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bei ccr C-Mdilkm 2 Mk.

Vierteljälirlicher BrzugSprei

J3. 202

38. Jahrg.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Slug. Koch, Unwcrsitäts-Buchdruckcrei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Mittwoch. 29. Juli 1903.

mit dem Kursblatt für die Kreije Marburg und Kirchhuür.

Sottttiagsbeilager Jllustrirtes Sonrrtagsblatt.

bet allen Postämtern 2,25 Mk. <c$cl. Bestellgeld).

Jnsertionsgcbühr: die gespaltene Zeile oder seren Raum 10 Pfg, Rcelamen: die Zeile 25 Pfg.

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für die Monate August und September auf die

Oberhesfische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain und Neustadt, sowie von allen Post­anstalten und Landbriefträgern entgegen­genommen.

Eine Verteidigungsrede der Regierung.

Auf die mancherlei und zum Teil schweren Vorwürfe der Presse gegen die preußische Re­gierung wegen deren nonchalanten, interesselosen Haltung gegenüber dem schweren Hochwasser» Unglück, das Teile der Provinz Schlesien heim- gesucht hat. verteidigt sich die Regierung in derB. C." wie folgt:

Die öffentliche Meinung neigt beim Ein­treten außergewöhnlicher Ereignisse, die große Notstände im Gefolge haben, dazu, irgend jemand für das Unglück verantwortlich zu machen und zu versuchen, die Notstände auf Ausführungen oder Unterlassungen von Arbeiten zurückzuführen. So ergehen sich auch nach den diesjährigen für die Provinz Schlesien so ver­derbenbringenden Hochwassern verschiedene Zeit­ungen in mehr oder weniger scharfer Weise in Angriffen auf die Regierung oder deren Organe, als ob diese im stände gewesen wären, das tief beklagenswerte Unglück zu verhindern.

Derartige Hochwasser entstehen durch starke Niederschläge, die auf ein verhältnismäßig kleines Gebiet meistenteils in ganz kurzer Zeit fallen. Auf die Entwickelung der Hochwasser­welle sind die Gestaltung der Bodenoberfläche, die diese bedeckenden Pflanzen, die Bewaldung, die Durchlässigkeit deS Bodens, die Anbauver­hältnisse und a. m. von wesentlichem Einfluß. Nur auf wenige dieser Faktoren hat daS mensch­liche Können einen Einfluß und die Frage kann aufgeworfen werden, ob in diesem engen Rahmen seitens der Staatsverwaltung etwas versäumt worden ist, das zur Beseitigung und Linderung der Hochwassergefahr hätte beitragen können. Um Klarheit darüber zu schaffen, welches die Ursachen der in neuerer Zeit vor­gekommenen Ueberschwemmungen sind, und ob das System der Flußregulierung, das in Preußen angewendet wird, richtig, oder welche Aenderung wünschenswert sei, ferner, anderweitige Mittel angewendet werden können, um die Hochwasser­gefahren und UeberschwemmungSschäden vorzu­beugen, wurde der sogenannte »Wasserausfchuß" eingesetzt, der nach eingehenden Arbeiten und örtlichen Prüfungen seine Ansicht dahin ausge­sprochen hat, daß das jetzige Regulierungssyflem nicht nur nicht zur Steigerung der Hochwasser-

48 «Nachdruck verboten.)

Gefesselt.

Roman von Jenny Hirsch.

«Schluß.»

Sie hatte sich ferner so lange als die Schützerin und Förderin von Werken christlicher Nächsten­liebe dargestellt, daß sie sich unmöglich hier, wo ein weites Feld für solche geboten war, zurück­ziehen und von der oft gehofmeisterten Nichte beschämen lassen konnte. So griff sie denn wacker mit an, und da sie umsichtig und energisch war und über reiche Mittel verfügen durste, gelang es ihr binnen kurzer Zeit, viel Gutes zu schaffen.

In dieser Tätigkeit ging aber mehr und mehr eine große Veränderung mit ihr vor, die Schlacken fielen ab, der gute Kern ihres Wesens kam zum Vorschein, sie fühlte in ihrem Herzen eine wahre aufrichtige Menschenliebe empor­keimen. Wärmer und hingebender ward das Verhältnis zu ihrem Gatten, und beide fanden, ohne daß sie es einander auszusprechen wagten, sich zusammen in der Wertschätzung für Annie, welche, ohne es irgendwie künstlich darauf an­zulegen, mit ihrer Demut, ihrer stillen, geräusch­losen Geschäftigkeit sich in ihre Herzen ge­schmeichelt hatte.

WaS noch übrig blieb von ihrem Wider­stande gegen die einst so hart geschmähte Fremde, das bewirkten Ernsts Briefe; sie erkannte, daß das Lebensglück des geliebten Sohnes in der Vereinigung mit Annie beruhte, und vermochte nicht länger zu widerstehen. Al» der Brief

gefahren beigetragen, sondern auf deren Ver­minderung hingewirkt habe.

Während der Beratungen dieser Fragen durch den Wafferausschuß ruhte im übrigen die Vorsorge der Regierung nicht. An den von dem diesjährigen Hochwasser getroffenen Flüssen, wie z. B. an der Oppa, der Hotzenplotz, der Elatzer-Neiße und ihren Nebenflüssen wurden umfangreiche Verbesserungen sowohl am Fluß­lauf selbst, als auch an den Wehren und Brücken vorgenommen; für andere wurden Ent­würfe aufgestellt, die noch der Ausführung harren. Alle diese Unternehmungen wurden auf das reichlichste aus Staats- und Provinzial­fonds unterstützt. Die beteiligten Besitzer er­kennen das dankbar an und find durchweg mit der Wirkung der Anlagen zufrieden.

DaS schwere Hochwasser des Jahres 1897 gab der Staatsverwaltung zunächst Veranlassung, den Betrag von 5 Millionen Mark zur Be­seitigung der durch die Hochwasser in der Provinz Schlesien herbeigeführten Schäden zur Verfügung zu stellen, die zweckmäßig zur Ver­wendung gelangt sind und dazu gedient haben, viele Hindernisse, wie Mauern, Bäume, Häuser rc. aus dem UeberschwemmungSgebiet zu entfernen und für Brücken und Wehre die erforderliche Durchflußweite zu schaffen. Für einen großen Teil des NeberschwemmungS- gebietes wurden Bebauungsgrenzen sestgelegt, so daß neue Hindernisse durch den Bau von Häusern rc. nicht mehr entstehen können.

Nach den Hochwassern von 1897 wurden für sämtliche hochwassergeführlichen Flüsse auf dem linken Oderufer Regulierungsprojekte aufgestellt. Die Verhandlungen mit der Provinzialver­waltung von Schlesien führten zur Uebernahme deS Ausbaues und der Unterhaltung der Lau­sitzer-Neiße, des BoberS, der Katzbach, der Weistritz, der Glatzer-Neiße und der Hotzenplotz, soweit diese Flüsse nicht schiffbar ftnb, durch die Provinz nach dem Gesetze vom 3. Juli 1900. Nach diesem verpflichtet sich der Staat, zu den Kosten deS erstmaligen Ausbaues */s bis zum Höchstbetrage von 31312 000 Mark (§ 28) und die Provinz Vs bis zum Höchstbetrage von 7 828000 Mark beizutragen. Neben diesen Arbeiten an den nichtschiffbaren Flüssen waren jedoch auch Arbeiten an den schiffbaren Strecken der Glatzer-Neiße, des Bobers, sowie an der Oder auszuführen, für welche im Gesetze noch ein Betrag von 1330000 Mk. auSgeworfen war.

Die in diesem Gesetze vorgesehenen Arbeiten bestehen teils in der Herstellung geordneter Abflußverhältnifle im Flußlaufe und Ueber- fchwemmungsgebiete, teils in Maßnahmen zur Zurückhaltung der Geschiebe und Waffermaffen im Quellgebiete durch Ausführung von Wild- bachverbauungen, Herstellung größerer Tal­sperren und Stauweiher.

Trotz der kurzen Spanne Zeit, die seit dem Erlaß dieses Gesetzes verflossen ist, hat die Provinzialverwaltung doch bereits ein erhebliches Stück Arbeit geleistet. So ist mit den Arbeiten

ihres Sohnes eintras, welche seine Ankunft zum Weihnachtsfeste meldete, da war sie es, welche ihrem Gatten zuflüsterte, welche Bescheerung sie dem Sohne bereiten wollten, und gerührt und dankbar schloß der Oberst sie in seine Arme.

Im hellen Glanze der Wachskerzen, welche an zwei bis zur Decke des hohen Gemaches reichenden Tannenbäumen befestigt waren, strahlte der Festsaal im Schlosse Boberstein, in welchem auf langen Tafeln für die Beamten und Dienst­leute die reichen, mit Sorgfalt und Liebe ge­wählten Gaben auSgebreitet lagen. Als die Beschenkten sich damit entfernt hatten, wurde auf einen Wink von Frau von Hildach, die sich durch einen schnellen Blick mit Elisabeth ver­ständigt, die Tür zu einem anstoßenden kleinen Saal geöffnet, in welchem ebenfalls ein Baum brannte, und eine Tafel hergerichtet war.

»Die Schloßherrin von Boberstein ladet uns zu einer zweiten Feier," sagte die Oberstin, Elisabeth freundlich zunickend, und nahm den Arm ihres Sohnes, mit dem sie über die Schwelle schritt. Elisabeth folgte mit Joachim, der Oberst trat aber zu Annie, reichte ihr den Arm und führte sie mit ritterlichem Anstande zu dem für sie bestimmten Platze. »Hier unser Geschenk, Annie," sagte er, auf ein Kästchen deutend, aus welchem ihr ein Brillantring entgegenblitzte, »meine Frau und ich knüpfen jedoch die Bitte daran, daß Sie den Ring aus meines Sohnes Hand empfangen."

Eine glühende Röte überzog Annies lieb­liches Gesicht. »Herr Oberst, wie soll ich das verstehen?" stammelte sie.

für die Talsperre bei Markt-ssa begönnert und diese soweit gefördert worden, daß die Fertig­stellung der Sperrmauer gegen Ende 1904 zu erwarten ist. Tie Projekte für die 50 Millionen Kubikmeter Wasser enthaltende Talsperre bei Mauer (Bober), sowie für eine große Anzahl Stauhweiher find teils fertig, so daß mit deren Ausführung demnächst begonnen werden kann, teils in Arbeit begriffen.

An den durch daS diesjährige Hochwasser getroffenen Flüssen und zwar der Freiwaldauer- Biele, der Lar.decker-Biele und der Glatzer-Neiße hatten die Regulierungsarbeiten begonnen und waren zum Teil schon vollendet. Leider hat das Hochwasser, das alle seine Vorgänger an Höhe übertroffen bat, die bereits ausgeführten Arbeiten stark beschädigt. Die Arbeiten waren erst zu kurze Zeit fertig und noch nicht genügend konsolidiert, um einer so großen Gewalt des Wassers Widerstand leisten zu können.

Um in den Quellgebieten der linksseitigen Zuflüsse der Oder die erforderlichen Schutzmaß­regeln treffen zu können, wurde dir laud- und forstwirtschaftliche Nutzung von Grund­stücken durch daS Gesetz vom 16. September 1899 besonderen Bestimmungen unterworfen. Die forstwidrige Nutzung von Holzungen wurde untersagt und die Neuanlage offener Gräben an Gebirgshängen in der Hauptgefällrichtung als unzulässig erklärt. Es wurde bestimmt, daß das auf zu Tal führenden Wegen ab­fließende Wasser in Stichgräben abgeleitet, die Entwässerung von Moorflächen, die Beackerung und Veweidung von Grundstücken auf Hochlagen und dir Verlegung und Beseitigung vorhandener Gräben zu unterbleiben habe.

Diese Maßnahmen, bereit noch eine große Zahl von Bestimmungen hinzugefügt werden könnte, zeigen wohl zur Genüge, wie sehr man allerseits bemüht gewesen ist, die Hochwasser­schäden, soweit dies überhaupt möglich ist, zu verhindern.Diese Ausführungen der Regierung werden schwerlich irgend jemand befriedigen können. Denn die Verhandlungen im Abge­ordnetenhause sind noch aller Welt nur allzu­frisch ein Gedächtnis.

Umschall.

Eine projektierte Monarchen­zusammenkunft.

Eine Begegnung unseres Kaisers mit dem Könige von England soll im September d. I. bevorstehen. König Eduard VII. wird in diesem Jahre angeblich nicht Homburg, sondern Marien- bad besuchen und aus der Rückreise im Sep­tember in Darmstadt eintreffen und dort außer mit dem Großherzog von Hessen mit dem deutschen Kaiser und auch mit dem Zaren zu- sammentreffeii. Nach einer Londoner Meldung derAllg. Ztg." ist auf die Initiative Kaiser Wilhelms nach einem herzlichen Briefwechsel mit dem Könige von England eine Zusammen­kunft für den Herbst definitiv vereinbart worden.

»Daß ich um Sie werbe für meinen Sohn," sagte er mit weicher Stimme.

»Mutter, auch Du!" rief Ernst, aber schon hatte ihm der Vater die Braut an das hoch­schlagende Herz gelegt und mit gefalteten Händen und von Tränen erstickter Stimme flüsterte Frau von Hildach! »Seid glücklich, meine Kinder!"

»Endlich! endlich!" jauchzte Elisabeth,D du fröhliche, o du selige, gnadenbringeude Weih­nachtszeit !" In ihrem Jubel ergriff sie Joachim bei den Händen und führte einen Freudentanz um das Brautpaar aus; noch ganz atemlos davon umhalste sie die Tante und herzte und küßte sie, als ob sie sie ersticken wollte. Die Spitzenhaube der Oberstin geriet dabei in ernst­liche Gefahr, vom Kopfe gerissen zu werden, aber die sonst so formenstrenae Dame hatte heute kein tadelndes Wort für solche Ungebühr.

Die Maiglöckchen läuteten den Verlobten zum Traualtar. Annie hatte allerdings ge­wünscht, erst den Jahrestag deS erschütternden Ereignisses, dem sie ihre Freiheit verdankte, vorüber zu lassen, und Ernst war geneigt ge­wesen, ihr darin nachzugeben. Elisabeth hatte jedoch erklärt, sie feiere ihre Hochzeit nur gemeinschaftlich mit der Freundin, und so lange in Annie gedrungen, ihr Glück nicht zu ver­zögern, bis diese ihre Einwilligung gab, jedoch unter der Bedingung, daß nur eine stille Feier veranstaltet werde.

So hatten sich denn nur die nächsten An­gehörigen und Freunde als Zeugen und Gäste eingestellt, unter ihnen befand sich aber auch der Dolireikommiffar Meienbera aus Berlin,

Wir nehmen an, so bemerken dazu dieBerl. N. N.", die der Meinung find, die Zusammen­kunft solle in London erfolgen, es handle sich um einen Privatbefuch der kaiserlichen Neffen bei feinem Oheim. Denn wir wüßten nicht, welchen Anlaß die deutsche Politik gegenwärtig haben sollte, England gegenüber die Initiative zu irgend etwas zu ergreifen. Eine Staats­visite des Kaisers wäre auch insofern nicht zu empfehlen, als keine Bürgschaften dafür vor- handeii sind, daß bis zum Herbst die unfreund­liche, ja gehässige Stimmung geien das deutsche Reich sich in England gelegt haben wird. Ein Besuch unseres Kaisers in England ist aber rech den vorliegenden Meldungen nicht beabsichtigt, sondern es ist nur ganz allgemein von einer Z liammenkunft der Monarchen Eng­lands, Rußlands und Deutschlands an dem Hose zu Darmstadt die Rede, die an redlich auf die Initiative Kaiser Wilhelms zurnckzuführen sein soll. Wir glauben, daß es rein private Angelegenheiten find, welche die 3 Herrscher dort zusammenführen werden und daß die Politik ganz aus dem Spiele bleiben wird.

Von der schlesischen Wassersnot.

Die Hochwassergefahr in Schlesien scheint noch immer nicht beseitigt zu fein. Wie die Schles. Ztg." meldet, ist infolge erneuten Steigens der Oder die Straße zwischen Pirscham und Neuhaus abermals überflutet worden. Die Hoffnung, daß das Hochwasser bald wieder zurückireten werde, ist bei den beständig niedergehenden Regengüssen sehr gering; es wird vielmehr nochmals weiteres Steigen des Wassers befürchtet! Hebet die Hochwasserkonferenz im Breslauer Oberpräsidium berichtet die »Nordd. Allg. Ztg.": In der Ver­handlung wurde sowohl vvm Finanzminister wie von den übrigen Herren Wert darauf gelegt, daß der zunächst vom Staate zur Ver­fügung gestellte Betrag von 1.6 Mill. Mark wie auch die später zu bewilligenden Gelder namentlich gegeben werden, um zerstörte und schwer beschädigte Gebäude aus dem Hebet« schwemmungsgebiet auf die Höhe zu verlegen, die erforderlichen Deichschlüsse ungesäumt vor­nehmen zu lassen und durch Wiederaufrichtung zerstörter Brücken und Wehre und Wiederher­stellung von Wegen die sofortige Wiederauf­nahme der gewerblichen Tätigkeit zu ermöglichen.

In einem Erlaß des Breslauer Regierungs' Präsidenten an die Vorsitzenden der dortigen Einkommen-Veranlagungskommissionen heißt es u. a.: »Im Hinblick auf die erheblichen Schäden, welche in einzelnen Teilen des Regierungsbezirks infolge des Hochwassers entstanden sind, erscheint es geboten, darauf hinzuwirken, daß in den betreffenden Gegenden auf die obwaltenden Verhältnisse die erforderliche Rücksicht auch bei der Einziehung der direkten Staatssteuern ge­nommen wird." Der Schaden wird auf 20 Millionen Mark geschätzt. Die gesundheitliche Frage in dem UeberschwemmungSgebiet gebe

den Ernst, eingedenk des demselben gegebenen Versprechens, eingeladen hatte. Stolz und freudestrahlend saß er an der Hochzeitstafel, keine Belohnung würde ihn so erfreut haben, als sich aus diese Weise geehrt zu sehen.

Frau von HildachS Gelöbnis, die Villa in Potsdam nicht bewohnen zu wollen, ging in Erfüllung, freilich in anderer Weise, als sie sich gedacht. Joachim und Elisabeth bezogen sie; die junge Frau halte zwar sehr viel Geschmack an dem Leben und Wirken einer Gutsherrin gesunden und hätte es gern fortgesetzt, sie konnte es aber 'Joachim, der mit Leib und Seele Soldat war, nicht zumuten, schon jetzt die Uni­form an den Nagel zu hängen. Sie folgte ihm deshalb nach seiner Garnison und konnte dies mit um so leichterem Herzen tun, als sie ihre Gutsangehörigen in trefflicher Obhut wußte. Herr und Frau von Hildach hatten sich ent­schlossen, für die nächsten Jahre ihren ständigen Aufenthalt in Boberstein zu nehmen. Die letztere hatte so vielerlei dort angefangen und eingeleitet, war sie weiter beaufsichtigen und zum guten Ende zu führen wünschte, dem Obersten behagte das bequeme, reiche Leben, daS er daselbst führen, die Jagd und die Geselligkeit, die er mit den umwohnenden Edelleuten pflegen konnte, beide Gatten hatten aber noch einen Grund für die Wahl ihres Aufenthaltes, in dem sie zusammentrafen; die Nähe ihres SvhneS.

Ernst von Hildach war zur Regierung nach Breslau verseht worden; dorthin fuhr er mit Annie schon am Abend ihres Hochzeitstages, während Elisabeth und Joachim vor der Rück-