ec Nxorthauseu, 29, April. Am Mittwoch, tt» 6. Vtai, nachmittags 4 Uhr, findet im GsLhaus zur Linde" hier eine Wanderver- ^muarlunq des landwirtschaftlichen Vereins statt.
n. Lohra, 28. April. Die Gemeindevertretung hat in einer ihrer letzten Sitzungen den Beitritt des Feuer^hrverbandes Lohra zum Kreisfeuerwehr. Verband Marburg beschlossen.
B Wollöhanfe« 27. April. Der hiesige Ort«, einwohmk Johannes Schneider, Sohn unseres Bürger- »eisters, will auf feinem Grundstücke, welches links bom Wes» nach Seelbach gelegen ich eine Lackstein- Jabril errichten. Das dazu nötige Waffer wird durch vnen auf dem Grundstück gebohrten Brunnen geliefert. Auch hat Herr Schneider schon Backsteiu- sormer aus Ronshausen, Kreis Rotenburg, engagiert. Leider ist das anhaltend nasse Wetter dem Unter» »hmen bisher wenig günstig gewesen.
K. Kirchhain, 28. April. Zur heutigen Sitzung her Stadtverordnetenversammlung lagen nur 3 Posten vor. Der erste Punkt betraf den Austausch einer Leinen Fläche mit Schuhmacher Georg Sippel. Meser will eine neue Scheune bauen und ist hierzu ce. 2 qm. städtischen Grundeigentums benötigt, wo- gegen er eine größere hieran angrenzende Fläche ab« «den will. Die Vorlage wurde einstimmig genehmigt. Au Punkt 2 wurde von Bestellung des Karl Rvhmann als Beiwächter Kenntnis genommen. Zu 3 wurde hon der Gewährung eines Staatszuschuffes zu den fltoften der gewerblichen Fortbildungsschule Kenntnis genommen und weiter beschlossen, dem Vorschlag Königlicher Regierung anschließend, de« Magistrat zu ersuchen, wöchentlich 4 an Stelle der bisherigen 3 Unterrichtsstunden einzuführen.
□ Schweinsber«, 28. April. Auf be* Dache He8 hiesigen Rathauses befindet sich ein Storchnest, das vor längerer Zeit von der Störchin bezogen wurde. Vergebens war jedoch ihr Warten auf die Ankunft des Männchens, und schließlich wählte sie sich einen «tuen Gefährten. Gestern nun kam anscheinend der rechtmäßige Gatte an. und es entspann sich unter lebhaftem Geschrei ein wütender, stundenlang andauernder Kampf zwischen beiden, in dessen Verlauf sie sich blutige Wunden beibrachten uud das Nest arg demo- Berten. Die Störchin warf infvlgedefien ihre drei im Neste befindlichen Eier aus demselben hinaus.
« Emsdorf, 27. April. Durch einen Familiensterbefall, und durch kränllichen Zustand wurde der hiesige Lehrer M. Zimmer veranlagt, den Unterricht der Schule aufzugeben, und sich in den Ruhestand versetzen zu lassen. Derselbe schied deshalb heute aus unserem Otte nach einer 22 jährigen Tätigkeit, um seine wohlverdiente Ruhe in Oberbimbach im Kreise seiner Angehörigen zu genießen. Dem verdienten Lehrer wurde am gestrigen Abend zum Abschiedskommers ein Fackel- und Lawpionszug von seinen Schüler» gebracht, wobei SchützenvereinS- vorstand I. Bieker in einer Ansprache die treue Pflicht- und Diensterfüllung des scheidenden Lehrers hervorhob und aufforderte, zum Danke demselben ein 3 maliges Hoch auszubringen, in welches alle einstimmten. ES wäre nun sehr erwünscht, wen« sich alsbald ein Bewerber um die hiesige erledigte Schulstelle melden würde.
** Rauschenberg, 28. April. Die hiesige Oberförsterstelle ist zum 1. Juli 1903 anderweit zu besetzen.
X Treysa, 26. April. Auf der Fahrt vo» Wabern aus starb gestern ein Reisender, desien Endziel Bad Ems war. Die Leiche wurde unterwegs ausgeladen.
O Tretzsa, 28. April. Einer hiesigen Bürgers- familie wurde heute ein Mädchen geboren, dem beide Hände und Füße fehlen. Außerdem ist dasselbe durchaus normal gebaut und soll nach dem Urteil Sachverständiger lebensfähig sein.
RodhkiM tu Bieber, 27. April. Für das Kreis-Krieqerfest des Verbandes Biedenkopf, welches am 12. und 13. Juli hier stattfinden wird, ist nunmehr die Mufikfrage endgiltig erledigt worden. Bekanntlich sollte entweder die Musikkapelle vom Kaiser Wilbelm-Regt. Gießen oder die Kapelle des neuen Art.-RegtS. Nr. 47 in Fulda gewählt werden. Da die Wahl Stimmengleichheit ergab, so mußte schließlich daS 2os entscheiden, daS die Artillerie-Kapelle traf.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete
n. Kassel, 28 April. Großes Aufsehen erregt hier die Erhebung der Anklage gegen den früheren zweiten Direktor der Tiebertrocknung. Kaufmann Soflmann in Hannover. Bollmann, der eine rasche Karriere gemacht hatte, galt als die rechte Hand des ersten Direftors Schmidt nnb war noch in den letzten Wochen vor dem Zusammenbruch zum zweiten Direktor avanciert. Arn Tage der Bankrotterklärung der Trebergefellschast meldete er seinen Austritt aus dem Vorstand bei Gericht an. Es hat gegen ihn früher ein Verfahren geschwebt, welches aber nachher wieder ausgehoben wurde. Die Voruntersuchung gegen Schmidt hat anscheinend von neuem Material gegen Vollmann zutage gefördert. Die Verhandlung gegen ihn wird gleichzeitig mit der gegen Schmidt am 19. Juni vor den Geschworenen stattfinden.
Eschwrze, 27. April. Ter Bezirksverein beider Heften und Naffau im deutschen Fleischerverbaut« hielt gestern und heute seinen diesjährigen Bezirkstag in unserer Stadt ab. Gestern nachmittag um 1/i4 Uhr eröffnete im Stadtpark der Obermeister der hiesigen Fleischer- innung, Herr C. Heinemann, die geschäftliche Sitzung mit einer Begrüßung der Erschienenen. An de« Verhandlungen beteiligten sich etwa 200 Delegierte und Gäste. Aus dem Ergebnis der Sitzung sei folgendes erwähnt: Der Bezirksverein umfaßte Ende 1902 32 Innungen mit 1847 Mitgliedern und 14 Einzelmeistern an 12 Plätzen; boS bare Vereinsvermögen belief sich auf 1460 Mk. Als erster Referent befürwortete Herr Verbandsvorfitzender Lautz-Darm- stadt den Ausbau der Sprechmeisterämter und die Errichtung vonZentral-ArbeitSnachweiSstellen. Punkt 2 betraf daS neue Gewerbe-Unfallver- ficherungsgefetz und die Pflichten gegen die Fleischerei-Berufsgenoffenschaft, über welchen Herr I. Falk-Mainz referierte. Punkt 3 betrifft die Umbildung der allgemeinen Fortbildungsschulen in sachliche Fortbildungsschulen und die Unterstützung von Fachschulen für daS Fleischergewerbe. Punkt 5 betrifft die Wirkung des Gesetzes, betreffend die Beschäftigung von Kindern für das Fleifchergewerbe, worüber Herr Obermeister Falk-Mainz referierte. Die nachfolgenden Punfte fanden nun schnelle Erledigung. Nachdem noch Herr Obermeister Marx-Frankfurt über die Zuständigkeit des MarttortrS für Klagen gesprochen, referierte noch Obermeister Schwarz Allda über die Abänderung deS SchlachthauSgesetzeS. — Als Ort für den nächsten Bezirkstag wählte man einstimmig Lauterbach.
Waldkappel, 27. April. Beim Spiel an der Wohra ertrank gestern abend die sechsjährige Tochter des Zigarrenfabrikauten Heffe hierfelbst.
Ha»a«, 28. April. Der bei dem Fuhrunternehmer Scheich bedienstete ledige Knecht
Schäfer ruschte gestern vormittag vom Wagen herunter. Unglücklicherweise kam er gerade vor daS Vorderrad zu liegen, daß ihm gleichwie das Hinterrad über die Brust ging. Die hierdurch erhaltenen Verletzungen waren derart schwere, daß Schäfer augenblicklich tot war. Derselbe stand im Alter von 34 Jahren.
Offenbach, 27. April. Ein schweres Unglück bat sich gestern, laut „Offenb. Ztg.," bei einer Feuerwehrübung zugetragen. Die freistehende große Leiter, auf der sich eben drei Mann befanden, wurde durch einen plötzlich austretenden Wirbelwind umgeworfen. Dem untersten der drei Feuerwehrleute gelang es, noch rechtzeitig abzuspringen, der zweite kam mit einigen Hautabschürfungen davon, während der zu oberst stehende, der Maurer Emanuel Peter HauS, mit voller Wucht zu Boden geschleudert wurde und schwere Verletzungen, besonders am Kopfe, erlitt, u. a. wurde ihm der Unterkiefer zerschmettert. Der Bedauernswerte wurde im Wagen des Herrn RegierungSaffeffors nach seiner Wohnung verbracht, wo er noch immer besinnungslos darniederliegt.
Limburg, 27. April. Im großen Saale der „Alten Post' hatten sich gestern über 120 Schmiedemeister aus unserer Provinz, aus Hessen und Waldeck zu einem ersten BezirkS- schmiedetag zusammengefunden. Der BezirkS- verband ist am 1. April d. I. inS Leben getreten uud besteht auS Innungen und zahlenden Mitgliedern. Es wurde nur über Fachangelegenheiten verhandest. Der nächste Bezirkstag wird in Kaffel stattfinden.
Ue«efte Tetegemttme
Stettin, 29. April. Die »Voss. Ztg." meldet aus Budapest: Studenten veranstalteten wiederum Demonstrationen. 600 Mann zogen vor den Klub der Unabhängikestspartei, der Abend ist aber ruhig verlaufen. — AuS Monte Carlo meldet das ,Berl. Tgbl.": , Hier ertränkte sich ein junger Mann aus Köln, Josef Bruck, nach einem Verlust von 100000 Mk. Aus Petersburg meldet der .Lokal-Anzeiger": Die Bakuer Nachrichten melden aus Kars: Bei Sarakumefch überschritt eine Eskadron türkischer Kavallerie die russische Grenze. Ein Regiment Kosaken erschien auf dem Platze und tötete sechs türkische Soldaten und einen Offizier. Die Ruffen hatten keine Verluste. — AuS Kiel meldet die „Tägliche Rundschau": Der Verteidiger Hüffeners beantragte Ladung der Lehroffiziere zum Zwecke der Aufklärung über die Instruktion. Zur Verhandlung find 15 Zeugen geladen. — Nach der „Nationalzeitung" wird sich die aus den 12. Mai anberaumte Sitzung der Kartell- Enquete-Kommission mit dem Rheinisch-Westfälischen Kohlenshndikat beschäftigen.
Stettin, 29. Apri^ Nachdem das Internationale Statistische Institut die Tagung auf den 21. bis 25. September in Berlin festgesetzt hat, ist die Generalversammlung des Vereins für Sozialpolitik in Hamburg aus de» 11. bis 17. September vom Ausschüsse gelegt worden.
Wien, 29. April. Der König von Sachsen ist heute vormittag zum Prinzregenten Luitpold
nach München abgereist. Auf dem Bahuof war der Ehrendienst des Königs und der sächsische Gesandte. Ter Kaiser begleitete den König zum Bahnhof, wo die Monarchen fufr* herzlich verabschiedeten. ;
Grenoble, 28. April. Der Staatsanwalt reiste in der vergangenen Nacht nach dem Kloster de la grande Chartreuse ad. — Der Komman» deur des vierten -Dragonerregiments, Oberst Coubertin, welcher beauftragt war, zwei Schwadronen feines Regiments nach dem Kloster de la grande Chartreuse zu senden, bat den Kriegsminister telegraphisch um seine Entlastung.
Petersburg, 26. April. In Sebastopol brach am 28. April der .Nowoje Wremja" zufolge, nachdem am Morgen warmes, sonniges Wetter geherrscht hatte, plötzlich ein starker Orkan aus, der Dächer von den Häusern abriß und Bäume entwurzelte. Eine Barkaffe mit mehreren Menschen wurde inS Meer entführt. Zur Rettung ging ein Torpedoboot in See.
Washington, 29. April. (Reuter-Meldung). Die verbündeten Mächte erklärten sich mit den Bedingungen des Protokolls einverstanden, wodurch die Frage der vorzugsweisen Behandlung der Verbündeten seitens Venezuela dem Haager Schiedsgericht unterbreitet wird. Das Abkommen soll am 4. Mai rmte^eichnet werden.
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