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Auf zur Wahl.

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kann sich erfüllen, aber Pflicht ist'S, selbst alles, was in unseren Kräften steht, zu tun, damit Deutschland groß, seine Bürger geachtet bleiben. Ein Sturm deS Unwillens ging vor Weih» nachten über die Skandalszenen in den damaligen Reichstags-Verhandlungen durchs deutsche Volk, überall, unter Anhängern aller deutschgesinnten

wickelndes, mächtiges Vaterland, dann wähle er den Kandidaten der Konservative« nnd des Bandes der Landwirte

Herr« vo« Pappe« helm-Liebe«a«.

Sollte der neue Reichstag wieder Erwarten eine Mehrheit gegen die auf Grund des neuen Zolltarifs zu Stande gebrachten Verträge auf- bringen, so würde die Regierung keinen Augen­blick zögern, die Konsequenzen zu ziehen und mit dieser Wahlparole an das Volk zu appel­lieren. Das ist in der Tat ein recht ver­lockender Ausblick!

Die Lage in Serbien.

Prinz Peter Karageorgewitsch wird am heutigen Montag voraussichtlich zum König von Serbien gewählt werden und, auch die Anerkennung der Mächte finden., Die Bestreb­ungen kleinerer serbischer Parteigruppen, den Prinzen Mirko von Montenegro, einen un­ehelichen Sohn König MilanS, Michael Christitsch, der in Konstantinopel lebt, zum König zu wählen, haben ebensowenig Aussicht aus Erfolg, wie die Wünsche radikaler junger Leute, die Republik auszurufen. Am pein­lichsten hat die grauenvolle Mordnachricht in Petersburg gewirkt. Der Zar hat die Bestialität der Mörder in harten Worten verurteilt, er hat überhaupt die Berechtigung zu der Militär- Revolution in Abrede gestellt, und die neue Regierung in Belgrad wird schwere Mühe haben, da8 Wohlwollen des russischen Selbst­beherrschers zu erringen. Die Serben habe« sich außerhalb der modernen Kultur und Zivilisation gestellt, sie werden froh sein dürfen, wenn die Großmächte schweigend die Weiter­entwicklung verfolge. Und wenn auch bisher keine ernstere Ausschreitung im Lande erfolgte, so giebt das doch keine sichere Gewähr für die Zukunft.

Ueber die Verletzungen des ermordeten Königspaares wird amtlich konstatiert, der König habe 6 Schußwunden und 3 starke Säbelhiebe erhalten. 2 Kugeln haben das | Herz, eine den Unterleib durchbohrt. Diese waren sofort tötlich. Der Körper war gesund, doch weist da« Gehirn auf geistige Störung hin. Die Königin hat 9 Schußwunden (zwei sofort tötlich), mehrere Säbelhiebe und Stiche erhalten. Der König trug im Sarge einen schwarzen Zivilanzug; der Hals zeigte eine klaffende Schnittwunde, Hände und Finger waren ganz zerschnitten. Die Königin in einem Nosakleid, hatte an der linken Wange eine große Schnittwunde, die Stirn war von Kugeln zerschmettert, die Finger zerschnitten. I Das Leichengesolge bei der um Mitternacht erfolgten Beisetzung bestand nur aus Gendarmen I und Polizei.

Die Leichen des Königs und der Königin find, bekanntlich entgegen allen Ableugnungem laut Feststellung des russischen Gesandten doch auf die Straße geworfen und auf deffen Jnter- I vention wieder ins Palais gebracht. Der I --=======g

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk., bet allen Postämtern 2,25 Mk. (qrct. Bestellgeld).

JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Dienstag, 16. Juni 1903.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdrucker« Marburg, Markt 21. Telephon 55.

hätten ein paar Musikenthusiasten Ihren Aus­spruch gehört, Sie würden einen schweren Stand haben, und wir könnten es erleben, daß Wagnerianer und Vertreter der älteren Schule, die sich sonst auf das Heftigste besehdm, h,er einmal gemeinschaftliche Sache machten."

Da haben Sie ja bereits das Urteil ge­sprochen," entgegnete der Marquis mit feinem Lächeln;die Musik wird die allgemein mensch­liche, die internationale Sprache genannt, aber welche Parteien finden Sie auch hier! Nem, man versteht sich auf diesem Gebiete so wenig, wie auf irgend einem anderen des modernen Lebens, und ich, der ich durch Natur und Er- ziehung ein abgesagter Feind von allen Streitig­keiten bin, der ich mich darauf angewiesen sehe, in vielen Ländern Gastrecht zu erbitten, und eS nirgend verletzen möchte, habe spielen gelernt aus Klugheit und Höflichkeft, wenn ich sagen

Die Herren lachten und der Marquis fügte hinzu:Sie haben hier ein Sprichwort: ,,Mtt dem Hut in der Hand, kommt man durch 8 flttnje Land," ich bin mit den Karten in der Hand durch sehr viele Länder gekommen."

Sie verstehen sehr viele Spiele? fragte der Oberst lebhaft interesfiert.

Ich darf wohl sagen, daß mir von de« ! feineren und beliebteren Spielen feines ganz unbekannt ist." ,

D, da wird man von Ihnen vieles lernen I können!" rief Herr von Hildach, immer wärmer werdend. »Hoffentlich bleiben Sie langer hier.

Ich weiß e8 noch nicht," erwiderte der Marqius sichtlich ausweichend,ich erwarte Nachrichten, von denen meine ferneren Ent­schließungen abhängen.'

(Fortsetzung folgt.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg imb Kirchham

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Das Spiel nahm seinen Fortgang, und die drei Herren merkten bald, daß sie ihren Meister gefunden hatten, was etwas sagen wollte, denn Er " warvon" mittlerer Größe, hatte einen I sie waren sämtlich sehr gute L'Hombre- und elastischen Wuchs tadellos geformte Hände und I Bostonspieler und der Oberst sogar wegen seines Füße und einen interessanten Kopf mit fein- feinen Spiels bekannt Die Art und Weife deS ! geschnittenen, ausdrucksvollen Zügen. Da sein Marquis, die seineni Berechnungen, die er-an- Haar ganz weiß, Wimpern und Augenbrauen, I stellte, die Eleganz, mit der seine weiße, nervige sow7e der kleine Schnun- und der kurze Kinn- Hand, an der em Ring mit einem.großen bart kohlschwarz waren, so ließ sich sein Alter Diamant funkelte, die Karten hielt unb aus- schwer bestimmen, doch deuteten Fältchen indem spielte, erregte seine Bewunderung^ und Äs aelblick-blaffen Gesichte, das durch ein dunkles jenem ein ganz überraschender »Trick gelungen, Augenpaar belebt wurde, daraus hin, daß die konnte er sich nicht enthalten, ihm em Kompliment ^hinenb binter ihm liege. Die gebogene Nase I darüber zu machen. .

mi? den leicht beweglichen Nüstern, das kleine Der MarqutS verbeugte sich mit einem tev Ohr und das wohlgeformte feste Kinn waren kindlichen Lächeln streß aberdanrieinen lttsen

beinahe ebenso gute Zeugen sür seine aristo- Seufzer aus und sagte: »Was wollen Sie, Herr

kratische Abkunft, wie sein Name. I Oberst, daS Spiel ist gewrffermaßm P ch

I dm- linlet dm Stuhl d-r Ob--ftm °°° Hildach | 6» damch sagm^ fegt. L-kh-ch * .

Je nun, ich meine, das Kartenspiel sei international, wer die beliebtesten Spiele ver­steht, findet immer Leute, mit denen er aus gleichem Boden verkehren kann", antwortete der Marquis ernsthaft. ,

Sie teilen da dem Kartenspiel Eigenschaften zu, welche man sonst der Musik nachrühmt, Herr Marquis," bemerkte der Landrat belustigt,

, 77 I et flößt mir eine Abneigung ein, und ich bin I nehmen?" fragte, ehe der Major seine Absicht

(Nachdruck verbotet^ I . Beziehung nicht ganz frei von Aber- I aussühren konnte, der Marquis zögernd, ja in ßt f eit glauben, auch ha? mich eine solche Antipatie seiner fremdartigen Betonung des Deutschen so-

VD r f r s f r i r. r . I = b «lick noch nie getäuscht. Doch I gar etwas unbehilflich.

- . Roman von Jenny Hirsch. " I er fommt hierher," unterbrach er sich und I Die Spieler erklären ihre Bereitwilligkeit, iFortsehnng.) wandte sich wieder seinen Karten zu. die anderen der Major trat dem Marquis einer ziem

Gelleben Sie eS Herr Major Sie haben I Herren dadurch veranlassend, das Gleiche zu I lich Reifen Sßerbeugung s P $ hÄÄ'* d« Ob--« L Si- wurm i-d°ch °i»t Ä bei er | mi,eml-A.

fort;es ist Ihnen nicht genehm, daß wir einen Sache, denn der Marquis von Maleville trat Franzosen als Gust in unserem Klub sehen." soeben an den Tisch und bat sehr höflich, dem

Das war mir auch zuwider", nahm statt | Spiel zuschauen zu dürfen. des Majors Herr von Zeschwitz das Wort,aber mit dem Marquis ist es eine andere Sache; er teilt, wie mir Holleben versichert hat, die Revanchegelüste seiner Landsleute gar nicht; im Gegenteil'

Er gönnt uns das Elsaß von Herzen und .ist entzückt über die Niederlage, welche wir feinen Landsleuten bei Sedan bereitet haben," fiel Alveusleben spottend ein,ein eigentüm­licher Franzose, das muß ich sagen."

Als Legitimist hatte er eine gewisse Be­rechtigung, sich über die Niederlage zu freuen, welche dem Kaiserreiche sein Ende bereitet hat, wäre nicht an dessen Stelle die Republik ge­treten," bemerkte der Landrat.

Nein, und tausendmal nein!" rief Alvens- leben lebhaft,da8 tut kein Franzose und kann es nicht tun! Läßt sich der Marquis zu solchen .»*-* ,

Aeußerunaen herbei, so verstärkt das nur mein I getreten war und diesem in die Karten sah, Mißtrauen-" stard ihm gegenüber. Das zerstreute den Mafor,

Was haben Sie eigentlich gegen ihn?" I die Nähe des Franzosen ward ihm immer un­

fragte der Landrat, da- Alvensleben stockte und I behaglicher, und als man wieder einen Robber gespannt nach dem anderen Zimmer blickte, in I beendet, zog er die Uhr und sagte ausstehend.

welchem der Marquis sich mit einigen Herren »Meine Zett ^°bgelaufen, wen» die Herren

unterhielt. I erlauben, hole ich aus dem Billardzimmer eine«

DaS vermag ich wirklich nicht zu sagen," I Stellvertreter für wich herbei."

entgegnete der Major ein wenig zerstreut, aber 1 .Würde eS mir gestattet fein, die Karte zu

Die Zeit der Wahlagitation ist vorüber; für

sdie notwendig werdenden Stichwahlen wird der

Parteikampf ja noch einmal anheben, und er

Seto mÄXÄ? I yÄTbX'TS« I Umschau. I

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damit un» innere Wirren erspart 1 ittellland auck noch heute- solche Radau- ihrer Nr. 134, anschließend an memeBerichtig- bleiben. Im deutschen Reiche soll die ge- Ml «ist ch ch h f ich H Angaben über meine Berufsbildung und

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blasen jeden Augenblick zerplatzen können dem an demAnseh n d-s Reiches nach mnen »e deinen Anwalt die Privat-

Wir wollen, daß jede redliche Mannestätlgkett I 8 http £5err von Gerlach I klage gegen die Redaktion eingereicht, und

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Uche Arbeit ihre« Loh« -Ude. Wit einer ist, s ine Stimme g v Mögensverhältnisse Auskunft erteilt.

wollen nicht die von den Nationalsozialen her- Die Stunde rst nal e A"beipe einem Diebe kann ich mein Haus au«

beigewünschte Weiterentwicklung unseres Staats- tom m e n , in ^et ^te beutl4m $ur9er ae Q M^ßen, aber nicht vor einem Verleumder wesen« mitmachen, bei der der heutige Mittel- müssen, welker Geist, welcher Wille> m unserem Ehrabschneider.

stand verschwinden und die» uns eng- deutschen Volke herrscht. Die Wahlen we Ganz ergebenst

lische Zustände herbeiführen wird, die nur noch darüber auf klaren, ob unser er i H Hefter mann."

Unter7eh°mertum'un stand°fich^^klar"ist ^er den°Ernst der Es muß todjjW®

Do« ift »ich! ftt un« 9..ig«; Mit bat. Di- Ang.höt.,.» b.« W.tt.l. 4<n btataÄ. B&

nicht, daß wenige Große viele Kieme tot machen , st a n d e S m u s s e » b e^ e n k , Hz^n begnügm uns vorläufig, dies zu konstatieren wie anderswo, wir wollendes mcht allem mit selbst es find, die ihr Geschick m yanoen oegilugr u^exen Lesern selbst, für

dem Geld-Zusammenscharren halten sondern haben, und memand sonst. W h s un n Nationalsozialen den nahe-

ZMM- WMW SSO.® dort leuchtet's in dunklen Wetterwolken am die Politik der linksstehenden Parteien und vor Die Vorbereitungen zu den Handels­politischen Horizont auf; wir find nicht bedroht I allem auch bet Nationalsozialen, ob diese es I Vertrags Verhandlung en

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