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mit dem Kreisblatt für Vie Kreise Marburg uuv Kirchhmu.
Sonntagsbeilage: MnMrtes Sorrntagsvlatt.
M 174
Vierteljährlicher Bezugspreis: bet ser Expedition 2 2)i£, bet allen Postämtern 2,25 M. <cjcL Bestellgeld).
ZnserttonSgcbühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Reelamen: die Zeile 25 Psg.
Marburg
Sonnabend, 27. Juni 1903.
Erscheint wöchmtlich sieben mal.
Truck imb Verlag' Joh. Aug. Koch, Unibcrsitäts-Buchdruckeret 38. Jahre? Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Mittag-Ausgahe.
Schutzmaßregeln für deutsche Hoch- seefischer auf Island.
Die Fischdampfer-Reedereien an der Unter- Weser find im Lause des letzten Winters, wie ja bekannt ist, von schweren Verlusten heimgesucht worden. Nicht weniger als sechs Fifch- dampser sind Wind und Wogen zum Opfer gefallen und — was weit beklagenswerter ist — annähernd 60 Menschenleben sind bei diesen Unfällen verloren gegangen. Bon fünf der untergegangenen Dampfer und ihren Besatzungen hat man überhaupt nichts wieder gehört, während von dem sechsten, dem Eeellemünder Heringsdampfer „Friedrich Albert", ein Teil der Mannschaft nach langer beschwerlicher Irrfahrt auf dem unwirtlichen Island die Heimat wieder erreicht hat. Sämtliche Unfälle haben sich bei Sturm und schwerem Seegang ereignet. Das legte die Frage nahe, wo die Ursache der Katastrophen zu suchen sei. Trug die Navigierung die Schuld? wareu die Dampfer trotz iheer anerkannten Seetüchtigkeit doch dem gewaltigen Wogendrango nicht gewachsen? oder waren die Verluste der Bauart der Fahrzeuge zuzuschreiben? Diese Fragen sind seinerzeit in Interessentenkreisen und in der Presse lebhaft erörtert worden. Die Ansichten darüber sind geteilt. Wir wollen hertte nicht darauf zurückkommen. Unsere Absicht ist vielmehr, die Aufmerksamkeit auf Vorschläge zu lenken, die den Zweck haben, schiffbrüchigen Fischdampferbesatzungen an der Südküste von Island Schutz und Fingerzeige für ihre Rettung zu gewähren. Sie zwölstägigen Irrfahrten der Besatzung des Dampfers „Friedrich Albert", während welcher drei Mann starben, find die Veranlassung zu diesen sehr beachtenswerten Vorschlägen gewesen, die auch in einer nach Angaben des Führers des genannten Dampfers gegebenen Schilderung im Maiheft der „Mitteilungen des Deutschen Seefischerei- Vereins" zum Ausdruck kommen. Die Schilderung ist vom Hafenmeister Duge in Geestemünde verfaßt. Es heißt dort, daß die furchtbare Leidensgeschichte der Schiffbrüchigen in allen beteiligten Kreisen den Wunsch habe laut werden lassen, ähnlichen Vorkommniffen in Zukunft vorzubeugen. „Die schiffbrüchige Besatzung wußte, als sie am Land war, nicht, wohin sie sich weacen sollte, um menschliche Wohnungen zu erreichen. Ihr Ziel waren die hinter dem weiten Sumpfterrain liegenden Berge, wo sie Ansiedelungen zu finden hofften. Es fehlte ihnen jedes Mittel, den richtigen Weg aufzusinden und sie marschierten planlos in den Sumpf hitlein. Nirgends, auch am Strande nicht, bot sich ihnen ein Unterschlupf oder eine Möglichkeit, sich nach See oder
nach Land bemerkbar zu machen." Als Mittel, mit denen in solchen Fallen geholfen werden könnte, empfiehlt Duge in erster Linie eine genaue Karte der Insel Island in der die Ansiedelungen, Wege und Furten angegeben sind. Für unsere deutschen Dampfer handelt es sich namentlich um die Südküste, wo wiederum das Gebiet von Jngolfshöfdi Hook westwärts besonders in Frage kommt, in dem die Höherzüge am weitesten von der Küste zurücktreten, und ein sumpfige? Flachland sich ihnen bis zur Küste vorlagert. Gerade in dieser Gegend wird von deutschen Dampfern am meisten gefischt. Der Deutsche Seefischerei-Verein hat den Gedanken, dem Zwecke entsprechende, kleine Taschenvläne zu schaffen,kangeregt und die lebhaste Zustimmung in Kreisen der Reeder, Seeleute und sonstigen Beteiligten gefunden. Solche Karten würden im vorliegenden Falle unschätzbare Dienste geleistet haben, und sicherlich wäre durch sie viel Unglück verhütet worden. Von verschiedenen anderen Seiten ist die Erbauung von Schutzhütten an dem gefährlichen Strande angeregt worden, jedoch kann in der fraglichen Gegend für den gedachten Zweck nur der Bau von Baaken mit Rettungihaus in Frage kommen, da der Strand zeitweilig überflutet ist. Es würden also einige Baaken, wie sie auf den Außensänden von Scharhörn, Mellum, Minsenerkoog an der Nordsee sich befinden, zweckmäßig und von großem Nutzen sein. (Baaken sind am Strande errichtete Landmarken für die Schifffahrt. ES sind gerüstartige Ausbauten trit auffälliger Gestalt. Rettungsboaken, wie die Scharhörnbaake bergen einen Nnterkunftsraum mit Trinkwasser und Lebensmitteln für Schiffbrüchige.) Sie würden neben der Unterkunft auch" den Schiffbrüchigen die Möglichkeit bieten, sich durch Hißen einer Flagge see- und landwärts bemerklich zu machen. Es können ferner in den Baaken Pläne mit den einzuschlagenden Wegen vorhanden sein und sie selbst als Direktionsmarken dienen. Die Geestemünder Handelskammer hat sich vor kurzem ebenfalls mit dieser Angelegenheit beschäftigt und beschlossen, die Bestrebungen im Jntereffe der Fischdampseroesatzungen zu unterstützen. Die Durchführung der Vorschläge wäre vielleicht durch gemeinsames Vorgehen der beteiligten Staaten Deutschland, England und Frankreich möglich; andernfalls müßte Deutschland allein die durchaus wünschenswerten Maßregeln er- greisen. Da die vom Reiche alljährlich zur Verfügung gestellte Fischereisubvention von 400 000 Mark in der Regel, bei weitem nicht aufgebraucht wird, dürsten finanzielle Bedenken nicht in Frage kommen.
Umschau.
Kommunale Arbeitsnachweise stell en.
Nach der als Beilage zu Nr. 12 des „Ministerialblattes der Handels- und Gewerbe-
(Nachdruck verboten.)
Die Ansichtskarte.
Humoreske von Curt Julius Wolf.
Als der Postbote klingelte, ging die Frau Professor gerade über den Korridor.
. „Lassen Sie nur," wehrte sie dem Mädchen, das beim Klang der Glocke aus der Küche stürzte, öffnete selbst und nahm auch den Posteingang eigenhändig in Empfang.
„Was die nur heilte hat!" dachte Minna, unter der Küchentür die Professorin beobachtend, solange sie die Briefschaften musterte. Das heißt, die Zeitungen warf sie gleich auf den Spiegeltisch, von den Briesen las sie einstweilen nur die Adressen. Am längsten behielt sie eine Ansichtskarte in der Hand, deren Bildseite ihr anscheinend unangenehm ausgefallen war. Ihr Gesicht verfinsterte sich sogar zusehends, während sie das Bild aufmerksam betrachtete. Plötzlich drehte sie sich mit der Karte nach dem Wohnzimmer um, besann sich über und verschwand schließlich, ohne ge- stopst zu haben, im Studierzimmer des Herrn.
„Wenn das was fürs Fräulein war — ich kann nichts dafür," erleichterte Minna ihre bestürzte Seele und schlich ebenfalls nach dem Studierzimmer, vor dessen Tür sie mit lauschend vorgeneigtem Kopfe zur Bildsäule wurde, den Schürzenzipfel an die Lippen gepreßt und die erstarrten Augen in die Diele bohrend.
.Ich störe Dich ungern, Adolf," hörte sie im Zimmer die Stimme der Profefforin, .eine ganz er- ftaunliche Entdeckung aber, eine Sache von größter Wichtigkeit — was sagst Du zu dieser Ansichtskarte?"
Der Schreibtischstuhl rückte, dann war's ein Weilchen still.
„Nun," klang des Profeffors milder Kathederbaß, .photochemische Reproduktion einer Naturaufnahme, Nippfachengenre — ganz nett."
„Aber bedenke doch — an Klärchen."
.Ist das so außer aller bürgerlichen Ordnung?
.Ich bin einfach sprachlos. Weißt Du, ich finde die Karte direkt anstößig."
.Wahrscheinlich weil daraus geküßt wird ~ hm? Na, na, es sind doch nur Kinder, liebe Mathilde,, die «s tun, zwei ganz allerliebste Puttchen übrigens."
„Aber ein Herr ist es, der Klärchen diese Karte schickt, anonym auch noch."
„Nach der Schrift zu urteilen — allerdings."
„Und kennst Du die Schrift, Adolf?"
„Bekannt kommt sie mir vor. Akademische Ge- schwindschrift jedenfalls. Studenten schreiben schließlich alle so."
„Nun, da hast Du's. Klärchen steht hinter unserem Rücken in Beziehung zu einem Herrn, zu einem Studenten."
.Hm, hm."
„Und siehst Du die Ziffer 5 in der linken Ecke unten."
»Ja.
’$aS ist ein Rendezvous, eine Verabredung auf 5 Uhr nachmittags."
.Wollen wir nicht erst Klärchen selber hören, ehe wir so — so peremtorisch werden.
.Für mich bedarf es keiner Bestätigung, Adolf. Allerlei kleine Beobachtungen fallen mir ein, und je weiter ich ihnen nachgrüble, desto mehr verdichten sie sich zu einer Kette von Beweisen. Klärchens Benehmen in letzter Zeit, dieses träumerische Vorsich- hinstarren, dies heftige Erröten, wenn sie unerwartet angesprochen wird, und dann die vielen Einladungen, Kränzchenbesuche und Verabredungen mit Freundinnen, die immer fast am anderen Ende der Stadt wohnen — o, nun stellt es sich ja auf einmal heraus, was das alles zu bedeuten hatte. Gewundert hab' ich mich immer ein wenig, aber wer denkt denn gleich an eine Liebesgeschichte." _ ,
.Siehst Du nicht vielleicht doch zu schwarz, Mathilde? Allein auf Grund dieser Karte hin können wir unser Kind doch nicht schon als verlorene Tochter behandeln. Das Genre ist eben sehr beliebt tn unserer erotischen Zeit. Ganze Schaufenster hängen voll davon. Und da wird sich wohl irgend ein naiver Junge unser Klärchens Bekannten, em Tanzstundenherr oder dergleichen so en passant em billiges Späßchen gemacht haben. Uebrigens beim Pfänderspiel —*
Ich weiß, Adolf, Du bist stets bereit, Klär- chen in Schutz zu nehmen. Ich selbst möchte es ja auch so gern Aber in derartigen Angelegenheiten haben wir Frauen doch ein seineres Verständnis für
Verwaltung" veröffentlichten flebersicht über die in Preußen vorhandenen kommunalen ober- mit kommunaler Unterstützung betriebenen allgemeinen Arbeitsnachweisestellen nach dem Stande vom 1. Januar d. Js. weist die Zahl und Wirksamkeit dieser Stellen gegenüber der letztveröffentlichten Uebersicht wiederum eine nicht unbeträchtlich Steigerung auf. Die Zahl dec Arbeitsnachweise, von denen eine Reihe schon länger bestehender mit NaturalverpflegungS- stationen verbundener Dermittelungsstellen erstmalig in der vorliegenden Uebersicht aufgeführt ist, betrug am 1. Januar 1903: 263 gegenüber 222 am 1. Januar 1902 und 204 arn 1. Januar 1901. Davon sind 185 kommunale Arbeitsnachweise neben 78 anderen, mit kommunaler Unterstützung betriebenen Nach- weisestellen. Neubegründet sind unter anderen die Arbeitsnachweisestellen iu Memel, Brandenburg, St. Johann und Weißensells. Vermittelt wurden im abgelausenen Jahre bei 294391 Gesuchen von Arbeitgebern, und 498 624 Gesuchen von Arbeitnehmern im ganzen 221 263 Stellen, gegenüber 262035 Gesuchen von Arbeitgebern, 426 279 Gesuchen von Arbeitnehmern und 191 847 vermittelten Stellen im Jahre 1901. Die Zahl der vermittelten Stellen, die in den Jahren 1897: 104 307, 1898: 122120, 1999:160 643 und 1900: 185 179 betrug, hat sich so,.ach im Laufe der letzten Jahre ständig in erfreulicher Weise gehoben. Mehr als 10000 Jahre ständig Stellen haben im letzten Jahre vermittellt die Arbeitsnachweise in Berlin (30 534 Stellen), Köln (22227 Stellen) und Frankfurt a. M. (22 072 Stellen.) 10000 bis 5000 Stellen haben vermittelt die Nachweisestellen zu Erfurt (9146 Stellen), Posen (8273 Stellen,) Wiesbaden (7368 Stellen), Breslau (6291 Stellen), Magdeburg (6239 Stellen), Kiel (5598 Stellen), und Barmen (5172) Stellen).
Neue Schiffe des Norddeutschen Lloyd.
Im Jahre 1902 sind folgende neue Schiffe der Bremischen Schiffahrtsgesellschaft fertiggestellt und zur Ablieferung gelangt: Von dem Vulkan in Stettin der Dampfer „Schleswig", von dem Bremer Vulkan in Vegesack der Dampfer „Erlangen", beide Schiffe sind in die süd- amerikanische Fahrt eingestellt; von der Firma F. Schichau in Danzig der Dampfer „Sieten" für den ostasiatischen Reichspostdampferdienst, von der Schiffswerft H. Koch in Lübeck der Dampfer „Borneo" für die ostindische Küsten» schiffahrt, von der Firma Rickmers Reismühlen, Reederei und Schiffbau A.-G. in Geestemünde daS Kadettenschulschiff „Herzogin Cecilie"; außerdem gelangte der Schleppdampfer „Mars" von der Firma G. Seebeck A.-G. in Geestemünde zur Ablieferung und ferner 6 Schleppkähne für den Leichtverkehr. — Der neue Schnelldampfer des Lloyd „Kaiser Wilhelm II."
die Motive und so. Und was Klärchens Bekannte betrifft, so sind es ebensogut auch die meinigen, Adolf, sämtlich wohlerzogene, junge Leute, für die ich mich verbürgen kann, von denen sich jedenfalls keiner einen so unpassenden Scherz erlauben würde. Was sage ich — Scherz? 9tein, Adolf, mit solchen Dingcn treibt man keinen Scherz. Ueberlege Dir doch nur, wie können die jungen Leute Verständnis für den Ernst des Lebens und der Ehe haben, wenn sie sich ganz ungestraft durch die Post, also gewiffermaßen halb öffentlich, zum Rendezvous mit Küsten einladen? Das kann unserer Tochter doch nur jemand bieten, der unter Umgehung des geordneten Weges — nun sagen wir — schon sehr aus den Geschmack gekommen ist." t ~ .
.Ich sinne vergebens darüber nach, wer es sein könnte", suhr sie fort." .Vielleicht der junge Ans- länder an der Bismarckpromenade unten, der mit den Lackstiefeln und den englischen Hüten, der immer Sonntags vorbeireitet. Wer weih, was er ihr in den Kopf gesetzt hat und waS das gute Kind in seiner Harmlosigkeit sich schon alles hat sagen und gefallen lasten! Und das gerade jetzt, wo wir in einer bestimmten Erwartung lebten. Wenn nur dieser Doktor Neumeister nicht so schüchtern wäre! Seine Neigung zu Klärchen ist doch ebenso unver- kennbar, als er unserer Zustimmung sicher sein kann. Eine Perle von einem Schwiegersohn! Mit 27 Jahren erster Assistent am Zoologischen Institut, seine Kenntnisse, seine Bücher! Und dabei ein so liebevoller Mensch. Aber Klärchen tut auch immer, als hätte er die Taschen voller Schlangen und Skorpione, wenn er zu uns kommt. Bei thr kann man schließlich diese Befangenheit begreiflich finden. Sie ist mit ihren 18 Jahren ja noch das reine Kind. Ich habe dem immer Rechnung getragen und nur so im allgemeinen von seinen Vorzügen gesprochen. Aber ich glaubte doch, damit ihre Gedanken in eine bestimmte Richtung hinlcnken zu können. Es wäre ja Dir und mir so willkommen gewesen! Und Klärchen? Gab sich den Anschein, als wüßte sie das alles längst, hörte nur mit halbem Ohre zu. Natürlich, wenn man andere Dinge im Kopfe hat! Wenn man beständig auf dem Sprunge sitzt, unter irgend einem Vorwand zum Stelldichein zu entwischen! Und nun
gelangte Ende März d. I. zur Ablieferung un kehrt eben von feiner zweiten Newyork-Reif zurück. — Im Bau befinden sich zur Zeit noch bei dem Stettiner Vulkan der Reichspostdampfe „Eitel Friedrich" und der Dampfer „Gneisenau" bei Iah. C. Tecklenborg A.-G. in Geestemünd )ie Dampfer „Roon" und „Scharnhorst", be )er Firma F. Schichau in Danzig der Dampfe „Sehblitz", ferner bei der Aktiengefelllchaf „Weser" und der Firma G. Seebeck Ä.-G. j ein Dampfer für bett Dienst auf der Zweig linie Singapore-Sydney; von diesen ist der eit« „Prinz Sigismund" am 12. Mai. vom Stop« gelaufen, der andere wird den Namen „Pri^ Waldemar" erhalten. 2 Dampfleichter sii? ferner auf der Werst der Aktiengesellschaf „Weser" im Bau.
Die Entwickelung der Seefrachten
während der letzten fünfzehn Jahre bildet eil lehrreiches Kapitel in der Geschichte der N» )er europäischen Landwirtschaft. Aus einer r )en „Vierteljahrshesten zur Statistik bei Deutschen Reiches" gegebenen detachierten Auf tellung der jeweiligen See- und Flußschiffahrls Frachten nehmen wir die folgenden wichtigere» Zahlen. ES betrug innerhalb der letzten 1 Jahre jeweils die höchste ünb die niedrigst Fracht nach Rotterdam pro Tonne Getreide i» Mark:
Höchste Fracht
Niedrigste Fracht
Disseren
von der Ostsee
12.—
3,90
8,10
vom Schwarzen Meer
23,50
7,20
16,30
von New-Aork
21.50
4,—
17,50
von Argentinien
27,50
9,-
18,50
von Indien
27,-
9,—
18,—
Die Flußsrachten von Rotterdam nach Mann heim schwankten in der gleichen Zeit zwische- dem Höhepunkt von 9 Mark und dem Tief punkt von 1 Mk. 60 Pfg., also um 7 Mk. 40 Pfg
Solche Frachtschwankungen um weit übe 15 Mark pro Tonne lehren allzu deutlich welche reale und nachhaltige Wirkun. man sich aus einer Zolldifferenz vor ganzen 15Mk. pro Tonne verspreche' darf! _________
Fabrikarbeit der Kinder.
Die Bestimmung der Gewerbe-Ordnung daß Kinder unter 13 Jahren in Fabriken über Haupt nicht und Kinder unter 14 Jahren nich länger als sechs Stunden täglich beschäftig, werden dürfen, ist auch, wie der Minister fü Handel und Gewerbe neuerdings bekannt ge geben hat, auf Kinder anzuwenden, die lediglia ihren Eltern bei der Lohnarbeit in _ fremder Ziegeleien in der schulfreien Zeit behilflich find Auch daS Reichsgericht hat in demselben Sinn entschieden. _____
zu denken, daß ihr Doktor Neumeister jeden Augen blick auf ihren heimlichen Spaziergängen begegne kann, Arm in Arm mit diesem Menschen, vielleicht f wie auf der Karte — ein schrecklicher Gedanke, em Blamage, ein Skandal!"
.Aber rege Dich doch nicht so vor der Zeit an, liebe Mathilde. Warten wir doch lieber, bis Klärcke- nach Hause kommt, und dann werden wir ja sehe, was an der Geschichte ist." .
„Jedensalls wirst Du ihr den Standpunkt gehör- klar macken, Adolf."
Ick? — Aber hör mal, liebes Kind, das nun 'wohl nicht meine Sache. Ich, als Mann uu eine fo delikate Angelegenheit! Uebrigens bat ja am Klärchen immer unter Deiner besonderen Obhut g» standen und Du als Mutter —'
.Gut — wie Du willst. Diesmal werde ich mein Schuldigkeit tun." . „ , , ... ,
Als die Frau Professor mit itarl etfaufnerte» Gesicht aus dem Studierzimmer kam, hatte Uch Mlim natürlich längst wieder in die Küche zuruckgescklichec Alles hatte sie schließlich auch nicht verstehen lonnet Es kam ihr eben nur auf die Gewißheit an und bald ihr die geworden, war sie mehr auf sich bedach suchte sie sich durch einen überraschenden Eifer inne, halb des heraufziehenden Familienungewitters na Möglichkeit zu isolieren. Je näher also nun die,yra Professor an die Küchentür heranrauschte, desto ler haster kratzte sie den Kochabsatz der Milch vom Bode- eines großen braunen Topfes.
.Minna," rief durch all den geräuschvollen Este die Professorin ihrer Köchin zu, „haben Sie bemerg daß meine Tochter öfter Briese oder Karten von einet Herrn bekommt? Mit dieser Handschrift, sehen Sie.
Minna sah mit einem Gesicht zur Gnädigen auf als fei sie ausgefordert worden, die Farbe der RU zu bestimmen, von der die Milch rührte.
.Ich weiß gar nichts, Frau Profeffor, sagte st mit ihrer prächtigen, ländlichen Aufrichtigkeit. „A lege die Briefe hin, wie sie mir der Postbote in V Hand gibt." .
.Von jetzt ab kommen Sie damit zu nur, Mmm direkt zu mir — hören Sie?"
„Schön, Frau Profeffor, gab sie andächtig zurü» alsbald aber durch erneutes heftiges Kratzen *