SormLagsbeilager Jllustrirtes Sonntagsblatt.
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Marburg
Sonnabend, 17. Oktober 1903. t
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, Univcrsitäts-Buchdruckerek 38. Jaluo.
Marburg, Markt 21. — Telephon a5.
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Der liberale Schulspektakel als Wahlmache.
Die liberalen Parteien versuchen fortgesetzt die ihren Agitationskiinsten zugänglichen Volkskreise zu der Äuschanung zu bringen, daß für die preußischen Volksschulen die dringende Gefahr bestehe, unter die „Schreckensherrschaft" der christlichen Kirchen zu geraten, wenn das neue Abgeordnetenhaus eine den, alten ähnliche Zusammensetzung erhalten sollte. Ilm diese furchtbare Gefahr zu beschwören, soll nicht nur das ganze liberale Bürgertum bis zum letzten Mann auf die Beine gebracht werden, sondern man möchte dazu auch gerne die Unterstützung der religionsfcindlichen Umsturzgenossen annehmen, wenn sie nur ohne allzu kompromittierendes Entgelt zu haben wären.
Wir haben schon früher hervorgehoben, daß die von liberaler Seite erfundene Gefahr für die preußischen Volksschulen ein ähnlicher Popanz ist, wie es die angeblich drohende Jesuitengefahr während des Rcichstagswahlkampses war. Jetzt nimmt auch das Hauptorgan der rheinischen Zentrunisanhän- ger in ganz ähnlichem Sinne zu dieser Frage Stellung, indem es schreibt:
..Wenn ma ■ gegenwärtig die Auslassungen liberaler Blätter über die Gefahren liest, welche angeblich im neuen L.anötig der Volksschule von der „konservativ-klerikalen" Mehrheit drohen sot- feit, dann sollte man meinen, daß in der neuen Tagung eine Schnlvorlage zu erwarten sei, in der sich der Staat eines jeden Einslusses auf die Volksschule begeben und sie der kirchlichen Autorität völlig auslieseru würde. Für jeden, der das Sviel der Wahldrahtziehcr durchschaut, ist cs ja nun von vornherein klar, daß weder zu einer solchen Befürchtung" irgend ein Grund vorliegt, noch auch, daß von liberaler Seite eine solche Befürchtung überhaupt im Ernste gehegt wird. Die Liberalen Icijfcit viel zu gut, daß die Preußische Regierung weder gewillt ist, eine solche Vorlage einzubringcn, noch auch, wenn sie selbst den Willen hätte, die Entschlossenheit dazu haben würde, weil sic auf dem Standpunkt steht: Ich will mei' Ruh' Han! Der ganze liberale Schulspektakcl ist nichts anderes als eine liberale Wahlmache."
Es handele sich, wie nachgerade allgemein betaut sein müßte, allein um die Einbringung einer Schulunterhaltungsvorlage, wie eine solche bereits seit sechs Jahren zur Beseitigung der schreienden Ungerechtigkeiten bei Verteilung der Schulunter- haltungspflicht unter Zustimmung auch von liberaler Seite im Landtage gefordert worden sei. Weiter heißt cs dann:
„Ja, werden die Liberalen einwenden, um die Schnluntcrhaltuug allein handelt es sich nicht, es sollen gleichzeitig auch andere Materien des Volks- schnlgcbietes geregelt werden. Worin diese Materien bestehen, ist im Abgeordnctenhause von der Mehrheit wiederholt dargclcgt worden. Auch diese haben nichts Erschreckendes an sich, denn sonst würde sicher der (liberale) Abg. Friedberg im Ab- gcordnetenhanse nicht erklärt haben, daß die Verhandlungen dieMöglichlcit cinerVerständigung auf diesem Gebiete in größere Nähe gerückt hätten, als man es habe annehnien können. Auch andere liberale Redner sprachen ihre Bereitwilligkeit, an dem Zustandekommen der Vorlage mitzuwirken, ans. Seit jener Zeit hat sich nichts geändert;
(Nachdruck verboten.)
Frau Lore.
Roman von I. Jobst.
«Fortsetzung.'
Tie hohe Jagd hatte begonnen, daS Wild fühlte, den nahenden Feind und barg sich scheu in den tiefsten Tiefen des Waldes. Doch alle Vorsicht nützte ihm nichts, es wurde umspürt, umstellt, von Hunden gehetzt, auf Treibjagden der sicher treffenden Büchse entgegengetrieben, der Frieden des .Waldes war hin — der Jäger behielt das letzte Wort mit lautem Horrido und Büchsenknall.
Auch ein anderes Treiben hatte begonnen, die Jagd auf unedles Wild. In Schlingen wollte man eS fangen, in der Dreistigkeit, mit Nichtachtung jeder Vorsicht. . Langsam wurde cs eingekreist, allmählich verdichteten sich die Verdachtsgründe, mehrten sich die Beweise. Behutsam schlich man näher, es galt, den schlauen Fuchs nicht aufzn- scheuchen aus seiner Sorglosigkeit. Er durfte die Fäden nicht ahnen, die die geschickte Hand des Rechtsanwalts auf Ersuchen des Forstassessors von Schulz _ überall angeknüpft hatte. Er war ein kunstvolles Gelvebe und brauchte lange Zeit, viel mehr, als Walter und seine Lore für möglich .gehalten hatten. Sie mußten immer wieder die Ungeduld zügeln, wenn sie erfuhren, daß dieses oder jenes Glieds noch fehle an der langen Reihe der Jahre, die seit dein Tage des unseligen Brandes in Steinbrück verflossen waren.
Es war November und draußen fiel der erste Schnee. So still und sacht breitete er mit schweren großen Flocken das Bahrtuch aus über die schlafende Erde, als wollte er ihr tiefes Träumen nicht stören. Auch auf Lores unruhiges Herz legte sich dieses unaufhörliche Nieseln mit i'änftiaender Hand
weder die Konservativen noch das Zentrum haben ihre Stellung geändert. Warum nun das große Geschrei?"
Dieses große Geschrei der liberalen Führer hat tatsächlich keinen anderen Zweck als die Landtagswähler in ganz unbegründete Aufregung zu versetzen und sie für allcGefahren blind zu machen, die ihnen von liberal-demokratischen Abgeordneten drohen. Wir erinnern da nur an die in den ausschweifensten Kanalbauten zu Tage tretende Wassersucht, an die aus allen liberalen Parteien heraus geforderte Neueinteilung der Wahlkreise zu Gunsten der Großstädte und zum Nachteil des Platten Landes, und an die weitere Forderung des Reichstagswahlrechts auch für das preußische Abgeordnetenhaus, der naturgemäß die Einführung des allgemeinen gleichen Stimmrechts auch für alle Kommunalwahlen folgen müßten. Ebensowenig darf es vergessen werden, daß wohl fast alle entschieden liberalen Parteigänger jedes gesetzgeberische Eingreifen zum Schutze des selbständigen gewerblichen Mittelstandes gegen die Uebcr- macht der großkapitalistischen Betriebe als zum mindesten überflüssige oder gar schädliche reaktionäre Maßnahmen anzusehen pflegen.
In dixsen Anschauungen und den weiteren Konsequenzen der von liberal-demokratischer Seite angestrebten Politik liegen tatsächlich ernste Gefahren, das werden sich die preußischen Landtagswähler des Mittelstandes, auf dem platten Lande besonders, bei ruhigem Nachdenken ganz von selber sagen müssen. Ebenso aber werden sie die Wesenlosigkeit des von liberaler Seite gezeigten Schulgesetz-Popanzes schon daraus erkennen können, daß von der Regierung in dieser Richtung sicher keine Vorschläge zu erwarten sein können, die über die von den Konservativen und dem Zentrum geäußerten, von den Liberalen im verflossenen Ab- geordnetenhausc prinzipiell gebilligten Wünsche hinausgehen. Ohne solche Initiative der Regierung aber kann ein sogenanntes reaktionäres Schulgesetz nie zustande kommen. B. L.
Umschau.
Konfusionismu 8.
Heber die Wadenstrümpfler und die Nationalsozialen schreibt die „Münch. Post" recht hübsch:
„Konfnfionsrat.. . Der Sozialismus derer um Naumann ist so verwaschen, der wirtschaftliche Liberalismus derer um Barth so fadenscheinig geworden, daß man gar nicht mehr merkt, wie bunt die Flicken einmal gewesen sind, ans denen sich das sozialliberale Mäntelchen zufammensetzt. Hier ein Läppchen Demokratie, dort ein Fleckchen Byzantinismus, hier ein Stückchen Manchestertum, dort ein Fleckchen Sozialreform — eS ist der politische Stil der Stillofigkeit hüben wie drüben so zum vollkommenen System geworden, daß man von einer Vereinigung zweier Gegensätze schon gar nicht mehr reden kann . . . Unsere belgischen Genosten haben für ähnliche Richtungen in ihrem Lande, die alle möglichen geistigen Strömungen zu einem großen Urbrei zusammengießen möchten, ein gutes Wort geprägt: „Le confusionisme" — „der Koufusionismus". Es verdient, auch in Deutschland bekannt zu werden."
sie blickte schweigend hinaus auf das Wintermärchen, während Walter am Schreibtisch die cinge- gangene Post durchlas. Jetzt stand er auf und trat zu der geliebten Frau, ihre Schulter zärtlich umschlingend:
„Lore, bald sind wir am Ziel, die Wirtschafterin, die damals bei dem Brand in Steinbrück anwesend war, ist gefunden: durch einen Zufall kam man auf ihre Spur; es ist erwiesen, daß sic bedeutendes Schweigegeld empfing."
„Walter!" rief Lore jubelnd und sprang ans. „Ach, Walter, das ist doch ein Beweis, ein klarer Beweis für Vaters Unschuld."
„Wir wollen es hoffen, Kind, und Gott danken daß er uns so gnädig beisteht. Ende des Monats hofft der RechtsaMvalt die Sache der Staatsanwaltschaft übergeben zu können. Noch eine kleine Weile Geduld und die Unschuld des alten Mannes ist so klar wie Gottes Sonne."
„Es wird auch Zeit Walter, wenn der arme, alte Väter es noch erleben soll. Er wird so hinfällig in letzter Zeit: gut, daß wir ihn in treuen Händen wissen."
„Ja, Siegfrieds sind vortreffliche gewissenhafte Pfleger und der ununterbrochene Friede da draußen im weiten Walde wirkt ungemein wohltätig auf seinen Zustand."
„Außer dem einen schweren Tobsuchtsanfall, der doch in seinen Folgen so segensreich wurde, ist noch keiner wiedergekehrt. Aber ich frage mich immer wieder, ob mein armer Vater es zu begreifen vermag, wenn dereinst das Kainszeichen von seiner Stirn genommen wird."
„Wir wollen es hoffen, Lore, denn um ihn von diesem unwürdigen Fluch zu befreien, habe ich meine Kräfte geregt, und dann auch, um endlich mein liebes, kleines Weib von der Sorge zu befreien, daß cs nicht nur eitel Glück und Sonnen-
Handwerker und Zwangsversicherung-
Nachdem der vierte deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag beschlossen hat, bei der Reichsregierung und dem Reichstage dahin vorstellig zu werden, daß für die selbständigen Handwerker die pflichtmähige Alters- und Invalidenversicherung unter Zugrundelegung der Bestimmungen des Alters- und Jnvalidenzesetzes eingeführt wird, macht sich vielfach, in selbstständigen Handwerkerkreisen gegen die Ausdehnung der zwangsweisen Versicherung in der gedachten Richtung eine wachsende Opposition geltend. Den schwächern Handwerkern steht der freiwillige Anschluß an die Versicherung schon jetzt frei, eine, wie es scheint, überwiegende Mehrheit der wirklich selbständigen Handwerker glaubt jedoch die Versicherung entbehren zu können.
Auswärtiger Handel des deutschen Zollgebiets im Jahre 1902.
Das Kaiserliche Statistische Amt hat nunmehr mit dem soeben veröffentlichten H-st 24 des Bandes 152 der Statistik des Deutschen Reichs
die Darstellung des auswärtigen Handels des deutschen Zollgebiets mit den einzelnen Ländern
im Jahre 1902 zum Abschluß gebracht. Das Heft gibt ein Verzeichnis der einzelnen Her- kunfts- und Bestimmungsländer, faßt alsdann in den Hauptergebnissen die Einzelergebniffe des in den vorangegangenen 23 Heften dargestellten Handels von 1902 zusammen und vergleicht die Gesamtsummen mit den Hauptergebnissen seit 1897 nach Einfuhr und Ausfuhr des Spezial- und des Gesamteigenhandels. Jrn Spezialhandel des deutschen Zollgebiets mit den einzelnen Erdteilen betrug hiernach im
Jahre 1902 die Einfuhr aus^
Europa 361147101 de 's® -~
Afrika 4676080 , . . ,
Asien 10365993 , , . ,
Amerika 55181545 , , , ,
Australien und
Polynesien 1720753 . . . .
Nicht ermittelt (seewärts) 265047 , , , ,
Zusammen 433356519 „ , , ,
von 3617703 . 164161
. 417962
. 1477590
. 122661
. 5699
. 5805776
die Ausfuhr nach Europa 322155795 „ , ,
Afrika 2240031 , . .
Asien 4764245 , . ,
Amerika 20056269 , , ,
Australien und
Polynesien 1060124 , , ,
Nicht ermittelt
(seewärts) 19132 , , ,
Zusammen 350295596 „ , .
3766657
91808 202899 703509
47214
746 4812833
Für die Benutzung und die richtige Beurteilung der Angaben in den Tabellen des Bande- 152 find kurze Erläuterungen gegeben, in welchen das Wesentliche über die Grundlagen der Statistik des auswärtigen Handels, die Er
schein in mein Haus brachte, sondern auch ein heimliches Skelett."
Auffchluchzend hing Lore an Walters Hals und schmiegte sich an seine Brust. In diesem Augenblicke dachte sie, kein größeres Glück könnte ihr der Himmel bescheeren, als wie sie es jetzt rhr eigen nannte.
Werners stürmisches Eintreten führte das Elternpaar wieder in die Gegenwart zurück.
„Hier ist ein Brief von Onkel Forstmeister, Vater!" rief Werner. „Fritz hat ihn gebracht, er tvartet auf Antwort. Fritz sagt, der Schnee sei schon tief, bald könnten wir Schlitten fahren."
„So so, mein Junge, na, das wird eine Freude werden, wenn wir im Schlitten herumsausen," sagte Walter. „Mutti freut sich ganz besonders darauf und das Umschuieißen macht ihr den größten Spaß."
„Das Umschmeißen?" fragte Werner verwundert.
„Frag sie nur, Werner, ich lese unterdessen den Brief."
Und während sich Frau Lore lachend der eindringlichen Fragen ihres Knaben erwehrte, ging Walter hinaus, um dem Boten selbst Bescheid zu geben. Als er wieder herein kam, sagte er zu Lore: „Wieblitz hat nun große Treibjagd auf künftigen Montag festgesetzt. Wenn der Schnee liegen bleibt, kann sie gut werden. Es soll alles geschossen werden, was vorkommt. Das Rendezvous nach dem ersten Treiben ist nach alter Sitte die Waldschänke. Der Oberforstmeister wird auch anwesend sein und Wieblitz bittet mich, Du wollest die stellvertretende Wirtin machen, da seine Frau für längere Zeit bettlägerig sei und Britta daher auch nicht abkommen könne.
„Gern," antwortete Lore, „es ist außerdem etwas ganz neues für mich."
Mittelung der Eiüheitswerte und die Einrichturz der Tabellen selbst niebergelegt ist.
Deutsches Reich
Belli» 16 Oktober.
— Seine Majestät der Kaiser hat gestern seinen Jagdaufcnthalt in Hubertusstock beendet. Auf der Rückreise nach Berlin besichtigte Seine Majestät die Klosterruine Chorin in der Mark in Begleitung der Minister Dr. Stndt und v. Pod- bielski.
— Der zur Zeit in Berlin tagenden 5. ordentlichen Generalsynode ist folgender Erlaß des Kaisers zugegangen: „Um der evangelischen Landeskirche Meiner Monarchie einen neuen Beweis Meiner Fürsorge zu geben, bestimme Ich hierdurch, daß in den Entwurf des nächstjährigen Staatshanshaltungsplans behufs Aufhebung der gesetzlichen Pfarrbeiträge an den Pfarrer-Witwen- und Waisenfonds eine an diesen zu zahlende Staatsrente von jährlich 850 000 Mk., sowie ferner die erforderlichen Mittel zur Erhöhung der Dienstaufwandscntschädignng der Generalsuperintendenten auf den durchschnittlichen Jahres bei, trag von 2000 Mk. eingestellt werden. Hubertusstock, den 12. Oktober 1903. (gez.) Wilhelm. R."
— Prälat Wilpert-Rom ist in Berlin ringe- getroffen. Er wird der „Germania" zufolge fein Werk über Malereien in den Katakomben nebst einem Handschreiben des Papstes dem Kaiser am Freitag überreichen.
— Die Annahme, daß der Reichstag nicht bot dem Dezember zusammentreten wird, findet neuerdings Bestätigung.
— Ueber das Verfahren bei Prüfung der Kraftfahrzeuge haben die Minister des Innern, für Handel und Gewerbe und der öffentlichen Arbeiten eilte neue Verfügung an die Oberpräsidenten gerichtet.
—■ Amtlicher Nachweisung zufolge betrug die Einnahme an Wechselstempelfteuer int Deutschen Reiche während der ersten Hälfte des laufenden Etatsjahres 6 075 123,90 Mk. oder 120 196,90 Mark mehr als int gleichen Zeiträume des Vorjahres.
-— Die Königlichen Eisenbahndirektionen sind ermächtigt worden, den Familienangehörigen bet auf längeren Fahrten begriffenen Zugbeamten, sowie der innerhalb der Bahnsteigsteigsperre beschäftigten Beamten und Arbeiter der Eisenbahn-, der Post-, der Zoll- und Steuer- ttsw. Verwaltung, wenn sie diesen NahrttngSmittel bringen, das Betreten der Bahnsteige ohne Karte zu gestatten, soweit hierzu ein Bedürfnis vorliegt.
— Wie der „Hamb. Korr." hört, sind bei den Verhandlungen über den Reichshaushaltsetat für 1904 auch in den Einzeletats, die sonst davon möglichst verschont blieben, vielfache und scharfe Streichungen von Neuforderungcn seitens der zuständigen Reichsbehörde vokgenommen worden. Das Prinzip der Sparsamkeit gelangt zur ausgedehntesten Anwendung.
— Auf Dentsch-Sainoa lebten nach der jüngsten Zählung 381 Weiße. Fast die Hälfte, 192, waren Deutsche, 89 Engländer, 35 Franzosennsw.
— Prinzregent Luitpold schwebte, wie dem „Bayer. Kur." aus Berchtesgaden berichtet wird, dieser Tage in großer Lebensgefahr, als er vom Königssee nach Ramsau fuhr. In der Nähe der
„Nichtig, und Du kannst manches hübsche Bild zu sehen bckonnnen. Ich denke, den Kleinen nimmst Du auch mit, es wird ihm Spaß machen, aber natürlich nur, wenn das Wetter schön ist."
Werner hatte aufmerksam zugehört, und als er verstand, von inas die Rede war, sprang er dem Vater jubelnd an den Hals und rief: „Ach, Vater, ich soll mit auf die Jagd geben, dann erlaubst Du cs mir doch, daß ich die Armbrust mitnehme, vielleicht treffe ich einen Hasen, Christian bat mir neue Pfeile gemacht, die ganz spitz sind."
„Gewiß mein Junge, die Armbrust nimm nur ruhig mit, und Du darfst auch alles schießen, was^ Dir in den Weg konnnt."
„Auch einen Hirsch?"
„Ja Werner," lachte Walter. .
„Und wenn er noch nicht ganz tot ist, so hilfst Du mir Vater." .
„Gern, mein Junge." ,
„Und das Geweih kommt dann über mein- Bett, so wie Du alle in Deinem Zimmer bast, Vater. Und wir schreiben darunter: Geschosseis von Werner von Schulz am — am —" Der Kleine hielt aufgereat inne.
„Am 26. November 18 . .," vollendete de» Vater ganz ernst.
„Ja, Vater, so steht es auch unter den vielen, vielen Geweihen, die Du in Deinem Zimmer hast. Ins Auge muß ich zielen, sagt Christian, bau» fällt der Hirsch um." ‘ •.
„Ich will es mich noch tüchtig üben, ,Datei; Meine Hand ist noch nicht sicher, sagt Chriinan.-
Und Werner übte jeden Tag mit großem Elfer er konnte die Zeit gar nicht erwarten, bis di Stunde der Abfahrt gekommen war.
(Fortsetzung folgt.)