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Marburg

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(Kadjbrud verboten.)

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sich in Anspruch nehmen und die Arbeit selbst doch durch die ländlichen Handwerksmeister ausführen laffen, die dadurch zu unselbst­ständigen Lohnarbeitern degradiert werden.

Das ist auchWarenhausbetrieb", schreibt der konservative Großgrundbesitzer ganz richtig, es ist eine ganz unangebrachte, schädliche Unter­stützung der großkapitalistischen Unter­nehmertums auf Kosten deS ehrbaren selbst­ständigen Kleingewerbes. Diese Praxis, welche große Erbitterung in den Kreisen der zum Mittelstände gehörenden Bauhandwerksmeistsr gegen die ländlichen oder städtischen Bauherrn Her­vorrufen muß, kann sicher nicht mit größerem pekuniären Vorteil für diese verknüpft fein, sie wird Wohl meistens nur aus Bequemlichkeit geübt. Wir möchten deshalb alle unsere Freunde, die mit uns auf dem Boden der Förderung deS selbständigen Mittelstandes stehen, dringend bitten, auch auf diesem Gebiete praktische Mittel­standspolitik zu betreiben und sich nicht um bloßer Bequemlichkeit willen an derselben fort­gesetzt zu versündigen.

ihr doch nach ihrer Meinung eine flottere Zeit, in der man auch vom Leben noch etwas hatte, namentlich, da von irgendwelchen Nahrungs­sorgen nun erst recht gar keine Rede mehr sein konnte. Man wußte fortan sehr genau, ach, mehr als das, waS man wert war.

Der künftige Ehestandshimmel schien der lebenslustigen BriefträgerSmitwe sonnenklar. Nur die eine, die einzige Sorge hatte sie: Das Hannchen!

Was sie sich selbst kaum zu sagen wagte, deutete sie natürlich anderen erst recht nicht an: sie hatte vor dem Hannchen eine gewiffe Scheu! Oh, die Elise Hölder war nichts weniger, als aus den Mund gefallen, vielleicht hatte gerade diese ihre Charakter-Eigenschaft den auf daS Praktische so ganz versessenen künftigen Ehe­herrn mehr gefeflelt, als die äußerliche Statt­lichkeit und der doch unzweifelhaft vorhandene bare Groschen"; aber das Hannchen! Gerade dem gegenüber! ES ließ sich nicht leicht dar­über reden.

'S Mädele war früher Wohl lustig, recht lustig gewesen, aber nie rebellisch. Jetzt, seit des Vaters Tod, eigentlich feit der bösen Ge- schicht' oben am Turm, war sie kaum noch lustig, und erst recht fügsam, ja geradezu still. Aber wenn sie einen mit den großen, hellen Augen ganz ruhig anschaut, dann war es wirklich recht schwer, etwas gegen die Gedanken von dem Mädele zu sagen. Ja, wenn'« mal auf« trumpft Hütt', so recht ordentlich, so ganz arg, so tüchtig, selbst mit'm Faustschlag auf den Tisch, dann hätt' man doch wohl gewußt, daß man auf'n groben Klotz 'nen groben Keil setzen könnt'! Aber so! Mit dem Mädele war einer

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Förderung des Mittelstandes.

Förderung und Kräftigung be« selbständigen Mittelstandes, in Land­wirtschaft und Kleingewerbe, das ist das wirk­samste Mittel, um eine staatsgefährliche Aus­breitung der Sozialdemokratte niederzuhalten, «nser «attouales Staatswesen, Thron und War zu sichern. Don dieser Ueberzeugung ist die ganze Politik der Konservativen immer getragen worden. Dementsprechend find wir auch stets bemüht gewesen, nicht nur unsere wirtschafts­politische Gesetzgebung in mittelstands­freundliche Bahnen zu drängen, sondern wir haben auch unsere Freunde immer wieder ermahnt, praktische Mittelstandspolitik zu treiben, inbem sie ihreWirtschaftsbedürf- niffe möglichst nur bei ben selbständigen Kleingewerbetreibenden ihrer engeren Heimat einkaufen. Nur, wenn Landwirte und Kleingewerbetreibende politisch und wirt- schafilich eng zusammenhalten, können sie hosten, sich ihrer gemeinsamen Feinde von der goldenen Und der roten Internationale siegreich zu er­wehren.

Kürzlich ging der C.B.L. von feiten eines mär­kischen Großgrundbesitzers eine wohlbegründete Klage darüber zu, baß viele seiner Stanbes- -enosten die ländlichen Bauhandwerker schädigten, indem sie die Pläne für die auf ihren Gütern erforderlich werdenden Bauten von der Baustelle einer bekannten landwirtschaftlichen Vereinigung, die Bauten selbst aber von großen Berliner Bauunternehmern ausführen ließen.

Wir wollen zugeben, daß es nicht überall auf dem platten Lande Bauhandwerksmeister geben mag, welche Baupläne ebenso gut und zweckentsprechend entwerfen können, wie die gut und einheitlich organisierte Bauabteilung einer großen genossenschaftlichen Zentralstelle. Es würde durch dieses Verfahren allein ja auch noch keine merkliche Benachteiligung der länd­lichen Bauhandwerksmeister bedingt sein. In sehr weitgehendem Maße aber ist daS der Fall, wenn auch die Ausführung der Bauten nachher an großstädtische Bauunternehmer vergeben wird, welche bann nur ben Hauptverbienst für

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversitatS-Buchdrucker»!

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Umschau.

Polnische Anmaßung.

Wie den Polen der Kamm geschwollen ist, zeigt sich am deutlichsten in Schlesien. Dort gab es früher keine Polenfrage; allmählich aber haben die großpolnischen Agitatoren, ben Zu­stand des Laisser-aller benutzend, auch dort gewühlt, organisiert und polonifiert. Jetzt dünkt sich daS Polentum in der deutschen Provinz Schlesien eine Macht und erdreistet sich im Namen des Schlesischen Volkes zu sprechen. So schreibt derGornoSlazak":

Ballestrem ist das Muster eines deutschen Kreuzritters, der sich auf polnischer Erde nieder­gelassen. Er hat die Polen ins Gesicht schlagen lasten wollen; er unterstützt offen, wo er nur kann, die Germanisierungsarbeit, er verfolgt die Polen, denn er will unS nicht einmal einen Saal zu einer Versammlung hergeben, er saugt die polnischen Arbeiter aus mit einem Worte, er ist das Ideal eines richtigen deutschen Räubers. Schlesisches Volk! Es wäre für uns die größte Schande, wenn dieser Ballestrem von neuem mit polnischen Stimmen zum Abgeordneten ge­wählt werden sollte. Schlesisches Volk! Ver­teidige Deine nationale Ehre! Nicht eine einzige polnische Stimme darf auf den Kreuzritter- Grafen fallen, und wenn der Millionär Balle­strem auch alle seine Reichtümer auf die Wahl­agitation verwenden sollte, so darf er nicht eine einzige polnische Stimme erlangen."

DaS Schlesische Volk wird seine nationale Ehre zu verteidigen wisten. Es wird ausräumen mit der Nachsicht und Lässigkeit gegenüber den polnischen Friedensstörern und dabei wird, wie wir fest überzeugt sind, jeder Deutsche Schlesiens seinen Mann stehen.

Slerteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

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Ueberlieferung ihres Stammes gemäß, zur Erde nieder und setzte Hannchens Fuß, den sie vom Stiefel befreit, auf ihr dunkles Haupt.

Heftig zuckte Hannchen Hölder zurück.

Schämst Dich gar nicht, Aluscha?"

Die tiefen dunklen Augen sahen sie so rührend an, daß sie jedes weitere Scheltwort vermied.

Heimatlos find wir auf der Erde, gejagt sind wir wie das Wild. Und mancher Fuß tritt uns zu Boden, ohne daß wir es verdient; doch den Fuß derer, die uns wohlgetan, tragen wir gern. Wir dienen, wo wir lieben."

So ungefähr klangen die Worte der Zi­geunerin, aus ihrer gebrochenen Sprache in geläufiges Deutsch übertragen. Aber waS sie nicht verständlich vorbringen konnte, bedeutete daS tiefe Sangen ihrer Stimme.

Ein wundervoller Abend im Rosenmonat war es, als Frau Elise Hölder endgültig die letzte schwarze Trauerkleidung ablegte. In zwei Monaten, wenn die flotte Herbstgeschäftszeit nahte, gedachte sie dem künftigen Herrn Gemahl als treue Gehilfin zur Seite stehen zu können; da war eS also doch an der Zeit, auch allen lieben Verwandten und Bekannten davon Rechen- schast und Kenntnis zu geben, daß keinerlei Wechsel in der Gesinnung mehr möglich sei. Die gute Frau war glücklich, wenigstens in dem, waS sie in ihrer ehrbaren strengen Weife unter Glück verstand.

Ganz gewiß, sie hatte beim alten Lebrecht nichts, rein gar nichts auszustehen gehabt, der Hölder hatte sich sogar ein ganz Stück unter den Pantoffel kriegen lassen; aber nun winkte

Bestellungen

ür die Monate Mai und Juni auf die

OSerhefsifche Zeitttttst" nebst ihren Beilagen werbe« von unserer Expeditton (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch - Hain anß Neu stabt, sowie von allen Post- «kstalten Mttb Landbriefträgern entgegen« genommen._______

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und

Sonntagsbeilage: JUnstrirtes Sonntagsblatt.

Auch eine sozialpolitische Frage.

Dem Reichstage ist noch kurz vor Tores­schluß ein Nachtragsetat zugegangen, der ben Neubau eines Reichsmarineamts in der Bellevue­straße zu Berlin betrifft. Dieser Neubau war wegen des unverhältnismäßig hohen Kosten­aufwandes für den Grund und Soben in der genannten Straße vom Reichstage abgelehnt worden. Inzwischen ist es dem Reichsmarine- amt möglich gewesen, einen Käufer für die Terrains zu finden, auf denen sich die RmtS- gebäube zur Zeit befinden. Der Kaufpreis für diese Terrains ist ein so hoher, daß jetzt nur noch eine Million Mark für die Erwerbung des Grund und Bodens in der Bellevuestraße benötigt werden, die vom Reichstage wahrschein­lich bewilligt »erben. Einen Haken hat bie Angelegenheit aber doch. Wie dieStaatsb. Zeitung" von sehr gut unterrichteter Seite er­fahren haben will, soll das der Marineverwaltung gehörige Terrain durch Vermittelung der Gesell­schaft für Hoch- und Untergrundbahnen von dem bekannten Warenhause Wertheim an gekauft werden. Erfüllt fick der Verkaufsplan, so schreibt das antisemitische Organ, so wächst daS Wert- heimsche Warenhaus zu einem Riesenvamphr an, der daS gesamte Geschäftsleben Berlins verschlingt. Wie ist es möglich, daß die ReichS- regierung ein solches Projekt unterstützen kann? Es erscheint bei dieser Sachlage ausgeschloffen, daß der Reichstag dem Projekte zustimmt. Die Parteien, die den Schutz der nationalen Arbeit auf ihre Fahne geschrieben haben, müffen die Vorlage ablehnen, wenn sie sich nicht selbst un­treu werden wollen, wenn auch bie Regierung in Verkennung ihrer sozialpolitischen Ausgaben einen solchen Schritt zu tun willens ist.

Die Führer ber Wabelstrümpfler in freisinniger Beleuchtung.

Im November 1900 war in derFreisinnigen Zeitung" folgendes zu lesen:

Abg. Barth hielt, obgleich er selbst, abge­sehen von der Herausgabe derNation", weder kaufmännische noch industrielle Beziehungen hat, als Referent benmaßgebenden Vortrag" nämlich in einer Berliner Versammlungvon Kaufleuten und Industriellen". Ferner:

Abg. Schrader ...ber tatsächlich die Führung in der Sache (bet Freihändler) hat" stehtmit ber Industrie in keiner anderen Beziehung wie als Inhaber einiger von der Deutschen Bank reffortierenben Sinekuren".

Auch im Bauernverein Nordost hat man formell einen Landwirt an die Spitze gestellt, aber tatsächlich ist Abg. Pachnicke, Mitglied des peschäsisführenden Ausschusses der Freisinnigen Vereinigung, der Wirkliche Geheime Oberbauer."

. Briefträgers Hannchen.

Von Georg Paulsen.

(Fortsetzung.)

Sie hörte ein leise« Geräusch. Aluscha, bie Zigeunerin, staub hinter ihr mit flehend ge­falteten Händen.

Aluscha will mitgehen, nimm sie mit. Bitte, bitte."

Hannchen schaute sie mit bedenklichen Augen an. Ihre eigne Zukunst war keineswegs unbe­dingt gesichert, und Aluscha noch an ihr Schicksal ketten? Wer mochte auch wiffen, ob diese Anhänglichkeit des braunen Mädchens jede Zukunfts-Probe überstehen würde?

Ich bin nicht reich, Aluscha, wie Du viel­leicht denkst," sagte sie ernst,eS wird einfach, vielleicht knapp bet mir zugehen. Und ich weiß nicht, ob ich Deine Dienste je werde bezahlen können."

Aluscha kann hungern, Aluscha will Deine Sklavin fein. Tu' mit ihr, WaS Du willst, bloß daß sie Dir dienen darf."

Gut! So wollen wir es versuchen mit­einander. Aber daß Du niemand ein Wort sagst, daß wir reifen wollen."

Ich verschwiegen, wie der Tod!"

Also abgemacht. Geh' schlafen, morgen werden wir wissen, wann wir reifen."

Sie wollte bie Dienstleistungen ber Zigeunerin abweifen, aber vergebens. Und während ba8 bleiche Mondenlicht in ben einfachen Raum fiel, spielte sich eine Briefträgers Hannchen tief er­greifende Szene ab. Aluscha kniete der

Deutsches Reich

Berlin, 23. April.»

Der Kaiser, ber Mittwoch Morgen Berlin ver­ließ, traf in den ersten Nachmittagsstunden in Goth« ein, wo er den Herzog Karl Eduard besuchte. Segers 4 Uhr fetzte der Monarch seine Fahrt nach Eisenach fort. Dort empfing ihn Großherzoa Wilhelm Ernst von Weimar. Beide Fürsten fuhren durch die festlich geschmückten Straßen nach der Wartburg. Unterwegs wurde Halt gemacht zur Besichtigung beS neuen Bismarck-Denkmals.

Der Kaiser dekorierte die deutschen Marinei Offiziere, die sich während des Konflikts mit Venezuela ausgezeichnet haben. Kommodore Scheder erhielt dep Roten Adlerorden 2. Klaffe.

Kronprinz Wilhelm und Prinz Eitel Friedrich machten am Mittwoch einen Ausflug nach dem Vesuv bei R«chel.

Die sächsische Personentarifresorm ist nach bem Leipz. Tgbl." endgültig zurückgestellt worden; eine Nachfolge Preußens in absehbarer Zeit sei ausge­schlossen, ein SondervvMhen aber würde nur Tarif- Verwirrung erzeugen. Um den zerrütteten Finanzen einigermaßen anszuhelsm, soll ein Zuschlag von 6*1* vom Hundert zu den Rücksahrkarten eingesührt werden, das ist die Halste der Differenz, um weiche gegen« toäitig die sächsischen Rückfahrkartenpreise hinter denen Preußens zurückbleiben.

Die preußisch hessischen Staatsbahnen emieltetf im März einen Ueberschuß von 5,64 Mill. Mk. und im ganzen letzten Rechnungsjahr von 39,98 Mill. ML

Eine erfreuliche Mitteilung ist es, die Staatsk fetretär v. Köller in der jüngsten Sitzung des elsässisch«' lothringischen Landesausschuffes machte. Danach ist die Germanisation des Landes so vorgeschritten, da«, man im großen und ganzen Elsaß-Lothringen als eirz deutsches Land betrachten kann. Jenseits der Vogesen wird man davon unangenehm berührt sein, uns aber soll das wenig kümmern.

lieber den Arbeitsmarkt berichtet das erste Heft des amtlichen Reichs-Arbeitsblatts: Der Arbeits» markt zeigte im März im allgemeinen leichte Anzeichen zur Besserung. Schlechter Geschäftsgang und großes Ueberangebot von Arbeitskräften bestand dagegen in der Lederhandschuhindustrie. In der Spielwaren­industrie Sonnebergs war das Geschäft sehr still, Soweit Nachrichten aus der elektrischen Industrie vorliegen, war der Geschäftsgang flau.

Die Vereinigung der Hamburger Alkordmanretz hat mit großer Mehrheit jedwede Beteiligung an bet Maiseier abgelehnt. ;

Die Haushaltungskommisfion nahm die Elsen« bahnverstaatlichungs-Vorlage und den dazu gehörigen Nachtragsetat an. Ein Regierungsvertreter erklärt^ die nur Diätarisch angestellten Beamten, der Ost­preußischen Südbahn würden in ihren Stellungen verbleiben, auch werde die Regierung die alten Be­ziehungen mit Rußland aufrechterhalten.

Für die Reservisten und Landwehrleut« Schlesiens ist eine vierzehntäge militärische Hebung vom 19. Juni ab verfügt worden. Auch in Kiel sollen Reserveübungen für die Zeit des Reichstags- Wahltermins in Aussicht genommen sein. Die Deutsche Tagesztg." meint, diese Verfügungen könnten nur erlaffen worden sein, ehe der Wahltag festgesetzt wurde und würden jetzt rückgängig gemacht werden, da die Betreffenden anderenfalls von der Teilnahme an den Stichwahlen ausgeschlossen sein würden, waS durch nichts zu rechtfertigen wäre

Mit der geplanten Aushebung des § 2 des Jesuitengesetzes scheint es für diesmal nichts zu werden, es sollen außer Preußen und Bayern alle Bundesregierungen entschlossen sein, gegen den bezüg­lichen Antrag zu stimmen, womit deffen Ablehnung besiegelt sein würde.

justement untendurch, und der eigenen Mutter ging's kein' Haarbreit' bester.

Aber nun sollt's, nun mußt's Ende werden, wenn bie stattliche Hölder-Witwe sich nicht von allen Vettern, Basen, Kaffeeschwestern und sonstigen guten Freundinnen auslachen lasten wollte. 'S Hannchen könnte und müßte sich nun besonnen haben, und wenn's so weit noch nicht gewesen war, bann mußte sie nun eben heute so weit kommen. Basta! Alleweil vor­her vielleicht a Taffen Kaffee mit felbstgebackenen Krapfen, die auch der eigen Tochter am aller­besten schmeckten, aber dann raus mit dem Bescheid, mit der letzten Weisheit. Keine Tochter darf der Mutter irgendwelche Steine in den Weg werfen, zumal wenn die Mutter, na nun gerat) mal die Sach' beim rechten Namen ge­nannt, ber Tochter 'nen Mann, 'nen stattlichen ansehnlichen Mann geben will, der sich doch so recht unterm Pantoffel halten läßt! Und so einer war ber dem Hannchen bestimmte Metzger- fritz. Da mußt' selbst a Mädele, wie's Hölder- Hannchen, still, ganz still fein. Und damit die Geschicht' zu allseitiger, befriedigender Endschaft käm, beut abend sollt'« ausgesprochen fein bi» zum End'. .

Der Zug könnt' da fein. Noch eine klein Viertelstund', bann auch's Hannchen zu HauS. Frau Elfte hatte sich'S reiflich und lange über­legt, ob sie ihre Tochter vom Bahnhofe abholen sollte. DaS Natürlichste wäre es gewesen! Aber bann hätten sie beide Spießruten unter ben Augen der neugierigen Nachbarinnen laufen müssen. Und man hatte sich ja neulich erst geseh'n! Die Patin vom Hannchen war «um zur Bahn geschickt, eS war ebenso gut. (Forth, f.)