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i;;;l döM L^rrMlatt für die Kreise Marburg und KirUahr.

Souutagsbeilager Mustrirtes Lonntagsblatt.

M 260

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk» bet allen Postämtem 2,25 Mt. kC$cL Bestellgeld).

JnserttonSgcbühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reklamen: die Zeile 25 Prq.

Marburg

Sonntag, 4. Oktober 1903.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Umversttäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

38. Jahrg.

Erstes Blatt.

Bestellungm für das vierte Quartal auf die

Oberhrffifche Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch Hain und Neustadt, sowie von allen Post- anstalten und LandbrieftrLgern entgegen­genommen.

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Zündende und kalte Blitzschläge im preußischen Staate 188598.

Die preußische Brandstatistik unterscheidet, so­weit der ihr gelieferte Stoff es gestatttct, seit dem Jahre 1885 Gewitterbrände und kalte Blitzschläge beide jedoch mit Beschränkung auf einen Schaden von mindestens 1 Mark Wert.

Blitze mit nachfolgendem Brande sind Berlin mit den übrigen größeren Städten ver­einigt) a. gemeldet worden und Verhalten sich b. gegen das Tausend der engeren Mittelzahl für ein Jahr:

in gröfe.

in klein.

in Land»

in GutS-

im Jahre

Städten

Städten

gemeinden

bezirken

a. b.

a. b.

a. b.

a. b.

1885 . .

. 83 579

122 1256

1014 1168

158 1855

1886 . .

. 29 509

99 1019

884 1019

117 1002

1887 . .

. 40 702

87 896

559 644

80 685

1888 . .

. 27 474

78 803

733 845

98 839

1889 . .

. 60 1053

105 1081

949 1093

137 1173

1890 . .

. 54 947

67 690

787 907

111 950

1885-90

. 243 711

558 957

4926 946

701 1000

1891 . .

. 55 965

108 1112

928 1069

111 950

1892 . .

. 53 930

95 978

747 361

128 1096

1893 . .

. 22 383'

103 1060

835 962

125 1070

1894 . .

. 47 825

97 999

713 822

119 1019

1895 . .

. 102 1789

119 1225

1274 1468

125 1070

1896 . .

. 91 1596

89 916

1188 1369

126 1079

1897 . .

. 98 1719

117 1204

863 994

108 925

1898 . .

. 87 1526

74 762

676 779

92 788

1891-98 .

. 555 1217

802 1032

7224 1040

934 1000

1885-98.

. 798 1000

1360 1000

12150 1000

1635 1000

Schon äußerlich weicht die Gruppe der größeren Städte von den übrigen darin ab, daß die Höchst- Zahl dort das 4^2fache gegen das 1^LVsfache der Mindestzahl beträgt. Großenteils wurde dieses Verhältnis, wie auch das periodische An­wachsen beweist, durch die Angliederung von Ge­bieten der drei anderen Gruppen mit noch länfe lichen Gebäuden hervorgerufen, aber nicht mcs- schließlich; den Grad des Einflusses sonnte man durch Einfügung mathentatischer Gewichte für die vier brandstatistischen Zeiträume näher bestimmen, ohne jedoch den bedeutsamen Einfluß der provin­ziellen Zugehörigkeit abzuschciden. Daß alle be­trächtlichen Überschreitungen des jährlichen Mit­tels in jener Gruppe auf die vier letzten Jahre entfallen, von denen doch nur die Hälfte bet den übrigen Gruppen reicher an Schaden gewesen ist, scheint auf ein Anwachsen der Blitzgefahr. viel­leicht infolge der Errichtung hoher Gebäude

«Nachdruck verboten.)

Umzug.

, Bon Leopold Sturm.

Rauhe Fäuste pochen donnernd an die Tür, als auf das erste Pochen nicht sofort geöffnet wird. Aengstlich schaut ein verstörtes Frauenge­sicht durch die Türspalte, die sich jetzt erschließt, aber sofort greifen die Hände zu und reißen die Tür zur vollen Weite auf.Na nu aber raus!" Eine derbe Stinime kommandicrt's in brutalem Tone, und ein paar Männer, die mit allerlei Möbelstiickcn beladen auf der Treppe stehen, wie­derholen die Worte.

Die Frau flüchtet eilig in das Innere der klei­nen Hofwohnung zurück:Mann, der neue Mieter kommt schon!" Sie brauchte es gar nicht zu sagen, die fremden Leute poltern so geräuschvoll hinter ihr drein, daß sie jedem vernehmbar sind. Na, so was, noch nicht fertig!" meint der Wort­führer in einem Tone, in dem sich Verwunderung und Entrüstung mischen, und dabei scbaut er über­legen auf den bisherigen Wohnungsinhaber, einen Mann, der sich bemüht, eine zugenagelte Kiste aus dem Wege zu rücken.

Wir dachten, sie kämen erst später," entschul­digt er sich,unser Fuhrmann konnte nicht so früh kommen.,,Ja, das hilft nicht." ist die barsche Antwort,ich mußte raus, jetzt müssen Sie raus. Los!" Tie Augen von Mann und Frau treffen sich, jammervolle Ratlosigkeit liegt in dem Blicke. Wohin sollen sie mit den Möbeln und Wirtschafts­stücken? Und die drei engen, steilen Treppen der Hofwohnung hinunter? Ja, wenn die alten Kräfte noch wären; aber die haben Not, Entbehr­ung, Sorgen mitgenommen, nur ein schaler Rest ist geblieben.

hinzudeuten. In den kleineren Stadtgemeinden, den Landgemeinden und den Gutsbezirken zeich­neten sich gemeinsam die Jahre 1885, 1889 und 1895 sowie in Stadt- und Landgemeinden 1891, in Städten und Gutsbezirken 1893, in den Stadt­gemeinden noch 1897, in den Landgemeinden und Gutsbezirken 1896. in letzteren 1892 durch eine reichliche Zahl von Gewitterbränden aus; die Un­gleichmäßigkeit folgt aus der ungleichen Ver­teilung der Gemetndegruvven auf die von Gewit­tern jeweils heimgesuchten Provinzen. Arm an zündenden Blitzen waren durchweg die Jahre 1887 bis 1888, 1890 und (außer den größerenStädten) 1898.

In derselben Weise verzeichnen wir Jahr für Jahr die nur mechanisch wirkenden Blitzschläge; solcher sind als schadenbringend gemeldet worden

von gröfe.

von klein.

von Land­

von Guts­

im Jahr« Städten

Städten

gemeinde»

bezirken

a. b.

a. b

a. b.

a. b.

1885 .. . 86 2447

41 1799

141 1228

8 889

1886 .. . 19 1291

31 1361

170 1480

12 1333

1887 ... 11 748

10 439

48 418

8 333

1888 ... 14 951

13 571

62 540

4 444

1889 .. . 11 748

19 834

115 1001

10 1111

1890 ... 13 888

29 1273

117 1019

5 556

1885-90 . 104 1178

143 1046

653 948

42 778

1891 ... 22 1495

35 1536

158 1376

16 1778

1892 ... 23 1563

11 483

82 714

6 667

1893 ... 12 816

19 834

88 766

8 889

1894 .. . 4 272

28 1229

81 705

9 1000

1895 ... 11 748

17 746

174 1515

11 1222

1896 ... 17 1155

36 1580

162 1410

13 1444

1897 ... 10 680

21 922

141 1228

15 1667

1898 ... 3 204

9 395

69 601

6 667

1891-98 . . 102 867

176 966

955 1039

84 1167

1885-98 . . 206 1000

319 1000

1608 1000

126 1000

Die jährlichen Abweichungen treten viel schro- fer als bei den zündenden Blitzschlägen auf, und eine Uebereinstimmung der beiderlei Reihen auch nur hinsichtlich der hervorragenden Werte findet selten statt. Von 23 Jahrgängen mit entschieden zahlreichen Trümmerblitzen, jede Gemeindegruppe einzeln gerechnet, sind bloß 10 zugleich durch zahl­reiche Zündblitze ausgezeichnet, und 10 Jahrgänge entschieden zahlreichen Vorkommens der letzteren sind bei jenen unvertreten; von 29 Jahrgängen mit wenigen Trümmerblitzen erscheinen unter den zündenden Blitzschlägen zugleich 14 neben 10 an­deren dort nicht vertretenen. Die Einheitlichkeit der elektrischen Kraft und ihrer Betätigung hin­dert also, nicht, daß die beiden statistisch verschie­denen Wirkungsarteu betreffs der Häufigkeit ihres Geschehens von einander unabhängig auftreten. Allen Gomeindegruppen gemeinsam waren übrigens die Jahre häufiger Trümmerblitze 1885 (ohne die Gutsbezirke), 1886, 1891 und 1896 sowie seltener 1887, 1888 (ohne die größeren Städte), 1892 (desgleichen), 1893 und 1898.

Unbedingt sicher ist übrigens die Zahl der kal­ten Blitzschläge nicht, auch abgesehen von Unvoll- ständigkeit der Meldungen; denn als zündend bucht die Brandstatistik jeden Blitz, von welchem nicht ausdrücklich berichtet wird, daß er kalt ein- geschlagen habe. So sind von Berlin bisher über­haupt keine falten Schläge gemeldet worden. In den übrigen größeren Städten haben von 1000 Blitzschlägen 188787 478, 188890 244, 189194 303 und 189598 109 bloß zer- trümmemb gewirkt, in den kleineren Städten 210 bezw. 196, 188 und 172, in den Landgemeinden 127 bezw. 106, 113 und 120, in den Gutsbezir­ken 61 bezw. 52. 75 und 91. Als Regel können

Das merken die fremden Leute.Na, wir wollen so nich sind. Geben Sie drei Mark, wir tragen den Kram runter!" Was bleibt übrig? Und als alles nach unten geschasst ist, die Männer ihr Geld bekommen, meint der Eine: Und nun nen Trinkgeld?" Aber da sieht der Heischende auch, wie der Blick des Ausziehenden mit verzweifeltem Ausdruck auf den paar Talern ruht, die er noch in der Hand.Na, denn lassen Sie man!"

Tie Möbel sieben draußen auf dem Trottoir, es find einfache, aber sauber gehaltene, blitzblanke Stücke. Und der Mann und die Frau und der kränkelnde Junge von zehn Jahren stehen dabei und warten, daß der Fuhrmann kommen soll. Ein scharfer Herbstwind pfeift durch die Straßen, die Frau hustet, und der ^Junge stöhnt vor sich hin. Der Mann geht ein Stück die Straße hinunter: Immer noch nicht- zu sehen und zu hören von den Säumigen! Und jetzt sängt's an zu regnen. Wohin nun mit den Sachen? Aufgeregt ver­suchen die Ziehenden die besten Sachen in den nächsten Torweg zu stellen, aber es gelingt nicht ohne eine neue Geldspende. Und dann warten sie weiter.

Ach, sie haben schon so lange gewartet, auf ein Bischen Glück, auf ein BiSchen Ruhe. Aber die wollen nicht kommen. Da sind noch all' die Möbel, die sie vom erwarten Selbe bei ber Hochzeit kauf­ten, bie ben ersten Umzug von ber kleinen nach der großen Stadt mitgemacht hatten; sie meinten, als es mit dem Verdienst knapp stand in der Großstadt werde es besser gehen. Es kam anders, der Mann wurde durch eine Krankheit geschwächt, die Frau mußte von früh bis spät nähen, ben Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei gingen die

diese Verhältniszahlen eben jener Unvollständig- feit halber nicht angesehen werden, zumal ge­nügend befannt ist, daß die in volkreichen Städten vorherrschende feuersichere Bauart Schutz gegen einen nachfolgenden Brand verleiht, die dortigen hohen Anteile der falten Schläge also leicht be­greiflich sind.

Gewitterschäden hängen von ben Werfen ber Menschen weit weniger als die auS anderen Ur­sachen entstandenenBrände ab, und wenn auch hier unb ba ein absichtlich ober fahrlässig angestiftetes Feuer auf abgelegenen Besitzungen bem Gewitter angebichtet sein mag, so ereignet sich das zu selten, um der Berechnung Abbruch zu tun, die wir jetzt vornehmen. Von ben 10 000 überhaupt gemel- beten Bränben würben durch den Blitz verursacht.

in den Gruppen 1885-87

Berlin....... 39

Übrige größere Städte 117

kleinere Städte ... 519

Landgemeinden. . . 1106

Gutkbezirke .... 1018

Staat zusammen. 668

1888-90 1891 94 1895-98

22 18 15

97 63 76

423 387 360

1207 961 1105

1145 1022 976

604 451 418

daß freilich diese Brandursache an Wichtigkeit für den gesamten Staat und die Stadtgemeiden insbesondere verloren hach aber doch nur wegen der reichlicheren Meldung fletnre Fahrlässigfeits- brände; das Platte Land wird noch immer zu einem Zehntel aller Brände von Gewittern be­troffen.

Umschau.

Das Erlöschen der Anwartschaft auf Rente.

Einen vom Standpunkt der Wahrnehmung des bestverstandenen Interesses der Bevölkerungs­schichten, welchen die Arbeiterversicherung in erster Linie zugute kommen soll und wirklich zugute kommt, einigermaßen bedenklichen Punkt bildet das Erlöschen der Anwartschaft auf Rente. Ob­wohl am Kopfe der Quittungskarten für die In­validenversicherung gedruckt steht:Zur Ver­meidung der Ungültigkeit innerhalb zweier Jahre nach dem Ausstellungstage zum Umtausch oder zur Verlängerung vorzulegen!" wird das in der Regel vergessen oder übersehen. Der Verlust aber, der in der Folge für die Berechtigten entstehen kann, ist so groß, daß der Wunsch gerechtfertigt erscheint, klarer hervorgehoben zu sehen, was die Nichtbe­achtung der Anwartschaftsbestimmungen für das Rentenrecht später bedeutet. Denn wenn auch des Oesteren eine gewisse Sorglosigkeit das Unter­lassen der Weiterversicherung begleitet, so ist doch in manchen Fällen schon die Antwort von Renten- anttagstellern gegeben worden:Das habe ich nicht gewußt, sonst hätte ich mich weiterversichert!" Nach § 46 des JnvalidenversicherunqAgesetzes er­lischt die Anwartschaft auf Rente, wenn in zwei Jahren nach der Ausstellung der Ouittungsfarte weniger als 20 Beitragsmarken nachgewiesen wer­den. (Bei Selbstverficherung, wenn in dem gleichen Zeitraum weniger als 40 Beitragsmarken nachge­wiesen werden.) Der Verlust des Rentenän- spruchs ist, Wenn schon eine ganze Reihe von Jah­ren hindurch die Beiträge gezahlt wurden und dann die Weiterversicherung unterlassen wird, im Verhältnis zum Werte der wenigen Beitrage, die noch verlangt Werben, ein so einschneidender, daß er näher ins Auge gefaßt werden muß, um ent- fprechend gewürdigt zu Werben. Wegen unter­

letzten Ersparnisse drauf. Und die teuren Mieten. ®o zogen sie aus dem Vorderhaus ins Hinter­haus, und immer Weiter, immer weiter hinaus, Wo die Mietskasernen für die kleinen Leute sich da und dort ans ber noch unbebauten Feldfläche er­heben.

DaS Geld reichte immer noch nicht. Aber sie konnten sich nicht entschließen, die Möbel, die daS junge Glück gesehen, zu veräußern. Daran knüpften sich die Erinnerungen, bie in der trüben Gegenwart den einzigen Lichtschimmer bildeten. Und so zogen sie wieder. Es War der schwerste Wohnungswechsel, die neue Wohnung lag in der entlegensten Gegend, und bie Bedingungen Waren hart. Doch sie war billig, freilich so eng die mehr wie einfachen Räume! Wenn sie an das kleine Gärtchen von einstmals dachten?

Es War ein trauriger Anfang, dies Warten auf ber Straße, vom neuen Heim. Es bnnkelte. ber franke Junge schluchzte, ba enblich kam der Wagen.,Sie kommen doch zu spät!" meinte der Mann im leisesten Vorwurf. Aber der fiel auf ben unrechten Boden:Blos noch ein Wort sagen Sie . . .!" kam es drohend zurück. Unb bann flogen bie Möbel unb sonstigen Sachen krachend auf den Wagen.So'n Plunder!" klang es dabei höhnisch, sehr hörbar.Vater, meinen die uns?" fragte der Junge.

Endlich War man draußen, endlich standen die Möbel unregelmäßig in den kahlen Räumen. Weinend sank die Frau ihrem Manne an bie Brust. Wie ungemütlich, wie verwahrlost bas ganze kleine Gelaß, braufeen in ber Küche die feuchten Wände. Und dann das Geschrei unb ber Lärm aus den anberen Wohnungenl Blos, daß es hier billiger War.

lassener Weiterzahlung von 1.40 Mk. bis 3.60 Mk. jährlich tritt unter Umständen ein Rentenverlust von jährlich zirka 200 Mk. ein. Durch solchen Fall wird grell beleuchtet, wie groß die Gegenleistung im Falle der Fortzahlung der jährlichen Mindest­beiträge Während 10 Jahren ist. Als bedauer­licher Mangel zeigt sich aber auch die Nicht-Er- Wäbnung der wichtigen Bestimmung Über Er­löschen der Anwartschaft auf den Quittungs- karten. Denn die Vorschriften, bie sich auf ber Rückseite ber Quittungskarte gedruckt finden (über Verbot von Eintragungen und Vermerken unb Zu- rückbehalten ber Karten) sind bagegen von unter- georbnetcr Bebeutting; sie sind OrdnungSvor- fchristen, beren Uebertretung mit Strafe bebroht ist, währenb jene Bestimmung bas ganze Renten­recht in Verlust geraten läßt. Man kann barüber verschiebener Meinung sein, ob diejenigen Recht haben, Welche meinen, eine so scharfe Bestimmung sei im Interesse der menschenfreundlichen Grund­lage des Gesetzes nicht zweckentsprechend. Von der Nützlichkeit und Notwendigkeit aber werden alle. Welche den Segen der Invalidenversicherung auch möglichst ohne Bruch zur Wirkung kommen lasten möchten, überzeugt fein, daß den Versicherten die überaus wichttge Bestimmung über das Erlöschen des Rentenrechts zur genauen Kenntnis gelangt und jederzeit gegenwärtig sein muß.

Dr. -Ingenieur.

Für die Zulassung von Diplomingenieuren anderer Hochschulen zur Promotion zum Doktor- Ingenieur an einer der königlichen technischen Hochschulen Preußens sind soebenBedingungen" aufgestellt. Danach werden zur Promotion als Doktoringeniner zugelassen: 1) Bewerber, welche im Sinne der Promotionsordnung für bie Ertei­lung der Würde eines Doktoringenienrs durch die technischen Hochschulen Preußens' das Reifezeugnis eines Gyninasiums oder Nealgvmnasiums oder einer Oberrealschule des Deutschen Reiches besitzen unb die Diplomprüfung an einer deutschen tech­nischen Hochschule ober einer deutschen Bergaka­demie bestanden haben. 2) Bewerber, welche statt eines unter 1) erwähnten Reifezeugnisses das Reifezeugnis einer bayerischen Industrieschule, der sächsischen ©emerbeafabcmic in Chemnitz oder eines österreichischen Gymnasiums, Realgymna­siums oder einer Oberrealschule besitzen, sofern diese Schulen deutschsprachig sind. 3) Bewerber, Welche statt der Diplomprüfung an einer deutschen technischen Hochschule die Regierungsboumeister- prufung bei einer deutschen staatlichen Prüfungs­kommission oder die zweite Staatsprüfung an einer österreichischen Hochschule mit deutscher Un- terrichtssprache oder bie Diplomprüfung an bet eibgenössischen Politechnischen Schule in Zürich bestauben haben. 4) Ueber die Zulassung Stn- bierenber von anderen als den unter 2) und 3) genannten Lehranstalten entscheidet im Sinne der Promotionsordnung daS vorgeordnete Mini- sterium von Fall zu Fall, auf Grund der Anträge der betreffenden Abteilung, bei Welcher sich der Be­werber meldet, und der Berichte von Rektor und Senat. 5) Es Wirb hierbei angenommen, bafe bi« beutschen technischen Hochschulen und bie auslän­dischen technischen Hochschulen mit deutscher Unter- richtssprache Gegenseitigkeit üben. 6) Studierende von anderen als den unter 2) genannten In- dustrieschlilen unb ber Gewerbeakademie, insbe­sondere von höheren Gewerbeschulen, Baugewerks- fchulen unb sonstigen Fachlehranstalten können --ri-u '_______=_____----

Billiger! Welche Summe von bitteren Er­fahrungen steckt in dem Suchen nach dem billiger" in der Großstadt?

Der scheu gewordene Elefant.

Im Zoologischen Garten zu Halle a. S. ent­stand am letztenbilligen" Sonntag eine fürchter­liche Panik dadurch, daß ber siebenjährige, mittel­große Elefant, der als Reittier benutzt Wurde und der im Sattel drei Kinder trug, plötzlich scheute. Mit einem Ruck schleuderte er nach einem Bericht derKöln. Ztg. bie drei Kinder ab uni durchbrach die Absperrung; dann trottete der Ko­loß, der noch ziemlich gutmütig War, durch die Menge, eine Anzahl Personen bei Seite stoßend unb Tische, Stühle und Tasten zertrümmernd. Die Wärter versuchten ihn in seinen Zwinger zu schaffen. Durch das Hilferufen der bestürzt nach allen Seiten auseinander stiebenden Menschen­menge Wurde der Elefant noch mehr erregt und lief nun, eine Frau und einen Kinderwagen mit einem Säugling sowie eine Laterne umstoßend, in die ilit Geflüchteten gefüllte Veranda. Dori zertrat er Tische unb Stühle unb drückte, sich in einer Ecke drehend, eine Anzahl Personen emb« sindlich gegen die Wand, wobei mehrere stark ge- cmetscht Wurden. Es dauerte längere Zeit, bis man den störischen Gesellen soweit gebändigt hatte, bafe er abgesühri werden konnte. Mehrere Kinder und vier Erwachsene waren ziemlich er­heblich zu Schaden gekommen unb mufeten ber- bunben Werden. Zahlreiche Personen Würben ohnmächtig. Eine Dame erlitt einen Armbruch und Unterschenkelbruch. Das Tier War früher schon als Reittier benutzt, aber in der letzten Zeit nicht mebt bmu verwandt worden.