whüutiiühiu miimiiii
und Kirchhain.
M
die Sei!: 25
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. 5koch, UmversitSts-Buchdrnckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
38. Jahrg.
Das Kouklave.
Das an diesem Freitag seine Pforten schließenden Konklave wird von elektrischem Lichte beleuchtet sein. Bisher hatten die Kardinals-Kollegien streng und unverrückbar an den alten Gebräuchen festgehalten, die Kerze bildete noch im Konklave Leo Xlll. den Beleuchtungskörper, wie ste seit Jahrhunderten den Konklaves geleuchtet hatte. Die moderne Zeit und der moderne Geist haben aber selbst in die für unzerstörbar gehaltenen Damme und Wälle, durch die sich das Papsttum gegen jede Neuerung schützte, Bresche gelegt. Es ist manches von den alten Traditionen und schwerfälligen Zeremonien gefallen. Die kirchlichen Einrichtungen sind unabänderlich und daher ewig, so hat man wohl mit Bezug aus die katholische Kirche gesprochen. Bezüglich des Dogmas und der Lehre gilt das Gesetz der Unabänderlichkeit bis auf das Tüpfelchen über dem i auch heute noch als selbstverständlich. Die Beobachtung der äußeren Formen und Zeremonien ist heutzutage dagegen keine so strenge mehr wie vordem. Das konnte bereits gelegentlich der Totenseierlichkeiten für Leo XIII. wahrgenommen werden, wo besonders die den hygienischen Anforderungen Rechnung tragende Aufbahrung der Leiche in der Kapelle deS Allerheiligsten Sakraments in die Augen fiel. Während früher die Füße der päpstlichen Leiche aus dem die Kapelle schlicßruden Gitter hervorragten, um den Gläubigen die Möglichkeit zu geben, die Pantoffeln des ^erstorbenen Papstes zu küssen, waren diesmal die Anordnungen so getroffen worden, daß die Leiche vollständig innerhalb der Kapelle sich befand und der Pantoffelkuß unterbleiben mußte. Interessant war es auch, zu beobachten, daß italienische Truppen nicht nur in der Peters- kirche, sondern auch innerhalb des vatikanischen Gebiets für die Ruhe und Sicherheit zu wachen hatten. Seit dem Jahre 1870 haben in diesen Tagen Truppen des italienischen Staates zum erstenmale Eingang in den Vatikan gefunden. Die von Pius IX. angeordnete Regel, nach welcher das Kardinalskollegium während der Sedisvakanz Einspruck o-aen die Wegnahme des Kirchenstaates zu erheben hat, ist zwar auch diesmal befolgt worden. Es war aber mit Händen zu greifen, daß das heilige Kollegium mit seinem neg"- wärtigen Einspruch lediglich eine Formalität erfüllte.
Und das Konklave selbst, in das die Kardinale am Freitag den 31. d. M., eintreten, ist gleichfalls von Reformen nicht verschont geblieben, der Geist der neuen Zeit hat sich auch in ihm mächtiger erwiesen, als die durch viele Jahrhunderte geheiligte Tradition. Wir reden gar- nicht davon, daß statt der früher üblichen Zellen Wohnräume mit modernem Komfort den Kar- dinälen zur Verfügung gestellt werden; aber
3 Nachdruck verboten.)
Znm Glück.
Roman von Margarete Böhme.
-Fortsetzung.)
Aber Mäuschen antwortete nur mit einem unverständlichen, ziemlich eigensinnigen Knurren und drückte das Näschen fester an die Fensterscheibe. Und alsbald begannen die Augen der Kleinen zu lachen, das Mündchen wurde freundlicher --Es war so lustig . . . Der Junge,
der immer loS mitten durch die große Regenpfütze stapfte ... Hu wie das klatschte . . . hu — — und Hedwig trommelte mit den kleinen Fäusten gegen die Scheibe und jauchzte Beifall. Der Junge sah auf, lachte, und machte seine Kunststückchen von neuem. Hedwig schrie vor Wonne: „Tante, Junge'raufkommen! Mit Hete spielen."
Frau Heljjrger warf einen raschen Blick aus dem Fenster. Sie kannte den Knaben,--
das einzige Kind der armen Schneiderwitwe Berkholtz drüben . . . eigentlich . . . da . . . Hete trampelte schon ungeduldig mit den Füßchen, und um den Liebling nicht zu reizen, riß sie geschwind das Fenster auf und befahl dem Jungen, schleunigst heraufzukommen . . . „Das Kind will mit Dir spielen. Aber putz' die Schuhe erst unten aus der Matte?" . . .
Zögernd folgte Willi Berkholtz dem Ruf der Dame. Aber einmal oben, verflüchtigte sich seine Schüchternheit bald. Hedwig jubelte. Der konnte spielen. Auf allen Vieren kriechen und wie ein Bär brummen. Unter dem Sofa fitzen und bellen wie ein richtiger Hund, und
wir müssen die Eingangs erwähnte Tatsache, daß die gesamten Räume des Konklaves elektrisches Licht erhalten haben, unter den gegenwärtigen Umständen doch als etwas recht Bedeutsames bezeichnen. ES macht auf die ganze Stimmung einen anderen Eindruck, ob man bei dem düsteren geheimnisvollen Schein mittelalterlichen Kerzen, oder bei dem alles durchdringenden elektrischen Lichte der neuen Zeit versammelt ist. Das elektrische Licht im Konklave bedeutet gewiffermaßen einen Wendepunkt in den Anschauungen der vatikanischen Welt.
Es ist ferner bekannt geworden, daß das jetzige Konklave von einer Anzahl umständlicher und zeitraubender Zeremonien absehen will, die früher zu den Unveräußerlichkeiten eines Konklave gezählt wurden. Auch das ist wichtig. Jede Neuerung und Vereinfachung der bei der Papstwahl beobachteten Gebräuche bedeutet einen Bruch der Tradition, eine Beseitigung von Aeußerlichkeiten, an denen Jahrhunderte lang mit starrer Unbeugsamkeit sestgehalten worden war und die darum als unverletzlich galten. Ja, man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen und die Behauptung aufstellen, daß sich auch in dem inneren Wesen der katholischen Kirche bereits die ersten Andeutungen einer Modernisierung bemerkbar machen. War die biblische Lehre bisher ausschließlich vom dogmatischen Standpunkt hergeleitet, so tritt ganz allmählich, aber doch bemerkbar die historische Auffassung, wie sie zum Beispiel in Deutschland maßgebend ist, aus dem Hintergründe hervor. Es wäre garnicht unmöglich, daß die historische Richtung durch die bevorstehende Papstwahl sogar einen recht kräftigen Schritt nach vorwärts täte.
Es ist überraschend und intereffant zugleich, zu beobachten, wie so die älteste und nie geänderte menschliche Institution, die katholische Kirche, dem neuen Geiste ihre Konzessionen macht. Diese Beobachtung darf nun jedoch nicht zu der Meinung verleiten, als sei in absehbarer Zeit eine tiefer greifende Reform des Papsttums und der katholischen Kirchenleitung zu erwarten. Die leitenden Männer der katholischen Kirche mögen in Einzelheiten und Nebensächlichkeiten getrennter Meinung sein, in der prinzipiellen Frage der Erhaltung der Macht ihrer Kirche sind sie sich alle einig. Da gibt es keine Orthodoxen und Liberalen, keine Anhänger des Alten und keine Freunde der Reform, da reichen sie sich alle die Hand zum Bunde, das Bestehende unabänderlich zu erhalten; denn nur das Unabänderliche ist ewig.
Das sind die Gedanken, mit welchen wir die verschiedenen kleinen Neuerungen betrachten, die der gegenwärtige Papstwechsel hat in die Erscheinung treten lasten, und mit denen wir hie Kardinäle in das Konklave eintreten sehen. Tie Integrität der Kirche, ihr Ansehen und ihre Macht, das ist und bleibt trotz der Er-
dann wieder eine Eisenbahn aus Stühlen bauen, vor der er die Lokomotive war und in der sie als Pastaoier laß und sich nach Paris und London u id Rus land fahren ließ. Hedwig kam nicht aus dem Lachen heraus, so schön hatte sie noch nie gespielt, und so hatte sie sich noch nie gefreut, nickt einmal, als die große Puppe, die Vater aus Berlin verschrieben hatte, die Papa, — Mama sagen, laufen und „Backe Kuchen" machen konnte. Seitdem verging kein Tag, an dem Willi nicht oben bei den ViekampS war und mit Hete spielte. Die Kleine hatte sich so an ihren Favoriten gewöhnt, daß sie kaum die Zeit erwarten konnte, bis der Junge aus der Schule kam und die Bücher nach Haus getragen hatte. Aber auch für diesen war mit jenem regendunklen Märznachmittag eine neue Lebens- aera angebrochen. Herr Viekamp begann sich für den aufgeweckten, freundlichen Spielkameraden feines Töchterchens zu interessieren, und im nächsten Herbst ließ er Willi auf seine Kosten ins Gymnasium aufnehmen. Die Mutter des Knaben, die den Unterhalt für sich und ihren Jungen durch Flickarbeiten erwarb, durfte die Mansardenwohnung im Viekamp'schen Hause beziehen und wurde von dem Bankier reichlich unterstützt, sodaß die Not — vordem kein seltener Gast in ihrer Behausung — fortan ihrer Schwelle fernblieb. Im übrigen erwiesen sich Mutter wie Sohn der Großmut ihres Wohltäters durchaus würdig. Frau Berkholtz war eine brave Frau, und Willi brachte die glänzendsten Zeugniste nach Hause und wurde bei keiner Versetzung übergangen.
Das Freundschaftsverhältnis der beiden I Kinder blieb nach wie vor ein geradezu ideales I
leichternng in einigen Fragen der Zeremonie für alle Kardinäle der einzig maßgebende Gesichtspunkt, unter der sie zur Papftwahl schreiten. Daran ändert auch nichts der Umstand, daß an die Stelle der mittelalterlichen Kerzen das elektrische Licht der Neuzeit getreten ist. Aber die Entwicklung einer Jahrtausende alten Einrichtung, der noch eine unabsehbare Zukunft gesichert ist, kann der einzelne immer nur in beschränktem Umfange kennen und würdigen lernen. Und insofern ist es von Bedeutung, gelegentlich des gegenwärtigen Papstwechsels einige Konzessionen an die neue Zeit feststellen zu können. Sind sie heute auch nur verschwindende Anfänge, der Historiker nach hundert Jahren kommt vielleicht auf sie zurück und stellt einmal fest, die ersten Ansätze zur Umgestaltung dieses aus scheinbar unverrückbaren Felsenquadern aufgeführten Baues lasten sich bis in das Jahr 1903 zurückverfolgen. Und da muß die gegenwärtige Generation eben auf Kleinigkeiten achten, um den Hauch des neuen Geistes zu verspüren.
Umschau.
Wieder einer!
Die Verhaftung des Geheimen Kommerzienrats Viktor Hahn, die nach offizieller Meldung eben auf Veranlastung des Staatsanwalts in Dresden vorgenommen wurde, wird nicht verfehlen, Aufsehen zu machen. Hahn war Mitinhaber der Dresdener Bankfirma Rocksch Nachfolger, die vor einem Jahre in Zahlungsschwierigkeiten geriet und aufgelöst wird. Kopfschüttelnd wird man die Mitteilung vernehmen, daß Hahn in nicht weniger als dreißig sächsischen Erwerbsgesellschaften als Aufsichtsrat saß und in fünfundzwanzig von ihnen den Vorsitz führte. Die Firma Rocksch besaß einst einen guten Ruf. Später verfiel sie in Gründungstätigkeit und ausgedehnte Terrainspekulationen, so daß sich ernsthafte Geschäftskreise immer mehr von ihr zurückzogen. Im Oktober 1902 sah sich die Dresdener Bank, die die Auflösung übernommen hat, genötigt, durch das Gericht einen dringlichen Arrest gegen die Firma aussprechen zu lasten, da versucht worden war, sich der Erfüllung eines Teils der übernommenen Verpflichtungen zu entziehen und insbesondere der Dresdener Bank einzelne al? Sicherheit bestimmte Objekte vorzuenthalten. Die „Dresd. Nachr." teilen mit, daß schon seit langer Z-it Gerüchte umliefen, wonach Hahn als Vorsitzender mehrere Aktiengesellschaften Manipulationen vorgenommen habe, die gegen Treu und Glauben verstoßen. Die Verhaftung sei erfolgt, weil Hahn von seiner Kundschaft ihm anvertraute Depots bei anderen Banken verpfändete. Zwischen Hahn einerseits und englischen und österreichischen Banken andererseits hätten zum Zweck der Um-
und überdauerte die eigentlichen Kinderjahre. Hedwig betrachtete Willi ganz und gar wie ihren Bruder; ihr fehlte etwas, wenn sie ihn einen halben Tag lang nicht sah, und wenn sie im Sommer mit dem Vater und Frau Helinger auf einige Wochen verreiste, sehnte sie sich fast krank nach ihrem „Kameraden." — —
Derweil verflossen die Jahre. Hedwig wuchs heran; aus dem schlanken Schulmädchen wurde ein kecker Backfisch, und au» diesem entwickelte sich ein wunderhübsches junges Mädchen.
Willi hatte das Gymnasium nach Erlangung seiner Einjährigenberechtigung verlosten und war als Volontär in ein Hamburger Bankgeschäft, das mit dem Hause Viekamp in Verbindung stand, eingetreten. Nach Beendigung seiner Lehrzeit schickte ihn Herr Viekamp auf mehrere Jahre ins Ausland, um in den dortigen großen Geldinstituten seine Kennt niste zu bereichern. Und überall machte ihm sein Schützling Freude.
II.
Vom Kirchturm läutete es die sechste Morgenstunde, als Hedwig die Augen öffnete. Behaglich dehnte sie sich in ihren weichen, gestickten Kiffen; zum Aufstehen schien es ihr noch zu früh und einschlafen konnte fie auch nicht mehr. Heute war ihr achtzehnter Geburtstag, zu dem, wie an jedem vorhergehenden Jahre, natürlich eine Unmenge Überraschungen seitens des Vaters und der guten Tante geplant waren. Hedwig war trotz ihres munteren, quecksilbernen Wesens, das von vielen als Oberflächlichkeit gedeutet wurde, doch eine tiefinnerliche und zum Nachdenken neigende Natur. Schon als Kind war fie immer bestrebt gewesen, Ursprung und Sinn
Wandlung der Firma Rocksch in eine Aktiengesellschaft Verhandlungen stattgefunden, die jetzt zum Abschluß gelangen sollten.
Der Aufruf des Hilfskomitees für die Ueberschwemmten.
An das deutsche Volk wendet sich da? soeben in Berlin unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Grafen Posadowsky gegründete Reichshilfskomitee für die Ueberschwemmten, über da8 Kronprinz Wilhelm den Ehrenschutz übernommen hat. Der Aufruf betont, wie das Hochwaffer unserem Vaterlande, besonder? der Bevölkerung Schlesiens und Posens Schrecken und Not gebracht habe. -Das ganze wirtschaftliche Leben in den überfluteten Gegenden sei ins Stocken geraten. Schnelle Hilfe tue not. Die Deutschen in allen Gauen des Vaterlandes und im Auslande möchten ein Scherflein beisteuern. — Der Landksverein vom Roten Kreuz hat dem Komitee 50 000 M. überwiesen, von denen sofort 35 000 Mark nach Schlesien, 10000 Mk. nach Posen und 5000 Mk. nach der Provinz Brandenburg gesandt wurden. Bei den Gaben handelt e§ sich weniger um Naturalien und Kleidungsstücke als um bares Geld. — Inzwischen werden in Schlesien die Hochwasserschäden ausgcbeffert. Der Gesundheitszustand ist erfreulicherweise gut geblieben. _______
Die deutsche Schule zu Johannesburg.
Ueber die deutsche Schule zu Johannisburg in Südafrika berichtet der Deutscke Sckulverein, daß sie in ihrer ursprünglichen Berfastung weiterbesteht. Die Unterrichtssprache ist nach wie vor Deutsch und der Umstand, daß das Holländische in den untersten Klassen aufgehoben worden ist, hat es sogar ermöglicht den deutschen Untericht zu vermehren. Dagegen hat die englische Regierung das vor fünf Jahren von der Transvaal-Regierung der Schule gegebene zinsfreie Darlehen in Höhe von 60 000 Mk. zurückgefordert. Das Geld wurde genommen von den in Deutschland für die Schute aufgebrachten 100 000 Mk. Es heißt dann weiter: Noch find die Nachwehen des Krieges nicht überwunden; im Gegenteil, die wirtschaftlichen Verhältniffe find soflechter als sie i?ani > waren, trotzdem macht sich bereits das Gefühl geltend, daß ein engerer Anschluß der teutschen Kreisen notwendig und auch möglich ist, wovon eine kürzlich abgehaltene Versammlung der deutschen Schulgemeinde Zeugnis ablegt. Und so steht zu hoffen, daß auch die Schule über die vielen Schwierig lei len siegen wird, die ihr die neuen Verhältnisse bereitet haben und bereiten werden. Gelingt daS Werk, daun hat das deutsche Volk ein wohlbegründetes Recht, sich einen Teil des Ruhmes beizumcssen, den v.'vz-flchobenen Posten deutscher Bildung erhalten zu haben.
aller Dinge, die in ihren Gesichtskreis kamen, zu erforschen.
In dieser frühen, stillen Morgenstunde gingen ihr allerhand ernste Gedanken und Betrachtungen durch den Sinn. Am Abend vorher war die Rede von einer Familie gewesen, deren einzelne Glieder sichtlich vom Unglück verfolgt wurden, — arme Pechvögel, denen alles, was sie anfaßten, ohne persönliches Verschulden mißglückte. Und während sie daran dachte, sah sie auf ihr eigenes Leben zurück, auf die verflossenen Jahre, die wie ein Sonnentraum, wolkenlos hinter ihr lagen. Ohne persönliches Verdienst war sie jahrelang ein verhätschelte? Schoßkind de? Glückes gewesen. Unwillkürlich drängte sich ihr die Frage auf, ob e8 immer so bleiben werde? Wohl kaum. In jedes Menschen Leben ist ein Wechsel von L cht und Schatten vorgesehen. Bei manchen Bevorzugten mag das Licht vorherrschen, aber einmrT kommen die Schatten — die Sorgen.--Auch ihr würden sie ni-yc
erspart bleiben. Welcher Art sie aber wohl fe.d würden, fragte fie sich mit einer gewiffen Neugierde. Ob die Ehe fie ihr einmal brachte?
Hedwig hatte trotz ihrer Jugend schon viele Bewerber, die teils durch ihre Schönheit und Anmut, teils durch das große Vermögen ihre? Vaters angezogen wurden. Diese letztere Tatsache verhehlte sie sich keineswegs, denn bei allem Optimismus, der den Sonnenkindern deS Glücks eigen zu sein pflegt, wußte sie doch genau, daß sie nicht so gefeiert würde, wenn sie die Tochter irgend eines kleinen Bürgers und armen Schluckers gewesen wäre. Bei alledem neigte ihr Naturell einem gesunden Realismus zu, der ihr diesen Umstand nicht einmal be-