm zunächst einen beschriebenen xöogen mit der Handschrift seines Vaters. Mit zitternden Händen entfaltete Helmut das Papier And las nun folgendes:

die Verhandlungen mit Columbien aus irgend einem Grunde scheitern sollten, mit den Repu­bliken Nicaragua und Costa Rica in Verbindung zu setzen, überhaupt keinen Gebrauck gemacht batte.

Das hervorragendste Interesse der Vereinig­ten Staaten am Panamakanal haben auch die­jenigen richtig erkannt, die bis vor kurzem im Senat zu Bogota das Heft in Händen halten; aber sie haben aus dieser Einsicht falsche und für ihren Staat verderbliche Schlüsse gezogen. Die Vereinigten Staaten haben Columbien für die Abtretung einiger Reckte hinsichtlich des Kaiml- baues 10 Millionen Dollars angeboten, Colum­bien aber lehnt es ab. die Konzession zum Kanal- ban zu diesem Preise zu erteilen. Der Senat sagte sich. Nordamerika braucht den Kanal unter alten Umständen: weisen wir ihr erstes Angebot zurück, dann wird die Union gar bald uns eine höhere Kaussummc anbieten. Dabei unterschätzte ober die in Bogota herrschende Gevatterschaft! zweierlei. Sie vergaß, daß sie es mit den Nord­amerikanern als den skrupellosesten Geschäfts­leuten der Welt zu tun hatten, die weit davon entfernt sind, sich von einem kleinen, ohnmächtigen Staate wie Columbien die Daumenschrauben an­legen zu lassen. Und wenn die Forderung, statt der 10 volle 25 Millionen Dollars zu zahlen, nicht besser begründet wird als mit dem naiven Hinweise, da? Land habe aus den Revoluttonen noch gerade 25 Millionen Dollars Schulden, so bleibt die geschäftskundige Union natürlich kalt lächelnd bei ihrem Angebot von 10 Millionen Dollar stehen. Daneben aber hatte Columbien auch die (Stimmung in Panama unbeachtet ge­lassen. In Panama kann niemand die Zeit er­warten, wo erst der Kanalbau beginnt und der nordamerikanische Arbeiter den ersten Spatenstich tut. Mit Sehnsucht denkt man dort zurück an die noch lange nicht vergesienen Jahre, wo Berge von Gold durch die verkrachte französische Gesell­schaft ins Land kamen. Daß dieses goldene Zeit­alter jetzt von den Amerikanern zurückgebracht werden wird, davon ist ganz Panama felsenfest überzeugt. Damm gibt man auch lieber Colum­bien den Laufpaß, ehe man den Kaualbau ver­zögert. So hat jetzt der Senat in Bogota das Nachsehen, und er könnte von Herzen froh sein, wenn er seiner Dummheit ungeschehen machen könnte und wenn sich die Union bereit erklärte, auch jetzt noch nrit ihm und nicht mit dem neu- geschaffenen Panamastaate verhandeln zu wollen. Soweit man aber aus den bisher eingetroffenen Meldungen «erkennen kann, wird die Union die wahrscheinlich nicht ohne ihre Beihilfe geschaffene neue Lage dazu ausbeuten, um sich den entschei­denden Einfluß in Panama zu sichern. Coliim- biens Flagge hat aufgehört, über dem Isthmus zu flattern.

Umschau.

Zu den Landtagswahlen.

Der Wahlaufruf der Konserdativeu Partei ftir den Kreis Marburg ist heute erschienen. Die Verhandlungen zwischen den hiesigen Konsexz vativen und dem Bunde der Landwirte haben

Meine Lieben!

Wenn Ihr dieses Schreiben in die Hände be­kommt, bin ich nicht mehr unter den Lebenden, sondern weile in einem besseren Land w,o kein Leid den Menschen mehr bedroht. Ehe ich Euch über einige wichtige Mitteilungen mache, welche ich Euch verschwiegen habe aus Gründen, die Ihr nachher verstehen werdet, danke ich Euch zunächst für alle Siebe und Treue, die Ihr mir -erwiesen habt. Du, mein Sohn Helmut, wirst, das hoffe ich zuversichtlich, ein rechtschaffener Mann werden und Dir eine geachtete Lebensstellung erwerben, in welcher es Dir möglich sein wird, für Deine Mutter zu sorgen; denn große Reichtiimer kann ich Euch nicht hinterlassen. Zwar hätte mir früher ein großes Vermögen zufallen müssen, doch wer­det Ihr nachher erfahren, wie ich es verloren habe. So werde ich getrost sterben können in dem Bewußtsein, daß Du, Geliebte meines Herzens, keine 9lot leiden wirst. So hört nun meine Lebensgeschichte bis zu der Zett, wo ich Dich, teuere Johanna, fand und wir den Bund der heiligen Ehe schlossen. Von hi« an liegt ja mein Leben mit all seinen Schwächen und Fehlern offen vor Euch. Aber aus meinen Jugendjahren ist Euch manches unbekannt geblieben, wett ich eS Euch verschwiegen habe, verschweigen mußte. Ihr wißt, daß ich nicht in diesem Lande geboren bin, sondern in dem freien Amerika, wohin meine Ettern nrit einem älteren Bruder vor mir ausge­wandert waren. Erst im dritten Jahre ihres Dortseins erblickte ich das Lickt der SBelt. Was meinen Vater bewogen hat, Deuffchland zu ver­lassen und feinen wahren Namen, den eines Grafen von Eichfeld-Krast , , ,*

Das Blatt entfiel Helmut auS den Händen, und mtt maßlosem Erstaunen blickte er seine Mutter an. die sanft lächelnd die Menen ihres Sohnes betrachtete.

bekanntlich zu feiner Verständigung geführt, da der bisherige Abgeordnete, Herr Landrat von Negelein, außer Stande war, dis vom Bunde verlangte Stellungnahme gegen jede neue Kanal­vorlage von vornherein zuzusichern, da über den Umfang einer etwaigen neuen wasserwirtschaft­lichen Vorlage durchaus nichts bekannt ist, eine vorherige Bindung also nicht nur dem Inhalt und Geiste des Artikels 83 der Verfassung wider­spräche, sondern in Anbetracht der Unkenntnis über eine möglicherweise gegen früher sehr ge­änderte Regierungsvorlage auch auS Gründen persönlicher Ueberzeugung unannehmbar war. Die konservative Partei hatte keine Veranlass­ung, von der Wiederaufstellung des seitherigen Abgeordneten abzusehen, da Herr von Negelein im Landtage die Interessen des Kreises und sei­ner verschiedenen Bevölkerungsschichten, nament­lich des gewerblichen Mttelstandes bei allen dies­bezüglichen Gesetzesvorlagen aufs beste vertreten hat und auch in allem anderen sich die Förde- rung des Kreise? stets nach Kräften angelegen sein ließ. Die Persönlichkeit des Herrn v. Nego- lein giebt die Gewähr, daß er auch in der neuen Legislaturperiode wie bisher zu allen Gesetzes­vorlagen mit Rücksicht auf die Interessen seines Kreises Stellung nehmen und sich von den be währten Grundsätzen der deutsch-konservativen Partei bei feiner Tätigkeit als Abgeordneter lei­ten lassen wird. Die Konservative Partei er­wartet von ihrer treuen Wählerschaft, daß sie am 12. November einmütig ftir den bisherigen Ab- geordneten eintritt und nur solchen Wahlmännern ihre Stimme gibt, die für die Wiederwahl des Herrn Landrat von Negelein eintreten.

Zu dem Streitfälle HoenSbroech- DaSbach, worin zum Austrag gebracht werden soll, ob der Grundsatz:Der Zweck heiligt die SJtittel" von den Jesuiten herrübrt oder nicht, bemerkt dieStr. P.": «Vor etwa 50 Jahren setzte der Jesuitenpater Roh in Süddeutschland öffent­lich 1000 Gulden süddeutscher Währung als Preis für denjenigen aus, der den Nachweis erbringe, daß sich in jesuitischen Schriften der Grundsatz finde:Der Zweck heiligt die Mittel." Der Preis ist bisher nicht vergeben worden. Neuerdings hat, wie bereits erwähnt wurde, der preußische Zentrumsabgeordnete, Kaplan Dasbach zu Trier, in einer zu Rixdorf bei Berlin abgehaltenen öffentlichen Versammlung diesen Preis verdoppelt. Die Sache wurde auf­gegriffen vom früheren Jesuitenpater Graf Paul HoenSbroech, der nach seinem Austritt aus dem Jesuitenorden zum Protestantismus übergetreten ist und geheiratet hat. Nachdem über ver­schiedene Vorschläge, bezüglich des StreitpunfteS ein Schiedsgericht ein zu setzen, zwischen Kaplan Dasbach und dem Grafen HoenSbroech keine Einigung zustande gekommen war, erklärte letzterer, im Wege des Zivilprozeffes die zwei­tausend Gulden von Dasbach einklagen zu wollen und zwar auf Grund der Bestimmung deS Bürgerlichen Gesetzbuches über die AuS-

So ist das Rittergut Eichfeld also meines Großvaters Eigentum gewesen," sagte Helmut überrascht,denn dort in einem Zimmer hängt noch sein Bild!"

Er nahm das Papier wieder auf und las weiter:

abzulegen, darüber werdet Ihr in den bei­liegenden Papieren vollkommenen Auffchluß stn- den. Doch haben durch die Gnade seines Königs auch dieses Dokument liegt bei alle seine männlichen Nachkommen das unantastbare Recht erhalten, zu jeder Zett den Namen eines Grafen von Eichfeldt-Kraft wieder anzunehmen. Mein Vater, der durch den Verkauf des Ritter­gutes EichfÄd. welches mehrere Jahrhunderts lang Eigentum unserer Famllie war, ein großes Vermögen nrit nach Amerika nehmen konnte, er­warb dort eine Farm und lebte unter dem ein­fachen Namen Kraft. In der Bewirtschaftung feiner Farm hatte er Glück, so daß sich fein Ver­mögen von Jahr zu Jahr vergrößerte. Meine Mutter starb bald an einem Herzschlag. Mein ätterer Bruder Hans wurde alleiniger Erbe der großen Farm, während ich studierte. Mehrere Jahre wellte ich auch in Deutschland und be- fudjte einige Semester die Universität zu Berlin zu meiner weiteren Ausbildung. Hier lernte ich Dich, meine geliebte Johanna, kennen. Doch ehe ich um Dich werben konnte, rief mich der plötz­liche Tod meines Vaters nach Amertta zurück. Mein Bruder Hans wurde alleiniger Erbe der großen Farm, sollte mir jedoch 900 000 Mark als mein Eigentum herauszahlen, welches Geld ich nie erhallen habe. Mein Bruder hatte näm­lich an einem Aufstand gegen den Präsidenten des Landes teilgenommen und mußte fließen. Doch hatte er noch so viel Zett die Farm zu ver­kaufen, so daß er nrit reichen Geldmitteln ber­schen ttxir. Ich war gerade zu dieser Zeit zu

Hebung (§ 657 , 58er durch öffentliche Bekannt­machung eine Belohnung für die Vornahme einer Handlung, insbesondere für die Herbeiführung eines Erfolges auSsetzt, ist verpflichtet, die Be» lohnung demjenigen zu entrichten, welcher die Handlung vorgenommen hat, auch wenn dieser nicht mit Rücksicht auf die Auslobung gehandelt hat".) Zuvor unterbreitete jedoch Graf HoenS­broech bereits sein Beweismaterial der Oeffentlich» feit im Juliheft der von ihm herausgegebenen MonatsschriftDeutschland" und giebt nunmehr dieses Material auch in einem erweiterten Sonderabdruck zu Berlin im Berlage von 8. A. Schwetschke und Sohn heraus. Die Beweis­stücke bilden Zitate aus den Schriften der Jesuiten BecanuS, Bosquez, ThomaS, Sanchez, ESkobar, Tamburini, Lahmann, Castropalao, Palmieri, Gurh und Lebmkuhl. ES liegt nicht in unserer Absicht, in eine Würdigung deS vom Grafen HoenSbroech beigebrachten, zum Teil recht bedenklich erscheinenden Materials einzu­treten, da wir den Gerichtm nicht vorgreisen möchten. Wir nehmen nämlich auch jetzt noch an, daß der angekündigle Prozeß wirklich durch­geführt werden wird, wenn sich davon in der Broschüre deS Grafen HoenSbroech auch eine ausdrückliche Erwähnung nicht vorfindet. Eine so heikle Frage, wie die vorliegende, dürfte den Gerichten selten unterbreitet werden. Mag daS auch manchen Juristen reizen, so wird ihn jedoch die Größe der Aufgabe, die Durchsicht der umfangreichen jesuitischen Literatur, viel­leicht nicht gerade zur Vornahme der rechtlichen Entscheidung ermuntern."

Münzprägung.

Im Monat Oftober sind in deutschen Münz­stätten für 6 026 400 Mk. Doppelkronen, für 807120 Mk. Kronen, beides auf Privatrechnung, für 3 647 685 Mk. silberne Fünfmarkstücke, für 1350 726 Mk. Zweimarkstücke, für 329996 Mk. Einmarkstücke, für 70 772 90 Mk. Zehnpfennig­stücke, für 36011,25 Mark Fünfpfennigstücke und für 37211,73 Mk. Einpfennigstücke geprägt worden. __________

Die Unruhen

in Deutsch - Südwestafrika.

Der Aufstand in unserem südafrikanischen Schutzgebiete scheint nicht so gefährlich zu sein, wie eS anfangs nach den englischen Meldungen dargestellt wurde. Der kaiserliche Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika meldet zu den Un­ruhen in Warmbad vom 5. November auS Windhoek: .Der größte Teil der Schutztruppe, einschließlich der Gebirgsbatterie ist in Marsch gesetzt, desgleichen die WitboiS und Bastards, rund 300 Kopf. Vom Kriegsschauplatz keine weiteren Nachrichten." W. T.-B. erfährt hierzu, daß in Keetmanshoop eine Feld Kompanie nut 3 Offizieren, 15 Unteroffizieren und 90 Me-rn,

einer Erholungsreise nach Mexiko gereift und war nicht wenig erstaunt, als ich von der Flucht mei­nes Bruders der dort in Amerika ein ange sehener und hochgeachteter Mann war in dc» Zeitungen las. Sofort kehrte ich nach Hauft zurück, um mein Geld, welches mir noch nicht aus- bezahll worden war, zu retten. Ich kam zu spät- Wohin mein Bruder flüchtete, ob er noch lebt warum er mich so schändlich betrogen ich weiß es nicht. Alle meine Nachforschungen nach ihm waren vergeblich gewesen. Doch erhielt ich von einem seiner Freunde bald nach seiner Flucht unsere Familienpapiere und wichtigen Doku- mente, die er diesem übergeben hatte, ausgelie­fert, und jetzt erst erfuhr ick, daß ich berechtigt war, mich Graf von EickfeldttKraft zu nennen. Doch was nützte mir dieser stolze Titel! Ick) be- saß nichts, um auch als Graf leben und auftreien. zu können. Ich wollte verzweifeln. Endlich raffte ich mich auf. Ich verließ Amerika und ging nach Deutschland zurück. Die Vergangenheit sollte für mich vergessen fein. Meinen einfachen Na­men behielt ich, ohne jemals jenes Recht in An­spruch genommen zu haben. Und mir ist das nie leid geworden. Jetzt näherte ich mich Dir,, geliebte Johanna, und wir beide waren glücklich alle Jahre hiiidurch. Wir litten nie Mangel, denn meine Praris war groß und Gott gab Segen, auf meine Arbeit. Sorgfältig verwahrte ich alle Dokumente, um sie Dir, mein Sohn Helmut, einst hinferlasien zu können. Du magst den stolzen Namen eines Grafen von Eichseld-Kraft toter) er annehmen, es ist Dein verbrieftes Recht: doch bedenke auch, Titel und Würden und ..tzetchiunt machen nicht glücklich. Ick bin am Ende, -er­gebt mir, daß ich Euch dies alles verickwiegeir habe. Wir waren alle so gliickttch, haben me nach Reichtum und Ansehen getrachtet wirst Du aber, mein Sohn Helmut, einst beides be»