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(Nachdruck verboten.)

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Wagen reichte:

(Sortierung folgt.)

ten!" gelte auch heute, und zwingender als in allen anderen Gauen trete diese Mahnung an jeden Deutschen in der Ostmark. Das Vaterland sollte das Kleinod sein, das über allem Tages­streit in ungetrübtem Glanze erstrahlen solle. Fürst Herbert Bismarck knüpfte an die Worte seines Vaters an, der die Wacht an der Warthe der Wacht am Rhein gegenübergestellt habe. Er forderte bte Deutschen auf, die Polen mit geistigen Waffen zu bekämpfen und sprach seine Ver­wunderung darüber aus, daß die Polen stets das Andenken seines Vaters verunglimpfen, wozu ihnen jede Berechtigung fehle. Solange die Polen eine eigene Fraktion zur Vertretung der polnischen Interessen bilden, müßten die Deutschen eine einzige Fraktion den Polen gegenüberstellen und Parteiunterschiede u. Eigeninteressen zurückstellen. Er schloß mit dem Wunsche, daß es der Hauptstadt der Provinz, die zugleich Hauptsitz der Intelligenz der Deutschen dieses Landesteiles sei, immer gut gehen, daß sie wachsen und gedeihen und jährlich die Zahl der Deutschen und loyalen Untertanen zunehmen möge. Minister v. Hammerstein sprach Dank und Anerkennung aus für die unablässige treue Mitarbeit von Stadt und Land und Pro- vinz in dem schweren Kampfe für das Deutschtum und die preußische Stagtsidee. Er ging auf Fürst Bismarcks Werk ein, dessen ganzes Leben von dem Gedanken und Taten für Deutschlands und Preu- ßens Größe und Wohlfahrt erfüllt war. Auch in der Ostinarkenpolitik wies er uns feste Bahnen. Er pflanzte das Banner draußen im Reiche auf. Es herrschte nicht immer die Ueberzeugung, daß die deutsche Vorherrschaft in der Ostmark Lebens­bedürfnis für das ganze Reich sei. Polens Auf­erstehung wurde noch vor fünfzig Jahren von Dichtern und Politikern als erstrebenswertes Ziel allgemeiner Völkerverbrüderung gepriesen. Bis­marck weckte das Nationalgefühl und machte aus einem idealen Träumer einen idealen Deutschen, der sich eins fühlte mit seinem Kaiser und König, der vor Jahresfrist hier aussprach, dafür zu sor- gen, daß diese Provinz stets gut preußisch und gut deutsch bleibe. Das hier enthüllte Denkmal ser zu- nächst ein Wahrzeichen für die Polen draußen tm Auslande und für die polnisch sprechenden Staats- angehörigen. Die markige Gestalt des großen Bismarck möge in Deutschland die Kraft und den festen Willen verkörpern, für und auf dem in jahrelanger Arbeit zur deutschen Heimat gewor- denen Boden stets Deutschlands Recht und Macht festzuhaltzen immerdar. Das Denkmal sei ein Wahrzeichen deutscher Gesinnung und Tatkraft für die Deutschen in der Provinz Posen, denen das gesamte deutsche Volk und die Regierung zur Teste stehe. Der Minister forderte auf, von der üblen Tradition der unfruchtbaren Nörgelei zu lassen, sich als Pioniere des Deutschtums zu fühlen und zu handeln, der Mahnung des großen Kanzlers gemäß, daß Zersplitterung in den eigenen Reihen nur die Gegner unterstütze. Nicht die konfessio­nellen, nicht die politischen Parteien dürfen hier für unser Verhalten maßgebend sein, sondern allein der nationale Gedanke, das heißt sftenge Gerechtigkeit auch gegen die Gegner, aber auch einhelliges Zusammenhalten zu dem großen Ziele der Einheit und Macht des Vaterlandes.Lassen Sie uns säen, was unsere Söhne lyib Enkel ern-

Handelsvertrags Verhandlungen.

Die Konferenzen mit den drei Delegierten der Schweiz haben bereits in Berlin ihren Anfang ge­nommen, ebenso sind schon seit einiger Zeit deutsche Kommissare in St. Petersburg. Wie jetzt bekannt wird, wird bei den Verhandlungen über neue Han delsverträge der Kreis derjenigen Staaten, mit denen wir in Unterhandlungen treten, nicht au! die bisherigen Vertragsstaaten beschränkt bleiben, sondern sich auch auf neue andere Staaten er strecken, mit denen wir bisher nur im Meistbe günstigungsverhältnis standen. In dieser Bezieh­ung kommen zunächst Spanien und Portugal in Betracht. Dasselbe gilt im Wesentlichen auch für unser Verhältnis zu den Niederlanden, wo man, ebenso wie in Norwegen, eine Revision, des be­stehenden Zolltarifs vorbereitet. Auch in Nor- wegen ist der Wunsch zur Herstellung eines Tarif­vertrages mit uns vorhanden, so daß vermutlich auch mit diesem Staate Verhandlungen eiugeleitet werden. Der Wunsch, mit den Vereinigten Staa­ten von Nordamerika zu einem Handelsverträge zu kommen, ist zwar auf deutscher Seite vorhan­den, seine Durchführung ist aber bisher an der ablehnenden Haltung der Union gescheitert. Sehr ungewiß ist unser zukünftiges Verhältnis zu Eng­land und seinen Kolonien, lieber den mit dem 1. Januar 1904 eintrcteuden Zustand nach Ab­lauf des gegenwärtigen Zollproviforiums läßt sich noch gar nichts Voraussagen, zumal die Erneuer- ung des Meistbegünstigungsverhältnisses durch das Verhalten von Kanada und Siidafrika sehr er­schwert wird.

Feststellung derjenigen Urwähler, auf deren Beteiligung an der Wahl Wert zu legen ist, bilden die unerläßliche Grundlage wirksamer Ausführung des kleinen Wahldienstes. Ein­richtungen, welche geeignet sind, säumige Wähler noch in letzter Stunde zur Teilnahme zu ver- anlaffen, dürfen ebenso wenig vernachlässigt werden. Kurzum, es ist somit für die bevor­stehenden Landtagswahlen mindestens ebenso viel Wert auf eine bis ins kleinste durchgebildete Wahlorganisation zu legen wie bei den Reichs- tagSwahlen, und es Im; xen die Wochen, welche uns von den Urwahleu noch trennen, zur Ver­vollständigung und Ergänzung dieser Organi­sation auf das sorgsamste auszunutzen sein. So wertvoll die Tätigkeit der Presse und so wertvoll die rednerische Tätigkeit in Versamm­lungen ist, so genügen sie nicht entfernt allein, den Erfolg der Wahl zu sichern. Auch bei den Landtagswahlen wird es in der Hauptsache auf die Organisation des kleinen Wahldienstes an­kommen. Hier also gilt es vor allem, sich von den Gegnern nicht über­treffen zu lassen."

frieds haben es mir gesagt, sie wollen Werner auch was schenken."

Was haben Sie denn für den kleinen Mann, Fritz?"

Ach, Herr Forstmeister, wenn Sie es nicht übel vermerken wollen, aber ich möchte es gern noch für mich behalten."

Gewiß, ganz wie Sie wollen, Fritz, aber machen Sie da oben mal ein bischen Platz, ich hole noch rasch ein Geschenk," lachte Wieblitz gut ge­launt.

Seine Frau und Britta, welche schon im Wagen saßen, blickten voller Neugierde ihm entgegen und waren nicht wenig erstaunt, als er mit einem mächtigen Korbe wicderkehrte, den er gemeinsam mit der Magd zum Wagen schleppte und der ganz gefüllt war mit duftendem Heu, auf dem ein Reh­kitzchen lagerte.

So," sagte Wieblitz befriedigt zu seinen Da­men, welche beifällig nickten,das hatte ich ihm schon lange zugedacht."

Der Korb kam auf den Bock, der Forstmeister stieg ein, dann ging es in vollem Trab dahin durch den herbstlich gefärbten Wald. Schierstedt sah ihnen wehmütig nach von dem Fenster seiner Stube, der Dienst hielt ihn zurück, auch war er nicht aufgefordert worden, er mußte sich mit einem verstohlenen Abschiedsgruß Brittas begnügen. Jetzt lehnte sich das junge Mädchen aufseufzend zurück und der Vater sagte:Hast Du was auf dem Herzen, Kind?"

Ein heißes Erröten flog über der Tochter An­gesicht, der Vater bemerkte es staunend, aber er unterdrückte die Neckerei, die ihm auf der Zunge schwebte, er begnügte sich damit, sie in die heiße Backe zu kneifen. Schweigend fuhren sie- durch die bunte Welt, über welcher der tiefblaue Himmel lachte.

Sieh doch, Vater", unterbrach Britta das lange Schweigen, das anfangs herrschte,geht dort nicht der Baron von Schulz?"

Zu den Landtagswahlen.

Am 12. November finden die Urwahlen zum preußischen Landtage statt. Nur noch wenige Wochen sind es bis zu diesem Zeitpunkt, der Wahlkampf ist auf der ganzen Linie gegen die Konservativen seitens der Linken eröffnet. Aller­dings ist die Wahlbewegung bisher in aller Stille verlaufen, so lebhaft wie bei den Reichs­tagswahlen geht es nicht zu, aber vielfach ent­zieht sich auch die Agitation der Oeffentlichkeit und arbeitet dafür um so mehr im Geheimen. Es wäre verfehlt, sich durch die schein­bare Tatenlosigkeit täuschen und zur Sorglosigkeit verleiten zu lassen.

Von allen linksstehenden Partei wird tag­täglich die feste Absicht kundgegeben, den Reaktionären" einen Schlag zu versetzen und die Macht der sogenanntenkonservativ-klerr- kalen Mehrheit im Abgeordnetenhause" zu brechen. Die konservative und freikonservative Partei verfügte einschließlich von vier rechtsstehenden .Wilden" über zusammen 206 Stimmen. Da die Gesamtzahl der Abgeordneten 433 beträgt, die absolute Mehrheit demgemäß 217 Stimmen, so fehlten nur 6 Sitze, um die vereinigten Kon­servativen zur allein ausschlaggebenden Partei zu machen. Bis zum Jahre 1879 waren die Linksliberalen die herrschende Mehrheitspartei; seit jener Zeit hat sich das Verhältnis stetig zu Gunsten der Konservativen verschoben, und es besteht die begründete Hoffnung, daß auch der Ausfall der jetzt kommenden Wahlen an diesem Zustand nichts ändern wird. Aber diese er­freuliche Aussicht darf nicht dazu führen, die Hände in den Schoß zu legen und zu denken, daß der Sieg ohne Kampf errungen werden könnte. Hier heißt es mehr denn anderswo: Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen.

Noch unerläßlicher als bei den ReichstagS- wahlen sind organratorische Vor­bereitungen und eine rechtzeitige Kleinarbeit bei den Landtagswahlen. An­gesehen ? Parteiangehörige, die auch auf dem Lande bekannt sind, müssen sich der Mühe unterziehen, von Person zu Person die Anregung zur Auswahl der geeigneten Wahlmanns­kandidaten zu geben und für die zur Durch­dringung erforderliche Zahl von Urwählern Sorge zu tragen. Bei den bevorstehenden Wahlen muß in ungleich sorgsamerer Weise als bisher daraus Bedacht genommen werden, daß die für die konservativen Wahlmänner stimmenden Urwähler vollzählig an der Wahl teilnehmen. Sehr eingehend wird dies in derPost" den Konservativen nahegelegt, wo es heißt: Das kann namentlich auf dem flachen Lande nur durch sorgfältige Organisation des kleinen Wahldienstes vor und am Tage der Urwahlen geschehen. Die Einsicht der Wahllisten, die

ten werden, den Segen deutscher Eintracht, deur- fcher Arbeit und deutscher Gesittung, der als herr­lichste Frucht den zufriedenen, gesicherten deutschen Bürger und Landmann zeiftgen möge." Bfi' diesem Appell schloß der Minister.

Roman von I. Jobst.

(Fortsetzung.)

Willst Tu Geduld mit mir haben, Mädchen, bis ich Dir sagen kann: Ich habe überwunden?"

Britta weinte schmerzlich vor sich hin, duldete es aber schweigend, daß fein Arm sie umschlang, indessen er ihr ins Ohr flüsterte:

So lieb hast Du mich?"

Vom ersten Tage an als Dich sah."

Und Du willst es trotz allem mit mir wagen, Britta?"

Ja, Hans."

Kind, Kind, wirst Du es nie bereuen?

Niemals!"

Wirst Du nicht eifersüchtig sein?"

Auf Lore? Nein, Hans, in ihrem Herzen ist kein Raunt für Dich -- sie ist glücklich. Ver­zeihe, wenn ich Dir damit wehe hie!"

Du hast recht, Britta! Läute Du meiner alten Liebe kräftig zu Grabe und sorge, daß sie ein fröh­liches Ostern feiert in Deinem starken Herzen. An Deiner treuen Liebe lasse mich gesunden."

Wenn Du nur ernstlich willst, Hans, an mir soll's nicht fehlen: ich habe Geduld zu warten, bis meine Zeit gekommen ist, und dauerte es auch Jahre um Jahre."

Sollst nicht lange zu lvarten haben, Britta, ich fühle es: Wenn meine Zeit im November zu Ende geht, spreche ich mit Deinem Vater."

So bald schon?" fragte Britta ängstlich.

Wo bleibt Dein stolzes Vertrauen, Kind?" fragte er weich.

Wie Du willst» Hans; möge es Dich nie ge­reuen, daß Du mich unbedeutendes, einfaches Mädchen erwählst."

Sei ohne Sorge! Gerade Du mit Seinem schlichten, innigen Glauben, mit Deiner Herzens­

Erscheint wöchentlich sieben mal. -

Druck unb Verlag' Joh. Äug. Koch, Umverfitäts-Buchdruckerei 38« ZflstlP Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Umschau.

Von der konservativen Partei.

Das wahre Gesicht der Sozialdemokratie ge­schildert nach den Dresdner Parteitagsver- handlungen. Unter diesem Titel ist soeben ein Flugblatt erschienen, deffen Verbreitung wir dringend empfehlen. Das Flugblatt ist zum Preise von 10 Pfg. für das Stück (bei Bezug von tausend und mehr mit einer kleinen Preisermäßigung) von dem Bureau des Hauptvereins der Deutschen Konser­vativen, Berlin W. 9, Köthenerstr. 3, zu beziehen. ____________

O st Markenpolitik.

Bei der am 11. Oktober erfolgten Einweihung des Bismarckdenkmals in Pofen wurden eine Reihe bemerkenswerter Ansprachen gehalten, die eine be­deutsame Kundgebung für die Sache des Deutfch- tums an der Ostgrenze sind. General b. Stülp­nagel mahnte, anlehnend an die Inschrift des Kaiser Wilhelm-Denkmals am deutschen Eck in Koblenz:Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn Ihr einig seid und treu", die Deutschen in Posen, jederzeit einig, deutsch und treu zu fein. Ober­präsident v. Waldow führte aus, was Fürst Bis­marck dem Volke gewesen sei und immerdar fein werde, könne in einem Denkmal nicht erschöpft werden. Es sei in das Herz des Volkes einge- graben und werde nie vergessen, solange das deutsche Volk noch Ehre im Leibe habe, denn Bis­marck habe das Volk aus dem Nebel kosmopoliti- scher Träume auf den realen Boden eines gesunden nationalen Egoismus gestellt. Er lehrte es wieder deutsche Art. Sein Wort:Seien Sie einig, lassen Sie den nationalen Gedanken von Europa leuch- ---y -----i einfalt wirst Du mir Friede und Glück bringen." Kutscher Fritz knallte auf seinem Wagen fröh­lich mit der Peitsche, als er vor der Oberförsterei hielt Er tat es allemal, wenn es nach Hoffelde ging, da schwatzte es sich so schön mit dem Christian. Auch Anton, der alte würdige Kammerdiener, war zutraulicher geworden in der letzten Zeit und fand sich öfter zu einem Plauderstündchen ein in der Kinderstube, aber die Hauptperson blieb doch der kleine Werner und der war dann gewöhnlich auch nicht weit, er steckte meist mitten unter ihnen. Und beute lag Fritz der Gedanke an den Knaben be­sonders nahe, denn er war gestern in Waldfried gewesen bei Siegfrieds, die ihm verraten hatten, daß des Kleinen Geburtstag heute sei. Die Tat­sache hatte bei Kutscher Fritz tiefsinnige Gedanken wachgerufen, die sich mit der wichtigen Frage be­schäftigten, was er feinem Lieblinge schenken sollte, denn mit teeren Händen durfte er nicht kommen, so viel stand bei ihm fest. Nach endlosen Hin und Her war er zu einem Entschlüsse gekommen und trug den Gegenstand, den er zum Geschenke be­stimmt hatte, sorgsam verpackt in einer Rocktasche.

Als fein Herr, wie es dessen Art war, noch vor dem Einsteigen den spiegelglatten Rücken seiner Füchse liebkosend streichelte, grinste Fritz über das ganze Gesicht, klopfte auf die Stelle, wo sein Herz saß und sagte:

Ich hab' auch was für den Bubi zum Geburts­tag. Herr Forstmeister. Es ist wohl heute große Gesellschaft in Hofselde?"

Geburtstag?" Wieblitz sah den Mischer ganz verblüfft an, um aber bald auszurufen:Natürlich wir haben ja den zehnten Oktober. Britta, sagte der Kleine nicht noch kürzlich, daß an diesem Tage fein Geburtstag fei?"

Ehe Brifta noch antworten konnte, fiel Fritz wieder vom Bocke ein er, als langjähriger Hausgenosse, konnte sich schon was erlauben: Ich weiß es für gewiß, Herr Forstmeister. Sieg­

mit dem Kmsblatt sm -re Kreise Marburg Md Kirchhain.

Sonntagsbeilager Mustrirtes Soimtagsblatt.

Wertzuwachs st euer.

Dem bayerischen Abgeordnetenhause liegt ein. Gesetzentwurf betr. die Grundwertabgabe vor.

Es soll hier eine Steuerguelle eröffnet werden, welche bisher wegen der großen technischen Schwie­rigkeiten, die ihre Veranlagung bewirkt, noch von keiner deutschen Regierung ein geführt worden ist. Praktisch verwirklicht ist diese Steuer unseres Wis- sens außer England heute nur in unserem Schutz­gebiet Kiautschou, wo eine Werfzuwachssteuer von 30 Prozent erhoben wird. Von einem derart hohen Satze ist nun freilich der bayerische Entwurf weit entfernt, wie er sich überhaupt an keines der be­kannten Systeme anschließt. Die bestehende Steuer- gefetzgebung soll vollkommen unangetastet bleiben und lediglich ein Zuschlag von denjenigen unbe­bauten Grundstücken, welche außer ihrem bereits zur Steuer veranlagten landwirtschastlichen Wer! auch eine Spekulationswert besitzen, eineGrund­wertabgabe" erhoben werden. Es ist zweifellos, daß durch diese Abgabe eine wesentliche Unge­rechtigkeit nivelliert würde: besonders in den großen Städten stehen heute der Wert der unbe­bauten Flächen, vielfach auch die Leistungsfäigkeit der Besitzer in gar keinem Verhältnis zu der be­zahlten Steuer. Auch darf man wohl der Hoff­nung Raum geben, daß die Steuer geeignet ist,

Halten Sie mal, Fritz," donnerte Wieblitz und stellte sich im Wagen auf. Natürlich. Kmd. hast recht gesehen. Er hat uns auch schon bemerkt und brickt'durch das Unterholz. Heda, gut Freund!

Gut Freund!" lachte der Baron, als er letzt an den Wagen trat.Wo soll die Fahrt denn hingehen, Wieblitz?"

'Zu Assessors."

So? Was hast Du beim für neu Korb auf dem Bock?"

Da drinnen steckt ein Nehkitzchen für Werner, er hat doch Geburtstag heute."

So?" lautete die Antwort.Der Junge soll sich wohl von heute an einen Tierpark anlegen "

Hat er denn schon ein Kitzchen erhalten? fragte Wieblitz enttäuscht. .

Nein ein Kitzchen nicht, aber einen sprechen­den Star, ein zahmes Eichhörnchen, zwei Turtel- tauben, einen Zeisig, Kaninchen und weiße Mäuse. Nun kommt mein Geschenk noch dazu, und das ist das größte Tier von allen. Na, ihr werdet Augen machen, ich verrate jedoch nichts."

Der Forstmeister und seine Dame lackten, dann sagte ersterer mit einem Blick zum Kutscher:

Gut, daß Fritzens Geschenk nicht lebendig i]t, es steckt wenigstens in der Rocktasche."

So, Fritz?" wandte sich der Baron froh ge- laiint an den Rosselenker.Dann sind Sie ja fein heraus. Was ist es denn?"

Nun kitzelte Fritz doch die Eitelkeit und er zog schmunzelnd ein längliches Paketchen aus der inneren Rocktasche, sorgsam in ein buntes Taschen- tuch gewickelt. Er entfernte die Umhüllung und reichte fein Geschenk stolz dem alten Herrn, auf dessen Gesicht es wie mit unzähligen «chlanglem zu spielen begann, und mit einem mühsam unter­drückten Auflachen besah er eine silberbeschlagene kurze Pfeife aus Meerschaum von allen Seiten, ehe er sie zu allgemeiner Belustigung in de«

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition. 2 Mk., filtert

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