mit dem Kursblatt
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SonntagsVeilager JUustrirtes Sonntagsblatt.
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Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 ÜUlt, bet allen Postämtern 2,2ö Mk. i^exct. Bestellgeld).
Jiisertionsgebähr: die gespaltene Zeile oder deren Raum IO Pfg.
Reelaincu: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Mittwoch, 28. Oktober 1903.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UnivcrsitZts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
38. Jahrg.
Erstes Blatt.
Eine neue Kanalvorlage?
Tie Frage des Mittellandkanales war von jeher ein ergiebiges Thema für eine gewisse Presse, um sich über die angebliche „Rückständigkeit" und „Verkehrsfeindlichkeit" derjenigen auszulassen, denen dw Kanalvorlage in ihrer damaligen Form annehmbar schien. Nachdem längere Zeit .. Zwcifck herrschen konnte, ob die Negierung bald wieder an diese vielumstrittene Frage Herangehen werde, mehren sich in den letzten Tagen die Meldungen, die von einem „Kompromiß" zwischen der Negierung und den sogenannten „Kanalgegnern" wissen wollen. Die „Vofsische Ztg." behauptet sogar, es gebe keinen Kanalstrcit mehr, der Friede fei geschlossen, weil sie aus der Haltung des führenden Organes des Bundes der Landwirte, der „Deutschen Tageszeitung" dies schließen zu können glaubt, das „erst kräftige Trompetenstöße gegen den Mittellandkanal, dann verständnisinnige Lobreden auf dieZurückhaltung desGrafen Bülow" gebracht habe. Die „Tante Voß" schreibt: „Tie „Deutsche Tageszeitung" hat in jüngster Zeit allerlei lebhafte Erörterungen über die Notwendigkeit zum besten gegeben, unter allen Um- ständcu die Gelder zurBekämPfung der schlesischen Hochwassergefahr zu bewilligen, so schnell wie möglich, und die Streitfrage über den Mittellandkanal hiuauszuschiebcn, so weit wie möglich. Und dann brachte daS leitende Blatt des Bundes der Landwirte einen merkwürdigen Artikel, der die Negierung preist, weil sie ihre kanalpolitischen Absichten nicht verrate. Ihre Zurückhaltung müsse jedem Politiker, vernünftig erscheinen, sowohl dem KauaUreund wie dem Kanalgegner. Wunderlich, die Ucberagrarier loben den Ministerpräsidenten? Sie sind mit seiner Haltung zufrieden? Also ist er ihnen auf halbem Weg entgegengekommen?" — Nachdem die „Vofsische Ztg." ferner daran erinnert bat,daß der Reichskanzler am 3. Mai 1901 int preußischen Landtage erklärt habe, daß die ge- planteu Kanalbauten dem Osten wie dem Westen, der Industrie, wie der Landwirtschaft zu gut kämen, daß sic den gesammtcu Güteraustausch nach allen Richtungeu fördern sollten daß — wie Graf Bülow verlesen hat •— „aus diesen Gründen die Staatsrcgierung die cingebrachte erweiterte Kaualvorlage als ein Ganzes betrachten müsse, aus dem wesentliche Bestandteile ohne Beeinträchtigung wichtiger wirtschaftlicher Interessen nicht ausgeschaltct , werden können", bringt das freisinnige Blatt seine Informationen über die angebliche Verständigung, indem cs sagt:
»Jetzt sollen wichtige, wesentliche Bestandteile auSgeschaltet werden? Das Kompromiß, das in Sicht ist, geht darauf hinaus, daß große Summen, zunächst fünfzig Millionen, zur Anlage von Staubecken und zu Flußregierungen int schlesischen Odergebiet und zugleich die Mittel zum Ankauf der Ländereien für die streitigen Kanalbanten bc- willigt werden, mit der Maßgabe, daß derjenige Teil des Mittellandkanals, gegen den die östlichen Agrarier vornehmlich Front machen, auS der Vor- W»»l ii i Hin — —
' ^Nachdruck verboten.)
Im Schlosse der Ahnen.
Original-Roman von Otto König.Liebthal.
lFortserung.)
„Ich sag' cs meiner Mama!" schrie der Junge hinterher. „Mama hat gesagt. Sie dürfen mich nicht hau'n."
. . Helmut erschrack, und tiefe Wehmut beschlich sein Herz. Ein schwerer Kampf stand ihm bevor, das tagte er sich, denn Vater und Mutter hatten entgegengesetzte Ansichten über die Rechte eines Erziehers. Tas wirft immer unheilvoll für den Zögling, wenn der Vater straft und. die Mutter liebkost. Dennoch wollte er seine Arbeit hier be- giuucu mit aller Liebe und Geduld.
Werners Spielkamerad stand itoch immer vor Helmut und schaute ihn mit großen Augen verwundert an. Daß ein fremder Mann Werner schlagen konnte, war ihm etwas ganz Wunderbares . Helmut mochte feine Gedanken haben: er reichte ihm freundlich die Hand und schickte ihn dann nach Hause, während er selbst mm den unterbrochenen Spaziergang fortsetzte.
, Mitten int Parke lag ein ziemlich großer See, rings von Gcbüscheit und Strauchwerk aller Art umgeben. Am Ufer stand ein Kahn, tfeünut verspürte Lust eine kleine Fahrt auf dem' Wasser zu unternehmen, und, da der Kahn nicht augeschlossen war, sprang er rasch entschlossen hinein und ssieß das Fahrzeug vom Ufer ab. Kein Luftzug bewegte sich: still und regungslos lag der Seee da. Lang- nsm durchfurchte die Gondel das Wasser, und nach einer Viertelstunde hatte er das gegenüberliegende Ufer erreicht. Schon wollte er wieder umkehren — da sah er etwas Weißes durch die Gcbü'chc schimmern, und Plötzlich stand Fräulein von Kultig am Ufer, wenige Sckrittc nur von ihm entfernt. Helmut stand auf und grüßte.
läge ausgeschieden wird. Sie wollen unter keinen Umständen die Verbindung des Rheins mit der Elbe, weil sie kurzsichtig genug sind, die Einfuhr an Getreide und Holz über Rhein und Mittellandkanal nach dem Herzen des Landes zu fürchten und die Vcrkehrserlcichterung zu übersehen, die eine Verbindung der Elbe mit dem Rhein gerade der östlichen Landwirtschaft bieten würde. Sie sind darum allenfalls für die Wasserstraße vom Rhein zum Dortmund-Emskanal bei Bevergern zur Weser und darüber hinaus bis Hannover, vielleicht selbst bis in die Nähe von Braunschweig zu haben: dafür soll ihnen aber der Rest der Wasserstraße bis zur Elbe, das östliche Stück dcS Mittellandkanals geopfert werden. Geschieht das, so sind sie bereit, einer allmählichen Ausführung des beschränkten Planes, verteilt auf zehn bis fünfzehn Jahre, zuzustimnieu und die Kosten nicht auf einmal, sondern alljährlich im Staatshaushalt zu bewillige», wogegen das Staatsministerium ermächtigt werden soll, sich ein für alle Mal die erforderlichen Gelände zu sichern." —
In wie weit diese Angaben richtig sind, entzieht sich noch der Beurteilung. Das eine kann allerdings als sicher vorausgesetzt werden: wie auch eine etwaige neue Kanalvorlage aiisschcn mag, die konservative Mehrheit des Landtages wird den Entwurf der Staatsregierung mit derselben Objektivität und Gewissenhaftigkeit Prüfen wie die anderen wasscrwirtschaftlichenVorlagen. * ’
Umschau.
lieber den angeblichen Kanal- kompromiß,
von dem die „Vofsische Zeitung" zu erzählen weiß, schreibt die „Kons. Korr.": Wir können uns nicht denken, daß irgend jemand dieser „Enthüllung" Glauben geschenkt habe: denn selbst wenn Kompromißverhandlungen gepflogen worden wären, so würde ohne Zweifel die „Vofsische Zeitung" die letzte gewesen sein, die man ins Vertrauen gezogen hätte. Von derartigen Verhandlungen aber ist tatsächlich nicht die Rede. Uebrigens würden doch die liberalen Kanalfreunde im Interesse der Sache das Zustandekommen eines solchen Kompromisses nur fördern müssen; sie benutzen aber die Kompromiß - Legende nur zu „scharfmacherischen" Zwecken. Es wird den Herrschaften aber nicht gelingen, die Kanalfrage wiederum zu einer hochpolitischen aufzubauschen. Die Konservativen wenigstens werden sich von ihrem sachlichen Standpunkte in dieser Angelegenheit nicht ab- drängen lassen.
Treueid und Bürgerpflicht.
Vor einiger Zeit hatte die „Kreuzztg." mit verdienter Schärfe die im „Berliner Tagebl." von einem Obersten veröffenlichten Anschauungen zurückzuweisen, wonach das Vorgehen der serbischen KönigSmörder dadurch entschuldbar fei, daß sie ihre Bürgerpflicht dem Vaterlande
„Verzeihen Sie, gnädiges Fräulein," sagte er lächelnd, „wenn ich Sie hier in dieser Einsamkeit gestört habe; cs war nicht meine Absicht, und ich glaubte mich hier völlig allein."
Verlegen schaute das junge Mädchen zu ihm hinüber.
„Bitte, lassen Sie sich nicht in ihrem Ver, gnügen stören," erwiderte sie: „von einer Störung übrigens kann nicht gut die Rede sein, beim Sie haben hier dieselben Rechte wie ich. Außerdem war ich auch im Begriff, mich nach dem Schloß znrückzubegeben. "
„Dann darf ich Sie Wohl zur Rückfahrt ein« laden, gnädiges Fräulein," sagte Helmut höflich. „Sic haben es, wenn ich' mich nicht täusche, so näher."
Er war dicht an das Ufer hcrangcfahrcu, um bir das Einsteigcn zu erleichtern, denn daß ihm die Dame die Bitte abschlagcn würde, konnte er nicht gut erwarten.
„Ich danke Ihnen," sagte sic, „ich gehe lieber zu Fnß." Sie nickte kaum merkbar mit dem Kops und ging in eiligen Schritten am Ufer ent« laini. bis ihr Weg nach links abbog und hinter den Gebüschen verschwand.
Helmut stand noch immer aufrecht im Kahn, und ein Lächeln glitt iiber fein Gesicht, aber nur einige Sekunden; dann wurde er ernst und traurig gestimmt.
„Das klang nicht gerade sehr freundlich," sagte er sich. „Mag sein, daß sie eine Abneigung gegen mich hat. Wer kann es wissen!"
Jetzt ergriff Helmut die Ruder wieder und fuhr zurück. Diesmal ging'S aber schneller, und bald fließ das kleine Fahrzeug am Ufer an. Er sprang heraus, befestigte die Kette an dem am Wasser stehcnden Pfahl und ging langsam dem Schlosse zu.
Auf dem Wirtschaftshofe hörte er Wagcnrollcn und Pcitschcngcknall. Die Arbeiter kamen vom,
gegenüber höher gestellt hätten, als den ihrem Monarchen geschworenen Treueid. Ter Leiter der „Kreuzztg.", Professor Dr. Kropatscheck, ist hierauf von dem Obersten wegen Beleidigung verklagt, aber selbstverständlich freigesprochen worden. Nun wird im „Berl. Tageblatt" versucht, den Obersten durch spitzfindige Auslegungen zu entschuldigen. Nichtiger wäre es aber, den Mißgriff von damals freimütig zuzugeben ; denn an ter Tatsache, daß ein höherer deutscher Offizier geäußert hatte, unter Umständen könne eine Kollision zwischen Bürgerpflicht und Treueid eintreten und aufgrund persönlicher Empfindungen den Eidbruch um der Ausübung der Bürgerpflicht willen rechtfertigen, läßt sich nicht rütteln, ^ie „Kreuzzeitung' hat sich durch die Zurückweisung dieser Anschauungen unzweifelhaft ein Verdienst erworben.
Deutschlands Außenhandel in den neun Monaten Januar bi?
September 1903.
Nach dem vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen Septemberheft der monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel beträgt in den neun Monaten Januar bis September 1903:
1. Die Einfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 34229 374 gegen 31861636 und 33 308418 in den beiden Vorjahren, daher mehr 2 367 738 und 920956. Edelmetalleinfuhr: 945 gegen 909 und 929. 30 von den 43 Zolltarifnummern zeigen gegen das Vorjahr eine Zunahme der Einfuhr. Hierunter ragen hervor: Erden, Erze + 919 876), Holz (+ 495 899), Kohlen usw. (379 329), Getreide und andere Landbauerzeugnisse (282 449), Abfälle (221 974), Erdöl (60 674), Baumwolle (34 846). Stark abgenommen hat die Einfuhr von Materialwaren (— 85 237 infolge Nachlassens der Fleisch-, Herings-, Rosinen-, Reis- und Salzzufuhr trotz gesteigerter Butter-, Apfelsinen-, Korinthen-, Kaffee-, Dörrobst-, Weizenmehlzufuhr) und von Drogerie-, Apotheker- und Farbewaren (— 49 874 infolge Nachlassen^ der Ammoniak-, Knochenmehl-, Quebrachohvlz-, Superphosphat-, Chilesalpeter- nnd Eiszufuhr).
2. Die Ausfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 28 262 025 gegen 25147 620 und 23 571072 in den beiden Vorjahren, daher mehr 3114 405 und 4 690953. Edelmetallausfuhr: 275 gegen 318 und 272. 36 von den 43 Zolltarifnummern zeigen eine verstärkte Ausfuhr, die am bedeutendsten ist bei Kohlen (+ 1925 818), dann bei Erden, Erzen (+ 591058), Eisen (+ 299046), Getreide und anderen Landbauerzeugnissen (4- 101851 — namentlich die Weizen- und Roggenausfuhr hat zugenommen, während die Hafer- und Kartoffelaussuhr stark nachgelassen hat —), Drogerie-, Apotheker- und Farbewaren
Felde zurück, munter plaudernd. Ohne eine Absicht machte Helmut den Umweg über den großen, weiten Hos. Freundlich grüßten ihn die G»ts- lcute und zogen ihre Mützen. Sie hatten cs schon erfahren, daß Werners Hauslehrer angekommen sei, und dies der Herr wohl sein müsse. Plötzlich trat ein Herr zu ihm und sagte, sich leicht verbeugend: „Inspektor Wegener" — worauf Helmut seinen Namen nannte.
„Es wird Ihnen hier schon gefallen," eröffnete der Inspektor das Gespräch, „Herr Horsten ist sehr beliebt, weil er ein guter Herr ist, ja, sehr beliebt."
„Und Frau Horsten und Fräulein von Kullig etwa nicht?" fragte Helmut, den Inspektor scharf ansebcud.
Dieser zuckte die Achseln.
„Hm — so wie der Herr ja nicht: gut sind sic auch, namentlich das gnädige Fräulein; doch kommen sic natürlich mit den Leuten wenig in Berührung." Und redcluslig, wie der Inspektor einmal war. fuhr er fort: „Das gnädige Fräulein war erst vierzehn Jabre alt, als sie zu uns kam. Sie malt sehr schön, ist überhaupt eine ideal angehauchte Persönlichkeit."
Der Inspektor drehte selbstbewußt die Spitzen seines kleinen Schnurbartes und war entzückt über seine letzte Redewendung, die er irgendwo einmal gelesen hatte und bei jeder passenden Gelegenheit anwcndetc.
„Gefällt Ihnen das gnädige Fräulein, Herr Kraft?" fragte der Inspektor neugierig.
Helmut sah den Sprecher groß an.
„Nun, warum nicht. Ich habe leider noch nicht die Ehre, sie seit längerer Zeit zu kennen; deshalb vermag ich Ihre Frage noch nicht bestimmt mit ja oder nein zu beantworten. Ich bin auch nicht hergekommen, um mich für das Fräulein zu interessieren, sondern um Werner Unterricht zu er- teilen."
(4- 69 845), Tonwaren, Instrumenten, Maschinen, Fahrzeugen, Del und Fetten usw. Eine Abnahme der Ausfuhr zeigen Material- usw. Waren (— 25 584 wegen starken Nachlassen» der Rohznckerausfuhr trotz Zunahme der Noggen- mehl-, Reis-, Salz- usw. Ausfuhr), Abfälle, Zink und Zinkwaren.
Neu ist die seit 1. September 1903 geänderte Darstellung des Außenhandels mit Zucker. An Rohrzucker wurden 571 Tonnen eingeführt, darunter mehr als die Hälfte roher. Die Rüben-. zuckereinfuhr, die viel aus dem Auslande zurück-^ gebrachten verzollten Zucker enthält, ist unbedeutend. Am stärksten war im September die Ausfuhr von rohem Rübenzucker (28447 Tonnen) und von Kristallzucker au8 Rüben (23 223 Tonnen). Granulierter Zucker war mit 3686 Tonnen, Platten-, Stangen- und Würfelzucker mit 1676 Tonnen an der Ausfuhr beteiligt. Die Brotzuckerausfuhr war auffällig gering; sie stand mit 309 Tonnen noch hinter der Ausfuhr von Farin, gemahlener Raffinade, Stücken- und Krümelzucker.
3. Die im wesentlichen aufgrund der Werte für 1902 ermittelten Einfuhrwerte erreichten in den neun Monaten dieses Jahres in 1000 Mark: 4 611139 gegen 4 272965 und 4 209795 in den beiden Vorjahren, daher mehr 338 174 und 401344. Edelmetalleinfuhrwerte: 216 350 gegen 119 422 und 172 389. Bei 33 Zolltarifnummern zeigt sich ein höherer Einfuhrwert, der am bedeutendsten ist bei Erden, Erzen, Edelmetallen, Baumwolle, Getreide, Häuten und Fellen, Holz, Vieh, Wolle. Die stärkste Abnahme zeigen die Einfuhrwerte von Materialwaren, die gegen das Vorjahr um rund 16 Millionen Mark geringer waren.
4. Die in gleicher Weise wie bei der Einfuhr ermittelten Ausfuhrwerte erreichten in de» 9 Monaten dieses Jahres in 1000 Mark: 3 744 090 gegen 3 501490 und 3 290 654 in den beiden Vorjahren, daher mehr 242 600 urb. 453 436. Edelmetallaussuhrwerte: 82 894 gegen 76 244 und 52 826. Bei 34 Zolltarifnummern ist eine Zunahme der Ausfuhrwerte zu ersehen. Ganz erheblich ist die Steigerung bei Eisen und Eisenwaren; sie beträgt rund 52 Millionen Mark. , Erheblich ist sie ferner bei Baumwolle, Drogerie-, Apotheker- und Farbewaren, Erden, Erzen, Edelmetallen, Getreide, Instrumenten, Maschinen, Fahrzeugen, Kupfer, Leder, Papier, Seide, Kohlen, Wolle usw. Besonders erwähnenswerte Rückgänge zeigen sich bei Häuten und Fellen und Materialwaren.
Deutsches Reich
Berlin, 27. Oktober.
— keine Majestät der Kaiser hörte am gestrigen Montag die Vorträge des Staatsministers Möller und des Chefs des Zivilkabinetts von Lukanus. Mittags begab sich die kaiserliche Familie von Potsdam nach
Der Inspektor seufzte erleichtert aus. ;
„Das ist auch viel gescheiter, Herr Kraft. — Das gnädige Fräulein soll auch schon Ilm Herz vergeben haben. Sie interessiert sich sehr für die Landwirtschaft und wird nur einen Landwirt heiraten.
Der Inspektor glaubte selbst nicht daran, was er eben gesagt hatte, aber doch tat er c3 absichtlich, um den Nebenbuhler, wenn cs sich um einen so!« chen handeln sollte, abznschrccken.
„Sie scheinen mit den Verhältnissen der jungen Dame sehr vertrant zu fein," gab Helmut mit leichtem Spott zur Antwort. was aber der In-, spektor nicht bemerkte. Dieser hatte seine Augen' weniger auf Helmut gerichtet, sondern vielmehr, nach dem Schlöße hin, tvo er das gnädige Fräulein zu schon hoffte, aber nirgends entdecken konnte.
„Für die Landwirtschaft interessiere ich mich auch," sagte Helmut, »m dasGespräch wieder auf« zunehmen. „Vielleicht sattle ich noch um und kauf mir ein Gut und werde Landwirt." f
„So?" fragte der Inspektor verwundert und Peinlich überrascht. „Tun sic das lieber nicht, denck die Landwirtschaft bringt heute nichts mehr ein; Sprechen Sie mal mit dem Herrn darüber, dec kann Ihnen ein Lied davon fingen." i
„Ich glaub Ihnen," sagte Helmut, schcinbatz überzeugt, „ich werde mir die Sache doch nodf reiflich überlegen."
„Das tun Sie nur," entgegnete Herr Wcgcner,- immer noch nach dem Schlosse schielend, „doch nun muß ich geben." —
Helmut hörte jetzt das Wiclwrn eines Pferdes und ein Gedanke tauchte Plötzlich in ihm auf. Ev begab sich nach dem Pferdestall. Richtig, da stand das Pferd, welches Fräulein von Kullig, als sic von dem Zigeuner überfallen wurde, g<j ritten bäte.
(Fortfehiing