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Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
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Erstes Blatt.
Was ist in ©erbten geschehen?
Der heftige Zusammenstoß zwischen denjenigen serbischen Offizieren, welche bei dem KönigS-Drama im Rosenmonat nicht beteiligt waren und den 68 Verschwörern, die Alexander und Draga, der Königin Brüder, mehrere Minister, Adjutanten und Soldaten ermordeten, muß Erstaaunen erwecken. Aus Belgrad wird gemeldet, der Grund für das Auftreten des größeren Teils der Offiziere sei darin zu suchen, daß sie es als eine Schande für die Armee ansehen, Kameraden der Königsmörder zu heißen. Wenn man daran denkt, daß seit dem Morde rund ein Vierteljahr vergangen ist, so muß man zugeben, daß sich die heute so entrüsteten Offiziere ziemlich lange Zeit gelassen haben, bis sie die Empörung zum Ausdruck brachten. Und im allgemeinen ist die Erbitterung über einen solchen feigen Meuchelmord doch am stärksten unmittelbar nach der Tat, nicht erst geraume Zett nacher. Man muß daher bezweifeln, daß die Entrüstung gegen die Königsmörder wirklich das Hauptmotiv für das Auftreten der unbeteiligten Kameraden ist, es muß mehr geschehen sein. Daß die Forderung der Bestrafung in der Offiziers-Proklamation in denVordergrund gestellt ist, beweist noch nicht, daß es sich nur hierum handelt; der Stoß richtet sich mehr gegen den König Peter, wie gegen die Männer, die ihm den Weg zum Thron frei machten. Gegen die Mörder Alexander's und Dragas geht man vor, aber den König meint man. Warum? Der König hat die Erwartungen der Armee völlig enttäuscht; es ist nicht besser, sondern schlimmer geworden, wie es unter dem letzten Obrenowitsch war, mehr durch die, welche Peter I. beherrschen, ,cits durch seine eigene Schuld, indessen jedenfalls mit seiner Einwilligung. Und damit gewinnt auch das Schuldbild Alexanders und Dragas ein ganz anderes Aussehen, ein viel milderes als bisher für möglich gehalten wurde.
König Alexanderund seine Draga haben es arg getrieben, aber nicht besonders anders und nicht viel schlimmer, als man es im Orient und speziell in Serbien bisher gewöhnt war. Es wurde Draga vorgeworfen, sie habe Millionen bei Seite gebracht und im Auslande deponiert; diese schwerste Beschuldigung hat sich als unwahr erwiesen, die Hinterlassenschaft des Königspaares war nur mäßig. Dem König, wie Draga waren die politischen Rechte und die persönliche Sicherheit der Staatsbürger sehr nebensächlich; aber die Leute, welche heute den König Peter und seine Königsgewalt in den Fingern halten, treiben es nicht weniger arg, sonst würde die Offiziers- Gegenverschwörung nicht erfolgt sein. Und
17 (Nachdruck verboten.)
Frau Lore.
Roman von I. Jobst.
(Fortsetzung.)
„Gern, Herr Forstmeister, alle meine Freunde nennen mich so," sagte das frische Geschöpf ititbc« fangen und war sehr erstaunt, als Wieblitz ihre kleine, feste Hand ergriff und gerührt sagte: Sie rechnen inich also schon zu Ihren Freunden, Frau Lore? Wie mich das glücklich macht!"
Lore errötete etwas, dann aber sagte sie offenherzig: „Jedem bin ich nicht zugänglich, Herr Forstmeister. Nur hier in meiner kleinen Welt bin ich so — ja, will cs ehrlich gestehen —, so zutraulich. Da draußen in der Welt beiße ich die stolze Frau Assessor, und die Leute haben recht, wenn sie mich so nennen.,,
lieber das Gesicht der jungen Frau zog eine merkwürdige Wandlung; es Ivar, als ob alles unter einem Eiseshauch erstarre und die schönen Augen blickten stahlhart unter den feingezeichncten Augenbrauen in die Weite, als ob dort irgend etwas Feindliches nahe.
„Frau Lore," —Wieblitz faßte nach der schlaff herunterhängenden Hand — „hat Ihnen die Welt da draußen ein Leid getan?"
„Ja," lautete die barte Antwort, „und ich kann cs nicht vergessen."
„Auch in Ihrem Glücke nicht, Frau Lore?"
Langsam wendete sie ihm das bleiche, von Mondstrahlen hell beleuchtete Gesicht zu, die Augen in denen die Hörte schon schmolz, dann klagte sie leise:
„So fragt mich mein Walter auch, und ich kann nur antworten: auch in meinem Glücke nicht."
Wieblitz fragte nichts mehr, er fühlte, hier war er auf etwas Rätselhaftes gestoßen, zu dem er keinen Schlüssel fand. Aber daß die junge Frau
gerade diese große Mehrheit der serbischen Offiziere rühmt das Andenken Alexander's, der ihnen also angenehmer gewesen ist, wie Peter I. WaS ist also der eigentliche Mord - Anlaß gewesen? Der wüste Zank einzelner junger Offiziere in Belgrad mit dem ältesten Bruder der Königin Draga. Man muß den Ruf der Belgrader jungen Leute kennen, um beurteilen zu können, wie wenig Wert diesem Streit beizumessen war. Hat Nikodem Lunjewitsch, Draga'S Bruder, sehr wenig getaugt, so find seine Gegner nicht viel besser gewesen! Und darum diese Bluttragödie? Ja, darum! Die heutige Stimmung im ganzen Lande beweist, daß man Alexander und Draga eigentlich nicht mehr vorwerfen kann, als daß sie so in Serbien gewirtschaftet haben, wie dort stets gewirtschaftet worden ist. Aber jetzt ist es noch schlimmer.
König Peter ist eine Puppe in den Händen seiner 68 Tyrannen, die ihn direkt zum besten halten. Etwas mehr hat selbst der trunksüchtige Alexander aus königliche Autorität gehalten und mag man von der liederlichen Draga denken, WaS man will, als Königin hat sie eine große Selbstständigkeit, ein eifriges Bemühen gezeigt, ihrem Gatten den Respekt zu wahren. Was ist heute? Peter I. unterschreibt, was ihm die Schar der 68 Verschworeuen vorlegt, oder er zerreißt seine Unterschrift, wenn die Herren einen Erlaß nicht billigen, und der Minister Maschin, Draga'S einstiger Schwager und wütendster Feind, der selbst bei dem Morde beteiligt war, hält die Minister im Zaum. Unter Alexander hatten sie nur deS Königs Willen zu erfüllen, aber das war immer noch anständiger als heute, wo sie nach der Pfeife von ein paar Dutzend junger Leutnants zu tanzen haben. Auf das Recht wird heute ebensowenig geachtet, wie es früher geschehen ist. Das find erbauliche Zustände, man muß es sagen.
Trotz aller Hoffnungen des Königs und des Ministerpräsidenten, die Dinge in Frieden beizulegen und den Frieden zwischen den feindlichen Kameraden zu erhalten, hängt ein neues Spiel um Menschenleben nur an einem seidenen Faden. ES handelt sich hier um Köpfe, jede Partei scheint abzuwarten, wenn sie den Gegner am besten tödlich treffen kann. Und ein Zufall kann den grimmig lodernden Haß zur Tat werden lassen. Da brauchen nur zwei junge Offiziere von jeder Partei beim Glase aneinander zu geraten, und die Katastrophe ist fertig. Dann mag König Peter I. wieder und wieder Halt! rufen, es wird zu spät sein. Der König kann den anfänglichen verhängnisvollen Fehler, den er dadurch beging, daß er seine Autorität gegenüber den Verschwörern nicht wahrte, nicht wieder gut machen, dazu ist es zu spät. Oder er müßte alle 68 KönigSmörder mit einem Schlage hinter Schloß und Riegel setzen. Und das tut er nicht, dazu hat er keine Kourage. Von seinem Charakter und seinen hervorragen-
so kräftig zu hassen verstand, das war keinem Charakter nur sympathisch. Die frische, impulsive, tatkräftige Frau würde schon Leben in das stagnierende Dasein der beiden Alten in Hoffelde bringen. Der alte Herr war früher ein eifriger Verehrer von Frauenschönheiten gewesen, so würde Frau Lores Anblick sein Wohlgefallen erregen und alles Weitere würde folgen. Klug war die junge Frau und taktvoll auch — welche feinfühlige Frau wäre das auch nicht! — nein, das Wagnis war nicht zu groß, er hoffte auf ein fröhliches Gelingen.
So nahm man denn am nächsten Morgen Abschied von einander in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. ♦ ♦
Tage vergingen. Frau Lores Spannung wuchs bis zur Unerträglichkeit. Walter nahm die Sache schon ruhiger, wenn auch nur äußerlich. Der Wunsch, die Mission — in diesem Sinne faßte er die Sache auf — zu einem glücklichen Ende hinauszuführen, war ihm doch schon in Fleisch und Blut übergegangen, und er wäre sehr betrübt gewesen, wenn alles im Sande verlaufen wäre.
„Na, Frau Lore, was gibt es Neues?" rief Braun der jungen Frau zu, als sie fliegenden Schrittes der Veranda zueilte, wo er mit ihrem Manne in dienstlichen Angelegenheiten Rücksprache nahm.,
„Einen Brief, Walter, einen Brief!" frohlockte sie schon von weitem, ein großes Kuvert hochhaltend. Nun stand sie vor ihm und konnte es gar nicht erwarten, bis ihr Mann von dem Inhalt Kenntnis genommen hatte. Das Schreiben war nur kurz und doch schien es ihr eine Ewigkeit, bis er aufblickte. Auch der Forstmeister war im einiger Aufregung, wußte er doch die Tragweite der Angelegenheit zu schätzen.
„Ich bin von dem alten Herrn als Administ, rator angenommen, die Bedingungen find glän-
den Herrscher-Tugenden ist früher viel geschrieben worden, aber es stimmte nicht, es war meist Reklame.
Ter serbische Monarch steht neben einem Pulverfaß. Jeder Augenblick kann eine Explosion bringen, alle Bemäntelungen und Beschwichtigungen aus Belgrad können dagegen nichts tuen. Man hat auch die Osfiziers-Gegenverschwörung acht Tage lang bestritten, und am Ende war sie doch zutreffend. Ein kleiner Anlaß kann hier die allergrößten Wirkungen haben, und dieser Anlaß kann in jeder Minute eintreten. Möglich ist es, daß die 68 Verschworenen über lang oder kurz den König dahin zu bringen suchen, diese inneren Verlegenheiten durch eine Einmischung in die türkisch-mazedonischen Wirren zu beschwören. Aber dann kann e8 Peter Karageorgewitsch erst recht an Krone und Thron gehen. Mit Bezug auf die speziell serbischen Verhältnisse kann man auch, frei nach Wilhelm Busch, sagen: König werden ist nicht schwer, König sein dagegen sehr ....
Umschau.
Aus den Kaisermanövern.
Die Kaisermanöver, die gleich am ersten Tage mit Kämpfen von entscheidender Bedeutung einsetzten, brachten am Dienstag zwei große Kavallerie-Attacken unter Anführung des Kaisers. Diese erreichten ihren Zweck, indem sie die Vorwärtsbewegung der blauen Armee (12. und 19. sächsisches Korps) zum Stehen brachte. Das 4. preußische Korps, das mit dem 11. zur roten Arme gehört, war am Montag, obwohl es bei Weißenfels den Feind zurückgeworfen hatte, vor der Uebermacht zurückgegangen. Am Dienstag toaren_ tion beiden Armeeabteilungen die Kräfte nach Süden zu konzentriert worden. Beide Führer (Rot befehligte General von Wittich, Blau General von Treitschke) entschlossen sich zum Angriff. Rot wollte Blau, so weit es die Saale tags vorher berschritten hatte, über den Fluß zurückwerfen. Blau beabsichttgte seine Bewegung westwärts fortzusetzen. Rot war verstärkt durch ein Kavalleriekorps unter Führung des Kaisers, das durch reitende Batterien und eine Maschinengewehrabteilung sowie Jäger zu Pferde vervollständigt wurde. Eine Attacke südwestlich Roßberg ließ der Kaiser durch heftiges Feuer der reitenden Batterien und Maschinengewehre unterstützen. Sie traf nach dem Bericht des „B. L.-A." den linken Flügel der Blauen empfindlich und wurde bis mitten in die 32. Division durchgeritten; besonders wuchtig traf der Stoß die zweite Kavalleriestaffel. Der Gesamttampf der beiden Armeeabteil, ungen spielte um die Roßbacher Höhen, ohne daß aber eine Aehnlichkeit mit der Schlacht von 1757 künstlich hergestellt worden wäre. Die Kaiserin wohnte auf Seiten der roten, König Georg von Sachsen aufseiten der blauen Partei den Gefechten bei. Der Anblick der vom Kaiser angeführten dahinstürmenden Kavalleriemassen war prächtig. Wie in der vorhergehenden Nacht, so verblieb der Kaiser auch in der Nacht zum Mittwoch im Gelände.
zend. Eine vorherige persönliche Vorstellung verbittet er sich, und zum ersten Oktober soll ich meine Stellung antreten," sagte der Assessor ernst.Sein Auge ruhte noch immer auf den kurzen Worten und den merkwürdigen Schriftzügen seines Onkels Erst jetzt, wo die Entscheidung gefallen war, wurde sich Schulz klar, welches Doppelspiel er künftig treiben wollte. Es hätte ihm können bange wer- den um den Einsatz; dann aber fiel fein Blick auf Lore, er hörte dort unten im Garten das Helle Sümmchen seines Sohnes. Elastisch sprang er auf, drückte in jähem Ausbruch feiner Gefühle fein geliebtes Weib an fein Herz und eilte zu dem Kleinen hin, der ihm sttahlend entgegenlief. Hoch in die Luft flog jubelnd der Knabe, einmal, zweimal, bis der Vater ihn in feine Arme preßte, mumelnd: „Für Dich mein Junge, alles für Dich und meine Lore."
Ganz verwirrt hatte ihm feine kleine Frau nachgefchaut. dann suchte ihr Auge Braun, sie sagte kopfschüttelnd: „Sie Walter sich freut 1 Er muß doch fehr glücklich über die neue Stellung sein."
„Kann er auch, mein liebes Kind," lautete Brauns Antwort, „lind daß alles so schön und glücklich wird, wie er und Wieblitz hoffen, dazu kannst Du auch später Dein Teil tun."
„Das sagt Dein Freund Recke auch," meinte Lore ordentlich zaghaft, „wenn ich mich nur richtig zu benehmen weiß in der mir so fremden Umgebung, Onkel Forstmeister."
„Sei nur Du selbst, Lore, dann wird schon alles gut werden."
„Aber ich bin Fremden gegenüber so scheu und Du weißt, bann verkrieche ich mich hinter mein unnahbares Gesicht. Ich mache sie graulen, weil ich mich graule."
„Denke nur stets daran, welches Unglück der alte Herr erfahren hat, dann wirst Du Mtleid haben jtnb Geduld. Im übrigen wird er sich
Die alte Melodie.
Der Pariser „Figaro" veröffentlicht eine Auslassung des Deputierten Etienne über das Verhältnis Frankreichs zu den Mächten. Etienne meint, daß Frankreich bei Befolgung feiner kolonialen Ausdehnungspolitik einen Konflikt mit den übrigen Mächten, vor allem mit England, vermeiden und namentlich die eghp- tische Frage zu lösen suchen müsse. Da daS Schicksal Elsaß-Lothringens die erste Sorge Frankreichs zu bleiben habe, so müsse man den Anschluß Englands an Deutschland gegen Frankreich zu verhindern streben. Je allgemeiner sich in Frankreich die Erkenntnis Bahn bricht, daß von der Allianz mit Rußland sür die echten französischen Interessen nichts zu erwarten ist, um so mehr empfindet man jenseits der Vogesen das Bedürfnis, Freunde zu erwerben, um so aufgeregter schaut man nach Elsaß-Lothringen hinüber. Aber natürlich ist auch von England die erwünschte Hülfe nicht zu erwarten. Weit eher ist eS möglich, daß die beiden Nachbarn in kolonialen Fragen wieder einmal hart aneinander geraten, als daß England, dessen kriegerische Leistungsfähigkeit ja der Burenkrieg an den Tag gebracht hat, der Versuchung nachgeben sollte, sich um Frankreichs schöner Augen willen von Deutschland Prügel zu holen. Und allein wagen eS die Franzosen nicht, mit uns anzu- binden. Sie werden sich deshalb auch in Zukunft damit genügen lassen, resigniert immer wieder die alte Melodie zu flöten, „daß daS Schicksal Elsaß-Lothringens die erste Sorge Frankreichs zu bleiben habe." Die Sorgen Frankreichs können uns aber nicht betrüben.
Po l n i s ch e s.
Die wirtschaftliche Organisation der Polen macht sehr rasche Fortschritte. Wie die „Post" mit« teilt, ist die Bildung eines polnischen Aerztever- bandes in die Wege geleitet, die Vorbereitung zur Gründung eines Verbandes der Vereine polnischer Kaufleute sind im Gange. Ein polnischer Gewerkschaftsverein wurde bereits vor einiger Zeit gegründet. Auch sonst bestehen verschiedene Bereinigungen wirtschaftlichen Charakters mit rein polnischer Tendenz. Bekannt ist ja, wie in den Ortskrankenkassenversammlungen deutsche Aerzte, Apotheker usw. nur deshalb, weil sie deutsch sind, von der Polnischen Mehrheit für ungeeignet gegolten werden. Soll erinnert werden an die Ee- werbegerichts- und Stadtverordnetenwahlen? Gibt es denn überhaupt noch etwas, daß die Polen nicht ausschließlich unter polnischem Gesichtspunkt betrachten. Eigene Warenhäuser und Genossenschaften der verschiedensten Art rufen sie ins Leben die polnischen Bauern- und Handwerker-Vereine werden für die nationale Propaganda nutzbar gemacht, kurz, der wirtschaftliche Kampf ist orga< nifiert.
wenig um Dich kümmern, nach dem, was Wieblitz über ihn erzählt hat."
„Das wäre das Beste, Onkel Forstmeister," atmete Lore befriedigt auf. „Aber wie wirft Du mir fehlen und unser Groß-Ursel!"
„Ja, Kind, uns wird es nicht besser gehen. Aber meine Zeit ist doch hier bald abgelaufen, ich habe fo was von einem künftigen Oberforstmeister läuten hören."
„Was Du nicht sagst! So ein heimlicher bist Du? Da wärst Du einfach fortgegangen, und wir hätten allein gesessen."
„Darum hoffe ich ja auch fo sehnlichst auf diesen Posten für Deinen Mann, Lore; so können wir uns in diesem Punkte keine Vorwürfe machen, wehrte Braun den Angriff ab.
„Unser liebes Schwarzbach,"sagte Lore ganz traurig vor sich hin. „So schön wie hier wird es im ganzen Leben nicht wieder."
Noch viel, viel fchöner wirds, mein liebes Frauchen. Walter stand mit Werner auf der Schulter hinter ihr. „Unser Junge soll doch später Landwirt werden, da kann er gar nicht früh genug aufs Land kommen."
Lores Augen öffneten sich weit: „Landmann soll er werden? Davon höre ich heute das erste Wort."
„Auf unfern Gütern auf dem Mond," lachte Schulz fröhlich auf und trabte mit dem jubelnden Kleinen die Veranda hin und her, und Frau Lore tat mit. Sie dachte nicht mehr an all das neue, was ihre junge Seele noch soeben bedrückte, nein,, ein fröhliches Kind des Augenblicks, überbot sie Jung-Werner in übermütiger Lust. Und der Forstmeister blickte feuchten Auges auf das jauchzende Glück der drei. Wie bald würde er es nur als liebe unvergeßliche Erinnerung besitzen!
Tiefblauer Himmel lachte über den Fluren., Die Sonne sandte noch feurige Strahlen herab- als habe sie sich im Kalender geirrt, und man