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Sonntagsbeilage: Jllustrirtes SonntagsbLatt
Gezählt wurden
setzt, so erhält
man
1900
1878
mittelt:
aus 100 Einwohner
1892
53
97
219
497
416
119
7,7
0,02
34,6
42,0
20,1
5,8
6,2
0,09
29,2
46,2
13,2
4,3
8,2
0,08
88,4
60,9
17,4
5,7
6,5
0,02
29,2
35,5
17,0
4,9
7,8
0,01
35,5
27,5
24,6
6,3
7,8
0,01
35,0
17,9
31,1
6,0
7,4
0,01
33,6
17,2
29,8
5,8
38. HHM
1. Dezbr.
1900
4195361
649
7199 18939692 9692501 16807014 3266997
7,1
0,01
82,5
25,1
22,5
5,7
1. Dezbr.
1892
8836278
383
6320 17555834 13589662 12174142
3091598
1883 1892 auf 1 qkm
1881 798,9
103,81
567,75
8547 321,6
217 748,2
684653,4
48042,2
Pferd- Maultiere u.
10. Jan.
1878
8852231
1626
11689 15776702
24999406
7124088
2320002
55
99
230
531
443
126
Stück überhaupt darunter mit beweglichen Waben (ö. £>.)....
zur Gesamtfläche und Reichs ins Verhältnis folgende Ziffern:
Es kamen
Maulesel Esel Rindvieh Schafe Schweine Ziegen
Wenn
*— I
gestellt wird, ist nach Lage der Dinge selbstverständlich, weil die Konservativen eben ihre politischen Anschauungen den Hörern darlegen wollen. Den Gegnern ist ausdrücklich das Recht gewahrt, so oft sie wollen, dazu das Wort zu ergreifen und ihn zu bekämpfen, — vorausgesetzt, daß die Zuhörer ihm willig folgen und nicht wie in Kirchhain die Ausführungen des Redners mit fröhlichen- Gelächter, humorvollem Zuruf und lauter Unterhaltung beantworten.
Das haben wir sachlich auf die gemachten Vorwürfe zu antworten. Auf die mehr oder minder versteckten Anwürfe näher einzugehen^ halten wir nicht für tunlich. -L
Der Fall Hüssener im Reichstage.
Die Zentrumsinterpellation über den Fall Hüffener-Effen im deutschen Reichstage war eine vollkommene Ueberraschung; nirgends hatte
Rindvieh: „ 1883
Kälber, noch nicht 6 Wochen alt 50
„ 6 Wochen bis 6 Mon. alt 94
Jungvieh, % bis 2 Jahre alt . 210
Stiere und Ochsen, 2 Jahre alt und älter........466
Kühe, 2 Jahre alt und älter . . 380
Schweine, 1 Jahr alt und älter . 116
Ergebnisse der Viehzählung.
Die Ergebniffe der Viehzählung vom 1. Dezember 1900 im Deutschen Reich find jetzt dorn Kaiserlichen Statistischen Amt (Ergänzungs- h-ft zum I. DierteljahrSheft zur Statistik des Deutschen Reichs, Jahrgang 1903) veröffentlicht worden, nachdem die hauptsächlichsten ZähluugS- ergebniffe über Stückzahl, Verkaufswert und Lebendgewicht für das Reich im ganzen in Nr. 23 beS „Deutschen Reichsanzeigers' vom 27. Januar 1902, für jeden Bundesstaat im ganzen und das Reich aber im II. DierteljahrSheft z. St. d. D. R. 1902, S. 238 45 mitgeteilt waren. Dem umfassenden Tabellenwerk ist eine mit vielen Zahlenüberfichten versehene Einleitung vorauSgeschickt. Die beigegebenen 8 kartographischen Darstellungen find nach einem neuen, der Allgemeinen Stereotypie-Anstalt in Berlin patentierten Typendruckverfahren hergestellt. Die Einleitung gibt ein Bild der Entwickelung des deutschen Viehbestandes und damit zugleich der deutschen Viehzucht auf Grund der Ergebniffe der vier großen Viehzählungen von 1873, 1883, 1892 und 1900. Die kleineren Viehzählungen von 1893 und 1897 sowie die mit den landwirtschaftlichen Betriebszählungen der Jahre 1882 und 1885 verbundenen Erhebungen des landwirtschaftlichen Nutzviehes find dabei als erwünschte Kontrolle der Entwickelungstendenz mitberücksichtigt.
1900 1892 1883 1873
2605350 2034485 1911797 2333484
Bezüglich aller die Stückzahl betreffenden Einzelheiten muß auf da8 Quellenwerk selbst verwiesen werden, daS zum Ladenpreise von 1,50 Mk. durch jede Buchhandlung (Verlag von Puttkamer und Mühlbrecht, Berlin) zu beziehen ist. ES handelt sich dabei hauptsächlich um die Zusammensetzung der wichtigeren Viehgattungen nach Altersklaffen (Verjüngung des Rindvreh- und Schwcinestapels) und nach DerwendungS- arten, sowie um die Verteilung der Bestände auf die verschiedenen Gebietsteile des Reichs und den Nachweis der Hauptzuchtbezirke. Eingehendere Nachweisungen über die Ein- und Ausfuhr sowohl an lebendem Vieh als an sonstigen Erzeugniffen der Viehzucht sind der Besprechung eingefügt. WaS die Ermittelungen des Lebendgewichts anlangt, so lassen sich folgende Zahlen vergleichen:
konservativen Versammlungen polemisiert und bezüglich des in dem Artikel selbst zugegebenen starken Besuches der Versammlungen in Frankenberg und Kirchhain die törichte Bemerkung gemacht, daß man sich darüber nicht zu wundern brauche, da die konservativ - bündlerischen Ge- sinnun^genossen auS den umliegenden Ortschaften einigermaßen zahlreich herbeigeeilt seien. Wir halten eS für selbstverständlich, daß wenigstens die Anhänger unseres Programms zahlreich erscheinen. Wenn sie schon den Sacck füllen, so ist daS um so freudiger zu begrüßen. Den schlechten Besuch der Wahlversammlung in Marburg mH der geringen Anziehungskraft des konservativ-bündlerischen Gedankens zu erklären, bringt nur die „Hess. LandeSzeitung" fertig. Niemand ist mehr bereit, als wir, den nicht übermäßigen Besuch in Marburg zuzugeben. Aber trotzdem bleibt unser Auge scharf für die Erklärung, daß eine ganze Reihe von ungünstigen Momenten den zahlreichen Besuch beeinträchtigen mußte. Mözen doch die National- sozialen einmal eine Wahlversammlung für Samstag nachmittag 1 Uhr einberufen bei einer Witterung, die Regen und Schnee in Masse schickt und die Versammlung 24 Stunden vorher ankündigen? Qm vivra, verrat Daß sie dann vielleicht von einer gut besuchten Versammlung berichten würden, könnte uns nicht wundern. Wir haben daS niemals getan.
Der weitere Inhalt des Artikels enthält einen Protest gegen die in konservativen Wahlversammlungen vom Leiter geübte Redebeschränkung. Der Artikel spricht von schlau berechnetem und sreihsitsfeindlichem Manöver, von Tricks und sonstigen Dingen. Tatsache ist, daß der Vorsitzende der Versammlung erklärte, mit Rücksicht auf eine ökonomische Verwertung der zu Gebote stehenden Zeit eine gewisse Beschränkung üben zu müssen. Kein Mensch wird ihm daS verdenken. Eine Versammlung, die um 4 Uhr beginnt, kann nicht ins Endlose ausgedehnt werden. Wollte man den Opponenten unbeschränkte Redezeit gewähren, dann läge die große Gefahr nahe, daß sie zu ausgedehnten, uferlose» Reden benutzt und die Versammlung dadurch gesprengt wird. Wer gewohnt ist, sachlich zu reden und seine Einwände klar und präzis zu machen, der wird in 10—15 Minuten erdrückend viel sagen können. Diese Beschränkung hat dann noch den Vorzug, daß der Angegriffene zu der einzelnen aufgeworfenen Frage sofort und mit genügender Klarheit Stellung nehmen muß, nicht zu einem Wust von aufgeworfenen Bedenken, die kein Wähler in ihrer Reihenfolge und ihrer Begründung behalten kann. Und ist mit Rücksicht auf die Versammelten, die Klarheit haben wollen, diese Praxis nicht direkt geboten? Daß einem Parteiangeqörigen vom Vorsitzenden zu seiner Rede reichere Zeit zur Verfügung
Pferde ....... Maultiere, Maulesel und Ekel.......
Rindvieh......
Schafe . . . . . . .
Schweine......
Ziegen.......
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgab«
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckcrer
Marbrug, Markt 21. — Telephon 55.
44,2 81,3 19,3 12,6
Umschau.
Gegen die sog. konservative Versammlungspraxis wendet sich ein Leitartikel in einer der letzten Nummern der „Hess. Lsndesztg.". Im Eingänge wird gegen die Zusammensetzung der
Auch hier sei auf das Quellenwerk verwiesen, da einige herausgegriffene Zahlen nur ein schiefes Bild geben würden.
An Federvieh find gezählt worden: 6239126 Gänke, 2 467043 Enten, 55395837 Hühner, 351165 Truthühner, 120071 Perlhühner, zusammen 64573242 Stück.
An Bienenstöcken wurde« im Deutschen Reich er-
Marburg
Sonntag, 26. April 1903.
tßfetbe
Maultiere, Maulesel und
Ekel.......
Rindvieh......
Schafe.......
Schweine......
Ziegen.......
Die „Fuldaer Zeitung" hatte nach einem gänzlich tendenziös gehaltene« mit vielen tatsächlich unwahren Behauptungen gespickten Bericht der „Hess. Landesztg/ über die letzten Wahlreden des Herrn von Pappenheim unter dem 21. d. Br. einen Artikel gegen Herrn von Pappenheim-Liebenau gebracht. Dieser hat derselben darauf folgende Berichtigung zu^ gehen lassen:
Berichtigung.
1. Es ist unwahr, daß ich mich gegen die Witwem und Waisenversorgung ausgesprochen habe. ,
2. Es ist unwahr, daß ich mich für neue Steuern, gleichviel ob Bier- oder Tabaksteuer, ausgesprochen habe.
3. ES ist unwahr, daß ich mich gegen die Verbesserung der Lage der Unter- und Subalternbeamten ausgesprochen habe.
4. Es ist wahr, daß ich mich gegen die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes vom 4. VIL 1872 zur Zeit ausgesprochen habe. (Die Aufhebung des ganzen Gesetzes stand nicht zur Diskussion.) Ich habe dies damit begründet^ daß ich eS für die Pflicht des Staates hiesig den konfesfioniellen Frieden aufrecht zu erhalten, und daß ich deshalb für erwünscht hielte^ wenn er Mittel habe, Elemente, die diesen gefährden, unschädlich zu machen. § 2 sagt: Angehörige des Ordens der Gesellschaf Jesu ic. „können', wenn sie Ausländer sind, ausgewiesen werden, wenn sie Inländer sind, „kann" ihnen der Aufenthalt an bestimmten Orten oder Bezirken versagt, oder angewiesen werden." Emer mißbräuchlichen Anwendung dieser Bestimmung, d. h. gegen Jesuiten, die den konfessionellen Frieden nicht gefährden, würde ich selbstverständlich auf das bestimmteste widersprechen.
von Pappenheim-Liebenau.
man die Stückzahl des Viehbestandes zur Bevölkerung des
Durchschnittliches Lebendgewicht eines Stückes in kt?:
- '— 1900
Im ganzen 5 576 857,7 6 380 235,9
2 352063,6
230,68
733,83
4182248,2
194 812,2
913712,8
54 565,0
7 698 366,3
Pferde . . 1678661,7 Maultieren.
Maulesel 223,85
Esel . . . 766,31
Rindvieh . 3074 264.2
Schafe . . 306 582,8 Schweine . 476 693,5
Ziegen . . 39 660,3
am
10. Ja«.
1883
8522545
1009
8786 15786764 19189715 9206195 2640994
Siertelf! hrttcher BeruqsPreiS: bei der Expedition 2 Mk., M 114 bei allen Postgütern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).
*v 9knfertionsgebühr: die gespalten» Zeile oder deren Raum 10 Psg,
Rerlamen; bw Zeile 25 Psg.
Auch die bei allen Viehgattungen — abgesehen von Bienen und Federvieh — geschätzten Berkaufswerte haben fast durchweg eine nicht unerhebliche Steigerung erfahren. Sie betrugen für das Reich:
1883 1892 1900
Werte in 1000 Mk.
Der Herr entfernte sich ebenso kopfschüttelnd, wie der elegante Kavalier; dieser eifigkalten Schönheit war in der Tat kein verbindliches Wort abzugewinnen.
Da klang ein Helles, silbernes Lachen hinter ihm her. Eilig wandte der Direktor sich um, zu dem verlassenen Salon zurück. Lachte man dort wirklich?
Er pochte, und als er auf das „Herein!"' geöffnet, sah er in der Tat, tote Johanna unter lustigstem Lachen die Widmungsschleifen der Kränze studierte und mit der nicht minder heiteren Aluscha plauderte.
„Verzeihung, Gnädigste, ich glaubte —, ich dachte —, eS sei geschellt!" Er machte kein sehr geistreiches Gesicht, und über daS Antlitz der Sängerin flog ein spöttisches Lächeln. Aber daS dauerte nur einen Augenblick, Johanna sagte mit der früheren, gemessenen Kälte: „Nein, eS ist nicht geläutet!" Eine höfliche aber abweisende Verneigung, und der Verlegene befand sich wieder außerhalb des SalonS. Achselzuckend ging er zurück in sein Bureau.
Johanna Holder hatte die flinke Aluscha beauftragt, den Ueberfluß an Kränzen sottzu- schaffen, und betrat nun den Balkon ihrer eleganten Wohnung, der durch Vorhänge gegen allzu neugierige Blicke von der Straße her geschützt war. Sinnend blickte sie auf daS prächtige Landschaftsbild, auf daS buntbewegte Leben auf der Uferstraße zu ihren Füßen nieder.
Majestätisch zog die breite, breite Donau vorüber, gewaltige Dampfer, Segelschiffe und kleinere Fahrzeuge auf ihren Fluten tragend. Die Wellen leuchteten unter der funkelnden Sonne, sie schufen ein Flammen und Blitzen, ein flüssiges Edelmetall.
44 (Nachdruck verboten^
Briefträgers Hannchen.
Von Georg Paulsen.
(Fortsetzung.)
Der reich im ungarischen Nationalstil auS- igeftattete Salon, welchen Johanna im Hotel bewohnte, barg eine große Zahl von kostbaren Kränzen und Widmungen aller Art, die ihr jeden Tag auf die Bühne gereicht wurden. Eie bekundeten die Popularität, welche sie sich im Nu in der Hauptstadt errungen. Dagegen wurden alle Huldigungsspenden und reichen ^rhente, die ins Hotel gesandt wurden, von l uiaunen Dienerin auf strengen Befehl ihrer Herrin ausnahmslos abgewiesen; keine Bitten und keine Versprechungen waren im stände, hierin eine Aenderung herbeizuführen. Und als ein übereifriger Bewunderer es doch verstanden hatte, sich den Weg zu Johanna Holder'S Salon bahnen, wurde ihm ein zwar höflicher, aber fo eisiger Empfang, daß er auf dem baldigen Rückwege zum Hotel-Direktor kopfschüttelnd bemerkte: „Diese Schwedinnen scheinen ein Herz tat8 dem nordischen Eis, dem sie so nahe find, zu haben."
Gleich darauf wurde der Direktor zu der Künstlerin beschieden, dem die kurze Erklärung ei teil wurde, daß man daS Hotel sofort ver- ffen würde, wenn noch einmal einem Besucher Unangemeldet Zutritt zu ihren Räumen ge- pattet würde.
„Gnädigstes Fräulein," wagte sich der Be- tmte zu entschuldigen.
„Sie kennen meinen Willen," war die ruhige Antwort, „ich gehe nie von dem ab, was ich Oefagt."
Und droben am anderen Ufer, zur Rechten, die alte Königsburg von Ofen, daS Schloß, um dessen Besitz im Laufe der Jahrhunderte Ströme von Blut vergossen wurden. Hoch oben von der steilen Uferwand schaut das Kleinod der Magyaren herunter, in sicherem Stolz, nach zahllosen Kämpfen endlich der festen Hut der ungarischen Nation anheimgegeben.
Johanna lächelte, sie dachte an den brausenden Jubelsturm, als sie einmal das einfache ungarische Liebesliedchen mit ihrer süßen Stimme gesungen, das da anhebt: „Mehrwert ist des Liebchens Hütte, als die Königsburg zu Ofen ..." in den schlichten Tönen verlangende Leidenschaftlichkeit und tiefe Innigkeit mit einander verschmelzend.
Drüben zur Linken dann die alte Festung auf mächtigem Berg, auch ein Zeuge so mancher hatten Stunde des heftigsten Kampfer. Scharf hob sich die trotzige Veste vom tiefblauen Himmel ab, und an dem Fels vorbei flutete die königliche Donau in die weite, weite Ferne.
Von der Kettenbrücke her, welche die beiden Städte Ofen (Buda) und Pest miteinander verbindet, zog sich ein glänzender Wagencorso, und neben den luxuriösen Karroffen sprengten stolze Reiter in Uniform oder in der reichen ungarischen Nationaltracht, im Dolman und Kalpak.
Es blitzte und flammte von Edel-Schmuck, welchen die Insassen der Equipagen zur Schau trugen, und Johanna dachte sinnend, daß die alte Kunde von der Noblesse deS magyattschen Adels, die zuweilen bedenkliche Aehnlichkeit mit Verschwendung hat, in Wahrheit nicht über- ttteben fei. Ihr liebliches Antlitz färbte sich dunkelrot, wenn sie daran dachte, welche festliche Veranstaltungen eines unbegrenzten Luxus man
ihr hatte erweisen wollen, wie zu der Titel» rolle einer ungarischen Oper ihr von jungen Kavalieren ein Nationalkostüm mit echten Brillanten hatte gewidmet werden sollen, dessen? Wert Tausende von Gulden betrug. Sie hatte mit liebenswürdiger Höflichkeit die kostbare Gabe abgelehnt, da dieselbe doch nur der hervorragendsten ungarischen Sängerin, nicht ihr, einer Ausländerin, zukommen könne.
Johanna war schon weit in Europa umhergekommen, aber ein Stück solchen pompösen Glanzes, den die Trägerinnen und Träger bex stolzen magyarischen Magnaten Familien mit einer Selbstverständlichkeit zu entfalten wußten» welche die Bedenken wegen der dann liegenden, Verschwendung entwaffnete, hatte sie nie zuvor gesehen. Ihr ruhiges, kühles Denken wurde immer wieder von diesem Prunk bezwungen, der wie natürlich für die schien, die ihn zur Geltung brachten.
Viele Augen schauten zu dem Balkon empor, aber daS Arrangement der Vorhänge war ein unüberwindliches Hindernis. Johannas Figur war von der Straße nicht zu erkennen, während sie doch leicht das ganze farbenprächtige Schauspiel beobachten konnte, llnd mit ihren großen Augen, die hell und klar waren noch immer, wie die des einstigen Bttefträger-Hannchen, verfolgte sie lange die einzelnen Wagen . . .
Ja, Johanna Holder, die eigenwillige Geschäfts-Routine des Theater-Agenten hatte au» dem bescheidenen thüringischen Hölder ein vornehm klingendes schwedisches Holder gemacht, so lebhaft auch die Sängerin anfänglich dagegen opponiert hatte, hatte sie sich im Herzen noch die ganze frohe Ungebundenheit von Brref- trögers Hannchen bewahrt. (Fottsetzuno WX