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mit -em Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.

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A-Vtertklj^hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., H ' bei allen Postämter« 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

^*«sertionsgebnhr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Dienstag, 5. Mai 1903.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen, und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, llmverfitätS - Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

'88. Jahrg.

Kaiser Wilhelm in Rom.

Der deutsche Kaiser ist den Italienern nicht nur eine bekannte, sondern auch ungemein shm- pathische Persönlichkeit. Sie würdigen die hohen Eigenschaften, die den Kaistr vor allen übrigen Fürsten auszeichnen. Sie bewundern den Reich­tum seiner Kenntnisse, die Vielseitigkeit seines Snteteffea, fcge Energie seines Willens, die Un- erschöpflichkest seiner Pläne. Eie wissen auch, all« diesen Beziehungen ihr eigener König dem deutschen Kaiser am nächsten steht. Und wÄcheS Verständnis für Italiens Größe, kür seine Kunst, bringt -der Kaiser mit nach Ko«. Da ist eS nur natürlich, daß ihm die EShne des Landes, das die Sehnsucht der Dichter Bildet, mit lautem Jubel entgegen jauchzen, daß jihre EvivaS den deutschen Kaiser wie Eturm- KbrauS umrauschen. DaS war Begeisterung, aS da am Sonnabend voriger Woche dem Kaiser entgegengebracht wurde.

Don diesem köstlichen Gut war während deS BesuchSKönig Eduards nicht sonderlich viel veraus­gabt worden, Kaiser Wilhelm aber wurde es inne, haß er in Rom ein gern gesehener, ein mit Jubel erwarteter und aufgenommener Gast sei. Die Stadt Rom hatte dem hohen Gaste zu Ehren ein prächttgeS Festgewand angelegt. Duftige Blumen, wehende Fahnen in den deutschen und italienischen Farben grüßten den Kaiser in allen Straßen der Stadt. Wie hoch

aber die gesamte Bürgerschaft derRoma intangibile den hohen Besuch zu schätzen ver­stand, das geht aus einem Manifest deS Bürgermeisters von Rom, deS Fürsten Colonna hervor, in dem eS u. a. heißt: Kaiser Wilhelm kehrt auf diesen Boden zurück, wo er dereinst von Zurufen des Volkes und der unerschütter­lichen Treue eines Freundes, des viel beklagten Königs Humbert, empfangen wurde. Eine patriotische Begeisterung erhob damals die Gemüter angesichts der beredten Kundgebung, die der Freundschaft seiner Völker die Weihe gab, betten die Mühen und Kämpfe um die wiedererungene Einheit gemeinsam waren, und das Bild einer Zukunft des Friedens und der fruchtbaren Arbeit stellte sich den Augen der ganzen Welt dar. Die seit dem großen Er­eignis vergangen« Jahre haben den Bund und die Freundschaft der beiden Nationen be- . festigt und jenes Zukunftsbild ist Wirklichkeit geworden. DaS gegenwärtige Verweilen deS deutschen Kaisers in Rom bezeichnet wiederum rin« denkwürdigen Zeitpunkt, und abermals jfitib auf Rom die Gedanken der Italiener »nd die Aufmerksamkeit der ganzen gesitteten Welt gerichtet. Die führenden Blätter Roms haben den Kaiser gleichfalls in den herzlichsten Worten begrüßt, aller Orten hört man vom deutschen Kaiser als von dem alten und auf­richtigen Freunde Italiens und feiner Haupt­stadt reden.

61 (Nachdruck verboten.)

^Briefträgers Hannchen.

"* Von Georg Paulsen.

(Fortsetzung.)

MitLieb's Hannchen!" hatte er ganz auf­richtig angefangen, aber dann ging daS .Du" und das .Sie" in der Anrede bedenklich durch­einander. Worum es sich handelte, das war eins Einladung zur Hochzeit vom Fritz, der eine schmucke Nachbarstochter nun heimführen sollte. .Wenn Sie kommen wollten, würden wir uns alle ganz mächtig freuen," so hieß es, und dann weiterund wann Du hier sein tätst, würden sich all die Sonnenfelder braun und blau ärgern. Denn so a fein' Dam', wie Du geworden, gibt's in der ganzen Stadt net. War Dein Bild neulich in dem Bilder-Blatt, hab'» all' Leut' Mund und Augen ausispertt. Mädele, waS bist schön und vornehm 'worden! Dein' Diutter konnt's gar net fassen, daß das ihr Hannchen sein sollt. Und in der Nachschrift Hieß es dann: .Die Frau Posthalterin hat sich allermeist geärgert. Und als der Herr Post­meister g'sagt hat:Aber a lustig, lieb's Ding is 's Hannchen doch 'blieben; schaut Euch die Augen an!" Ta haben's all' auf Dein Wohl angestoßen, und die Madam' iS aus der Stuben gegangen."

Hannchen las die herzlichen Gesinnungen zwischen den Zeilen, die freundlichen, lieben Heimatsbilder tauchten wieder vor ihren Augen auf.

Die lieben, lieben Leut'l" Sie sagte es ,Leise vor sich hin.

Angesichts aller dieser Kundgebungen müssm doch endlich die namentlich von Paris und London aus genähtten Gerüchte, daß trotz der Erneuerung des Dreibundes eine Abkühlung der persönlichen Beziehungen zwischen den Herrscherhäusern der beiden verbündeten Staaten eingetreten sei, verstumm«. Der Umstand, daß in der Begleitung deS Kaisers sich der Reichskanzler Graf Bülow befindet, der eben erst einen mehrwöchigen Aufenthalt in Italien vollendet hatte, weist mit vollster Deutlichkeft auf die Absicht polittscher Beratung« und Vereinbarung« während der Kaisertage hin. Da der Dreibund erneuert ist und für die politischen Verhandlungen daher gegenwättig nicht in Betracht kommt, geht man mit der Annahme wohl nicht fehl, daß in Rom eine mündliche und unmittelbare Verständigung über die 3 wichtigsten und brennendsten Frag« der Gegenwatt herbeige- führt werden wird. Die eine ist die Neuver­teilung der Einflußsphären im Mittel» meer, die durch die Abmachungen König Eduards auf seiner BesuchSreise an den italienisch« und französischen Hof eine gegen früher veränderte Gestatt angenommen haben und denen bald noch weitere Schritte folg« dürften. D« zweiten Punkt der Beratungen und Abmachung« dürft« wohl die Balkanwirren und die Stellung des Dreibundes bei eintretenden kttegerischen Eventualitäten abgeb«. Und außerdem ist es auch nicht unmöglich, daß man sich in Rom mit der Frage der neuen Handelsverträge be­schäftigt. Um 51/« Uhr nachm. war der Kaiser und seinen beiden ältesten Söhn« in Rom eingetrofleu, wo er vom Könige und den Spitzen der Beamtenschaft empfangen wurde.

Trotz schlechten Wetter» gestaltete sich der Einzug des Kaisers zu einer großen Kundgebung. Eine enorme Menschemasse füllte die Straßen. Der Kaiser trug die Uniform der Totenkopf­husaren, der König italienische Generalsuniform, der Kronprinz und Prinz Eitel trugen Garden- uniforn. Die Königskürasfiere bließen die Königsfanfare, 4>ie Mufikkorps der Truppen spieltenHeil Dtr im Siegerkranz". Der Regen hatte kurz vor der Ankunft des Kaisers aufge- hött, der Himmel blieb aber bedeckt. Wenn auch durch daS Wetter an der Dekoration manches verdorben war, bot das Bild des Ein­zugs beim Thermenplatz doch einen großattig« Anblick. Der Bürgermeister Prinz Colonna trat an den Wagen des Kaisers und begrüßte ihn namens der Stadt, der Kaiser erwiderte einige liebenswürdige Wotte. Die M«ge brc ch in begeisterten Applaus aus. Auch der Kron­prinz, der mit dem Herzog von Aosta im zweiten Wag« fuhr, wurde freudig begrüßt. Auf der Via Nationale, waren alle Portale in buntge­schmückte Tribünen verwandelt, die Menge applaudierte und jubelte, wenn auch in gemessener Römeratt. Als der Zug dem Quirinalplatz

Von einem stand kein Wort im Brief, von Hermann Grau. Und sie hätte doch gern von ihm einmal wieder gehört. Er hätte doch ein­mal an sie schreib« können, gewiß uiufcte er in den Zeitungen öfter von ihrem Aufenthalt gelesen haben. Aber dann senkte sie, mit einem wehmütigen Zug um die rot« Lippen, den blonden Kopf.

Hast Du noch einmal an Richard von Falkenthal geschtteben?" fragte sie sich selbst. Und da hatte sie die Antwort für denlieben Burschen," wie sie ihn immer noch nannte. Spielkameraden wären sie gewesen, aber daS waren sie nicht geblieben. Und nachher? Ja, das Band war zerschnitten, wohl für immer ...

Sie war der Villa des fürstlich« Inhabers der Insel ziemlich nahe gekommen. Die Schnur, welche am Nachmittage die Grenze für die der all­gemeinen Benutzung freigegebenen Promenaden­wege und die nähere Umgebung des kleinen Palais bildete, war jetzt am frühen Morgen, wo die Dienerschaft aus- und einging, nicht gezogen, und keine von den Leuten hatte die mit einfacher Eleganz gekleidete junge Dame angehalten.

Jetzt sah sie, wie auf dem Hause eine Fahne flatterte, es war also bewohnt. Johanna wendete sich, um nicht neugierig zu erschein«; nur einen Augenblick wollte sie noch unter den riesenhaften Bäumen verweilen, welche d« Platz vor dem Schlößchen einfaßt«, und die eben die Morgensonne mir goldenem Licht über­flutete. Vor dem Baumdunkel erhob sich aus dem smaragdgrünen Rasen eine phantastische, berückend schöne Blumengruppe, duftende Rosen,

sich näherte konnten die Truppen die Ungeduld der Mass« nicht mehr zügeln. Im Nu war der Quirinalplatz zum Erdrücktwerden gefüllt. Nach 5 Minuten erschien der Kaiser, daS Königs­paar und alle Prinzen auf dem Balkon, wo sie mehrere Minuten verblieb«. Nach dem Einzug fuhr der Kaiser zum Pantheon und legte hier einen Kranz am Grabe Victor Emanuels und am Grab Umbettos nieder, an dem et niederkniete. Die Veteran«, die daS Grab bewacht«, weint« bei dieser Szene. Dann begab sich der Kaiser mit feinem ganz« Gefolge in acht Wagen zur Königin Witwe Margherita. Wiederum war« all Straßen ge­füllt, und eL kamzugroß«Bolksdemonstrattonen. Die Ansprache, welche der Bürgermeister von Rom, Fürst Colonna, auf dem Esedraplatze au den Kaiser richtete, lautete wie folgt:Euer Majestät möge mir gestatten, Ihnen ein Willkommen Roms zu «tbieten und die Gefühle auftichtiger Fr«de meiner Mitbürger auszu­drücken. Indem Italien von neuem als Gast des italienischen Bodens in Ew. Majestät die hehre Verkörperung der Tr«e des d«tschen Volkes erblickt, schatt es sich um feinen König, um in der Person Euerer Majestät einen er­lauchten und weisen Herrscher zu begrüßen, dessen allen edeln und erhabenen Lebensäußer­ungen offener Geist dem italienischen Volke aufs neue namens des deutschen Volkes eine Be­kräftigung der Sympathie überbringt, welche den Bund der Eintracht durch Bande der festesten Freundschaft enger schließt, und Rom, daS mit Rührung des Tages gedenkt, an dem Euerer Majestät erlauchter Vater dem "Volke vom Ouirinal herab ein königliches Kind zeigte, welches heute unser vielgeliebter Herrscher ist, wird Ew. Majestät einen Empfang bereiten, der den Empfindungen entspricht, welche Ihre Gegenwart an seiner Seite in allen italienischen Herzen erweckt."

Umschau.

Zur Beilegung des Trierer SchulstreitS

teilt dieNordd. Allg. Ztg." zur Richtigstellung unzutreffender Angaben folgendes mH: Eine Trennung der Schülerinnen nach Konfessionen für den Unterricht in deutsch und Geschichte ist nicht beabsichtigt. Es ist auch unrichtig, daß der für den katholischen Religionsunterricht an- gestellte Kaplan Reitz auch Unterricht in deutsch und Geschichte erteilen soll. Dieser Geistliche wird mit der Erteilung der katholischen Reli­gionsstunden an den beiden staatlichen Anstalten, höhere Mädchenschule und Lehrerinnen-Seminar, und mit der Abhaltung des katholischen Schnl- gottesdienstes, der mit der Zustimmung des Bischoss von Trier nunmehr für beide Anstalten angeordnet ist, vollauf beschäftigt sein. Es ist auch unrichtig, daß die neu angestellte

von einer anderen farbenfreudigen Blütenwett umringt, so daß sie sich nicht satt sehen konnte.

Vielleicht hatte sie schon kostbarere Arrange­ments geschaut, aber nicht eines, daS von so bestrickend-verführerischem Reiz, daS sich so lachend, sonnig und wonnig den Blicken darbot.

Sie hätte Schritte hinter sich und fuhr zu­sammen. Sie bemertte einen hochgewachsenen Herrn, das kühne, offene Gesicht vom leichten Vollbatt umrahmt, in unauffälliger, lichter Kleidung, auf dem Haupt ein« Weichen Filz­hut, der dem vor ihm hettrabenden mächtigen Bernhardiner langsam folgte. Eilig wollte sich Johanna in einen Seitengang retten, aber eine wohlklingende Stimme forderte sie in franzö­sischer Sprache auf, ungestött ihren Spazier­gang fottzusetzen.

Sie bat um Entschuldigung, daß sie sich ganz in die Nähe deS HauseS gewagt, verwies aber darauf, daß jede Absperrungsmaßregel gefehlt, und sie daher im Genuß des schön« Morgens des WegeS zu wenig geachtet habe.

Die fremde Sprache war ihr indessen doch nicht geläufig genug, und so verstel sie unwill­kürlich in daS heimische Idiom, als sich jetzt der riesige Hund liebkosend an sie herandrängte.

Bist a prächt'ger Kerl!" So entfuhr es ihr.

Schau, Sie sprechen Deutsch?" rief da der Herr verwundert und erfreut zugleich.

Ich bin eine Thüringerin, mitten im Herzen Deutschlands!"

Dann sage ich von Herz«: Grüß Gott, mein Fräulein! Ich bin gar nicht so weit von Thüringen zu Hause, aus Hessen." Damit trat er näher und grüßte nun nochmals in liebens­würdig- verbindlicher Weise, den Hut lüftend.

katholische Seminarlehrerin den Unterricht in deutsch und Geschichte auf der Oberstufe der höheren Mädchenschule und im Lehrerinn«- Seminar allein erteilen soll. Wie bisher werden vielmehr auch evangelische Lehrperson« dies« Unterttcht mit verseh«. Richtig ist, daß Verhandlungen mit der Stadt Trier weg« Einttchtung einer UebungSschule schweben. Diese Verhandlung« hab« schon lange vor dem sogen. Ttterer Schulstreit ihren Anfang gmomm«. Die UnterttchtSverwaltung hat ein Interesse daran, die staatlichen Seminare mit eigenen UebungSschulen anszustatten und sie von andern Schulanstalten unabhängig als selbständige Anstalten unter eigener Leitung zu organisieren. Die Verhandlungen übet diese UebungSschule, die nach d« Verhältniff« in Trier nur eine katholische sein kann, waren durch d« Trierer Schulstreit unterbrochen, find jetzt aber wieder aufgenommen worden. Dem preußischen Landtage wird in seiner kommenden Session eine Vorlage bett, die Geldforderung für die neue Einrichtung zugehen. Die Trierer UebungSschule betrifft also diejenige Vorlage der künftig« Session, die an «Per Stelle amtlich angekündigt worden ist.

Brotwucher.

Die Hildburghausener Dorfzeitung, die ge­legentlich gern gegen dieextremen Zollforder­ung« der Agratter" mobil macht, sieht sich genötigt, der folgend« Notiz Raum zu geben: Eisfeld, 24. April. Wie interessant l Unser Finanzminister regelt jetzt die Ablösung de» Deputatholzes und des Deputatgetreides. Dabei legt er den Beteiligten die Durchschnittspreis« vor. ES betrug der Preis:

im Jahr des Weizens des Roggen», 1880 10,30 10,83

1890 9,86 9,32

1900 7,59 7,63

oder im Durchschnitt von 10 Jahren: 1881-1890 9,35 8,42

18911900 8,76 7 92

Also: jedesmal weniger. Die Getreidepreis« finken trotz die Zölle, die Arbeitslöhne steigen, es wachsen die Steuern und Abgaben gerade des Bauern, d. h. der Bevölkerung, die im Schweiß ihres Angesichts die heimatliche Scholle bebaut. Und dabei schreit man Zetermordio wegen .BrotwucherS". Tolle Welt k "Wir haben dem nichts hinzuzusügen!

Unnötige Sorge

macht sich dieHess. Ldsztg." über unserr Stellnng gegenüber dem § 2 des Jesuitenge­setzes. Wir können sie versichern, daß unser« persönliche Anschauung über den Wert oder Unwert dieses Paragraphen sich seit dem Auf­treten deS Herrn von Pappenheim nicht ge­ändert hat. Wir beurteilen diese Frage auch

Johanna fiel ein Stein vom Herzen bet den letzten Worten. Sie hatte schon gefürchtet, einen Her« aus dem Hofstaate des fürstlichen Besitzers der Insel, wo nicht gar die erzherzog­liche Hoheit selbst vor sich zu sehen. Ein Lands­mann, und ein so liebenswürdiger und höflicher dazu, die Begegnung gab dem schönen Morgen einen doppelten Reiz.

Sie hatte den Sprecher flüchtig, aber doch aufmerksam gemustert. Et war noch jung, der Bart und der ernste Gefichtsausdruck ließen ihn wohl älter erscheinen, als er in Wirklichkeit war. Die straffe Haltung verriet sofort der» eifrigen Militär, aber in den großen Aug« lag etwas, was man beinah' Schwermut zu nennen geneigt war. Trotz feiner gebietend«, kräftigen Erscheinung und trotz seiner Jugend mußte der Mann da vor ihr doch ernste Lebens­erfahrungen bereits gemacht hab«.

Im leichten Geplauder gingen sie ein paar Schritte. Man sprach über d« Reiz der Thüringer Wälder, über die ragende Wattburg, das einzige Schwarzburg, und Johanna seufzt« unwillkürlich.

Mir scheint, Sie haben Heimweh," meinte der Herr lächelnd.

Nun net grad Heimweh," antwortete fie schelmisch,i komm' schon wieder amal nach Haus, aber nach etwas von zu Haus sehn'» mich manches liebe Mal. lieber all bie feinet' Sachen in den Hotels vergißt man doch nimmer woran man zu Haus gewöhnt war!"

Und das wäre in diesem Fall?"

Zum Mittagessen ein recht Gericht Thüring« Klöß', und lum Abend a paar Rostbratwürst'k*

(Fortsetzung folgt.)