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(Nachdruck verboten.»
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'(Fortsetzung fei*)
zum Freiheitskainpfe auffordert. Nach Pariser Drahtungen erklärte der französische Minister des Auswärtigen Deleassä, das; die Tinge in Mazedonien eine sehr beunruhigende Wendung genmu- iitcti hätten nn das; eine sofortige energische Intervention der Mächte notwendig geworden sei. In dein Ministerrate drang schließlich die Meinung durch, das; man bezüglich der Balkanvorgänge noch etwas Geduld haben könne, gleichwohl wurde die sofortige Verstärkung der französischen Streck- kräfte in den türkischen Gewässern beschlossen. Zum Schlitze ihrer Landesangeörigen auf dem Balkan haben auch einige andere Regierungen bereits Maßnahmen getroffen. Oesterreich-Ungarn und Rußland sollen sogar Marinetruppcn zuni Schutze ihrer Botschaften und Konsulate gelandet haben. Die Regierung, der Vereinigten Staaten beabsichtigt, diesem Beispiele zu folgen. Deutschland hält sich vorläufig noch zurück unb wird diese Stellungnahme hoffentlich auch in Zukunft nicht ändern.
armen Knaben direkt vor die Hufe der Renner, die vor Schreck durchgingen. Dem vor Grauen fast wahnwitzigen Vater waren die Zügel entglitten, die arme Mutter lag in Ohnmacht. Ich will es kurz machen — das arme Kind war tot. "
Dec Assessor schwieg, das grauenvolle Geschick der armen Eltern Packte stets von neuem sein gutes mitleidiges Herz.
"Das ist furchtbar!" unterbrach Braun endlich die Stille, „das ist ja mehr als ein Menschenherz ertrage»; kann."
„Und doch überlebte es mein armer Freund,- nahm Wieblitz das Wort, aber cs machte ihn zu einem scheue»; Sonderling, der sich mit seiner vergrämten Frau in die tiefste Einsamkeit zurückzog. Nur seiner Liebhaberei als Jäger ging er noch nach und der verdanke ich, daß ich mit ihm im Verkehr blieb."
„Aber vo»; seinen Verwandten hat er ,;ach dein Begräbnis seines Knabe»; und Erben keine»; mehr gesehen in der langen Zeit, cs sind wohl nun an vierundzwanzig Jahren. Da die beide»; Bruder meines Vaters keine mänillichen Nachkomme»; besitzen, bin ich der Erbe des große»; Besitzes, welche Fügung des Himmels mir bis jetzt nur Haß emge- tragcn 'hat vo»; Seite meines armen Onkels. Allen Versuchen meines Vaters, meiner Verwandten, ihn mit mir bekannt zu machen, setzte er hartnäckig Widerstand entgegen. Nach dem Tode meines Vaters vor sechs Jahre»; schrieb ich einen Brief, er kam postwendend zurück: gelese»; hat ih»; mein Onkel sicher nicht. Diese Entfremdung in der nächsten Familie ist mein großer Kummer und ich mag in der Welt nicht als der Erbe gelten eines Mannes, der mich so unsinnig haßt."
„Und doch ist mein Freund in seiner Herzens- einsamkeit schwer zu beklagen, namentlich jetzt, wo auch das Alter sich scho»; fühlbar macht.*
Wachsende Wirren.
Tie Balkanvertvicklunger; werde»; doch wohl nach Art des Gordische»; Knotens durch das Schwert ,resp. Pulver und Blei gelöst werde»; müssen. Der Sultan Persönlich scheut zwar noch vor dieser Lösung zurück, die Regierung und die Militärbehörden in Konstantinopel drängen ihn jedoch zu»»; Entschluß. Was auch ’inincr über das Verhältnis der beiderseitigen Trnppen- stärke»; gesagt und geschrieben, worde»; sei»; »nag , die Türkei wird siegreich aus einem Kriege mit de»; aufständischen Bande»;
hervorgehen, selbst, mein; mit diesen Bulgarien und Serbien gemeinschaftliche Sache
machen sollten. Die Furcht vor einer Niederlage ist nicht die Ursache der schwankende»; und unent- schlossenen Haltung Abdul Hamids II., die Ursache liegt tiefer, sie besteht in der nicht unbegründeten Besorgnis, daß am Ende auch einem türkischen Siege, und wenn dieser mit den schwerste»; Opfer»; erkauft wäre, der Loh»; Vorenthaltei; werde»; würde. Der türkische Oberkriegsrat hält tägliche Sitzui;gen, die sich durch die ganze Nacht aus- dehnen. Das Resultat seiner Beratungen , ist immer dasselbe: Krieg gege»; Bnlgarie»;. Einer besonderen Kriegserklärung bedürfe es angesichts dec Vasallenstellung Bulgariens zur Türkei nicht, es genüge der Beseh! des Sultans zum Angriff. Allenfalls könnte ja der bulgarische»; Regierung ein Ultimatum zugestellt werden. , Den; Sultan wird schließlich nichts anderes übrig bleiben, als diese»; wohlerwogene»; Ratschläge»; Folge zu geben. Zunächst versucht er es allerdings noch auf dem Wege des Zuredens und, der Ermahnung. So„ist erst dieser Tage iüicber eine Proklamation der türkische-; Regierung a»; die BevölkeningMazedoniens ergangen, i»; der diele aufgefordert, »vird. die A;»f- r"izunge»; der Rebellen zurückzuweisen, da für sie nach jeder Richtung hi»; nach Kräfte»; gesorgt werde»; würde. Die bulgarische»; Bande»; beueh- nie»; sich dagegen wie die leibhaftigenMordbrenner und Verbrecher. Ihr Komitü erklärte einem Gewährsmann der „Köln. Ztg.": Wir verfüge»; über ungeheure Dynamitmassen, Sprengstoffe, zwanzig Fläschche»; Pestbazillen, Gewehre, Munition und Geld. Wir sind fest entschlossen, wen»;, nicht der Krieg zwischen Bulgarien und der Türkei oder aber eine europäische Einmischung erfolgt, die »na- zedonische»; Städte mit Dynamit zu zerstören, d;e Dörfer zu verbrennen, die Brunne»; und Wasser- leilungc»; zu verseuchen. Wir ,rechnen bestimmt auf bei; Ausbruch eines bulgarisch-türkische»; Krieges, da andernfalls die Anarchie nach Bulgarien übertragen werde»; Würbe. Vor eine solche Wahl gestellt, wirb Fürst Ferdinand in den Krieg willigen. Darauf gründet, sich, unsere Hoffnung. Und unsere Befürchtung. Ivie wir hinzufügen, der wir scho»; vor mehrere»; Woche»; Ausdruck gegeben haben. Bricht in Bnlgarie»; die Anarchie aus, daiu; ist jede AMvcndung eines diploumtischen Druckes zur U»;möglichkeit gemacht, dann könne»; Rußland und Oesterreich-Ungar»; nur noch einen Einfluß ausübu, wenn sie auch ihre Bataillone marschiere»; lassem Der Ausbrch eines Krieges ist zur Zeit jedenfalls wahrscheinlicher als die Bei- legiing der Wirre»; auf dem bischer „eingeschla- genc»; Wege. — Nach einer Meldung ist in ganz Südrußlaud eine Kundgebung des mazedonische»; Komitees i>; große»; Masse»; verbreitet »vorbei», die
mit dem KeeMlati für Vie Kreise Marburg und Kirchhain.
SomitagSbeilage: Jllustrirtes Smmtagsblatt. ________________________
übergäbe betrat die Kaiserne hinter den becde»; Geueralsuperiickcndcntei; die Kirche, geführt vo»; dem Prinzen Albrecht vo»; Preußen. Es folgte»; sämtliche zum Manöver hier anwesenden Fürstlichkeiten. Pfarrer Bach hielt, dan»; die Weiherede. Nach der kirchliche»; Feier fuhr die Kaiserin znm Bahnhof, wo unt 11 Uhr 20 Minute»; der Kaiser mit dem Prinzen Eitel Friedrich von Merse- biirg eintraf. Das Kaiserpaar fuhr hierauf wie- denim mit Eskorte durch die Feststraße., Oberbürgermeister Stande begrüßte das Kaiserpaar im Namen der Stadt und bot dem Kaiser den Ehrentrnnk aus einem von einem Mitbürger gegifteten Ehrenbecher dar. Der Kaiser erwiderte auf die Ansprache des Oberbürgermeisters bei Uebcrreichung des Ehrentrunkes, er freue sich sehr, i.ifj er sein Versprechen, nach Halle zu kommen, nach so langer Zeit endlich habe erfüllen können. Traurige Umstände hätte»; ihn damals verhindert. Er freue sich, am heutige»; Tage Gelegenheit zu haben, sich von der günstigen Entwicklung der Stadt zu überzeugen. Er habe in diesen Tagen Teile unseres Heeres gesehen: nur unter dessen Schutz sei solche Entwicklung der Stadt möglich gewesen. Er sei erstaunt und freudig überrascht, über bei; herrlichen Schmuck, den die Stadt angelegt habe. Die herzliche Begrüßung seitens der Bevölkerung habe ihn und die Kaiserin überrascht und gerührt. Der Oberbürgermeister möge der Bürgerschaft seinen und der Kaiserin herzlichsten Dank übermitteln. Es werde ihm jederzeit eine Freude sein, seine Hand über der Stadt schützend halten zu können, damit sie sich weiter enftvickeln kkönue, wie auch seine Ahnherren ihre Hand über der Stadt geholte»; hätten. Hiermit trinke er auf das Wobl der Stadt Halle. - -
Miquels Denkmal.
Die Stadt Frankfurt a. M. hat ihrem langjährigen und hochverdienten Oberbürgermeister, dem Finanzminister Dr. v. Miquel, ein Denkmal errichtet, das am heutigen Dienstag, den 8. September, an dem sich der Todestag des unvergessenen Mannes zum zweiten Male jährt, feierlich enthüllt wird. Miquel ist es vergönnt gewesen/ den Zeitgemefsen sein Bild so tief einzuprägen, daß es heute noch überall in frischer Erinnerung lebt und daraus so bald auch nicht entschwinden wird. Miquels Büste sieht der Dorüberfahrende aus dem Arbeitszimmer des gegenwärtigen Finanzministers in dem hinteren Kastanienwäldchen zu Berlin gelegenen Palais hervorleuchten. Herr v. Rheinbaben wird am besten wissen, wie großen Dank Preußen dem Verstorbenen schuldet, dessen Denkmal heute enthüllt wird. Miquel könnte weit populärer fein, als er es in der Tat geworden ist, wenn er in den Jahren des lieber« flufles, also um die Mitte der Neunziger, das Geld mit vollen Händen ausgestreut hätte. Zniammengebracht und aufgespeichert hatte er Unsummen. Miquel aber war groß genug, auf diesen Augenblickserfolg zu verzichten, um Voiräte für magerere Jahre zu verschaffen, bereit Erscheinen damals für ganz unmöglich gehalten wurde. Und die mageren Jahren kamen, aber die Staatskaffen waren wohl gefüllt, der preußische
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Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Unibersitäts-Buchdruckerei 38. Jüykg. Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Roman von I. Jobst.
»Fortsetzung.'
„Erst sehen Sie mir ins Auge, Schulz! Ist cs wahr, daß Sie Udo vo»; Schulz Hoffelbe heiße»;?" rief der Forstmeister Braun.
„Ich hielt es für gut bei; Leute»; nicht immer mit den; Majoratserben in bas Gesicht zu springe»; ich habe scho»; zu viel unter diesen; Verhängnisse gelitten."
„Verhängnis? Schöne? Verhängnis!" polterte Braun. „Solch Unglück läßt sich tragen."
„Aber nicht, wenn Haß daran klebt, der Haß und bas Unglück meines beklagei;swerten Onkels, deZ jetzige»; Majoratsherrn." Des Assessors Stinnne bebte. „Lore bringt die Kinber zu Bett und »vill mich bann abholen, so habe ich Zeit. Sie, meinen verehrte»; Freunb, aufzuklären, aber ich muß vorher die Bitte aussprcchen, daß alles, was ich erzähle, unter uns bleibt. Wie die Verhältnisse nun einmal liegen, ist es besser, wen»; meine, liebe Lore vorläufig noch nicht erfährt, baß uns »Pater . einmal ein großartiger Besitz durch Erbschaft zufällt. Wenn Sie gestatten, Herr Forstmeister," wenbete sich ber junge Mann an Wieblitz, „so gebe ich in kurzen Umrissen die Sachlage »vieber und hoffe bann allerlei Wissenswertes von Ihne»; zu hören, ber Sie ja mit meinen» Onkel so eng bc- freunbet sind."
Forstmeister von Wieblitz hatte sich bis jetzt ganz schweigend verhalte»; und nur mit seinen fingen Augen unter den weißen buschigen Augenbraue»; weg die Sprechende»; beobachtet: jetzt sagte er lächelnd: „Ich habe Zeit, mein lieber Assesscund nachher werbe ich meine Neuigkeiten auch aus- kramcn, aber beeile»; sie sich ein ivenig, damit Ihre Frau Gemahli»; uns nicht stört."
Staatshaushalt blieb vor Fehlbeträgen bewahrt- Man spricht gegenwärtig viel von einer Reichs- inanzreform, die von dem neuen Schatzsekretär Freiherrn v. Stengel eingeleitet werden soll. Geschieht das, so wird Miquels in der kommenden Reichstagssesfion besonders häufig gedacht werden, denn er war Jahre lang der Bannerträger des Reichsfinanzreformgedankens, liebet Miquels Charakter find ja mehr abfällige als lobende Urteile laut geworden, sein tiefes und umfassendes Wissen, sein Ideenreichtum, sein Scharfblick, seine Rednergabe haben allgemeine Anerkennung gefunden. Auch eine Arbeitskraft von ganz hervorragender Stärke war Frankfurts früherer Oberbürgermeister, Preußens unerreichter Finanzminister. Die Ruhe war ihm der Tod, seine Verabschiedung aus dem Amte hat er nun viele Monate überlebt. Miquel war ehrgeizig, fein Streben war von Jugend an, nachdem er die Sturm- und Drangpericde überwunden, auf die Erreichung hoher und höchster Aemter gerichtet. Als der junge Rechtsanwalt Johannes Miquel in Göttingen einmal gefragt wurde, weshalb er sich um die Bürger- meisterstelle in Osnabrück bewerbe, da er doch in Göttingen eine so vorzügliche Praxis und angenehme Stellung habe, erwiderte, er: Ja, mein Lieber, der Weg vom Bürgermeister zum Minister ist leichter als der vom Rechtsanwalt zum Minister. Und als Oberbürgermeister wurde ihm auch später, freilich erst nach langen, langen Jahren das seine innersten Herzenswünsche erfüllende Wort Kaiser Wilhelms II. zu Teil: „Das ist mein Mann!" Am 28. Ium 1890 zog Miquel in das preußische Finanzministerium ein, das er nach 11 Jahren erfolgreichster Tätigkeit am 4. Mai 1901 verließ, am 8. September desselben Jahres starb er im Alter von 73% Jahren.
Ein neues Verkehrsmittel.
Berlin wird in nächster Zeit durch ein neues Verkehrsmittel bereichert sein, bet. elektrische« Fernbrncker, ber in sehr vielen Fällen den Fernsprecher in nützlicher Weise zu ergänzen geeignet ist. Durch einen Vertrag mit der Postverwaltung ist es der Ferndruckergesellschaft ermöglicht, in Berlin und Vororten ein eigenes Netz vo»; Abonnenten anzulegen, die unter sich mit dem Hcmpt- telegraphenamt verkehren und ihre Mitteilungen in Drucktypen an ihre Adresse gelangen lassen können. Es hairdelt sich um einen Apparat, her ähnlich wie die Schreibmaschine eingerichtet ist. Nach Herstellung der Verbindung kam; jede Mitteilung einfach hinübergetippt werden: mich wenn der Empfänger abwesend ist, läuft bei ihm auf einem automatischen Streifen die für ihn bestimmte Mitteilung ab und er findet sie nach »einer Rückkehr vor. Eine wirksame Kontrolle wird dadurch ausgeübt, daß ein ebensolcher Streife»; wie bei dem Empfänger sich auch am Apparat deS Absenders abrollt, so daß der Absender jeden Augenblick genau sehen kann, was er abtelegra- phiert hat, so daß Irrtümer, die bei»»; Fernsprechverkehr nur zu leicht ffatffinben, bei dem neuen Verfahren ganz ausgeschlossen sind. Ei»; ganz b>
„Er ist doch nicht cf Iva krank?" fragte Schulz bestürzt.
„Nein, aber er bekümmert sich um gar nichts mehr, feine Beamten sind ganz ohne Kontrolle mid fürchte ich, daß der Besitz darunter leidet. Die W sten, die ja de»; Haupfteil und bei; Wert des Majorats ausmachen, sind noch am beste»; verwaltet, der Jagd wegen, aber gestohlen wirb doch auch »m großen. Ich habe ihn; daher vor einige»; Monaten, als ich ihn besuchte, ernste Vorstellungen gemacht, denn ich erfahre gar vieles durch mein llnterbe- amten — mein Revier grenzt ja dicht ai; das fet- nige heran. Ihr Onkel hat mir versprochen, w wolle den ungetreuen Beamte»; entlassen.
ging meinem Freunde tüchtig zu Leibe und brobte damit, daß ich die Lotteret in seinen; Walde an die große Glocke hänge»; würde und dan»; stecke dis Regierung die Nase herein. Donnerwetter, was komfte der Alte da fluchen und als er ausgetobt Haffe, schlug ich ihm vor, einen Administrator zu nehmen, der das Ganze in der Hand habe uns mit den; er allein zu tu»; habe. Das leuchtete >hm ein und die arme, liebe, gnädige Frau drückte mit wieder die Hand, so glücklich war sie über den Vorschlag. Das nette Kavalierhaus ist da, wo der Administrator, wem; er verheiratet wäre und das tfi durchaus wünschenswert, mit Kind und Kegel wohne»; könnte. Aus diese Weile störe keiner den aw deren und findet der alte Herr Gefallen an den, jüngerem Manne, so ist solcher Umgang nur et» sprießlich. Sollte der aber gar noch eme netto, gebildete Frau mitbringen, welcher Gewinn wan das für das arme, vergrämte Frauenherz, das « der Brust ber einsamen Schloßherrin schlagt. I« Vertrauen gejagt, hofft sie gar heimlich darauf Um so schwieriger wird aber meine Ausgabe, ems in diese Verhältnisse passende Persönlichkelt W
Umschau.
Aus dem Kaisermanöver.
Da8 Vorspiel ist zu Ende, am heutigen Montag haben die eigentlichen Kaisermanöver begonnen. Die vierte und letzte Parade war am Sonnabend die über das sächsische 19. Armeekorps bei Leipzig, nachdem Tag8 vorher das 4. Korps bei Roßbach in Parade gestanden hatte. Ter Kaiser, König Georg und die übrigen an dem Mai cwer teilnehmenden Fürstlichkeiten wohnten auch der Leipziger Parade bei. Dem Abreiten folgte zweimalig - Vorbeimarsch. König Georg ritt an der Spitze seines Infanterie- Regiments Nr. 106, hinter ihm Prinz Eifel- Friedrich in der Uniform eines Oberleutnants dieses Regiments. Kronprinz Friedrich August von Sachsen führte das Infanterie - Regiment Nr. 104. Das Wetter war warm und schön. Die Zuschauer bereiteten den, Majestäten Huldigungen. Abends fand im Leipziger Palmengarten Paradetafel statt, bei welcher der Kaiser den sächsischen Truppen ein glänzendes Zeugnis ausstellte. Ein großer Zapfenstreich beschloß den Tag. Gegen 9 Uhr ging die Abreise der Fürstlichkeiten vor sich. Für Sonntag war ein sehr reichhaltiges Programm aufgestellt: Vormittags Feldgottesdienst bei Merseburg im Beisein des KaiserpaareS, Mittags feierlicher Einzug in Halle a. d. Saale und Rundfahrt durch die Stadt, Einweihung der neuen Paulus- kirche, Besichtigung deS Kaiserdenkmals, der altehrwürdigen Moritzburg und verschiedener Stiftungen, Entgegennahme eines Ehrentrunkes. Abends Rückkehr der Majestäten nach Merseburg, wo der Kaiser sein Hauptquartier hat. Die Kaiserin besucht heute die Lungenheilstätte bei Magdeburg und trifft Abends in Potsdam wieder ein.
Die Kaiserin traf geftern borniittag in Halle ein und fuhr, begleitet von einer Eskorte der 10. Husaren, zu der feierlichen Einweihung der Paulüskirche. Nach der Zeremonie der Schlüssel-
„Ach, die hat mit den Kinder»; so viel zu schassen, ehe die schlafen. Man sollte es nicht für möglich halten, was so eine Mutter alles zu tun bat," sagte Schulz und das Glück lachte ihm aus de»; Augen heraus, bann wurde er aber ernst und begann: „Mein Onkel Udo von Schulz-Hoffeloe, jetziger Inhaber des Majorats, ist der älteste Soh»; von vier Brüdern, deren jüngster mein Vater Ivar."
Ersterer Haffe eine geborene Gräfin Brück zur Fran »mb sie schenkte ihm ein Kinb, einen Sohn, der kräftig und gesund heranwuchs und ber Stolz seiner Eltern war. Ich habe ihn nie gesehen, dem; zwischen meinem verstorbene»; Vater unb meinem Onkel Ubo — nach dem ich als meinem Paten meinen Namen trage — traten in späteren Zeiten Konflikte ein, die ich nicht weiter zir erwähne»; brauche, die ober einen Schatte»; warfen, unter dem ich jetzt noch, wem; auch unschillbig, leiden muß. Der Sohn — Werner Ubo hieß er — war zwölf Jahre alt geworden, als die Katastrophe eintrat.
Mein Onkel hatte ein paar wundervolle Fuchie gekauft und probierte sie zum erffenmale. Sein Soh»; ritt auf seinem Ponny neben den; Wage»; her. i»; den» die Mutter neben dem Vater saß — meine Tante teilte nämlich damals die Vorliebe meines Onkels für jeglichen Pferdesport. I»; jchlankem Trabe ging es die Straße entlang unb das Ponny galoppierte daneben. Welch unglücklicher Gedanke dem Knaben nun bei; Einfall gab, den; Gespann de»; Vorrang abzulaufen, weiß ich nicht, aber es glückte fchließlich dem kleinen Reiter, Voriprnng zu gewinnen, dem; mein Onkel verbiet die Füchse stark, da es ziemlich steil bergab ging.
Mit lauten; Hurrah brauste der unglückselige Knabe an bei; aufgeregten jungen Pferden vorbei, diese machten einen Seitensprung, da? erschreckte Ponny biiumtc sich hoch in die Luft und warf den