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Erscheint wöchmklüh Heben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Unwcrjitäts-Buchdruckkrei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk., bet allen Postämtern 2,25 Mk. <crd. Bestellgeld).

Znserttonsgebühr: die gejpalteneZeile oder deren Raum Pfg.

Neclatnen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

üLlitttrood), 5. August 1903.

mit dem KreMlait für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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. Das Ausverkaufsunwesen.

Seit dem Mai des Jahres 1896 besitzen wir in dem Gesetz zur Bekämpfung des un­lauteren Wettbewerbs eine Bestimmung, die dem schamlosesten Treiben auf dem Gebiete des Ausverkaufsunwesens Einhalt geboten hat. Die Be­stimmung besagt daß, wer in öffentlichen Bekannt­machungen oder in Mitteilungen für einen größeren Kreis von Personen unrichtige Angaben öktsächlicher Art macht, welche geeignet sind, PrmAnfchein eines besonders günstigen Angebots hervorzurufen, auf Unterlassung und Schaden­ersatz verklagt, unter Umständen auch bei wissentlich unwahren und zur Irreführung ge­eigneten Angaben mit einer Geldbuße bis zu 500 Mark bestraft werden kann. Diese Be­stimmung wendet sich unmittelbar an diejenigen, welche durch die schwindelhafte Ankündigung eines Ausverkaufs den Anschein einer besonders günstigen Kaufaelegenheit erwecken wollen. Die Erfahrungen der sieben Jahre, seit denen das Gesetz in Kraft ist, haben bewiesen, daß daS schwindelhafte Ausverkaufsunwesen immer noch recht kräftige Blüten treibt und daß nicht blos in den Großstädten, sondern auch in der Provinz mancher reelle Geschäftsmann unter dem unlauteren Wettbewerb schwer gelitten hat. Es ist daher in weiten Kreisen der Geschäfts­welt immer nachdrücklicher der Wunsch laut geworden, durch kräftiges gesetzgeberisches Ein­greifen Abhilfe gegen die noch immer bestehen­den Mißhelligkeiten zu schaffen. Dem ver- flossenen Reichstage haben nach dieser Richtung hin zwei beachtenswerte Initiativanträge vor­gelegen, die leider nicht zur Erledigung gelangt sind. Ein Zentrum santrag verlangte eine generelle Regelung der Frage des Ausverkaufs­wesens, ohne sich auf bestimmte Vorschläge ein­zulassen. Ein von konservativer Seite eingebrachter Antrag formulierte jedoch in drei Absätzen ebensoviele erforderliche Bestimmungen und ver­langte 1. die Anmeldepflicht für alle Ausverkäufe, 2. Bestrafung der Ver­anstaltung von Scheinausverkäufen, 8. Bestrafung jedes Nachschubs von Waren zu einem Ausverkäufe.

Wie bereits gemeldet wurde, sind im Reichs­amte des Innern die Vorarbeiten zu einer Ver­schärfung der Gesetzgebung gegen den unlauteren Wettbewerb zum Abschluß gelangt. Es heißt auch, daß das geplante Gesetz seine Spitze ganz vornehmlich gegen das Ausverkaufsunwesen richte. Es ist da wohl anzunehmen, daß Bestimmungen im Sinne der Vorschl^ des konservativen Initiativantrages ge< - ' wor­den sind.

Wir verkennen die Schattenseiten nicht, welche derartigen Bestimmungen mit Gesetzes- Kraft anhaften werden. Die Befugnisse der Polizei, sich in die geschäftlichen Angelegenheiten

b ^Nachdruck verboten.)

Zum Glück.

Roman von Margarete Böhme.

tZortfetzung.)

Nun dann warten wir noch ein paar Jähr­chen," fiel Hedwig munter ein,mir schon ganz recht, wenn ich noch ein Weilchen bei Dir bleiben darf das heißt wir werden doch auch imm-r zusammen bleiben. Ich meine Du solltest Willi gar nicht erst nach London gehen lassen, Väterchen. Du kannst doch wahrhaftig nachgerade eine Stütze im Geschäfte brauchen. Du solltest Dich endlich einmal ein wenig ansrnhen"

lieber des alten Herrn Züge glitt ein Schatten, ein seltsam gequälter Ausdruck, doch nur für Se­kunden.

Vielleicht später. Vorläufig soll Willi seine Slellung in London antreten. Also haben wir setzt eine kleine Brant im Hause. Gott segne Dich, Liebling . . . gebe Dir Glück--Herzchen

Minutenlang hielten Vater und Tochter ein­ander eng umschlungen.

Hedwig gedachte später nach Jahren noch oft dieses Augenblicks, und bann erst versiaud sie die Empfindungen, die in dieser Minute durch ihre Seele zogen, diese seltsamen, aus Glück, Weh­mut, Hoffnung und Bangen zusammengesetzten Gefühle, unter deren Einwirkung ihr junges Herz an der Seite ihres Vaters erbebte.

Am Abend desselben Tages wurde im engsten Freundeskreis Verlobung gefeiert. Außer dem Brautpaar strahlte Willis Mutter am meisten.

Die einfache Frau konnte das Glück ihres Soh­ne? kaum fassen. Ihre vorherrschende Empfindung war an diesem Abend wie immer eine überströ­mende Dankbarkeit gegen Viekamp, dem Willi seinen ganzen erfreulichen Werdegang verdankte.

eines Gewerbetreibenden zu mischen, würden durch das beabsichtigte Gesetz nicht unerheblich erweitert werden. Wie unangenehm solch Ein­mischungsrecht für den einzelnen ist, das hat die Bäckereiverordnung, um von vielen nur ein Beispiel hervorzuheben, den Bäckermeistern zum Bewußtsein gebracht. Abgesehen von ihrer Wirkung bieten die beiden Verordnungen freilich keine weiteren Vergleichspunkte. Der reelle Betrieb erfordert eine andere Behandlung als die Schwindelwirtschaft.

In Zeiten wie den unsrigen ist es durchaus geboten, den reellen Geschäftsmann, der vielfach schwer zu kämpfen hat, um sich über Wasser zu halten, gegen den schwindel­haften Konkurrenten in Schutz zu nehmen. Die Gegner des in Rede stehenden Gesetzes be­haupten gern, auch draknische Bestimmungen gegen das Ausverkaufswesen würden das kaufende Publikum nicht vor Uebervorteilung schützen. Im Gegenteil würde daS Publikum in ein sehr gefährliches Sicherheitsgefühl eingelullt werden, wenn sich der Glaube vorbereitete, die Polizei sorge durch emsige Ueberwachung dafür, daß Schwindeleien und Uebervorteilungen ausge­schlossen seien. DaS Verständnis und die per­sönliche Prüfung des Käufers seien durch keine Gesetzesbestimmungen zu ersetzen.

Wir geben gern zu, daß kein Gesetz den Käufer von der Pflicht entbinden kann, beim Einkauf die Augen offen zu halten. Andererseits aber gibt es doch auch unkundige und ver­trauensselige Leute genug, die sich durch eine schwindelhafteReklamebestechen lassen, die sich durch die Ankündigung eines Ausverkaufs zu auf die Hälfte des Wertes herabgesetzten Preisen be­stimmen lassen, solche schwindelhafte Ausver­käufe aufzusuchen und sich dort daS Fell über die Ohren ziehen zu lassen.

Wir meinen aber, daß das angestrebte Ge­setz weder ausschließlich noch auch nur hauptsächlich zum Schutze des kaufenden Publikums notwendig sei, sondern daß es vielmehr im Interesse des rellen Ge- schäftmanneS geboten erscheint. Wer die Schwierigkeit ermißt, die unter den heutigen Verhältnissen von einem Gewerbetreibenden zu überwinden sind, der auf solidem Wege sein Ziel erreichen will, der wird ohne weiteres zu- geben, daß diese Schwierigkeiten an sich schon groß und zahlreich genug sind und daß sie nicht noch durch unlautere und schwindelhafte Machenschaften erhöht werden dürfen.

Auch im Interesse von Treu und Glauben ist ein Gesetz wie das in Vorbereitung befind­liche nur durchaus zu begrüßen. Wer Unlauter­keit und Schwindel, denn gegen diesen sollen sich die neuen Strafbestimmungen doch nur richten, nicht bekämpft, macht sich zu ihrem An­walt. Wir geben uns daher der Hoffnung hin, daß der neue Reichstag mit großer Mehrheit einem Gesetzentwürfe zustimmen wird, dessen

Wenn sie an ihre ehemalige Armin znrückdachte, unb bann ihren schönen, eleganten Sonn anblickte, ber jetzt beit Gipfel seines Glückes erreichte, iu- bem er sich die Hand bes lieblichsten unb beg' r> testen Mädchens ber Stadl, ber Tochter seines Wohltäters, errang wenn sie barait bachte, traten ihr Tränen in bic Augen unb ans ber Tiefe ihrer Seele stieg ein Gefühl ans, das fast als ein Gebet gelten konnte, unb bas in Worten ausgebrückt ungefähr gelautet hätte:Lieber Gott, gieb, baß er sie glücklich macht---so glücklich

wie nur eine junge Frau werben kann!"

III.

Den ganzen Tag waren bie Depeschen hin und her geflogen, ftunbenlang hatte Viekamp am Tele­phon geuanben unb mit auswärtigen Geschäfts­freunden konferiert unb sich batut mit dem aus- britdlidicit Befehl, ihn nicht zu stören, in jein Privatzimmer zurückgezogen.

Niemand von ben Geschästsaiigesteilten ahnte, um was es sich eigentlich hanbelte, aber etwas Drückendes, Beklemmendes lag in derAtmosPhäre, bas von dem gesamtenPersonal, vom Prokuristen bis zu bem jüngsten Lehrling, peinlich empfunben würbe. Eine Gewitterstimmung lag über bem Hause, ohne baß jemand wußte, von welcher Seite her das Wetter drohte. Um 7 Uhr leerten sich die Geschäftslokale, nur Viekamp blieb in seinem Kon­tor zurück. Zum erstenmale war er nicht am ge­meinsamen Abendtische erschienen, sondern batte sich einen Imbiß im Geschäft servieren lassen. Gegen neun Uhr langte eine chiffrierte Depesche an. Viekamps Hände, die das Blatt hielten, zitterten, und seine Augen richten lange mit selt­sam stierem, gequältem Ausdruck auf dein Blatte, ehe er es langsam auf die Platte des Schreibtisches znrücklegte und beide Hände vor die Augen drückend, aufstöhnend in seinen Sessel zurücksank.

Das Telegramm, das den lange gefürchteten Krach eines großen industriellen Unternehmens

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Zweck es ist, den Schwindel zu entwaffnen, um dem ehrlichen und reellen Streben die Bahn frei zu machen zur Entwickelung.

Umschau.

Aus dem Konklave.

Auch die beiden Abstimmungen am gestrigen Montage, die 5. unb 6. finb ergebnislos verlauf m, obwohl schon ber Ausgang des vierten am Sonn­tag Nachmittag allgemeine Enttäuschung hervor­gerufen haste. Die Wahl war am Sonntag Nach­mittag. lute derVoss. Ztg." aus Rom gemeldet wird, so bestimmt erwartet worden, daß bie Re­gierung und die Militärbehörde bereits verstän­dig! waren und Maßregeln zur Regelung des MenscheuandrangeZ auf bem Petersplatze getroffen hast«:. Mehrere Bataillone standen auf bem - Platze. Schutzleute und Karabinerie vor und in der Peterskirche, deren großes Mistelsenster über dem Jnneuportal geöffnet war. Es wird daraus der Schluß gezogen, daß der neue Papst, er sc:, wer er wolle, ben ersten Segen im Innern der Kirche erteilen unb sich bauiit alsGefangener d >s Vatikans" bekennen werde. Von Pius IX. und Leo XIII. liegen Bestimmungen nach dieser Rich­tung bin vor und es ist immerhin in hol; n Maße wahrscheinlich, daß der neugewählte Papst selbst wenn er entschlossen fein sollte, freundlichere Beziehungen mit der römischen Regierung herzu- stellen. sich nicht gleich zu Beginn seiner Regierung auf eine so weittragende Reform festlegen werde. Ein Mitglied ber italienischen Regierung sagte einem Berichterstatter desBerl. L. A.": daß die Abstimmungen bisher ohne Resultat verliefen, ist für die Dauer des Konklave bedenklich:es ist offen­bar ausgeschlossen, daß die Majorität für einen der Kardinäle zu Stande kommt, welche die meisten Stimmen haben: Rampolta, Oreglia, Vannutelli. Nun heißt es sich über den Kompromißpapst einigen, unb darüber kann noch einige Zeit vergeben, denn es müssen einige Kardinäle doch Nachgiebigkeit zeigen und ihren Standpunkt ruf« geben. Danach scheinen Nampolla, Oreglia und Vannutelli abgetan und es treten Dipietro und CaPecelatro stark in den Vordergrund. Da sich Dipietro der Unterstützung der Rampolla-Parfti- erfreut, wird er vielleicht Papst werden.

Bebel unb v. Voll m a r.

DieSchwäbische Tagwacht" bringt eine Er­klärung des Abg. Bebel, die sich gegen ben Vor­wurf v. Vollmars richtet, baß man ber Erklärung Bebels in derN. Zeit" gleichsam bie Form eines amtlichen Erlasses gegeben habe. In sachlicher Beziehung berbient aus der Erklärung folgender Passus Beachtung:

Auf die Ausführungen Vollmars über die Besenung ber erstenVizePräsidentenstelle im Reichs­tage durch ein Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion will ich mich hier nicht länger eiitlaffen, es wird aber an anderer Stelle auskömmlich ge­schehen. Ich will'nur bemerken, daß bic betreffen­den Ausführungen für bie Mitglieder ber früheren Reichstagssraktiou nichts neues enthalten, br<n sie wurden schon 1898 in der ersten Fraktioussi/nng von Vollmar i;t gleicher Weise gemacht, ohne daß

meldete, nahm ihm die letzte Hoffnung auf Rettung aus feinen eigenen geschäftlichen Schwie­rigkeiten, die sich seit Jahr und Tag auf eine Krise zuspitzten. Weder sein Geschästsversonal noch seine Geschäftsfreunde wußten, daß, die Firma Viekamp seit Jahr unb Tag auf einem Vulkane staub, dessen gelegentliche Errupston btc Früchte vieljähriger Mühe, vieljährigen Ringens vernichten konnte.

Schon seit einem Dezennium haste das Glück sich von Albert Viekamp abgewandt. Die großen Schläge wollten nicht mehr so gelingen als clje- mal«; ein Paar empfindliche Verluste hätten ihn zwar klug machen und ihn in die Wege ruhiger, besonnener Geschäfte einlenken lassen sollen, aber Zeil seinesLebens an ben Prickelnden intellektuellen Reiz des Börsenhasards gewöhnt, konnte er an dem spießbürgerlichen Geschäftsgang eines klein- stäb tischen Geldinstituts, das ängstlich feine kleinen Operationen ausführt, auf seine alten Tage keinen Gefallen n:ehr finden. Das alte Spieler­prinzip: Mehr wagen, um mehr zu gewinnen, wurde ihm zum Verderben.

Bis zur letzten Stllnde hatte er freilich ge­hofft, durch ein glückliches Va banaue beit scbme- ren Verlust wieder west zli machen und wc...g- steits das schlimmste abzuwendey, aber dieses letzte Telegramnl entwand ihm den rettenden Stroh­halm. an den er sich seit Wochen mit dem Mute des Verzweifelnden klammerte.

Nun war alles verloren. Das Fazit seines arbeitsreichen Lebens eine Null ja weniger, ein Defizit, lind der einzige vage Trost, daß ber Sturz seines Hauses nicht jene Koste von schwach vollen Enthüllungen nach sich zog, wie sie in neuerer Zeit bei Bankbrücheit gang und gäbe waren: er hatte wissentlich niemand betrogen; er hatte keine anvertrauten Depositen veruntreut und seine Gläubiger verloren nicht allzitviel bei bem

bamclls die sehr große Mehrheit der Frakston sich veranlaßt sah, dieselben zu akzeptieren."

Dazu bemerkt die bon Vollmar inspirierte Minchener Post":Diese Entgegnung des Ge­nossen Bebel, die Wohl noch sachlich ergänzt wird' durch die Ausführungen, die er an anderer Steile machen will, klärt hierüber nicht auf, warum seine letzte Erklärung gegen Bernstein völlig unberech­tigte Vorwürfe erhob. Fast scheint es, als ob Ge­nosse Bebel bei seiner außerordentlichen.Weber« lastung mit Arbeit nicht dazu käme, die Artikel, gegen die er sich wendet, im Original zu lesen.* Das ist boshaft.

Ein Mittel gegen die Unter­schlagungen.

Die großen Unterschlagungen find ein be­trübende« Zeichen unserer Zeit. Allgemein ist man darin einig, daß mehr als bisher geschehen muß, um sie zu verhüten, sie unmöglich zu machen. Nur über daSWie" ist man noch nicht schlüssig geworden. Da wird soeben imBerl. Tgbl." ein Vorschlag aus kaufmännischen Kreisen ge­macht, der zum mindesten Beachtung verdient. Es soll eine Vereinigung angestellter Kaufleute inS Leben gerufen werden, an die sich jeder Kassierer, Depotverwalter, Buchhalter usw. anzu­schließen dadurch gezwungen wird, daß sich die Chefs verpflichten, derartige Stellungen nur mit VereinigungSmitgliedern zu besetzen. Damit die Vereinigung ihren Zweck erfüllen kann, das heißt für vorkommende Unterschlagungen Ersatz zu leisten, muß die Vereinigung bei Beginn ihrer Thätigkeit einen Reservefonds von mindestens 1 Mill. Mk. schaffen, der im Lause der Zeit bis auf 5 Mill, zu erhöhen ist. Die Ver­einigung soll nicht den ganzen Schaden aus Unterschlagungen vergüten, damit die Frrmeu- inhaber nicht die strengste Kontrolle aus de» Augen lassen. Ls wird sich etwa empfehlen, daß die Firmeninhaber 25 vom Hundert des Schadens tragen und die Vereinigung 75 Pro­zent vergütet. (Wenn nun aber der Kassierer mit dem Reservefonds durchgeht?) Ordentliche Mitglieder zahlen 20 Mk. Eintrittsgeld und 3 Prozent des jährlichen Gehalts als regel­mäßigen Beitrag. Die Vereinigung wird bei der Aufnahme ihrer Mitglieder sehr vorsichtig sein und da jedes Mitglied weiß, daß etwaige Verluste auch von ihm mitbezahlt werden müssen, so beobachtet eines das andere. In Rußland existiert schon seit 20 Jahren eine derartige Organisation,Kassiererkartell" ge­nannt, und diese Einrichtung hat sich außer­ordentlich bewährt.

Volksheilstätten.

Die Volksheilstättenbewegung hat, wie je^t von ärztlicher Seite verschiedentlich betont wird, nicht in allen Punkten den erwarteten Erfolg in der Heilung der Tuberkuloseerkrankungen ge­habt. Gelegentlich der diesjährigen Hauptver­sammlung des Verein« zur Begründung und

Konkurs. Ein reinlicher Bankerott . . . aber immerhin Bankerott ...

Tief sank sein Haupt vornüber. Seine Gebanken konzentrierten sich auf einen Punkt: Wie würde Hedwig bie schreckliche Nachricht aufnehmen? Wie würde sie es tragen--sie, für bie bie Armut

bisher nur bic Bedeutung einer von fern herüber- klingenden Mythe gehabt batte . . Er fand keine rechte Antwort auf bie Fragen, unb endlich ver­sanken seine Erregungen in einem Chaos unklarer Gefühle, eine dumpfe Empfindungslosigkeit über­kam ihn und ein wunderbares Gefühl. des Los« gelostseins von allen Konflikten ein träumt Haftes Hinnberdämmern in ein gelobtes Nirwana.

Am nächsten Morgen fand inan den alten 'Herrn tot in seinem Schreibstuhl.

Der Arzt konstatierte einen Gehirnschlag, dessen unmittelbare Folge ber Tod gewesen.

Das unertoartet rasche Ende des geliebten Vaters war für Hedwig ein fürchterlicher Schlag, demgegenüber bas nachfolgcnbe Unglück, der übet bie Firma Viekamp verhängte Konkurs, ihr so klein unb nebensächlich erschien, baß sie es kaum beach, tete. Desto mehr sorgte Frau Hellinger sich für ihren Liebling.

Ter Konkursverwalter hatte mit Genehmigung bet Gläubiger den beiden Frauen erlaubt, bot* läufig im Hause wohnen zu bleiben, aber da außer ben ©egenftänben, die sie zu ihrem Person-, lichen Gebrauch benötigten, alles versiegelt wurde, war ber Anfenhalt wenig angenehm; zudem war diese Gnabcnfrist voraussichtlich nicht von langer Dauer.

Frau Hellinger durchwachte manche Nacht mit sorgenden Grübeleien, wie sich Hedwigs nächste Zukunft gestalten werde. Das einfachste und unter den obwaltenden Umständen nach,der Auf­fassung der alten Dame natürliche wäre wohl gewesen, Hedwigs Hochzeit mit Willi Berkholtz zH beschleunigen. Das Gehalt des jungen ManneR