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Zum Athleterr-Feft.

Die Ihr gekommen aus allen Gauen des Landes Hessen Athleten! Seid vielmals gegrüßt am Strande der Lahn! Hier aus ehrwürdiger Stätte, in gastlichen Hallen fühlet Euch wohl und verlebet köstliche Stunden. Spannt Eure Muskelkraft an und zeiget der staunenden Menge,

Daß Ihr den Körper gestählt zur Ehr' und Gesundung des Volkes

Und, daß Gott es verhüt', wenns gilt zur Wehre des heimischen Bodens.

Gebe der Freund sich dem Freund in natürlicher Kraft und Vollendung, geiget, wo Manneskrast liegt und vergesset bobei nicht die Freude,

Die Hand in Hand «ach Ritter Gebrauche Würzte Turnter und Gelage in finniger Weise, Reizte zu Spiel und Gesang und führte die Jungfrau zum Reigen.

Rasch entfliehen die Stunden, drum nutzet fie weis«, Daß Ihr in späten Jahren noch froh Euch derselben erinnert.

Denket recht oft «och zurück an Marburg «nd seine .Bewohner,

Die Euch in Liebe und Freundschaft bereitet daS Fest Und wünschen Euch Glück und »Kraft Heil' bis in ritt fröhliches Alter.

Die herrlichen Sommertage des Juli find da und wie in jedem Jahre so hat auch heuer Marburg gerüstet, um fremde Gäste würdig zu empfangen, die herbeigeeilt sind aus allen hessischen Gauen, um mit ihren Marburger DerbandSgenosien in ernstem Wettstreit ihre Kunst zu zeigen. Waren eS im vorigen Jahre die Sänger Hessens, die in unseren Mauern ihr Verbandsfest feierten, so find eS diesmal die Athleten. Mit der Macht der Töne, mit der Geschmeidigkeit der Stimmbänder rangen jene um die Palme des SiegeS, mit der sehnigen Festigkeit wohlgeübter MuSkeln hoffen diese als Sieger auS dem Kampfe hervorzugehen. Die alte Stätte friedlicher Kämpfe und froher Feste, der geräumige Kämpfrafen ist auch diesmal als Festplatz auSerfehen, auf dem Marburgs größtes Sommerfest vor sich gehen soll. In emsiger Arbeit ist er zu diesem Zwecke her­gerichtet worden, Raum genug bietet sich den muSkelstarken Ringern zu ihren Turnieren und Raum genug bleibt frei für unser Marburger Publikum, das allen derartigen Veranstaltungen seit Alters ein lebhaftes Jntereffe entgegen zu 'bringen pflegt. Für die frohe Arbeit der einen wie für den heiteren Genuß der anderen hat unser festgebender Verein in gleich fürsorgender, fürtreffsicher Weise gesorgt, möchte nun auch der Himmel dem Feste ein günstiges Gesicht zeigen, damit es wohl gelingen und zu einem harmonischen Ende gelangen möge. Dann werden auch die fremden Gäste voll Bewunderung und Dank von unserer schönen Stadt scheiden, deren Gastfreundschaft ihr schon so manches früheren ^FestbesuLers Freundschaft errungen hat. Möge es ihr bei den Athleten Hessens eben so wohl gelingen! Und möchte eS den fremden Gästen recht gut in den Mauern unserer Stadt ge­fallen! Das ist unser aufrichtiger Wunsch und nun: Kraft Heil!

28 lRachdruck verboten.)

4 Gefesselt.

v Storno« von Jenny Hirsch.

lFortfetzuna.)

Richtig, richtig, mein Sohn, nur weiter," mahnte etwas ungeduldig einer der dabei stehenden Eartenbeamten, aber der Polizei» kommiffar winkte ihm, zu schweigen; er wußte, daß man solche Leute nicht unterbrechen darf, will man das Räderwerk ihrer Beredtsamkeit nicht ganz zum Stillstand bringen. Es dauerte denn auch ein Weilchen, bis der Bursche den Faden wiederfand und fortfuhr:

ES war ganz still im Garten, ich ging langsam meines Weges und dachte an nichts Böses. Mit einem Male denk ich doch, der Schlag soll mich vor Schreck rühren. Gar nicht weit von mir hör ich ein Zanken und Streiten, aber ob die beiden Menschen auch noch so laut schrieen und zeterten, konnte doch kein Christen­mensch ein Wort verstehen."

Warum nicht?"

Sie sprachen ja nicht Deutsch, weiß der Kuckuck, ob es Türkisch ober Polnisch oder Französisch gewesen fein mag, aber soviel konnte man doch daraus vernehmen, der Mann war in großer Wut, und die Frau weinte und schimpfte dann auch."

Die Frau? Es warm nicht zwei Männer im Streit miteinander?"

.Hab ich das nicht gleich gesagt? Ein Mann und eine Frau war'8."

Abg. v. Gerlach über die Liquidation der national-sozialen Partei.

Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht der Hann. Cour." folgenden Artikel, den wir zum Abdrucke bringen und allen Wählern unseres Wahlkreises znr ernstesten Beachtung empfehlen. DerH. C." schreibt:

Wie bereits (auch von der O. Ztg.) mit» geteilt, hat Pfarrer Naumann in einem viel zitierten Artikel deS national-sozialen Partei- blatteS, in welchem er die Liquidation der national - sozialen Partei ankündigt, nicht nur, wie es vielfach dargestellt wird, für feine Person gesprochen, sondern vielmehr die Ansicht deS Vorstandes deS national- sozialen Vereins kundgetan. Wenn neuer­dings im Lande hier und da, wie eS z. B. in Karlsruhe geschehen ist, der Wunsch laut wird, daß die national soziale Partei erhalten bleiben möge, so wird dies eben nur ein Wunsch bleiben. Es wird als zweifellos bezeichnet, daß der Delegiertentag, der im Laufe des Sommers wahrscheinlich in Berlin zusammentreten soll, dem Anträge des Vorstandes entsprechend be­schließen wird. Reichstags-Abgeord­neter von Gerlach, der einzige parla­mentarische Vertreter der Nationalsozialen, hat sich gegenüber einem Berliner Journalisten darüber mit voller Offenheit ausgesprochen. Herr v. Gerlach dementierte zunächst energisch, daß Naumann fich entgegen der von Herrn v. Gerlach im Wahlkampfe abgegebenen Er­klärung für die Beibehaltung deS Jesuitengesetzes ausgesprochen habe, Naumann sei ebenso Gegner aller Ausnahmegesetze wie er selber. Auf die Frage, ob die Nationalsozialen nach dem Mißerfolg bei den Wahlen von 1903 ihre Rolle als ausgespielt betrachteten, meinte Herr v. Gerlach:Ja, wir wollen nicht das Schicksal der christ­lich-sozialen Partei teilen, die nach 25 Jahren mühsamer Arbeit glücklich ganze zwei Mann inS Parlament entsendet. DaS kann unsere Aufgabe nicht fein. Naumann hat nach Verständigung mit feinen Parteifreunden den Artikel veröffentlicht, den wir alle billigen. Es ist möglich, daß dernationalsozialeVerein weiter erhalten wird, aber so wie bisher werden wir nicht weiter arbeiten." Auf die Frage, ob sich die Nationalsozialen nun der bürgerlichen Linken oder der Sozialdemokratie anschließen werden, erklärte Herr v. Gerlach: Naumann und ich werden nicht zur Sozial­demokratie übergehen; trotz aller Sympathien haben wir schwere Bedenken, dort einzutreten." Die Umgestaltung der Sozialdemokratie zu einer Oppositionspartei im modernen Sinne würde allerdings gefördert, wenn die Na- tionalfozialen in größerer Zahl sich ihr anschließen. Aus der anderen Seite fei aber die begründete Hoffnung vorhanden, daß

Haft Du fie gesehen?"

Die Frau ja, den Mann nicht."

Und auch nicht einen zweiten, der hin zu­gekommen ist?" fragte der Polizeikommiffar, der die aufgefundenen Fußspuren mit bet Er­zählung beS Burschen in Einklang zu bringen versuchte.

Fritz schüttelte ben Kopf.So lange ich war, nicht."

Ah, Du bist fortgegangen."

Ich habe vielleicht so ein Viertelstünbchen hinterm Baum gestanhen unb mir das Kauder­welschen mit angehört» wie es aber toller wurde und es mir vorkam, als gingen sie aufeinander los, dachte ich: Fritze Mahlow, was geht'S Dich an, was die ausländischen Menschen miteinander auszumachen haben, steh hier nicht länger, man kann nicht wissen, wie Du auch noch in die Patsche kommst."

Ein tapferes Herz," spottete bet Gatten­beamte.Du liefst bavon?"

Fritz nickte.Ja, ich machte, baß ich aus bem Gatten kam. Wie ich ober bald tauS war, kommt was hinter mit hetgeschoffen, eS fliegt an mir vorbei, unb ich seh, eS ist ein Frauen­zimmer in einem schwarzen Mantel mit einem Tuche übetm Kopf."

Ein Dienstmäbchen ober eine Arbeiterin?"

Ach nein, eine von ben Vornehmen, baS hatte ich gleich weg," gttnste bet Bursche.

Unb Du meinst, bas sei bie Frau gewesen, beten Streit mit einem Manne Du gehört hast?"

Wer soll's denn anders gewesen sein? Sie kam ja vom MmmorpalaiS her und ließ als

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mit dem Kreis-latt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Sonntagsbeilage: JUustrirtes Sonntagsblatt.

Jls. 182

Vierteljährlikber Bezugspreis: bet oer Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. Bestellgeld).

Jnsertionsgebllhr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reklamen: die Zeile 25 Psg.

Marburg

Sonntag, 5. Juli 1903.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdrucker« Marburg, Martt 21. Televhon 55.

diese nötige Umwandlung auch von innen her­aus bald erfolge, zumal verschiedene Vertreter des revisionistischen Prinzips, wie der Sozial­demokrat Dr. David, in die Fraktion gelangt seien. Neben Bernstein, der einen Vizepräsi­denten für feine Partei reklamiere, habe auch Kautzkh fich für eine Politik im Sinne der Nationalsozialen ausgesprochen.Wak halten Sie von der Zusammenfassung der verschiedenen liberalen Elemente zu einer einzigen liberalen Partei?" so fragte bet Besucher jetzt.Damit wirb es nichts werben," war Herrn v. Gerlachs Antwott.Nachbem Eugen Richter kategorisch er» klärt hat, es wirb so weiter gewittschaftet, kann man an eine Parteibildung in diesem Sinne nicht mehr denken. Der bürgerliche Liberalismus hat ohne die Sozialdemokratie keine Zukunft mehr. Die unter einer günstigen Wahlparole trotz intensivster Arbeit für alle Liberalen unglücklich verlaufenen Wahlen haben uns daS deutlich gezeigt. Barth z. B. ist nicht unterlegen, weil et zu wenig, sondern weil et zu viel sozial war. Das wat die Probe aufs Exempel. Man muß damit rechnen, daß der Liberalismus durch die industrielle Entwickelung nach und nach aus allen Wahlkreisen, die et jetzt mittelst der Stichwahlhilfe anderer Patteien vertritt, herausgedrängt wird. Es giebt ja schon heute keinen einzigen sicheren liberalen Kreis mehr. Die bürgerliche Linke wird sich stützen müssen aus die Sozialdemokratie, diese ist die Kerntruppe der linken Seite." Werden Sie im Reichstage wild bleiben oder sich der freisinnigen Vereinigung anschließen?" Herr v. Gerlach antwortete darauf:DaS kommt auf die Umstände an. Wenn die Mehrheit der freisinnigen Vereinigung sozial denkt, wie bei­spielsweise R ö s i ck e, dann gern, andernfalls werde ich wild bleiben; vielleicht läßt fich auS der Freisinnigen Vereinigung mit Zurechnung der Wilden und einiger süddeutschen VolkS- patteilet als Hospitanten eine Fraktion bilden." Ich", meinte Herr v. Gerlach zum Schluß, werde jedenfalls meine Tätigkeit, wie früher schon, gegen recht-richten. Nach links Defensive, nach rechts die Offensive!"

Mit diesen Erklärungen von Gerlachs muß man die Schlußfolgerungen vergleichen, die der Führer der Nationalsozialen Pfarrer Naumann in der neuesten Nummer derHilfe" auS dem Ergebnis der letzten Reichstagswahlen zieht, um ein klares Bild von der Richtung deS Weges zu gewinnen, den die nationalsoziale Bewegung naturwendig einschlagen muß und wird. Nach­dem Herr Naumann die Abstimmungsziffer der Kreise, in denen die Nationalsozialen agitiert haben, angeführt hat, fähtt er wörtlich fort: Aus diesen Ziffern geht hervor, daß wir der Sozialdemokratie einfach machtlos gegenüber» stehen. Wir können hier und da bei günstigen Umständen, wie jetzt in Marburg, den einen ober anberen Kanbidaten zum Siege bringen, finb aber bann fortgesetzt ber Gefahr preiS-

ob ihr ber Böse im Nacken säße. Ich buchte, auch ber Mann würbe hinterdrein kommen, unb sprang zur Seite; ober eS blieb alles still."

Unb wo blieb bie Frau?"

Ganz gewiß kann ichS nicht sagen, eS war mir aber, als wäre fie nach bet Hildach'fche« Villa gelaufen unb bort verschwunden. Heute morgen, als ich hörte, fie hätten hier einen tot gefunden, fiel mit die Geschichte wieder ein. Ich erzählte fie hier dem Gärtner Fehlow, der mir gerade begegnete, und sagte, ich dankte Gott, daß ich mich nicht dazwischen gemengt hätte, denn wer weiß, am Ende hätten sie fich vetttagen unb wären über mich hergefallen, unb ba packt mich bet Mensch beim Arm und schleppt mich hierher, gerade als ob ich den Franzosen umgebracht hätte."

Sei ganz ruhig, das traut Dir niemand zu," sagte der Polizeikommiffar,komme aber noch heute aus daS Criminalgericht nach Pots­dam, Du mußt Deine Aussage zu Protokoll geben."

Er notierte Namen unb Wohnung des Butschen unb folgte bet Leiche unb ben fie be­gleitenden Leuten nach ber Polizeiwache, wo in­zwischen ber GerichtSarzt, sowie ber Oberst von Hildach unb bet Hotelbesitzer HarmS ebenfalls angelangt waten. Der erstere stellte nach vor­genommener Untersuchung fest, baß ber Morb etwa um bie achte ober neunte Stunde des gestrige« AbenbS geschehen fein müsse, bie beiben anberen Herren erklärten, fobalb sie einen Blick auf ben Leichnam geworfen, daß dieS allerdings bex MatquiS von Maleville fei.

gegeben, von Wahl zu Wahl zwischen Reaktto« und Sozialdemokratie zerquetscht zu werden wie eS den Freisinnigen in einem Wahl­kreise nach dem anderen passiert. Dazu kommt als Lehre der Stichwahlen in Jena und Sangerhausen, daß von unseren Wählern im ersten Wahlgange nur wenige willens find, bei ber Stichwahl ben Sozialdemokraten als das geringere Uebel anzusehen. Ein deutlicher Beweis dafür, daß es nicht gerade die Arbeit er feite unseres Programms ist, die unS diese Stimmen in der Hauptwahl zugeführt hat. Sozialdemokratisch zu wählen, oder sich mindestens der Stimme zu enthalten, hätte in den genannten Kreisen wie in zahlreichen andere«, wo wir nicht im Spiele waren, zweifel­los eine Stärkung volksfreundlicher Politik be­deutet. Unsere Anhänger im ersten Wahlgang haben aber dort den Freikonservativen unb Nationalliberalen in ben Sattel geholfen, genau so gut wie es anderwärts das freifinnige Bürgertum tut. DaS find keine Erfahrungen, die ur.S den Mut für die Zukunft unserer Partei stärken können. Wir können nichts tun, als auf fie warten, denn wir alle glauben heute noch, daß fie sicher kommt. Dies Warten wird uns eine harte Geduldsprobe fein. Denken wir daran, daß ein Menschenleben in der Entwickelung des Volkes keine Rolle spielt!"

Das ist schon an unb für fich ein recht schwacher unb sehr herber Trost für einen Parteigründer, der die Statuten für den neuen demokratischen Staat unter einem sozialen Kaiser schon seit einigen Jahren fix unb fertig auf ben Martt gebracht hat. Er zerfließt aber völlig in nichts, angesichts ber außerordentlichen Zu­nahme der sozialdemokratischen Stimmen, die eben für ben internationalen Sozialismus des Herrn Bebelund nicht für ben nationalen des Herrn Naumann abgegeben worden sind. Der internationale Sozialismus ist in Deutschland in gewaltigem Wachstum begriffen und hofft, wie Bebel jüngst in Karlsruhe aus­führte, binnen kurzem der ausschlag­gebende Machtfaktor im Deutschen Reiche zu sein. Don diesem internationalen Sozialismus auf feinem Siegeszuge zu er­warten , daß et auch nur einen ein­zigen Buchstaben seines Dogmas auf» giebt, ist logisch durch nichts zu begründen. Er wird vielleicht einmal national werden müssen, wenn er tatsächlich die Macht er­rungen. wenn er seinen jetzigen Zukunftsstaat verwirklicht haben wird. Aber früher nicht. Und deshalb ist bie Hoffnung des Pfarrers Naumann eitel. In diesem Kampfe um die Macht waren bisher die freisinnigen Parteien die besten Verbündeten ber Sozialdemokratie, sie bereiteten den Bode« vor, auf dem bie Sozialisten bann bie Ernte hielten. Die Reichs­tagswahlergebnisse der letzten 30 Jahre in den ver­schiedenen früher liberalen Wahlkreisen beweisen das einwandsfrei. Und bie Nationalsozialen werben ber Sozialdemokratie, ob mit oder gegen

Der Oberst erzählte noch, daß der Marquis Tag? zuvor zum Frühstück bei ihm gewesen fei unb sich sehr vergnügt gezeigt habe, er habe ihm unb einigen seiner Gäste ein ihnen neue» Kartenspiel gezeigt, unb fie wären mit ihm noch nach HarmS Hotel gegangen, um bie be­gonnene Partie bort fortzusetzen, hätten sich auch so vertieft, baß unvermerkt ber Abend herein- gebrochen sei. Nun wäre aber ber Marqui» unruhig geworben, hätte ein paarmal nach der Uhr gesehen unb endlich gesagt, er bitte aber, daß sie ihm am nächsten Tage nachmittags schon bei guter Zeit wieder das Vergnügen machen möchten. Mit dieser Verabredung habe man sich getrennt.

Harms berichtete daran anknüpfend, der Marquis sei bald nach sieben Uhr fortgegonges und dann nicht wieder zurückgekehrt.

Fiel es Ihnen denn nicht auf, daß er bie Nacht ausblieb?" fragte ber Polizeileutnant.

Nein, er ist währenb ber Woche, welche et bei uns wohnt, zweimal bie Nacht in Berlin geblieben, tarn und ging überhaupt sehr unregel­mäßig, so baß wir bei feinem Ausbleiben lei» Arg haben konnten."

Was tat er überhaupt hier in Potsdam?" erkundigte fich der Kommissar.

Die Gärten, Parks und Schlösser gefiele« ihm fo gut, auch hatte sich zwischen ihm unb meinem Hause ein sehr freundschaftliches Ver­hältnis herausgebildet; er war ein Überaus liebenswürdiger Mann, und fein schreckliche, Tod geht mir unb meiner Familie sehr nahe, versetzte der Oberst. (Fortsetzung folgt