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mit -em Kreisblatt für -ie Kreise Marburg M- Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Mnftrirtes Sonntagsblatt.
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Marburg
Donnerstag, 16. Juli 1903.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
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38. Jahrg.
Die mangelnde Aufsicht.
In den großen Prozessen gegen vielgenannte und bekannte Finanzleute, deren Verhandlung sich in den letzten Wochen abspielte, ist nichts zu Tage getreten, was die seit Jahr und Tag erhobenen Forderungen nach strengeren Bestimmungen über die Aufsicht für finanzielle Gesellschaften irgendwie abschwächen könnte. Im Gegenteil, das Gewicht dieser Forderungen hat sich erhöht, und mehr als einmal ist vom 'Richtertische her festgestellt worden, wie diese und jene Auffichtsräte ihrer Pflicht nicht in dem Maße nachgekommen seien, wie es hätte geschehen müssen. Selbst wenn wirklich angenommen wird, daß alle diese Herren sich nur von blinder Vertrauensseligkeit haben leiten lassen, so kann es damit doch für die Zukunft kein Bewenden mehr haben. Denn Unkenntnis des Gesetzes schützt nicht vor Strafe! Um wie viel mehr muß nicht ein Mann, dem sein Amt als Ausfichtsrat die größten Verpflichtungen auserlegt, denn schon der Name sagt, daß er aufzumerken hat, von dem Wahne befreit sein, daß Vertrauen zu derjenigen Persönlichkeit, deren Tätigkeit er beaufsichen soll, genüge, ihn zu entlasten? Ein Aufsichtsrat muß sich zu jeder Stunde seiner Verantwortlichkeit bewußt bleiben, und vermag er die Tragweite eines Vorschlages de8 Direktors seiner Gesellschaft nicht zu übersehen, dann soll er lieber seinen Posten niederlegen, als durch seine Vertrauensseligkeit dazu beitragen, daß für zahlreiche Leute die nahe Gefahr eines erheblichen Vermögensverlust entsteht. Mag eine spätere Bestrafung des Haupt» schuldigen noch so schwer ausfallen, und sie fällt nach den heutigen Gesetzesbestimmungen nicht immer so schwer aus, wie eS die nicht juristische geschulte Volsstimme verlangt, die Tausende, welche um ihr Geld geprellt sind, haben das Nachsehen. Darum gebrauchen wir vorbeugende Bestimmungen, und die Tatsache, daß unsere Finanzwelt zum allergrößten Teil streng solide Grundsätze hat, kann diese Notwendigkeit nicht erschüttern. Wir haben an den Tatsachen erkannt, welche Unsummen schon durch verhältnißmäßig wenig unsolide Finanzleute bei loten gehen können, und müfien daher dafür sorgen, daß künftigen allzukühnen Spekulanten die Lust vergeht, in die Fußstapfen der heute Verurteilten zu treten. Mit dem Grundsatz, daß der Schwindel im Großen auf irgend welche Milde Anspruch habe, muß rücksichtslos gebrochen werden. Wenn diese Herren ihr eigenes Geld verspekulieren und durchbringen, schön, das geht keinem anderen etwas an. Aber eine Vergaunerung fremden Geldes in so hohem Umfange, das ist schlimmer, wie Brandstiftung. Und in der Regel kommt ja doch von allem Schlimmen immer nur ein Teil zur allgemeinen Kenntnis, man kann also nur vermuten, wie leichsinnig und ohne Respektierung de8 Vertrauens des großen Publikums gehandelt worden ist.
2? Nachdruck verboten.)
Gefesselt.
Roman von Jenny Hirsch.
Bortfehung.)
Während sich der Kommisiar eine Notiz machte, wandte der Amtsrichter sich nicht ohne Verlegenheit an Ernst.
„Herr von Hildach, Sie werden selbst einsehen
„Daß Sie mich verhaften müssen," fiel Ernst bitter ein; „Mörder beläßt man nicht auf Ehrenwort in Freiheit."
„Es ist vielleicht nur für wenige Stunden, es kann sich ja alles aufklären," tröstete der Kommissar, während der Amtsrichter die erforderliche Verfügung schrieb; Ernst achtete nicht darauf.
„Darf ich einige Zeilen an meinen Vater senden?" fragte er.
„Ohne Zweifel," versetzte der Amtsrichter und schob ihm bereitwillig Schreibmaterial hin.
Ernst schrieb, reichte dem Amtsrichter daS Blatt zur Durchsicht und ließ dann wie stumpf und müde alles über sich ergehen.
„Arme Mutter, arme Mutter!" waren die einzigen Worte, die er murmelte. —
„Sie machen ein so merkwürdiges Gesicht, Meienberg, als glaubten Sie noch nicht daran, daß wir den Richtigen gefaßt haben," sagte der Amtsrichter, als Ernst abgeführt war.
„Ja, wenn ichs ehrlich gestehen soll, so ist mir immer noch, als steckte hinter der Geschichte etwas anderes," erwiderte der Kommissar.
Zur Beaufsichtigung des die Eeschäste führenden Direktors einer mit fremdem Gelde arbeitenden Gesellschaft oder Unternehmung ist der Aufsichtsrat eingesetzt, und er hat sofort dafür zu sorgen, daß seine Beamten nicht etwa dem Grundsätze huldigen, das Publikum sei nur dazu da, sein Geld für Aktienkäufe herzugeben. Das Vertrauen, welches ein Unternehmen vom Publikum verlangt, ist keine selbstverständliche Forderung, es muß verdient werden; und darum muß das Bestreben obwalten, sich dieses Vertrauens würdig zu erweisen. Die sogenannte geniale Geschäftsführung ist zu Ende, wenn daS eingeschossene fremde Kapital fortwährend Gefahr läuft, zum großen Teil verloren zu gehen. Lieber keine großen Finanz-Geschäfte, als solche, bei welchen alles auf eine Karte gesetzt werden muß. Wir verurteilen das Treiben der nord- amerikanischen Milliarden-Spekulanten, darum wollen wir auch einer Geschäftsführung entgegenarbeiten, die nur mit der von den Vankees geübten geschäftlichen Gewissen- und Rücksichtslosigkeit durchzuführen ist. Wo die nordamerikanischen Herren überhaupt eine Kontrolle haben, find die Kontrollierenden Strohmänner, die nichts weiter zu tun wissen, als vor dem großen Geldsack ihre Verbeugung zu machen. Daß bei uns in Deutschland in diesem Punkt wesentlich andere Anschauungen herrschen, als in Amerika, wo die Dollar-Position die einflußreichste ist, ist ganz selbstverständlich und wird auch in der Folgezeit bleiben.
Weil unsere Finanzwelt auf solider Grundlage ruht, kann es ihr selbst nur dienlich sein, daß sich Leute mit geringem Respekt vor den Paragraphen des Strafgesetzbuches, Personen, denen es bei der Uebernahme eines Aufsichtsratspostens mehr um die Tantieme, als um die strenge Pflichterfüllung zu tun ist, von solchen. Aemtern fernhalten, desgleichen Männer, welchen es an der geschäftlichen Schulung gebricht, und die ttlio nicht imstande sind, die Tragweite eines gewerblichen oder finanziellen Projektes zu übersehen. Auf „Namen" darf e8 in unserer Zeit für daS Institut der Aufsichtsräte nicht an- kommen, um so mehr aber auf Leistungen. Und erfreulicherweise fehlt es bei uns an Leuten letzterer Art nirgends, überall gibt eS Fachleute, die mit Ernst und Pflichttreue auch hervorragende Kenntnis verbinden, und die, um einen Volksausdruck zu gebrauchen, dafür gar nicht einmal „ein Heidengeld" verlangen.
Umschau.
Papst Leo XIII.
Im Befinden des PapsteS ist gestern eine weitere Verschlimmerung eingetreten. Der Papst verbrachte einen großen Teil des Nachmittags im Lehnstuhl. Er nahm fast gar keine Nahrung zu sich und und trank nur etwas Wein. Mazzoni sand bei der gestrigen Abendvisite, daß der Kräfteverfall fortgeschritten, der Geist aber klar
„Was?"
„Ja, das weiß ich noch nicht, aber ich hoste eS heraus zu bringen. Ich habe doch Vollmacht, in der Sache zu handeln?"
„Tun Sie, was Ihnen angemessen scheint; ich werde jetzt die junge Dame nochmals vernehmen."
Der Kommissar entfernte sich.
Es war ein noch junger Mann, der erst vor kurzem von der Berliner Polizei nach Potsdam versetzt war, weil man dort den Sicherheitsdienst durch einige recht brauchbare Kräfte zu verstärken gewünscht hatte. Bis jetzt hatte er hier noch keine Gelegenheit gefunden, seinen Scharfsinn und seine Findigkeit an den Tag zu legen, eS schien ihm aber, als liege hier ein solcher Fall vor.
Zunächst setzte er sich telegraphisch mit der Kriminalpolizei in Berlin in Verbindung und trug Sorge dafür, daß bereits die daselbst wie in Potsdam erscheinenden Abendblätter die Nachricht verbreiteten, die Mörder des im Neuen Garten tot aufgefundenen Marquis von Maleville befänden sich bereits in den Händen >es Gerichtes und wären so gut wie überführt.
Sein nächster Weg ging dann nach der Hildach'schen Villa, wo sein Erscheinen die da- elbst bereits herrschende furchtbare Aufregung noch verstärkte. So schonend er auch die Nachricht von der Verhaftung des Assessors den Eltern beizubringen suchte, wirkte sie doch vernichtend. Frau von Hildach verfiel in Wein- Dämpfe und mußte in ihr Schlafzimmer getragen werden, der Oberst vermochte nicht drei
sei. Beide Aerzte befürchten, daß das pleuritische Exsudat jeden Augenblick zunehmen könnte. In diesem Falle sind sie, wie es heißt, entschlossen, trotzdem die Stunden des Papstes gezählt sind, den Bruststich zum drittermale zu machen, um das Leiden des Kranken zu mildern, zu erleichtern und zu verhindern, daß der Papst infolge Stillstandes des BlntumlaufeS sterbe.
Um 7.10 meldet ein Telegramm, die Be- wußtloßigkeit des Papstes sei so groß, daß er von Zeit zu Zeit geschüttelt werden muß, um ihn wach zu halten. Die Füße und Hände sind geschwollen. Es wurden subkutane Waffer- ausschwitzungen auS dem Thorax bemerkt. Die Atemnot schreitet fort. Der Patient verlangt fortwährend Sauerstoff. Die Injektionen von Kampher und Digitalis rufen eine kleine Reaktion hervor, dabei ist der Kranke so schwach, daß er sich weder aufrichten noch umdrehen kann.
Das offizielle, von Lapponi und Mazzoni unterzeichnete Bulletin von 8 Uhr abends besagt: Der Tag ist ziemlich ruhig verlaufen mit kurzen Perioden von Depression. Der Pulsschlag ist schwach 88, Atmung 32, Temperatur 36,8. Die Kräfte des Patienten find langsam, aber fortschreitend im Abnehmen begriffen.
Ueber die um 9.15 Uhr abends vorliegende Situation äußerten sich informierte Personen wie folgt: Stirbt der Papst an Gehirnanämie so kann es noch ein bis zwei Tage dauern; tritt ein Herzschlag ein, so kann daS Leben des Papstes jeden Moment enden. Die Aerzte glauben eher an die erstere Möglichkeit, weshalb in dem Bulletin von heute abend eine auf langsame, aber stetige Kräfteabnahme bezügliche Phrase gewählt wurde.
Deutsch-englische Beziehungen.
Die im englischen Unterhause geforderte und vom RegierungStische zugesagte Veröffentlichung des Schriftwechsels zwischen Großbritannien und den Regierungen von Deutschland und Belgien über ihre Handelsbeziehungen zu England und dessen Kolonien ist nunmehr erfolgt. Die Publikation enthält nicht weniier als 72 Telegramme, die in der Zeit vom 9. Mai 1897 bis zum 8. Juli 1903 in dieser Angelegenheit gewechselt worden find. Die Korrespondenz beginnt also kurz vor der Zeit, da Lord Salisbury, der damalige Ministerpräsident den alten Handelsvertrag mit Deutschland kündigte, weil dieses sich über die Vorzugsbehandlung Englands durch Kanada mit Recht beschwerte. Nachdem seither ein modus vivendi auf Grund eines jährlicherneuertenHandelsvertrages zwischen Deutschland und England bestanden hatte, teilte der deutsche Staatssekretär deS Auswärtigen, Freiherr v. Richthofen am 15. April d. I. dem englischen Botschafter in Berlin in einer Note mit, daß die vom Bundesräte beabsichtigte Verlängerung deS Meistbegünstigungsvertrages mit England sich als undurchführbar erweisen könnte, wenn künftig deutsche Waren nicht bloß in
zusammenhängende Worte zu sprechen und nur Elisabeth behielt soviel Fassung, dem Verlangen deS Beamten zu entsprechen und ihn nach Annies und beS Assessors Zimmer zu führen, da er deren Besitztümer Kraft seines Amtes einer genauen Durchsuchung unterwerfen zu müssen erklärte.
Was das junge Mädchen aufrecht hielt, war die unerschütterliche Ueberzeugung von der Unschuld der Freundin und des Vetters.
Als die Untersuchung auch nicht den leisesten Anhaltspunkt für eine Beschuldigung beider gab, • konnte sie sich nicht enthalten, diesen Gedanken gegen den Kommissar avszusprechen.
Er lächelte in eigentümlicher Weise vor sich hin und antwortete:
„Glauben Sie immerhin an die Unschuld >er Ihnen nahestehenden Personen, gnädiges Fräulein, das ist Ihr Recht; wir haben sie so lange für sckuldig zu halten, bis sich vielleicht >er wahre Schuldige gefunden hat."
„Und glauben Sie den finden zu können?" fragte sie lebhaft und von neuer Hoffnung beseelt, •
Der Kommissar goß ihr aber sofort Wasser in den Wein, indem er entgegnete: „Das habe ich nicht gesagt."
Sie blickte ihn so traurig, so hilfeflehend an, daß er gutmütig hinzusetzte:
„Verlassen Sie sich darauf, gnädiges Fräulein, e8 wird nichts unterlassen, um Licht in die dunkle Angelegenheit zu bringen."
„O, wenn auch Sie sie dunkel nennen —" „Pst!" gebot er, zwei Finger auf feine Livven legend, und näher an sie berantretend
Kanada, sondern auch in Südafrika schlechter behandelt werden sollten als englische. Darauf gab am 15. Mai Chamberlain feine bekannten Zolltarifpläne im Unterhaufe bekannt und der Minister deS Auswärtigen Lord Lansdowne teilte der deutschen Regierung am 20. Juni mit, daß, wenn sie aus ihrem Standpunkt verharre, oder gar den gegen Kanada angewendeten autonomen Taris auch gegen England zur Anwendung bringen sollte, das handelspolitische Verhältnis zwischen Deutschland in ein ernste» Stadium rücken würde. In einer Note vom 8. Juli betont Lord Lansdowne, wie dem „Berl. L. A." gemeldet wird, die englische Regierung betrachte das Verhalten der Deutschen keineswegs als eine unberechtigte Einmischung in englische interkoloniale Verhältnisse, e8 sei aber inkonsequent, wenn Deutschland die englischen Kolonien als zollpolitisch selbständig ansehe und anderseits am englischen Mutterlande selbständige koloniale Maßnahmen zu rächen drohe. — In der Erörterung dieser Publikation gibt selbst die englische Regierungspresse zu, daß die Inkonsequenz nicht bei Deutschland, sondern bei England liege. Das englische Reich sei eine unteilbare Einheit. Auffallend ist auch die Versönlichkeit, mit welcher die Blätter das Verhalten Deutschlands besprechen. Des Pudels Kern ist kurz der: Deutschland gewährt die Meistbegünstigung jedem, der ihm selbst Vorzugstarife gewährt und wendet seinen autonomen Zolltarif gegen jeden an, der es schlechter behandelt als irgend einen anderer Staat. Die Kanadafrage ist damit klar. Geht England mit allen seinen Kolonien besondere Zollverträge ein und schädigt damit Deutschland, so ist die selbstverständliche Folge, daß dieses gleiches mit gleichem vergilt. Und war Deutschland lut, werden in dem vorliegenden Falle auch die Vereinigten Staaten von Nordamerika nicht unterlassen.
Handwerkerforderungen.
Kürzlich fand im Hotel Maus in Kassel eine Ber- sammlung der „Vereinigung von Handwerksmeistern aus Kassel und Umgegend" statt. Der Sekretär der Handwerkskammer, Herr A. Thanheiser, hatte hierzu einen Vortrag über das zeitgemäße Thema „Die Forderungen der Handwerker" übernommen. Redner teilte diese Forderungen ein in solche hinsichtlich der Lehrlinge, der Gesellen und Meister.
Bezüglich der Lehrlinge sei 1) vor pUe.’t die Sin« sührung der allgemeinen Fortbildungsschi^psticht in Stadt und Land anzustreben, und es sei dahin zu trachten, daß besonders der Fachunterricht durch möglichste Einrichtung don Fachklassen gepflegt werde; 2) müsse die obligatorische Gesellenprüfung gefordert werden und 3) solle die Anleitung ter Lehrlinge nur geprüften Meistern zukommcn.
Für die Gesellen sei der Eesellentitel zu nennen, um sie gegenüber den ungelernten Ardcitern zu charakterisieren. Außerdem komme hier » betracht die Forderung nach Errichtung mehrerer i.amtlicher Fachschulen, ähnlich wie die Schlosserschi!'.' zu Roßwein usw.
Für die Meister, führte Redner weiter ans, seien der Natur der Sache nach die meisten Foröernageu zu erheben. Hier kommen inbetraätt 1) die iVin- sührung der obligatorischen Meisterprüfung (?e* .....
fügte er leise hinzu: „Lassen Sie das niemand hören, niemand, sage ich Ihnen; Sie lö.auien damit viel verderben."
Sie sah ihn mit ihren klugen Augen verständnisvoll an und reichte ihm die Hand, die er wie die eines Bundesgenossen drückte. Dann entfernte er sich, das junge Mädchen beruhigt zurücklassend. Der Mann flößte ihr wunderbares Vertrauen ein.
Sie bedurfte dieses Trostes auch sehr, denn rings um sie sah es völlig trostlos aus. Die Dienstboten, welche von Frau von Hildach wie Drahtpuppen regiert wurden, die nie etwas elbständig ausführen dursten, waren in dem Augenblicke, wo die Leitung versagte und außergewöhnliche Anforderungen an sie herantraten, völlig kopflos und bestürmten das gnädige Fräulein fortdauernd mit Fragen selbst nach den einfachsten Dingen. Der Oberst war sofort nach der Stadt geeilt, um seinen Sohn zu sehen, zu sprechen, kehrte aber niedergeschlagen und gleichzeitig gekränkt und erbittert zurück, daß hm, dem Obersten von Hildach, der Zutritt zu »em ur.tersuchungsgefangenen rund abgeschlagen worden war.
Elisabeth hatte in aller Eile einige Zeilen an Joachim geschrieben und ihn mit döst Vorgängen des verhängnisvollen TageS bekannt gemacht. Als sie den Brief dem Diener zur Be- orgung übergeben, seufzte sie tief auf in der Lrwägung, wie Wunsch und Erfüllung sich doch o gar verschieden zu einander verhielte«.
(Fortsetzung folgt.