Einzelbild herunterladen
 

M

L

I .-** I

M

M 278

Rrclamen: dir Zeile 25 Pfg.

Drittes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt zehn Seiten.

Umschau.

Vom R e i ch S h a u s h a l t.

Hier und do werden bereits Vermutungen über den Finanzabschluß des laufenden Etaksiahres geäußert. Sie sind natürlich verfrüht. Selbst bei den Schätzungen, die der Staatssekretär desReichs- schatzamtes über den Ausfall von Einnahmen und Ausgaben des laufenden Etatjahres bei der Vor­legung des Etats des nächsten Jahres im Reichs­tage vorzunehnien pflegst hat er mindestens die Ergebnisse der ersten sieben Monate vor /ich. letztere aber sind noch gar nicht einmal verflossen, ge­schweige denn daß ihre Ergebnisse festgestellt sind. "Es ist allerdings bei der Wichtigkeit der in Betracht kommenden Verhältnisse begreiflich, daß über die finanziellen Ergebnisse des Reiches schon frühzeitig Betrachtungen angestellt werden. Wenn aber auch fetzt noch die Vornahme der letzteren mit der Rück­wirkung der Reichsfinanzen auf die Etats der Einzelslaaten begründet wird, fo ist dieser Hinweis soweit ein etwa günstiger Ausfall der llcbcrweis- nngssteuern in Betracht kommt, vorläufig wenig­stens hinfällig. Im finanziellen Verhältnis des Reichs und der Einzelstaaten können sich nur Ver­schlechterungen für die letzteren gegenüber dem Etat Herausstellen, etwaige Verbesserungen, wür­den ihnen nicht zuguic kommen. Schon bei dem Finalabfchlust für i902 ist das zu beobachten ge­wesen. Obschon die Ueberweifungsslencrn 8,4 Millionen Mark über die Etatsanschläge erbracht batten, wurde diese Summe dem Einzelstaatcn nicht, wie in früheren Zeiten gezahlt, sie wurde vielmehr zur Tilgung der im Etat für 1903 aus­gebrachten Zuschußanleihe zurückbehalten. Wie mit dem kleberschuß der Ueberweisungsneuern über den Etat im Jahre 1902 würde aber mit -ineni etwaigen ebensolchen im Jahre 1903 und 'folgenden Jahren verfahren werden und zwar so lange, bis die auf 72 Millionen sich belaufende Zuschnßanleihc gedeckt sein würde. Von irgend einer Verbesserung des finanziellen Verhältnisses der Einzelstaatcn zum Reiche kann daher für 1903 schwerlich eine Rede sein, cs müßte denn schon, was doch kaum als möglich anzunehmen isst der klcberschuß der klcbcNveisunasstcuern über den Etat die Differenz von 72 und 8.4 Millionen Mk., also die Summe von 63,6 Millionen Mark, über­steigen. Wohl aber würden, wenn die Ueberweis- ungSstcnern unter dem Etatsanfchlagc bleiben würden, die Einzelstaatcn gezwungen werden, die Matrikularumlagen zu erhöhen. Nach dem Etat für 1893 übersteigen die letzteren die Ueberweis- ungssteuern bereits um 24 Millionen Mark. Die Zahlung dieser Summe an das Reich mürbe also der bestmöglichste Abschluß deS Etatsjahres 1903 für die Einzclstaaten darstellen.

Neber den Tabakbau und die Tabak­ernte im deutschen Zollgebiet enthält das neueste reichsstatistische Vierteljahrs­heft die endgültigen Angaben für das Erntejahr 1902, denen wir bei dem Vergleich mit den Zahlen für die früheren Jahre folgendes ent- nehmen: Tie Zahl der Tabakvflanzer war mit 117 922 kleiner als im Erntejahr 1901, in dem sie 120 490 betragen hatte, ebenso ist auch die Zahl der mit Tabak bepflanzten Grundstücke wit 181 287 auf 177 603 znrückqegangen. Der Rückgang betrifft aber nur die kleineren Tabak- bauer, die höchstens einen Ar mit Tabak be­pflanzt hatten; ihre Zahl ist von 47 401 auf 13 375 gesunken und seit 1894, wo sie noch 75 552 betragen hatte, in stetem Abnehmen. Die Zahl der Tabakpflanzer mit über ein Ar Grundfläche steigt seit 1899 und hat im letzten Jahre um 1518 zugenommen. Damit hat sich auch die gesamte mit Tabak bepflanzte Fläche vergrößert; sie betrug 17341 Hektar gegen 16 963 im Jahre 1901 und 14 751 im Jahre 1900. Der Ertrag der Tabakernte zeigt gegen­über dem sehr günstigen Jahre 1901 einen Rückgang; er belief sich auf 376 386 Doppel­zentner gegen 400127 im Jahre 1901 und 347 091 im Jahre 1900. Auf den Hektar kommt nithin ein Durchschnittsertrag von 21,7 Doppel­zentner gegen je 23,6 in den beiden Vorjahren. Der mittlere Preis deS Tabaks ist auf 82,58 Nark angegeben gegen 85,43 im Jahre 1901, io daß der Gesamtwert der Tabakernte sich auf 11 132 266 Mark beziffert und damit um mehr als 3 Millionen Mark hinter dem des Jahres 1901 134180 394 M.1 rurückblieb.

Stadtverordnetensitzung

vom 26. Oktober v. I.

§ Marburg, 24. Oktober.

Gestern nachmittag traten unsere Stadtver­ordneten abermals zu einer Sitzung zusammen, nachdem erst vor 8 Tagen eine solche stattge­funden hatte.

Für unsere Gasanstalt find im dies­jährigen Stadthaushaltsetat größere Beträge ohne besondere Spezialvorlage eingestellt. Nach­dem nunmehr der neue große Gasometer fertig ist, hat man die Errichtung eines Kesselhauses und eines Arbeiterbades in der Gasanstalt in Aussicht genommen. Der Stadtvcrordneten- vorsteher brachte die diesbezüglichen Projekte in ausführlicher Weise zur Verlesung und berührte auch die in Zukunst zu erwartenden Vorlagen, welche mit der zunehmenden Vergrößerung des Gaswerks sich notwendig machen. Für jetzt sind anstatt der im Etat vorgesehenen 11400 Mark 1000 Mark mehr erforderlich. Der Magistrat hat die Vorlage genehmigt.

Stadtv. Seebinger bedauerte, daß die Vor­lage jetzt erst, nachdem man bereits vor Jahres­frist die Mittel bewilligt habe, erscheine. Mit jedem Tag könne Frost eintreten und dann sei die Arbeit null und nichtig. Beim Eintritt des Winters fange man mit einem solchen Bau nicht mehr an. Stadtv. Bang betonte, daß daS Liegeubleiben der Vorlage nicht auf die Un­tätigkeit der Gaswerkskommission zurückzusühren sei. Der Herr Oberbürgermstr. bekundete, daß da§ Bauamt die Herstellung des Bauplanes wegen Arbeitsüberhäusung nicht habe machen können. Schließlich habe man einen weiteren Techniker engagiert und dieser habe den Plan jetzt herge­stellt. Stadtv. Eichelberg meinte, daß jeden­falls jetzt keine Jahreszeit mehr sei, um mit einem solchen Bau zu beginnen. Man möge bis zum Frühjahr warten und sich jetzt mit einer Lokomobile aushelfen. Nachdem man hierüber noch hin und her diskutiert, rügte Stadtv. Gleim, daß eine solche Vorlage vom Frühjahr bis jetzt auf dem Rathaufe liegen bleibe. Man möge dafür sorgen, daß solche Sachen nicht mehr vorkämen. Stadtv. Engel meinte, daß man von zwei liebeln das Kleinere wählen und sofort mit dem Bau beginnen solle. Eine Lokomobile koste viel Geld, vielleicht ließe sich ja der Bau bis zum Eintreten des Frostes so ziemlich fertigstellen. Wenn plötzlich Gas- mangel eintrete, wäre es noch schlimmer. Die Vorlage wurde alsdann angenommen.

Dem Abschluß eines Mietsvertrags wegen des Hauses Pilgrimstein 28 wurde zu­gestimmt. Desweiteren beschäftigte man sich mit der Verpachtung der Eisbahn. Der Magi­strat hat beschlossen, dem Badeanstaltsbesitzer Closmann die Eisbahn zu übertragen. Der betreffende Vertrag wurde zur Verlesung ge­bracht und genehmigt.

Der folgende Punkt betraf die Weiter­entwicklung der Oberrealfchule. Es muß zu Ostern eine Klaffe geteilt werden und damit ist auch die Anstellung eines neuen wissen­schaftlichen Hilfslehrers notwendig. Die Schülrr- zahl der Anstalt beträgt gegenwärtig 381, zu Ostern glaubt man, daß die Zahl bis auf nahe an 400 steigt. Der Lehrkörper würde dann bestehen auS dem Direktor, 9 Oberlehrer, 5 wissenschaftliche Hilfslehrer, 1 Zeichenlehrer, 2 Lehrer und 3 Geistliche. Von den 5 Hilfs­lehrerstellen werden zwei in Oberlehrerstellen umgewandelt. Die Vorlage wurde genehmigt.

Weiter genehmigte man die Vermietung der Parterre-Etage im früheren Noback'schen Hause und die Einreichung des Abschlusses des der Sparkasse im Organ des Sparkassen-Ver- bandes.

Den letzten Punkt der Tagesordnung erledigte man in vertraulicher Sitzung.

Heffen-Nüssau und Nachbargebiete

Dillenburg, 23. Oktober. Durch ein engeres Komitee, an dessen Spitze Herr Laudrat v. Wussow steht, war für heute eine Versammlung von Herren aus hiesiger Stadt und Umgegend einberufen wor­den, die den Beschluß faßte, das sogenanuteStädte- bund-Thcater für Marburg, Gießen und Nauheim zu einigen Theateraufführungen im hiesigen Kur­haus für diesen Winter zu engagieren. Ange- kiindigt sind bereits 4 Vorstellungen.

Vermischtes

Sciuer Mama einziger Sohn. Eine eigen­tümliche Srene fvielte fick kürzlich aeaen Abend

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Umvcrsitäts-Buchdruckerci Marburg, Markt 21. Telephon 55.

38. Jahrg.

am Kaiser Friedrich-User in Köln ab. Hierüber berichtet demStadt-Anz." ein Augenzeuge: Ein etwa 18jähriger junger Mann eilte unter­halb der festen Rheinbrücke dem Strome zu; am Uferrand zog er den Rock aus und warf ihn von sich, anscheinend, um sich in den Rhein zu stürzen. Ein älterer breitschultriger Herr war dem Lebensmüden gefolgt; er faßte ihn beim Kragen, legte ihn überS Knie und verabfolgte ihm eine Anzahl äußerst heftiger Hiebe, dann ließ er ihn los und sagte:So, jetzt springst Du mir sofort in den Rhein und ersäufst Dich, aber jetzt gleich!" Der junge Mann schien hierauf nicht cingehen zu wollen, er rieb sich die Stelle, wo er die Schläge hinbekommen hatte, und als der Herr mit dem Ruf:Wenn Du nicht sofort hineinspringst, toetf, ich Dich hinein!" auf ihn zukam, ergriff er seinen Rock und rannte mit Riesenschritten davon. Ich bat den Herrn, er möge mir sagen, weshalb er so entschieden verlangt habe, daß sich der junge Mann das Leben nehmen sollte. Der Herr erzählte: Der junge Mann wohne mit seinen Eltern bei ihm im Hause, und da er der einzige Sprößling sei, wäre er sehr v-rzogen. Jeder Wunsch werde ihm erfüllt, und wenn das nicht sofort geschehe, drohe er einfach, er wolle sich erstechen, aufhängen oder ertränken. Die Eltern schrien dann:Aber Heinchen, tu uns das nicht an!" und der Wunsch des Söhnleins werde erfüllt. Heute wollte er sich wieder ein­mal ertränken. Um den Beweis zu liefern, daß die händeringend dastehenden Eltern denSelbst­mordkandidaten" ruhig gewähren lassen können, lief ich ihm nach und habe ihn nicht einmal unter Drohungen und Prügeln bewegen können, sein Vorhaben auszuführen.

Einen Blick in den Znkunflstaat läßt die sozialdemokratischeMünchener Post" uns tun. Ihr Redakteur ist wegen Vcamtenbeleidigung zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Dem Wortlaut des Urteils fügt das Mott die Namen der SSöffen an. Der eine ist Töpfer, der andere Bäckermeister. Namen und Gewerbe werden durch Fettdruck hervorgehoben. Hier­zu bemerkt dieMünchener Allg'meine Ztg.': Was diese ausfällige Angabe für die Leser derMünch. Post" bedeuten soll und be­deutet, ist klar: Die beiden Männer, die als Schöffen nach bestem Wissen und Gewiffen ihres Amtes gewaltet haben, sollen als Vertreter einer Klaffenjustiz erscheinen und werden dem Klaffenhaß der Mafien peeisgegeben. Wenn schon jetzt die Rechtsprechung in solcher, Weise verhöhnt und terrorisiert wird, wie wird es dann erst im Zukunftsstatt mit der Unabhängig­keit der Richter aussehm!

Schneüfahrtr». Die Versuchsfahrten der schon mehrfach erwähnten Schnellbahn eröffnen uns verblüffende Aussichten. ES wird ja noch viele Jahre dauern, bis daS jetzt Geleistete (200 Kilometer in der Stunde) allgemein geworden; aber man berechne nur folgende Fahrzeiten: Berlin-Rom in 8% Stunden, Berlin-Lissabon in 16 Stunden, Paris - Konstantinopel (3082 Kilometer) in 15% Stunden, Berlin - Peking (9783 Kilometer) in 49 Stunden Fahrzeit I Von Frankfurt: au§ würde man in 9 Minuten nach Darmstadt gelangen, in 16 Minuten nach Mainz, in 12 nach Wiesbaden, in 27 nach Heidelberg, in 55 nach Baden - Baden, in 1 Stunde 6 nach Köln, in 1 Stunde 45 nach Basel, in 1 Stunde 55 nach Leipzig, in 2 Stunden 5 nach München, in 2 Stunden 15 nach Brüssel, in 2,13 nach Luzern, in 2,13 nach Karlsbad, in 2,39 nach Hamburg, in 2,19 nach Amster­dam, in 2,42 noch Berlin, in 2,41 nach Dres­den, in 2,48 nach Ostende, in 3,27 nach Paris, in 3,38 nach Mailand, in 3,45 nach Wien und in 4 Stunden 24 Minuten nach Genua.

Eingesandt.

FLr »le unter Meier Subtil Uerönentli^ten ürtitei übernimmt die Sebattien nur tue prehgeietzUche ib'erantteortuBg, nicht aber 6te de« Publikum gegenüber.

Seit dem 1. dS. Mts. fährt zur allgemeinen Freude und Befriedigung unsere Pferbeba hn. Es bürste wohl im allgemeinen Interesse liegen, auf einige Mängel in bereu Betrieb schon jetzt hin- zuweisen.

1. Zunächst wirb besonbcrs bei schlechtem Wet­ter, sehr oft bcr Wagen ungleichmäßig besetzt. Auf bem Hinterperron stehen, wie mehrfach beobachtet mürbe, oft 811 Personen, fobaß bcr Schaffner auf bem Trittbrett stehen muß, mäfirenb auf bem Vorberperron nur 12 Personen stauben. Durch biefe ungleiche Belastung wirb auch bie Dauer bcr Wagen gebogen unb bie Febern brücken sehr un­gleich zusammen. Ferner wirb bem Publikum um tcrmeaä bas Einsteigen sehr erschwert, da jeder

neue Fahrgast sich erst durch die dichtgedrängt auf bem Hinterperron Stehenben burchbrängen muß. Ferner roirb bcr vorschriftsmäßig zur Erleichte­rung bes Einsteigens frei',uhaltenbe Platz auf bem Hinterperron fast stets besetzt. Tie Schaffner müs­sen uubebingt angcmieseu werben, höflich aber streng barauf zu halten, baß Vorher- unb Hinter­perron gleichmäßig unb nicht über bie Zahl bcr zu­lässigen Personen hinaus besetzt merben unb baß bcr Emsteigeplatz frei bleibt. Wenn auch bcr eigentliche Vollbetrieb noch nicht cingefiihrt ist, so bürgen doch Ueberfchrcitungeu wie bie. jetzigen nicht sich einbürgern. Das Publikum muß eben gleich oon vorhereiit an bie neue Einrichtung richtig gewöhnt werben.

2. Im Inneren bcr Wagen wirb, zur Belästi­gung vieler Damen, bas Rauchen häufig fort­gesetzt. Wer rauchen will, muß bic-3 außerhalb tun.

3. Die Schaffner lassen zu, baß h'mteu Gin- fteigenbe burch bas Innere bes Wagens nach bem Vorberperron gehen. Ebenso verkaufen sic bie Billcts an bie auf bem Vorberperron Stehenben burch bie geöffnete Tür nach bem Vorberperron hin. Hierburch wirb, namentlich währenb bcr Fahrt, erheblicher Zugwiub im Inneren verursacht. Die Billcts müssen nur burch bie in bcr Tür be- fiitbliche Klappe nach bem Vorberrperron verkauft werben. Sollte (wie in Wagen Nr 2) keine solche vorhanben fein, so ist sie mit geringen .Kosten an- bringbar. Zum Vorderperron bars nur von bcr Straße bireft auS etngeftiegen werben. Wer in baS I n n e r e bes Wagens will, barf nur vom Hinterperron aus einfteigen.

Aubcrenfalls ist eine stete Belästigung bcr In­sassen burch Durchbrängen unb Zugwinb ttnbcr- meiblich.

4. Nur Wagen Nr. 2 hat eine Klingel an jebetn Ende, Wagen Nr. 1 hilft sich mit Pfeisensignalen. Sehr zu empfehlen märe Einheitlichkeit unb Ein­führung ber beutlicheren Klingelzeichen. Ohne Kosten läßt sich bics ermöglichen baburch, baß bie eine Klingel vom Wagen 9lr. 2 ab unb an Wagen Nr. 1 angehängt wirb, ferner müssen bie Klingeln abhängbar angebracht werben, fobaß sie am Gilbe ber Fahrt vom bisherigen Vorher- nach bem nun­mehrigen Vorberperron umgchängt werben können. s

5. Da zur Zeit noch keine bestimmten Halte- ftellcii unb kein Fahrplan bestehen, fo empfiehlt cs sich, baß bie Schaffner unb Kutscher auf Anrufe unb Zeichen achten, um zu vcrmciben, baß Mit- sahrlustige hinter bcm Wagen berlaufcn unb mäh- renb ber Fahrt ausspringen müssen, wie bics oft zu beobachten mar. Die Ginrichtung bestimmter, burch Tafeln zu kennzcichneuber Haltestellen und Grlaß eines genau cinzuhaltenbcn Fahrplan-Z für bie in Betrieb besinbliche Teilstrecke bürste feine Schwierigkeiten schon jetzt bieten unb zur Hebung ber Frequenz wie zur Bequemlichkeit bes Publikums, für welches allein hoch bie Bahn gebaut ist, sehr beitragen.

Alle bie vorerwähnten Punkte finb beim Straßcnbahnbetrieb aller anberen Städte beachtet unb zur georbneten Durchführung bes Betriebes unerläßlich.

6. Zum Schluß möge bcr Stadtverwaltung nach bie Bitte unterbreitet fein, bie Fahrbahn zwi­schen ben Schienen in ber jetzt schon befahrenen Strecke ber Universitätsstraße sowie am Barfiißertor pflastern zu lassen. So lange hier zwischen ben Schienen bloS chauffiert ist, werben stänbig burch bie Hufe bcr Pscrbe Steine yus ber Chaussierung herausgerissen und in bie Rillen ber Schienen geworfen. Welche un­angenehme Stöße bie Wagen burch die in bcr Schiene liegertbcn Steine, bie wahrhaft eingekeilt finb, crleiben, weiß jeber Mitfahrenbc. Abge­sehen von bcm störenben In Die Höhe Fliege» werben aber auch bie Rabkränzc bcr Straßenbahn­wagen auf bic Dauer burch bie festsitzenben harten Basaltstückc lückenhaft unb springen ans. Die Stabt jchäbigt also burch biefe schlecht angebrachte Sparsamkeit sich selbst. Warum ist auf bcr übrigen Strecke bcr Universitätsstraße Pflaster zwischen ben Schienen? Gleichzeitig sei angeregt, ob bit Stabtvcrwaltung bic Straßcurcinigung nicht burch Anschaffung einer Kehrmaschine, wie biefe auch Gießen besitzt, beförbern kann. Marburg ist Iciber so burch seinen Straßeuschmutz bekannt, baß ber Frcmbcnzuzug nicht burch bie Reinlichkeit ber Straßen vermehrt wirb. Die Pferbebahn hass bei schlechtem Wetter sichtlich oft Mühe, an ben ge­neigten Stellen burch ben Straßenschmutz, ber nie grunblich beseitigt wird, burchzukommen. Gleich am Anfang her Strecke am Hauptbahnho' bireft am Gleise eine tiefe Mulbe int Pflaster, bic bas Weife untei Wasser hält. Diese Mulbe wenigstens hatte bei bcr Legung her Schienen lwch gepflastert werbe« können. Der Anblick für anfominenbe Fremd« ist jetzt charakteristisch für Marburgs Reinlichkeit. Es genügt, baß ber Blick auf Marburg jüt allezeit burch bic zu hohen Miethäuser bcr Biegen­straße verborben ist.

Rotationsdruck. ------- - ---------"

Verantwortlich lür die Redaktion: vr. Doerkes-Boppard in Marburg.