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mit -em Kreisblatt für die Kreise Marburg rmd Kirchhain.

Ss^Sdtagsberlager Jllr; strirtes Sonntagsblatt.

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Vierteljährlicher Bezugspreis: bet oer Expedition 2 Mk., MstkttMtt Erscheint wöchentlich sieben mal.

onß bn allen Postämtern 2,25 Mk. icxcl. Bestellgeld). _ - * Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Univcrsitäts-Buchdruckerek

Q. äVÖ Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Sonntag, 2. August 1903. Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Reklamen: die Zeile 25 Psg.______

38. Jcheg.

Erstes Blatt.

Moderne Schiffswerjtbetriebe.

Die modernen Schiffswerftbetriebe, deren Risiko durch die langfristigen Bauobjekte und die an dieselben gestellten hohen kontraktlichen Anforderungen recht erheblich ist, suchen Mittel und Wege-zu finden, um weitere, die Bautätig­keit lähmende Einflüffe und Machtfaktoren, wie die schwankenden Konjunkturen der Schiffbau­materialen, auszuschalten. Die Bestrebungen, die schon vor Jahrzehnten vereinzelt zum Durch­bruch kamen, führten zunächst dazu, größere Schiffswerften an leistungsfähige Eisen- und Stahlwerke anzugliedern, um auf diese Weise ein Totalunterneymen zu schaffen, welches die einzelnen Zwischenstufen der Fabrikation m gleichmäßigem und geregeltem Betriebe erhalten konnte, und welches vorzugsweise nur in seinen Anfangs- und Endstadien gewissen Schwank­ungen der Konjunktur unterworfen war, die jedoch durch die Vielseitigkeit der Betriebszweige leicht auszugleichen waren. Die neueren Gründungen der Schiffbau-Totalunternehmungen sind vorzugsweise auf die Entwickelung des Kriegsschiffbaues zurückzuführen, im besonderen als die Fabrikation der Panzerplatten und der schweren Schiffsgeschütze sich mehr und mehr zu monopolisieren begann und auf diese Weise die Kriegsschiffbau treibenden Werften in ein weiteres Abhängigkeitsverhältnis von den Stahl­werken gerieten, welches die freie Konkurrenz einzuschränken drohte. Dabei trat das Be­streben auf, das moderne Schlachtschiff mit seinen Hauptbestandteilen und Wertobjekten an Stahlmaterirl, Panzerplatten, Geschützen und Maschinenanlagen in einheitlichem und har­monischem Zusammenbau herzustellen, um auf diese Weise eine Höchstleistung zu erzielen. Im neuenNauticns" wird über diese Entwickelung in England, Amerika und Deutschland berichte^ Im letzteren schuf bekanntlich Krupp durch Ankauf und Ausbau der Germania-Werst em Totalunternehmen, das fich zur Aufgabe gestellt hat, das moderne Linienschiff mit eigenem Stahl­material und mit eigenem Erzeugnissen seiner Werkstätten, welche mindestens 90 pCt. des Ge­samtgewichts des fertigen Schiffes ausmachen, zu erbauen und fertigzustellen, ein Totalunter­nehmen, welches an Ausdehnung und Leistungs­fähigkeit ohnegleichen ist.

Die Mehrzahl der größeren Wersten der nordamerikanischen Union ist in Einheitsunter­nehmungen aufgegangen. Das Gros der Schiffs­werften in Großbritannien, Frankreich und Deutschland hat bisher seine Selbständigkeit als Einzelunternehmung gewahrt, wenngleich auch in diesen Ländern kleinere Werften zu einer größeren Anlage zeitweise verschmolzen

Aus unseren Kolonien.

lieber einen Besuch der Trukinseln (Ost- karölinen) berichtet der geschäftsführende kaiserliche Vizegouverneur Berg aus Ponape unter dem 12. April d. I., wie dasDeutsche Kolonialblatt" mitteilt, folgendes:

Am 17. Februar d. I. habe ich in Begleit­ung von sechs Polizeisoldaten und unter Mit­nahme des kleinen Kutters nebst farbiger Besatzung mit dem ReichspostdampferOzeana" eine Dienstreise nach Truk angetreten. Ich ließ den Dampfer zunächst die Insel Oroluk anlaufen, um dieselbe als herrenlos .für dm Landesfiskus in Besitz zu nehmen. Die Jnjel ist gegen 10 ha groß und weist eine Anzahl tragender sowie mehrere Hundert junger Kokospalmen aufl Der Ertrag mag zur Zeit auf ungefähr eine Tonne, späterhin auf etwa zehn Tonnen zu veranschlagen sein.

In Truk, dessen zweiter Seekartenname Hogolu" den Eingeborenen unbekannt ist, veranlaßte mich, das bei meinem. Eintreffen laut gewordene Gerücht, in Tol sei ein Ein­geborener getötet und nachher sein Körper noch verstümmelt worden, vor allem zur Unter­suchung dieser Sache; das Gerücht stellte fich aber, wie vor 1 */, Jahren die Meldung von dem Totschlage und der Verwundung mehrerer Eingeborener, als völlig unbegründet heraus.

In Tol begann ich dann mit der Erledigung der im Vordergründe stehenden Derwaltungs- und wirtschaftlichen Aufgaben. Insbesondere bezogen sich dieselben auf allgemeine Belehrung der Eingeborenen in den Häuptlingsversamm­lungen, denen stets die meisten Männer der

kann, während Großbritanniens Zweideutigkeit in dieser Frage jedermann einleuchten sollte. Großbritannien hat niemals Anfragen, Be­schwerden oder Proteste hinsichtlich der Mand­schurei an uns gerichtet. Es erkennt unsere Sonderinteressen an, und doch wiegelt e8 Japan und Amerika beständig gegen uns auf. Wünscht Amerika Krieg? Wenn so, warum nimmt sich niemand die Mühe, zu erwägen, welchen Wert der amerikanische Handel mit der Mandschurei vor 1899 besaß? Wer hörte jemals etwas von Niutschwang, ehe wir dort Ordnung herstellten, und wer baute Dalnh als Freihafen? Rußland hat 10 000. Meilen chinesischer Grenze. Sollen wir uns also auf denselben Fuß mit anderen setzen? Wir waren nicht auf demselben Fuße, als wir General Seymour vor Vernichtung schützten. Warum . protestierte niemand gegen die Annektion von Kiantschou? Warum dieser Aufschrei? Glaubt irgend jemand, daß wir gezwungen werden können, die Eisenbahn den Chungusen. oder anderen Marodeuren preiszugeben? Ich wieder­hole, daß wir den Krieg selbst mit fünf Mächten nicht fürchten. Unsere Niederlage in der Krim ist ein glorreiches Kapitel in unserer Geschichte, und ich glaube nicht, daß irgend fünf Mächte neue Lorbeeren wie die der Krim zu pstücken wünschen. Was kann Japan tun? Gesetzt, daß Japan den russischen Landstreitkräften eine Niederlage zufügte, würden wir es doch zer- matmen." _________

Zwei Jahrzehnte deutscher Kriminal- Statistik.

Seit dem 1. Januar 1882 wird die deutsche Statistik über die Kriminalität unseres Volkes geführt und bis zum 31. Dezember 1901 liegt die Satistik jetzt abgeschloffen vor unseren Augen. Einem von derVosfischen Ztg. ge­machten Auszuge entnehmen wir: Es verdient jedenfalls die höchste Beachtung, daß die Kriminalitätsziffer unseres Volkes in beständigem Wachsen begriffen ist. 1882 sind 329963 Per­sonen (oder 104,3 auf 10000 strafmündlge Personen der Zivilbevölkerung) verurteilt worden, 1901: 497 310 (125,6), womit der höchste Stand beinahe wieder erreicht ist, den die Ziffer in den ganzen zwei Jahrzehnten innegehabt hat. Wegen Vergehen und Verbrechen gegen, die Person wurden 1882: 107398 (34) Personen, 1901: 213447 (42,9) verurteilt, wegen Vermögensdelikte 169334 (53,6) respektive 199428 (40,1). Das Anwachsen der Delikte gegen die Person ist vor allem dem starken Anwachsen der Zahl der Körperverletzungen, namentlich der gefährlichen, zuzuschreiben. Nicht die Jndustriegegenden haben bei uns die höchsten Kriminalitätsziffern, sondern West­preußen (170 auf 10 000 Strafmündige), Posen (174,3), Schlesien (167), Ostpreußen (156,2), ferner die Rheinpfalz (211), Bremen (218),

ini). Es ist jedoch kaum anzunehmen, daß die Vielfältigkeiten der Werftverschmelzungen mit­einander sowie mit leistungsfähigen Werken der Eisen- und Stahlindustrie bezw. sonstigen Groß- unternehmungen schon erschöpft ist. Kann doch schon der von Morgan geschaffene Schiffstrust, ine International Mercantile Marine Comp., als eine weitere Variante insofern angesehen werden, als neben den großen amerikanischen und englischen Reedereibetrieben auch die Werft von Harland u. Wolf in Belfast in der Zu­sammenlegung mit einbegriffen ist, damit der weitere Ausbau und die Ergänzung des Schiffs­parks des Schiffahrtstrusts für die Zukunft sichergestellt bleibt. Aehnliche Gründe haben auch die Verwaltung des Norddeutschen Lloyd veranlaßt, mit dem Stettiner Vulkan in engere Geschäftsverbindungen zu treten, und so sehen wir, daß die moderne Schiffsbauindustrie, sobald sie im stände ist, den höchsten Anforder­ungen zu entsprechen und die hierbei auf­tretenden Gefahren sicher zu tragen, wegen der Vielseitigkeit ihrer geschäftlichen Beziehungen von Jahr zu Jahr mehr umworben wird, einerseits von den großen und leistungsfähigen Werken der Stahl- und Walzwerksindustrie, andererseits von den tonangebenden Neederei- betrieben. Der von den meisten deutschen Werften bisher verfolgte Grundsatz, mit erst­klassigem Baumaterial, sorgfältigster Bauaus­führung und höchster Vervollkommnung der Betriebseinrichtungen ständig höhere Leistungen zu erzielen, wird daher auch in Zukunft die sicherste Gewähr dafür bieten, daß der Schiff­bau seine wichtige Stellung behaupten und damit seine Lebensfähigkeit und Daseins­berechtigung . auch als Einzelunternehmen be­wahren kann.

Umschau.

Polnisches. I

Welche Bedeutung von polnischer Seite dem Wahlsiege des radikal-polnischen Kandidaten für den Kreis Kattowitz-Zabrze, Korfanty, beigelegt wird, der gegen den Zentrums­kandidaten Letocha mit einer Mehrheit von 675 Stimmen gewählt wurde, zeigt folgende Kundgebung, die vom Vorstand des polnischen Wahlvereins für Schlesien erlassen und außer im Gornoslazak (Kattowitz) noch in drei anderen Organen der in polnischer Sprache erscheinenden Presse Oberschlesiens veröffentlicht ist. ' Es heißt darin nach heftigen Ausfällen gegen das Zentrum und die sog.Germanisations- geistlichen" u. a.: ....

Es handelt sich bei den diesjährigen | Wahlen für uns um die Schaffung eines I Fundaments, auf dem sich in den folgenden ] Jahren die national - polnische Aktion in Schlesien entwickeln sollte. . . . . Der Aus­fall der Wahlen hat unsere Erwartungen über- betreffenden Inseln, in Tol wohl 700 bis 800 Köpfe, beiwohnten; aus die Einteilung der ausgedehnten Inselgruppe auf Grund der Stammeszugehörigkeit in sechs , Distrikte mit ebenso vielen Oberhäuptlingen, die ich in jedem einzelnen Falle durch Bestätigung der ein­stimmigen Wahl der in Frage kommenden un­abhängigen Häuptlinge bestellen konnte,, und unter Verleihung einer Flagge über die ihnen übertragenen Befugnisse aufklärte; auf die Veranlassung einer Volkszählung, die für die Trukgruppe insgesamt 13115 Köpfe ergab; aus die Sammlung geographischen Materials ; endlich auf die Feststellung von Brachland und den Abschluß von Pflanzungsverträgen zwischen den eingeborenen Landeigentümern und der Jaluit-Gesellschaft. Die letzte Aufgabe nahm bei dem Umfange der Lagune, deren nördlichste beiwohnte .. et Pis von der südlichsten des im Süden fich anschließenden Läot (Royalist-) Atolls, Jpis, rund 45 Seemeilen entfernt ist, sowie in Anbetracht der großen Zahl von 124 (einschl. Läot) auf dem Außenriff und in der Lagune gelegenen Inseln und Inselchen und bei dem steifen Nordostpaffat im Verein mit ver­hältnismäßig hohem Seegang weitaus die meiste Zeit in Anspruch; gleichwohl reichte die Zeit nur zu einer teilweisen Erledigung des Zweckes aus. In der Zeit vom 27. Februar bis zum 4. April wurden 23 Verträge abgeschlossen, auf deren Grundlage Brachland in Größe von 490 ha demnächst zur Bepflanzung gelangt, zum Teil auch schon seit Wochen in Bearbeitung genommen ist. Hiervon entfallen gegen 140 ha auf Koralleninseln. Diese wurden, als in erster > Linie für die Kokoskultur geeignet, zunächst

troffen! Trotz der unerhörten Vergewaltig­ungen . . . haben wir um unsere Fahne eine Wehr von rund 45 000 Mann geschart. Das ist ein festes Fundament, auf dem man sicher den Palast der nationalen Wiedergeburt in Schlesien bauen kann. Der 25. Juni wird in der Geschichte Schlesiens ewig ein Gedenktag sein. An diesem Tage barst durch den Widerstand der polnischen Wähler das Bollwerk jener Mauer, die 6 Jahrhunderte hindurch Schlesien von dem Reste unserer Brüder trennte. Auf der Bresche jener Mauer steht jetzt der Abgeordnete Kor- santh, um in die polnische Fraktion einzuziehen; mit dieser Tatsache vereinigen sich nach 6 Jahr­hunderten langer Trennung die schlesischen Fluren mit Polen, sei es zum Guten oder Bösen, gib Gott für ewig. Dies ist der Anfang dessen, wonach wir streben müffen. Landsleute! Die Bresche ist geschlagen, erweitert sie immer mehr, auf daß durch sie der reißende Strom der nationalen Aufklärung sich immer mehr Durchbruch schaffen kann! Möge jeder von euch nach seinen Kräften diesem Strom etwaige Steine oder sonstige Hinderniffe wegräumen, auf daß er fich verbreiten und die ganzen schlesischen Gefilde überfluten kann!"

Es kann nicht ausbleiben, daß der Gewinn eines bisher in angestammten Besitze der Zentrumspartei befindlichen Mandats die Wir­kung der allpolnischen Propaganda in Ober­schlesien erheblich erhöhen und der polmsch- sprechenden Bevölkerung der oberschlefischen Jndustriebezirke das Vertrauen in die eigene Kraft steigern muß.

Rußland und die Mandschurei.

Wie demReuterschen Bureau" aus New- Ao rk telegraphiert wird, hat dieAffoeiated Preß" von ihrem Korrespondenten in Peters­burg das folgende Telegramm erhalten:Der Direktor der asiatischen Abteilung des russischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten hat mit mir lange, ernstlich und freimütig be­züglich der Mandschurei gesprochen. Er begann mit der Erklärung, daß die russisch-chinesische Lage bis nach der Rückkehr des Generals Kuropatkin unverändert bleiben dürste. Dann fuhr er fort, er verstände nicht die Erklärung, die Prinz Ching jüngst dem amerikanischen Gesandten Conger abgegeben hat, aber er ver­mute, daß die Frage der Eröffnung gewisse Häfen in der Mandschurei schließlich gelöst werden würde. Rußland hätte es abgelehnt, zu gestatten, daß Harbin wegen seiner Wichtig­keit im Zusammenhänge mit der Eisenbahn als möglicher offener Hafen betrachtet werde, aber gegen die Oeffnung von zwei oder mehr anderer Häfen würde Rußland keinen Einwand erheben. Dann sagte dieser hohe russische Beamte:Ich kann nicht begreifen, wie Ruß­land, deffen auswärtige Politik so geradsinmg ist, der Doppelzüngigkeit beschuldigt werden

berücksichtigt; bei ausschließlicher Vorn:.:, : der weit weniger zeitraubenden Feststellung. auf den hohen Inseln, welche noch vielH* if)"!. iv^eS Land in geringen Höhenanlagen . tzm, hatte bereits ein Mehr von Hunderten v-,-.>r5tar t in die Verträge einbezogen hrr'c"., Urnen. Das größte zusammenhängende C'5 i i > aßt 20 ha. Ich habe die Eingeborenen --.all darauf hingewiesen, mit dem. Vertreter der Jaluit-Gesellschaft in Truk formlose Verträge abzuschließen, die nach meinem Wieder:vmmen

I ordnungsmäßig zu beurkunden wären.

Die Eingeborenen haben m,r.überaus einen I outen, und zwar gerade auf den Inseln, wo sie am meisten gefürchtet waren, wie tm | Faitrukdistrikt, den besten Eindruck gemacht. I Es sind willige und kräftige Leute, die ihre I endlosen Fehden aufgegeben haben, und an I deren Stelle die friedliche Tätigkeit der Be- I bauung ihrer Ländereien haben trci.u lassen. I Ein Tolhäuptling, dessen Land ohne bewaffnete I Begleitung zu betreten, mir ein Händler vor I 1V* Jahren noch ernstlich widerriet, htttte, als I ich 21/, Wochen nach Vertragsabschluß sein I am Strande gelegenes, etwa 6 Li s.'ßes | Landstück von neuem besuchte, bereits et-va t ha I geklärt, wobei Bäume bis zu 1,40 m Durch-

I mefser umgehauen worden waren, und schon I 300 bis 400 Kokospflänzlinge in den Boden I gebracht. Aehnlich war es bei den anderen I vier bisher berücksichtigten Faitrukhäuptlingen. | Diese Häuptlinge haben fich von mir auch zu I einem ersten Besuche der Station der Jaluit- I Gesellschaft in Eten bewegen laffen.

Die Zahl der im Besitze der Fastrukleute I befindlichen Gewehre wurde mit von den

Häuptlingen auf 79 angegeben, und ich glaube, diese Angabe als richtig annehmen zu dürfen. Früher sollen es erheblich mehr gewesen sein, sie werden aber ihres guten Metalls wegen in letzter Zeit vielfach zu Erdpicken, Angelhaken,c. verarbeitet. Zu einem Auslieferungsbefehl, dem meines Erachtens Folge geleistet worden wäre, der aber immerhin Mißtrauen erregt hätte, lag eine Veranlassung umsoweniger vor, als nach Ansicht der Europäer in Truk bei bet ^eacnwärtigen Lage keinerlei Unruhen zu be­furchten find.

Die Aufforderung zum Pflanzen vom De- zembev 1901, wobei ich auf die Möglichkeit der spät: e.i Inanspruchnahme unbepflanzten Landes für dir Bewohner übervölkerter Inseln hinge- wi-sen hatte, ist nicht ohne Erfolg geblieben. V; Angabe des deutschen Händlers in Wola find allein in zwei der elf Landschaften dieser Insel a isgesprochenermaßen ans diesem Grunde 6000 bis 7000 Kokosnüsse im Strandgebiete gepflanzt worden. ,

Ueberall, auf Riffinseln wie hohen Inseln, sind junge Pflanzen in sehr beträchtlicher Zahl an^t treffen. Jedoch wurden während der kürzlich abgelaufenen Trockenzeit in jedem der sechs Distritte wohl Hunderte von jungen Pflanzen durch Brennen zerstört, meist infolge von Un­achtsamkeit, die nunmehr unter Strafe gesteltt ist. Auf den kleinen unbewohnten Inseln ist auch das Zerstören von Kokospflänzlingen zum Effen an der Tagesordnung. Dieser Mißbrauch ist ebenfalls überall unter Strafandrohung be- I sprachen und in einem Falle mit einer kurzen, I in Ponave zu verbüßenden Gefängnisstrafe ge- I ahndet worden. Diese Bestrafung die einzige