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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Sonntag, 25. Oktober 1903.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Au». Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
38. Jahrg.
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Zweites Blatt.
Zu den Landtagswahlen.
Marburg, 24. Ott. 1903.
Die konservative Partei im hiesigen Kreis hat den seitherigen Abgeordneten HerrnLandrat v. NegelelN als Landtagskandidaten aufgestellt.
Die Frage der Entschädigung unschuldig Verhafteter.
lieber die Berechtigung einer Entschädigung unschuldig Verhafteter kann nicht gestritten werden, am wenigsten über die grundsätzliche Seite dieser Frage, da die Entschädigungspflicht für unschuldig Verurteilte gesetzlich anerkannt worden ist. Alle Gründe, welche für die Entschädigung der letzteren sprechen, gelten auch für die ersteren, denn ob einer seine Freiheit verliert und wirtschaftlich aufs schwerste gefährdet oder geschädigt wird, weil er unschuldig in Strafhaft oder unschuldig in Untersuchungshaft saß, das ist dem, »wem cs just passiert", herzlich gleichgiltig. Aber auch über die Einzelheiten dieser Frage wird unschwer eine Einigung zu erzielen fein. So wird cs als selbst- verständlich bezeichnet werden muffen, daß eine solche Entschädigung in den Fällen nicht gewährt werden kann, in denen der Verhaftete seine Verbastung .selbst verschuldet hat, sei es, weil er sich dem Strafverfahren zu entziehen, Spuren der Tat zu vernichten, Zeugen oder Mitschuldige zu falschen Aussagen zu verleiten gejucht hat oder bergt mehr. Jedenfalls wird man erwarten dürfen, daß dem neuen Reichstag endlich der lang geforderte und lang erwartete Gesetzentwurf zugeht, der lediglich eine Pflicht der Gerechtigkeit darstellt.
Ueber die Geschichte dieses Gesetzentwurfes und über die Vorarbeiten entnehmen wir der „Deutschen Volkskorrespondenz" die folgenden Ausführungen: Die Frage, ob unschuldig Verhafteten nicht eine Entschädigung zu zahlen sei, hat den Reichstag und ebenso einzelstaatliche Volksvertretungen in den letzten Jahren wiederholt beschäftigt. Schon 1898 faßte der Reichstag einstimmig den Beschluß, die verbündeten Negierungen zu ersuchen, baldmöglichst einen Gesetzentwurf betreffend Entschädigung von solchen Personen, die mit Unrecht Untersuchungshaft erlitten, vorzulegen. Unter allseitigerAn- erkennung des unzweifelhaft vorliegenden Bedürfnisses wurde der Beschluß im nächsten Jahre wiederholt, freilich ohne bisher auf Seiten des Bundesrats die erwünschte Beachtung durch Einbringung eines Gesetzentwurfs an den Reichstag zu finden. Die der gesetzlichen Regelung noch harrende Materie wurde daher zum Gegenstand von Besprechungen innerhalb
5 Mach druck verboten.!
Im Schlosse der Ahnen.
Original-Roman von Otto König-Liebthal.
Herr Horsten begrüßte ihn freundlich und führte ihn nach dem Schlöffe.
„Aber warum haben Sie mir den Tag Ihrer Antunft nicht initgeteilt," eröffnete Herr Horsten das Gespräch, als sie in seinem Arbeitszimmer Platz genommen hatten. „Ich hätte jelbstver- suindlich einen Wagen nach der Bahn geschickt."
„Lo ist mein Brief nicht anqekommcn?" fragte Helmut erstaunt und nahm eine Zigarre aus der ihm gereichten Kiste. „Ich hielt es für meine Pflicht- Ihnen dies niitzuteilen, >var aber nicht im mindesten überrascht, als ich feinen Wagen bemerkte. der mich hierher bringen sollte."
„Ist der Tat — ein Brief von Ihnen Ht nicht in meine Hände gelangt. Oder sollte er vielleicht —. Ich will gleich mal Nachfragen; bitte, entschuldigen ^ie mich für einige Augenblicke." "
Jetzt erst fand Helmut Gelegenheit, im Zim- ntei’ Umschau halten zu können. Zwischen den beiden fenstern stand ein großer Schreibtisch, über und über bedeckt mit Papieren, Rechnungen und dergleichen. An der einen Wand standen zwei Bücherschränke, daneben der Geldschrank, während der Tür gegenüber^ das Sofa Platz genommen hatte, lieber dem Sofa hing ein altes Bild, dessen Rahme» schon vom Wurmstich arg mitgenommen war. Helmut betrachtete das Bild nur flüchtig
der hessischen Landstände, deren beide Kammern freilich die Regelung der Angelegenheit auf verschiedenen Wegen erstrebten. Die zweite Kammer der hesfischen Landstände faßte im Mai 1901 den Beschluß, „die großherzogliche Regierung zu ersuchen, baldmöglichst eine Gesetzesvorlage zu bringen, welche eine feste Entschädigung von zu Unrecht verhafteten Personen vorsieht." Diesem Beschlüsse stand die großherzogliche Regierung in dem ersten Entwicklungsstadium der Frage ablehnend gegenüber, sie war der Ansicht, es handle sich um ein Gebiet, das die Reichsgesetzgebung in Anspruch nehme, das auch mit reichsgcsetzlichen Vorschriften derart zusammenhänge, daß die Landesgesetzgebung wohl nicht eingreifen könne. Tie Regierung begründete diese Stellungnahme mit dem Hinweis auf den Erlaß des Reichsgerichts betreffend Entschädigung der Personen, welche im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen worden sind, vom 20. Mai 1898 und im Hinblick auf die Verhandlungen, die am 18. Januar 1900 im Reichstag stattgefunden hatten. Der Gesetzgebungsausschuß der zweiten Kammer war hingegen in Uebereinstimmung mit den betreffenden Ausführungen in dem Reichstage der Ansicht, daß es viel notwendiger und praktischer fei, eine Entschädigungspflicht gegenüber denjenigen anznerkennen, die unschuldig verhaftet worden waren als gegenüber denjenigen, die unschuldig verurteilt waren und mittels des Wiederaufnahmeverfahrens sreigefprochen wurden. Die Zahl der letzteren würde überhaupt nur sehr beschränkt sein, da es nur selten vorkomme, daß ein tatsächlich Unschuldiger zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werde. Andererseits aber liege die Gefahr einer zu Unrecht erfolgten Verhaftung außerordentlich nahe. Demgegenüber vertrat die zweite Kammer der hessischen Landstände die Anschauung, daß die Frage der Entschädigung unschuldig Verhafteter keineswegs ausschließlich der Reichsgefetzgebung unterliege, jeder Einzelstaat könne nach dieser Richtung gesetzliche Vorschriften erlassen, zum mindesten so lange, als die Reichsgesetzgebung dieses Gebiet noch nicht betreten habe.
Anders die erste hessische Kammer. Sie hielt das hier in Rede stehende Gebiet für ein Feld, auf dem nur die Reichsgesetzgebung cin- greifen dürfe, und richtete daher an die hessische Regierung das Ersuchen, im Bundesrate für tunlichst baldige Vorlegung eines entsprechenden Gesetzentwurfs an den Reichstag zu wirken. Daraufhin ließ die hessische Regierung durch ihr Justizministerium einen Gesetzentwurf ausarbeiten, in dem die Wünsche der Landesvertretung unter gewissen Vorbehalten gesetzlich festgelegt worden find. Der Entwurf der hessischen Regierung liegt nunmehr dem Bundesrate vor. —
Ueber den genaueren Inhalt des Entwurfes ist noch nichts bekannt, da derselbe als Aktenmaterial des Bundesrates gilt und zu seiner Veröffentlichung ein besonderer Beschluß des Bundesrates notwendig ist. Es heißt, daß der Bundesrat schon in der nächsten Zeit sich mit dem Entwurf beschäftigen werde, und es steht
und schüttelte den Kopf. Mit Mühe entzifferte er die unter dem Bilde stehenden, schon verblaßten Schriftzeichen: Graf Hanna von Eichfeld.
Herr Horsten trat wieder ein und sah Helmut vor dem Bilde stehen.
„Das ist ein altes Bild", sagte Horsten lachend. „Ich wollte es schon längst entfernen, doch habe ich es immer wieder vergessen. Zu meines Vaters Lebzeiten hing es schon dort, und ich sah ihn oft davor stehen, es betrachend. Dieser Graf von Eich- seld, wonach) unser Ort seinen Namen hat, ist der Vorbesitzer dieses Gutes gewesen. Mein Vater hat es von ihm käuflich erworben, wo er ein Ende genommen hat, ob noch Nachkommen von ihm vorhanden sind — ich weiß es nicht."
Tie Herren hatten wieder Platz genommen.
„Der Brief hat sich vorgefiinden, Herr Kraft; er lag versteckt in einer Zeitung, so daß ihn meine Fran erst beim Lesen derselben entdeckte, aber vergaß. ibn mir einznhändigen. Sie müssen mir die Unterlassungssünde also nicht übel deuten."
„Aber ich bitte Sie, Herr Horsten. — Darf ich um Information für meine hiesige Tätigkeit bitten?"
Herr Horsten sah Helmut freundlich lächelnd an. Der junge Mann gefiel ihm ausgezeichnet.
..Das ist mit wenigen Worten gejagt, Herr Kraft," entgegnete er. ,.I>> der Erziehung meines Sohnes, den ich Ihnen leider augenblicklich nicht verstellen kann, da er nirgends zu entdecken ist, will ich Ihnen feine Vorschriften machen. Ick) denke zwei Stunden Unterricht täglich genügen wohl fürs erste. Sie können sich diese Stunden legen, wie es Ihnen am besten paßt. In der
zu hoffen, daß er in seiner Entschließung dem Willen des Reichstages und des Volkes Rechnung trägt, die beide einem derartigen Gesetze. daS eine tatsächliche Lücke auszufüllen bestimmt wäre, sehr sympathisch gegenüberstehen.
Deutsches Reich
Berlin, 24 Oktober.
— Seine Majestät der Kaiser hörte am Freitag den Vortrag des EisenbahnministerZ Budde und empfing abends den Reichsschatzsekretär v.Stengel. Zu der Abendtafel waren u. a. geladen die Vertreter der Bundesstaaten bei der Finanzfanferenz sowie der Vorstand ber Generalsynode. Am heutigen Samstag wohnt Se. Majestät der Enthüllung der Denkmäler des Markgrafen Johann von Braiidenburg-Küstrin und des Großen Kurfürsten in Kiistrin a. d. Oder bei.
— Der diesjährige Aufenthalt des Kaisers in Wiesbaden findet voraussichtlich Anfang November statt. Es sollen außer den beiden Majestäten auch das russische Kaiserpaar und der Großherzog von Hessen sich dorthin begeben.
— Der „Deutsche Reichsanzeiger" veröffentlicht die vom Ministerpräsidenten v. Podewils in der bayerischen Abgeordnetenkammer gehaltene Rede über das Verhältnis Bayerns zum Reich in Wortlaut. Beweis genug, wie hoch die Neichsbehörden das loyale Bekenntnis des obersten bayerischen Staatsbeamten einschätzen.
— Die dem Bundesrat übermittelte Uebersicht über das Heeresergänzuugsgeschäst für das Jahr 1902 enthält zum ersten Male statistische Angaben über die Heimat und die Herkunft der Rekruten, um die der Reichstag ersucht hatte. Ans diesen Angaben läßt sich ein Urteil über die Wehrfähigkeit in Stadt und Land gewinnen. Es gebt aus ihnen hervor, daß die Landwirtschaft für die Wehrfähigkeit des Volkes erheblich wertvoller ist, als die Industrie.
— Die Einnahmen der preußischen Staatsbahnen steigen in den letzten Monaten fortgesetzt, ganz besonders die aus dem Güterverkehr, woraus auf die stetige Besserung der wirtschaftlichen Lage zu schließen ist. Die Mehreinnahmen der Eisenbahnen bieten aber auch eine gute Aussicht auf den neuen Staatshaushaltsvoranschlag; mancher Fehlbetrag wird mit ihnen gedeckt werden können.
— Zu den Mitteilungen süddeutscher Blätter über eine in naher Aussicht stehende Reforin der Eisenbahn-Personentarife, über die angeblich zwischen allen Staaten eine Einigung erzielt worden sein soll, erfährt die „Nat.-Ztg." von unterrichteter Stelle, daß von neueren Verhandlungen unter Beteiligung Preußens nichts bekannt ist; weder finden gegenwärtig solche statt, noch sind sie für die nächste Zeit in Aussicht genommen.
— Der General der Infanterie und Präsident des Reichsmilitärgerichts, Frhr. voir Gemmingen, ist gestern Vormittag in Berlin gestorben.
— Nach wochenlangem, nutzlosem Kampf haben die ausständigen Weber zu Krimmitschau in Sachsen Einigiingsverhandlungen mit den Fabrikanten einleiten lassen. Zu diesem Entschluß hat in erster Linie wohl Geldmangel geführt. Der Ausstand war hauptsächlich begonnen worden, um die Bewilligung des zehnstündigen Arbeitstages zu erreichen.
— Eine Volksheilstätte wird in Hagen in Westfalen eingerichtet. Sie wird dem Kampfe gegen die Schwindsucht dienen.
übrigen Zeit sind Sie Ihr freier Herr und können machen, was Ihnen beliebt. Ein Pferd steht Ihnen zur Verfügung, auch die Jagd können Sie ausüben, wenn Sie Gefallen daran finden. Da Sie selbstverständlich zur Famielie gehören, so nehmen Sie an unseren Mahlzeiten teil. Ihr Morgenkaffee kann Ihnen, falls Sie es wünschen, auf Ihr Zimmer, das ich Ihnen gleich zeigen toiff, gebracht werden. Haben toie sonst irgend einen Wunsch, so teilen Sie mir denselben ohne Scheu mit. An Gebälk erhalten Sie monatlich 100 Mark. Ich denke. Sie werden damit zufrieden fein."
„Aber, Herr Horsten," erwiderte Helinut, indem -er sich erhob, „ich kann doch . . ."
„Ich weiß schon, waS Sie sagen wollen, Herr Kraft," unterbrach ihn Horsten. „Lassen Sie nur, ich weiß die Tätigkeit eines Lehrers rmd Erziehers sehr wohl zu schätzen, und Sie dürfen doch nicht schlechter dastehen, als mein Inspektor. — Und nun werden Sie Wohl den Wunsch haben, für einige Zeit allein zu sein. Wir essen um 2 Uhr zu Mittag, bann werden Sie meine Fran und eine Verwandte von uns kennen lernen. Dars ich nun bitten?"
Herr Horsten ging voran, und mit befriedigtem Gefühle folgte Helmut. Sie schritten durch den linken Flügel des Schlosses. Ain Ende desselben lag Helmuts Zimmer, in welchem er seine Sachen, die er vorausgeschickt hatte, vorfand. Herr Horsteir verabschiedete sich von Helmut und begab sich auf den Winschostshoß
Helmut mar allein. Das also war sein Ziin- mer, sein Reich! Er schaute sich prüfend um, und ein wonniges Gefühl beseelte ihn. Von seinen
Ausland.
Oefterreich-U«gar«. Nachdem auch die Hoffnung, das Programm der ungarischen Liberalen werde sich mit den Wünschen des Kaisers in der Armeefrage decken, gescheitert ist, läßt sich die Lösung der seit Woche» schwebenden Ministerkrise überhaupt nicht mehr absehen. Lukacs und Tisza scheiden für den Auftrag der Kabinettsbildung fortan aus, da sie beide auf dem Standpunkt des liberalen Pro- grarnms stehen. Die Lage ist jetzt ernster wie jemals vorher; die Mission Lukacs wird von der gesamten Preffe als gescheitert betrachtet, und ein scharfer Konflikt zwischen Krone und Majorität erscheint unausbleiblich. Herr v. Lukacs ist Freitag nach Wien gereist, um dem Kaiser Bericht zu erstatten. Es verlautet, daß das Abgeordnetenhaus für kommenden Donnerstag einberufen werden soll. — Die Kossuthpartej beschloß, nachdem mehrere Redner ihrem Unmut gegen Wien und die österreichischen Ratgeber der Krone Luft gemacht hatten, vorläufig eine abwartende Stellung einzunehmen und nicht auf die Einberufung des Abgeordnetenhauses zu drängen, jedoch auf den nationalen Forderungen zu beharren. — Ueber die weitere Entwicklung der Krise, sowie darüber, ob neuerliche Berufungen zum Monarchen erfolgen werden, herrscht völlige Unklarheit. Wahrscheinlich wird der bisherige Ministerpräsident Graf Khuen- Hcdervarh mit der Fortführung der Geschäfte betraut werden und bis auf weiteres am Rude? bleiben.
Italien. Der König hat, wie nicht ander! zu erwarten war, Giolitti mit der Kabinettsbildung beauftragt und ist gestern Freitag wieder von Rom nach San Nossore abgereift, um dort den Jahrestag seiner Vermählung zu begehen. Ter König empfing auch den italienischen Botschafter in St. Petersburg in Angelegenheit der aufgeschobenen Reise des russisthen Kaisers. Wann diese letztere stattfinden soll, scheint jetzt ganz unbestimmt zu sein. (Vgl. unter Rußland.) Das päpstliche Organ „Offervatore Romano" dementiert die Nachricht, daß Pius X. sich mit Verföhnungsgedanken trage, aber in wenig scharfer Form, sodaß man es nicht als offiziell nimmt.
Großbritannien. Jin Kampfe für und gegen Chamberlains Zollpläne ist zmn ersten Male Blni geflossen. Der sozialdemokratische Bund in Londok veranstaltete, auf offener Straße eine Versammlung, eine rote Fahne war aufgevflanzt und einig« hundert Personen anwesend. Die Menge begann zu lärmen und zu toben, als der Redner Cham- bertain allzuscharf kritisierte. Man versuchte die Plattform zu stürmen und die rote Fahne wegzu- nebmen. Bei dem nun entstehenden Handgemenge soll einer der Redner schwer verletzt worden fein. Die Polizei verhaftete zwei der Straßenredner. Die organisierten Arbeiter sind entschiedene Gegner ChamberlainS; namentlich bat sich der groß? Bergarbeiterverband des Vereinigten Königsreichs einstimmig gegen seine zollpolitischen Pläne ausgesprochen. Wie der „Daily Telegraph" meldet, ist die Nachricht unrichtig, daß die Regierung beabsichtige zu oder vor Ostern da?- Parlament auf-
Fenstern aus konnte er einen großen Teil des herrlichen Parkes überschauen, der hier in seinen Lichtungen mit Blumenbecten geschmückt war. Ein balsamischer Dust strömte von ihnen zu ihm hinüber. und iit den Zweigen der alten Parkbämiie fangen muntere Vöglein ihre lustigen Weisen. Bald trat er ins Zimmer zurück und ordnete feine Sachen. Er entledigte sich seiner Reisekleider und zog sich um.
Er sah nach der Uhr: bis zum Mittagessen batte er noch über eine Stunde Zeit. Wieder trat er an das Fenster und schaute sinnend in den Park hinaus. Dachte er an seine Mutter? Oder gar an das Fräulein, welches er heute Morgen aus den Händen eines Bösewichts errettet hatte? Nun, glückliche Gedanken mußten sein Herz durch- izehen, denn ein zufriedenes Lächeln lag auf feinem schönen, männlichen Gesicht. —
Unterdessen saß auch Fräulein Knllig in ihrem Zimmer. Sie war schon längst von ihrem Spa- zierritt zurückgekehrt, ohne ihrer Kusine und Herrn Horsten von ihrem Erlebnis Mitteilung geinacht zu hab« n. Sie wollte dies überhaupt nicht tüii. Sie ivar ja glücklich der Gefahr entronnen — und der Fremde! Ja. den würde sie doch niemals Wiedersehen. 9iid)t einmal feinen Namen kannte sie; auch konnte sie s-ck von seinem Aussehen gar feine Vorstellung machen. Wozu allo das ganzß Abenteuer bekannt geben! Sie selbst würde de» größten Nachteil davon haben,, denn Herr Horsten hätte sie niemals wieder allein ansreiten lasten. Und dieses Vergnügen wollte sie nicht misse».
kForisetzuug folgt.)