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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SonnmgsveUag«: Illiistrirtcs Sonntagsvlatt.

M 197

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet oer Expedition 2 M!., bet allen Postämtern 2,25 Mk. (e$cL Bestellgeld).

Insertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder Deren Raum 10 Psg.

Reclamen: die Zeile 25 Psg.

Marburg

Donnerstag, 23. Juli 1903,

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Iah. Ang. Koch, UniversitätEuchimtckerei Marburg, Markt 2l. Telephon 55.

38. Jahrg.

Bestellungen

für die Monate August und September auf die

Oberheffische Zettnng" nebst ihren Beilagen toerben von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain und Neustadt, sowie von allen Post- anßtalten und Landbriesträgern entgegen­genommen.

Papst Lco XIII. f.

Am 20. Juli 1903. hat Papit L-o XIII. nach sechzehntägiger schwerer Krankheit und einem dreißigstündigen Todeskampfe die Augen zum ewigen Schlummer geschloffen. Seine? Pontifikatesdauer betrug 25. Jahre und 5 Monate, er erreichte ein Alter von 93 Jahren 4 Monaten und 18 Tagen. An ihm ist der alte Spruch non videbis annos Petri zu Schanden geworden, gerade wie an seinem unmittelbaren Vorgänger Pius IX. die beiden Päpste, die nunmehr der Geschichte angehören, interessieren uns jedoch nicht nur wegen der zeitlichen Ausdehnung ihres Pontifikats. Der Name des streitbaren PiuS ist auch heute noch nicht aus der'Erinnerung geschwunden, da sein Nachfolger nach 25 jähriger Pontifikatsdauer auf dem Totenbette ruht. Ein Vergleich beider erschließt unS die rechte Würdigung Leos XIII., läßt uns die für Kirchen- wie Staatsfragen gleich bedeutsame Wirksamkeit des Freundes der Souveraine Europas erst recht ermessen.

Als Giovanni Maria Graf von Mastai Foretti am 16. Juni 1846 den Stuhl Petri als Pius IX. bestieg, begann er seine Regierung mit einer umfassenden Amnestie", mit liberalen Reformen, gab Rom eine Verfassung und einige weltliche Minister. . . willigte in die Ver­bannung der Jesuiten. Der Strudel der radi­kalen iHwegung riß ihn mit fort und er wäre darin ilntergegangen, wenn er sich der Gefahr nicht durch schleunige Flucht aus dem Vatikan ent­zogen hätte. . 2 Jahre weilte er im Exil von Gaeta und im Jahre 1850 gelangte er nur unter dem Schutze der österreichischen und der französischen Bajonette nach Rom zurück. Von da ab führte Pius IX. ein Regiment rücksichts­losester Reaktion, das in den Dogmen von der unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria und in den von der Unfehlbarkeit des Papstes seine beiden Gipfelpunkte fand. Am 20. Sept. 1870 rückten die italienischen Truppen in Rom ein, und Viktor Emanuel II. sprach das unver­geßliche Wort: Hier sind wir, hier bleiben wir. Das war das Ende der weltlichen Macht der Päpste. Pius forderte von den gekrönten Häuptern die Wiederherstellung des Kirchen­

staats, und als er einsah, daß ihm dazu niemand behilflich sei, eiferte er gegen die Fürsten der Erde. AIS das Ziel seiner Angriffe hatte er namentlich Deutschland ausgesehen, in dem er den Urheber seines Verderbens erblickte. Den Verlust des Kirchenstaates setzte Pius auf die Niederlage Frankreichs im Kriege gegen Deutsch­land. Er hatte damit insofern Recht, als Frankreich seine den Papst und deffen weltliche Macht beschützenden Truppen nicht auS Rom obberufen haben würde, wenn es ihrer nicht in dem Kriege bedurft hätte. Daß Deutschland den Krieg nicht provoziert sondern daß der von Frankreich in frivolster Weise vom Zaune gebrochen worden war, zog Pius nicht mehr in Erwäg­ung. Im Juni 1872 sprach PiuS mit Bezug auf Deutschland des einem Anathema ähnelnde Wort vondem Steinchen, das den Fuß des Koloffes zerschmettern werde", ein Jahr später richtete er einen Brief voll schwerer Anklagen und Herausforderungen an Kaiser Wilhelm I. Die Maigesetzte erklärte er für null und nichtig.

Den diametral entgegengesetzten Verlauf nahm die Regierungszeit Leo XIII. Er begann feine Tätigkeit mit einigen die Welt bestürzenden Schroffheiten, er lehnte die wohlwollende Teil­nahme des italienischen Hofes an den Trauer­feierlichkeiten für PiuS in brüsker Weise ab schon als Camerlengo, und schien als Papst fortsetzen zu wollen, was er während des Inter­regnums begonnen. Dem Hause Savoyen und der italienischen Regierung hat er auch unver­brüchliche Feindschaft gehalten Zeit seines Lebens. Er wies jede Gelegenheit, freundschaftliche Be­ziehungen mit den Behörden des italienischen Staates anzuknüpfen oder auch nur einen er­träglichen modus vivendi herzustellen, von sich. Er blieb, was er war, der Gefangene des Vatikans, wenn er später auch nicht mehr von einer spoliatio, sondern nur von einer occupatio des Kirchenstaats durch den König von Italien sprach. Abgesehen aber von Rom suchte Leo mit allen übrigen europäischen Hauptstädten einen freundschaftlichen Verkehr anzuknüpfen. Das gilt insonderheit von Berlin. Wir haben schon in den Tagen der Leidenszeit Leos XIII. wieder­holt Gelegenheit genommen, aus seine ernsten und erfolgreichen Bemühungen zur Wiederher­stellung de8 Friedens mit dem deutschen Reiche hinzuweisen. Wir können hier nur an bereits Gesagtes erinnern.

Durch sein friedfertiges und versöhnliches Wesen hat Leo XIII. tausend Steine des An­stoßes aus dem Wege geräumt und dem Papst­tum zu einer Macht und zu einem Ansehen verhalfen, wie es kaum unter einem einzigen seiner 263 Vorgänger erreicht worden ist. Sein Leben und Wirken ist nicht dem felsen- stürzenden Gebirgsstrom vergleichbar, sondern dem breiten Fluß, der langsam und geräuschlos durch die Ebene fließt, die Wiesen befruchtet, die Mühlen und die Schiffe mit den Flaggen aller Länder auf seinem Rücken trägt. Leo der

Leise hat viel, unendlich viel erreicht. Möge sein Nachfolger sich gleich ihm als Friedensfürst erweisen!

Umschau.

Ein anarchistisches Komplott gegen Kaiser Wilhelm?

Durch die Wachsamkeit der Polizei in Chi- kago ist die Vorbereitung zu einem anarchistischen Attentat gegen unseren Kaiser entdeckt worden. DemBerl. Lok.-Anz." wird über den ver­brecherischen Plan aus Newyork und aus London das Nachstehende gemeldet: Der Polizeipräsi­dent in Chikago bestätigt, daß er die Nachricht von einem Anarchistenkomplott gegen den deutschen Kaiser nach Berlin gekabelt habe. Die Einzelheiten sollen erst nach Abschluß der Untersuchung veröffentlicht werden. Die Lon­donerCentral News" berichten aus Chikago, daß die dortigen Polizeibebörden die angeblich von amerikanischen Anarchisten in Kopenhagen geplante Verschwörung und die Existenz eines Komplotts zur Ermordung des deutschen Kaisers bestätigen. - Der Chikagoer Polizeidirektor O'Neill teilte mit, vor einigen Wochen seien vier Anarchisten, zwei Männer und zwei Frauen, von einem amerikanischen Hafen nach Schweden gereist mit der erklärten Absicht, den deutschen Kaiser während seines Besuches bei König Oskar zu ermorden. Die Kopenhagener Polizei fei amtlich davon informiert worden. An diese Geschichte glauben wir offen gestanden nicht so recht. Denn daß die amerikanische Polizei so gut über die Absichten der Anar­chisten unterrichtet fein will, kann man min­destens in Zweifel ziehen. Immerhin kann es nicht schaden, wenn die Nachricht als. wahr hingenvmmen wird und man auf ausreichende Vorsichtsmaßregeln bei den Landbesuchen unseres Kaisers Bedacht nimmt.

Zum Ableben Leos XIII.

Im Lause der ersten 24 Stunden nach dem Ableben Leos XIII. sind mehr als 4000 Tele­gramme im Vatikan eingegangen. Die ersten Beileidskundgebungen fremder Staatsoberhäupter trafen von Kaiser Franz Josef und dem Prä­sidenten Roosevelt ein. Kaiser Wilhelm hat aus Molde an den Kardinal Oreglia ein herz­liches Beileidstelegramm gerichtet. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt im Austrage der deutschen Reichsregierung u. a.: Papst Leo XIII. hat den Ruf, daß er bestrebt sein werde, ein Friedens­papst zu sein, dem deutschen Reiche gegenüber in richtiger Erkenntnis der wahren Interessen sowohl der Kirche wie der Staatsgewalt gerecht­fertigt. Unter seiner tätigen Mitwirkung ge­lang es, den Kulturkampf beizulegen und einen modus vivendi mit der katholischen Kirche zu finden, der sich bis heute bewährt hat. Wenn heute unter regem Anteil der katholischen Be-

völkerukkg am Ausbau des deutschen Reiches weiter gearbeitet werden kann, ßs ist dir s nicht znm wenigsten der staotsmänmschen E insicht Leos XIII. zu danken, der auch nach Bei­legung des Kulturkampfes wiederholt und noch in feinem letzten Lebensjahre ein offenes.Ver­ständnis für die staatlichen Bedürfnisse Dsmt'fch- kands gezeigt hat. Unter den vielen P«pG"n, die in der deutschen Geschichte eine RoW g e» spielt haben, wird Leo XTEL eine der sym* pathischen Erscheinungen bleiben.

In dem von Dr. Lapponi allein' (!) ab­gefaßten Totenschein wird als Todesursache bezeichnet: mit allgemeiner Schwäche verbundene Lungenentzündung, zu der mit Bluterguß ver­bundene Brustfellentzündung trat. Die Ein­balsamierung der Leiche wird heute abend von Mazzoni und Lapponi unter Assistenz, von 4 Aerzten des Vatikans vorgenommen worden.. Der Leichnam des Papstes, der am gestrigen Dienstag noch im Sterbegemach auf gebahrt war, wird am heutigen Mittwoch abend nach, der Peterskirche gebracht und dort zwei Tage lang ausgestellt Meiben. Zahlreiche Personen find aber bereits im Sterdegemache zur Be­sichtigung der Leiche und znm Fußkuffe zuge- laffen worden. Nach her Ausstellung in der Kirche wird die Leiche in dem Sarkophag über der Tür der Sakristei provisorisch beigesetzt. Die enbgiltige Beisetzung in her Laterankirche erfolgt erst im Laufe des nächsten Jahres. Die Ueberführnngen der Leiche nach den verschiedenen Orten der Ausstellung vollziehen sich regelmäßig unter der höchsten und prunkvollsten Feierlichkeit.

Zu dem Konklave werden die Kardinäle am Donnerstag, den 31. ds. Mts. abends, zu­sammentreten. Am Morgen des 1. August soll die erste Wahlversammlung abgehalten werden. Tie Vorbereitungen für das Konklave werden mit fieberhafter Eile betrieben. Im DamaskuS- hofe wurden alle Zugänge zum Vatikan ver­mauert. Etwa 65 Wohnräume von je 2 bis 3 Zimmern für die Kardinäle mit ihren Sekretären und Dienern werden in aller Eile hergerichtet. Die Wahlhandlung erfolgt in Morgen- und Abendsitzungen in der sixtinischen Kapelle, an deren Wänden die Sitze für die Kardinäle errichtet werden. Der Kamerlengo Oreglia arbeitet mit dem ehemaligen Finanz­chef des Vatikans Mvntiaerre Folchi die Nächte durch, um ein ausführliches Expos« über die gesamte Geldgebahrung der letzten 25 Jahre herzustellen, eine Arbeit, welche von gewissem Einfluß für die Papstwahl werden kann. Mit der Familie Pecci hat sich Oreglia versöhnt. Ein Teil her französischen Kardinale hat erklärt, für Götti stimmen zu wollen, deffen Wahl zum Papst dadurch wieder noch etwas gesicherter erscheint. _____________

V o m Pommernbankprozeß.

Im Berliner Pommernbankprozeß ist die zweite sensationelle Wendung zu verzeichnen.

43 (Nachdruck verboten.»

Gefesselt.

- Roman von Jenny Hirsch.

(Sortfebunft.)

Dadurch war fürs erste der so schön er­sonnene Plan durchkreuzt. Warkoß ging auf eigene Hand auf Kunstreifen, Maleville aber machte sich auf die Suche nach seiner Frau. Die Spur derselben führte ihn zuerst nach Paris und von dort nach Deuts t land; in Potsdam fand er sie endlich wieder, und da er wohl wußte, wie wenig Gültigkeit seine Ehe vor dem Gesetz hatte, suchte er die unerfahrene junge Dame zu ängstigen und einzuschüchtern, damit sie ihm, ohne jemand etwas davon zu sagen, folge.

Auch Warkoß war nach Berlin gekommen, die beiden Spießgesellen verkehrten aber nur mit der größten Vorsicht miteinander. Der erstere nahm es mit seinem Umgang und seinem Ruf nicht sehr genau, Maleville wollte aber als vornehmer Herr auftreten, um als solcher von Berlin aus an die Petersburger Gesellschaft empfohlen zu werden. Die Folge davon war eine große Ebbe in seiner Kaffe, denn er trat standesgemäß auf, und wenn er auch den adeligen Herren, die er in neue Spiele ein- weihte, etliche Goldstücke abnahm, durste er doch nicht wagen, sie so zu rupfen, daß et Verdacht erregt hätte.

Desto bessere Geschäfte hatte Warkoß gemacht; er war sehr gut mit Geldmitteln versehen, half feinem Freunde au8 und war auch erbötig, die Kosten für dessen Reise nach Petersburg und des ersten Auftretens mit feiner Gemahlin da­

selbst zu tragen. Maleville hatte ihm schon ein paarmal Geldsummen abgenommen unter der Vorspiegelung, die Reise soll am nächsten Tage von statten gehen, dann aber immer Aus­flüchte gebraucht. Warkoß war mittlerweile mißtrauisch geworden, hatte für die Abreise eine bestimmte Frist gesetzt und den Marquis endlich beschuldigt, es sei gar nicht wahr, daß die junge Frau in der Nähe sei, er suche nur ihn unter diesem Vorwande auszubeuten; ehe er die Fran nicht gesehen und aus ihrem eigenen Munde cehört habe, daß sie mit ihm gehe, xebc er kein Geld mehr.

Da war Maleville aufgefahren, hatte sich auf sein Ehrenwort als Kavalier berufen, War- koß halte ihn ausgelacht und war festgeblieben, endlich hatte Maleville gesagt:Gut, finden Sie sich morgen abend gegen neun Uhr im Neuen Garten auf derselben Stelle ein, wo wir schon öfter zusammengetroffen find, dorthin werde ich Ihnen meine Frau bringen, und Sie werden sehen, wie kirre ich Sie gemacht habe. Bringen Sie nur das Geld sogleich mit, denn die Reise kann unverzüglich von statten gehen."

Warkoß war daraus eingegangen, hatte aber, eine Falle befürchtend, seine Vorsichtsmaßregeln getroffen, indem er erstens kein Geld mit sich nahm und zweitens früher kam, um Maleville zu beobachten.

Er sah ihn das Hotel Harms verlaffen, schlich ihm vorsichtig nach, bemerkte, daß er in der Nähe des Marmorpalais auf und ab ging, versteckte sich, sah dann eine verhüllte Frauen- geftalt kommen und war Zeuge der zwischen dem Marauis und Annie stattfindenden Unter­

redung, welche mit einer völligen Niederlage des Franzosen endete.

Warkoß war Menschenkenner genug, um einzusehen, daß es Annie vollständig Ernst fei mit der Erklärung, sie wolle lieber ft erben, als dem Marquis nach Rußland folgen.

Sobald die junge Dame Maleville verlaffen, trat Warkoß hervor und machte ihm Vorwürfe, daß er ihn getäuscht und eine Sache als völlig sicher hingestellt habe, die aussichtslos fei. Male­ville antwortete mit Scheltworten, daß er ihn belauscht habe, zog dann aber gelindere Saiten auf und sagte, es sei noch gar nichts verloren, er werde schon Mittel finden, sein wider­spenstiges Vögelchen wieder in den Käfig zu locken. Ms Warkoß das bestritt, erwiderte er lachend, dann werde sich schon eine andere finden, welche mit ebenso gutem Anstande die Frau Marquise spiele. Es sei nichts weiter verloren, als die Summe, die er noch für den verlängerten Aufenthalt in Berlin brauche, Warkoß möge sich nun nicht sperren und sie herausrücken, er trage daS Geld ja gewiß bei sich.

Dieses Ansinnen lehnte der Russe entschieden ab und rühmte sich seiner Klugheit, kein Geld zu dieser Unterredung mitgebracht zu haben. Maleville erklärte das für eine plumpe Aus­flucht, mit der er sich nicht abspeisen lasse. Darüber entbrannte der Streit von neuem mit noch größerer Heftigkeit, sie hielten einander ihre Sündenregister vor, einer bedrohte den anderen mit Sibirien und dem Zuchthaufe, und endlich hatte sich Maleville auf den Ruffen ge­stürzt, um ihm feine Brieftasche zu entreißen. Dieser setzte sich zur Wehr und plötzlich sah

er die Klinge eines Dolchmeffers über sich blitzen. Maleville, der es versteckt bei sich getragen, hatte es aus der Scheide geriffen und suchte ihm damit beizukowmen.

Die Todesangst gab dem Ruffen verdoppelte Kräfte, es gelang ihm, dem kleineren, schmächtigen Maleville de» Dolch zu entreißen und ihn zu Boden zu werfen, und habet übermannte ihn der Zorn. Blind und toll stach er darauf los, bis sein Gegner kein Laut mehr von sich gab und blutüberströmt am Boden lag.

Er hatte noch einige Zeit neben seinem Opfer ausgeharrt, um sich zu vergewissern, hast er tot fei. Den Dolch liefe er neben dem Marquis liegen und hie Hänhe wischte er an deffen Kleidern ab. Unbemerkt war er aus dem Garten nach dem Bahnhofe gekommen. Da er fein Retourbillet in der Tasche hatte und in dem schwach besetzten Zug ein CoupS für sich allein bekam, konnte er in dem daneben befindlichen Kabinett die Hände nochmals ab» fpülen. Auch die Unordnung an feinem An­zuge und die Blutspuren an seinem Hemd blieben unbemerkt. Auf seinem Zimmer im Hotel du Nord angekommen, zog er das Hemd sogleich aus und verbarg eS zu Unterst in seinem Koffer. ES war ihm sicherer erschienen, diese» Zeugnis seiner Tat fern von Berlin und Pots­dam zu beseitigen.

Gern hätte er noch in der Nacht die Stadt verlaffen, er fürchtete aber, sich durch einen so plötzlichen Ausbruch verdächtig zu machen. Am anderen Morgen hatte ihm dann die Ver» filberung feiner Wechsel Schwierigkeiten bereite! und abends war er verhaftet worden. (Sortf, f.)