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mit dem KreWlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

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Vierteljährlicher Bezugspreis; bet der Expedition 2 3JIL, bet allen Postämtern 2,25 Mk. <ejcL Bestellgeld).

Znserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Donnerstag, 27. August 1903.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Iah. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55,

38. Jahrg.

Erstes Blatt.

Die Reise des Königs von England nach Men.

Durch die Erleichterungen im internationalen Verkehr find nicht bloß die Völker mehr oder weniger einander näher gerückt, sondern auch die Könige und Regenten. Wer hätte eS vor ein paar Jahren für möglich gehalten, daß ein König von Italien in Petersburg einen offi­ziellen Besuch abstatten würde? Und ungefähr ebenso verwundert würde man gefragt haben, was will ein König von England in Wien? Aber die neuen Zeiten bringen nun einmal interessante persönliche und politische Bezieh­ungen, und so wird im Beginn nächster Woche König Eduard VII als Gast des Kaisers Franz Josef ei_.ige Tage in der Wiener Hofburg ver­weilen. Er kommt zur rechten Zeit, um dem greisen österreichischen Kaiser einige Zerstreuung zu bieten! Franz Joses, der in seinem langen Leben mehr bittere Erfahrungen gemacht hat, als irgend ein lebender Monarch, hat es wohl auch nicht für möglich gehalten, daß er im Alter von 73 Jahren sich mit den halsstarrigen ungarischen Kleinigkeitskrämern so viel herum­ärgern muß, mit denselben Ungarn, denen der Kaiser und noch mehr seine ermordete Gemahlin bei jeder Gelegenheit alles nur denkbare Ent­gegenkommen bewiesen haben. Der greise Herr weiß recht gut, daß das, was heute die Magyar«.» verlangen, der erste Schritt zu einer Trennung des Bandes sein wird, welches Oesterreich und Ungarn verbindet, sobald ein den Ungarn nicht genehmer Kaiser in Wien regiert. Da wird eS dem Kaiser schon sehr angenehm sein, kenn die Anwesenheit des jovialen Eduard seine Gedanken etwas von diesen trüben Bildern ablenkt. Der englische König, der, wie bekannt, bis Ende dieser Woche in Marienbad noch die Kur ge­braucht, konnte einen Höflichkeitsbesuch in Wien nicht wohl vermeiden, da er sich nun einmal auf österreichischem Boden befindet, resp. Kaiser Franz Josof würde ihm eine Visite in Marien­bad abgestattet haben, der aber König Eduard als der Jüngere der beiden hohen Herren zu­vorkommt. Von Wien kehrt der König nach London zurück.

Der englische Monarch hat in diesem Jahre, wie erinnerlich sein wird, schon Rom und Paris besucht und ist namentlich an der Seine herz­lich, wie er eS als alter Freund auch verdiente, begrüßt worden. Die leichtlebigen und gut­mütigen Wiener werden auch für einen enthu­siastischen Empfang sorgen, zumal daS Geschäfts­leben in der Kaiserstadt an der Donau schon manchen Monat recht flau war. Daß Fürsten­besuche Geld ins Rollen bringen, wissen die

» (Nachdruck verboten.!

Fra« Lore.

Roman von I. Jobst.

iFortfetzung.i

In der Stadt trennte man sich, Oberst von Röder hatte geschäftlich zu tun und Lore wollte einige Schulfreundinnen aufsuchen.

ein Uhr also Rendezvous im Hotel Muller!" rief der Oberst noch nach.

Mil großer Wärnie und Enthusiasmus ivurde das schöne Mädchen begrüßt, von den Freundinnen sowohl wie von deren Müttern, und als sie sich endlich bei der letzten Familie verabschiedete, schlug die Turniuhr die verabredete Stunde. So eilte denn Lore dem Hotel zu und sah, wie sie es schon erivartet hatte, den Onkel auf dem Wagen sitzend ihrer wartend. Eine dunkle Röte überflog ihr Gesicht, denn sie fürchtete, gescholten zu toerden, denn Röder hielt auf große Pünktlichkeit. Doch sie sah ihn zu ihrem Erstaunen in lebhaftem Ge- spräche mit einem Herrn in Forstuniform. War's Forstmeister Braun? Nein, dazu war er viel zu

Tetzt blickte bft Onkel auf und nickte ihr freundlich zu, nur lächelnd mit dem Finger drohend.

Verzeihe Onkel, Else Döring wollte mich gar nicht fortlassen und----"

Schon gut, mein Kind, es sind ja nur wenige Minuten. Erlaube, daß ich Dich mit Herrn Forst­assessor von Schulz bekannt mache."

Der Assessor war bei den ersten Worten der hellen Mädchensttmme heriimgefahreu und blickte ganz bestürzt in das -herzige Mädchengesicht. Er sah die schlanke, hochgewachsene Gestalt, die brau­nen, klugen Augen, die feingeschwungenen Lippen, die zierliche, etwas zu kurz geratene Nase, die ro- figen Wangen, auf welchen ein verlegenes

Wiener, und König Eduard wird nur der erste unter einer Reihe von hohen Gästen sein. Im zweiten Teile des September kommt der deutsche Kaiser, der einer Jagdeinladung nach Ungarn entspricht, auf einen Tag nach Wien, später der Kaiser von Rußland auf 5 Tage auf seiner Romfahrt zur Erwiderung des Be­suches des Königs Viktor Emanuel an der Newa. Die Wiener werden also im September genug Leben in ihrer Stadt haben, und eine solche Aussicht macht die t mmung froh, selbst wenn, wie hier, so manches recht im Argen liegt.

Natürlich wird eS auch an solchen Leuten nicht fehlen, die meinen, sie können daS GraS wachsen hören. DaS geschah ja auch schon aus Anlaß der Besuche in Rom und Paris, und des Gegenbesuches des Präsidenten Loubet in London. Aber es kam nichts Erheblicheres nach, und jetzt wird auch nichts passieren. Wenn alle die gewesenen und kommenden Begegnungen von Staatsoberhäuptern eine größere politische Bedeutung haben sollten, dann könnte ganz Europa sehr zufrieden sein, und die allgemeine internationale Abrüstung ihren Anfang nehmen. Rußland, Oesterreich, Deutschland, Italien, England und Frankreich eine große Freund­schaft nach dem Grundsatz: .DieFreunde meines Freundes find auch meine Freunde!' mehr könnte kein Mensch verlangen! Das große Ziel, wonach schon Fürst Bismarck gestrebt hat, wäre Dank der Rundreisen des Königs Eduard von England erreicht. Aber leider weiß jeder, daß internationale Freundschaft zur Stunde nur so lange reicht, als nicht neue Jnterefsenfragen auftauchen I Sobald die sich zeigen, beginnt das eifersüchtige Beobachten eines jeden Schrittes des teuren Freundes von neuem.

König Eduard hat auf die Politik seiner Regierung im Ausgange des Burenkrieges einen ziemlichen Einfluß ausgeübt, aber seitdem wurde ihm die Möglichkeit eines solchen Eingreifens bedeutend verringert. Herr Chamberlain spricht seine Progamm-Reden und bringt seine Kollegen dazu, sich ihm anzuschließen. Könnte in diesen Punkten König Eduard etwas mit reden, so würde seine Reise eine größere Bedeutung be­anspruchen, als ihr heute beigelegt werden kann, wo man sich darauf beschränken muß, dem König eine gute Fahrt zu wünschen.

Umschau.

Das amtliche Warenverzeichnis zum neuen Zolltarif.

Der Bundesrat dürfte sich in der Sitzungs­periode, die Ende September oder Anfang Oktober wieder beginnen wird, auch mit einem höchst umfangreichen Verwaltungsakte zur Ausführung des neuen Zolltarifgesetzes be­schäftigen, er dürfte das Amtliche Warenver­zeichnis zum Zolltarif, wie es für die Zukunft

Geltung haben soll, endgiltig festzustellen haben. Gegenwärtig wird in den zuständigen Ressorts an dem Entwürfe dazu eifrig gearbeitet, jedoch lassen die vielfachen Schwierigkeiten, die sich bei dem notwendigen Eindringen in die Einzel­heiten Herausstellen, die Angelegenheit nicht so schnell vorwärts kommen, wie man eS gewünscht hatte. Es wird jedenfalls noch einige Zeit ver­gehen, ehe der Entwurf soweit fertiggestellt sein wird, daß er zunächst der Begutachtung durch die Praktiker unterbreitet werden kann. Das Amtliche Warenverzeichnis zum Zolltarif, wie eS gegenwärtig zu Recht besteht, stammt auS der Mitte der neunziger Jahre. ES ist auch, ehe es in Geltung gesetzt wurde, den einzelnen Jnteressenkreisen zur Kritik übergeben worden. Entsprechend den inzwischen jedesmal einge­tretenen technischen und kommerziellen Aender- ungen hat es von Jahr zu Jahr Umgestaltungen erfahren. Bei der Ausarbeitung des neuen Verzeichnisies können die mit dem alten ge­machten Erfahrungen gewiß benutzt werden, jedoch ist zu bedenken, daß der neue deutsche autonome Zolltarif eine gegenüber dem alten völlig veränderte Gestalt erhalten hat und daß eS sich deshalb auch bei dem Entwürfe eines neuen Amtlichen Warenverzeichnifles um meist bisher noch nicht vorhandene Begriffsbestimm­ungen und Klassifikationsanordnungen handelt. Die Arbeit, die hier von den betreffenden Be­hörden geleistet wird, ist ebenso knifflich wie mühevoll. Trotzdem hofft man in nicht zu ferner Zeit zu einem Abschluß gelangen zu können. Allerdings dürfte der Bundesrat die Arbeit kaum noch im laufenden Kalenderjahre zugestellt erhalten.

Saatenstand in Deutschland Mitte August.

Für den Saatsnstand in Deutschland Mitte August sind nach der Zusammenstellung deS Kaiserlichen Statistischen Amts, die für die einzelnen Staaten und Landesteile im Reichs­anzeiger veröffentlicht wird, die Noten folgende:

Es lautet Nr. 2 gut, 3 mittel durchschnitt­lich, 4 gering; die Zwischenstufen find durch Dezimalen bezeichnet.

1903

1902

Auq.

Juli

dagegen

Juni Mai

April

Aug.

Winter-Weizen

2,7

2,7

2,8

2,9

3,2

2,3

Sommer-Weizen

2,6

2,6

2,5

2,4

2,5

Winter-Spelz

2,1

2,3

2,4

2,5

Winter-Roggen

2,4

2,5

2,5

2,8

2,9

2,4

Sommer-Roggen

2,5

2,5

2,5

2,3

2,4

Sommer-Gerste

2,5

2,5

2,5

2,3

2,4

Hafer

2,5

2,7

2,5

2,4

2,5

Kartoffeln

2,5

2,6

2,7

2,5

Klee

2,6

2,8

2,5

2,5

46

2,5

Luzerne

2,7

3,0

2,7

2,6

2,6

2,7

Wiesen

2,4

2,6

2,5

2,2

2,5

2,4

Lächeln spielte, zwei tiefe Grübchen zeigend. Mechanisch eine respektvolle Verbeugung wachend, stellteSchulz mit freundlicher Genugtuung bei ftch fest:Das ist also Lore von Röder, der verzogene Liebling des Forstmeisters, meines verehrten alten Freundes, und sie das reizende Gc'chöpf, welches ich kenne ist dort wie ein Kwd int Hause." Es trat ein Leuchten in die blitzenden, blauen Augen, als er ein paar nichtssagende Worte an Lore richtete, indessen er - ihr behilflich war, ihren Platz neben Onkel einzunehmen, daß sie die ihrigen verlegen niederschlug.

Auch dem Oberst war die spotane stumme Huldigung nicht entgangen und in einer Aufwall­ung jäher Eifersucht machte er den Abschied kurz. Wie an den Fleck gebannt stand Schulz und schaut- dem davonrollenden Wagen nach, dann atmete er tief auf und murmelte:Heute abend werde ich mal auf der Oberförsterei vorsprechen." »

Der Juli brachte große Hitze, man verließ erst am Abend das kühle Hatis, um in der erfrischenden Nachtluft Erquickung zu suchen und zu finden. Jni Garten der Oberförsterei Schwarzbach war cS besonders luftig, wenn man die Nähe der vom schmalen Wasserarm durchflossenen Wiesen auf- suchte. In strahlendem Modeuschein lagen dte grünen Flächen der Niederung, auf denen leichte Nebelschleier hin und her wogten. Lore sah dielem Gespenstertreiben nur zu gern zu und hatte sich zu dem Zwecke von der Veraicda entfernt, wo der Onkel mit dem Forstmeister und dessen Schwester plauderte. In den Gartensteigen umherwandelnd, hing sie ihren Gedanken nach.

Röder hatte sie ruhig gehen lassen, glaubte er doch heute Abend sicher zu sein, daß kein junger Nebenbuhler in der Nähe tuor. Dieses plötzliche Auftaiicheu des Assessors sowohl wie Schierstedts, die in der Oberförsterei einen Freibrief hatten auf fröhlichen Willkommen, machte ihn nervös.

und mehr als einmal ertappte er sich darauf in unbegreiflichem, ungestümen Wechsel seiner Stim­mungen, Lore zu erschrecken, ja sogar zu verletzen. Zwischen ängstlicher Zurückhaltung und jäh ber- vorbrechender Zärtlichkeit schwankte er hin und her, das machte ihn elend und unglücklich.

Diese beständige Aufregung wirkte besonders schädlich auf Röders altes Herzleiden, so daß er oftmals der Warnungen feines Arztes gedenken mußte, die er bisher verlacht hatte. Und dennoch wagte er keine aufrichtige Frage, denn das Nein würde dem glückenden Zusammenleben mit Lore ein trauriges Ende bereiten, sowie einen furcht­baren Zwiespalt in ihr gemeinsames Lebe» tragen.

An all das dachte auch Lore, wenn auch mehr ahnenden Geistes, dem die Gewißheit noch mangelte. Sie ließ sich auf ihrem Lieblings- Plätzchen nieder. Unter einer mächtigen Buche stand die Bank, von ihr aus hatte man einen Blick in das heimlich glänzende Tal mit flatternden Nebelstreifen, auf die jenseittgen Höhen und den glitzernden Himmelsdom, an dem die Silberfcheibe des Mondes in ruhigem Laufe emporstieg. So silberhell, so rein und klar wie fein mildes Licht war auch ihr Leben bisher gewesen. Keine Un­ruhe, kein fieberhaftes Verlangen hatte ihre Seele betrübt und nun brandete es in ihr wie in den wallenden, schimmernden Schleiern dort vor ihren Augen. Auch in ihr zog es hin und her in scheuer Zärtlichkeit für den Mann ihrer ersten Liebe, um dann wieder in törichter Ehrfurcht und Dankbar­keit das junge, unschuldige Herz dem zuzuwenden, dem es von früher Kindheit an gehörte. Und über dem allen blitzten ein Paar treue blaue Augen in stiller Verehrung, deren Träger sie auf­richtig zugetan war, wie eine liebende Schwester dem so viel älteren Bruder, in dessen starkem Schutz sie sich wohl geborgen weiß.

Fräulein Lore! Lore, süße, einzige Lore!" Eine jugendliche Gestalt löste sich plötzlich aus

Kanaldebatte.

Die .Seeschlange' Pardon, die Kanal­debatte ist wieder da! Sie rückt in dem Maße in den Vordergrund, in dem die HandelL- vertragsverhandlungen ihrem Ende zustreben. Ehe die Handelsverträge zustande gekommen sein werden, wird zwar noch mancher Tropfen in den durch den Mittellandkanal zu verbinden­den Strömen zum Meere fließen. Diese Tat­sache hindert aber nicht, daß die Kanaldiskusfion bereits jetzt wieder recht lebhaft einsetzt. In derTägl. Rundsch." veröffentlicht der frei­konservative Abgeordnete Dr. Arendt eine Artikelserie über das Kanalprojekt, aus der wir die folgenden Sätze hervorheben möchten: Dio Verbindung unserer Ströme muß nicht im Mittel-, sondern im Unterlaufe gesucht werden. Die .Nordlinie' ist es, für die Bismarck sich nach in seinen Denkwürdigkeiten begeistert einsetzt. Hier, nahe der Nordsee, gibt es keine Schwierig­keiten, und ein Kanal, der Emden mit Bremen und Hamburg verbindet, hat die größte natio­nale Bedeutung. Er ist für unsere Flotte von ähnlicher Bedeutung wie der Nord-Ostseekanal, er bringt unsere rheinisch-westfälische Kohle in die Hauptseeplätze und gestattet die Schiffs­beförderung überseeischer Massengüter in die Jndustriebezirke. Die Nordlinie hat die Haupt­vorteile des Mittellandkanals ohne deren Nach­teile. Für die Nordlinie ist auch im preußische« Abgeordnetenhause eine starke Mehrheit vor­handen. Sofort ist aber auch Herr Viktor Kurs erschienen, um mit seiner bekannte« Unermüdlichkeit gegen die Ausführungen Arends imHann. Kour.' Stellung zu nehmen. Wir gönnten nun zwar Herrn Kurs für seinen lobenswerten Eifer gern einmal einen kleine« Erfolg, aber es ist auch heute keine Aussicht dazu vorhanden.

Ein deutfch-englifcheS SchiffahrtS- ab kommen? . '

Unter dem Vorsitz der Generaldirektors der Hamburg-Amerika-Linie Bellin fand dieser Tage einer Londoner Meldung derPost' zu­folge in Berlin eine wichtige Zusammenkunft von Direktoren deutscher transatlantischer Schiff­fahrtsgesellschaften statt, nachdem bereits vor einiger Zeit eine gleiche Zusammkunft in London stattgefunden hatte. Eine Persönlichkeit, die gut unterrichtet sein soll, erklärte über den Inhalt der Konferenzen: Generaldirektor Bollin steht in den engsten Beziehungen zu Kaiser Wilhelm, der zu Bollin vollstes Vertrauen hat. Der Kaiser wünscht daS Zustandekommen eines Handelsbündniffes zwischen Deutschland und Eng­land als Grundlage zukünftiger Freundschaft zwischen beiden Ländern. Die gegen wärtigen Zu­sammenkünfte, die eine Folge der Wahl Dover? zum Anlaufhafen für die deutschen Schiffe seien, würden zu weiteren Schritten behufs Erzielung

dem nächtliche» Dunkel einer dichten Baumgruppe und stand in wenigen Schritten vor dem beben­den Mädchen, das nicht die Kraft hatte, ihre« Sitz zu verlassen, noch ein Wort hervorzubringen«

Ich muß Sie endlich einmal allein sprechen, darum griff ich zu dieser List. Sagen Sie, daß Sie mir den lieberfall verzeihen?"

Lore vermochte noch immer nichts zu erwidern, sie machte nur den Versuch, sich zu erheben, aber da lag der feurige Bewerber schon vor ihr auf den Knien. Er faßte ihre Hände, seine schönen, heiße« Augen suchten die ihrigen. Fühlte er nicht, wie ihr Herz ihm in scheuer Zärtlichkeit entgegen« schlug? Wie ihr ganzes Sein sich ihm ergab, i« willenloser Sehnsucht einer ersten, jungen, starke« Liebe?

Er mußte es wohl erraten, denn er schlang seinen Arni um die süße Gestalt und preßte seine Lippen auf den blühenden Mund.

Im ersten Augenblick der Ueberraschung hielt. Lore füll, indessen ein Zittern ihren Körper durch«' lief. Doch feine Heftigkeit begann sie zu ängstigen, sie bebte zurück vor der Glut feiner Leidenschaft und erhob sich.

Er wollte sie von neuem an sich ziehen, eine Handbewegung scheuchte ihn zurück:Morgen kommen Sie zum Onkel, er weiß alles, was ge­schehen soll."

Lore!" flehte der junge Mann.

Drängen Sie mich nicht, Herr von Schierstedt- Es wäre besser gewesen, Sie wären heute Abend nicht gekommen.

Und Sie werden mich erhören, Lore? ^Sie wollen die meine sein? Sie werden meine Sache führen bei Ihrem Pflegevater?"

Ich werde nichts verschweigen."

Sie wollen ihm alles sagen, Lore, alles?"

Ich habe kein Geheimnis vor dem Mannitz den ich wie einen Vater liebe. Eine Mutter, Her« van ScüieritebL hefiüe ich nicht.'