Sonntagsbeilage; Jllnftvirtes Sonntagsblatt.
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Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk., bet allen Postämtem 2,25 M. <e$cL Bestellgeld).
Znserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
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Marburg
Mittwoch, 3. Juni 1903.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlage Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei 38. Jahrgt Marburg, Markt 21. — Telephon »5.
Seekrankhett und Schlagfertigkeit der ftanzösischen Marine.
Die französische Monatschrift „Le Journal du Mal de Mer" schreibt in ihrer letzten Nummer: „Wir erfahren aus durchaus zuverlässiger Quelle, daß bei den vierundzwanzigstündigen Probefahrten, welche die Jeanne d’Arc ausführte, eine große Anzahl Heizer sich seekrank und unpäßlich gefühlt hat, als das Meer hoch ging. Nach Verlauf einiger Stunden mußte aus diesem Grunde das Fahrzeug nach Toulon zurückkehren, weil die Feuer nicht mehr sicher genug brannten. Wir wisien wohl, daß die meisten dieser Leute Arsenalarbeiter waren, wenig an die See gewöhnt, daS ist richtig; aber wir bemerken dazu, daß es bei einer Mobilmachung ebenso mit dem in aller Eile zusammengezogenen Maschinenpersonal gehen würde; da es sich nur zu geringem Teil aus der Küstenbevölkerung rekrutiert, würde es durch langen Aufenthalt an Land jede Seefestigkeit verloren haben. Die Marinebeamten haben also alle Veranlassung, sich mit der Frage der Seekrankheit zu beschäftigen. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit daran, daß die Jeanne d’Arc der Kreuzer ist, der seinerzeit dazu ausersehen wurde, den Präsidenten Loubet nach Algier und Tunis zu führen."
Schon früher einmal hatte das gleiche Journal die Befürchtung einer französischen Niederlage zur See damit begründet, die deutsche Kriegsflotte würde schneller marschbereit sein, ihre Mannschaften würden schon in der Nordsee die Seekrankheit überwinden und wieder frisch sein, wenn dicht vor den französischen Kriegshäfen die. feindlichen Panzer sich ihnen gegenüberstellten. Die französischen Mannschaften würden dagegen, sobald sie aus den Häfen liefen, von dem „grünen Gespenst" gepackt werden und könnten sich dann gegen die Angreifer nicht wehren.
Man kann sehr wohl die Bestrebungen der in Frankreich begründeten „Liga gegen die Seekrankheit" zur Erforschung und Bekämpfung der Seekrankheit billigen und unterstützen und dabei doch die Gebahrung der Franzosen, als •6 dies fatale Unwohlsein „der schrecklichste der Schrecken" sei, komisch und verblüffend finden. In Frankreich aber wird die Sache offenbar bitter ernst genommen. Der Chef der Ligue contre le Mal du Mer ist zum Offizier der Akademie ernannt worden. Daß die Kriegsschiffe, die den Präsidenten Loubet über das Mittelmeer gefahren und begleitet haben, alle die neusten Schriften über die Seekrankheit an Bord führten, wird uns als wichtiger Fortschritt gerühmt. Schon ftüher wurde die Gründung der Liga damit begründet, die böse Seekrankheit verhindere die befriedigende Kolonisierung und Gallifierung Algiers, denn die
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74 , (Nachdruck verboten.)
Briefträgers Hannchen.
Bon Georg Paulsen.
(Schlutz.)
Noch waren die Bulgaren schwächer, denn die aufgebotenen rumelischen Freiwilligen waren nicht heran, aber sie waren stark genug, den Vormarsch des Feindes aufzuhalten, wenn sich der kriegerische Mut bewährte.
Fürst Alexander, Major von Falkenthal und alle Offiziere wußten es, daß die Leute auf die Führer schauen würden, und so ging es denn mit einem seltenen Heldenmut ins Gefecht. Der Fürst brachte die ersten Kolonnen selbst ins Feuer, und so wuchtig war der bulgarische Vorstoß, daß die Serben zurückgeworfen wurden. Infolge seiner Uebermacht wetzte der Feind die Scharte au§, aber sein Vordringen gegen die Hauptstadt war unterbrochen. Wütend war das Ringen geworden,. und Meffer und Säge der Aerzte im Feldlazarett erhielten eine unheimliche Arbeit.
Johanna hatte still in ihrem Zimmer ausgeharrt; am Abend empfing sie die erfreuliche Meldung, daß, wenn auch kein Sieg bisher errungen sei, doch dex Erfolg nach Eintreffen der rumelischen Verstärkungen zu erwarten stehe. Und dann — Falkenthal war unverletzt geblieben. In ihrer Freude umarmte Johanna Aluscha und küßte sie.
Der heißeste Tag in diesem Kriege brach an. Don ihrem Fenster konnte Johanna beobachten, wie die nun angekommenen rumelischen Scharen im Laufschritt ununterbrochen durch
dafür in Betracht kommenden französischen Kulturpioniere hätten eine unüberwindliche Furcht, auf schaukelndem Schiff das Mittelmeer zu kreuzen. Im Journal du Mal de Mer werden erfahrene Spezialisten sür Seekrankheit als Reisebegleiter von Seereisenden empfohlen. Ob die Vorliebe der Franzosen für die Unterseeboote damit zusammenhängt, daß diese als frei von Seekrankheit befunden wurden, -war nicht zu ersehen. Es drängt sich aber unwillkürlich die Frage auf, ob diese nervöse Scheu vor den auf modernen Dampfern ohnehin größtenteils beseitigten, kleinen Unbequemlichkeiten der Seefahrt nicht unter den Momenten zu nennen ist, die die wenig günstige Entwicklung der französischen Schiffahrt verschulden.
Umschau.
Die bisherigen Abgeordneten im neuen Reichstage.
Nicht weniger als 85 Reichstagsabgeordnete kandidieren in ihren bisherigen Wahlkreisen nicht wieder. Davon haben 75 überhaupt keine Kandidatur übernommen, 10 kandidieren in anderen Wahlkreisen, darunter sind 2 wohl nur als Zählkandidaten zu betrachten. Wenn wir die Wilden den ihnen jeweils zunächst stehenden Fraktionen zurechnen, so entfallen von den nicht wieder kandidierenden Abgeordneten auf das Zentrum 20 (von insgesamt 110 Abg.), auf die Konservativen 13 (57), aus die Nationalliberalen 14 (55), auf die freisinnige Volkspartei 8 (29), auf die freisinnige Vereinigung 2 (15), aus die süddeutsche Volkspartei 3 (7), auf die Antisemiten 2 (13), auf die Sozialdemokraten 3 (56), auf die Reichspartei 3 (21), auf die Polen 7 (14) sowie schließlich auf die Elsäffer 3 (10). Der Prozentsatz der mandatsmüden Abgeordneten ist also am schwächsten bei der Sozialdemokratie, wo er noch nicht 6 Proz. beträgt und am stärksten bei den Polen, bei denen er volle 50 Proz. ausmacht.
Hebet die Nützlichkeit der Terminbörsen
erhält der „Getreidemartt" von einem Berichterstatter aus Chicago dieses Urteil:
„Die Weizen- und Maismärkte find manipuliert. Den Hafermarkt überläfft man ruhig sich selbst; denn der folgt dann schon den anderen Märkten. An die Terminmärkte in Fleischwaren haben fich schon seit Langem die großen Schlächter gemacht und sie so absolut unter ihre Kontrolle gebracht, daß die Außenseite nur gut daran tut, fich davon fernzuhalten. Wenn e8 einer einzelnen Person oder einer Gruppe von Personen gelingt, fich so an die Getreidemärkte heranzumachen, daß selbst das blödeste Auge sehen muß, fie können mit diesen Märkten nach Belieben schalten, wie das bei
die Stadt ins Gefecht strömten. ES waren verwegene, wilde Gesellen darunter, aber die Stimmung war die beste. Nur flüchtig wurden Erfrischungen eingenommen, die auf der Straße den Leuten auSgeteilt wurden, und dann ging eS weiter.
Und der Erfolg knüpfte sich an die Fahnen des tapferen Fürsten. Mit gezogenem Degen führte Alexander von Battenberg selbst die Bataillone zum Sturm, der Widerstand der serbischen Armee, welche den Erfolg des ganzen Krieges in Zweifel gestellt sah, ward immer erbitterter, man schlug um fich bis in die Dunkelheit hinein, aber für die bulgarische Führung war der Sieg bereits entschieden, wenn er gleich am nächsten Tag erst offenkundig werden konnte.
Der Fürst war allein mit Falkenthal in einem Bauernhause. „Ich danke Ihnen, .lieber Freund; Ihrer Umsicht haben wir viel zu verdanken. Ich vertraue Ihnen für morgen die Leitung der Ausführung meiner Befehle an. Meine Bulgaren werden sie auszuführen wissen."
„Ew. Hoheit wollen nach Sofia zurückkehren?" „Ja, mein Freund. Die Diplomatie regt sich, nicht zu unfern Gunsten. Die Armee wird hier den Sieg vollenden, in der- Hauptstadt hoffe ich, mein diplomatisches Sliwnitza zu schlagen."
Der neue Tag brachte die volle Entscheidung. Die Bulgaren, den Sieg vor fich sehend, gingen mit einer Entschlossenheit in den Kampf, gegen welche auch die Tapferkeit der Verzweiflung bei den Serben nichts vermochte. Mtt donnerndem Schlachtruf wurden die ©erben von Position zu Position gedrängt, und mit Stolz konnte
den Fleischmärkten nun schon seit länger als einem Jahre der Fall ist, dann ist das ein genügender Beweis dafür, daß die Börse keinen Nutzen bringt. Ursprünglich anders gedacht, ist sie jetzt zu einer Einrichtung geworden, welche die allgemeine Sicherheit bedroht; die zum Schutze der Mitglieder erlassenen Satzungen haben fich als ganz und gar unzugänglich erwiesen.
Ich wünschte, ich könnte noch aus voller Ueberzeugung schreiben, daß die Preise „endgültig" doch von dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Meine Ueberzeugung ist daS ja auch heute noch; aber das „endgültig" liegt aller Voraussicht nach in so weiter Ferne, daß mit ihm nicht gerechnet werden kann."
Die Rede Chamberlains.
Die „Nordd. Allgem. Ztg." findet, daß die von der gesamten deutschen Presse übereinstimmend als aggressiv gegen Deutschland bezeichnete Rede Chamberlains „eine Drohung gegen Deutschland nicht enthalte". Uns fällt dabei die Geschichte von jenem friedfertigen Gast ein, der zu seinem Tischnachbarn sagte: Hören Sie, lieber Herr: erst haben Sie sich auf meinen Hut gesetzt, dann traten Sie mir aufs Hühnerauge und jetzt spucken Sie mit in mein Bier. Wenn Sie mich nun etwa gar noch hauen wollen, dann steh' ich aber auf und such' mit einen anderen Platz." —
Stammväter der Buren aus dem Regierungsbezirk Kassel.
Neuere Veröffentlichungen von Urkunden ans der ersten Besiedelungszeit des Kaplandes ermöglichen endlich eine zuverlässige Ueberficht über den Anteil, welchen die Völker Europas an der Bildung des Burenvolkes gehabt haben. Im neuesten Heft der „Deutschen Erde" (Gotha, Justus Petthes; jährlich 6 Mk.) befindet sich eine große Karte Mitteleuropas, welche die Geburtsorte der Stammväter der Buren angiebt. Es stellt fich nunmehr heraus, daß aus dem heutigen deutschen Reiche sehr viel mehr Buren stammen, als man bisher annehmen konnte. Besonders zahlreich find außer den großen Städten die nordwestlichen preußischen Provinzen und das mittlere Deutschland vertreten. Jedoch weisen auch Süddeutschland und die östlichen preußischen Provinzen noch zahlreiche burische Stammväter aus. Wir geben nachfolgend ein Verzeichnis der aus unserer Gegend stammenden Buren in der Annahme, daß es vielfach möglich sein dürfte, noch heute Familienzusammenhänge zwischen den Auswanderern und der Heimat nachzuweisen. Wir bitten, etwaige Ergebnisse derartiger Nachforschungen dem Herausgeber der „Deutschen Erde," Professor Langhans in Gotha, mitzuteilen, der auch zu jeder weiteren Auskunft gern bereit ist.
Falkenthal nach Sofia depeschieren, daß die Schlacht glänzend gewonnen sei.
Jetzt galt eS den Sieg auSzunützen, dem Feind den Rückzug zu erschweren. Falkenthal brach selbst an der Spitze mehrerer Bataillone auf die serbische Nachhut ein, die eine günstige Wegestelle tapfer verteidigte. Das Gefecht kam zum Stehen. Mit seinem Feldstecher beobachtete der Major genau den Feind, und da erkannte er auch den Befehlshaber: ES war Graf Zural
Und nun ward es doch noch ein Duell zwischen beiden. Falkenthal führte die Bulgaren zum Sturm, ein wütendes Handgemenge entspann fich, selbst die Verwundeten stachen noch auseinander los, bis endlich die feindlichen Reihen ins Weichen kamen. Ungestüm drängten die Bulgaren nach, und in diesem Augenblick sank der tapfere Führer, von einer Kugel in die Brust getroffen zu Boden.
Woher daS Geschoß gekommen war? Wer konnte das in dem Lärm und in der Aufregung des Kampfes wissen oder beurteilen ?
Der Korporal Krüger, der einstige Sonnenfelder Postillon, trug den schwer verwundeten, bewußtlosen Kommandeur aus dem Feuer. Dabei erhielt er selbst eine Schußwunde am Arm, aber er hielt den Major fest. Und mit Aufbietung aller Kräfte kam er zur Verbandsstelle.
„Heiliger Himmel der Major!" rief Dr. Grau entsetzt. Bei den deutschen Worten fuhr der Korporal zusammen. Scharf richteten fich des Arztes Augen auf den Mann. Aber hier war jetzt keine Zeit, zu erzählen, die Pflicht rief. Die Untersuchung des verwundeten Majors ergab, daß die Verletzung ernst, aber nicht unbedingt tÄflich sei, gute Pflege vorausgesetzt.
Aus dem nördlichen Teil des Regierungs- bezirks Kaffel gebürtig sind folgende Stamm' Väter der Buren (die vorgesetzte Zahl bezeichnet das Jahr ihrer ersten urkundlichen Erwähnung) 1679 Diederik Putter schell und hochdeutsch ft] (Zierenberg), 1699 Frederik Conradie (Marburg), 1724 Jan Lodewijk s-Ludwig] Bouwer sowohl -Bauer] (Hessen-Kassel), 1735 Jan Hendrik Delits (Hessen-Kassel), 1739 Coenraad Striegel (Hessen-Kassel), 1742 Jan Jansz. Nieuwenhuizen sowohl -Neuhausen] (Dillich), 179 Johann Nicolaas Schot (Marburg). 1750 Johan Jacob Schreuder [= Schröder] (Hessen-Kassel), 1751 Jan Joost Sternberg H.-K.) 1752 Johan Nicolaas Meeser (H.-K.) 1752 Johan Jacob Momberg (H.-K ) 1755 Christiaan Loedolff (Spangenberg), 1756 Johan David Storm (Aliendorf), 1758 Pietor Lange - (Mernes), 1759 Johannes Fischer (Abterode), 1759 Jan Hendrik Pepler (Hessen- Kassel) , 1761 Justus Amelong (Mendorf), 1761 Johannes Bresler (H.-K.), 1762 Jan Casper Morgendaal (Reichensachsen), 1769 Johan George Kilian (Züntersbach), 1770 Johan David Wernich (Spangenberg), 1771 Johan Härmen Peo (Münchhausen), 1772 Jan Bernard Rudolph fRoedeloff] (Eschweqe), 1778 Johann Andries Heise (H.-K.), 1778 Hendrik Lodewijk Momberg (H.-K.), 1779 Johan Willem Herold (Hebel), 1779 Johanes Knoes (Florshain), 1780 Johan Wilhelm Zulch (Baraback), 1781 Johannes Viegenheim (H.-K ). 1785 Hendrik Hitzeroth (Waldkappel), 1789 Jan Hendrik Herbst (H,-K.), 1792 Siebert Dormehl (Marburg), 1794 Georg Wilhelm Kehser (Florshain), 1800 Jacobus Hoffmann (H.-K.), 1803 Johan Frederik Hesse (H.-K.), 1804 August Emanuel Christiaan Möller (H.-K.), 1785 Johan Chrisioffel Hitzeroth (Waldkappel).
Deutsches Reich
Berlin, 2. Juni.
— Unser Kaiser hat der Kaiserin von Japan den Luisen-Orden 1. Klasse mit der Jahreszahl 1813/14 verliehen und der Prinzessin Komatsu von Japan die Rote Kreuz-Medaille 1. Klaffe. Auch ein Beweis, daß wir im Zeichen des Verkehrs und der internationalen Beziehungen leben. Der Mikado selbst besitzt schon längst den höchsten preußischen Orden.
— Gestern vormittag fand in Potsdam das Stiftungsfest des Lehrinfanteriebalaillons statt, dem der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, sämtliche in Berlin weilenden Prinzen und Prinzessinnen, die gesamte Generalität, das Hauptquartier u. s. s. beiwohnten. Dem Gottesdienst und der Parade folgte ein Festessen.
— Gestern vorinittag fand die Trauerfeier fü den verstorbenen Armeebischof v. Aßmann statt.
— Vom 3. bis 5. Juni tagt hier eine Delegiertenversammlung des 76000 Mitglieder umfassenden Ge- famtverbandes der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands. Vertreter des Reichsamtes des Innern, des Reichsmarineamtes und des Reichsverficherungs' amtes werden teilnehmen.
Vor dem Gasthof, in welchem Johanna abgestiegen war, hielt der Wagen des Fürsten. Dem ritterlichen Herrn war alles nach Wunsch gegangen, gerade wollte er wieder nach dem Schlachtfelde aufbrechen, da kam die Nachricht von Falkenthals Fall.
Erschüttert brachte er selbst Johanna die traurige Kunde, die von ihr nach einem kurzen heftigen Schrnerzens-Ausbruch gefaßt ausgenommen wurde. Sie mußte zu ihm und im fürstlichen Wagen fuhr fie hinaus nach dem Kampfplatz. „Der Major wird genesen!" sprach der Fürst zuversichtlich. — „Ich hoffe es," war die leise Antwort, „Gott wäre grausam, wenn er soviel Glück nur gewähren wollte, um eS wieder zu zerstören."
Freudig lächelte der Verwundete, als Fürst Alexander selbst mit Johanna an fein Lager trat. Dr. Grau empfand tief den angstvoll flehenden Blick, den Johanna ihm zuwars. „Ei wird gerettet werden!" sagte er einfach.
Und er ward gerettet. Als der energische Siegeslauf der Bulgaren ihren heldenmütigen Fürsten bis in8 Innere von Serbien geführt, wo die Drohung einer österreichischen Intervention dem geängstigten Belgrad die Ruhe wiedergab, war Major von Falkenthal außer Gefahr.
Zum Oberst ernannt, ward sein Bund mit Johanna eingesegnet, um dieser das volle Recht der unermüdlichen Pflege zu geben. Der Doktor war aus Serbien, wohin et der Armee gefolgt war, auf einer anstrengenden Dauerfahrt nach Sofia zurückgekehrt, der Zeremonie beizuwohnen. Und an diesem Tage erfuhr et auch den Auf-