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Zweites Blatt.

Ich glaubte an einen Irrtum de-

beglichen.

Nein, mein Herr,

Kellners und widersprach.

bevor Se mir tn de

Jahres trifft in Hongkong das neue Fluß» kanonenboot .Tsingtau" ein, daS die Schichau- Werft gebaut hat und im September in zer- legtem Zustande von Danzig nach Ostafien ab­gehen läßt. Im Januar führt Kapitänleutnant Giebler das Schiff nach der Nangsemündung. Die Fahrt nach Szetschwang ist eine Vorbe­reitung für die Stromreisen derTsingtau" gewesen. DieTsingtau" hat nur 61 Zenti­meter Tiefgang und vermag daher weiter land­einwärts zu dringen als der Vorwärts mit 161 Zentimeter Tiefgang.

verschwunden.

Sine Ball,«fahrt, die zu den hervorragendstes gezählt werden muß, die bisher in Deutschlands

entgegnete jener,ich irre mich nicht!"Wann habe ich denn bezahlt . . . wenn Sie so mit Ihrer Kasse verfahren, dürften Sie heute auf ein Manko gefaßt sein." Der Kellner lachte. Sie haben allerdings nicht bezahlt, doch ein anderer für Sie . . . weiter darf ich nichts verraten . . auch nichts von Ihnen annehmen, ich bin reichlich entschädigt." Aergerlich ging ich von dannen, überzeugt, daß ei« anwesender Berliner Freund mich bemerkt und diesen Scherz getrieben habe.Der läuft mir doch gleich in den Weg," dachte ich,und dann wird die Sache beglichen." Ick irrte mich, eS kam niemand. Nachdem ich durch die Stadt gewandert, erfrischte ich mich in einem CafL. Ist bereits bezahlt," lächelte der Zählkellner und fuhr fort, als ich zornig protestieren wollte: Dort, der Herr mit jener Dame . . . eben haben sie das Lokal verlassen." Ich eilte den beiden nach und erkannte meinen Genossen von

Umschau.

Mißstände im Auktionswesen.

Zu den Mißständen unseres überaus reform­bedürftigen Auktionswesen gehört auch der, daß es bis jetzt noch nicht gelungen ist, den Händler»

ringen einen Riegel vorzuschieben, die es viel­fach dem Privatpublikum unmöglich machen, sich in erwünschtem Maße als Bieter zu be­teiligen. Unter diesen Zuständen leiden be­sonders die Besitzer von Pfändern, da Pfand­objekte bei Auktionen oft in unerhörter Weise verschleudert und selbst unter dem Darlehen verkauft werden. Es wird nun vorgeschlagen, daß bei öffentlichen Verkäufen auS größeren Pfandleihen ein übersichtliches Register der zu verkaufenden Gegenstände veröffentlicht werden möchte, auS dem daS Privatpublikum ersehen könnte, was es etwa zu erwerben für wert hielte. Privatkäufer würden ohne Zweifel oft das Doppelte und Dreifache von dem zahlen, waS die Händler anlegen. Selbst dasBerliner Tageblatt" spricht sich für Maßregeln auS, die den Händler den Weg verlegen. ES schreibt, der in den Vorschriften über den Umfang der Befugnisse und Verpflichtungen sowie über den Geschäftsbetrieb der Versteigerer in Preußen vorhandene Paragraph genüge nicht, um Ab­hilfe gegen das Ausbeutertum in den Auktionen zu schaffen. Der PassuS lautet:

«Der Versteigerer hat sich bei der- Ver­steigerung jedes unlauteren Geschäftsgebahrens, insbesondere deS trügerischen AnpreisenS der zu versteigernden Sache, der Verleitung zum Ueber- bieten durch Aufstellung von Personen, die nur zum Scheine mitbieten, zu enthalten. Weiß er, oder muß er den Umständen nach annehmen, daß Verabredungen getroffen find, auf Grund deren andere vom Mitbieten oder Weiterbieten abgehalten oder Sachen (durch vorgeschobene) angesteigert werden sollen, um unter den Teil­nehmern sodann zu gemeinsamem Vorteile ver­äußert zu werden, so hat er' die an solchen Verabredungen Beteiligten, nötigenfalls mit polizeilicher Hilfe, zu entfernen. Er kann die Versteigerung auch abbrechen."

Diese gesetzliche Vorschrift liest sich so schreibt dasBerl. Tagbl." recht nett, greift aber nicht das Uebel von der richtigen Seite an. Der Versteigerer hat auf die ausgebotenen Pfänder, auf beff rechtmäßigen Zuschlag, auf den Eingang der Gelder, damit er nicht Schaden leide, zu achten, also genügend zu tun; in der während des Verkaufs stattfindenden Unruhe ist es unmöglich, die Vorschriften dieses Para­graphen auszuführen. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, wie präzise der Händlerring arbeitet, und daß er die erstandenen Pfänder unter sich wieder versteigert. Man mag also sich nach besserer Abhilfe im Wege der Gesetz­gebung umschauen!" Es ist nicht uninteressant, daß daSBerl. Tageblatt" hier auf einmal daS sonst von ihm geleugnete Bestehen von Händler­ringen anerkennt. Vielleichtmausert" sich daS Blatt noch weiter und erkennt auch das un­heilvolle Wirken der Händlerringe auf anderen Gebieten so in Markthallen, auf Vieh­höfen usw. an und ist auf Abhilfe dagegen bedacht. ____________

entfernen und die nicht übersetzbaren, wie 3. B. Sport, deutsch ausznsprechen.

Man hat vorgeschlagen, die Sportausdrücke und Sportnamen zu verdeutschen, also statt Lawn Tennis zu sagenNetzballspiel". Der Vorschlag ist vortrefflich, aber dann würde ja die ganze Sache unseren höheren Töchtern und anderen bildungsfreudigen Leuten gar keinen Spaß mehr machen! Netzballsviel so etwas Gewöhnliches, so etwas Plebejisches! Aber Lawn-Tennis da klopft das Herz voll Hochgefühl, da fühlt man sich erhaben über die Alltäglichkeit desDeutschtums. und dem Ideal der Menschheit um ein Bedeuten­des näher gerückt. Unsere alten deutschen Ball­spiele täten eigentlich dieselben Dienste auch sie geben Gelegenheit zur Entfaltung der Anmut und Geschicklichkeit, auch sie verlangen Aufmerksamkeit undSchnelligkeit desEntschlusses. Aber wer will sich noch mit altväterlichem deutschem Trödel abgeben? Leute, die auf der Höhe der Zeit stehen, spielen Lawn-Tennis. Das ist ja geradezu der Prüfstein eines modernen Vollmenschen; wer es nicht spielt, der lasse sich begraben! Er verdient nicht mehr, auf diesem Planeten zu wandeln.

Eine Erquickung für ein deutsches Herz ist es auch, Anzeige:: und Gesuche in deutschen Blättern in französischer oder englischer Sprache zu lesen. So z. B. in einer Berliner Zeitung: Je cherche pour 1. Mai bonne snp^rieure u. s. f. und gleich daneben:Gesucht wird Nusery-Governess oder Mutters Help, die Kinderpflege übernimmt." Oder in derselben Zeitung:Ich suche für Ostern als finishing governess für meine sechzehn­jährige Tochter eine musikalische Französin oder Genferin." Und so weiter. Kann man sich da noch Wundern, das; der Zirkus Busch in der Hauptstadt des Deutschen Reiches einen High life evening anzeige? So geschehen nicht nur in den Zeiten nationaler Erniedrig­ung, sondern dreißig Jahre nach Sedan, in dem Jahre des Burenkrieges und der allgemeinen Entrüstung über die Engländer! Und der Circus- besitzer wird vermutlich Geschäftsmann genug sein, zu wissen, was er tut; er weiß ganz genau, daß es die Leute so haben wollen. Wahrlich, wir brauchen keine äußeren Feinde, die un§ erniedri­gen, wir erniedrigen uns schon selber genug. Die Engländerei nimmt immer albernere und lächer­lichere Formen an. Früher sprach man von dem Prinzen von WaleS (wenn man überhaupt von ihm sprach), heutzutage sagen auch Leute, deren Juaendglück nie durch eine englische Vokabel ge­trübt worden ist, mit einem wahren Hochgenüsse: Prinz of Wales." Und wer sich nun gar auf englische Aussprache versteht undPriils ow Uähl" recht schön fertig bringt, der möchte sich am liebsten selber anerkennend die Hand drücken, wenn es anginge. Ganz besonders sind jetzt die Gasthäuser aus das Englische erpicht, ohne darum (wie schon gesagt) dem Französischen den Abschied zu geben. Man kann auf den Speisekarten er­götzliche Beobachtungen machen, und wer genötigt ist, im Gasthause zu essen, sollte sich dieses ebenso billige als sicher wirkende Erbeiterungsmittel nicht entgehen lassen. Ein wahres Leidensgeschöpf ist das Wort Rumpsteak. Bald wird Rumpstück, bald Ruinpfsteak, bald Rumsteak oder Rumstück (als ob es in Rum geschmort würde); nur das einfache deutsche Rumvfstück schreibt niemand. Das Beste an der Sache ist aber, daß der Engländer das Wort Rumpsteak gar nicht in den Mund nimmt, sondern einfach Beefsteak sagt. Der deutsche Gastwirt aber steakt fröhlich weiter; er hat auch Kalbssteak usw.

Das Deutsche ist noch immer, wie zu Riecauts Zeiten,ein arm Sprak, ein plump Sprak", mit der sich nicht lohnt, viel Umstände zu machen. Wem: sich zwei Leute eine Viertelstunde lang dar­über aufregen, ob das c in dem Worte eiert mehr nach a oder mehr nach ö gesprochen werden muß, so heißt das deutsche Gründlichkeit, tadelt dagegen jemand einen groben Fehler iu dem Deutsch der beiden Streitenden, so heißt das deutsche Pe­danterie.

Die höchste Wonne aber für unsereGebil­deten" ist es, einen Ausländer in dessen Sprache anzureden. Sobald der Tertianer-Deutsche merkt, daß ein Engländer oder eine Engländerü: in der Nähe ist, hat er nichts Eiligeres zu tun, als auf ihn loszueilen und englisch mit ihm zu sprechen zu keinem anderen Zwecke, als um sein Englisch zu zeigen. Die Ausländer aber lachen hinterher darüber oder halten wenigstens, selbst wenn sie höfliche Leute sind, mit ihrer Verwunderung nicht zurück; sie seien doch, sagen sie, in Deutschland, um Deutsch zu hören und zu reden, und nicht ihre eigene Sprache! Wann wird endlich- die Zeit kommen, wo wir uns auf den Standpunkt Minna von Barnhelms stellen, die aus die erstaunte Frage Riecauts, ob sie nicht Französisch spreche, die Ant­wort flicbt:In Frankreich würde ich es zu ivrechen suchen: aber warum hier?"

bet Btühlschen Terrasse. Ich stand vor ihnen, zögerte aber, sie anzusprechen, weil ich wieder im Zweifel war. Jawoll, Herr Kommissar," lachte bet elegante Mann mich an,kenne« tun Se mir auch in bie feine Kluft ... bet jloob ick . . . Vor sechs Jahren war ich noch Froschebe un Flatterlahrer in Berlin, ben Se breimal gefaßt haben, unb immer haben Se mir zu essen jejeben, weil ick Hunger hatte, bevor Se mir tn bejrine Minna" schoben . . . . Dafor hab' ick Ihnen hefte uf bte Art jedankt . . . erlauben Se, bet ick Ihnen meene Braut vorstelle . . . Sonst jeht'S mtr jut wie noch nie." Er winkt einer sorbetfahrenbe», Droschke, grüßte, unb bie Herrschaften wate«

mit -em Kreisblatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain.

Sonntagsbeilage; Jllustrirtes Sonntagsblatt. ____

Ausländern im täglichen Leben.

Lessing hat bitter beklagt, daß alles, was von jenseits des Rheines komme, für den Deutschen allerliebst, reizend, göttlich" sei; heute ist alles, was von jenseits des Kanals kommt, allerliebst, reizend, göttlich. Lic. C. Brösse plaudert in einer anziehend geschriebenen Broschüre, die bei Wall- mann in Leipzig erschienen ist, über alle Sorten von Ausländereien, daraus sei folgendes wieder- gegeben. Nicht, daß die Französelei überwunden wäre; schon ein Blick auf die Speisekarten der Wirtshäuser belehrt uns von dem Gegenteil. Dem guten Deutschen schmeckt es gleich um 30 I besser, wenn er boeuf a la mode ißt statt Rinderbraten.. Die Table d'hote mit ihren französischen Schön­heiten ist einemfeinen" Hotel noch immer unent­behrlich, und unsere höheren Kreise können sich nun einmal nicht von Diner und Souper und der Soiree trennen. DerSalon" steht noch in Blüte, aber da heute selbst Leute, die außer stände sind, einen deutschen Satz richtig zu Papier zu bringen, von ihrem Salon sprechen, so ist anzunehmei:, daß er nicht mehr lauge das Merkmal derFeinheit" fein wird. Es. sind überhaupt manche Anzeichen vorhanden, daß die Französelei anfängt abzu- nehmen, freilich nur zu gunstei: der Engländerei. Es scheint, daß wir trotz Leipzig und Sedan, trotz Armee und Flotte ein innerlich unfreiesVolk sind und bei aller äußeren Machtentfaltung in alle Ewigkeit dennoch Knechte der Knechte bleiben wollen. Der Deutsche, der eine zeitlang in Eng­land gewesen ist, kommt als halber Engländer zurück. Wehe, wer einem jungen Manne in die Hände fällt, der eine Studienreise nach England gemacht, oder sich gar ein Jährchen dort aufge- ölten bat! Der junge Engländer-Deutsche scheint wrtwährend mit beiden Zeigefingern nach England zu weisen; tut, als ob er nicht mehr ordentlich Deutsch könnte, spricht ii: englischei: Satzfügungen streut inöglichst viele englische Worte ein und weiß so viel vorzügliches zu berichten, daß man ihn fragen möchte:Aber lieber Mann, wenn Ihnen die deutsche Jacke zu eng geworden ist, warum sind Sie denn nicht drüben geblieben! Wie anders der Engländer! Er kommt nach Deutschland, lernt was er lernen kann, und kehrt so englisch oder noch englischer zurück, als er gekommen ist. Wem: wir khn uns doch hierin zum Vorbilde nähmen!

Der Deutsche ist stolz darauf, in seinem eigenen Lande den vollkommenen Eitgländer zu spielen. ~:e Wohnungen werden in dem herrlichen neu- englischen Stile eingerichtet. Eine Zeitlang mach­ten wir allerdings der mehreren Abwechselung halber den Versuch, zu Japanern zu werben : bann aber sind wir zur Engländerei zurückgekehrt. Am Sport ist das Engländern vielen das Wich- ngste, wie dem Sonntagsjäger die schön gestickte solche unb dem Sonntagsreiter die großen Sporen., . Der Svortmensch kann sich int Eng­ländern nicht genug tun: er würde e-5 sich nicht verzechen, einen deutschen Kunstailsdruck anzu- wenden und einen englischen unangewendet zu lassen Er mrßt sogar nicht nach Metern, sondern nach Nords und für den Tennisplatz kleidet er sich m:t einer Art religiöser Gewissenhaftigkeit bis auf die Krawatte noch englischem Muster: er ist durchaus English gentleman und seine Mitspie- lerrn English lody.

Ja mit dem WorteSport" selber treiben manche Leute Kultus. Der Deutsche spricht das Wort aus wie es :hm mnndrecht ist:Schport" (wie Hort Mord u. a.). Das ist aber für einen Verehrer der grotzen Nation zu gewöhnlich Er np'heVr a?°'s ^lisch ans, womöglich englischer ^5"Slander: er sagt s-pooo-rt, damit er seine Sprachkenntnis einem staunenden Publikum n cht verhehle und fernen Zweifel an der Echtheit und Unantaftbarfeit seines Engländertums auf- fommen lasse. Andere wieder, die ebenfalls gern englisch sem mochten, aber nicht recht Bescheid

-baV fÜL einen stummen Endkon- a pnr Französischen, sprechen aber das

nb das sp deutsch aus, also: schpör, d. h. sie.sprechen % deutsch, i/3 englisch, 14 französisch e- acht nichts über ein bischen AZ st es eh^W ?"ch falsch macht! Ebenso die LS!r£bC'-/n französischen Fremdwörtern hanbeln ^ m"": cn^u.(fc*Lbcr Sorgfalt zu be- nanoem ^n Wörtern tote Terrain Bassin it a SÄs etto?Cunf?rC We -Ic6fc Silbe nicht anders tx nT ct2Da unsereng"; wer aber seine Kenner- Franzche-^nla^ französischer als ein sC,IJC förmliche Kunstpause nach der Nasenlaut Zeit habe voll auszutonen und weder der Sprechende noch der neUre°r ^?iesem Ohrknschmaüs? ver" Itere. Diese Torheiten waren zu ent chuldiacn Tremdwö^" 3tDC<f ^en' das Eindringen von Fremdwörtern zu verhüten. Aber das beabsich- tigen sa wne Sprechkiinstler gar nicht; sie wollen uur die auslandifchen Diamanten von den deu- schon Kleselsieinen auszeichnen. Das Verniinf- itge ist doch, die überflüssigen Fremdwörter zu

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Zoh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdruckerei 38.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Im Inneren Chinas.

lieber bie Fahrten beS Flußkanonenbootes Vorwärts" in8 Innere Chinas erführt bas B. T." von heimgekehrten Teilnehmern folgendes:

DerVorwärts" ging über Lihukan, Jotschan unb Schaschi bis Jtschang unb machte bort Halt. Unterwegs bereiteten bie Stromschnellen erheb­liche Schwierigkeiten. Sie häuften fich hinter Jtschang derart, baß ber Kommanbant beschloß, im Beiboot desVorwärts" bie Stromfahrt sortzusetzen. Es wurden 100 Chinesen ange­worben, die daS Fahrzeug zu treideln hatten. Die Leute zogen an langen Tauen bas Boot stromaufwärts vom Flußufer au8. Mit großer Sicherheit ging es burch bie Stromschnellen landeinwärts. An verschiedenen Flußhäfen er­schienen bie Manbarinen, begrüßten bie Deut­schen unb luben ben Kommanbanten zu einem Essen (in. Der Stab beSVorwärts" besteht ans einem Oberleutnant, einem Assistenzarzt, einem Maschinisten unb einem Zahlmeister­aspiranten. DaS kleine Fahrzeug erreichte ben Haupthafen Tschungking berProvinzSzetschwang. Noch niemals ist ein beutsches Kriegsfahrzeug so weit inS Innere Chinas vorgedrungen. An ben westlichen Punkten hatten bie Bewohner keine Kenntnis von Silbergelb, nur ihre burch- löcherten Kupfermünzen wollten sie als Zahlung annehmen. Die Chinesen waren ziemlich zu- bringlich; boch entsprang bieseS Verhalten der Neugierbe unb nicht einer feindseligen Gesinnung. Sie bewunderten die muskulösen Arme der deutschen Matrosen unb befühlten sie, als ob sie glaubten, es fei ein Uebeueus,. Ende dieses

Vermischtes

Aus einer kleine» Uulverfitätstudt wird der Köln. Ztg." folgende niedliche Geschichte be­richtet: Dort leben der Chemiker X und der Philologe Z. in bitterer Feindschaft. EineS Tages geschah eS, daß der Hund des Philologen, der in diesem Streite treu zu seinem Herrn hielt, den Sohn des Chemikers auf der Straße ongriff und einen seiner Stiefel so zerbiß, daß eine Ausbesserung notwendig wurde. Diese Folge einer Tat aus dem feindlichen Lager war der Chemiker nicht willig, auö eigener Tasche zu bestreiten; er teilte deshalb dem Philologen in einem Schreiben mit, daß der Stiesel feines Sohnes infolge eines Angriffes jenes Hundes gevorschuht" werden mußte, unb legte bie Rechnung bei. Diese ungrammatische Verbal- form aber ging bem Philologen gegen sein wissenschaftliches Gefühl, was er in seiner Ant­wort dem Chemiker in bet folgenden zarten Weise andeutete:Sehr geehrter Herr! Aus die Nachricht, daß mein Hund den Stiefel Ihres Sohnes so zerbissen hat,, daß derselbe gevorschuht" werden mußte, teile ich Ihnen mit, daß ich meinen Hund verwarnt unb ihm mit­geteilt habe, baß er im Falle ber Wiederholung dieser Tat gedurchprügelt wird. Ergebenst 3E."

Aus dem Leben eines Kriminalkommissars, dem seit kurzem die verdiente Pensionierung be* schieden ist, teilt dieser demB. T." folgendes Erlebnis mit: Vor einigen Wochen besuchte ich die sächsische Schweiz und hielt mich kurze Zeit in einem auf der Btühlschen Terrasse in Dresden gelegenen Restaurant auf, um zu speisen. Nur kurze Zeit saß ich allein am Tische, als fich ein äußerst elegant gekleideter Paar ebenfalls an ihm niederließ. . . junge Leute ... er ungefähr dreißig ... sie Mitte der Zwanzig. Nachdem ich gespeist hatte, er­suchte ich ben Kellner um eine Zeitung, in bie ich mich vertiefte, sodaß ich erst auf meine Tischgesellschaft achtete, als sie mich zum Ab­schied grüßte. Ich wollte meine Rechnung be­zahlen.Mein Herr," sprach der Kellner,ich kann nichts annehmen ... die Rechnung ist

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei ver Expedition 2 Mt, bei allen Postämtern 2,25 Mk. fficL Bestellgeld). /AUWUI«

JnserttonSgebühr: bie gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg. Donnerstag, 20. August 1903.

Reelmnen: die Zeile 2a Pfg. ________________"_______________° '____________