bmmenden Druck und Leitungsvorrichtungen wird hiermit nochmals hingewiesen und werden die Beteiligten nunmehr für Abänderung und Anbringung der Neuerungen an die Bierdruckapparate bis spätestens 15. Oktober 1903 Sorge tragen müssen. Der Wortlaut der Polizeiverordnung, welcher übrigens bereits zum Abdruck gelangt ist, kann in den Dienststunden im Polizeibüreau eingesehen werden, ebenso liegen Muster der Neuerungen an den Bierdruckleitungen zur Ansicht aus.
* Menagerie. Heber die Menagerie, welche sich jetzt ouf dem Juxplatz hier befindet, schreibt die .Münden« Ztg.": Eine stattliche Anzahl von Raubtieren, darunter allein 10 Löwen, kann man -ort in vorzüglichen Exemplaren sehen. Die Familien Panther, Leopard, Löwe, Tiger, Puma, Wolf, Bär, Hyäne, sind in je einem oder mehreren Vertretern vorhanden. Auch die mächtigen geflügelten Bewohner der Anden, die Conbore, haben einen Abgeordneten entsandt. Indien hat es sich nicht nehmen lassen, durch einen der heiligen Ochsen, von denen uns Tanera im letzten Wmter erzählte, diese Ausstellung zu beschicken. Shir^um die Menagerie ist sehenswert. Besonders empfehlenswert ist aber ein Besuch am Abend um 8 Uhr. Um diese Zeit werden mehrere der Raubtiere in -en großen Käfig geführt und müssen dort zeigen, was sie gelernt haben. Es sind zunächst nicht gewöhnliche Raubtiere. Nein, diese find in die Schule gegangen und haben etwas gelernt Herr Sultan, der große Berberlöwe und Frl. Gretchen, eine weibliche Vertreterin der Familie felis leo, produzieren sich in ihren unübertrefflichen Leistungen als Seiltänzer. Ihr Herr und Gebieter hat diese gewaltigen Bestien so in Zucht, daß er mit ihnen umgeht, wie man mit einem wohlerzogenen Stubenhunde umgehen kann. Die Panther zeigen sich als Springkunsfl« ersten Ranges. Es ist stlmnenswert zu sehen, mit welcher Eleganz die Tiere die großartigsten Sprünge ausführen. Wolf und Hyänen müssen ebenfalls ihre Kunststücke geigen. Letztere sind besonders großartig beim Springen durch den hell brennenden Reifen. Nach der Vorstellung dieser vierbeinigen Künstler findet das allabendliche Festmahl statt. Mit welcher Gier stürzen sich die Tiere über die leckeren Braten! Wie nagen sie das Fleisch von den Knochen ab! Mit welcher Wucht beißen sie diese entzwei! Meister Petz aber bekommt keinen Braten. Der erhält ein halbes Brot, von dem er zunächst die sämtliche Krume verzehrt, während er sich die härtere Rinde fir den Nachtisch aufbewahrt. Nur noch ein ober zwei Tage wird die Menagerie hier bleiben. Wer «och nicht Gelegenheit gehabt hat, sie zu sehen, der versäume nicht, sie zu besuchen und vor allen Dingen sie auch den Kindern zu zeigen.
* Vom Winterfahrplan. Bon dem neuen Winterfahrplan der Königlichen Eisenbahndirek- tion Kassel ist am bemerkenswertesten, daß die beiden neuen Schnellzüge Berlln—Frankfurt, bzw. Frankfurt—Berlin, die ursprünglich nur als Sommerzüge gedacht und daher im vorigen Winter ausgefallen waren, auch vom 1. Oktober ab gefahren werden. , Es find große Anstrengungen gemacht worden, diese beiden für den Fernverkehr hochwichtigen, mit allen Großstädten den Anschluß vermittelnden Schnellzüge auch für den Winter in erhalten. Da sie nun in dem diesjährigen Winterfahrplan Abnahme gefunden haben, schei- neu sie erfreulicherweise eine dauernde Einrichtung geworden zu sein.
8 Sem Kellnrrfrst. Da8 gestrige Gartenfest, welches anläßlich der Bannerweihe des Kellner- vereiuS auf Hansenhaus links stattfand, nahm de« schönsten Verlauf. Abends wurde ein Feuerwerk abgebrannt.
8 Tie Badesaisen in der städtischen Badeanstalt ist nun zu Ende. Aus diesem Anlaß veranstalteten auch diesmal wieder, und zwar vorgestern abend, die Stammbadegäste in der Badeanstalt ein kleines Fest, das einen aminierten Verlauf nahm.
§ Erhängt hat sich gestern nachmittag im hiesigen Gefängnis der Schmied Adam Schmidt aus Josbach, der am Dienstag vom Landgericht wegen seiner Diebereien in Leidenhofen, Schönbach und Kirchhain zu 1 Jahr und 9 Monaten Zuchthaus verurteilt worden war.
* Unterftiihang der Kriegsinvalide». Der Vorstand des Hess. Landesvereins vom Roten Kreuz versendet, wie der »Gieß. Anz." berichtet, für den L.-V. der Kaiser Wilhelm-Stiftung für deutsche Invaliden folgenden Aufruf: Die großen Ereignisse von 1870 treten in der Erinnerung mehr und mehr zurück, aber wir gedenken dennoch "kü diesen Tagen der glorreichen Zeit, die un8 damals den Sieg und die Gründung des Deutschen Reiches brachte. Hat inzwischen ein Reichsgesetz die Penfionsbezüge der KriegS- invaliden und Kriegshinterbliebenen erhöht, so bleibt doch auch jetzt noch reichlich Raum dafür, unseren Dank für das von unserem tapferen Heere damals Getanene dadurch zu betätigen, daß wir in der Zeit des 2. September in Gotteshäusern oder bei sonstigen Vereinigungen durch unsere Gaben dazu beitragen, das LoS der Opfer des Krieges auch weiterhin noch bester zu gestalten, als Reich und Staat allein es vermögen. Wir bitten insbesondere wie früher die evangelischen Pfarrämter und Kirchen- dorstände gemäß der ihnen von Großh. Ober- konsistorium erteilten Erlaubnis, bei den betreffenden Gottesdiensten Kollegen für jenen Zweck zu erheben. Unsere Zweigvereine ersuchen wir, wie seither möglichst für die Verbreitung dieser Ansprache und Durchführung anserer Idee zu wirken, insbesondere an geeigneten Orten Sammelbüchsen aufzustellen. Alle, welche unS demnächst die Erträgnisse von Sammlungen zu übermitteln haben, bitten wir, rieselben durch Posteinzahlung an unseren Schatzmeister, Herrn Ministeralbuchhalter Lang, Schießhausstraße 116 in Darmstadt, einzusenden.
* Erledigte Schulßrllt«. Die erledigte Schultelle zu Altenhasungen ist alsbald anderweit §u besetzen. — An der evangelischen Volksschule « Hubenrode wird die Lehrerstelle vom 1. Sep
tember d. I. ab frei werden. — Die neu errichtete 2. Lehrerstelle in Bosterode soll alsbald besetzt werden. — Die neugegründete Schulstelle in Leibolz bei Eiterfeld ist zum 1. Oktober d. I. mit einem Lehrer zu besetzen. — Die evangelische Schulstelle in Neukirchen kommt vom 1. Oktober d. I. ab zur Erledigung und ist von diesem Zeitpunkte ab anderweit zu besetzen. — Die Schulstelle in Schönborn kommt mit 1. Oktober L I. infolge Versetzung des seitherigen Inhabers zur Erledigung.
* Ltamttnpttsamck - Nachrichte«. Ernannt: der GerichtSaffessor Dr. Pape zum Amtsrichter in HilderS, der GerichtSaffessor Beste zum Amtsrichter in Arolsen. — Entlasten: der GerichtS- affeffor Robert Krug au8 dem Justizdienste infolge seiner Zulaffung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht in Marburg.
8 Wehrda, 28. August. Gestern entstand hier eine Schlägerei. Zwei Beteiligte wurden so verletzt, daß sie Srztiche Hülfe in Anspruch nehmen mußten.
H EdSdorf, 27. Ang. Die Vorarbeiten des Bahnbaues Marburg—Dreihausen find endlich soweit vor» aeschritten, daß heute die Beförderung der Erde zum Aussüllen zum erstenmal mit einer Maschine erfolgen konnte. 68 sollen auch diese Woche noch fremde Arbeiter hier eintrrffen.
)( Niederklei«, 28. Aug. Feuerlärm schreckte gestern nachmittag gegen 5 Uhr die Bewohner unseres Dorfes wieder auf. ES bräunte sin dem Stalle deS Landwirtes Franz Schwink. Da die Bewohner zum großen Telle auf dem Felde waren, gelang es nicht, des Feuers Herr zu werden, fodaß auch das Wohnhaus des Schwink eingeäschert wurde. Von hier auS ergriff das Feuer auch noch daS Wohnhaus und die Scheune des Landwirts Theodor Schmidt welche ebenfalls ein Raub der Flammen wurden. Zwei benachbarte Scheunen, sowie das Wohnhaus des Gastwirtes Gruß gelang es, dank dem Eintreffen der Schweiusbrrger Spritze, zu retten; andernfalls hätte das Feuer zweifellos wieder einen großen Umfang angenommen. Die Abgebrannten find versichert und zwar beide in der .Konkordia'-Hannover. Soweit festgestellt werden konnte, ist da8 Feuer durch Kinder entstanden, welche in dem Stalle des Schwink sich Ä Feuerchru gemacht' hatten. Darum möge dieser uerliche Vorfall wiederum zu größter Vorsicht in der Aufbewahrung der Zündhölzer mahnen. Herr Kreisbrandmeister Kemmlein - Rauschenberg erschien auf telephonische Benachrichtigung auf der Brandstätte und übernahm selbst die Leitung über die Feuerlösch» tättgkeit. — Einem späteren Berichte unseres ^-Korrespondenten entnehmen wir »och, daß das Vieh durch schnelles Eingreifen hiesiger Einwohner gerettet werden konnte, von der auf der Dreschmaschine aus- gedroschenen Frucht konnte leider nichts in Sicherheit gebracht werden.
(C Loshausen bei Treysa, 27. Aug. Der Landwirt Hoos dahier, welcher Trehsaer Metzgern einen Ochsen verkauft hatte, erlitt bei der Uebergabe desselben einen schweren Unfall. Das rasend gewordene Tier schleuderte nämlich seinen Herrn zu Boden und trat ihn mit solcher Hestigkett, daß ihm ein Unterschenkel vollständig zerschmettert wurde.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete
Kassel, 28. August. Bei her gestrigen Paradetafel für das XI. Armeekorps brachte bet Kaiser folgenden Toast aus: „Mein Glas gilt dem Wohl des XI. Armeekorps, zusammengesetzt aus thüringischen und kurhessischen Regimentern. Es liegt Mir am Herzen, dem Armeekorps Meinen Glückwunsch auszusprechen, daß es seine Wurzeln wieder west hinausgetragen hat in die Anfänge der alten Geschichte der landgräflichen und der kurhessischen Regimenter. Mein Wunsch für das Armeekorps geht dahin, daß es sich stets, im Frieden wie im Kriege, der hervorragenden Geschichte dieser Regimenter erinnern möge, und daß es sich auch der neuen Ehrung würdig zeigen möge, daß Ich ihm gestattet habe, seine Tradittonen zurück- zuführen zu können auf die glorreichen und tapferen, .Streiter der. früheren Kurhessischen Truppen. Mein Glas. gilt dem Wohl, dem Gedeihen und Blühen des XI. Korps. Hurrah! Hurrah! Hurrah! — Die Abreise Ihrer Majestä- ten des Kaisers und der Kaiserin nach Potsdam wird voraussichtlich morgen, Sonnabend vormittag erfolgen. — Se. Majestät der Kaiser und König hat Sr. Exzellenz dem Herrn Oberpräsidenten, Staatsminister Graf Ze-litz-Trützschler in Siner- kennnng feiner hervorragenden Verdienste das Großkreuz zum Roten Adlerorden erster Klasse rnst Eichenlaub und Schwertern am Ringe verliehen.
Renkirchen (Kr. Hünfelds, 26. August. Einen entsetzlichen Tod fand heute der 18jährige Adam Kirnpel dahier. Er war in die Mühle gegangen, um das Wasser abzustellen, kam dem Räderwerk zu nahe und wurde zwischen die Räder geklemmt, Kirnpel war sofort tot. Der Brustkorb war ihm völlig eingedrückt worden.
Rodheim a. Bieber, 26. August. Auch im Kreise Biedenkopf hat sich ein Hülfskomstee der durch Hochwasser Geschädigten gebtlbei und find zu Biedenkopf, Battenberg, Gladenbach und hier zu Rodbeim Sammelstellen bei den Bürgermeistern eingerichtet. Da unsere Lanbleute auch diesmal wieder den Erfolg chres Fleißes durch eine ziemlich gute Ernte belohnt fehen dursten, fo werden sie auch in allen Gemeinden unseres Kreises willige Geber finden, die gern ein Scherflein zur Unterstützung der Geschädigten beitragen.
H-rnbnr« v. d. H., 27. Aug. Heute mittag 12.30 Uhr wurde von dem fahrplanmäßigen Personenzug Usingen-Homburg unweit der Station Wehrheim auf dem Bahnübergang ein einspännnigeS Fuhrwerk überfahren. Der Geschirrführer blieb auf der Stelle tot, daS Pferd, dem zwei Beine abgefahren waren, mußte getötet werden^ DaS Fuhrwerk stammte auS KranSberg, wo 'sn Eigentümer unter dem Namen der lange „Friedrich" beginnt ist.
StMttgCtt, 27. Aug. Das altbekannte Gasthaus .Fürstenhof" ist heute für den Preis von 52 500 Mk. an Herrn Heinrich Jrle auS Gladenbach verkauft worden.
Vom Mai«, ?7. Aug. In Aletshofen fiel ein 5jähriger Knabe von der Hintern Deichsel eines Wagen«, auf die er sich gefetzt hatte, ohne daß der Fuhrmann eS merkte, und geriet unter einen angefetteten zweiten Wagen. Dabei wurde ihm der Kopf vollständig zermalmt.
Stege«, 27. August. Baut ministerieller Genehmigung werden die hiesigen Polizeibeamten nunmehr mst Revolvern ausgerüstet, die sie ständig bei sich tragen dürfen. Diese Genehmigung ist um deswillen eingeholt worden, weil nach den Be- amten zu wiederholtenmalen aus dem Hinterhalt mit Steinen, Flaschen und anderen gefährlichen Gegenständen geworfen worden ist und sie so der Roheit gewalttätiger Menschen fast schutzlos preisgegeben waren.
Vermischtes
Allerlei Heine Nachrichten. Aus Köln wird gemeldet: Zu dem Mord und Selbstmord, der gestern abend hier passierte, wird noch gemeldet: Der hier wohnende Schneidermeister Göbel hatte sahrrlang freundschaftlichen Verkehr mit einem verheirateten Dekorateur. Göbel hatte den Verkehr vor einiger Seit aufgegeben, weil er em auffallend aufgeregtes Men an dem Dekorateur wahrnahm, daS geistige Störung vermuten ließ. Gestern abend drang der Dekorateur unvermutet in die Wohnung Göbels und brachte chm vier Revolverfchüffe bei, bann begab er sich in die Küche und erschoß sich selbst. Die Verletzungen des Schneidermeisters sind schwer, aber nicht lebensgefährlich. — Eine neue .Andree. Botschaft' taucht auf, nachdem es lange Zeit davon still gewesen. Wie Rewhorker Zeitungen melden, will ein Goldsucher an der Mackenzie-Bai Ueberreste der Andree- scheu Nordpolexpeditiou gefunden haben. Er brachte Teile einer Ballonhülle mit. Ueberzeugend ist daS nicht. Wahrscheinlich handelt es sich um eine neue Mär. — Ein bei der Mainzer Truppenschau angeblich gefallenes Scherzwort des Kaisers wird weiter- verbrettet. Der Monarch soll zu dem Oberbürgermeister im Mainzer Dialekt gesagt haben: .Eins kann man euch nicht nehmen, den Rhein und die hübschen Meedcher.'
Erschossen. In Kaiserslautern erschoß gestern abend der 19 Jahre alte Schlosser Franz Gustav Späth nach einem vorauLgegangenen Streit seinen Vater und entfloh darauf.
Benzin au statt Wei« zetrnnken. Da» 18jähr. Dienstmädchen Bertha Struweske in Pankow hatte die Abwesenheit ihrer Herrschaft benutzt um in der Speisekammer zu naschen. Sie öffnete eine halb gefüllte Flasche in der Meinung, daß fie Wein enthalte und nahm davon einen tüchtigen Schluck, stürzte aber im selben auch schon zu Boden, wo fie sich in heftigen Krämpfen herumwälzte. Sie hatte Benzin getrunken. DaS Mädchen mußte nach dem Kreiskrankenhaus gerächt Werden.
Die große Therese wagt eS. Ihr Verteidiger hat zwar abgeraten, Berufung gegen daS erste auf 5 Jahre .Einschließung" lautende Urteil einzulegen, da leicht eine schärfere Strafe ausgesprochen werden könne, doch Therese und ihr Gatte Frederic Humbert appellieren trotzdem. Nur die DaurignacS beruhigen sich bei dem ersten Strafmaß. So kann denn die Posse noch einmal stattfinden. Zuschauer find genügend da.
Die LerwechAmtg von Medizi« ist dem Schweine be8 Bergarbeiters P. in Langendreer, eines biederen deutschfreundlichen Polen, schlecht, ihm selbst aber gut bekommen. Das Schwein deS Braven wollte vor einigen Tagen nicht recht fressen, weshalb P. einen Tierarzt konsultierte, der eine Medizin verordnete. Am anbeten Tag erkrankte P. selbst so bedenklich, daß er einen Arzt — selbstverständlich für Menschen — kommen ließ, der ihm ebenfalls Medizin verordnete. Beide Medizinen wurden nun derart verwechselt, daß P. die für das Schwein bestimmte Medizin trank, während das Schwein diejenige bekam, welche für seinen Herr« und Gebieter bestimmt war. Aber merkwürdig, das Schwein krepierte, während P. gesundete. DaS Merkwürdigste aber ist, daß P. fich nun von feiner lieberjeugung, daß er nur durch die Verwechselung bet Medizin fein Leben gerettet habe, nicht mehr abbringen läßt.
Hochschulnachrichten.
— Man fchreibt aus Berlin, daß Herr Dr. TH. Koch vom Kgl. Museum für Völkerkunde, der im April d. I. eine Forschungsreise nach den Nebenflüssen des Amazonenstrvmes antrat, am 10. Juli glücklich in Trinidad am oberen Rio Negro angekommen sei. Er gedenke fich von hier zum Rio Jsana und Rio MaupLs zu wenden, wo eine Anzahl noch unerforschter Jndianerstämme den Ethnologen ein reiches Arbeitsfeld bieten. Die Rw Negro-Reife ist etwa auf ein Jahr berechnet. Weitere Forschungen sollen dann einigen südlichen Nebenflüssen des Amazonenstromes gewidmet sei«.
— Der Privatdozent für Physiologie und L Assistent am physiologischen Institut an der Universität in Halle, Dr. med. A. Tfchermak, ist zum Professor ernannt worden.
Neueste Telegramme
Berit«, W. August. Die .National»Zeitung' fchreibt: Anläßlich ter Weltausstellung in St. Louis ist seitens des Direttoriums der Weltausstellung die Veranstaltung eines internattonalen Jnristenkongresses geplant.
— Dem .Berliner Tageblatt' zufolge, tritt die preußische Generalsynode in der zweiten Hälfte des Ottober zusammen.
Berit«, 28. Aug. Der .Morgenpost' wird von Mm aus Belgrad gemeldet: Dort wurde in der Mhe des Konaks ein 80 Meter langer Miumgang entdeckt, der offenbar für die Aufnahme von Dynamtt bestimmt ist. Die Polizei verheimlicht die Entdeckung. Für die nächsttägige Rückkehr des Fürstm Ferdinand nach Sofia wird große Besorgnis gehegt, beide Bahnlinien werden scharf bewacht.
Berit«, 28. Aug. Die .Rat. Ztg.', das .Berl. Tagebl.', der .Lok. Anz.' und andere Blätter hebm überaus anerkeunmd dm mmschmfteundlichm Akt Loubet's hervor, dessen Spmde an die durch die Ueberschwemmuug in Schlesien Geschädigten überall in Deutschland gebührmde Würdigung finden wird. tS. u. Umschau.)
Wie«, 28. August. Der Kaiser trifft hier am, Sonnabend abend von Budapest ein und begiebt sich am 3. September, «ach der Abreise deS Königs Eduards, zu den KorpSrnanövern in Süd - Ungarn; er kehrt am 7. September nach Wien zurück. Arn 10. September wird bet Kaiser dem Requiem für toeilanb Kaiserin Elisabeth beiwohnen. Arn 12. September wird der Kaiser eine Reise nach Lemberg antreten.
Am 16. September, nach Beendtguug ,ver Kavalleriemanöver in Galizien, wirb der Kaiser nach Wien zurückkehren, um den am 18. September hier ankommenden Kaiser Wilhelm zu begrüßen.
Wie«, 27. August. Der nach Konstantinopel verkehrende Konventtonalzug, der früh in Konstanttnopel fällig ist, wurde heute nacht bei Kuleli-BurgaS durch Dynamit in die Lust gesprengt. Sechs Personm find getötet, 15 verwundet.
«bitte, 28. Aug. Ein Militärzug stieß mit einem Güterzug zusammen. 9 Soldatm find tot, darunter ein Hauptmann, 80 wurden verwundet. Hülfe war «sch zur Stelle.
Paris, 28. Aug. Blätter melden aus Adi-Abeba, daß der Ausbruch eines Negerkrieges bevorstehe, da König Mmelik krank sei. Häuptling Ra-Mangasta sammele berests im Hinblick auf sein Ableben Anhänger.
Parts, 28. Aug. Die bei dem gestrigen Brandunglück auf der Stadtbahn verlrtzte Dame ist den erlittenen Wunden erlegen.
Loudo«, 28. Aug. Die „Morning-Post" meldet aus Washington: Das KonstruktionS- bureau beschloß, den Kongreß um Bewilligung von 300000 Dollar« für den Bau eines Zur» binenkriegSschiffeS von nicht mehr als 5000 Tons zu ersuchen.
— »Daily Chronicle" meldet auS Melboumer Auf der hier stattgehabten Versammlung von Anhängern der Schutzzollpolitik, in welcher alle Einzelstaaten vertreten find, erklärte der BundeS- minister Sir William Lhne, obgleich die Bundesregierung die DorzugSbehandlung zum Grund- zug der Plattform für die kommenden Wahlen machen werde, beschloß fie doch, daß keine Herabsetzung der Zölle zugunsten der englische« Einfuhr eintreten dürfe.
8s«don, 28. Aug. Nach dem hi« veröffentlichten Text der Vorschläge, die baß mazedonische Komitee dem Sultan und den europäischen Regi«ungen übersandte, bedangt dieses, baß Mazedonien eine europäische Verwaltung «halte, in welch« eingeborene V«- tretet Sitze haben; fern«, daß Mazedonien von einem internationalen Truppenkorps besetzt gehalten w«de.
London, 27. August. Die Blätter melden aus Washington: Der amerikanische Gesandte in Konstantinopel benachrichtigte bas Staatsdepartement, daß der amerikanische Mzekonsul in Beirut ermordet worden ist.
Oyfterbatz, 28. Aug. Präsident Roosevelt hat auf die Nachricht hin, daß in Beirut der amerikanische Lizekonsul ermordet wurde, Befehl gegeben, daß fich das europäische Geschwader der Vereinigten Staaten unverzüglich nach Beirut begeben soll.
Kirchliche Nachrichten.
Sonntag, 30. August 1903, Lutherische Pfarrkirche.
Vormittagsr Herr Pfarrer Heermann.
11«#. Uhr KindergotteSdienst.
Nachmittags: Herr Pfarrer Schmidt.
Elifadethkirche.
Vormittags: Herr Pfarrer Metz.
Nachmittags: Herr Pfarrer Manger.
Reformierte Stadt- und Uni»erfitS18kirch«.
Vormittags 8 Uhr: Herr Pfarrer Scheffer.
Vormittags9«#»Uhr: Herr Pfarrer Schindewolf.
fAmtswoche.)
Katholische Kirche.
7>' Uhr heil. Messe mit Frühlehre: Herr Pfarre, Dr. Weber. ,
9«S Uhr Amt und Predigt: Herr Kaplan Becker.
2 Uhr Christenlehre und Andacht.
> — ---^
Methodisten - Gemeinde Wörthstr. (15).
Sonntag, 30. August 1903.
Vormittags 9*). Uhr: Predigt.
Vormittags 11 Uhr: SonntagSfchnle.
Abends 8 m* Uhr: Predigt.
Svang. StadtrnisstonShans (Rothergrabea 5).
Sonntag abends 8>/> Uhr: Versammlung.
Marktberichte.
Kassel, 26. Aug. Die Stimmung war gegen die Vorwoche ziemlich unverändert; der Mangel an absolut trockener Ware war dem Geschäft in Neuroggen hinderlich. Nruweizen war noch ohne Angebot, Alter Hafer begegnet nur noch geringer Nachfrage und war nur prima gernchfttte Ware einigermaßen beachtet.
Wir notieren: Weizen 15,50—16,00, Roggen 13,30 bis 13,60, Hafer 12,50—12,50, Wintemerste 12,50 13,00 Mk., Sommergerste 14,00—14,50 Mk. alles pe" 100 Kilo ab oder Parität hier für Ladungen vo»> 10000 Kilo.
Fulda, 27. August. Der heutige Viehmarkt war durch das günstige Wetter gut befahren. Aufgetrieben waren 748 Stück Rindvieh, 27 Kälber, 16 Pferde und 0 Fohlen. Es wurden bezahtt: für Schlachtochsen 000 -0000 Mk., gute Fahrochsen 800 bis 930 Mk je nach Oual., dreijähr. Fahrstiere 600 bi« 730 Mk. je nach Oual., gute schwere Milchkühe 260—320 Mk.., Fahrkühe 190-250 Mk., Schlachtkühe (.Hackkühe') 000 - 000 Mk., Kalbinnen 2-2-). jährige 200 - 250 Ml., trächtige Kalbinnen, 1'/. jährige, 170 biS 190 Mk., Schlachtkälber 38-40 Pfg. das Pfund Lebendgewicht. Der Handel war flott und wurde ziemlich alles zu guten Preisen verkauft. Viele fremde Handelsleute waren zur Stelle und ging deshalb viel Vieh nach auswärts. Der Schafmarft war nur ntw mit 1 Stamm, 25 Stück, befahren. (Fuld. Ztg.)
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