mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Sonntagsdeilager Illustrirtes Sonntagsblatt.
JVi 230
Vierteljährlicher Bezugspreis; bei der Expedition 2 Mk, bei allen Postämtern 2,25 Mk. <excll Bestellgeld).
Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Rcclamen: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Sonntag, 30. August 1903.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck imb Verlag- Joh. Ang. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei 38. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Erstes Blatt.
Bestellungen für den Monat September auf die
„Oberhesfifche Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch» Hain und Neustadt, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern entgegen- genommen.
Deutschlands Interessen aus Fernando Po.
Ein jüngst in Liverpool gebildetes Konsortium zilr wirtschaftlichen Erschließung Fernando Pos, sowie ein am 18. Juni d. I. in der bekannten englischen Zeitschrift „West Afrika" erschienener Artikel „Fernando Po and its Possibilities" lassen — führt einer der berufensten Kenner westafrikanischer Verhältnisse, Major Curt Morgen, m der Deutschen Kolonialzeitung aus — deutlich genug erkennen, daß man neuerdings jenseits des Kanals der äquatorialen Insel ein Interesse zuwenden, das von deutscher Seite die größte Beachtung verdient.
Wie weit die englischen Aspirationen Ausdruck finden, zeigen einige Absätze des erwähnten Artikels. In dem einen „Great Britains Historie Rights" überschriebenen — wird darauf hingewiesen, daß Fernando Po Jahre hindurch von einem englischen Konsul, der gleichzeitig Gouverneur der Insel war, verwaltet wurde. In einem anderen Absatz The Value to Great Britain of Fernando Po" heißt es: „Wenn Spanien in einer nicht entfernten Zeit beschließen sollte, die Insel aufzugeben, so wäre ihre Uebernahme durch Großbritannien und nicht durch eine andere Macht von einschneidender Bedeutung."
Wie stehen nun diesen englischerseits geäußerten Anpsrüchen auf Fernando Po Deutschlands Interessen auf und an der Insel gegenüber?
In erster Linie muß die geographische Lage deS Eilandes ausschlaggebend sein. Fernando Po ist in direktester Entfernung von Kap Horation bis zum Kap Limbo an der Ambas-Bai nur 33 Km. von unserer Kamerunküste entfernt. Aber noch wichtiger: Fernando Po liegt quer vor der Aus- miindung des Kamernn'Aestuars, an dem der Mtt- telpunkt unseres wvstafrikanischen Handels, Duala, sich befindet. In militärischer Beziehung ist der Insel mindestens die Wichtigkeit von Helgoland beizulegen, handelspolitisch aber dürfte sie bei an- gemessener Entwickelung bald die Stellung von Sansibar oder Colombo einnehmen. Der an der Nordküste tief eingeschnittene Hafen Port Isabel, in dem die größten Schiffe dicht unter Land vor Anker gehen können, sowie andere gute Anlaufstellen, wie Melville Bai an der Ost- und St. Carlos Bai an der Westküste, machen die Insel hervorragend zur Anlage von Kohlenstationen ge-
Aus dem Tagebuch eines Marburger's von 1870171.
Von L. Müller.
(Fortsetzung).
In Verbindung mit den Krankenträgern, die aus der Turnerfeuerwehr bestand, war ein Komitee, be- bestehend aus einer Anzahl Damen gebildet, diese besorgten die Verpflegung der Offiziere, während die Turnerfeuerwehr, die eine ständige Wache bezog, für die Mannschaften sorgte. Alle ankommenden Züge wurden von jeyt ab den Turnern vorher angemeldet und von diesen wurde den Damen Mitteilung gemacht, die sich reihenweise ablösten. An besonderen Tischen bedienten diese dann die Offiziere, während die andern dann aus den bereit gehaltenen Körben voll Brod und Wurst an die Mannschaften austeiltcn und Kaffee und Likör verabreichten, Schnaps und Zigarren, so lange der Vorrat ausreichte. Am schlimmsten war der Dienst, wenn die Soldaten aussteigen durften, dann waren int Augenblick die vollen Körbe gelehrt, die einen hatten doppelt bekommen, andere flat nichts. An manchen Tagen wurden 100 Leibe Brod verschnitten und verteilt. Die Landgemeinden brachten alles eßbare. Schnitzen, Zwetfchen uitd gedörrte Hutzeln, Wurst und Brod, Schinken und Speck. Auch Marburger Familien kamen zeitweise und reichten den durchziehenden Kriegern eine Liebesgabe, als Brod und Wurst, Bier oder Kaffee. Wenn der Vorrat zur Neige ging, rührte das Erquickungs-Komitee, das zum Vorsitzenden den Dr. Schmidt und Landrat Mayer hatte, die Lärmtrommel, besonders tat Landrat Mayer auf dem Lande seine Schuldigkeit, dann kamen ganze Wagen angcfahren mit Lebensmitteln in Begleitung ihrer Bürgermeister. Die Zeitung.schrieb:
eignet, zumal sie an der Route der die westasrika- nische Küste entlang laufenden Dampferlinien liegt. Dies einsehend haben England, die Vereinigten Staaten und Deutschland sich bereits derartige Stationen gesichert. Die vielen einspringenden Buchten und natürlichen Häfen kommen aber auch der wirtschaftlichen Erschließung der Insel zugute. Daß Fernando Po der wistschaft- lichen Aufschließung lohnt, begegnet bei denjenigen, die jemals ihren Fuß auf die Insel gesetzt haben, keinem Zweifel. Das rund 2000 Quadratkilometer große Eiland weist, soweit es nicht von dem bis 2800 Meter aufsteigenden Gebirge eingenommen ist, und selbst in dessen Tälern den denkbar besten Boden auf, in dem Kakao, Kaffee, Tabak, Mais und Reis vorzüglich gedeihen. An den Abhängen der Berge steht ein abholzwürdiger Waldbestand von verschiedenen Hölzern, unter denen das Ebenholz das wertvollste ist. Das Land bietet auch gute Bedingungen für das Fortkommen von Vieh. Schließlich eignen sich die höheren Erhebungen der rings vom offenen Meere umspülten Insel vorzüglich zur Anlage von Gesund- heitsstattonen.
Alle diese Vorzüge sind bisher nicht ausgenützt worden. Die Gründe dieses Versagens sollen hier nicht näher erörtert werden; es genügt festzustellen, daß die Insel nicht wegen ihrer Eigenschaften, sondern wegen ihrer Behandlung bisher wenig ertragreich war. An der Bevölkerung hat es nicht gelegen; denn die kräftig gewachsenen Bu- lis sind zu Arbeitszwecken und für den Handel ebensogut zu gebrauchen, wie ihre Stammesge- nossen vom Festlande. Ueberdies lassen sich Arbeiter vom Festlande auch für Fernando Po anwerben.
Nach alldemAusgeführten unterliegt es Wohl keinem Zweifel, daß Fernando Po an und für sich Wert genug besitzt, um es durch eine Kolonialmacht einer gesunden Entwickelung entgegenzuführen. Von diesen Mächten kämen natürlich nur die in Westafrika interessierten in Betracht. Unter diesen aber wieder hat infolge der örtlichen Lage der Insel zu unserer Kamerunkolonie keine ein so großes Interesse an ihr wie Deutschland. Wann die Spanier sich entschließen werden, die für sie keinen Nutzen bringenbe Insel aufzugeben, das werden heute die Eigentümer selbst nicht wissen; daß sie aber, wenn sie in andere Hände übergeht, nur deutsches Besitztum wird, darüber hat unsere Regierung bereits vorgesorgt, dafür wird sie weiter sorgen. Die Zeiten sind vorüber, in denen toir uns an so manchen Stellen einen Pfahl im Fleisch gefallen lassen mußten. Das aber würde der Besitz Fernando Pos in fremder Hand sein. Der fremde Eigentümer würde, wenn er maritime Großmacht wäre, mit dem Besitz der Insel gleichzeitig militärischer und wirtschaftlicher Beherrscher des gegenüberliegenden Feülandes sein. Das werden auch die Engländer einsehen. Es hat daher den Anschein, als ob die jetzt auftauchenden englischen Aspirationen lediglich der augenblicklichen Spannung zwischen uns und unseren Vettern jenseits des Kaitals entspringen, die beizulegen, wie auch der vorliegende Fall zeigt, im beiderseitigen Interesse sein dürfte. Wir können jedenfalls betreffend Fernando Pos ruhig der Zukunft entgegensehen und vorläufig die Insel len Spaniern gönnen. Von privater Seite kann aber manches geschehen, um die deutschen Interessen dort zu erhöhen, um deutsche Rechtstitel zu schaffen.
Hatten seither die Bewohner Marburgs in unermüdlicher Weise den Truppen Erquickungen geboten, welche ihnen von den Turnern verabreicht wurden, so kamen auch die Landbewohner mit einem wahren Heereszug von Wagen, beladen mit Speck, Brod, Schinken, Würsten und Eiern herbeigeeilt und es wurde dadurch nur möglich, daß die Pommern und Brandenburgern gesättigt und vergnügt den BahithofMarburg verlassen konnten. Namentlich waren es die Ortschaften Heskem, Moischt, Ober- und Niederweimar, Gisselberg, Großseelheim und Fronhausen. Die Bürgermeister spendeten mitunter ein Faß Bier für die Soldaten. Diesem Beispiel folgte auch Schönstadt, das einen Wagen mit Vorräten brachte." Auch komische Szenen ereigneten sich, da gab es eine Dame, der die Wurstschnitte mit welchen die Brode belegt wurden, zu groß ausfielen. Ein Zug war angemeldet, ein Turner namens Stell aus Berlin, der hier in Arbeit war, war mit auf der Wache und damit befchästigt, die Brode mit Wurst zu belegen. Die Dame, welche die Offiziere bediente, betrachtete die Stücke Wurst, womit Stell die Brode belegte und sagte dann entrüstet „Ach Sie, Sie schneiden aber die Stücke Wurst viel zu groß." Stell war stets schlagfertig, er nahm eine ganze Wurst und reichte sie der Dame mit den Worten: „Da Frau N. N., die nehmen Sie und gehen, toenn der Zug kommt diesen entlang und lassen jeden Soldaten einmal daran riechen, dann behalten wir die ganze Wurst!" Seit dieser Zeit hatte man vor dieser Dame, die eine Ausnahme von den andern Damen machte , Ruhe. Der frühere Hauptmann der 4. Kompagnie der 11. Jäaer, jetzt Kommandeur des 13. Mecklenburger Jägerbataillons von Gaza kommt mit seinem Bataillon durch. Am Bahnhof war seine Frau, eine geb. von Baumbach, anwesend, ebenso seine
Das deutsche Kapital muß sich tätiger als bisher an der wirtschaftlichen Erschließung Fernando Pos beteiligen. Dieses Kapital muß aber reell in- vestiert werden, nicht spekulaftv, sondern produkttv!
Umschau.
DaS neue Zuckersteuergesetz.
Mit dem kommenden 1. September tritt das neue Zuckersteuergesetz in Kraft, das den deutschen Verbrauchern eine Verbilligung des Zuckers bringen wird. Einer Betrachtung der „Nat.- Ztg." über dieses Ereignis entnehmen wir daS folgende: »Die deutsche Zuckerproduktion braucht unter dem Sinken deS Zuckerpreises im Reiche nicht zu leiden; im Gegenteil liegt die mit der Verbilligung einhergehende Steigerung deS inländischen Absatzes schließlich nur in ihrem Jntereste. Der deutsche Zuckerverbrauch war durch die künstliche Preisbildung lange zurückgedämmt worden. Anstatt mit der allgemeinen Hebung der Lebenshaltung Schritt zu halten, war der auf den Kopf der Bevölkerung entfallende Verbrauch von Zucker gesunken. Die Ermäßigung deS Zuckerpreises wird die Zuckerverwertung in Konserven und Obstprodukte wesentlich fördern. Auch der Umstand, daß im neuen Zolltarif die Kakao- und Teezölle herabgesetzt sind, ist geeignet, zur Steigerung deS Zuckerverbrauchs mitzuwirken. Mit der am Dienstag ins Leben tretenden Ermäßigung der Zuckersteuer von 20 auf 14 Mk. wird eine Entlastung der zuckerverbrauchenden Bevölkerung um voraussichtlich nicht weniger als 40 bis 50 Millionen Mk. verbunden, sein, eine Tatsache, die übrigens auch, soweit die Konsumsteigerung keinen vollen Ersatz bietet, für die bevorstehende Reichsfinanzreform in Betracht zu ziehen ist."
Diesen Ausführungen der „Nat.-Ztg." muffen wir in verschiedener Hinsicht widersprechen. Zunächst ist eS ganz unerfindlich, wie die deutsche Zuckerproduktion unter dem von der „Nat.- Ztg." zugegebenen und erhofften Rückgang des ZuckerpreiseS nicht leiden soll. Schon bet den bisherigen Zuckerpreisen vermochten höchstens die deutschen Rübenbauern in ganz bevorzugten Lagen ein wenig Seide zu spinnen, die übrigen verdienten so gut wie nichts. Und diese, der bei weitem größere Teil aller Rüben- bauer, wird in Zukunft zur Aufgabe dieser Kultur und die übrigen zu einer Produktion unter dem Selbstkostenpreis gezwungen sein. Die Wirkung des neuen Zuckersteuergesetzes wird also durchaus bedauerlich für die Zuckerproduktion fein. Ein Umstand, der die Landwirte veranlaßt hat, trotz großer pekuniärer Schädigungen ihre Opposition gegen das Gesetz aufzugeben, ist die soziale Wirkung, die von ihm erwartet wird. Denn die Entlastung der Zuckerverbraucher um 40 bis 50 Millionen Mk. fällt um so schwerer in'S Gewicht, da zu den regelmäßigen Zuckerverbrauchern auch Frauen und
anderen Verwandten. Das ganze Bataillon mußte ausstcigen und die Musik spielte einige Stücke. Der Kommandeur dankte für die freundliche Bewirtung die seinen Leuten zuteil geworden sei. Ein vielbesuchtes Haus war das am Mönchs- btunnen gelegene, der Witwe Römheldt gehörig, in dem sich das Telegraphen-Bureau befand und wo alle offiziellen Depeschen angeschlagen und verkündet wurden. Nach jeder Siegesnachricht wurde größtenteils die Häuser geflaggt. Die größte Ueberraschung kam am 3. September, wo die französische Armee bei Sedan kapitulierte. An die Königin Augusta in Berlin ging folgende Depesche ab: „Vor Sedan, 2. September, nachmittags 1 Uhr 30 Min. DieKapitulation,wodurch die ganze Armee in Sedan kriegsgefangen, ist soeben mit General Wimpffen geschlossen, der anstelle des verwundeten Marschalls Mac Mahon das Kommando führte. Der Kaiser hat sich nur mir selbst ergeben, da er dasKommando nickt führt und alles der Regentschaft in Paris überläßt. Seinen Aufentbalt werde ich bestimmen, nachdem ich ihn gesprochen habe in einem Rendezvous, das sofort stattfindet. Welch eine Wendung durch Gottes Fügung! Wilhelm."
In Marburg herrschte großer Jubel über diese Nachricht, die Häuser wurden geflaggt, Freudcn- fchüsse ertönten allerorten. Vom Schloßturm spielte die Musik den Choral: „Nun danket alle Gott!" Die Böller wurden von oben herab abgeschossen, die Glocken wurden geläutet uitd die gehobene Stimmung beschloß abends eine Illumination und ein Fakelzug, worauf sich die Teilnehmer in die verschiedenen Wirtslokale verteilten, von-wo patriotische Lieder bis spät in die Nacht hinein ertönten. An die Kaiserin sandte Oberbürgermeister Rudolph namens der Stadt Marburg einen Glückwunsch ab.
Kinder gehören und daher das neue Gesetz daS Budget der mit Kindern gesegneten Familie proportional stärker entlastet als den Junggesellen, während z. B. eine Verteuerung deS Tabaks dem Familienvater, falls er Rancher ist, nicht härter trifft als den alleinstehenden Mann, ganz abgesehen davon, daß Zucker ein wichtiges und vielfach notwendiges Nahrungsmittel ist, der Tabak dagegen nicht. Der durch daS neue Gesetz für daS Reich zu erwartende Ausfall an Steuern wird indessen auf andere Wege wieder gedeckt werden müssen.
Die sozialdemokratische Ansprüche an den Freisinn
hinsichtlich der der Ueberlaffnng sicherer Abgeordnetenhaus-Mandate sind in stetem Wachsen. Mit den beanspruchten drei Berliner Mandaten begnügen sich die „Genossen" nicht, sie stellen einen weit umfangreicheren Wunschzettel auf. So wird von den Breslauer Sozialdemokraten eines von den drei Mandaten der schlesischen Hauptstadt verlangt und dafür dem Freisinn Wahlhilfe in Görlitz und Liegnitz angeboten. Ferner fordern die Königsberger „Genossen" ebenfalls eine» der drei dortigen Mandate. Auch in anderen freisinnigen „Hochburgen" treten die Sozialdemokraten mit derartigen Ansprüchen hervor und drohen im Falle der Ablehnung derselben mit Wahlenthaltung. Der Freisinn befindet sich demnach in einem argen Dilemma, lieberliefert er die gewünschten Mandate der Sozialdemokratie, so schwächt er seinen Bestand im Abgeordnetenhause ganz erheblich, ohne sicher zu fein, dafür vollen Ersatz mit sozialdemokratischer Hilfe zu finden. Andernfalls könnte die Sozialdemokratie allerdings einige freisinnige Mandate den „Reaktionären" zuschanzen, wenn alles so glatt ginge, wie dies in sozialdemokratischen Blättern und Versammlungen geredet wird. Wir überlassen selbstverständlich dem Freisinn die Erwägung, in welcher Weise er sich aus dem Dilemma ziehen will. Die führenden freisinnigen Blätter lassen bis jetzt eine Neigung, sich den sozialdemokratischen Drohungen zu fügen, noch nicht erkennen. Sie sind der Meinung, daß die reifinnige Wählerschaft einer Parole, öffentlich Ür einen sozialdemokratischen Kandidaten zu timmen, in ihrer überwiegenden Mehrzahl nicht gehorchen würde. Diese Meinung teilen auch wir.
Die Erhaltungspflicht der G e m e in d e n.
Daß nach einem Erkenntnis des Oberverwaltungsgerichts die Gemeinden verpflichtet sind, in ihrem Besitze befindliche Gegenstände, deren Veränderung oder Veräußerung ohne staatliche Genehmigung ihnen wegen des wissenschaftlichen oder künstlerischen Wertes untersagt ist, auch im Stande zu erhalten, ist bereits gemeldet. DaS Oberverwaltungsgericht stützt sich bei diesem Erkenntnis auf den § 16 des Zuständigkeitsgesetzes vom Jahre 1883, wonachGemeindebeschlüsse, wenn
In den vier Stadtqnartieren hatten sich Vertrauensmänner die Aufgabe gestellt, Sammlungen an Geld und Lebensmittel zu veranstalten, uni das Erquickungs-Komitee in seiner schweren Auf gäbe unterstützen zu helfen, denn dieTruPpendurch- züge erforden viel. Am 5. September, abends um %8 Uhr passierte mittelst Extrazug Kaiser Napoleon III. auf seiner Reise nach Wilhelms- höhe den hiesigen Bahnhof. Eine große Menschenmenge erwartete seit Stunden den Zug. Trotz des ausgesprochenen Wunsches des den Zug begleitenden Generals von Boyen, machte sich bei einigen die Volksstimmnng in lauten Verwünschungen Lust. Nach einigen Minuten Aufenthalt fuhr der Zug weiter. Unter Führung des Dr. von Konen geht eine Anzahl Marburger nach dem Kriegsschauplatz als Sanitätsmannschaft, die meisten kamen nur bis Pont a Mousson. Prof, Dr. Roser ist als Generalarzt im Kloster der barmherzigen Schwestern in Pont a Mousson, wo ein deutsches Lazarett eingerichtet wurde. Prof. Dr. Mankopff geht als Oberstabsarzt zum 3. Ulanen-Regiment und Dr. Vic. Hüter geht als leitender Arzt in das Lazarett nach Weilburg, dem Dr. v. Heusinger wurde die Direktion in den Baracken übertragen. Das Offizierkorps des 1L Jägerbataillons machte folgendes bekannt: „Von dem Offizier-Korps sind vier ließe Kameraden: der Hauptmann Marschall von Bieberstein, der Sek.-Ltn. von Elverfeldt, der Hauptmann von Wangenheim und der Prem.-Ltn. Schimmelpfeng den Tod für König und Vaterland gestorben. Die ersteren erlagen den in der Schlacht bei Wörth erhaltenen Wunden, die letzteren sielen bei Sedan. Biwack bei Sedan, 3. September. 1870. DaS Offizier-Korps des Hess. Jäger-Bataillons Nr. 11. Weiter tvaren gestorben von den Jägern: Leutn. Horstmann starb nach einer Verwunduna bet,