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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Sonntagsbeilage: Mustrirtes Sonntagsblatt.

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Marburg

Sonntag, 21. Juni 1903.

Erscheint wöchentlich sieben »ml.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, Univechtäts-Buckdruckerci Marburg, Markt 21. - Televhon 55.

38. Jahrg.

Bom englischm Lebensmittelmartt.

68 ist eine bekannte Tatsache, daß der Freihandel in England den Körnerbau dort ium großen Teile ruiniert und früher fruchtbare Felder und volkreiche Dörfer hat veröden lassen, daß die englischen Brotkonsumenten aus dieser nach jener Richtung so verderblich wirkenden zollfreien Korneinfuhr aber keinen «entsprechenden Nutzen gehabt haben, £ denn die Brotpreise stehen in London ebenso hoch, wie in unseren deutschen Großstädten. Deshalb konnte es auch ein von der manchesterliberalenNational-Ztg." wiedergegebener Brief der englischen Ministers Chamberlain an einen englischen Arbeiter als durchaus zweifelhaft hinstellen, ob die von ihm beabsichtigte Einführung von Kornzöllen die Kosten de» Lebensunterhalte» der Arbeiter steigern werde. ES hänge von der Aus­dehnung des Wettbewerbes der Getreideexport­länder ab, ob solche Zölle ganz oder nur teilweise vom Exporteur übernommen würden. Aber selbst wenn die Preise der Lebensmittel etwas erhöht werden sollten, so würden dann zweifellos die Löhne in größerem Maßstabe wachsen.

So schreibt ein englischer Minister und der Geist CobdenS erscheint nicht, um ihn von seinem Sessel zu stürzen. Roch wunderbarer aber beinahe ist eS, daß unsereRat. Ztg." derartige Ketzereien gegen St. Manchesterunddie von unsererge- samten liberal-demokratischen Linken vertretene Glaubenslehre wiedergibt,daß jeder Agrarzoll bis zum letzten Heller voll vom inländischen Brotesser bezahlt werden muffe."

Die englische Viehzucht hat bisher unter oem Freihandel nicht so gelitten, wie der Getreidebau, das liegt naturgemäß daran, daß der überseeische Vieh- und Fleischimport größere Schwierig­keiten und Kosten zu überwinden hat, oder bisher hatte, als der von Getreide, es liegt ferner daran, daß das sreihändlerische Eng­land seine Grenzen für Viehein­suhr aus Europa bekanntlich aus veterinären Gründen geschlossen hält. Trotzdem hat die von unseren Kornzoll­gegnern immer als vorbildlich für unsere Land­wirte hingestellte englische Viehzucht keines­wegs den ihr fälschlich zugeschriebenen groß­artigen Aufschwung genommen. Die Zunahme des englischen Rindviehbestandes betrug in den letzten drei Jahrzehnten nm P/2 Millionen gegen drei Millionen bei unS. Während Deutschland im Jahre 1900 fast 19 Millionen Haupt Rindvieh und fast 17 Millionen Schweine zählte, wies England im Jahre 1902 nur 11 % resp. 3,6 Millionen dieser Tiere auf. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, daß diese hinter der VolkS- vermehrung weit zurückbleibende,

18 lRachdruck verboten^

Gefesselt.

Roman von Jenny Hirsch.

kFottfetzung.)

Wenige Minuten später traten Elisabeth und Annie ein, beide in Hellen Morgenkleidern, daS Haar noch feuchtgkänzend, rosig und frisch, denn sie kamen soeben ans dem kalten Bade, das sie jeden Morgen in der Schwimmanstalt zu nehmen liebten.

Die wenigen Wochen, welche sie zusammen oerlebt hatten, schienen auf beide sehr günstig gewirkt zu haben. Annie hatte frischere Farben, der SchmerzenSzug um ihren Mund hatte sich verflüchtigt, sie sah heiterer, jugendlicher als bei ihrer Ankunft auS; Elisabeths Züge hatten da­gegen etwas Weiches, Hingebendes bekommen, oas sie ungemein verschönte. ES war für sie ein unsägliches, lang und schmerzlich entbehrtes Glück, eine Freundin in der Nähe zu haben, der sie ihr ganzes Herz erschließen durfte, und <m Aussprechen, unter Annies kluger und guter Behandlung war sie sich selbst erst klar ge­worden, daß ihr Ernst nie etwa» anderes sein könne, als ein lieber, hochgehaltener Verwandter, daß sie aber Joachim von Rüber liebe.

Frau von Hildach hatte in dieser Be­ziehung eine recht scharfe Witterung, nur täuschte sie sich über die Beweggründe, welche Annie leiteten. Diese hatte nur da» Glück der Freundin im Auge, nur um Joachims Wesen

ganz- ungenügende Produktivität der englischen Viehzucht, direkt mit dem Rückgang des Getreidebaues und dem auch für Vieh und Fleisch fehlenden Zollschutz in Verbindung steht.

Infolge dieser geringen Eigenproduktion an Fleisch ist England auch bei diesem Lebens­rnittel ganz überwiegend auf die Zufuhr vom Auslande angewiesen, die englischen Landwirte haben auch auS der Vieh­zucht geringe Einnahmen, trotzdem die Preise für inländische» Vieh und Fleisch wie kürzlich selbst in einem HandelLvertragSverein» - Waschzettel bestätigt wurde keineswegs niedriger waren, als bei uns. Wir sehen also auch hier, ebenso wie beim Brot, die Schädigung der Produzenten du,rch den fehlenden Zollschutz ohne Nutzen für die Kon­sumenten.

Heber die gegenwärtige Lage auf dem Fleisch­markte des Freihandelsstaates England brachte nun kürzlich ebenfalls die manchesterliberale National-Ztg." nach mehr als einer Richtung hin interessante Nachrichten. Es wird da mit­geteilt, daß ebenso wie die kanadische Regierung auch diejenige von Neuseeland damit umgehe, in allen größeren englischen Städten Verkaufs­stellen einzurichten, in denen das koloniale Fleisch für eigene Rechnung der be­treffenden Regierungen verkauft werden soll.

Im Anschluß hieran heißt es weiter wörtlich:

Für die Bevölkerung Englands, die seit Wochen und Monaten schwer unter der Fleischteuerung leidet, dürfte die Unternehmungslust der neuseeländi- schen Regierung jedenfalls im höchsten Grade willkommen sein, insbesondere da neuer­dings wieder die Aussperrung des argen­tinischen Fleisches notwendig ge­wordenist, und die Preise für amerika­nisches Fleisch immer teurer werden. Vor allem werden die unteren Klassen, unter denen Tausende kaum noch wissen, wie frisches Fleisch schmeckt, eine große Erleichterung empfinden, da das neuseeländische Lamm fich hier schon längst der größten Beliebtheit erfreut."

Wir erfahren hier also auS unverdächtiger Quelle, daß die Bevölkerung des Frei­handelsstaates mit den angeblichgroßen Fleischtöpfen" seit Monaten so schwer unter Fleischteuerung leidet, daß Tausende kaum noch wissen, wie frisches Fleisch schmeckt.

Es wird ferner mit geteilt, daß im freien England die Aussperrung sogar derFleisch"- Einsuhr aus Argentinien (jedenfalls wegen dort herrschender Seuchen) trotz des obwaltenden Fleischmangels und der ganz unzugäng­lichen Jnlandsproduktion für not­wendig erachtet ist. Bei uns aber wollen die Liberalen ebenso wenig wie die Demokraten von der Notwendigkeit

zu ergründen, verkehrte sie mit ihm so viel, und wenn fie ihn, wie Frau von Hildach sagte, als Schild gebrauchte, so geschah dies, um sich gegen Ernsts Neigung und gegen ihre eigene zu schützen.

Sechstes Kapitel.

Elisabeth von Hildach und Joachim von Röder saßen im Parke auf einer Bank, welche die Aussicht auf den klaren Wasserspiegel ge­stattete, während das junge Paar durch dichtes Gebüsch im Vordergründe und eine Tannen­gruppe im Rücken jedem neugierigen Blicke ent­zogen war.

Halb bewußt, halb absichtslos hatte Joachim das junge Mädchen nach dieser Stelle geführt. ES war die Stunde, zu welcher der Oberst und seine Frau zwischen dem Mittagessen und dem Kaffee eine ziemlich lange Nachmittagsruhe zu halten liebten. Ernst von Hildach war in AmtSgeschästen nach Berlin gesahren, und Annie hatte fich unter dem Vorwande, Briefe schreiben zu müssen, in ihr Zimmer zurückgezogen. In Wahrheit wollte fie der Freundin und dem jungen Offizier eine kurze Zeit de» Alleinsein» gönnen, denn eS stand ihnen eine längere Trennung bevor. Joachim war gekommen, um Abschied zu nehmen; früh am anderen Morgen sollte sein Regiment zu den in der Provinz Sachsen stattfindenden Manövern ausmarschieren.

ES wollte heute zu gar keiner Unterhaltung zwischen den beiden jungen Leuten kommen. Die Scherze und Neckereien, welche sonst wie

veterinärer Grenzsperren etwa» wissen, obgleich unsere Viehzucht voll­kommen imstande ist, den inländischen Fleischbedarf zu decken.

Ob daS Vorgehen der beiden genannten Kolonialregierungen den englischen Fleischkon­sumenten tatsächlich, wie erwartet wird, die Versorgung mit gutem und billigem Fleisch für die Zukunft gewährleisten wird, steht r A dahin; obgleich man ja in dieser Bezieh... wohl mehr Verträum haben darf, als wenn groß­kapitalistische Konsortien die Angelegen­heit in die Hand genommen hätten, die zu wucherischer Ausbeutung der Not­lage der Konsumenten stets geneigt zu sein pflegen. WaS aber wird auS den englischen Fleischern, wenn die Regierungen Kanadas und Neuseelands die Versorgung Englands mit Fleisch in Staats­regie übernehmen? Die Fleischer ober Schlächter und Viehhändler werden dann in England mehr und mehr überflüssig, sie werden einfach auS- geschaltet und können froh sein, wenn viel­leicht ein kleiner Teil als Regierungsfleischver­käufer Anstellung findet. Das find so die Konsequenzen deS Freihandels für die Viehzüchter, Händler und daS Schlächterhandwert. Aus dieser Ent­wickelung der Fleisch Versorgung deS englischen Marktes können nicht nur unsere Landwirte, sondern auch die An­gehörigen des Fleischergewerbes und die kleinen Viehhändler fich sehr gut ein Bild machen, wie sich die Sache bei unS gestalten würde, wenn eS den verbündeten Liberalen und Demokraten gelänge, auch die deutsche Landwirtschaft, Getreide­bau und Viehzucht, durch Nebergang zum Freihandel oder auch nur durch Zollherabsetzung ebensoweit her­unterzubringen, wie es in England geschehen ist.

Deutsches Reich

Berlin, 20. Juni.

Der Reichskanzler mutz noch daS Bett hüten. Der Kaiser stattete ihm vor seiner Abreise nach Hannover einen Krankenbesuch ab.

Nach dem Beschlntz der Konferenz in Berlin werden der Postbeamte Lehtin, bei dem der verstorbene Dr. Sachs wohnte, und sein Neffe, der in der kritischen Zeit mit seinen Kindern spielte, morgen entlasten. Frau Leytin und ihre beiden Kinder bleiben bis Montag in der Baracke. Die Wätter Marggraf, Botzen und ihr Jnstitutsdiener Mai bleiben noch weitere 10 Tage in Beobachtung, ebenso die Aerzte Otto, Pflugmacher und Horn. Das Befinden Mara» grafs ist noch immer sehr gut Die Polizeiwache wird morgen ausgelöst.

Das Reichsgericht verwarf die Revifion deS Grafen Pückler-Klein-Tschirne, der am 24. Dezember 1902 vom Landgericht I Berlin wegen Beleidigung der Richter zu 600 Mark Geldstrafe verurteilt worden war.

Um Einführung einer neuen Gebührenstufe von 75 Pfg. für Ferngespräche auf Entfernungen von 100250 Km. waren die niederrheinisch-westsälische«

bunte Fede- älle zwischen ihnen hinüber und herüber flog n, wollte", i; den nicht über die Lippen, ja Elisabeth -'.'iipte sich darauf, daß fie mit aufstkigenden T änen kämpfte. Um doch etwas zu sagen, bemerkte sie:ES ist eigentlich no n zu warm zum Aufenthalt im Freien, wir hätten eS den anderen nachtun und im Hause bleiben sollen."

Wenn Sie eS wünschen, kehren wir dahin zurück," ertoiberte der Leutnant, ohne jedoch ernsthafte Miene zum Aufstehen zu machen; morgen um diese Zeit werde ich es noch etwas heißer haben, dann bin ich auf dem Marsch," fügte er dann mit einem Seufzer hinzu.

Wenn ich nicht wüßte, daß Sie vom Scheitel bis zur Sohle Soldat sind, könnte ich auf den Verdacht kommen, daß Sie fich vor den Stra­pazen des Manövers fürchteten, Herr Leutnant," versetzte Elisabeth nun doch mit einem Ver­suche, den gewohnten Ton anzuschlazen.

Dor den Strapazen ganz gewiß nicht," ver­sicherte Joachim ernst.

Wovor denn sonst?" entgegnete fie lachend. Doch nicht etwa vor den Vergnügungen, welche das Kriegsspiel im Frieden mit sich bringt? Sie haben mir dych selbst erzählt, daß auf den Rittergütern, auf welchen die Herren Offiziere einquortiert find, fich Fest an Fest reiht."

DaS ist wahr und wird auch wohl wieder

so fein; aber"Nun?" fragte fie.

Ich werde alle diese Dinge mitmachen muffen, ohne Freude daran iu haben."

Handelskammern bei dem Staatssekretär des Reichs­postamts eingekommen. Dieser hat jetzt einen ab­schlägigen Bescheid erteilt

lieber die Berufung des zu vier Jahren Ge­fängnis verutteilten Fähnrichs Hüstener wird Anfang Juli vor dem Kieler Oberkriegsgericht verhandelt werden.

Die 76 deutschen Eisenbahnen mit 46222 Km. Betriebslänge vereinnahmten im Mai d I. aus dem Personenverkehr 50,3 Mill. Mk. oder gegen das Vor­jahr 1,5 Mill, mehr und au» dem Güterverkehr 98,9 Millionen Mk. was eine Zunahme von 6,3 Mill, be­deutet

Dem Kongretz der internationalen Vereinigung für Kunst und Literatur, der im September 1903 in Weimar stattfindet, werden im Aufttage des franzö­sischen Minister» des öffentlichen Unterrichts und der schönen Künste beiwohnen: Professor Jules Opett, Mitglied deS Instituts Maillard, und Georges Barmand, Mitglied des Appellationsgerichtshoses io aris.

Der Eisenbahnminister Budde hat den königl. Eisenbahndirektionen folgende Verfügung zugehen laffen:Berlin, den 19. Juni 1903. In sozialdemo­kratischen Zeitungen und Flugblättern ist die Be­hauptung verbreitet worden, ich wünschte, daß die Eisenbahnbediensteten sozialdemokratisch wählen möchten. Wenngliich den Königlichen Eisenbahn­direktionen auf Grund meiner Ausführungen im Preußischen Landtage und im Reichstage bekannt ist, datz solche Behauptung unwahr ist, so nehme ich doch Veranlassung, dies hierdurch ausdrücklich sestzustellen und die Königlichen Eisenbahndirektionen zu ersuchen, die Eisenbahnbediensteten in geeigneter Weise über die vorerwähnte unwahre Behauptung aufzuklären."

Den Konservativen ist nachgesagt worden, fie betrieben aus Anlatz des Wahlergebnisses den Sturz des Grafen von Bülow. Diesen Borwurf weist die Kreuzztg." zurück, indem fie erklätt:Im Gegenteil, wir können nicht finden, datz die Stellung des Reichs­kanzlers durch die Wahlen irgendwie erschüttert ist, und wir müssen nach Lage der Sache nur wünschen, datz er im Amte bleibt Dabei sagen wir aus voller Aufrichtigkeit, datz nach unserer Auffaffung ein Wechsel in der leitenden Stelle nur zu einer Verschlechterung der Lage führen kann."

Die Befitzersfrau Prczygoda wurde vom Schwurgericht zu Allenstein dreier Gattenmorde für schuldig erklärt Der Gerichtshof erkannte dreimal auf Todesstrafe und Ehrverlust.

Der derzeitige offizielle Titel der früheren Kronprinzessin von Sachsen, die fich jetzt in Frank­reich aufhält, lautet nach derCH. Allg. Ztg." Prinzessin Luise von Habsburg, Lothringen und Toskana.

Zu dem Pestfall in Berlin wird berichtet, daß weitere Personen aus der Beobachtungsstation am heutigen Sonnabend entlasten werden. Der Wätter Marggraf, dem es andauernd gut geht, wird noch etwa zehn Tage in der Absperrung verharren müssen.

In Sachen der deutschen Entschädigungs­ansprüche in Südafrika fordern dieAlldtsch. Bl.", datz das Auswärtige Amt direkt mit der englischen Regierung verhandle, da die Engländer die Angelegen­heit verschleppen wollten. Es handle sich um 400 Reklamationen und die geforderte Summe betrage 10 Mill. Mk.

Mit ben- HandelSvettragsverhandlungen soll nun anscheinend doch begonnen werden. Jedenfalls verdient eine Notiz der .Nat.-Ztg." Beachtung, in der die Eröffnung der kommissarischen Vorverhandlungen über den deutsch-russischen Vettrag als bevorstehend bezeichnet wird, nachdem seitens zuständiger Persön­lichkeiten in jedem der beiden Länder die Grundlage« für die entsprechenden Beratungen geschaffen worden sind. Was von Rußland gilt, trifft auch für die Schweiz zu.

Warum haben Sie die nicht?" Die Frage kam etwas unficker b-rauS.

Joachim' fie vorw irssvoll an.Wissen Sie das wirk.ich richt, Elisabeth? Ist eS Ihnen denno ganz g nchgiltig, ob ich gehe ober bleibe?" fragte r und sah ihr mit seinen klaren blauen Auxe» fo liebevoll unb ehrlich inS Gesicht, datz fie jeben Versuch bet Ver­stellung, die ihrem vfsei en, geraden Wesen ohne­hin sehr zuwider war, fofott aufgab.

ES tut mir sehr, sehr leid," gestand sie; ich werde fie sehr vermissen."Sie haben fo viel anderes; Ihre Freundin, Ernst*

Ernst ist mir ein lieber Verwandter, ich liebe Annie sehr, ober" sie stockte.

Elisabeth, darf ich dieses Schweigen zu meinen Gunsten deuten?" rief er jubelnd, um bann ganz leise, dicht an ihr Ohr geneigt, hin­zuzufügen:Liebst Du mich boch noch mehr al» biefe beiben?"

Sie nickte mit halb abgewandtem Gesichte, und mit einem Freudenruf schloß Joachim fie in feine Arme; den Kopf an seine Brust ge­borgen, flüsterte fie:Ich liebe Dich über alle»."

Er bedeckte ihre Stirn, ihren Mund, ihre Augen mit seinen Küssen, und dann saßen fie dicht neben einander auf bet Bank und er­zählten fich die uralte unb boch ewig neue Ge­schichte, wie ihre Herzen fich gefunben unb mit fie gezagt unb gezweifelt hatten, ob bie Siebe be» einen bei dem anberen Erwiderung gefunden.

(Fortsetzung folgt.