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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Muftvirtes Sonntagsblatt.

JS 160

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk., btt allen Postämtern 2,25 Mk. (e$cL Bestellgeld).

Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclameu: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonnabend, 13. Juni 1903.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdmckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

38. Jahrg.

Mittag-Ausgabe.

Wahlformalitäten.

Wir entnehmen dem »Hann. Cour.":

Mit Rücksicht auf die große Bedeutung, die der Befolgung der Förmlichkeiten deS Wahl» verfahrenS beiwohnt, wie auf die kürzlich statt- gefundenen Aenderungen des Wahlreglements empfiehlt er sich, an der Hand des Reichswahl­gesetzes wie des Wahlreglements die betreffenden Vorschriften kurz darzulegen.

Zunächst ist vorgeschrieben, daß der von der Behörde ernannte Wahlvorsteher aus der Zahl der Wähler seines Wahlbezirks einen Protokoll­führer und 3 bis 6 Beisitzer zu ernennen und dieselben mindestens zwei Tage vor dem Wahl­termine einzuladen hat, beim Beginn der Wahl-) Handlung zur Bildung des Wahlvorstandes zu erscheinen. Die Wahlvorsteher, Beisitzer und Protokollführer erhalten keine Vergütung, sie dürfen kein unmittelbares Staatsamt bekleiden.

Die Wahlhandlung beginnt um 10 Uhr vormittags damit, daß der Wahlvorsteher den Protokollführer und die Beisitzer mittelst Hand­schlags an Eidesstadt verpflichtet und so den Wahlvorstand konstituiert. Zu keiner Zeit der Wahlhandlung dürfen weniger als drei Mit­glieder deS Wahlvorstandes im Wahllokale gegenwärtig sein. Der Wahlvorsteher und der Protokollführer dürfen sich während der Wahl­handlung nicht gleichzeitig entfernen. Verläßt einer von ihnen vorübergehend das Wahllokal, so ist mit seiner zeitweiligen Vertretung ein anderes Mitglied des WahlvorstandeS zu beauf­tragen. Während der Wahlhandlung dürfen im Wahllokale weder Diskussionen stattfinden, noch Ansprachen gehalten, noch Beschlüsse ge­faßt werden. Ausgenommen hiervon find die Diskusfionen und Beschlüsse des Wahlvorstandes, welche durch die Leitung des Wahlgeschäfts be­dingt find.

Der Tisch, an welchem der Wahlvorstand Platz nimmt, ist so aufzustellen, daß derselbe von allen Seiten zugänglich ist. Auf diesen Tisch wird ein verdecktes Gefäß (Wahlurne) zum Hineinlegen der Stimmzettel gestellt. Dor dem Beginne der Abstimmung hat sich der Wahlvorstand davon zu überzeugen, daß das­selbe leer ist. Ferner ist durch Bereitstellung eines oder mehrerer Nebenräume, die nur durch das Wahllokal betretbar und unmittelbar mit ihm verbunden sind, oder durch Vor­richtungen an einem oder mehreren von dem Vorstandstische getrennten Nebentischen Vor­sorge dafür zu treffen, daß der Wähler seinen

Aus dem Tagebuche des unschuldig erschossenen Burenführers Scheepers.

Eine der tragischsten Figuren de» Buren- bäege» ist der junge Kommandant Scheeper», der heldenhafte Freistaater, der mit SmutS, Lotter, Kruitzinger nnd den andern Braven den Kampf in der unwilligen Kapkolonie so lange erfolgreich kämpfte, bis er fiech und matt von den Engländern gefangen und vor einGericht" geschleppt wurde, das ihn alsKapafici landet" wider besseres Wissen dem Henker übergab. Wir entsinnen unS alle der großen Erregung, die damals hüben und drüben über den feigen Mord herrschte die Kruitzinger vor dem gleichen Schicksal behütete, Scheepers war 24 Jahre alt, Beamter am Unterrichtsdepartement in Bloem­fontein, nach Zeugnis seiner Freunde einer der edelsten Charaktere, ein Gentleman, wie eS deren so manche in den Burenheeren gab. Die Rand Daily Mail" (Johannesburg) teilt jetzt Bruchstücke aus Scheepers Tagebuch mit, und wir geben hier einige Stellen daraus wieder, weil sie in ihrer klassischen Schlichtheit einen tiefen Blick in die Seele dieses patriarchalischen Volkes gewähren. Man kann diese einfachen Worte eines unschuldig zum Tode Verurteilten nicht ohne Rührung lesen. Scheepers schreibt am 10. Oktober (1900), wie seine Leute alles aufboten, ihn, der zu schwach war aufzusteheu, mitzunehmen, weil die Engländer nahten. Es gin* nicht, er hatte zu schweres Fieber. Nach­einander kamen alle seine Leute zu ihm, um unter Tränen Abschied zu nehmen.Meine Offiziere und Mannschaften stellten sich um mein Lager. Sie waren sehr ergriffen. Ich kann nicht beschreiben, was ich fühlte. Mein Adjutant, Karl Lehmkuhl, ein Knabe von

Stimmzettel unbeobachtet in einen Umschlag zu legen vermag.

Die Stimmzettel müffen wie bisher von weißem Papier und dürfen mit keinem äußeren Kennzeichen versehen sein. Sie sollen nach der neuen Vorschrift 9 zu 12 em groß und von mittelstarkem Schreibpapier fein. Sie find außerhalb des Wahllokals mit dem Namen beS Kandidaten, welchem der Wähler seine Stimme geben will, handschriftlich oder im Wege bet Vervielfältigung zu versehen. Währenb bet Wahlhanblung dürfen im Wahllokal keine Stimmzettel aufgelegt obet verteilt werden. Der Wähler muß sichalso vorher mit einem Stimmzettel versehen.

Der Wähler, welcher seine Stimme abgeben will, hat von einer durch den Wahlvorstand in der Nähe des Zuganges zu dem Nebenraume oder Nebentisch aufzustellenden Person einen abgestempelten Umschlag an sich zu nehmen. Diese Umschläge sollen ohne Kennzeichen 12 zu 15 cm groß und aus undurchsichtigem Papier hergestellt sein; fie find in der erforderlichen Zahl bereitzuhalten. Der Wähler hat fich mit dem ihm übergebenenen Umschlag in den Nebenraum oder an den Nebentisch zu begeben, wo er feinen Stimmzettel unbeobachtet in den Umschlag steckt. Daun tritt er an den Dorstands­tisch, nennt seinen Namen, sowie auf Erfordernis feine Wohnung und übergibt, sobald der Protokollführer den Namen in der Wählerliste aufgefunden hat, den Umschlag mit dem Stimmzettel dem Wahlvorsteher oder dessen Vertreter, der ihn sofort uneröffnet in die Wahlurne legt. Stimmzettel, welche die Wähler nicht in dem abgestempelten Umschlag oder welche sie in einem mit einem Kennzeichen ver­sehenen Umschlag abgeben wollen, hat der Wahlvorsteher zurückzuweisen, ebenso die Stimm­zettel solcher Wähler, welche sich nicht in den Nebenraum oder an den Nebentisch begeben haben. Der Wahlvorsteher hat darauf zu halten, daß die Wähler in dcm Nsbenraume oder an dem Nebentische nur so lange ver­weilen, als unbedingt erforderlich ist, um den Stimmzettel in den Umschlag zu stecken.

Abwesende können in keiner Weise durch Stellvertreter oder sonst an der Wahl teil­nehmen. Doch dürfen Wähler, welche durch körperliche Gebrechen behindert sind, ihren Stimmzettel eigenhändig in den Umschlag zu legen und diesen dem Wahlvorsteher zu über­geben, sich der Beihilfe einer Vertrauens Person bedienen.

Um 7 Uhr nachmittags erklärt der Wahl­vorsteher die Abstimmung für geschlossen. Nach­dem dies geschehen, dürfen keine Stimmzettel mehr angenommen werden. Dann werden die Umschläge aus der Wahlurne genommen und

16 Jahren, tapfer wie einer, hatte den Kopf an meine Brust geborgen, und schluchzte herz­brechend. Ich hoffe nie wieder einen solchen Tag zu erleben." Später - in der Ge­fangenschaft schreibt er:Ich bin bereit jede Strafe zu erleiden für mein Land und Volk. . . Wie glücklich einer von denen zu werden, die bereits für unsere Sache gestorben sind und besonders für unseren Glauben. Der Feind kann frohlocken, aber daS Asrikandervolk wird nicht aussterben. Schlachters Nek schreit um Rache und all die andern, die unschuldig gelötet wurden." Arn 17. Januar schreibt Scheepers:Heute morgen etwa acht Uhr kam der Schulze in meine Zelle und sagte mir, ich solle um Elf mein Urteil hören. Ich wurde in einen Ambulanzwagen gehoben und fie brachten mich in ein von Militär gebildetes Viereck. Oberst Henuiker trat hervor und ver­las die Beschuldigungen, mit Ausnahme der fünften, und et sprach das Todesurteil aus. Nachdem ich wieder in die Zelle gebracht worden, sagte mir ein Leutnant, das Urteil werde morgen ausgeführt.Fragt man mich: Bist Du bange?" so muß ich sagen: nein, aber meine liebe Mutter dauert mich. Mein bester Trost ist, daß ich unschuldig bin. Ich hoffe, mein Tod werde die Ursache großer Er­eignisse sein und daß alle noch kämpfenden Führer mich rächen werden. Wenn einen das­selbe Los trifft wie mich, gedenke er, daß er für £ inb und Volk gewesen ist. Ich habe stets gewußt, daß bet Engländer einen falschen Charakter hat und das Blut Unschuldiger ver­gießt, aber ich konnte nicht glauben, daß fie so furchtbar verblendet waren und die Wahrheit nicht sehen konnten, aber der Herr unser Gott wird urteilen nach seiner Gerechtigkeit. Und so ist denn heute bet 17. Januar 1902 mein

uneröffnet gezählt. Darauf folgt bie Prüfung bet Umschläge und Stimmzettel. Einet bet Beisitzer öffnet jeden Umschlag, nimmt den Stimmzettel heraus und übergibt diesen dem Wahlvorsteher, der ihn laut vorliest und nebst dem Umschlag einem andern Beisitzer zur Auf­bewahrung bis zum Ende der Wahlhandlung weitergibt. Der Protokollführer hat den Namen jedes Kandidaten in das Protokoll aufzunehmen, neben demselben jede dem Kandidaten zufallende Stimme zu vermerken und dieselbe laut zu zählen. Daneben ist von einem der Beisitzer eine Gegenliste zu führen, welche ebenso wie die Wählerliste beim Schluffe der Wahlhandlung von dem Wahlvorstande zu unterschreiben und dem Protokolle beizufügen ist.

Ungiltig find künftighin

1. Stimmzettel, welche nicht in einem abge­stempelten Umschlag ober welche in einem mit einem Kennzeichen versehenen Umschlag über­geben worden sind;

2. Stimmzettel, welche nicht von weißem Papier find;

3. Stimmzettel, welche mit einem Kennzeichen versehen find;

4. Stimmzettel, welche keinen oder keinen lesbaren Namen enthalten;

5. Stimmzettel, aus welchem die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist;

6. Stimmzettel, welche auf eine nicht wähl­bare Person lauten;

7. Stimmzettel, welche eine Verwahrung oder einen Vorbehalt gegenüber dem Gewählten enthalten.

Mehrere in einem Umschlag enthaltene gleichlautende Stimmzettel gelten als eine Stimme; in einem Umschlag enthaltene aus verschiedene Personen lautende Stimmzettel find ungültig.

Stimmzettel, über welche der Wahlvotstand einen Beschluß gefaßt hat, find dem Protokoll beizufügen. Alle anderen Siimmzettel hat bet Wahlvorsteher in Papier einzuschlagen unb zu versiegeln und so lange aufzubewahren bis bet Reichstag die Wahl definitiv für gültig erklärt Hot.

Umschau.

Drahtlose Telegraphie an Bord von Schnelldampfern.

Wie Kapitän Richter vom Schnelldampfer Kronprinz Wilhelm" deS Norddeutschen Lloyd berichtet, gelang es auf einer bet letzten Rück­reisen beS Dampfers von Newhork nach Bremen von der Nordsee auS bereits in einer Entfernung von 85 Seemeilen mit bet neben bet Warte­halle deS Lloyd in Bremerhaven errichteten Station auf drahtlosem Wege ohne Schwierig­keit in telegraphischen Verkehr zu treten.

letzter Tag auf Erden, aber e8 ist schrecklich, sich das zu erinnern, man möchte wünschen, daß die Stunde bereits gekommen wäre. O Herr, wie lange noch wirst Du Dich verborgen halten und zulaffen, daß das Böse fortschreite? Rette Dein Volk, mein Gott und laste Gerechtig­keit walten!

Es ist mit eine große Befriedigung, daß ich meiner Regierung treu gedient habe. Hätte ich so unschuldig getötet werden sollte, ich würde dem Feind mehr Schaden zugefügt haben als ich tat. Alle Beschuldigungen gegen mich konnten in einer zusammengefaßt werden, nämlich, daß ich meine Instruktionen befolgt habe.

Gegen 11 Uhr besuchte mich Herr Tennant und brückte mir die Hand. Auch Herr Auret kam um diese Zeit unb ich übergab ihm alles, was ich besaß. Pastor Murray kam, um mit mir zu beten, aber ich weigerte mich, ba er mit bem Feinb fympathifirt, unb sagte ihm, ich könne nicht wahrhaftig mit ihm beten. Später würbe ich bester gesinnt und als er wiederkehrte, betete er seht herzlich für mich und meine Familie. Um 10 Uhr hatte ein Offizier mir gesagt, ich werde nicht gegen Sonnenaufgang getötet werden, sondern im Lause des Tages. Diese Mitteilung erleichterte mich erst etwas, aber später ver­langte ich danach, baß alles beenbet sei, je eher um so bester. Ich schlief von ca. 11 bis 3 Uhr und begann darauf liegend diese Zeilen unb verschiedene Briefe an Verwandten und Freunde. Jetzt erwarteich geduldig meineletzte Stunde. Etwa 4,30 Uhr meldete der Schoutmir, die Exekution sei ausgeschoben, doch er konnte nicht sagen auf wie lange. Um 12 Uhr kam der Offizier zurück und sagte mir, ich würde um 3 Uhr getötet werden. Und so ist dies mein letztes Schreiben und ich schließe mein Tagebuch mit den besten 1

Der Dampfer hatte an dem betreffenden Tage bis 4 Uhr morgens mit bet Station North Foreland an der englischen Küste in Unterhaltung gestanden, erhielt bann 11 Uhr 58 Min. vormittags bie elften Zeichen von Helgolanb unb konnte schon l1/. Stunden später direkt mit Bremerhaven in Verbindung treten. Diese Meldung ist insofern bemerkenswert, als es bisher, abgesehen von gelegentlichen Ver­suchen, noch nicht gelungen war, einen verläß­lichen Depeschenaustausch auf eine derartige Distanz vorzunehmen.

Die gelegentliche Uebermittelung einzelner Zeichen hatte für den praftischen Dienst auf den Schiffen wenig Bedeutung. Nach den bis­herigen Erfahrungen war auf eine glatte Ver­bindung nur auf eine Distanz bis zu etwa 50 Seemeilen oder ca. 90 Kilometer zu rechnen, währenb darüber hinaus eine sichere Verständigung nicht mehr zu erzielen war. Wie aus den jetzt erreichten Resultaten ersichtlich, bürste bie Zeit nicht mehr fern sein, wo es ben ersten trans­atlantischen Dampfern möglich sein wirb, auf ihrer Fahrt durch bie Norbsee einen ununter­brochenen Verkehr mit einer ber Stationen in Englanb oder aber an ber deutschen Küste zu unterhalten.

Der SchnelldampferKronprinz Wilhelm besitzt Marconi-Apparate, während die Station bei der Lloydwartehalle in Bremerhaven mit einer Anlage nach dem System Arco-Slabh ver­sehen ist.

Nach einem neueren Berichte ist in der drahtlosen Telegraphie auf See wiederum ein Fortschritt erreicht worden, indem der Schnell­dampferKaiser Wilhelm II." deS Nord­deutschen Lloyd auf eine Entfernung von 265 Seemeilen drahtlose Telegramme absandte und empfing. ________

Zur Bekämpfung des Kurpfuschertums.

Die Frage, durch welche Mahnahmen etwa di« Auswüchse des Kurvfuscherlnms zu bekämpfen seien, bildet, wie bekannt, zurzeit Gegenstand ber Er­örterung in den maßgebenden Verwaltungsstelle«, und zwar sind nicht nur die LandrSrigierung, sondern auch das Reichsamt de» Innern mit ber Prüfung dieser Angelegenheit besaht. Letztere» hat Veran­lassung genommen, zur Klärung der beregten Frag» mit den Bundesregierungen in Verbindung zu treten. In dem bezüglichen Schreiben ist nicht, wie. an­scheinend mehrfach angenommen wird, bereits mit be­stimmten Vorschlägen des R-ichslanzlerS hervorge­treten; es sind vielmehr lediglich die in Preuhen zur Bekämpfung von Mihständea.i: der Kurpfuscherei getroffenen Massnahmen und weiterhin gegebenen An­regungen den übrigen Bundesregierungen zur Aeuher» ung bekannt gegeben. DaS ReichSaml deS Inner« wird daher zu einer endgültigen Stellungnahme erst in der Lage sein, wenn die erbetenen Aeutzerungen der Bundesregierungen vorliegen werden.

Wünschen unb ben letzten Segnungen für meine Familie unb Freunde, ich hoffe, wir' werben einander Wiedersehen an einem besseren Ort, wo."

Da bricht ber tapfere Mann ab. Wer möchte beim Lesen solch trauriger Zeilen nicht auch nach Gerechtigkeit rufen; aber wo ist fiel

Sverdrups Hunde.

Ja, bie Hunbe! Sie, geben einer solchen Polarreife eigentlich erst ihren Charakter; ohne sie können wir nicht weiter, ohne fie würbe bie Reife recht traurig. Sie finb aber auch im ftanbe, Leben ins Haus zu bringen unb alle in Atem zu halten. Bei Tage waren fie an einem langen Kabel auf dem Eise angekoppelt; Nacht- lagen sie zu sechsen in ihren EiShäusern längs ber Schiffsseite. Aber bei Tag wie bei Nacht heulten unb winselten fie, daß eS ein Höllen­spektakel war. Raub unb Diebstahl, Mord unb Totschlag waren an bet Tagesordnung, je nachbem eS Gelegenheit bazu gab. Machen sie sich von ber Koppel los ober entwischen fie auS ihrem Hause, so finb fie gleich auf bem Wege, enttoeber nach bem Fleischhügel, um bie Reste zu zernagen, ober nach einem alten Walroßkabaver, ben fie in ber Nähe beS Schiffes aufgespürt unb nach . > d nach ganz hohl genagt haben, so baß er w ' eine leere Tonne klingt, wenn man mit ber: Schneeschuhstabe bar an schlägt. Unb über alles, wa8 an Speiseresten ober Kehricht aus bem Schiffe geworfen wird, fallen sie mit ber größieu Gier her; eine bessere StraßenreinigungSge^b- schaft kann man sich nicht benfen.

Ihr regelmäßiges Futter besteht abwechselnd auS Hundekuchen, Dörrfisch und Walroßfleisch; ihr Getränk ist Schnee. Ei« haben eS in