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Der deutsche Bund für Handel und Gewerbe.

Ein gewerbliches Mittelstandsprogramm hat tie in diesen Tagen in Dresden tagende JahreS- Versammlung deS .Deutschen Bundes für Handel und Gewerbe" beraten. DaS Programm ver­langt r

,1. Schutz aller nationalen Arbeit in Stadt und Land. Neichsgesetzliche Organisation aller ErwerbS- ftänbe mit Disziplinargewalt gegen ihr« Mitglieder, in welchem Rechte, alle inneren Angelegenheiten auf Grund gesetzlicher Bestimmungen selbst $u regeln und zu schlichten, wir die wahre Gewerbefreiheit erblicken.

2. Schuh gegen das Eindringen des Grobkapitals in den Detailhandel. Verbot der Engrosläger mit maskierten Filialen, des Unwesens der Fabrrknieder» jagen, Wanderlager, Filialen usw.

3. Verbot der Offizier- und Beamtenwarenhäuser- und Konsumvereine. Verbot der Konsumvereine und wirtschaftlichen Vereinigungen der Beamten, Lehrer, Geistlichen, Juristen, Mediziner, Studenten usw. Be­anspruchen diese Schutz ihres erwählten Berufes, dann auch gleicher Schuh für die selbständigen Existenzen des deutschen Mittelstandes in Handel, Handwerk und Gewerbe ! Verbot der Hergabe von Lokalitäten an Offiziere, Beamte und Lehrer in öffentlichen Dienstgebäuden für Warenverkauf oder Begünstigung hierzu.

4. Verbot sür Offiziere, Beamte und Lehrer ent­geltlicher oder unentgeltlicher Vermittelung von Warenein- oder Verkäufen oder Agenturen, Verbot für Offiziere, Beamte oder Lehrer der Uebernahme von Vorstands- oder Auffichlsämtern bei Wirtschasis- gerwssenschaften, Aktiengefellschasten usw.

5. Konzessionirung von Konsumvereinen nur dort, wo ein Bedürfnis vorliegt, und soweit solche fich nicht mit der Herstellung von Waren selbst beschäftigen, dann aber Einführung einer progresfiven Umsatzsteuer für sie.

6. Verbot des Dividenden- und Rabattgebens jeder Art für Konsumvereine und Detailgeschäfte.

7. Einführung einer progresfiven Reichsumsah- steuer für Warenhäuser, Versand- und Abzahlungs- geschäfte in Verbindung mit einer Branchensteuer.

8. Schärfere Strafbestimmungen zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes, sowie ein Gesetz zur Regelung der Ausverkäufe aller Art.

9. Regelung des SubmisfionswesenS.

10. Verbot von Trusts (Ringen von Großkapitalisten) in Genuß- und Verbrauchsartikeln, welche auf eine Monopolisierung bestimmter Produktionszweige oder des Handels mit bestimmten Waren, beziehungsweise auf Ausbeutung deS konsumirenden Publikums abzielen.

11. Staatliche Alters- und Jnvaliditätsverficherung fär alle selbständigen Existenzen des deutschen Mittel­standes in Handel, Handwerk und Gewerbe sowie staatliche Fürsorge sür deren Witwen und Waisen.

12. Reform der Waren- und Fondsbörse. Eine wirksame Börsengesetzgebung zur Verhinderung der Volksausbeutung, welche die Großfinanz mittels der Börsengeschäfte treibt. Zweckmäßige Ausgestaltung des Kredits für den selbständigen deutschen Mittel­stand in Handel, Handwerk und Gewerbe.

13. Allgemeine Reichs-, Landtags- und Gemeinde- Wahlpflicht mit geheimer, gesetzlich geschützter, direkter Abstimmung.

14. Anwesenheitsgelder für Reichstagsabgeordnete.

84 (Nachdruck verboten.)

Gefesselt.

Roman von Jenny Hirsch.

(Fortsetzung.)

Der Amtsrichter, ein hagerer Herr mit scharfen Zügen, schob die auf dem breiten Nasenrücken balancierende Brille fester und richtete seine Augen forschend auf den Assessor; für einen Unbeteiligten, der fich nur in seinem Gewissen gedrungen fühlt, ein Zeugnis abzu- legen, kam ihm dessen Wesen auffallend ver­stört vor.

»Sie wissen selbst am besten, Herr Assessor, das; Sie da eine Anforderung stellen, der ich nicht nachkommen kann/ erwiderte er.

.Sie können doch aber unmöglich selbst glauben, daß die junge Dame den Mord be­gangen hat!' rief Ernst unmutig.

.Auf das, was ich glaube, kommt es hier­bei gar nicht an, sondern auf das, was mir eingestanden wird. Sie haben bereits erfahren, daß Annie Wilson oder vielmehr Frau von Maleville fich zu dem an ihrem Gatten verübten Morde bekannt hat/ entgegnete der Richter, dem das Benehmen deS Assessors immer be­fremdlicher erschien.

Sie hat die Unwahrheit gesagt/ versetzte Ernst mit Lebhaftigkeit, .ich kann das beweisen/

Sie können daS beweisen?" wiederholte der Amtsrichter;so kennen Sie den Mörder?"

Ernst rückte nervös auf seinem Stuhl hin vnd her, die scharfen fragenden Blicke, welche per Amtsrichter durch seine Brillengläser auf shn richtete, schienen ibn ru beunruhigen. »Den

MchM IMS mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg Md Kirchham.

Sermtagsvettager Jlluftrirtes Sonntagsblatt.

X. 188

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk., bet allen Postämtern 2,25 Mk. <excl. Bestellgeld).

JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Rcclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag, 12. IM 1903.

B&l

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck tmb Verlag' Joh. Äug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

38. Jahrg.

Zweites Blatt.

15. Schärfere Bestimmungen gegen daS Gründ- ungSunwesen, eine dasselbe einschränkende Reform der Aktiengefetzgebung.

16. Sorgsamste Pflege und Ausbreitung der Fach- und Fortbildungsichulen, sowie aller sür den Mittel­stand geeigneten Bildungsgelegenheiten.

17. Verschärfung der Konkursordnung.

18. Vereinfachung der Geschäftsführung bei Staats­und Gemeindeverwaltungen und Behörden, Besetzung der höheren Verwaltungsstellen durch fach» und fach­kundige Beamte.

19. Abschaffung der Gerichtsferien.

20. Errichtung von Kaufmannsgerichten mit An­gliederung an die Gewerbegerichte.

Dieses Programm enthält,- wie man fieht, neunzehn wirtschaftspolitische und unter der No. 13 eine allgemeinpolitische Forderung. Dieser allgemeinpolitischen Forderung der Ein­führung einer gesetzlichen Wahlpflicht und der Umwandlung der bestehenden Landtags- und Gemeinde-Wahlsysteme in das System der Reichs­tagswahlen können wir uns nicht anschließen. Der Forderung der Wahlpflicht liegt bei Denen, die diese Forderung stellen, die Meinung zu Grunde, daß die gegenwärtig der Wahl fich enthaltenden Leute nur auS Bequemlichkeit und Interesselosigkeit fern bleiben und daß sie, wenn ein Wahlzwang eingeführt würde, ihre Stimme gegen die destruktiven Elemente abgeben würden, so daß hierdurch die Sozialdemokratie künftig besser zurückgedrängt werden könnte.

Wir halten diese Meinung nicht für zu­treffend. Wer (abgesehen von Krankheit oder dringender geschäftlicher Abhaltung) sein Wahl­recht nicht ausübt, tut dies der Regel nach deshalb, weil von den bestehenden Parteien und von diesen präsentierten Kandidaten keiner ihm zusagt. Diese Leute trotzdem gesetzlich zwingen wollen, ins Wahllokal sich zu bemühen und dort einen Zettel abzugeben: daS würde im besten Falle zur Aufgabe unbeschriebener Zettel führen, also zwecklos bleiben. In vielen Fällen aber würde durch eine solche zwecklose Plackerei schon vorhandener Unmut vielleicht bis zu dem Grade gesteigert werden können, der erforderlich ist, um den radikalsten Kandidaten durch direkte Stimmenabgabe den Wahlsieg zu bereiten.

So wenig, wie für diese Wahlpflicht, können wir uns auch für die Aenderung der bestehenden einzelstaatlichen und kommunalen Wahlsysteme erklären. Daß die direkte Wahl besser sei, wie die Klassenwahl, glauben wir nun lange nicht, als der größte Geldbeutel und der frechste Mund den Ausfall der Wahlen in denZentren der Intelligenz" zu entscheiden vermag. Wenn man dahin gelangt sein wird, daß die Wahlen ohne jeden Groschen Geld und ohne jede Lüge sich abwickeln: an diesem Nimmermehrstag werden auch wir di» älteren Wahlsysteme in Staat und Gemeinde gern auflassen. Dieser Standpunkt bedingt durchaus nicht etwa die logische Konsequenz: daß man deshalb die Abschaffung des bestehenden Reichstagswahlrechtsund seinen Ersatz durch ein Klassenwahlsystem erstreben müsse.

Mörder kenne ich nicht," sagte er;aber ich kann bezeugen, daß Annie Wilson den Mord nicht begangen haben kann."

Wie so?" fragte der Amtsrichter gespannt.

Weil fie den Schauplatz der Tat verlassen hatte, ehe der Mord begangen worden ist."

,Wa8 wissen Sie davon?"

Ich war in der Nähe, während sie die Unterredung mit ihrem mit dem Marquis hatte."

Der Amtsrichter wurde jetzt sehr aufmerk­sam; er schwieg einige Augenblicke, offenbar überlegte er die nächste Fragestellung.

Ich kann kaum annehmen, daß e8 der Zu­fall war, der Sie um diese Stunde in den Neuen Garten führte," sagte er dann.Sie wußten, daß eine solche Zusammenkunft zwischen den Gatten stattfinden sollte?"

.Ja."

Wodurch hatten Sie davon erfahren?"

Annie Wilson selbst hatte es mir mitgeteilt."

Wieder rückte der Amtsrichter an seiner Brille, seinem Geiste eröffneten fich da ganz neue Ausblicke: die Angst und Dringlichkeit, mit welcher die junge Dame behauptet hatte, es habe niemand um die Zusammenkunft gewußt, niemand fie dahin begleitet, erhielt jetzt für ihn ein besonderes Gewicht.

Sie wußten, daß die junge Dam» die Gattin des Marquis war?" fragte er weiter.

Erst seit gestern vormittag. Ich traf sie im Garten, stötte, wie ich später erfuhr, ein Zwiegespräch zwischen ihr und dem Marquis; in ihrer Verzweiflung vertraute sie fich mir an."

So, so, das geschah alle« erst gestern vor- I

Das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht ist dem Volk nun einmal geschenft. Die Kinder haben es gern und fie würden gräßlich schreien, wenn man es ihnen wieder wegnähme. Wozu diesen Lärm erst Hervorrufen? Eine ver­ständige Regierung kann, Bismarck bewies es uns, das Vaterland auch unter dem un­verständigsten Wahlrecht zu Glück und Ruhm führen. Eine andere Regierung aber kann auch durch ein verständigeres Wahlrecht des Volkes nicht in die Bahnen zurück gezwungen werden, die die vaterländische Politik zweck­mäßiger Weise nie hätte verlassen sollen.

Der praktische Politiker kann also nur zu dem Schluß kommen: keine Abschaffung deS ReichstagswahlrechtsS, aber erst recht nicht Ersatz der einzelstaatlichen und kommunalen Wahlsysteme durch ein Wahlrecht nach dem Muster im Reiche.

Den neunzehn wirtschaftspolitischen Forder­ungen des Programms deS Deutschen Bundes für Handel und Gewerbe können wir mit wenigen Ausnahmen, die noch befferer Klärung und Präzisierung bedürfen, aufs wärmste zu stimmen. Zum Teil handelt eS fich hier ja um Forderungen, die, wie beispielsweise die Forderung wirksamer Börsenreform, zu den von der Landwirtschaft längst erhobenen Fundamentalfordungen gehören, im übrigen aber bewegen sich die speziell vom Gew erbestand hier formulierten Programmpunkte vollkommen in der Richtung des von uns grund­sätzlich vertretenen Prinzips der Hebung und Stärkung des selb­ständigen Mittelstandes gegen daS großkapitalistisch - börsenhänd- lerische Aufsaugungs- und Aus­beut e r s y st e m.

Wenn es dem'deutschen Bunde für Handel und Gewerbe gelungen sein wird, in den städtischen Gewerbe- und Handelskreisen daS Verständnis für diese gewerbliche Wirt­schaftspolitik so vollkommen und so umfassend zu wecken, daß er den gewerblichen Mittelstand geschlossen hinter fich weiß: dann wird der große Tag da sein für die siegreiche Wahlschlacht der verbündeten Bauern und Bürger über die rosafarbene wie über die dunkelrote Demokratie nebst ihren goldenen und sonstigen Kälbern. Und dieser Sieg würde dann unter jedem Wahlrecht und ohne jede Wahlpflicht gewonnen werden können.

Umschau.

VonderdeutschenSüdpolarexpedition.

Die Nachrichten über den Verlauf unserer Südpolarexpedition find bis jetzt recht dürftig geflossen und zwar merkwürdigerweise nur aus britischen Quellen. Jetzt schreibt indessen der

mittag?" unterbrach ihn der Amtsrichter und es klang wie leiser Zweifel hindurch.

Gewiß; e« geschah ja nur, um mir die Macht zu erklären, toelie jener Mann über sie erlangt hatte. Zum Schlüsse teilte fie mir mit, er habe sie für den Abend zu einer Unterredung nach dem Neuen Garten bestellt."

Und fie forderte Sie aus, fie dahin zu begleiten?"

Im Gegenteil. Ich erbot mich, an ihrer Statt hinzugehen, aber sie wollte eS nicht zulassen und verbat fich sehr entschieden auch jede Be­gleitung."

Sie als Jurist mußten aber doch wissen, daß Annie Wilsons Ehe unter Umständen ge­schloffen war, die eine Trennung sehr erleichterten, ja, daß ihre Giltigkeit vor dem Gesetz überhaupt angefochten werden konnte, da fie nur kirchlich, nicht auch bürgerlich gekaut war. Machten Sie denn darauf gar nicht aufmerksam?"

Gewiß tat ich daS; fie war sehr dankbar dafür und wollte fich in der bevorstehendm Unterredung mit ihrem Gatten darauf berufen."

.Ein» solche wär» doch aber kaum nötig gewesen."

Doch, doch, eS lag uns daran, daß die unselige Angelegenheit möglichst geräuschlos auS der Welt geschafft würde," erwiderte der Affessor hastig und unwillig darüber, daß fich der Amts­richter bei solchen Nebendingen so lange auf­hielt. Dabei war ihm daS WörtchenunS" entschlüpft, das dem Amtsrichter ebensoviel $u denken gab, wie der Umstand, daß Annie eS tn Abred» gestellt hatte und zwar, wie er fich jetzt vergegenwärttgte, mit besonderem Nach­druck daß fie etwa« über die Anfechtbarkeit

.Reichsanzeiger": v. DrygalSkis Bericht be­ginnt mit der Abreise von den Kerguelen am 31. Januar 1902, wo daS Inventar der Gauß" ergänzt wurde und 40 Polarhunde an Bord genommen wurden. Das Schiff erreichte am 3. Februar Heard Eiland, von wo die eigentliche Südpolarfahrt begann. DieGauß" fuhr in südöstlicher Richtung aus daS von Wilke« Expedition angedeutete und von der Ehallenger- Expedition aber in Frag» gestellte TerminationS- land zu. Nach einer unruhigen Fahtt wurde am 13. Februar unter 61 Grad 58 Min. süd­licher Breite 95 Grad 8 Min. östlicher Länge das erste Schollenei« erreicht, daS ein südliche« Vordringen zunächst unmöglich machte ; daher erfolgte die Weiterfahrt in westlicher Richtung. Das Terminationsland wurde nicht gesehen, obgleich die von WilkeS aufgegebene Position dicht nördlich passiert wurde. Vom 18. bis 22. Februar 1902 wurde ein wirksamer Vorstoß nach Süden unternommen, der mit dem Fest­kommen derGauß" im Eise endete, das zur Ueberwinterung zwang. Das Schiff wurde von allen Seiten von starkem Scholleneis um­schlossen. ES lag in einer großen Bucht, 85 Kilometer vom Inlandeise entfernt. Die von der Expedition neu entdeckte Küste des antark­tischen Landes taufte Drygalski Kaiser Wilhelm IL Küste, die Bucht, in der dieGauß" lag, PosadowSky-Bucht und die eisfreie vulkanische Kuppe in einer Höhe von 366 Meter am Süd­rande der Bucht Gaußberg. Auf dem Eise wurden Observatorien für magnetische, meteorologische und astronomosche Untersuchungen errichtet. Von April bis August herrschten heftige Schnee­stürme, die einen Aufenthalt im Freien häufig unmöglich machten. Ein Matrose verlor im Schneesturm, 10 Meter vom Schiff entfernt, den Rückweg und konnte nur mühevoll gerettet werden. Am 29. März 1902 stieg ein Fessel­ballon auf, welcher eine wertvolle Umschau in 500 Meter Höhe gab. Während der Expedition ereignete sich nur ein schwerer Krankheitsfall, welcher glücklich verlief. Vom 18. März bis 4. Dezember wurden sieben Schlittenreisen unter­nommen, auf denen das Inland erreicht wurde. Am 8. Februar 1903 kam dieGauß" frei durch starken Ostwind. DieGauß" fuhr den Nordrand des Westeises entlang, das am 19. Februar 1903 unter 65 Grad 32 Min. süd­licher Breite und 87 Grad 40 Min. östlicher Länge fich aus der Sicht verlor, näherte sich dann dem Eise wieder und kam vom 6. bis 14. März zum zweitenmale fest. Es gelang ihr dann, offenes Meer zu erreichen, worin fie bi« zu 64 Grad 51 Min. südlicher Breite bei 80 Grad 14 Min. östlicher Länge vordrang. Die Fahrt war wegen der zunehmenden Längs der Nächte schwierig. Am 8. April 1903 wurde die Umkehr beschlossen. Unter 64 Grad 58 Min. südlicher Breite bei 79 Grad 33 Min. östlicher Länge wurde die Fahrt nach dem Norden ange-

ihrer Ehe gewußt habe. WaS bedeutete dieser Widerspruch zwischen ihren Aussagen und denen des Assessors?"

Die junge Frau ging also allein zu ihrer Zusammenkunft?" setzte er sein Verhör fort.

Ja; ich behielt sie aber im Auge, und al« sie daS HauS verließ, schlich ich ihr unvermerkt nach."

ES war wohl Zufall, daß die Augen des Amtsrichters bei diesen Worten an Ernsts Ge­stalt hinunterglitten und an feinem schmalen, mit einem recht elegant gemachten Stiefel be­kleideten Fuße haften blieben.

Sie hörten, was die beiden miteinander sprachen?"

Ich hörte eS, aber ich verstand nicht alleS; fie sprachen sehr schnell in französischer Sprache miteinander, und ich konnte nicht ganz folgen. Soviel vernahm ich aber doch, daß der Marquis wie ein Rasender schrie, tobte und drohte, und daß Annie fich entschieden weigerte, ihm zu folgen."

Zuletzt legte er Hand an fie, und da eilten Sie zu ihrem Beistände herbei," sagte der Amtsrichter, wie von der eigenen Spannung sottgeriffen, sehr schnell.

Der Assessor sah ibn sehr verwundett an, diese gar zu lebhafte Teilnahme an dem Vor­gänge befremdete ihn.Ich fürchtete da« auch, aber sie riß fich los und stürzte fort/

Er verfolgte fie?"

Nur wenige Schritte."

Weil Sie ihn daran verhinderten?"

Ich hatte das nicht nötig; er blieb plötzlich, wie fich besinnend, stehen."

Und bann?" (Fortsetzung folgt.