mit dem KreiMatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsheilager Muftrirtes SonntagsbLatt.
/
M 207
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei oer Expedirion 2 Ml., bei allen Postämtern 2,25 Ml. <e$cL Bestellgeld).
Jnsertronsgebühr: die gespaltene Zeile oder oercn Raum IO Pfg.
Reclameu: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Dienstag, 4. August 1903.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdrucker« Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
38. Jahrg.
Von den Steuern.
Es läßt sich nicht leugnen, daß in den letzten Jahren, seitdem der Umschwung in der gewerblichen Konjunktur eintrat, unter den deutschen Bürgern mehr und lebhafter als sonst über die Steuern gesprochen ist. Wohlgemerkt über die direkten Steuern, denn bei den indirekten Abgaben haben wir wohl erkannt, daß einem zeitweisen Auswärts doch auch wieder ein Abwärts folgt, daß zudem Produktions-Verteuerung und fremde Ringwirtschaft, wie z. B. beim Petroleum, zuweilen größeren Einfluß auf die Preisbildung haben, wie unsere Zölle. Von neuen wirklich lastenden indirekten Volkssteuern find wir ja auch seit verschiedenen Jahren verschont geblieben. Aber die direkten Steuern! Daß sie gezahlt werden müssen, fieht Jeder ein, aber die nun einmal unvermeidlichen Meinungs-Verschiedenheiten zwischen den Steuerbehörden und den Steuerzahlern! Es ist die Pflicht der Behörden, das Einkommen tunlichst genau zu ermitteln, damit die gesetzlich festgelegten Steuerbeträge erhoben werden können; aber menschlich ist auch wieder die Abneigung der Steuerzahler, alle Einzelheiten ihrer Einkommen-Verhältnisse vor den Behörden darzulegen, besonders in Zeiten mit soviel geschäftlichem Verdruß, wie die heutigen es sind. Es ist sür einen Beamten, der sich genau nach dem gesetzlichen Paragraphen zu richten hat, nicht leicht, sich in die Stimmung und vor allem in die Erfahrungen eines Mannes aus dem praktischen Leben hineinzuversetzen. Dem Gewerbetreibenden jeder Art werden außer den Steuern noch so viele direkte und indirekte Lasten zum Besten der Allgemeinheit zugemntet, daß seine Meinung, er könne doch auch etwas Rücksichtnahme beanspruchen, nicht unbillig erscheint. Daß es bei der Steuerzahlung viel Drückeberger gibt, ist unzweifelhaft, auch die schärfsten Bestimmungen werden sie nicht ausrotten; aber gerade unter den Mitgliedern. des Nährstandes, denen in harten Zeiten, um einen drastischen Ausdruck zu gebrauchen, oft genug „der Kops raucht", soll man sie nicht mit Vorliebe suchen. Aus der selbständigen Geschäftswelt werden so wie so die allermeisten direkten Steuern herausgeholt, verlieren diese Staatsbürger die Lust zur Tätigkeit, dann find wer weiß wie viele Angestellte auf dem Trockenen, und bei den Steuer-Einnahmen wird das sehr genau empfunden.
Die Ansprüche an die Steuerzahler sind gestiegen, in Folge der schlimmen Krisis haben sich aber die Einahmen vermindert. Die Gemeinden brauchen nicht weniger, sondern mehr Geld, und • erfolgen Steigerungen der kommunalen Steuerzuschläge, so giebt's finstere Gesichter. Unwillkürlich müssen wir daran denken, daß die Franzosen sehr Wohl wissen, was sie tuen, wenn sie sich Hand und Fuß gegen die Einführung einer direkten Einkommensteuer sträuben. Die
Nachdruck verboten.)
J....... Zum Glück.
Roman von Margarete Böhme.
«Fortsetzung.»
, Just um dieselbe Stunde wurde Herrn Vie- kamp der Doktor Walther von Büttler gemeldet.
Etwas verwundert sah der Bankier auf die ihm überreichte Karte. Er konnte sich nicht recht erklären, was den jungen Arzt um diese Zeit in sein Bureau führte; sehr gelegen kam ihm der Besuch zu einer Stunde, wo er mit geschäftlichen Korrespondenzen beschäftigt war, gerade nicht, aber trotzdem ließ er Herrn von Büttler herein bitten.
Doktor Büttler praktizierte seit etwa zwei Jahren in Neustadt. Er war sehr beliebt; man rühmte ihm große Tüchtigkeit in seinem Berufe nach, und da er unverheiratet war und sür sehr vermögend galt, bildete seine Person ein vielumstrittenes Fahndungsobjekt von heiratslustigen Dämchen und Müttern heiratsfähiger Töchter.
Von Büttler war nicht mehr ganz jung; bis zur Mitte der dreißiger mochte er immerhin schon vorgeschritten sein. Tie Erscheinung des Arztes hatte etwas sehr einnehmendes: Eine stattliche Figur, feine, geistreiche, von einem dunkelblonden, kurz gestutzten Vollbart eingerahmte Züge, mit dunklen Augen, aus denen Scharfsinn und Herzensgüte leuchteten.
Viekamps Augen ruhten mit sichtlichem Wohlwollen auf dem jungen Arzt . . . und eine Ahnung, welches Anliegen Büttlers herführte, durchzuckte ihn, als dieser nach der Begrüßung und dem üblichen Hin und Her zu reden begann.
indirekten Steuern, die dem Staat, wie den Gemeinden die Existenzmittel geben, sind dort viel höher, aber sie werden nicht so gemerkt. Und vor allem wird dabei der Schätzungsstreit vermieden. Es ist zum Teil auch bei den Reichstagswahlen zu erkennen gewesen, wie der Mißmut über Steuerangelegenheiten direkt den radikalen Elementen genützt hat. Selbstverständlich kann die Politik.auf gesetzlich geregelte Verwaltungssachen nie einen besonderen Einfluß ausüben, aber wir haben auch Zeit und Zeit- verhältniffe nicht ganz zu übersehen.
Die Bilanz aus den Jahren des sogenannten gewerblich-industriellen Aufschwunges ist keine günstige gewesen. Viel Geld ist hinterher verloren, weit mehr Geld ist fest angelegt und kann nicht flüssig gemacht werden, wenn nicht gewaltige Einbußen mit in den Kauf genommen werden sollen. Hierzu kommt, daß eine Wiederbefestigung des schwer erschütterten Vertrauens noch immer nicht im vollen Umfang stattgefunden hat. Und die einzelnen Jndividium? Gewiß hat der Verdienst in jenen Jahren eine Steigerung zu verzeichnen gehabt, aber die neuen Zeitanschauungen und gestiegenen Preise haben in Wahrheit sich schlechter stellen lassen, als bei früherem geringeren Einkommen. Mehr ist verdient, aber viel mehr ist ausgegeben k Und weil das unbestreitbar so ist, weil wir auf diesem Wege weiter gehen, so dürften wir von selbst zu der Frage kommen, ob nicht eine gewisse Reform der direkten Steuern an gebracht ist.
Umschau.
Der Beginn der Handelsvertragsverhandlungen.
Die Handelsvertragsverhandlungen zwischen Deutschland und Rußland sind an diesem Montage in Petersburg ausgenommen worden, wohin sich die deutschen Kommissare begeben haben. Vor zehn Jahren fanden die Verhandlungen in Berlin statt, dem diplomatischen Brauche entsprechend erfolgen sie daher jetzt in St. Petersburg. Die Aufnahme der Verhandlungen ist zwar nicht entfernt gleichbedeutend mit der Erreichung des Zieles, aber sie ist doch immerhin eine wesentliche Etappe vorwärts auf dem Handelsvertragswege. Bis in die jüngsten Tage hinein konnte man von gewisser Seite die Behauptung hören, auf Grund des Regierungstarifs seien Verhandlungen überhaupt undenkbar. Ja man entsinnt sich, daß es Leute gab, die allen Ernstes versprachen, die Regierung zu hindern, auf Grund des neuen Zolltarife? Handelsverträge abzuschließen, und die sich unter der Hand damit brüsteten, damit ganz die geheimen Absichten der Regierung zu fördern. Dies Gebahrrn ist jetzt als eitler Humbug gekennzeichnet worden. Die Verhandlungen sind auf Grund des neuen Tarifs ausgenommen
Wirklich hatte er sich nicht getäuscht: Doktor von Büttler kam, um Viekamp um die Hand seiner Tochter Hedwig zu bitten. Er hatte Hedwig um ihres lieblichen Wesens willen lieben gelernt; sie war die erste, die einen nachhaltigen Eindruck auf ihn machte und es war der höchste Wunsch seines Herzens, sie als seine Gattin heimzusühren — — natürlich vorausgesetzt, daß sie seine Neigung erwiderte. Dann legte er dem Bankier seine Verhältnisse dar; von seiner Familie sprach er, seinen verstorbenen Eltern, seiner Vermögenslage und anderem, das auf seine Verlobung Bezug hatte.
Viekamp schwieg ein Weilchen, als der Arzt geendet hatte. Hedwig war ja noch sehr jung und der Gedanke, das Kind schon bald einem fremden Manne zu geben, war ihm nicht sehr angenehm. Aber andererseits kam ihm Büttlers Werbung nicht unerwünscht; wenigstens wußte er keinen, dem er das Geschick seiner einzigen Tochter lieber anvertraut hätte, als diesem sympathischen jungen Arzte.
„Haben Sie schon mit meiner Tochter gesprochen, Herr Doktor?" fragte er.
Von Büttler verneinte. „Ich wollte mich erst Ihrer Zustimmung versichern."
Viekamp nickte befriedigt. „Ich werde mit meiner Tochter über Ihren Antrag reden. Und wenn sie einverstanden ist, habe ich nichts gegen die Verbindung einzuwenden ... ja, ich gestehe gern, daß Sie mir als Schwiegersohn durchaus willkommen wären. Aber überlassen Sie es, bitte, mir, Hedwig zu fragen."
Walther von Büttler verbeugte sich zustimmend. „Darf ich heute noch auf Antwort hoffen? Sie begreifen, daß mich die Ungewiß
worden. Wir wollen nicht verkennen, daß die Kampfbedingungen heute wesentlich schärfer sind als vor 10 Jahren, wo die deutschen Unterhändler auf Caprivis Anordnung einfach zu jeder russischen Forderung Ja und Amen sagten. Heute ist ihnen denn doch durch die Zolltarifverhandlungen im Reichstage etwas das politische Gewissen geschärft worden. Die Hoffnung auf ein positives Ergebnis ist aber trotzdem mindestens heute ebenso begründet wie damals, wozu schon die Erwägung beiträgt, daß Rußland garnicht erst in Verhandlungen eingetreten wäre, wenn es die deutschen Minimaltarife für Getreide als unannehmbar und unkompenfierbar erachtete. Auch der deutschen Reichsregierung erscheinen die von Rußland aufgestellten Tarifsätze nicht so hoch, daß eine Vereinbarung als ausgeschlossen gelten müßte. So ist man denn beiderseits mit dem Wunsche und mit der Hoffnung in die Verhandlungen eingetreten, daß sie zu einem guten Ende führen werden.
Vom Konklave.
Das Konklave wird vermutlich bereits geschloffen sein, wenn diese Zeilen in die Hände unserer Leser gelangen. Immerhin dürfen wir un8 auch heute noch mit dieser eigenartigen Versammlung beschäftigen, in die soviel eigenartige Züge verflochten sind, daß sie ohne weiteres auch das Interesse der Nichtkatholiken auf sich lenkt. Wir hatten an dieser Stelle den feierlichen Eintritt der Kardinale in das Konklave gemeldet. Am Sonnabend vormittag erfolgte in der dazu eigens hergerichteten Sixtinischen Kapelle der erste Wahlakt. Als 11 Uhr 20 Minuten die erste Rauchwolke dem Kaminrohr über der Sixtinischen Kapelle entströmte, eilte die vor dem Vatikan harrende Menge zu dem großen Balkon über dem Haupteingang zur Peterskirche um die feierliche Verkündigung der Papstwahl entgegenzunehmen. Als jedoch Minute um Minute verstrich und schließlich eine volle halbe Stunde verstrich ohne daß aus der Loggia ein Kardinal erschien, überzeugten sich die Harrenden, daß die erste Wahl ergebnislos geblieben sei und daß man sich bis zu der am Nachmittage um vier Uhr stattfindenden zweiten Wahl gedulden müsse. So wurde die Ausdauer auf eine harte Probe gestellt. Im Konklave wurden von den Kardinalen täglich zwei Sitzungen abgehalten. Jede dauerte etwa zwei Stunden, da nach der ersten Abstimmung jedesmal sogleich zur Acceßwahl geschritten wurde, bei der die Wählenden mit ihrer Stimme einem vorher von anderer Seite gewählten Kandidaten beitreten können. Die strenge Bewachung derKonklave wurde ohneUnter- laß ausrecht erhalten. Heimlicher Schriftwechsel war bei Strafe der Exkommunikation untersagt.
Man hat es als eine gute Vorbedeutung angesehen, daß die erste Abstimmung zu Petri Kettenfeier stattfand. Der erste Au-nst wird
heit in eine nervöse Aufregung i ersetzt — —" „Aber sicher. Heute abend vekom ".en Sie Bescheid."
Der Arzt erhob sich, worauf fick' die beiden Herren mit einem Händedruck trennten."
In der Mittagsstunde, gleich nach Tisch, als Frau Helinger sich ein halbes Stündchen zurückgezogen hatte, nahm Viekamp Hedwig vor.
,sEine große Neuigkeit ergo Ueberraschung, Mauserl
' habe ich dito für Dich bereit, Väterchen
„So? Doktor von Büttler hat um Deine Hand angehalten."
„Doktor Büttler?" staunte Hedwig., „Der wäre doch überhaupt viel zu alt für mich .
„Er ist erst vierunddreißig--"
„Und ich achtzehn, also genau sechszehn Jahre Unterschied —"
„Deine Mutter war zwanzig Jahre jünger als ich, und wir wurden doch glücklich. Du mußt ja wissen, ob Du Büttler Deine Neigung schenkst, aber gegen seine Persönlichkeit ist nichts einzuwenden. Er ist ein Ehrenmann im schönsten Sinne des Mortes, aus angesehener Familie — sein Vater war Oberst, — und — abgesehen von seiner Praxis, hat er ein bedeutendes Privatvermögen. Du wärest in jeder Beziehung gut bei ihm aufgehoben. Ich möchte Dich noch gern eine Weile für mich allein behalten, Liebling, aber wenn man fünfundfiebzig Jahre alt ist, darf man auf keine sehr lange Lebensstrecke mehr rschnLn, und eS wäre mir eine große Beruhigung, wenn ich Dich in treuer Hut zurücklassen könnte--"
„Ja, ja, ja, Väterchen. Das wollte ich Dir
in der katholischen Kirche als Gedenktag an die Gefangensetzung des Apostels Petrus in Jerusalem gefeiert. Im Konklave empfingen die Kardinäle des morgens um 8 Uhr daS Abendmahl, dm vier Kranken, außer Herrero hüten noch drei andere Kardinäle das Bett, wurde es in ihren Wohnungen im Konklave gespendet. Daran schließt sich das gemeinsame Frühstück an, dem die Wohltätigkeit folgt. Jeder Kardinal, der seinen Stimmzettel in den als Wahlurne dienenden Kelch legt — Urne mit Schlitzdeckel und Jsolierraum existieren nicht — hat eine Formel zu sprechen, die auf deutsch lautet: „Ich schwöre bei Christus, dem Herrn, der mich dereinst richten wird, daß ich den wählen werde, den ich nach Gottes Willen als den würdigsten wählen zu müssen glaube." Diese Formel steht deutlich lesbar auf einer Tafel, die am Altar angebracht ist. Sich selbst darf kein Kardinal wählen. — Abends herrschte, wenn das Wort angesichts des heiligen Kollegiums gestattet ist, eine feuchtfröhliche Stimmung im Konklave. Die befreundeten Kardinäle trafen sich in einem zum gemütlichen Beisammensein besonders geeigneten Zimmer, um nach Belieben zu rauchen und einen alten Jahrgang feinen Bordeaux- Weins, von dem drei Fässer im Konklave vorrätig waren, nach Gefallen zuzusprechen. Auch Via« Santa und Lacrimae Christi wurden getrunken ; der alte Bordeaux jedoch nach Gebühr bevorzugt. ______
Die „Schwänzer" an der Arbeit.
Von einer Getreideschwänze an der Berliner Producktenbörse berichtet die „Staatsbürger- Zeitung" : Aus gewissen naheliegenden Gründen ist in den letzten zwei Wochen wieder Weizen nach Hamburg abgeschoben worden und so auch nm Sonnabend 15000 Zentner, wie die Kanalliste nachweist, und zwar konnte die« nur mit einem noch größeren Verlust als bisher geschehen. Auf derselben Liste find Weizentransporte von Hamburg nach Berlin verzeichnet, gewiß ein schlagender Beweis sür das Bestehen einer Gewaltoperation. Durch diese Abschiebungen wollen sich die Macher freie Bahn schaffen und e8 dürfte ihnen vielleicht auch gelingen, die Schwänze durchzuführen — wenn nicht rechtzeitig bis zur letzten Stunde die unterwegs befindlichen Zufuhren den Machern „herangeworfen" werden. Wird durch die Schwänze jetzt vor der Ernte der reell e ® e» treid ehandel geschädigt, so wird unter dem künstlich herbeigeführten Preissturz, der nach der Ernte inszeniert zu werden pflegt, der Landwirt zu leiden haben. Bon der durch die Mache an der Börse jetzt gewaltsam angestrebten Preissteigerung hat er nichts. D'e wird immer nur bann i» Szene gesetzt, wenn er kein Getreide zu verkaufen hat. Wie nötig eine Bestrafung, nicht bloß ein Verbot des Getreideterminhandels
doch gerade sagen — ich habe mich heute morgen verlobt — rate mit wem — natürlich mit 28:3’.
' Berkholtz?" sagte Viekamp betreten Ein leiser Zug von Enttäuschung ging über sein Gesicht. Eigentlich konnte Hedwigs Enthüllung ihn kaum überraschen — er hatte sich schon selber wiederholt gefragt, ob die aus der Kind-rzeit datierende Anhänglichkeit und Zärt- lich.kc t der beiden nicht im Laufe der Zeit zu einer wirklichen Herzensneigung auswachsen wurde — aber trotzdem verursachte ihm Hedwig» MU.'stmg ein leises Unbehagen. Doktor Büttler wäre ihm als Schwiegersohn lieber gewest:-. ohne daß er sich selber Rechenschaft über die Ursache der Bevorzugung geben konnte.
„Es ist Dir doch recht, Ääterchen? fragte Hedwig, ängstlich des Vater» Mienenspiel beobachtend, „Du hattest Willi doch auch immer gern. Und, glaube mir, Willi wird Dir ein guter Sohn sein . ."
„In dieser Angelegenheit bist Du die einzig matzs.rbende Instanz, Liebling," sagte Viekamp und strich mit der Hand leise über daS wirre Kraushaar deS Mädchens, „gewiß, auch Willi ist mir als Sohn lieb. Ich habe nichts an- ihm auszusetzen. Willi ist ein tüchtiger, junger s Mann und — waS mehr heißt — auch ein; tüchtiger Charakter. Es gefällt mir gut anj ihm, daß er so sür seine Mutter sorgt; ein guter Sohn wird auch immer ein guter Gatte sein. Außerdem bietet auch er Dir eine gesicherte Zukunst. Allerdings ist er noch etwas sehr jung, ich bin nicht dafür, daß ein Mann unter sechsundzwanzig Jahren heiratet -- —*
(Fortsetzung folgt.)