alt dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbellager Jllustrirtes Sonntagsölatt
M 257
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Donnerstag, 1. Oktober IE «,
Erstes Blatt.
Mittelstandspolitik.
Wir leben gegenwärtig nicht nur im Zeitalter deS Verkehrs, sondern mehr noch in dem sozialer Reformen. Alle Gesellschaftsschichten sind von sozialem Empfinden durchflutet, teilweise ist Sozialpolitik sogar eine Modesache geworden, eine Salon» und Kathederpolitik. Und bei der großen Mehrzahl ist dieses soziale Empfinden meistenteils recht einseitig, eS bezieht fich nur auf die Arbeiter. Alle Fragen, die sich als .Arbeiterfrage" stempeln lasten, dürfen sicher fein, die breiteste Erörterung und Beratung zu finden, von berufener und unberufener Seite. Aber alle diese so empfindsamen und fürsorglichen Kreise von Sozialreformern find gewöhnlich hart und schwerhörig, wenn e8 sich um die Jnteresten deS gewerblichen Mittelstandes handelt. Daß aber in der Fürsorge für den gewerblichen Mittelstand ein Stillstand eintreten sollte, ist einfach unmöglich. Nur müssen die Angehörigen ,der erwerbenden Stände selbst sich rühren und insbesondere ihre beiden größten Feinde mit aller Macht bekämpfen, die Sozialdemokraten und die Freihändler, welche der Meinung sind, das Kleingewerbe gehe naturgemäß seinem Untergange entgegen, also brauche zu seinen Gunsten nichts getan zu werden.
Die Sorge um das Gedeihen des Kleinhandels und des Handwerks, überhaupt die wirtschaftliche Stärkung der mittleren Erwerbsstände beschäftigt gerade jetzt in hervorragendem Maße die innere Politik. Und diese Frage ist von ikngeheurer Wichtigkeit für die wirtschaftliche Entwicklung und Zukunft Deutschlands. Welch wertvoller Volksbestand gerade möglichst zahlreiche selbständige wirtschaftliche Existenzen in einem Staate sind, wie wir sie zum Glücke im Kleinhandel, im Handwerk und im Bauernstände noch besitzen, bedarf eigentlich keiner besonderen Hervorhebung. Schon in Bezug auf die Steuerkraft sind diese Existenzen wertvoll, noch wertvoller aber in ihrer Eigenschaft als unabhängige staatserhaltende Elemente. Der Rückgang an kleinen Geschäftsexistenzen ist eine der bedauerlichsten und auch gefahrdrohendsten Erscheinungen im deutschen Wirtschaftsleben. Denn hundert kleine selbständige, Geschäftsleute, ^umal wenn sie noch eine Familie haben, sind für die Gesamtheit und für den Staat wichtiger und wertvoller als etwa ein Großkaufmann mit hundert Angestellten. DaS Großkapital ist heutzutage in seiner Tendenz international, an keinen Ort gebunden, der gewerbliche Mittelstand aber, der mit dem Vaterlande, mit Wohnsitz und Heimat eng verwachsen ist und auch meist treu an ihr hängt, kann nur national fein.
Frau Lore.
35 -- Roman von I. Jobst. . >
- «Fortsetzung.)
„Der Baron trägt immer Blumen auf daS Grab seines Kindes an besten Todestage und so auch heute und keiner darf ihn dann stören, auch ich nicht, sagt Erdmann, und Christian hat dazu genickt. Aber die Blumen darf ich doch 'auf das Grab bringen?"
„Gewiß, Werner," sagte Lore und blickte bewegt in die schönen, dunklen Kinderaugen, in denen eine Welt von Mitleid lag.
„Wo soll ich aber welche finden? In unserem Garten sind noch keine."
Er blickte bekümmert über die neugeschaffenen Anlagen, in denen wohl überall junge Gemüse vielversprechend grünten und blühten, aber Blumen — nein, damit sah es noch kläglich aus.
„Weißt Du was, Werner? Ihr pflückt mir Vergißmeinnicht auf der Wiese und ich mache einen dicken Kranz daraus, die blauen Blumen paffen auch am besten für ein Kindergrab."
„Ja, Mama, ich will gleich welche holen."
„Warte noch ein Weilchen, Marik wird gleich mit Ursel kommen und dann geht ihr zusammen. Ich habe noch im Garten zu tun und Guste will wir helfen."
„Ich gehe und hole sie!" rief Werner, er war voller Ungeduld fortzukommen. Ter Kranz lag ihm sehr am Herzen. Er wußte genau, wo die Blumen standen, auf der Parkwiese am großen Teiche, da war es ganz blau von Vergißmeinnicht.
Bald darauf marschierte Marik mit den Kindern vergnügt durch bicjheine Junisonne durch den Park der Wiese zu. L-ie sahen nicht, daß unter den hohen Kastanien dort ein trauriger, grübelnder Mann saß, der fetzt verwundert mif die Nahen
Wenn daher in sogenannten liberalen, sozialen und sozialdemokratischen Kreisen behauptet wird, den MittelstandSklasten sei nicht zu helfen, so beweist dieS eben nur die engherzige und kurzsichtige und seitens der Sozialdemokratie direkt brutale Jnterestenvertretung dieser Parteien. Der „Obergenosse" Ledebour äußerte sich über den Mittelstand folgendermaßen:
„Die Sozialdemokratie hat mit den Mittelstandsparteien absolut nichts gemein und wird fich niemals dazu hergeben, die Jnteresten des Mittelstandes, d. h. der Handwerker, Ladenbesitzer, kleinen Industriellen usw. zu vertreten, da auch diese nur zu der Klasse der Ausbeuter gehören. Die Sozialdemokratie ist nicht dazu da, die in ihrer Existenz bedrohten kleinen Gewerbetreibenden zu schützen oder zu stützen, sondern eS liegt nur in der Absicht der Sozialdemokratie, daß diese Elemente, die dem Existenzkampf nicht gewachsen find, ihre Selbständigkeit aufgeben; aus irgend welche Hilfe gegen die Pressionen des Großkapitals, der Großindustrie, der Großbazare, der Konsumvereine usw. hat der Mittelstand seitens der Sozialdemokratie nicht zu hoffen, sondern eS wird gerade daS Bestreben der Sozialdemokratie sein, solche Bazare, Großindustrien usw. im Kampfe gegen den Mittelstand zu unterstützen."
Der sozialdemokratische Häuptling Ledebour hat hier nur noch einmal kurz zusammengefaßt, was die Sozialdemokratie stets durch Wort und Tat bewiesen hat- Genau so wie die selbstständigen Kleingewerbetreibenden will die Sozialdemokratie bekanntlich auch die Bauern aus ihrer Selbständigkeit vom freien Besitz der eigenen Scholle vertreiben und zu Zuchthausstaats-Arbeitern auf dem der Allgemeinheit gehörigen Acker machen.
Was man von der Mittelstandspolitik der Liberalen zu halten hat, darüber gibt „Der Mittelstand", das Organ des deutschen Bundes ür Handel und Gewerbe, das sich die wirt- chaftliche Hebung der Erwerbkstände angelegen ein läßt, in nicht schärfer sein könnender Kürze olgende Auskunft: „Der Liberalismus, »er die jetzige Notlage deS deutschen Mittelstandes geschaffen hat und jede Abhilfe verweigert, ist nicht daS kleinere Uebel, sondern genau so unser Feind wie die Sozialdemokratie." Eine Bemerkung hierzu würde nur abschwächend wirken.
Die konservative Partei aber kann eS sich zum Verdienst anrechnen, daß sie die Leiden deS Mittelstandes erkannt, gewürdigt und vor der Regierung und dem Lande zu Gehör gebracht hat. Sie ist stets für denselben eingetreten, da sie ihn allezeit für durchaus lebensfähig und für einen absolut notwendigen Bestandteil eines gesunden Staatswesens hält und der Ansicht ist, daß derselbe nicht soweit zurückgegangen wäre, wenn feine Interessen staatlicherseits immer die nötige Berück-
den blickte. Marik, das Kindermädchen, stimmte fröhlich ein Liedchen an, aber da zupfte Werner sie ärgerlich am Nock und rief:
„Sei still, Marik, heute darf hier niemand fingen."
„Warum denn nicht?" fragte sie erstaunt.
„Weil es der Baron hören könnte und der sitzt doch da und weint um seinen Jungen."
Das leuchtete der sonst nicht übergescheiten Marik ein, denn sie hatte ja diesen Morgen schon das wundervolle Grab auf dem Kirchhof gesehen. Dem alten Baron dort drüben auf der Bank feuchteten fich die Augen vor Rührung bei den Worten des Knaben, dessen helle Stimme deutlich zu verstehen war. Er zog sich noch weiter zurück, damit die niederhängenden Zweige ihn ganz verdeckten, und sah dem fröhlichen Treiben aufmerksam zu. Das war also das kleine Schwesterchen, sie schien ein süßes kleines Ding und gaukelte aus der Wiese herum mit ihren roten Hütchen wie eine fremdartige Blume. Wie fix sie nur auf den Beinen war!
„So," sagte Marik, sicki mitten in das Gras setzend, „nun haben wir fürs erste genug, ich will nur gleich anfangen mit dem Kranze."
...Kannst Du einen Kranz wickeln?" fragte Werner leuchtenden Auges.
„Das will ich meinen, Bubi, er soll so dick werden wie mein Arm."
„Oh." rief der Junge, „das ist gut. daß Du das kannst, dann brauchen wir nicht auf Mutter zu warten und bringen ihn gleich auf das Grab, das wird den Baron freuen."
„Ja, Werner, aber nun müßt Ihr auch fleißig suchen."
Die Kinder schleppten Blumen aus Blumen herbei, sie mußten weiterim Umkreise suchen und entfernten sich immer mehr von dem in vollem Eifer windenden Mädchen und dem heimlichen
sichtigung gefunden hätten.' Erst auf dem letzten Delegiertentage der konservativen Partei war ein sehr wesentlicher Abschnitt der Mittelstandsfrage gewidmet und der Abwehr der zahlreichen und schweren Schäden, unter denen heute Handel, Handwerk und Gewerbe, wie die Landwirtschaft, leiden, der Wiederherstellung der Sicherheit der selbständigen Existenz und Sicherung deS berechtigten Arbeitsertrages auch für den deutschen Mittelstand in Handel, Handwerk und Gewerbe, und in der Landwirtschaft, damit sie alle ihre wirtschaftliche Existenz zu behaupten vermögen. Auf diesem Gebiete werden die Konservativen beharrlich und kräftig weiterarbeiten, wie bisher. Wird dabei au» den Kreisen des gewerblichen Mittelstandes heraus eine kräftige Unterstützung geleistet, so wird und kann eS an einem Erfolge nicht fehlen.
Umschau.
Der Zarenbesuch in Wien und die Lage auf dem Balkan.
Die Anwesenheit deS russischen Kaisers und seines Ministers des Aeußern wird Gelegenheit geben, die Lage im Orient in jeder Beziehung gründlich zu erörtern, zumal die Mazedonier wieder neue Bewegungen unternommen haben und von türkischer Seite Befehle ergangen sind, mit unnachsichtlicher Strenge gegen die Aufrührer vorzugehen. Jntereffant ist die Besprechung des Wiener „Fremdenblatt", daS die amtliche Auffaffung der Bedeutung deS Besuches und der Lage auf dem Balkan wiedergibt. DaS offiziöse Blatt weist, wie „W., B." meldet, darauf hin, daß die öffentliche Meinung in Oesterreich • Ungarn das Einvernehmen mit Rußland seit seinem Bestehen hoch eingeschätzt hat. Die enge Annäherung hat sich in allen Phasen der mazedonischen Bewegung bewährt, womit der Beweis erbracht sei, daß sie aus der Erkenntnis der beiderseitigen Jnteresten hervorgegangen ist und daß die vertrauensvollen Beziehungen, zu denen man nach lange dauernder Rivalität gelangt ist, auf einer mehr als vorübergehenden Grundlage beruhen. Rußland strebt im Verein mit Oesterreich - Ungarn nicht Gebietsgewinn an, sondern die ruhige Fortentwicklung der einheimischen Bevölkerung in den gegenwärtigen Grenzen. Die Friedensliebe beider Herrscher traf ebenso wie die politischen Interessen beider Länder zusammen und daraus ergab sich die Konsequenz, daß man die Gestaltung des Schicksals der Balkanhalbinsel nicht unberechenbaren und leidenschaftlichen Bewegungen überlassen dürfe, welche dort, durch die türkische Mißwirtschaft begünstigt, immer wieder entstehen, und daß man, so oft eS erforderlich sei, gemeinsam auf den Gang der Dinge einwirken müsse. Das Zufammenwirken Oesterreich-
Zuschauer dort hinter den tief herunterhängenden, grünen Zweigen. Jetzt kamen sie wieder an, Klein- Ürsel brach die Blumen schon so geschickt mit den kleinen Händchen, aber was bedeutete das gegen Werner, der stets einen Arm voll herantrug, und noch immer wollte sich der Kranz nicht schließen, weil die übergescheite Marik ihn so dick machen wollte wie ihr Arm.
„Er wird prachtvoll, Marik, lobte Werner, „aber er braucht doch viel Blumen."
„Sucht nur, es find ja noch so viele da, ich werde mich etwas näher an Euch heransetzen."
Geduldig gingen die Geschwister wieder auf die Suche, und plötzlich stieß Werner einen Jubel- schrei aus, dort vor ihm leuchtete es wieder blau hervor, er pflückte und pflückte, er machte fich nichts daraus, daß der Boden etwas feucht und weich wurde, denn dort standen die schönsten. Ursel half fleißig und lief eifrig voraus.
i Dem Lauscher da drüben unter dem Baume < wurde es plötzlich ängstlich zu Mute. Mein Gott, i dort lag doch der sumpfige Teich, dessen Ufer dicht mit Schilf und Rohr bestanden tour. Wenn da nur kein Unglück geschah. Der Gedanke ließ ihm keine Ruhe mehr, das Mädchen dort vor ihm war eine schlechte Hüterin, die wickelte nur mit feuerroten Backen an ihrem Kranz und sah nicht auf.
Mit großen Schritten ging der Baron am Rande der Wiese entlang, immer" fich möglichst deckend, denn er wollte nicht unnötig gesehen werden. Doch jetzt war es ihm, als ob er einen erstickten Schrei und ein Plätschern hörte. Eine unheimliche Stille folgte, aber nur nm- so rascher lief der Baron, die Angst trieb ihn vorwärts. Am erschrocken aufspringenden Mädchen eilte er vorbei und stand am Rande bes Wassers.
Wo waren die Kinder?
Da bemerkte er eine Bewegung im Schilf und sprang der Stelle zu.
Ungarns und Rußlands konnte die Unruhen auf dem Balkan freilich nicht hindern, sein erster und höchster Zweck ist, Mißverständnissen und Trübungen zwischen beiden Reichen selbst vorzubeugen. Diesen Zweck hat es vollkommen erreicht. Die Freundschaft zwischen beiden Reichen ermöglicht ein kräftiges Einwirken zu Gunsten der Erhaltung des Friedens zwischen den Balkanstaaten, die sonst auf ihre Rivalität rechneten, und ein kräftiges Einwirken auf die Türkei. Wenn auch die mazedonischen Komitees ihre Tätigkeit mit gesteigertem Terrorismus fortsetzen, so ist durch daS energische Auftreten der beiden Kaiserreiche doch erreicht worden, daß Bulgarien den Frieden bewahrte. — Wir wollen hoffen, daß sich dank der Ueberem- stimmung der beiden am meisten an dncm ruhigen Zustande auf dem Balkan ü teressiertcn Großmächte auch die gegenwärtige schwere Situation überwinden lassen wird und daß eine allmähliche Besserung der Zustände in den europäischen Provinzen der Türkei eintritt.
Von der Konservativen Partei.
Am 30. September findet im Abgeordneten- hause eine Sitzung des Eller-Ausschusses der konservativen Partei, verstärkt durch die Vorsitzenden der Provinzial- und Landesvereine statt, in der über die nächsten Maßnahmen der Partei und ihre politische Stellungnahme beraten werden wird. Im Anschluß hieran schreibt die „Neue politische Korrespondenz": Die Tatsache, daß unter der dreißigjährigen Herrschaft des , allgemeinen und öffentlichen Wahlrechts die Sozialdemokratie sich in verderblicher Weife entwickelt hat, beschäftigt ttnfere maßgebenden politischen Kreise unausgesetzt. Durch den Dresdener Parteitag ist auch dem blöden Auge klar geworden, wie diese Bewegung nach und nach die unsaubersten Elemente, skrupellose Beutejäger und klägliche Maulhelden, an die Oeffentlichkeit gebracht und zu Bütteln und Schrittmachern einer ungeheuren, an sich nicht bösartigen, aber urteilslosen nud leichtgläubigen Masse gemacht hat. Hierin liegt unzweifelhaft eine schwere aktuelle Gefahr für unser gesamtes Staatswesen, schon deswegen, weil durch die sittliche Verkommenheit der „Führer" große wichtige Schichten des Volkes allmählich vergiftet werden müssen.
Allerdings wäre es durchaus verfehlt, der Sozialdemokratie gegenüber fich mit der bloßen Repression zu begnügen. Vielmehr wird, angesichts der schweren akuten Gefahr, von der Staat und Reich bedroht ist, ein neuer Appell an alle Parteien, an alle auf dem Boden unserer Gesellschaftsordnung stehenden — kurz an alle vaterländisch gesinnten Männer — ergehen müssen, fich um das Reichsbanner, um die sturmerprobte Preiißenfahne zu sammeln und sich in einer produktiven, groß angelegten, nationalen und im guten Sinne volkstümlichen Politik zu einigen.
Der Liberalismus wird aufgeben müssen eine Städte-Partei zu sein, und er wird es umso eher tun können, als dieser Standpunkt offensichtlich zu feiner allmählichen Vernichtung führen würde — verdanken doch auch die National-Liberalen ihre numerischen Erfolge lediglich den vielge-
„Gut, daß Du kommst, Barou, ich kann sie nicht mehr länger halten," tönte es ihm aus Werners Mund entgegen, er hielt mit der einen Hand Ursels Röckchen über dem Wasser, während deren Köpfchen unter dem Wasser lag. Im nächsten Augenblicke sah der entsetzte Retter in der Not beide Kinder untergehen. An einem Pfahl der hier im Wasser emporragte, und an welchem der Fischer sein Boot zu befestigen Pflegte, hatte sich der Knabe bis dahin festgehalten, als er dein Schwesterchen zu Hilfe gesprungen war, tapfer wie ein Held und ohne einen Schrei auszustoßen. Einen Augenblick später, und alles wäre vorüber gewesen. Jetzt lagen sie, von dem starken Arm des alten Herrn gefaßt, auf der Wiese in der Sonne, indessen die leichtsinnige Hüterin heulend daneben stand.
„Angefaßt, rasch!" befahl der alte Herr und riß die Kleidung des Mädchens herunter, das gänzlich bewußtlos war, Werner blinzelte schon mit den Augen, er kämpfte nur noch mit dem hinuntergeschluckten Wasser, und der Baron befahl dem schluchzenden Mädchen, ihn hoch _ zu nehmen, indessen er sich mit dem armen Schwesterchen beschäftigte. Er rieb und klopfte das zarte Körperchen und leitete die künstliche Atmung gleich einem erfahrenen Arzte. Gleichwohl dauerte es eine ganze Weile, bis die Gefahr vorüber war. Dann gab er Marik Klein-Ursel auf den ArM und er nahm Werner; so rasch es anging, durchschritten sie den Park und stießen gerade vor der Tiir des Kavalierhauses auf Frau Lore. .
„Ein kleines Abenteuer, Fran Sore, die Kinder haben ein Bad genommen und nun wollen wir sie geschwind zu Bett bringen. Beruhigen Sle sich nur, sie atmen beide, aber das Schwesterchen hat tüchtig Wasser schlucken nnissen, daher ist eß so blaß."
.(Fortsetzung folgt .X,