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mit dem KreiMait für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sormtags-eilagsr JllnMrt-s Sonntagsvlatt.
Marburg
Sonntag. 26. Juli 1903.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck ttitb Verlag- Joh. Aug. Koch, UmversitätS-Buchdrucker« 38 Marburg, L'tarkt 21. — Telephon 55.
Vierteljährlicher Bezugspreis- bei orr (Spedition 2 Mk>, H'o 200 5ct aItcn Postämtern 2,25 Mr. <q:d. Bestellgeld).
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Die Entwickelung der deutschen Handelsflotte.
Bon der Entwickelung der deutschen Handelsflotte, die im letzten Jahre ein langsameres Tempo eingeschlagen hat, geben folgende auf den Jahrektabellen des Germanischen Llohd sich aufbauende Betrachtungen des neuesten Nautilus ein anschauliches Bild. Auf deutschen Wersten wurden im Jahre 1902 227 Dampfschiffe mit 212 283 Brutto - Registertonnen fertiggestellt (1901 230 mit 260 999 Tonnen), dazu 280 Segelschiffe mit 58715 Tonnen (1901 211 mit 30 704 Tonnen). Hieraus ergiebt sich bei den Dampfern eine merkliche Abnahme, welche durch die Zunahme bei den Seglern nicht ausgeglichen wird. Interessant ist indessen die Wiederkehr der Tatsache, daß die Segler sofort mehr zum Vorschein kommen, sobald nicht größte Leistungsfähigkeit, sondern größte Sparsamkeit die Hauptsache wird. Bei weitem beträchtlicher noch erscheint der Rückgang in den laufenden Neubauten. Anfang 1903 blieben nur 121 Dampfer mit 255 977 Tonnen im Bau gegenüber 142 Dampfern mit 317 080 Tonnen Ende 1901 und 152 mit 321 397 Tonnen Ende 1900. Bei den Segelschiffen sind zur Zeit 22 310 Tonnen im Bau, daS sind 8000 Tonnen weniger als im Vorjahre. In diesen Zahlen find die Kriegsschiffbauten, die kleineren Segelschiffe unter 100 Tonnen sowie die Spezialfahrzeuge, wie Schlepper, Leichter, Eisbrecher und Bagger mit einbegriffen. Bringt man diese in Abzug, so ergiebt sich, daß von großen Seeschiffen der Kauffahrerflotte im Jahre 1902 55 Dampfer mit 161833 Tonnen fertiggestellt wurden (1901 210 218, 1900 213 984 Tonnen), dazu 13 Segelschiffe mit 11 525 Tonnen (1901 5813, 1900 11 258 Tonnen). Im Bau blieben 177531 Dampfer-
Die Aufsichtspflicht des Lehrherrn.
Ein 19 jähriger Lehrling verletzte beim Spielen mit einem Gewehr einen anderen jungen Mann. Hierfür ist in allen Instanzen der Lehrherr für verantwortlich erklärt worden; insbesondere hat 8ns Reichsgericht (Entscheidungen in Zivilsachen Bd. 52, S. 69 ff.) sich darüber folgendermaßen geäußert: Die Ersatzpflicht hänge in erster Linie davon ab, ob dem Lehrherrn gegenüber dem Lehrling eine Aufsichtspflicht obliege. Dies sei zu bejahen. Gemäß des § 127 des Gesetzes vom 26. Juli 1897 betreffend Abänderung der Gewerbe-Ordnung habe der Lehrherr den Lehrling zur Arbeitsamkeit und zu guten Sitten anzuhalten und vor Ausschweifungen zu bewahren. Gemäß des § 127 a sei der Lehrling der väterlichen Zucht des Lehrherrn unterworfen. Diese Bestimmungen begründeten ein Erziehungsver- hältnis, ein Erziehungsrecht und eine Erziehungs- Pflicht des Lehrherrn. Die Pflicht der Sorge für die sittliche Erziehung des Lehrlings greife dem Sinn und dem Zwecke dieser Aufgabe gemäß über daS eigentliche Arbeitsverhältnis hinaus und begründe die Verpflichtung des Lehrherrn, sich auch um daS Verhalten deS Lehrlings außerhalb des Betriebs zu kümmern. Die Aufsichtspflicht über den minderjährigen Lehrling sei auch nicht davon bedingt, daß der Lehrling auch in Kost und Pflege des Lehrherrn stehe. Allerdings könne über den minderjährigen Lehrling zu verschiedenen Zeiten und Gelegenheiten ein verschiedener Auf- fichtspflichtiger die Aufsicht zu führen haben, der Vater, die mit elterlicher Gewalt bekleidete Mutter, der Vormund, der Lehrherr. Je nach den konkreten Umständen werde sich entscheiden, wer als der zur Aufsicht Berufene erscheine und demgemäß auch die Verantwortung zu tragen
und 7958 Segler-Tonnen (1901 230 743 und 9563). Von den fertiggestellten Neubauten wurden indessen 8 Seedampfer mit 20 811 Tonnen für fremde Rechnung gebaut, während deutsche Reedereien 16 Dampfer mit 37 374 Tonnen (1901 noch 26 Dampfer mit 105 122 Tonnen) und 8 Segelschiffe mit 9887 Tonnen im Auslande sertigstellen liefen. Zur Zeit find nur poA 2 Dampfer mit 3000 Tonnen und 2 Segelschiffe für deutsche Rechnung im AnSlande im Bau. Das Bestreben, bereits bestellte Schiffsbauten rückgängig zu machen oder den Zeitpunkt ihrer Ablieferung hinauszuschieben, ist eine charakteristische Begleiterscheinung der augenblicklichen Krisis. Die Neubauten, welche zurzeit noch in Arbeit sind, betreffen, soweit eS sich nicht um den Ersatz alter oder verloren gegangener Schiffe handelt, meist bestimmte Schiffsklassen, welche für die Fahrten nach West- und Ostafrika, Mexiko, Brasilien und für die Küstenschiffahrt bestimmt sind. Für diese Schiffsarten ist auch trotz der sonst ungünstigen Lage der Schiffahrt ein Bedarf vorhanden. Im übrigen haben die Reedereien ihre Bestellungen eingeschränkt; eine vollständige Aufgabe jeglicher Neubauten ist natürlich nicht möglich, da die stets wachsende räumliche Schiffahrt im internationalen Wettbewerb auch bei minder guter Wirtschaftslage dauernd mehr Schiffe erfordert und sich auch die deutschen Reedereien bereit halten müssen, um beim Einsetzen einer günstigeren Konjunktur den Wettbewerb überall wohl gerüstet aufnehmen zu können. Solange Englands Flotte, in absoluten Zahlen ausgedrückt, immer noch ungefähr dreimal so stark wäch st als unsere Reederei, darf ein ungünstiger Jahresertrag unsere Reeder in ihrem steten Fortschreiten nicht aufhalten und er schrecken. Nur das Maß, nicht die Richtung der Vorwärtsbewegung darf sich ändern.
Umschau.
lieber die Goldfelder in Deutsch- Ostafri ka
berichtet die „Tägl. Rundschau": Die ausgedehntesten und wertvollsten sind diejenigen von Jkoma, etwa 100 Kilometer östlich vom Viktoriasee zwischen 34 und 35 Gr. östl. L. und etwas südlich von 3 Gr. südl. Br. Von diesen sind 15 Felder nach einem Prozeß mit dem Prospektor, der sie entdeckt hat, der Zentralafrikanischen Seengesellschaft zugesprochen worden. Weitere Felder sollen von ihr noch durch einen neuen Prospektor belegt werden. Die Gesteinsproben sind außerordentlich goldreich. DaS Gutachten des Regierungsgeologen, der sich natürlich sehr vorsichtig ausdrückt, lautet: .Ohne
habe. Ueber den konkreten Fall führte das Gericht aus: Selbst wo keine polizeilichen Vorschriften beständen, die unselbständigen und insbesondere minderjährigen Personen die Führung von Schußwaffen verböten, werde der Aufsichtspflichtige einem Minderjährigen die Führung einer Schußwaffe nur dann gestatten können, wenn er sich von der Besonnenheit und dem Geschick und Verständnis desselben überzeugt habe, oder wenn er in der Lage fei, den Gebrauch beständig überwachen zu können. Der Lehrherr vermöge nun zu seiner Entschuldigung lediglich anzuführen, er habe auf die Beschwerde eines Nachbars das Schießen auf seinem Grundstück verboten; Zuwiderhandlungen gegen das Verbot seien vicht zu seiner Kenntnis gelangt, festgestellt fei aber nur, daß der Lehrherr auf die Beschwerde der Nachbarn über das Schießen vergebens zu ermitteln gesucht, wer geschossen habe, und dann den Lehrlingen erklärt habe, wenn daS Schießen nicht aufhöre, werde er daß Tesching wegnehmen. Da ihm mit so geringer Offenheit begegnet worden, daß ihm nicht einmal gestanden wurde, wer geschossen habe, und Mahnungen seiner Frau die Besorgnis doch sehr nahe legen mußten, daß die jungen Leute mit dem Tesching Unfug trieben, genügte ein Verbot und eine Drohung nicht, von deren Wirksamkeit er nicht überzeugt fein konnte. Wäre der Lehrherr der Sache näher getreten, o hätte er erfahren, daß das Tesching seinem Lehrling gehörte, der nachher den Unfall verursacht habe, und hätte es sofort wegnehmen können. Danach fei anzuehmen, daß der Lehrherr feiner Aufsichtspflicht nicht genügt habe, und müsse er für den entstandenen Schaden aufkommen.
einer zu optimistischen Auffassung Raum geben zu wollen, darf man annehmen, daß es sich im vorliegenden Falle um eine abbauwürdige Lagerstätte handelt." Es find schon Unterhandlungen mit iüdafrikanislben Firmen, z. B. mit Goerz u. Co., eingeleitet worden, welche die Aufschließungsarbeiten übernehmen fallen. Dazu pehört natürlich schon (in ansehnliches Kapital. Vertreter Johannesburger Minengesellschasten haben bereits in Daressalam mit dem Hauptmann Schloiser darüber verhandelt.
An zweiter Stelle kommen die Ussongo-Gold- selber, nördlich von Tabora; dort find schon 6 Schürffelder für die Seengesellschast belegt worden. Tie besten Gesteinsproben ergaben 60 und 55 Gramm Gold aus die Tonne nach Feststellung bet königlichen Geologischen Landesanstalt; sie waren also ganz außerordentlich reich, andere ergaben weniger Gold, waten aber auch noch zufriedenstellend. Die Felder liegen an der großen Katawanenstraße Tabora— Muanza; Arbeitet sind zahlreich vorhanden. Schließlich find noch an einet dritten Stelle Schürfungen angestellt worden, übet die aber noch nichts näheres angegeben werden kann.
Man muß eben immer wieder daran erinnern, daß die Abbauwürdigkeit der Goldfelder durchaus noch nicht seststeht, und daß bet von der Diskonto - Gesellschaft entsandte Sachverständige sich darüber feiner Zeit sogar seht skeptisch äußerte. Man muß also erst die weitere Entwickelung abwarten.
Anzeichen der Hebung des Geschäftslebens.
Ebenso wie die Verkehrseinnahmen bilden auch die Einnahmen aus der Wechselstempelsteuer einen Maßstab für die Entwickelung des Geschäftslebens. Es ist schon mitgeteilt, daß das erste Viertel des laufenden Rechnungsjahres aus der letzteren Steuer einen Mehrertrag gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres abgeworfen hat. Die Einnahme aus der Wechfelstemvelsteuer befand sich lange Zeit in rückläufiger Bewegung. Die Höhe war in dieser Richtung gegen Ende des vorigen Sommers erreicht. Von da ab war schon wieder eine kleine Besserung zu bemerken, obschon die monatlichen Einnahmenachweise auch dann noch immer Summen ergaben, die gegen die gleichen Zeiträume der Vorjahre stark zurückblieben. Der vorläufige Abschluß des Rech, nungsjahres 1902 ergab denn auch ein Weniger gegenüber dem Vorjahre von über 300 000 Mk. Die ungünstige Entwickelung hielt auch noch in den ersten beiden Monaten des laufenden Etatsjahres an. Der April 1900 wies ein Weniger von 33 160,70 Mk. und April und Mai ein solches von 32 719 Mk. gegen die entsprechenden Zeiträume von 1902 auf. Eine bedeutende Wendung zum Besseren dokumentiert sich deshalb dadurch, daß in den ersten drei Monaten 35 775,50 Mk. mehr an Wechselstempelsteuer verein- nahmt worden find. Es zeigt sich darin für den Monat Juni ein beträchtlicher Umschwung. Der günstigen Wendung, die die Eisenbahneinnahmen in den letzten Monaten genommen haben, schließen sich also die Wechselstempelsieuereiimahmen an, und man
Unsere Mitarbeiter.
Ratschläge eines Zeitungssetzers.
Mit feiner Satire geißelt L'Jntermödiare unsere heutigen Zeitungsmanuskripte, und wenn die angegebenen Ratschläge auch keineswegs neu sind, so erscheint es uns doch angebracht, sie hier wiederzugeben:
1. Sind Sie Mitarbeiter einer Zeitung, so ist es durchaus nicht nötig, eine deutliche Handschrift zu besitzen. Seitens be§ Redakteurs, wie auch der Setzer erfreuen sich die unleserlichen Handschriften der größten Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Schließlich, die Brillen- macher wollen auch leben. 2. Sollte ein Klex entstehen, so greifen Sie nicht erst nach dem Löschpapier. Die Jugend arbeitet in dergleichen Fällen mit dem natürlichen Hilfswerkzeug, nämlich der Zunge. Also bitte, machen Sie es ebenso. Passiert es ihnen dabei, einige der frischgefchriebenen Zeilen auszulöschen, so ist das Unglück nicht groß. Der Intelligenz des Setzers wird es schon gelingen, in diese Zeilenruinen Sinn hineinzubringen. Ist er dazu noch im Berechnen, so wird er ihnen für diesen Beweis Ihres Vertrauens zu seiner Findigkeit noch ganz besonders verbunden fein. 3. In Ihrem Interesse vergessen Sie nicht, daß eine schlechte Handschrift den großen Geist verrät. Eine große Anzahl Schriftsteller und anderer hervorragender Persönlichkeiten haben weiter nichts Bemerkenswertes an sich als ihre unleserliche Handschrift. Eine schöne, leserliche Handschrift ist nun einmal das Merkmal des Plebejer. 4. Einen ökonomischen Geist verrät daS Beschreiben der beiden Seiten. Etwaige Texteinschaltungen lassen sich sehr gut auf den Papierrändern anbringen. Das Zusammensuchen und das richtige Einrangieren
tR wohl berechtigt, aus der Uebereinstimmuug dieser Momente auch auf eine Besserung der allgemein« geschäftlichen Lage zu schließen.
Esperanto.
Die Bestrebungen, eine Universalsprache zu schaffen, die — keiner einzelnen Nation als besonderes Eigentum zugehörig — überall da, wo eine Mitteilung zwischen Angehörigen verschiedener Länder erwünscht ist. in gleicher Weise gesprochen, geschrieben und verstanden wird, scheinen nach den Mißerfolgen deS Volapük in Deutschland so ziemlich wie ein unausführbares Projekt ad acta gelegt. Nicht so in Frankreich, Rußland, England. Dort hat die im Jahre 1887 von dem Warschauer Arzt Dr. Zamenhos erfundene Weltsprache, die nach ihres Erfinders pseudonymen Namen Esperanto genannt worden ist, langsam, aber doch stetig an Ausdehnung gewonnen und zählt zur Zeit etwa 100000 Anhänger, die gerade gegenwärtig wieder eine besonders lebhafte Werbetätigkeit entfalten. Heymans führt des näheren aus, daß daS — übrigens sehr wohlklingende — Esperanto infolge einer äußerst einfachen Formenlehre und Grammatik in unvergleichlich viel kürzerer Zeit als irgend eine lebende Sprache zum Gebrauch erlernt werden kann. Außerdem unterscheide es sich aber sehr wesentlich von dem unglücklichen Volapük dadurch, daß fein Wortschatz nicht frei erfunden, sondern aus den in den modernen Sprachen vorhandenen Wortstämmen unter Bevorzugung der im internationalen Sprachenleben die weiteste Geltung besitzenden Formen zusammengestellt ist, so daß Romanen und Engländer von vornherein 80 bekannter Wortstämme, Deutsche 50°/° vorfänden. Mit alleiniger Hilfe eines Wörterbuchs soll es schon am ersten Studientage möglich sein, Briefs zu schreiben und zu verstehen. Es ist klar, daß eine so bequeme Sprache, wenn e§ gelänge, sie über die ganze Welt zu verbreiten, für den Gelehrten, den Weltreisenden und den Großkaufmann von größtem Nutzen fein könnte. Le Pi ouvement Maritime fordert denn auch die belgische Handelswelt energisch auf, die Ausbreitung dieser Universalsprache zu fördern, da das mit in erster Reihe zu den Aufgaben zähle, durch deren Lösung der überseeische Handel erst ausgiebige, unbeschränkte Freiheit und Ausdehnung gewinnen könne. Ob dieser starke Appell einen wesentlichen Erfolg zeitigen wird? Wir glauben, nein. Das .Esperanto' wird ebenso wie das „Votapück^ niemals eine der lebenden Weltsprachen ersetzen können, wenn wir auch nicht abstreiten wollen, daß sie, ihre leichte Erlernbarkeit vorausgesetzt, einmal in gewissen internationalen Kreisen. die sich auf den schriftlichen Verkehr beschranken, eine Rolle spielen könnte. ______
Zum Begriff des Betriebsunfalls.
Die Unfallversicherungsgesetzgebung operiert viel mit dem Begriffe des Betriebsunfalls. Hierüber Bat sich das Reichsgericht lEnifch. in Zivilsachen Bd. 52 S. 76 ff.) kürzlich in einaehender Weise ausgelassen. Es handelt sich um d e Ewsheidung der ffrage, ob ein Briefträger, der auf dem Wege zu seiner Wohnung, in die er sich nach Beendigung seines Bestellganges begeben wollte, um seine durchnäßten Kleider zu wechseln und sich für einen späteren Dienst zu stärken, vom Blitz getroffen wurde, von einem im Dienst erlittenen Betriebsunfall betroffen word°n war Tas Reichsgericht führt hierüber aus: Das Gesetz erfordere für die Annahme eines Betriebsunfalles nur, daß (in ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Betii.be und dem Unfälle bestehe. Ein solcher Zusammenhang fei jedenfalls dann anzunehmen, wenn der Verletzte
derselben ist ein Hochgenuß für den Setzer. Diese Arbeit giebt ihm Gelegenheit, die Sorbet» und Hintersätze mehrmals zu lesen. Sind bis beiben Seiten beschrieben, so freut er sich mit Ihnen, daß bn8 Kuponabschneiden für die Inhaber von Aktien der Papierfabriken ein minderer Genuß wird. Wenn wir alle e§ so machen wollten, wäre e§ mit den hohen Dividenden dieser Unternehmungen bald zu Ende. 5. ES ist keine Vorschrift, für Ihre Geistesblitze gutes, weißes Papier zu nehmen. Außer Packpapier empfehlen wir die Rückseiten von Drucksachen; schreiben Sie eine weite Handschrift, so find die Rückseiten von Plakaten, schon ihres großen Formates wegen, besonders im Auge zu behalten. Haben Sie nur ein zerrissenes Plakat zur Verfügung, so ist eS ratsam, die zusammengeklebte Seite zu beschreiben. 6. Haben Sie einen Artikel fertig geschrieben, so können Sie ihn getrost noch einige Zeit in der Brusttasche Ihres Rocke« herumtragen. Ist er mit Bleistift geschrieben, so ist diese Vorsicht doppelt an gebracht. Sie wissen ja aus der Praxis, das Beste fällt einem immer zuletzt ein. DaS Hinzusetzen von Sätzen bereitet ein eigenes Vergnügen. Streicht der Redakteur, und an der Streichmanikure leiden sie alle, so bilden die Einfügungen immerhin eine Entschädigung. 7. Eine ganz unnütze Arbeit ist das Nummerieren der Seiten. Geht ein Blatt verloren, so ist der Schaden nicht unersetzbar. Jeder Setzersaal hat ein auf der Höhe bet Zeit stehendes Personal. Es findet sich immer ein Spezialgenie, das den Text des verlorenen Blattes kongenial nachfühlt und die Sache ein* renkt. 8. Ist eS Ihnen bekannt, daß_ Ihr Leibsetzer sich auf Sommerurlaub befindet, ober auch, daß die oben zitterte kongeniale