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Marburg

Donnerstag, 30. Juli 1903.

mit »cm Krc'Ldtatt iüt die Kreise Marburg im» Kirchham.

Sonntagsbeilage: Jttnftrirtes Sonrrtagsblati.

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Druck und Verlag- Joh. Ang. Koch, Untversttäts-Buchdruckerci 38

Marburg, Markt 21. Telephon 55. '*

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Oberheffifche Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain und Neustadt, sowie von allen Post- anstalten und Landbriefträgern entgegen­genommen.

Geschichtliche Lehren.

Wir haben schon einmal Veranlassung genommen, an die Beispiele zu erinnern, die uns in der Weltgeschichte für den verderben­bringenden Einfluß der großkapitalistischen Ent­wickelung dargeboten werden. Besonders reich­haltig in der Heranziehung solcher Beispiele aus der Geschichte des Unterganges aller alten Kulturvölker ist ein Abschnitt des ersten Bandes des von Professor Dr. G. Ruhland heraus­gegebenenSystems der politischen Oekonomie.*) Es mögen hier einige Skizzen aus der Geschichte Roms folgen:

Was waren die Folgen der Alleinherrschaft des Kapitalismus in Rom? Der alte, unab­hängige Mittelstand wurde vernichtet, und Reichtum und Armut find in die Tore der ewigen Stadt Rom eingezogen. Die servianische Verfassung schätzt aus der Gesamtzahl von 193 Zenturien nach den 18 Zenturien der Wohl­habenden noch 80 Zenturien der Vollhufener mit einer Vermögensgrenze nach unten im Werte von 7000 Mk. Aber schon im Jahrs 104 v. Chr. konnte der Tribun Philippus in öffentlicher Rede erklären, daß es in Rom nicht mehr 2000 Personen gebe, die ein Vermögen hätten. Diese Verarmung des Volkes durch Bereicherung der oberen Zweitausend hat sich anscheinend in erschreckend kurzer Zeit vollzogen. Als um das Jahr 209 v. Chr. die Gesandten Karthagos von Rom nach ihrer Heimat zurück­kehrten, erzählten sie spöttelnd, daß für sämt­liche römischen Senatoren ein einziges silbernes Tafelgeschirr ausreiche, dem sie bei ihren Ein­ladungen überall begegnet feien. QuintiliuS Fabius, der Reffe deS Skipio AfrikanuS, der im Jahre 121 v. Chr. Konsul war, brachte eS schon auf 1000 Pfd. Silberzeug. Und Markus Drusus, Dolkstribun von 91 v. Chr. soll 10 000 Pfd. Silberzeug besessen haben. Aemi« lius Paulus, der Sieger von Pydna (150 v. Chr.), hatte nur ein Vermögen von 300 000 Mk. und galt deshalb nicht für einen reichen Senator. Nur 30 Jahre später wurden 684 000 Mk. als ein mäßiges Senatorenvermögen bezeichnet. Und um das Jahr 50 v. Chr. hinterließ Pom- peius 16 Millionen, sein Freigelassener Deme-

*) Dr. G. Ruhland .System der politischen Oekonomie'. Berlin SW., bei Wilhelm Jhleib.

1 Machdruck verboten.)

Zum Glück.

Roman von Margarete Böhme. f

Selten war wohl eine Familiennachricht mit gemischteren Gefühlen ausgenommen worden, als die Anzeige des Herrn Albert Viekamp von der nach zwölfjähriger kinderloser Ehe er­folgten glücklichen Geburt eines gesunden Töchterchens.

Schon die Heirat des Herrn Albert Viekamp hatte ihrer Zeit einen Sturm von Staunen, Entrüstung und Bedenken hervorgerufen.

Albert Viekamp war das einzige Kind seiner Eltern. Sein Vater Inhaber des Bankhauses Viekamp Nachfolger, galt als der reichste Mann in Neustadt, waS bei der großen Wohlhaben­heit der Bewohner immerhin etwas sagen wollte. Bis zu seinem zehnten Jahre war Albert ein zwar schmächtiger, aber immerhin gut gewachsener und gesunder Knabe, dann hatte er das Un­glück, beim Turnen vom Reck zu fallen und sich eine Verletzung des Rückgrats zuzuziehen, die ihn fürs Leben zum Krüppel machte. Als er sich nach zehnmonatelangem Schmerzenlager erhob, konnte er sich nicht mehr gerade halten. Der Brustkasten schien förmlich eingeknickt, die Schultern neigten sich vornüber und markierten in ihrer runden, geduckten Form den berüchtigten Buckel.

Die Aerzten behaupteten, daß er auch nicht alt werden würde. Die Brust sei ohnehin

trius 18,5 Millionen Mark, während Kraffus, der Freund Cäsars, trotz seiner ungeheuren Spenden an das Volk bei seinem Tode noch ein Vermögen von 30 Millionen Mark sein eigen nannte." *

Die rücksichtslose Latifundienbildung auf dem Lande mit Brot und Spielen für das Proletariat in der Stadt führte natürlich zur Entvölkerung des Landes und zur Uebervölkerung der Hauptstadt namentlich, in die sich alles hineindrängte. Der Roheit der Volksspiele stand die allgemeine sittliche Verkommenheit des Volkes ebenbürtig zur Seite. In der Aus­bildung schamloser Gewissenlosigkeit waren auch in Rom die Neichen vorausgegangen. Was irgend möglich war, das war von dieser Seite in Auswucherung, Erb- schleicherci, Erpressen und Rauben geleistet worden. Aus der Richterbestechung hatte man ein Gewerbe gemacht, und selbst der Feldherr vor dem Feinde war der Bestechung zugänglich. Die Ehe war in der ältesten Zeit als heilig gehalten und als unauflösbar betrachtet worden. Nach dem ersten punischen Krieg ist in Rom die erste Ehescheidung vorgekommen. Später war die Ehe selbst in den Augen der Besten ihrer Zeit auf daS Niveau einer nur losen gegenseitigen Verbindung herabgesunken. Der ehrenwerte Cato der Jüngere zögerte nicht, auf die Bitten eines heiratslustigen Freundes diesem seine Gattin zu geben, und sie wieder zu heiraten, nachdem sein Freund gestorben war. Die Pest der Lustsklaven nahm so überhand, daß ihr durch hohe Steuern gewehrt werden mußte. Die geheimen nächtlichen Orgien des Bachuskult hatten sich so sehr verbreitet und waren so ausgeartet, daß bei einer Unter­suchung durch den Staat 10 000 Schuldige wegen Verbrechen aller Art mit dem Tode bestraft werden mußten. Neben den Massen quartieren der verarmten Schlasstellenbewohner standen die Bordelle, deren Inhaber auf die öffentliche Meinung so großen Einfluß ausüben konnten, daß die Bewerber um die höchsten Staatsämter es gelegentlich für gut sanden, zu ihnen in Be­ziehung zu treten, und die Hebammen hatten bei unerlaubtem Tun eine solche Virtuosität erlangt, daß ihre Technik selbst der modernen medizinischen Wissenschaft noch dunkel geblieben ist. Die Masse der arm gewordenen Bürger konnte sich den Luxus einer Ehe nicht mehr leisten. Den Reichen war die Ehe eine Last, die siewenigstens etwas hinderte, in wechselvoller Laune zu genießen, was geschäftige Hände von der weiten Erde an Abwechselung zu bieten vermochten. Sie heirateten deshalb spät und hatten auch dann nicht Lust, durch eine größere Kinderzahl zu einer Zersplitterung ihrer großen Vermögen die zu Hand bieten. Es kam zu einer förmlichen Eheflucht der Bevölkerung. Die verheirateten Frauen suchten in der Ehe ihr Vermögen selb­ständig zu erhalten, die emanzipierten Frauen belagern den Marktplatz und wissen die Auf­hebung von unerwünschten Gesetzesbestimmungen durchzusetzen. Die Zahl der römischen Bürger

schwach gewesen, und durch die fortwährende Beklemmung sei eine gefährliche Affektion der Lungen auf die Dauer unvermeidlich. Eine kleine Erkältung, die geringste Indisposition müßte ihm unfehlbar verhängnisvoll werden. Trotzdem verging Jahr um Jahr, ohne daß sich die Prophezeiung der Herrn erfüllte. Albert blieb zwar schwach und schonungsbedürftig, ihml mangelte infolge seines körperlichen Gebrechens' der rechte frohsinnige Jugendmut, aber zu un­mittelbaren Befürchtungen gab sein Gesundheits­zustand auch gerade keine Veranlassung.

Bald nach seiner Mündigkeit starben kurz hintereinander beide Eltern. Albert, der schon Jahre vorher im Geschäft gearbeitet hatte, war nun mit zweiundzwanzig Jahren alleiniger In­haber der Firma Viekamp Nachfolger. Die Leute, und insonderheit die zahlreichen Ver­wandten des jungen Mannes, meinten zwar, er thue am besten, daS Geschäft zu verkaufen, da er doch sicher nicht einem so ausgedehnten Betrieb als Chef vorstehen könne. Albert hörte ihre unerbetenen Ratschläge nickte beifällig, lächelte und tat, waS er wollte. Und also- bald stellte sich heraus, daß in dem schwäch­lichen, engbrüstigen, lungenschwachen Körper ein gewaltiger Unternehmungsgeist steckte, der weit über die ziemlich eng gestreckten Grenzen deS mit solider Bedächtigkeit arbeitenden väter­lichen Bank-Betriebes hinausstrebte. Den lang­jährigen Angestellten des Hauses wurde schwindlich vor den kühnen Transaktionen ihres jungen ChefL: als seine Berechnungen und

geht schon vor Mitte des 2. Jahrhunoerts zurück. Im Jahre 164 v. Chr. zählte der römische Zensus in Italien noch 337 000 römische Bürger über 17 Jahre. Im Jahre 141 v. Chr. waren es nur mehr 327 000 und im Jahre 135 v. Chr. nur noch 317000! Das also waren die Folgen der Alleinherrschaft des Kapitalismus: wachsender Reichtum und immer maßloserer Luxus in der Hand der oberen Zweitausend, neben völliger Verarmung der Masse des Volkes, die gezwungen ist, von den Geschenkeu der Reichen zu leben, entartete Klienten mit Brot und Spielen für das Volk, Entvölkerung des platten Landes, Uebervölkerung der Städte, tiefste Verderbtheit der Sitten, allgemeine Bestechlichkeit, Erb­schleicherei und Unzucht, Ehescheidungen, Ehe­flucht, Frauenemazipationen und stetiger Rück­gang der Bevölkerung. Staat und Gesellschaft mußten auf diesem Wege zu Grunde gehen, wenn nicht endlich durchgreifende Reformen in Anwendung kamen."

Umschau.

Die Ministerkrise in Preußen.

Der preußische Minister des Innern, Frhr. v. Hammerstein, hat einen Urlaub angetreten, der von verschiedenen Seiten als der Vorläufer deS end giftigen Rücktritts vom Amte bezeichnet wird. So behandelt derHannov. Kur." den Rücktritt des Ministers als feststehende Tat­sache, indem er u. a. schreibt: Wenn der Minister des Innern sein Recht auf Ferien so pünktlich wahrt, indessen fein Kollege von den Finanzen die Verteilung von Geldern in die Wege leitet, hinsichtlich deren ihm ressortmäßig nichts weiter obliegt, als die Beschaffung, so wird es immerhin gestattet fein, die Reise- ungeduld der Herrn v. Hammerstein befremd­lich zu finden. Oder auch wieder nicht be­fremdlich, nachdem das Regierungsblatt hoch- offiziöS betont hat, die von der öffentlichen Meinung mit seltener Einmütigkeit geforderten Staatsmittel zur Beseitigung des Notstandes in Schlesien seien auf direktes Eingreifen des Ministerpräsidenten zur Verfügung gestellt bezw. flüssig gemacht werden. * DaS halbamt­liche Organ deS Ministers des Innern hatte noch kurz vorher so dringende Staatsaufgaben, wie die Deckung der Kosten für die Vor- bengungSmaßregeln gegen die infolge der Hoch- wasserkatastrophe auftretenden Epidemien auf die Privatwohltätigkeit abschieben wollen. Aehnlich äußert sich dieKöln. Ztg.", die auch besonders die Tatsache hervorhebt, daß erst daS unmittelbare Eingreifen des Reichskanzlers die Behandlung der Frage in Fluß gebracht hat. Es trifft sich eigenartig, daß Graf Bülow und Frhr. v. Hammerstein Schulfreunde sind, sie haben beide dasselbe Gymnasium besucht. Der versönlichen Freundschaft des Reichskanzlers soll Herr v. Hammerstein feine Berufung aus stiller BeamtentStigkeit in den Reichslanden zum Minister des Innern zu danken gehabt haben. Treffen die vorstehenden Angaben zu,

Operationen Schlag auf Schlag glückten, be­kamen sie einen gewaltigen Respekt vor seiner Tüchtigkeit und posaunten den Ruf des Finanz­genies in alle Winde auS. Jetzt lächelten die Verwandten beifällig. Schön von Viekamp, daß er fein Vermögen für die Erben zu mehren suchte. Denn daß er niemalsmit seinem Körper" heiraten werde, stand für sie ebenso bombenfest, als die Tatsache, daß er nicht das vierzigste Lebensjahr erreichen werde.

Bis dahin machte man sich denarmen Krüppel" soviel als möglich zunutze. Seine Tanten bemutterten und bevormundeten ihn nach allen Regeln, die Vettern suchten oft seinen Rat" in puncto Geldangelegenheften, die Cousinen wandten sich vertrauensvoll" an ihn, wenn sie mit ihrem Haushaltungsbudget nicht reichten, oder sie wieder einmalnichts anzu­ziehen oder aufzusetzen" hatten, und der Herr Gemahl ihrer Not eine beklagenswerte Ver­ständnislosigkeit entgegenbrachte; ebenso galt es für selbstverständlich, daß er feine Neffen studieren ließ und seine Nichten auSfteuerte. Und da Viekamp, ohne eine Miene zu verziehen, einwandloS alle an ihn gestellten Forderungen mit der größten Liebenswürdigkeit erfüllte, konnte er wohl als das Ideal eines Goldonkels in der Familie gelten.

In Anbetracht dieses Umstandes trug man eS ihm auch nicht weiter nach, daß er das vierzigste Lebensjahr in bester Gesundheit über­schritt und so wiederum alle Voraussetzungen und Prophezeiungen zu nichte machte. ES war

so würde das Eingreifen seines Schulfreundes» Ses Reichskanzlers, in die Hilfsaktion für Schlesien auch zu seinem Sturze Veranlaffung geben..

Wie weit die Angaben der beiden führenden nationalliberalen Blätter der Wahrheit ent­sprechen können wir im Einzelnen nicht nach­prüfen. Wir glauben aber, daß der Urlaub des Ministers Frhrn. v. Hammerstein wirklich die Einleitung zu dessen definitivem Rücktritt bildet. Denn Hammerstein war schon lange überfällig. Seitdem er im Gegensätze zu Bülow entschlossen der Sozialdemokratie entgegen ge­treten war, seitdem er in der Angelegenheit der Korpsstudenten unter den höheren Ver­waltungsbeamten den Mut einer eigenen Meinung bewiesen hatte, war es auch der großen Oeffentlichkeit kein Geheimnis mehr, daß seine Stunden gezählt waren. Einen selb­ständigen, steifnackigen Ressortminister kann die Regierung des neuesten Kurses eben nicht brauchen. Graf Bülow wacht scharf darüber, daß seine Stellung als Ministerpräsident bei allen wesentlichen Maßnahmen der einzelnen Ressortminister respeftiert wird und daß er der Dirigent bleibt, der den Ton angibt. Ein Charakter, der sich eine eigene Melodie zu Pfeifen erdreistet, hat unter ihm keinen Platz. Es wäre nur ein trefflicher Treppenwitz, wenn Hammerstein jetzt deshalb fallen sollte, weil er in der schlesischen Hochwafferangelegenheit zu wenig selbständige Initiative bewiesen Habei Wir sind der Ansicht, daß die Verzögerung der Einleitung der Hilfsaktion auf das Konto des Grafen Bülow zu setzen ist, da die ganze Behandlung der Frage durchaus der äußerst vorsichtigen diplomatischen Regierungs­weise des Reichskanzlers entspricht, die wir zur Genüge bei anderen Anlässen ke.men gelernt haben. Wir meinen ferner, daß nur die Initiative des Königs eine Beschleunigung der Angelegenheit bewirkt hat und daß der Minister v. Hammerstein lediglich der Sündenbock ist. der anderer Leute Schuld büßen muß. Bel dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, daß nach demHannov. Kur." auch der Rücktritt des preußischen Kultusministers Studt bevorstehen soll.

Chamberlains Pläne und die Ver­einigten Staaten.

Britisch ° Südafrika wird sich nach dem be­kannten Beschlüsse des Kapparlaments wahr­scheinlich dem Vorgänge Kanadas anschließen und gleich diesem dem Mutterlande England auf zollpolitischem Gebiete Dorzugsbehandlung gewähren. Wir haben schon wiederholt bemerkt, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika durch eine derartige Maßnahme hart betroffen werden und aller Wahrscheinlichkeit nach zu Represfionsmaßregeln greifen würden. Jetzt veröffentlicht dieTägl. Rundsch." eine Statistik über die Ausfuhr Amerikas nach Südafrika. Danach exportierten die Vereinigten Staaten im Jahre 1892 Waren im Werte von 31/,

nicht zum Schaden seiner Erben, daß er ihr Vermögen noch ein paar Jahre länger ver­waltete. Denn tatsächlich wuchs das Ansehen der Firma Viekamp von Jahr zu Jahr. Selbst die Matadore des Hamburger Geldmarktes, die früher von der Existenz dieses Neustädter Bankhauses kaum etwas wußten, nannten den Namen Viekamp jetzt mit Achtung; der Gist- baum Börse, der so manchem Spekulanten ver­derblich wurde, schüttelte über Albert Viekamp immer neue Ströme goldener Früchte.

In seinem fünfundvierzigsten Lebensjahre zog Bankier Viekamp sich durch Ueberarbeitung eine Erkrankung der Kopfnerven zu, die ihn zu einer längeren Ausspannung und einem mehr- wöchentlichen Aufenthalt in einer berühmten Kaftwasser-Heilanstalt des Harzes zwang.

Hier lernte er die junge Gesellschafterin einer alten, wenig liebenswürdigen, gleichfalls zur Kur in I. befindlichen Dame kennen. Da» junge, bescheidene Mädchen, das mit unendlicher Geduld und Sanftmut die Tyrannei ihrer Herrin ertrug, erweckte seine Teilnahme; durch einen Zufall trat ihr näher und erfuhr all­mählich ihre Schicksale. Sie war Waise, mittel­los und hatte in ihren bisherigen Engagement» so wenig Glück gehabt, daß ihr die gegen­wärtige Stellung ein Paradies gegen die vor­hergehenden dünkte.

Am Tage vor seiner Abreise sie hatten sich in der letzten Zeit täglich gesprochen rückte Albert Viekamp mit seinem Anliegen hervor, das ihm schon länger am Herzen lag.