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Sonntagsbeilage: Jllrrstrirtes Sonntagsblatt.

KN 123

Blertelj^hrlichrr Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML. bei allen Postämtern 2,26 ML (excL Bestellgeld).

^»fertionSgebühr: die gehaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: di« Zeile 26 Pfg.

Marburg

Mittwoch, 6. Mai 1903.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage«. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und BeAag: Joh. Aug. Koch, Umverfitäts - Buchdruckers Marburg, Markt 21. Telephon 56.

38. Jahra/

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Dte liberalen Volksfteunde.

* Ein unparteiischer .Liberal und konservativ" Verschriebener Artikel in der Zeitschrift ^Hammer", Blätter für deutschen Sinn, «acht sich eine objektive Würdigung der Parteien zur Aufgabe. Wir entnehmen dem Aufsatze folgende Schlußbetcachtung:

Lin führendes liberales Blatt (dasBerl. Logeblatt") suchte dieser Tage den Liberalismus in empfehlende Erinnerung zu bringen und die eigene Partei in der ganzen Seelengröße lauterster Unschuld und loyaler Gesinnung zu zeigen. Es schrieb u. tu: .Kein Besonnener wird wünschen können, daß die Erregung, die naturgemäß mit den Wahlen verknüpft ist, eine Intensität erreicht, die für Staat und Gesellschaft gefährlich wird. In erster Linie ist es die Aufgabe der Regierung, alles zu ver­meiden, was das Feuer schüren könnte, sei es durch ein unzulässiges Eingreifen in den Wahl­kampf, sei es durch allerlei Chikanen gegen die Oppositionsparteien." . . . .Auch die Parteien können, unbeschadet ihrer berechtigten Agitation, sehr wohl dazu beitragen, den Wahlkampf in gemäßigten Grenzen zu halten. Vor allem sollte man sich hüten, den Kampf auf das per­sönliche Gebiet überzuspielen und einem polit­ischen Gegner auch moralische Minderwertigkeit nachzusagen. Es geht auch so . . ." Wie brav daS klingt ! Nur schade: wenige Zeilen später lesen wir schon höhnische Worte von .Wahlkreisen, die bisher im reaktionären Banne standen" und vomhinlerpommerschen Junker­paradies." Und noch weiter unten lesen wir, wie der edle Liberalismus sich genötigt sieht, das Volk gegen dieagrarische Selbstsucht" in Schutz zu nehmen. Das ist die übliche Ton­art diesmal noch dazu in mildester Ausgabe. Wenn man nun bedenkt, daß der Liberalismus jenes Blattes sich um die Hochburg Börse gruppiert, so nehmen sich solche Worte etwas seltsam aus. Die agrarische Selbstsucht! Worin besteht sie denn? Darin, daß der Bauer die unnötige Einfuhr ausländischer Landwirtschafts- erzeugniffe nach Möglichkeit beschränkt sehen will, nm für seine einheimischen Produkte einen auskömmlichen Preis zu erzielen. Mit einem Wort: der Landwirt will sein Einkommen ver­bessern nachdem dasselbe seit Jahrzehnten (durch den Einfluß der Börse) nach und nach immer geringer geworden ist und den Bankerott des größten Teiles unserer Landwirte herbei­zuführen droht. Warum ist das so verächt­lich? Bemühen sich nicht auch andere Stände fortgesetzt um die Verbefferung ihrer Lage? Fordern nicht auch die Industriellen hohe, sehr hohe Schutzzölle, um sich die ausländische Konkurrenz vom Leibe zu halten? Erstreben nicht die Lehrer und Beamten fortwährende Gehaltserhöhungen? Erzwingen nicht die Arbeiter durch Streiks immer höhere Löhne? Schreit man deswegen gleich über industrielle beamtliche oder proletarische Selbst­sucht und Begehrlichkeit? Müssen denn diese Ug." 111 g

- «Nachdruck verboten.)

Briefträgers Hannchen.

Von Georg Paulsen.

lFortsetzung.)

Der Fremde lachte herzlich.Die gibt's anderswo nicht, das glaub' ich."

.Wenigstens net so, wie daheim," antwortete Johanna.Die Klöße brächt ich ja allenfalls selbst noch fertig, aber das darf ich nicht. Und an die Bratwürst ist nicht zu denken. Die können's bloß zu HanS so Herrichten."

Wie eine schöne junge Dame so prosaische Gedanken haben kann," war die heitere Antwort. Aber wie ist mir denn," fügte er hinzu,ich müßte mich doch sehr irren, wenn ich nicht die gefeierte Sängerin Johanna Holder vor mir sähe? Nicht? Sie entzückten mich neulich in der Oper aufs höchste! Und Sie eine Thüringerin mit solchen reellen Wünschen? Ich meinte, Sie seien aus Schweden!"

Ach, Faxen von dem Menschen, dem Neu­ling, meinem Impresario. Der Mann will des Geldes wegen partout, ich sollt von da oben her sein. Meinetwegen mag er ja in den Zeitungen schreiben, was er will, aber einem Landsmann gegenüber werd' ich doch aus meinem Herzen keine Mördergrube machen. Aber net wahr, Sie find so gut, und hängen die Sach' nicht an die große Glocke. Sonst hält mir der Neuling jeden Tag eine große Standrede."

Damit hielt fie ihm in ihrer frischen Weise

Einkommenserhöhungen schließlich nicht auch von fremden Taschen getragen werden? Hält e8 nicht jeder Stand für sein gutes Recht, seine Lage zu bessern? Warum soll denn nun gerade die Sehnsucht des Landwirtes nach einer besseren Existenz etwas durchaus Verwerf­liches sein? Und nun gar die Herren von der Börse! Sie produzieren und leisten absolut nichts für das Volks- und Staatswohl. Sie fpekulieren in Papieren und anderen Werten, d. h. fie veranlassen durch geschickte Einflüsse ein fortwährendes Herauf- und Heruntergehen der Kurse und Preise. Und fie wissen es so einzurichten, daß fie bei jeder solchen Wertschwankung und künst­lichen Wertverschiebung immer den Prosit haben. Alles, was an der Börse gewonnen wird, muß ein anderer verloren haben. ES wird direkt au» fremden Taschen ge­zogen. Gewöhnlich find eS die kleinen Kapitalisten und die produktiven Stände indirekt also auch die arbeiten- Klassen, die von der Börse auS ge­plündert werden. Und zwar werden auf solche Weise täglich Hunderttausende durch die Börsenmatadore gewonnen. Hat man aber jemals in einer liberalen Zeitung etwas von der Selbstsucht der Börsenmacher und Finanzleute gelesen? Und doch gibtS keine wirtschaftliche Tätigkeit, die so auf eitel Selbstsucht und Gewinngier zuge­schnitten ist, wie das Dasein der Börsen­spekulanten. Sie gehen spazieren, rauchen die teuersten Zigarren, nähren fich von den kostbarsten Leckerbissen, machen nach dem Kurs­zettel und das ist die Hauptsache! im gtzheimen Einverständnis mit ihren Komplizen ihre Schachzüge an der Börse, und da8 be­trogene Volk bezahlt die Zeche. Hier find vor allem die Elemente zu suchen, die ein fauleS schmarotzendes Dasein auf Kosten anderer führen; und alle diese Leute nennen fich höchst liberal! Was wir für die bevorstehenden Wahlen besonders wünschen möchten, das ist: etwas weniger Heuchelei seitens der Freiheitsapostel und Volksbeglücker, und etwas mehr Gewitztheit seitens der Wähler. Vor allem sollte man jeden Wahl­kandidaten fragen:Wie stehst Du zum Börsenwucher?" Und wer hier nicht ehrlich Farbe bekennt hinweg mit dem! DaS ist auch unsere Ansicht!

Umschau.

Kaiser Wilhelm in Rom.

Die Begeisterung, die der Besuch unseres Kaisers in Rom und in ganz Italien entfacht hat, läßt fich mit Worten nicht schildern. Man muß den Jubel mit eigenen Augen mit ange­sehen, die dröhnenden EvvivaS gehört haben, um sich einen Begriff davon zu machen, wie nahe unser Kaiser den Italienern steht, welchen hohen Wert diese auf das Bündnis mit

die Rechte hin, und der Herr schüttelte sie herzlich.

Wie freu' ich mich, daß fie mir eine so vergnügte Viertelstunde bereitet, Fräulein Holder. Ich habe von Ihnen in der Stadt ziemlich viel gehört und besonders, daß es keine kältere Schönheit, als Sie, unter allen Bühnensternen je gegeben. Und nun ..."

Ja, da ist mir die Zunge wieder einmal durchgegangen," war Johannas bescheidene höf­liche Antwort.Aber so ist's alle Mal, wenn ich einem Landsmann begegne, 's geht mir das Herz da aus! Um die anderen . . ."

Große Ehre für mich, daß ich Gnade vor Ihren Augen gefunden habe. Und damit Sie nicht vergessen, wem Sie einen ftohen Augen­blick geschaffen: Alexander von Battenberg." Er verneigte sich leicht.

Glühende Röte schoß in Johannas Gesicht; fie wußte sehr gut, was dieser Name bedeutete. Aber gleich faßte sie sich. Die vollendete Dame war es, welche nunmehr sprach, sicher und ein­nehmend, aber respektvoll.

Eure Hoheit wollen verzeihen, wenn ich wie ein kecker Vogel in dieser schönen Morgen­stunde gezwitschert. Es find der Stunden, wo mir ein Zeichen freundlicher Teilnahme ge­widmet wird, so wenige, daß ich mich da leicht vergesse. Aber es wird--"

Oh, Fräulein Holder, nun aber kein Wort weiter. Ich bin im strengsten Inkognito hier, und ich bitte meine Landsmännin nicht bloß, daß fie dies Geheimnis hüten hilft, sondern mir

Deutschland und den Dreibund legen. Und trügt nicht alles, so ist der Wert dieses Bundes neuer­dings auch tatsächlich gestiegen, der Dreibund, der vor Jahr und Tag beinahe entbehrlich, er­schien, ist wieder zu einem sachwichtigen Faktor geworden. Man kann die Bestätigung hierfür aus den Trinksprüchen herauSnehme«, die bei dem Galadiner im Quirinalpalast zwischm König Viktor Emanuel und Kaiser Wilhelm gewechselt worden find. Während die zwischen den beiden Monarchen im August vorigen JahreS in Berlin ausgetauschten Trinksprüche sich darauf beschränkten, die traditionelle Freund­schaft der beiden Herrscherhäuser und Völker und die Festigkeit des erneuerten Dreibundes, des Wahrzeichens des Friedens Europas, zu verherrlichen, gedenken die Trinksprüche in Rom auch ausdrücklich der beiderseitigen Heere. In seiner ungemein herzlichen Begrüßung deS kaiserlichen Gastes feierte König Viktor Emanuel den Besuch des Kaisers als ein er­neutes Unterpfand inniger Freundschaft und des festen seit drei Generationen bestehenden Bandes zwischen den Dynastien, den Heeren und den Völkern. Und Kaiser Wilhelm, der den ersten Teil seines Toastes in deutscher Sprache auSgebracht hatte, unterstrich gleichsam die Schlußworte seines Trinkspruchs indem er sich der italienischen Sprache bediente und auf das Wohl ihrer Majestäten il re e la regina, auf das Wohl des valoroso esercito italiano, des starken italienischen Heeres, und auf das Wohl Italiens und des italienischen Volkes trank. Die besondere Hervorhebung der Heere in diesen Trinksprüchen beruht keineswegs auf Zufall und ist daher auch nicht zweck- und be­deutungslos. Es ist mit diesem Hinweis viel­mehr zur ausdrücklichen Betonung gelangt, daß der Dreibund nicht nur fortbesteht, sondern daß er auch stark genug ist, um den Frieden aufrecht zu erhalten. Zu solchem Hinweis lag infolge des Pariser Besuchs König Eduards VII. ausreichender Grund vor. England wünscht und sucht eine Stütze an Frankreich zu finden. Und da Frankreich jedem die Hand zum Bunde reicht, der nicht mit Deutschland ver­bündet ist, so liegt die Entscheidung, ob dem deutsch-österreichisch-italienischen Bündnis in Zukunft ein anderer Dreibund Rußland, Frankreich, England gegenüberstehen werde, ausschließlich bei Rußland. Rußland aber, und ebenso Japan, Englands Verbündeter, dürfte sich dagegen sehr energisch sträuben.

Am gestrigen Montage sand die Truppen­revue auf dem Manöverfelde von Centcello statt. Kurz nach 9 Uhr verließen der Kaiser und der König Viktor Emanuel, sowie die beiden ältesten kaiserlichen Söhne und die Prinzessin deS italienischen Hofes in offenen Galaequipagen, die von Kürassieren begleitet wurden, den Quirinal, um zum Paradeplatz zu fahren, wohin sich etwas später auch die Königin Helene be­gab. Beiden Majestäten wurden auf der Fahrt wiederum stürmische Ovationen zu teil. Auf dem Paradefeld stiegen die hohen Herrschaften

gegenüber dieselbe bleibt, die sie ist. Glauben Sie mir, ich weiß noch viel, viel weniger, was Teilnahme ist, als Sie. Kennen Sie Land und Leute da unten schon?" Er zeigte nach Osten.

Nein, Eure Hoheit!"

Nun, vielleicht darf ich Sie einmal in meiner Hauptstadt begrüßen. Für jetzt: Ein herzliches Lebewohl und auf Wiedersehen."

Johanna verneigte sich. Aber der Fürst hielt ihr die Rechte hin, und als fie die ihrige hineinlegte, schüttelte er fie kräftig.Also nochmals auf Wiedersehen!"

Johanna setzte ihren Weg fort. DaS war ein Zusammentreffen gewesen! Der tatkräftige Fürst Alexander von Bulgarien, dessen Name damals gerade in aller Mund war, hat mit ihr gesprochen, wie mit einer guten Freundin. Sie war des mündlichen Verkehrs mit hohen Herren nicht mehr ungewöhnt, aber in diesem Falle kam eine wirkliche Teilnahme hinzu. In allen Zeitungen war ja zu lesen, wie herbe Er­fahrungen der junge Fürst in seinem Lande gemacht, wie ihn der Trotz der Russen, daS unwürdige Treiben dunkler Elemente in Bul­garien zu einer Kraftprobe gezwungen, in der er zwar Sieger geblieben war, die für ihn selbst indessen eine hochernste und persönlich gefahr­volle Lage geschaffen hatte. Die Russen hatten geglaubt, in dem dem russischen Kaiserhause nahe verwandten Prinzen ein willfähriges Werk­zeug für ihre Pläne auf der Balkanhalbinsel gefunden zu haben, ihre Generale und Offiziere

zu Pferde. Die Parade nahm einen glänzenden Verlauf. Unfern freundlichen Leserinnen wollen wir noch verraten, daß die anmutige Königin Helene in einer weißen spitzenbesetzten Toilette mit Hermelinmantel erschien und entzückend aussah. Der Zudrang der Volksmenge zu dem militärischen Schauspiel, das inmitten der im Frühlingsschmuck prangenden Capagua mit ihren Chpressen, Pinien und FukalgyptuSbäumen unendlich malerisch war, war geradezu be­ängstigend groß. Die Truppen, 25000 Mann, waren in zwei Treffen ausgestellt, deren Fronten die Majestäten abritten. Nach der Parade be­gab fich der Kaiser in die deutsche Botschaft, wo er die Vertreter der deutschen Korporationen und Institute empfing. Nachher fand ein Frühstück zu 42 Personen statt, unter ihnen der Reichskanzler, der italienische Minister des Auswärtigen Moria, der Bürgermeister Fürst Colonna u. a. In der deutschen Botschaft hatte der Kaiser nach dem Gottesdienst am Sonntag eine mehr als einstündige Unterredung mit dem Reichskanzler und dem Botschafter Grafen Monts. Am gestrigen Montag konferierte Graf Bülow längere Zeit mit dem Ministerpräsidenten Zanardelli und dem Minister des Auswärtigen. Am heutigen Dienstag findet der Ausflug nach der Benediktiner-Abtei in Monte Cassino statt. Am Mittwoch erfolgt die Grundsteinlegung deS vom Kaiser Wilhelm der Stadt Rom geschenkten Goethedenkmals, Abschied vom Hofe und Rück» reise in die Heimat.

Der Pommernbankprozeß.

Im Berliner Pommernbank-Prozeß erklärte einer der Sachverständigen am Montag es für unzulässig, daß der Direktor, einer Hypotheken­bank Geschäfte mit sich selber mache, wie Romeick es getan habe. Weiter rügte er die Bewilligung von Darlehen auf Zukunftsmusik hin und die Heranziehung Berliner Bauräte zu der Begut­achtung eines Gutes. Dazu brauche man land­wirtschaftliche Sachverständige. Der Staatsan­walt führte aus, daß die Mitangeklagten Hamel und Bohl bei ländlichen Grundstücken wunderbare Taxen abgegeben hätten. Angeklagter Schulz warf ein, daß die landwirtschaftlichen Sachver» ständigen zu denselben Ergebnissen gelangt seien, worauf der Staatsanwalt bemerkte, er werde beweisen, daß die Bank durch Beleihungen aus Grund der Taxen von Bohl und Hamel Ver­luste erlitten habe.

Deutsches Reich

Berlin, 5. Mai.

Der Kaiser, der am Mittwoch Rom wieder verläßt und zunächst den Fürsten Fürstenberg in Donaueschingen besucht, trifft am 10. Mai in Straß­burg L 6. ein, begibt sich von dort nach der Hoh- königsburz und reist am 14. nach Bitsch zur Be­sichtigung des dortigen neuen Schießplatzes. Dann geht die Fahrt nach Schloß Urville. Der Tag für die Einweihung des neuen Portals der Kathedrale in Metz ist noch nicht festgestellt.

in der bulgarischen Armee hatten fich wie die Herren geberdet, die russischen Minister hielten eS kaum für nötig, den Fürsten wegen irgend einer Regierungs-Maßnahme zu fragen, und eS sah so auS, als ob der junge Herrscher dem­nächst werde abdanken müssen. Da hatte er fich zu entscheidender Tat entschlossen: Ein eigenes Landes-Ministerium ward ernannt, un­bekümmert um daS Zürnen der Petersburger Regierung, bulgarische, meist ganz junge Offiziere traten an die Stelle der russischen, als diese abberufen wurden, und mit kraftvoller Hand wurden Aufstandsversuche unterdrückt. Dann war dem Fürsten das Werk der Vereinigung von Rumelien mit Bulgarien gelungen, er hatte, unbekümmert um allen Protest, seinen Einzug in die rumelische Haupstadt Philippopel ge­halten, von stürmischem Jubel umbraust. Aber dieser glänzende, fast unblutige Erfolg hatte die persönliche Lage des Fürsten eher ver­schlimmert, als gebessert, von Verschwörungen und Putschversuchen war in den Zeitungen nicht selten die Rede, russische Agenten verweilten im Lande, ohne daß ihrem Treiben ein ernster Widerstand entgegengesetzt werden konnte; fie versuchten namentlich in der Armee Einfluß zu gewinnen, bei den Wahlen gab es fortwährend Tumulte, und jetzt in allernächster Zeit war gar von Kriegsgerüchten die Rede.

(Fortsetzung folgt.)