mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllnftrirtes Sonntagsblatt.
Jts. 102
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Mittwoch, 15. April 1903.
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
38. Jahrg.
Wer kann sich fteiwillig versichern und was hat mott dadurch für Vorteile?
Da gerade betreffs der freiwilligen Versicherung in der Alters- und Jnvalidenver- ficherungskaffe unter dem großen Publikum noch große Unkenntnis herrscht, so teilen wir auf Wunsch die betreffenden Bestimmungen auS dem Führer durch die Invalidenversicherung für Arbeitgeber und Versicherte im Bezirk der Landesverficherungsanstalt Hessen mit:
JÄer Berficherungspflichtige kann, wenn seine verficherungSpflichtige Beschäftigung auf- hört und er noch nicht invalde ist, freiwillig auf seine Kosten weiterkleben und zwar mit beliebigen Marken derjenigen Versicherungsanstalt, in deren Bezirke er beschäftigt wird oder (wenn er keine Beschäftigung hat) sich aufhält.
Man nennt diese Art der Versicherung: .die Weiterverficherung". Diese Weiterver- ficherung kann jederzeit vorgenommen werden, selbst wenn das verficherungSpflichtige ArbeitS- verhältniS schon längst aufgehört hatte, selbst nach Jahren und selbst dann noch, wenn die früheren Pflichtmarken schon verfallen und un- giltig geworden waren.
Jeder tut aber gut daran, die Weiterverficherung nicht auf die lange Bank zu schieben, vielmehr gleich nach Beendigung der Versicherun gs- pflicht weiter zu kleben und zwar jährlich mindestens 10 Marken und wenn es 14 Pfennig- Marken sind. Man hat dadurch nämlich den Vorteil, daß dann alle bisher geklebten Pflichtmarken ihre Gültigkeit behalten und bei einer Rente mitzählen. Diese Gültigkeit behalten sie nicht, mit anderen Worten .die Anwartschaft erlischt", wie das Gesetz sagt, wenn seit dem Ausstellungstage der letzten Quittungskarte während 2 weiterer Jahre die Weiterverficherung oder auch die Pflichtversicherung in weniger als 20 Beitragswochen bestanden hat. (Nach dem alten Gesetz vom 22. Juni 1889 erlosch die Anwartschaft, wenn innerhalb 4 Kalenderjahre weniger als 47 Marken geklebt waren.) Am besten tut man, wenn man möglichst viele Marken während der Weiterversicherung klebt; um so höher wird dann die spätere Rente. Säumigkeit kann bei der Weiterversicherung auch aus dem Grunde sehr schaden, weil man das freiwillige Weiterkleben für vergangene Zeiten nicht beliebig nachholen kann, sondern nur für ein Jahr. Wartet man aber gar, bis man invalide geworden ist, so darf auch nicht eine einzige Marke freiwillig nachträglich verwendet werden. Selbst wenn die früher geklebten Marken schon verfallen waren, ist die Weiterverficherung nur nützlich, denn die Gültigkeit der verfallenen Marken lebt dann wieder auf, wenn weitere 200 Pflichtmarken oder freiwillig geklebte Marken nachgewiesen werden.
Nun giebt es noch eine sog. Selbstversicherung. Für diese ist es nicht nötig, daß jemand schon
84 Nachdruck verboten.)
Birrefträgers Hannchen.
Von Georg Paulsen.
tFvrttstzung.)
Seitdem Lebrecht Holder den Dienstrock ausgezogen hatte, war es mit seiner Munterkeit vorbei. Er hatte mehr Zeit, nach seiner Viehzucht zu sehen, er hatte erst recht Zeit, sein Quartle im „Hirschen" oder sonstwo zu trinken. Aber es fehlte ihm was. Und das war das Amt, das er seit so langen Jahren in unzerstörbarer Emsigkeit verwaltet.
Bloß ein Briefträger! Ja, und noch dazu einer, der feine Beine in langen Jahrzehnten sich redlich müd gelaufen, der Wohl ein Anrecht drauf hatte, an sich selbst zu denken. Ein kleines Amt, ja, aber in seinen Augen ein so wichtiges! Und nicht bloß in seinen Augen. Auch in denen der Bewohner von Sonnenfeld. Wenn er, pünktlich auf die Minute, erschienen war auf seinen Bestellgängen, hatten ihm viele Augen sehnsüchtig, sorgen- und freudvoll entgegengeschaut, die zuversichtlich erwarteten, daß er für sie etwas in seiner Mappe berge. Und wenn sie auch dem Erscheinen von Hölders Kollegen nicht anders entgegensetzen, sie, wie er, wußten, daß die Kenntnis der Erfahrungen der langen Jahre doch ein engeres Band knüpfte, als mit vielen anderen. Lebrecht Hölder schien die verkörperte Prosa in seiner steifen, manchmal hölzernen Erscheinung; aber der Inhalt seines Lebens war die Poesie des Briefträger- Amtes gewesen, die sich keine lange Schilderungen ersehnt, die aber ihren Ausdruck im herzlichen
einmal verficherungspflichtig war, aber dieselbe ist nur bestimmten Personenklassen gestattet und nur daun, wenn der Betreffende zur Zeit des Eintritts in die Selbstverficherung daS 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
Sich selbst versichern können auf ihre Kosten mit beliebig hohen Marken:
1. Betriebsbeamte, Werkmeister, Techniker, Handlungsgehilfen (jedoch nicht Handlungslehrlinge) und sonstige Angestellte, deren dienstliche Beschäftigung ihren Hauptberuf bildet, ferner Lehrer und Erzieher, sowie Schiffsführcr, sämtlich sofern ihr regelmäßiger Jahresverdienst an Lohn oder Gehalt mehr als 2000 Mark aber nicht über 3000 Mk. beträgt;
2. Gewerbetreibende und sonstige Betriebsunternehmer, welche nicht regelmäßig mehr als 2 versicherungspflichtige Lohnarbeiter beschäftigen, sowie Hausgewerbetreibende, sämtlich, soweit nicht durch Beschluß des Bundesrats die Versicherungspflicht ans sie erstreckt worden ist;
3. Personen, welchen als Entgelt nur freier Unterhalt gewährt wird;
4. Personen, deren Beschäftigung wegen ihres vorübergehenden Charakters durch Bundes- ratsbeschluß von der Verficherungspflicht befreit ist.
Die unter 3 und 4 genannten Personen dürfen, wenn sie sich selbst versichern, von ihren Arbeitgebern die Hälfte der Markenbeträge zurückverlangen. Wenn Jemand einmal sich selbst versichert hatte, so kann er, auch wenn er nicht mehr zu den oben unter 1 bis 4 bezeichneten Personen gehört, auf seine Kosten freiwillig weiter kleben und dies selbst im Auslande. Begonnen kann die Selbstversicherung aber nur im Inlands (also in Deutschland) werden. Auch die Weiterverficherung als Fortsetzung der Pflichtversicherung kann im Auslande ausgeübt werden. Um die früheren Marken nicht verfallen zu lassen, bedarf es bei der Selbstversicherung innerhalb 2 Jahre nach dem Tage der Ausstellung der letzten Quittungskarte nicht nur 20, sondern 40 Wochenmarken.
Wir sehen aus allen diesen Bestimmungen, daß der Gesetzgeber es der arbeitenden Bevölkerung möglichst leicht gemacht hat, sich durch freiwilliges Kleben, sei es als Selbstverficherer, sei es als Weiterversicherer vor dem Schaden zu bewahren, der durch den Verfall der Marken bezw. Verlust der Anwartschaft entstehen kann. Es kann daher gar nicht genug auf diesen bequemen und billigen Weg der freiwilligen Versicherung hingewiesen werden. Ein Betrag von 1 Mk. 40 Pfg. jährlich genügt, um sich die Rechte aus der Versicherung zu erhalten. Diesen geringen Betrag sollte jeder daran wenden, der in die Lage kommt, nicht mehr versicherunqs- pflichtig zu arbeiten. Er darf natürlich nicht schon invalide sein.
und vertrauensvollen Blick bei den allermeisten findet.
Lebrecht Hölder war gewisiermaßen postalischer Hausfreund bei den Sonnenfeldern gewesen, und mit einem Male war er nun — mehr oder weniger doch — allein. Und das könnt er nicht verwinden, weil er sich nicht dran gewöhnen könnt'.
Seine Frau hatte c5 nach ihrer Art gut mit ihm gemeint. Sie schaffte ihm in HauS und Hof allerlei Unterhaltung, sie freute sich, daß er nun nicht mehr in allem Wind und Wetter hinaus müßt', aber daS wollt nimmer verfangen. Sogar brummig, recht ungehalten konnte Lebrecht Hölder werden, wenn einer ihm gratuliert, daß er nun doch seine Ruhe hätte.
Und kamen gar die einstigen Kollegen mit solchen Worten, dann war gar nimmer mit ihm fertig zu werden. „Schämt'S Euch," hieß eS dann, „oh, was find daS heut' für Leut'! Wenn da 'mal die Excellenz wieder kommen möcht', was würd' die wohl sagen?"
Und wenn er so im „Hirschen" einmal einen Frühschoppen trank und sah die Briefträger von Haus zu Haus wandern, dann mußt' er sich zur Wand mit dem Gesicht drehen, sonst hätt' er's kaum ausgehalten. Und dabei schnaufte er noch ganz beängstigend, und von dem Inhalt der beliebten, altväterischen Schnupftabakdose aus Buchenholz fiel das meiste zu Boden.
„Lebrecht, sitz doch still, freu' Dich Deiner sorgenlosen Tage. Kannst doch auch 'mal ausruhen!" So sagten die Bekannten, die es gewiß gut mit ihm meinten.
„Leid's doch ruhig, versteht da? nicht," war aber die derbe Antwort darauf. „Klopft Eure
Umschau.
Ostern am Kaiserhose.
, Das Osterfest ist am deutschen Kaiferhofe bei der herrschenden günstigeren Witterung, welche sich für Berlin im Laufe des ersten Feiertages einstellte, in der üblichen Weise begangen worden. Am Vormittag besuchten die Majestäten den Gottesdienst und fuhren nach der Familientafel hinaus zu dem im Park des Schlosses Bellevue im Tiergarten stattfindenden Eiersuchen. Der Monarch beteiligte sich selbst' an dem Verstecken der Ostergeschenke und mehrere Stunden verweilten die hohen Herrschaften bei der anregenden Unterhaltung. Die kaiserliche Dienerschaft hatte bereits vorher Eier - und Geldspenden erhalten. Mit den kaiserlichen Prinzen und der Prinzessin Luise Viktoria nahmen auch deren Gespielen an dem Eiersuchen teil. Erst nach fünf Uhr nachmittags erfolgte die Rückkehr ins Schloß. Bei dem schönen Wetter waren die Alleen im Tiergarten und die Linden dicht mit Mensche» gefüllt, welche die Majestäten lebhaft begrüßten. Am zweiten Feiertage hatte der Kaiser mehrere Audienzen, nachmittags ward wieder eine Ausfahrt unternommen. Die Witterung war weniger freundlich und brachte mehrfach leichten Schnee. — Die beiden ältesten kaiserlichen Prinzen verlebten die Feiertage in Athen bei ihrer Tante, der Kronrpinzessin von Griechenland und deren Gemahl, und machten Ausflüge in die Umgebung.
Der Streik in Holland.
Der Streik ist zu Ende. Ein Teil der Ausständigen hat sich, trotzdem an ein Gelingen der Ausstandsbewegung nicht mehr zu denken war, doch verzweifelt das ganze Osterfest hindurch geweigert, die Arbeit wieder aufzunehmen, hat aber damit nichts erreicht, da selbst die Streikleitung die überstürzt begonnene Sache verloren gab. Von einzelnen kleinen, prinzipiell nicht in Betracht kommenden Störungen abgesehen, ist das Unternehmen beendet, das nicht gelingen konnte, weil es der ganzen Dolksstimmung einen Schlag ins Gesicht versetzte. Erreicht ist gar nichts, weil das neue Streikgefetz, desien Annahme der Ausstand verhindern sollte, nun doch genehmigt ist, und zwar viel schneller, als es sonst geschehen wäre. Die ruhigeren Arbeiterführer sagen, sie hätten den Ausstand nur deshalb mitgemacht, um zu verhindern, daß die Anarchisten die Leitung in die Hände bekamen. DaS scheint aber bis zu einem gewissen Grade doch geschehen zu sein. Aus Amsterdam wird gemeldet: Das Manifest des Schutzkomitees, durch welches die Ausständigen ausgefordert werden, ruhig an die Arbeit wieder zu gehen, hat in Arbeiter- kreifen ungeheure Erbitterung verursacht. Die anarchistische Richtung unter den Arbeitern
Stiesel und hobelt Eure Bretter. Wißt viel, wie 'nem alten Postveteranen zu Mut' ist."
Im stillen gingen die Gedanken des Alten nur nach zwei Richtungen hin, sonst war ihm alles mehr oder weniger gleichgiltig geworden. Die Hauptsache, das eigentliche Salz zur Lebens- nahrung, fehlte eben. Daß er an sein Hannchen dachte, das war selbstverständlich. Aber die lernte etwas, wie die Herren Profefforen schrieben, war munter und gesund, wenn auch nimmer so fidel wie früher, als die Christel- Base zu wissen tat, darum brauchten also keine langen Gedanken gemacht zu werden. Und so war es Hannchen diesmal nicht, worüber er am allermeisten nachsann.
Das betraf jemand anders, und ganz heimlich war's bloß, daß es geschah. Sonst hätten sich die Sonnenfelder noch gar über den armen» eingebildeten Narren von „Humpelhölder" lustig gemacht. Seine Excellenz der Herr Generalpostmeister von Stephan in Berlin war es, an den Lebrecht Hölder dachte. Warum eigentlich? Ja, so ganz genau wußt' er das wirklich selbst nicht. Einmal, so ganz ein einzig's Mal war ihm ein Wörtle seiner Frau gegenüber entschlüpft; nun, wo er gar nichts mehr zu tun hätte, könnte er mit dem Hannchen doch 'mal nach Berlin fahren. Die Hannchen könnte da die große Musik im Opernhaus hören und er, Lebrecht, könnt' am Ende nochmal die Excellenz sehen, die vor Jahren so freundlich mit ihm gesprochen. Vielleicht dachte der hohe Herr noch an Sonnenfeld, kannte den einstigen Briefträger wieder.
Aber weiter kam er in seinem kühnen Ge- dankenganae nicht, denn Frau Elise Hölder, die
scheint die Oberhand zu bekommen, und Domela Nieuwenhuis ist jetzt unbestritten der Leiter der Arbeiterbewegung. Im Laufe des Sonntags haben verschiedene Versammlungen stattgefunden, in denen gegen die Waffenstreckung deS Schutzkomitees auf das lebhafteste protestiert wurde. Im allgemeinen glaubt man jedoch nicht an irgend welchen Erfolg Domela Nieuwenhuis.
Genossenschaftsbildung im deutschsüdwestafrikanischen Schutzgebiet.
Die Deutsch - Südfpestafrikanische Zeitung teilt unterm 22. Januar mit, daß beim Bezirksgericht Keetmannshoop die Eintragung der Spar- und Darlehnskaffe, eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, in Gibeon, erfolgt ist. DaS ist die erste eingetragene Genossenschaft im Schutzgebiet.
In seiner Nummer vom 5. Februar berichtet das genannte Blatt über die Sitzung des landwirtschaftlichen Vereins für Deutsch - Südwest' afrika vom 26. Januar. Es waren einige vierzig Interessenten des Bezirks Windhuk und Vertreter der Regierung zusammengetreten zu einer Besprechung über die Gründung einer Nindvieh-Versicherungsgenoffenschaft. Die Versammlung war prinzipiell mit der Schaffung einer Rindviehverficherung mit Unterstützung der Regierung einverstanden und übertrug die Entscheidung über die Art der Versicherung, auf Gegenseitigkeit gegen feste Prämien oder nach einer anderen Art, einer Kommission. Der landwirtschattliche Verein hatte einen dem Gegenseitigkeitsprinzip entsprechenden Vorschlag gemacht. Danach soll der politische Bezirk in Zuchtkreise von ungefähr 30 000 ha Umfang eingeteilt werden, dem je ein Taxator vorsteht. Die Taxatoren schätzen halbjährlich das versicherte Vieh. Der Taxwert bewegt sich auf der Grundlage von 25 % unter dem Marktpreis. Die Versicherung erstreckt sich aus Rinderpest, Texasfieber, Milzbrand, Blutseuche, Spoonfiekte, Lungenseuche. Der Vorschlag enthält weitere Einzelheiten über die Organisation der Versicherung. Die Verhandlungen liefern den Beweis, daß der landwirtschaftliche Verein nach Beilegung alter Differenzen freundschaftliche Beziehungen zur Regierung wieder anzubahnen bestrebt ist. ______
Die Zulassung zum juristischen - Studium.
In interessierten Kreisen beschäftigt man sich viel mit der Ungleichheit, die in den deutschen Bundesstaaten in Bezug auf die Zulassung der Real-Abiturienten zum juristischen Studium besteht. In Preußen werden nur preußische Realabiturienten zur juristischen Fakultät und zum juristischen Staatsexamen zugelassen, und außerdem auf Grund besonderer Vereinbarung
so gar kein Verständnis für postalische und Beamten-Poesie hatte, machte eine unzweideutige Zeigefingerbewegung nach der Stirn, indem sie in recht scharfem Tone sagte: „Und dann lad't Dich der hohe Herr gar zum Mittagbrot ein und sagt beim Weggehen: Bitte, besuchen 'S mich bald wieder, Herr Hölder! Na, so a Mann, über ein Sechzig un solch' Einfall', wie a junger Krauskopf!"
Seitdem schwieg Hölder. Er mußte sich ja selbst sagen, seine Frau hatte mit ihrem Spott eigentlich recht gehabt, aber er könnt doch nun einmal nicht gegen seine Natur. Die Excellenz hatte so huldvoll und herablassend mit ihm eine ganze Weile gesprochen, war so vergnügt gewesen, hatte auch an Hannchen noch in Berlin gedacht, daß er wohl auch, jetzt noch dem alten Humpel-Hölder ein paar Worte gegönnt hätte.
Und wenn man so lange im Dienst gewesen war ... Lebrecht HölderS lederfarbene Wangen wurden vor der inneren Aufregung des Manne- ordentlich noch rot, und auS feinen kleinen Augen flog ein sehnsüchtiger Blick nach der linken Nockseite.
Mit einem Male fuhr er ordentlich zusammen. Es hatte doch keiner gemerkt? Nein! ES sollt'« auch kein Mensch merken, aber Denken und Wünschen könnt' doch nicht ver« boten werden. Und wenn der hohe Chef einmal zu erfahren kriegen tät, daß Lebrecht Höldei zum Civil übergegangen wär, dann--—
mit dem Gedanken also stand er morgenS auf und draus kam er abends wieder zurück.
(Fortsetzung folgt).