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Marburg

Sonntag, 23. August 1903.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, Umvcrsitäts-Buchdruckeref 38. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon d5.

tstli dem Kreisölatt für die Kreise Marburg und Krrchhatu.

Sonntagsbeilage; Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Erstes Blatt.

Ueberzahl der Höhergebildeten.

In seiner Rektoratsrebe beklagte am Anfang dieses Jahres Professor Kammerer von der Tech­nischen Hochschule in Charlottenburg, daß unserer , Schulbildung völlig die Anleitung zur Achtung auch der Lirperlichen Arbeit fehle, für die jetzt viel­fach nur Geringschätzung vorhanden sei. Da ist es nicht überraschend, wenn sich alles, was Mittel Zutn Studium hat, ohne Wahl, aber mit Qual nach den sogenannten höheren Berufen drängt. Das Ergebnis ist eine sozial recht schlimm wirkende Ueberfüllung dieser Berufe und eine Verarmung derniederen" Erwerbszweige, des Handwerks an wirtschaftlich und geistig wohlhabendetn Nach­wuchs. Das ist bereits eine alte Klage, aber erst seit kurzer Zeit beginnt man ihr sozialstcllistisch mehr Rückhalt zu geben. An einem Ueberschutzftn- diertcr Intelligenzen" leiden wir in Deutschland nicht allein. In einer französischen Zeitschrift schildert vor einiger Zeit Henri Verenger daS ge­lehrte Proletariat Frankreichs. Die französischen Friedensrichter, die fast alle Doktoren der Rechte sind, haben ein Einkommen von 1800 bis 3000 Fr. jährlich, und da sie meistens kein Vermögen besitzen, so müssen sie von diesem Einkommen leben. Die akademisch gebildeten Lehrer erhalten in den Kollegien 2000 bis 3000 Fr., in deit Lyccen 3500 bis 5000 Fr.: auch sie sind meistens ohne Ver­mögen. -Die 3000 Hilfslehrer der Kollegien und Lyccen bringen es nicht über 3000 Fr. Von 'den 180 000 Lehrern und Lehrerinnen der französi­schen Volksschulen beziehen 100 000 ein so ge­ringes Gehalt, daß sie stets in bedrängter Lage find, aber trotzdem sollen in Paris 15 000 Lehr­kräfte auf die 150 Stellen warten, die jährlich frei werden. Alle städtischen Verwaltungen, Jn- dustriegesellschaften und Eisenbahnen, sind von einem Heer auf Technischen Hochschulen gebildeter junger Leute umlagert, die sich mit heißem Be­mühen um jene Stellen bewerben, die ein Gehalt von 15004000 Fr. jährlich abwerfen. Die Tech­nischen Hochschulen Frankreichs entlassen jährlich 800 bis 900 geprüfte Ingenieure, von denen nur der kleinste Teil Anstellung findet, oft auch nur mit einem Gehalt, das ein Werkführer oder erster Arbeiter zurückweisen würde. Bärenger sieht in der Ueberzahl der Höhergebildeten für Frankreich eine soziale Gefahr. Er erklärt die Ueberfüllung der gelehrten Berufe jedoch einseitig hauptsächlich aus den Vorteilen, die mit dem Bestehen gewisser Prüfungen bei der Erfüllung der Militärpflicht verknüpft sind. Sicher sind diese ein erheblicher Grund, und auch in Deutschland macht man be­kanntlich dem Berechtigungsschein zum Ein- jäbrigendienft den Vorwurf, die Ueberfüllung der höheren Lehranstalten sehr wesentlich zu verschul- den. Mehr trägt jedoch der falsche Bildungsbe- grifs, die verkehrte Auffassung von dem Wert der Arbeit oder, wie sich Professor Kammerer autz- drückte, die in manchen bemittelten Kreisen vor­handene Verachtung körperlicher Arbeit dazu bei.

In Deutschland ist das gelehrte Proletariat kaum geringer als in Frankreich: leider fehlt uns eine ausreichende Statistik. An deutsche» Uni­versitäten sind in diesem Sommer nicht weniger als 37 813 Studierende und .vierer eingeschrieben, etwa 1000 mehr als im letzten Wintersemester. Die weit überwiegende Mehrzahl dieser akademi­schen Bürger treibt natürlich ein sogenanntes Brot- studinm, das heißt, sie studiert nicht zum Ver­gnügen, sondern um sobald als möglich durch die erworbenen Kenntnisse einenstandesgemäßen" Unterhalt zu finden. Aber wie sieht dieser auch

Die Schalldämpfung im Bauwesen.

Von Eduard Panzer (Frankfurt).

Es ist nichts Seltenes, daß ein Bauherr an einem eben fertiggewordenen Gebäude zu seiner Ueberraschung wahrnehmen muß, daß die Wände oder Decken recht unliebsam jedes Geräusch von einem Zimmer zum andern, aus einem Geschoß in das andere durchdringen lasten, ober daß eine in dem Hanse irgendwo arbeitende Maschine ein Dröhnen und Vibrieren überall hin versvüren läßt. Das Haus ist nach allen Regeln und Prin­zipien der Baukunst, strikte nach den baupolizei­lichen Vorschriften ausgeführt, und doch hat sich da ein liebel eingefunden, das viel Verdruß statt Ruhe und Behaglichkeit in die Räume bringt. Die Ursache desselben ist in nichts anderem als in unterer heutigen Bauweise zu suchen, unsere Alt­vordern haben es jedenfalls nicht gekannt. Die massenhafte Anwendung des Eisens, die Ver­bindung von Stein und Eisen zu tragenden, auf geringe Stärke bemessenen Baukonstruktionen, die nach allen Richtungen durchgeführten Kanäle nud Röhren _M§ sind die Hauptursachen der Geräuschdurchlässigkeit, der Hellhörigkeit von Wänden und Decken.

Die Frage, wo und wie hier Abhilfe zu schaffen ist, hat nicht nur fiir den Architekten als Fachmann, sondern auch.für jeden Hausbesitzer und Mieter

in Deutschland oft aus! Manredet zwar viel von der Not des Handwerks, ober es ist trotzdem eine Tatsache, daß heute in Deutschland ein Handwerks­meister mit leidlich gutem Geschäft wirtschaftlich ganz erheblicher günstiger gestellt ist als viele Studierte. Es ist bitter, muß aber gesagt werden, daß selbst zahlreiche Hotelhausknechte und Ober­kellner mit vielen betitelten Akademikern materiell nicht tauschen würden. Es giebt auch in der deut­schen Industrie genug Werkführer und tüchtige Arbeiter, die nicht nur eine selbständigere und ver­läßlichere Stellung, sondern auch ein höheres Ein­kommen als manche Studierte haben: frellich, d'ese verrichtenhöhere", wenn auch vielleicht für das Gemeinwohl recht überflüssige, jene aber ..niedere", wenn auch notwendige Arbeit. Ein falscher Ehr- und Bildungsbegriff triumphiert, und sein Träger schleppt mit ihm zwar Hunger und Kummer, aber er hat einenhöheren", einengesellschafts­fähigen" Beruf.

Am meisten ist in dieser Beziehung in den letzten Jabrcn von den schlimmen wirtschaftüchen Verhältnissen des Aerztestandes gesprochen wor­den. Ein Fall kennzeichnet die ganze hier herr­schende Misdre. Als der seine groben Kurschw'.n- deleien jetzt mit mehrjähriger Gefängnisstrafe büßende Rardenkötter zur besseren Reklame eilten approbierten Arzt suchte, melbeten sich siebzig. Im Prozeß Rardenkötter erklärte ein Berliner Anwalt dise schreiende Zahl mit der Not des Aerztestandes: die Zahl beweise, daß im medi­zinischen Proletariat der Hunger oft vernehmlicher spreche als die StandeSehre. Nach einer aus ärztlichen Kreisen angestellten sozialstaatlichen Untersnchung hatten von den Aerzten Berlins 30,9% ans Praxis und Vermögen ein Gesamt- einkommen von unter 3000 ett, unter 900 M 5,2%, 9001050 M 2,9%, 10502100 M 16,8%. Das sind Einkommen, mit denen, heute kein tüchtiger Handwerksmeister zufrieden ist, sie sind geringer als die Bezahlung manches Fabrik­schlossers und Maurergesellen in Berlin. Nur 27,8% der hiesigen Aerzte verfügen über ein Ein­kommen von 500010 000 M jährlich. Aehnliche Verhältnisse herrschen in anderen wissenschaftlichen Berufen, noch schlimmere in den künstlerischen Erwerbszweigen. Bei der breiten Mittelmäßig­keit gilt auch hier das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Je stärker der Zudrang, um so ii'fcr die Lebenshaltung. In der harten Schule ihres Daseins gelangen viele dieserhöheren" Arbeiter niemals zu einer inneren Befriedigung und einer leidlich anständigen Lebenslage. Erst im, vorge­schrittenen Alter ermessen sie oft die Größe des Opfers, das sie falschen Ehr- und Bildungsbe­griffen unserer Zeit gebracht haben. Aus dem Künstler und Gelehrten wird dann oft noch ein Geschäftsmann, aber die Verbitterung über einen langen verfehlten Weg bleibt.

Diese Verhältnisse werden besser, wenn die mit falschem Ausdruck alsniedrig" bezeichnete ge­werbliche Arbeit wieder gesellschaftsfähig wird und die ihr zukommende Hochachtung nicht nur in schönen Worten genießt. Vor allem müssen sich viele Gewerbetreibende selbst von Vorurteilen und falschen Begriffen innerlich frei machen. S'e dürfen nicht die akademische Bildung als den In­begriff inneren und äußeren Glücks ansehen. Viele von ihnen bringen heute mit schwerer Mühe »och ihren Verhältnissen große Opfer, um bei Sohn studieren zu lassen. Besser wäre es heute, sie ließen ihn mit den aufzuwendenden Misteln eine gute Fachschule besuchen und zu einem tüch­tigen Handwerker erziehen. Dem Gewerbe fel/t Geist und Kapital, während beides im Verfolgen gelehrter und künstlerifcher Lebenswege hewe häufig nutzlos und selbst zum Schaden des Ge­meinwohls verbraucht wird. (Reichsanz.").

ein gewisses Interesse, und so sollen in Nachstehen­dem die bisher gemachten Erfahrungen auf dem Gebiete der Schalldämpfung mitgcteiÜ werden. Wir müssen uns dabei auf die bei Ausführung von Neubauten zu berücksichtigenden Mittel und Wege beichränken. denn bei bestehenden Bauten ist die nachträgliche Beseitigung des Schalles oder Geräusches meistens eine sehr umständliche und kostspielige Sache, die dazu oft der persönlichen Zuziehung Fachkundiger bedarf.

Die massiven, also aus integrierenden Teil Stein und Eisen aufweisenden Baukonstruksionen sind durchweg mehr ober weniger gute Schallleiter, sie sind es umsomehr, je größer die Eisenmengen und je dichter das Gefüge des dabei verwandten Steinmaterials ist. Eine bekannte feste Regel ist die, daß ein Körper die Schallwellen um so stärker weiterleitet, je größer feine Dichte ist: so leitet Eisen mehr als Backstein, Backstein mehr als Holz, Holz mehr als Filzstoff. So wird also eine voll- fommen ausgesüllte Holzbalkendecke den Schall weniger durchlassen und fortpflanzen, als eine massive Zwischendecke. Letztere wird durch die innige Verbindung der Eisenträger mit Bausteinen ober starren Betonmassen zu einer kompakten mas­siven Platte die wir uns noch durch das Eisen straff in den Bau eingespannt denken müssen ausgebildet und sich damit in hohem Maße schall- leitend erweisen, während die Holzbalkenbecke in ihrer losen Zusammensetzung dies nicht tun wird«

Umschau.

Zwangssparkassen für die Jugend.

Unter der UeberschriftZwangssparkaflen der Jagend' wird in derMagdeburgischen Zeitung" eine Anregung zu einer schon früher mehrfach erörterten Frage erneut zur Diskussion gestellt, aus der wir folgendes wiedergeben:

Das größte Verderben der Jugend entspringt daraus, daß die jungen Burschen (auch die Mädchen) so viel Geld zu freier Verfügung in den Händen haben. DaS ist nicht allein an dem genußsüchtigen, oft sogar ausschweifenden Leben vieler jungen Leute aus wohlgestellten Familien zu sehen, sondern auch bei solchen, die durch eigene Arbeit ihren Lebensunterhalt erwerben, oft aber weit mehr verdienen, als zum bescheidenen vernünftigen Leben, eines einzelnen Menschen nötig ist. Unzählige ge­wöhnen sich in der Jugend, wo sie den Ernst und die Haushaltungssorgen noch nicht fühlen, völlig daran, ihrem Gelüst nach sinnlichen Ge- nüsien, Vergnügungen und Putz leichtsinnig nachzugehen; statt Sparsamkeit wird Ver­schwendung herrschen, statt vernünftiger Mäßig­keit zügellose Begehrlichkeit. Versuchen aber fürsorgende Eltern solchem vernunftlojen Treiben durch ein ernstes Wort zu steuern, dann be­gegnet ihnen oftmals Verachtung, Trotz, Frechheit. Das Bewußtsein der eigenen wirtschaftlichen Selbständigkeit verdrängt und vernichtet bei vielen allen Gehorsam und alle Pietät. Da der persönliche Einfluß ver­nünftiger Eltern, auch fürsorglicher Arbeitgeber gerade machtlos ist, wo er am nötigsten wäre, so muß durchs Gesetz Abhülfe versucht werden! Wie das Gesetz zu formulieren sein wird, be­darf ernster eingehender Beratungen. , Die Hauptsache aber ist sicherlich die, daß minder­jährigen Personen von ihrem Arbeitslohn nur ein Teil bar ausgezahlt werden darf. Der andere Teil werde in Form von eigens dazu hergestellten Marken in ein besonderes Lohnbuch eingeklebt. (Freilich ist das schon bestehende Klebgesetz" sehr unbeliebt; doch besonders des­halb, weil dort das Markenkleben eine Zahlung des Arbeiters und des Arbeitgebers an eine Kaffe bedeiftet und überdies die Pfennigbe­rechnung lästig ist. Das hier vorgeschlagene Markenkleben aber könnte ohne Pfennige ge­schehen und die eingeklebten Werte würden Eigentum des Arbeiters sein und bleiben.) Die Einrichtung könnte ungefähr folgender­maßen sein: Bei der Löhnung gibt der Aus- zahlende zunächst dem Arbeiter die betreffenden Marken und macht, wenn dieser sie eingeklebt hat, einen Tintenstrich durch alle Marken der Reihe, schreibt auf die letzte Marke den Monats­tag und dahinter aus den Rand der Seite (zur Verhütung von" unbefugten Eingriffen) seinen Namen, wenn auch abgekürzt. Danach zahlt er den Nest in bar. DieJugendsparmarken" kauft der Arbeitgeber nach Bedarf auf den Postämtern. Sie werden nur in etwa fünf Merlen ausgegeben: zu 1, 2, 5, 10 und 20 Mk. Als Regel gilt, daß die Hälfte des Lohnes in Sparmarken ein geklebt werden muß, wobei die Pfennige auf Mark abgerundet werden. Unter besonderen Verhältnissen kann auf Antrag des Vaters ober Vormundes die Polizeibehörde für bestimmte Zeit ober auch

Um massive Bauteile schallundurchlässig zu machen, wird man sie vor allein mit einem jener Materialien in geeignete Verbindung zu bringen suchen müssen, die eine schallisolierende Wirkung haben und sich nach den seitherigen Erfahrungen bewährten. Es sind das eine Reihe künstlicher Baustoffe, wovon solche mit geringerem spezifi­schem Gewicht, feiner Porosität und relativ günssigsten Resultate lieferten, das sind die Kork- und Torfbausteine, sowie verschiedene für den Zweck besonders präparierte Filzarten. In zweiter Reihe kommen dann in Betracht: Leichtes, loses Füllmaterial, wie Torfmull, Korkmehl, Blätter- Holzkohle, Kieselguhr usw., alsdann die aus leich­ten vegetabilischen oder organischen Stoffen und irgend einem Bindemittel bestehenden Fabrikate, dies sind die Bausteine oder Tafeln aus Kohlen- afche, Sägemehl, Kokasfafer usw., ebenso auch Schwemmsteine und deren Abarten, schließlich die Fußbodenbelagstosfe, Teppiche, Linoleum und einige Estriche.

Für massive Zwischendecken sind hüuptsächlich folgende Vorsichtsmaßregeln zu beobachten. Die Träger erfordern an den Stellen, wo sie mit anderen Bauteilen sich berühren, eine isolierende Unter- oder Zwischenlage von Lederplatten, Eisen- filz oder Kork, welche Uebertragungen vermeiden. Für die Eindeckung oder Einwölbung werden stark Poröse und gelochte Steine verivandt, die die Trägerunterflanschen ebenfalls gehörig mit

dauernd Erlaubnis zu höherer Barzahlung durch amtlichen Vermerk im Buche erteilen. Diese Lohnbücher enthalten, damit sie vom 14. bis 21. Lebensjahre ausreichen, mindestens 7 X 4 28 Blätter, jedes auf jeder Seite mit 7, also im ganzen mit 14 Wochenreihen, für die 13. bezw. 14. Zahltage eines Quartals. Mit Ablauf der Unmündigkeit (oder unter be­sonders dringenden Umständen schon früher) zahlt auf Grund polizeilicher Erlaubnis die be­treffende Ortssteuerkaffe den aufgesparten Be­trag aus. Auch darf nach Ablauf jedes Quartals der Besitzer eines Lohnbuches dasselbe (ohne weitere Genehmigung) bei einer Sparkaffe präsentieren und den betreffenden Betrag ein­tragen laffen in ein auf seinen Namen lautendes Jugendsparkaflenbuch", welches, durch besondere Farbe kenntlich, alsgesperrt" gilt, so daß darauf nur mit behördlicher Erlaubnis Aus­zahlungen geleistet werden. Bei Einzahlungen schneidet der Sparkaffenbeamte die betreffenden Ouartalsblätter heraus und erhebt die Beträge insgesamt bei der Steuerkaffe".

Durchschnittseinkommen in preußischen Städten.

Nach einer Berechnung des Statistischen Amts der Stadt BreSlau zahlte, wie wir derZeitschrift für Sozialwissenschast" (Heft 8/9 1903) entnehmen, im Jahre 1902 der durchschnittliche Srcuerzahler staatliche

Einkommensteuer in

Frankfurt a.M.. 122,9 M

Aachen .... 103,1 , Charlottenburg. 107,8 Breslau . . . 84,8 , Cassel .... 82,3 , Königsberg t. P. 79,7 Köln.....79,1 ,

Elberfeld . . . 75,2 . Posen .... 73,0 , Berlin .... 71,8 Stettin.... 71,3

in Halle a. d. S Magdeburg Hannover. Danzig. . Essen . . Düsseldorf. Krefeld. . Dortmund. Barmen . Kiel . . . Altona. .

. 66,4 M.

. 66,2 ,

. 65.9 ,

. 62,6 ,

. 61,8 , . 56 ,8 , . 55,1 .

. 49,9 .

. 49,4

44,5 , . 41,8 ,

Freie Eisenbahnfahrt der Reichs- tagsabgeordneten.

Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat an die Königlichen Eis enbahndirektiouen und Eisen- bahnkommiffare folgenden die Freikarten dec Reichstagsabgeordneten I?i reffen bett Erlaß unter dem 16. August b. I. gerichtet: Um den Reichs- tagSabgeorbneten, bie nicht in Berlin wohnen, den Verkehr zwischen ihrem Wohnorte unb Berlin während der Reichstagssessionen möglichsk zu er­leichtern, werden ihnen, wie früher, Eisenbahn­karten zur Verfügung gestellt werden, die wah­rend der Session sowie 8 Tage vor unb 8 Tage nach Schluß ber Session zur freien Fahrt in be­liebiger Wagenklaffe auf allen in den Karten be­zeichneten, bie Verbindung zwischen Berlin unb dem Wohnorte der Inhaber vermittelnden Eisen­bahnstrecken berechtigen. Ein Probedruck ber Kar­ten, die noch durch ben ZusatzFür Benutzung von Schlafwagen unb Luxuszügen ist ber tarif­mäßige Zuschlag zu entrichten" ergänzt werden, ivirb den Königlichen Eifenbahndirektionen unter Umschlag zugehen; bie Ueberjenbung eines Ver­zeichnisses ber Karten bleibt Vorbehalten. Der Tag, an dem bie Karten Gültigkeit erlangen unb verlieren, wird den Königlichen Eisenbahndirek- Honen vom Reichsamt des Innern in der bisher üblichen Weise mitgeteilt werden. Die für die vorige Legislaturperiode erteilten Fahrkarten sind für ungültig erklärt worden. Die beteiligten Dienststellen unb Beamten sind hiernach anzu- weisen. Tie Herren Eisenbahnkommissare ersuche ich, die Verwaltungen ber ihrer Aufsicht unter« stellten Privateisenbahnen zu verständigen.

umschließen müssen, darüber kommt eine leichte, aber dichtfügige Auffüllung von magerem Schlacken- ober Bisbcton, alsdann Fußboden aus Kork ober Kork unb Filz unb schließlich Linoleum. Eiserne Säulen unb Pfeiler müssen durch zweck­mäßige Ummantelung und Unterlagen unter ben Füßen vor Schallübertragung geschützt werben. Luftschichten soll man innerhalb massiver Decken wie auch Wände vermeiden, da sie ben Schallburch-. gang mehr begünstigen als abfchwächen.

Die gewöhnlichen Holzbalkenbecken, namentlich wenn sie mit Lehmschlag ausgefüllt, besser aber noch in ber früher üblichen Wickelstakung berge- stellt sind, weisen eine im allgemeinen befriebigenbe Schallsicherheit auf. Soll bWe aber noch erhöht werben, so füllt man ben unter ber Stakung ver­bleibenden Hohlraum ebenfalls mit Lehmschlag mit einem sonstigen lockeren leichten Material aus ein Gemenge von Lehm und Stroh ober versieht bie untere Ansicht an Stelle ber Rohr- pntzfchälung mit einer Korkstein- ober ähnlichen Bckleibung. Ein anberes gut bewährtes Mettel ist bie Trennung ber Putzbecke von ben Balken. Zu diesem Zwecke werden unter bie Stakungs- felber parallel zu ber Balkenlage Lagerhölzer ein- gezogen, über biefe also wellenförmig übe? Lagerholzoberkante unb Balkenunterkante ei» imprägnierter Filz, Pappe ober sonstiger Stof( gespannt unb bann an die Unterfante ber Lager« Holzer bie Putzbecke befestigt. (Franks. Ztg."),