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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jttuftriries SonntagSblatt.
Vierteljährlicher Bezugspreis; btt der Expedition 2 3RL, bet allen Postänitem 2,25 Mk. <cjc« Bestellgeld).
JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
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Marburg
Donnerstag, 13. August 1903.
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Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Universttäts-Buchdruckerek 38. Marburg, Markt 21. — Telephon 55. ,
Zweites Blatt.
Die Jnderansiedelungen bet Tanga (Deutsch-Ostafrika).
Von den Wohnplätzen ar der Küste vonTeutsch- Ostafrika nimmt nächst Dac-es- Salam Tanga die Aufmerksamkeit lind daS Interesse des Ko- »onialfreundes in Anspruch. Tanga ist ei seine geographische Lage wie durch die Konfiguration des Terrains und seine wirtschaftlichen Verhältnisse bemerkenswerter Platz, der den natürlichen Mittelpunkt der nördlichen Küste des Sckntzge- bietes bildet und zugleich einer der besten Häfen Ist. Von der geräumigen Tangabi ch:■ aus führen alte Handelsstraßen zum Ki imandsfiarogi'üet und in die Massaisteppe. Ihr na" rlickes Hinterland ist das fruchtbare Bondei- und Usambaragebiet.
Der Bezirk von Tanga ist in den Jahren 1898/99 durch eine Hungersnot stark entvölkert worden. Es mußte daher das Bestrebe t der Ko- konialverwaltung sein, die in der Bevölkerung entstandenen Lücken wieder auszufüllen. um einen Stillstand in der Kulturarbeit zu vermeiden. Zu diesem Zweck richtete die Behörde, wie die illustrierte Zeitschrist für Länder- und Völkerkunde „Globus" berichtet, ihr Augenmerk darauf, indische Ackerbauer zur Ansiedelung bei der Stadt Tanga zu ermutigen und sie dabei zu unterstützen. Die zahlreichen in Sansibar und an der ganzenOst- küste wohnenden Inder versprachen einen guten Stamm freier Ansiedler an der Ostküste abzugeben, da die indische Gesetzgebung zunächst einen Zuzug aus Britisch Ostindien unmöglich macht.
Die Inder, bekanntlich ein sehr wichtiges Be- völkerungsclemcnt in Deutsch-Ostafrika, zerfallen in zwei scharf geschiedene Gruppen Die Khojas, lichtbraune Leute, sind schiitische Mohammedaner. Ausschließlich Handel treibend, gelten sie als verschmitzte, gewinnsüchtige Landwirte und Ge-chästs- leute. Bis in die neueste Zeit hinein hat-.cn sie die Ausfuhr der Feldtrüchte nach Sansibar völlig in Händen. Ihnen stehen die aus Katsch stammenden heidnischen Baniancn gegenüber; sie sind Handelsleute, Handwerker und Ackerbauer.
Die Jnderansiedelungen sind ins Leben gerufen worden, um die Landwirtschaft zu heben; denn alle bisherigen Versuche die Felder der Eingeborenen auf europäische Art mit Zugtieren, Pflügen und Eggen 31t bearbeiten, sind gescheitert. Tie verteilten europäischen Ackergeräte wurden dem Verrosten preisgegeben, und nach wie vor wurde der Erdboden mit Hacke und Schaufel bearbeitet.
Angesichts dieser Verhältnisse hat die Verwaltung für den Anfang jetzt sich zur Richtschnur genommen, die neu zu begründenden Ansiedlungen möglichst den indischen Ackerwirtschaften nachzubilden. Es sind daher alle Geräte, Wagen und Zubehör von Indien bezogen, und auch die Anspannung der Zugtiere ist ganz nach indischem Muster eingerichtet. Die Ansiedler stellen zunächst gemeinsam die Ansiedelungen her und übernehmen sie dann. Bezüglich der Art, wie die Landwirtschaft betrieben wird, hat ihnen die Verwaltung ganz freie Hand gelassen und sich nur bcmüt, ihnen alle Hindernisse aus dem Wege zu räumen und ihre Wünsche zu erfüllen.
Es find gegenwärtig drei Ansiedelungen im Betriebe: zwei liegen dicht bei Tanga, die dritte befindet sich 15 Kilometer von der Stadt in einem durch Fruchtbarkeit besonders ausgezeichneten Landstrich. Sie besteht aus drei Wohnhäusern mit je zwei Wohnungen, Stallungen für 1000 Rinder und 300 Ziegen und Schafe; unter dem
Pfluge sind etwa 15 Hektar. Große Schwierigkeit macht die Erhaltung der aus dem Innern stammenden Zugochsen, die in großer Zahl dem Texasfieber zum Opfer fallen. DaS Verhältnis, in dem solche Verluste sich fühlbar machten, betrug bisher annähernd 50%, und doch sind Zugochsen bei allen größeren Erd- und Banarbeiten, wie sie beispielsweise die Anlage von Brunnen und Stauwerken erfordert, unentbehrlich.
Die von der Kalonialverwaltung mit indischen Ansiedelungen gemachten Versuche haben in neuester Zeit auch einen wohlhabenden indischen Unternehmer veranlaßt, ähnliche Versuche anzustellen. Das von ihm begründete Anwesen verspricht einen guten Fortgang zu nehmen, aber auch dort bleibt die Beschaffung der Zugtiere eine Hauptschwierigkeit.
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Umschau.
liebet das Dienstalter der Volks- fchullehrer in Preußen
macht die,Statist. Kort." folgende Mitteilungen: Danach gab es in Preußen am 27. Juni 1901
26 392 Lehrer in den Städten, 4838 auf dem Lande und 9025 Lehrerinnen in den Städten, 4725 auf dem Lande. Unter diesen hatten in den Städten 3449 Lehrer oder 130,7 vom Tausend ein Dienstalter von über 31 Jahren und damit die höchste (neunte) Altersstufe erreicht; auf dem Lande war dies bei 5433 Lehrern oder 112,8 v. T. der Fall und von den Lehrerinnen bei 283 oder 31,4 v. T. auf dem Lande. Ein Dienstalter von über 39 bis zu 49 Jahren hatten 849 städtische Lehrer oder 32,2 v. T., 1415 Landlehrer (29,4 v. T), 37 städtische Lehrerinnen (4,1 v. T.) und 23 Landlehrerinnen 4,9 v. T.). Im 50. oder höheren Tienstjahr standen 37 städtische Lehrer (1,4 v. T.), 60 Landlehrer (1,2 v. T.) und 2 Landlehrerinnen (0,4 v. 5L); städtische Lehrerinnen von einem so hohen Dienstalter waren nicht vorhanden. Im ganzen hatten also 2361 Lehrer und 62 Lehrerinnen eine Dienstzeit von über 39 Jahren hinter sich. Das zur Erreichung der beiden höchsten Alterszulagen erforderliche Dienstalter hatten zusammen 176,6 v. T. der städtischen, 148,4 v. T. der ländlichen Lehrer und 54,4 und 60,8 v. T. der Lehrerinnen.
Die größten deutschen Dampfer.
Der Bestand der deutschen Seehandelsstotte, d. h. der Ozeanschiffe von 1000 Tons Bruttoraumgehalt und darüber, hat gegen das Vorjahr, in dem 946 Schiffe gezählt wurden, nur um 30 Schiffe zugenommen, speziell um 41 Dampfschiffe, während die Segelschiffe um 11 zurückgegangen sind. Indessen hat sich die Besatzung dieser Flotte in derselben Zeit von 50500 Mann auf 56 300 vermehrt. Verhältnismäßig ebenso , stark vermehrt hat sich auch die Tonnage dieser Flotte, nämlich um fast 260 000 .Tons. Diese Zahlen erklären sich aus der andauernden Tendenz, möglichst große Schiffe in Dienst zu stellen, und in der Tat ist der diesjährige Zuwachs zur deutschen Handelsflotte wiederum wesentlich auch den größeren Schiffstypen zu gute kommen.
Die Beerenweinbereitimg.
Von I o h s. Schneider.
Das Verlangen und der Wunsch, aus allerlei Beeren durch alkoholische Gärung ein weinähnliches Getränk zu bereiten, hat schon manchen Gartenbesitzer verleitet. Versuche dieser Art an- zustellen, die, wenn sie in unbefriedigender Weise ausfielen, meistens mit dem Vorsatze „niemals wieder" endeten. Will man solche Mißerfolge vermeiden und ein wohlschmeckendes, gut bekömm- liches Beerenweinprodukt erzielen, so kann man dazu zwei verschiedene Wege einschlagen und dasselbe nach erprobten Rezepten oder nach genauer Normierung der Säure- und Zucker- resp. Alkoholgehaltes, beide unter Berücksichtigung einer gutgeführten Gärleitung, Herstellen. Das erste Ver- fahren ist für den Laien das bequemste und soll deshalb hier behandelt werden.
; „Alle zur Weinbereitung bestimmten Beereic musien vollreis und frisch gepflückt fein. Sie purfen iveber zur Nachreife lange lagern, noch sonst in Korben stehen, damit sie nicht bereits in Gärung vor dem Abpressen übergehen und essigstichig wer- Len. Um tue Beeren von anhaftendem Schmutz zu säubern, werden sie in einem Tuche oder Korb"
mehrmals in frischem Wasser geschwenkt und nach dein Abtropsen sofort zerquetscht und zermahlen. Wenn auch alle Arbeiten mit ganz Primitiven Voe- richtuugen, die in jedem Haushalte vorhanden sind, sich ausführen lassen, so kann doch nur geraten werden, sich die zur Weinbereitung nötig?» Geräte anzuschafsen, weil nicht allein bequemer, reinlicher und schneller sich damit hanfieren läßt, sonderne auch die Ausbeute an Saft größer wird.
Bei kleinen Mengen genügt zum Mahlen d-» amerikanische Handquetschinaschine und zum Ab- Pressen die Frucht- und Saftpresse, oder besser eine kleine Beerenmühle und Presse, wie sie schon von 25 Mark an erhältlich sind. Bei allen Geräten ist darauf zu achten, daß der Saft mit den blanken Metallteilen nicht in Berührung kommen darf weil die Säure Metall angreift, löst, und der Safi oder Most dadurch unbrauchbar wird.
Nachdem die Beeren zerquetscht oder gemahlen sind, sollte sofort zum Abpressen des Saftes g>. schritten werden. Tas Stehenlassen fr.t Maische, nm die Saft- und Farbstoffausbeute zu steigern, fit anzuraten, weil bei heißem Wetter sehr leicht Esngstich eiutreten kann rind damit las Risiko größer als der beabsichtigte Gewinn wird
Die Maische wird deshalb bei einer großekel» Presse in einen groben, sauberen Leinensack gefüllt
Marburg und Umgegend
Marburg, 12. August.
* Bauvrbeiler-Schutz. Durch einen Erlaß vom 27. Februar d. I. war seitens der zuständigen Minister auf die Notwendigkeit einer schärferen außerterminlichen Ueberwachung der Bauausführungen im Jniereffe eines erhöhten Schutzes der Bauarbeiter gegen Krankheiten und Unfälle hingewiesen worden. Im Anschluffe hieran wird nun in einem neuen Erlaß bestimmt, daß, soweit keine ausreichenden polizeilichen Schutzvorschriften vorhanden sind, deren Beachtung den Gegenstand der Kontrolle zu bilden hat, die Ueberwachung der Bauausführungen auf die Einhaltung der Unfallverhütungs- Vorschriften der Baugewerksberufsgenoffen- schasten zu richten ist. Wenngleich diese Vorschriften einzelne Lücken aufweisen, so erscheinen sie doch im großen und ganzen als dem Be- dürfnisse entsprechend, so daß sie eine geeignete Grundlage für die Baukontrolle bilden können. Wenn von den Beamten der Polizeibehörden Verfehlungen gegen diese Bestimmungen festgestellt werden, so ist strafend einzuschreiten. Falls der Verstoß so erheblich ist, daß die Strafbefugnisse der Polizei nicht auSreichen, so ist die Amtsanwaltschaft anzugehen. Der Justiz- Minister hat eine entsprechende Anweisung der AmtSanwälte veranlaßt. Die Befugnis der Polizei, mit den ihr zur Verfügung stehenden Zwangsmitteln auf die Abstellung vorgefundener Mängel hinzuwirken wird hierdurch nicht berührt.
* Für Forstwirte. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat angeordnet, daß das Holz aus den Wind- und Schneebrüchen dieses Frühjahres zur Herstellung von Eisenbahnschwellen verwendet werden darf, soweit e8 im übrigen den vorgeschriebenen Lieferungsbedingungen entspricht. Diese Hölzer mußten zwar außerhalb der vorgeschriebenen EinschlagSzeit gefällt werden. Nach den eingezogenen Gutachten erschien jedoch die Verwendung in der angegebenen Art bei den besonderen klimatischen Verhältniffen dieses Frühjahres unbedenklich.
, Zur Obsternte wird im .Krcisblatf folgendes bekannt gemacht: Durch daS vorzeitige Anberaumen der Obstverkaufstermine, welche im vergangenen Jahre schon Ende August vorgenommen worden find, wird dem Obstbau großer Schaden zugefügt. Den frühen Verkaussterminen folgt nämlich ein vorzeitiges Abernten der Früchte auf dem Fuße und infolge deS gewaltsamen Eutfernens der noch unreifen Früchte werden die für das nächste Jahr schon vollständig ausgebildeten Fruchtknospen, welche sich in allernächster Nähe der Früchte befinden, mit abgerissen; hierdurch wird aber ein guter Teil der Ernte für das nächste Jahr zerstört. Auch wird infolge deS zu frühen Aberntens viel unreifes Obst in den Handel gebracht. Ferner ist beobachtet worden, daß für das Obst in den Terminen vom 15. bis 20. September viel bessere Preise bezahlt wurden, wie in den 14 Tagen früher abgehaltcnen Terminen. DL Herren Bürgermeister wollen daher rearge t-az-x, daß die Verkaufstermine für das Eemeindeobst -icht vor dem 15. Sept, stattfinden.
* Für Jäger. Für den Regierungsbezirk Gaffel wird auf Grund des § 2 des Gesetzes über die Schon» zeiten des Wildes vom 26. Februar 1870 und des § 107 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 der A nfang der diesjährigen Jagd auf Rebhühner, Wachteln und Hafelwrld auf Dienstag, den 25. August, für Hasen, Auer», Strt- und Fasanen-Hennen dagegen aus Dienstag, den 15. September festgesetzt und die Zeit, während welcher der Dachs erlegt werden darf, derart ausgedehnt, daß die Jagdzeit vom 16. September bis 14. Dezember d. Js., beide Tage einschließlich, läuft.
i'.nd muß dieser Sack vorher in reines Wasfer g-. taucht iverden, damit er nicht soviel Saft aufsaugr. Bei kleinen Pressen schlägt man den Korb m'.t einem Tuche aus, das so lang ist, daß es- m.hrfach überschlagen iverden kann, andernfalls sich der halbflüssige Brei oben hinausdrückt. DaS At^ ziehen der Spindel geschieht mir allmählig, well die Ausbeute an Saft dann um so größer wird. Der ^durchschnittliche Gewinn an Safi macht 6) bis 75% des Gewichtes der Beeren ans.
Der abgepreßte Saft nmß in einem Glas-, Holz- oder gut emaillierten Gefäß auigesangen werden. Die ivichfigste Aufgabe ist nun. das Zusetzen, des nötigen Zucker- und Wass:rquantnmS um ein trinkbares Produkt zu gewinnen, denn die meisten rohen Säfte enthalten zuveil Säure und zu wenig Zucker. Johannisbeersaft hat z. B. 6,4% Zucker, aber fast 3O%„ (pro Mille) Säuree, während richtig 18 bis 30% Zucker und nur 10%, Säure vorhanden fein müßten.
Genaueres über das Verhältnis der Mischungen wie überhaupt noch ausführlichere Anweisung iir die Beerenweinbereitung enthält Nr. 43 der Zeitschrift „der Lehrmeister im Garten und Kleintierhof". Wer sich für den Artikel interessiert und seinen Tischwein selbst aus den in eigenem Garten gezogenen Beeren Herstellen will, dem sei ein Be
* Eine nachahmenswerte Eiurrn mg auf dem ßebiete, der Hygiene ist von den Behörden ia G ö Hingen getroffen worden. Von der Ec« Wägung ausgehend, daß häufig ansteckende Kranke heiten durch mangelhaft konstruierte Brunnen verbreitet werden, die gegen den Zugang schädlicher Bakterien ungenügend geschützt sind, wurden dieser Tage sämtliche Brunnenbauer der Umgegend zu einem gemeinverständlichen Vortrag in daK dortige hygienische Universitäts-Institut einge* labe«,- in welchen ihnen von den Professoren Dr. von Esmarch und Dr. Reichenbach an der Hand instruktiver Zeichnungen Vortrag gehalten wurde« Daran schloß sich eine lebhafte Diskussion, an welcher sich Landrat Mannkopff und Kreisarzt Dr. Schultz von Schultzenstein beteiligten. >
* Streichhölzer gut verwahren. Die Erfahrung lehrt, daß auf dem Lande die meisten Brände während der Erntezeit entstehen. Die Eltern gehen auf Arbeit, und Kinder, die selbst noch der Pflege und Aufsicht bedürfen, sollen für das Haus und das Essen sorgen. Oft spiele» dann die kleineren Kinder mit Streichhölzern und das Unglück ist geschehen. Also verwahret die Streichhölzer und vertraut sie nicht euren Kindern an.
Vermischtes
Allerlei kleine Nachrichten. Auch im untere» Oder-Gebiet ist die Schädigung durch die lieber- schwemmungen recht groß. Nach der „Schwedter Zeitung" ist daS ganze Tal von Schwedt bis Stettin in einer Länge von etwa sieben Meilen und Breite von etwa einer halben in einen unendlichen See verwandelt. Ein heftiger Sturm wütete in der Nordsee der namentlich an der dänischen Küste großen Schaden anrichtete. Auch mehrere Schiffe sind gestrandet. Zum Glück ist der Menschenverlust nicht so groß. -- Dem deutschen Kolonialmuseum in Berlin ist soeben die historische Holztafel überwiesen, durch welch« da? frühere Lüderitzland, heute ba§ deutsche südwestafrikanische Schutzgebiet, als deutsches Land bezeichnet wurde. — In Braunschweig ist di« kleine Tochter eines Schlossers nach dem Genuß von Früchten des GoldregenstraucheS an Vergiftung gestorben. Ein kleiner Knabe liegt schwer krank darnieder. — In Nord-Amerik« beginnt jetzt auch das Lynchen von weißen Verbrechern. In Asoti, Staat Washington, wurde ein Farmer Hamilton, der seine kleine Tochter ermordet hatte, an einenLaternenpfahl aufgeknüpft. — Die Korinthenernte soll in diesem Jahre den anfangs gehegten Erwartungen nicht entsprechen. Insgesamt wird sie auf 150 000 Tonnen geschätzt, wozu noch 5000 Tonnen auS der vorjährigen Ernte kommen. — Aus Kabinen wird der „KönigSb. Hartg. Ztg." geschrieben: In Kabinen traf Professor Mangel aus Berlin ein, der für die Majolika-Werkstätte verschieden« Modelle geliefert hat. Er will sich davon überzeugen, in welcher Weise die Nachbildungen auS- geführt worden sind. Auf Anordnung bei Kaisers werden zwei Tolkemiier Töpfer ein Jahr hindurch die keramische Lehranstalt in Bunzlau (Schlesien) besuchen, um die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in der Tonwarenindustrie TolkemitS dann zu verwerten. Die Ausbildung wird auf Staatskosten geschehen und es werden auch die Familien der beiden Töpfer in deren Ausbildungszeit unterstützt werden. —- König Eduard hat nach Pariser Blätter de« Präsidenten Soubet zwei prachtvolle Zuchtkühe
zug der betreffenden Nummer, die vom Verlag genannter Zeitung in Leipzig unfern Lesern auf Verlangen gratis abgegeben wird, angelegen!« lichst empfohlen. Außer diesem Artikel bringt die Zeitung noch eine Anzahl anderer Abhandlungen über die Weinbereitting, welche dem Laien dessen weitere Behandlung leicht ermöglichen.
Nach erfolgter Mischung, wobei der Zucker am besieu vorher im Wasser gelöst und dieses dem Safte zugesetzt wurde, ist der Most auf ein Faß oder einen Glasballon zu bringen.
Beim Füllen des- Fasses ober Glasballons muß ein entsprechen!» leerer Raum bleiben. Die Gär- gefäße bürfen nicht voll gemacht werben, weil bei, ber Gärung sich Kohlensäure entwickelt, bie ba$ Schäumen unb Brausen des Saftes zur Folge hak und bie int gasförmigen Zustande entweicht. 1
Wird der Most bei einer Temperatur von 20* Celsius sich selbst überlassen, so tritt nach kurze«! oder langer Zeit die Gärung ein. An den Beere» haften nämlich Gärungserreger, Hefe und ander« Pilze, die beim Abpressen mit in den Saft gelangen und dort sich entwickeln. Sie bewirk«« durch ihre Lebenstätigkeit die Zersetzung deß Zuckers in Alkohol und Kohlensäure^ welcher P-G« gang als Gärung bezeichnet wird.
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