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rmt dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.

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»irrtel^h-lichrr Bezug-preiS: bei der Expedition 2 Mk., bei allm Postämtern 2,25 Mk. (excL Bestellgeld).

^»sertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

BUM

Marburg

Freitag, 3. April 1903.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitäts«Buchdruckerei Marburg, Mark 21. Telephon 55.

#88. Jahrg.

Bestellungen

für dar zweite Quartal 1903 auf die

Oberhefstfche Zettnng" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain und Reustadt, sowie von allen Post­anstalten und Landbriesträgern entgegen« genommen.

Die Bedränger des selbständigen gewerblichen Mittelstandes.

Die Angehörigen des selbständigen gewerb- Nchen Mittelstände?, Handwerker und Klein­kaufleute, sehen sich leider in unserer Zeit mehr und mehr von den verschiedensten Seiten bedrängt und in ihrer Existenz bedroht. Dies geschieht einmal durch die großkapitalist­ischen Warenhäuser, die ein einzelner Unternehmer in 10, 20 Städten als Filialen errichtet und die in jedem dieser Orte die wirt­schaftliche Selbständigkeit vieler kleiner Gewerbetreibenden vernichten. Dies ist ein ungeheurer volkswirtschaftlicher Schaden. Von konservativer Seite aus ist in Preußen der Versuch gemacht worden, der weiteren Ausdehnung bezw. der Neugründung dieser für den kleingewerblichen Mittelstand so gefährlichen Warenhäuser durch die Steuer­schrauben entgegenzurücken. Das diesbezüg­liche Warenhaus-Steuergesetz kann aber eine durchgreifende Besserung noch nicht erzielen, weil seine Steuersätze von der Regierung aus Rücksicht auf den heftigen Widerstand der liberalen Gewerb efreiheits- fchwärmer und Vertreter der groß­kapitalistischen Inte ressen zu niedrig bemessen worden find.

Ein zweiter Bedränger der selbständigen Gewerbetreibenden find die Konsum-Vereine. So angenehm ein solcher Verein für den Familienvater ist, der mit geringen Einnahmen Rechnen muß, so schädlich wirkt er dadurch, daß er bei zunehmender Mitgliederzahl den Umsatz selbständiger Gewerbetreibenden durch die ver­schärfte Konkurrenz immer mehr verringere und diese schließlich zwingen, sein Geschäft auf­zugeben und olls unselbständiger Angestellter fein Brot zu suchen. WaS für ungeheurer Schaden daraus Kommune und Staat erwächst, braucht wohl nicht näher ausgeführt zu werden.

Wohl ebenso gefährliche, wenn auch weniger in die Augen fallende Bedränger des selb­ständigen Mittelstandes find die Auktions­und Ausverkausshändler und die soge­nannten Abzahlungsgeschäfte. Auch gegen das Treiben dieser ist auf Antrieb von agrar­konservativer Seite die Klinke der Gesetzgebung

26 (Nachdruck verboten.)

Briefträgers Hannchen.

Von Georg Paulsen.

(Fortsetzung.)

»Und Hannchen meinte e§ auch; hatte der ungestüme Hermann etwa bei der plötzlichen Umarmung das Kettchen zerrissen? Sie er­rötete, verbarg dann das zur Erde gefallene Stück in der Tasche und ging schnell in ihr bescheidenes Stübchen, daS in den Hausgarten schaute.

Sie verriegelte heute, was sonst nicht ge­schah, die Tür. Warum? Das wußte fie selbst nicht. Eine seltsame Beklommenheit, war es Abschiedswehmut? hatte fie mit einem Male überfallen. Sie hatte am Abend viel erlebt, und ihre Nerven hatten fie nicht im Stich ge­laßen. Jetzt mit einem Male meinte fie, es drehe sich alles vor ihren Augen. Unwillkürlich sank fie an dem kleinen Nähtisch am Fenster, ihrem Lieblingsplatz, auf die Knie und preßte dir Stirn auf die Holzplatte. Darüber ver­gingen mehrere Minuten. Allgemach ward Hannchen wieder ruhiger und richtete fich empor; dann blickte sie umher: Das ganze Stübchen war angefüllt mit Erinnerungen an die Jugend, da waren Photographien, AlbumS, Blumen­sträuße, Kränze und dergleichen mehr. Da die Noten für die meisterhaft beherrschte Zither; das Piano und die Musikstücke befanden fich unten in der Wohnstube. ES war kein neues Instrument, daS Lebrecht Hölder seiner Tochter

unserer Regierung in die Hand gedrückt worden, aber auch hier sind die liberalen Volks­vertreter stet« bemüht gewesen, allzu­große Geschäftsbeeinträchtigung von den Spezialisten dieser Branche fernzuhalten. Nur leint Beeinträchtigung der Gewerbe­freiheit, mag das Gewerbe beschaffen sein wie eS wolle, daS ist gemeinsames Tchlaq- wort aller Liberale« «nd Demokraten, welche letzteren ja ungeduldig die Zer­trümmerung deS selbständigen Mittel­standes herbeisehnen.

Mft welchem Raffinement bei solchen Aus­verkäufen und Auktionen der verschiedensten Gebrauchsgegenstände, die angeblich wegen ver­änderter Verhältnisse, wegen Umzuges oder sonst auS einem tatsächlich nicht vorhandenen Grunde zu jedem Preise loSgeschlagen werden sollen, Käufer angelockt werden, dafür führte die »Danziger Allg. Ztg." kürzlich folgendes Beispiel auS der Geschäftspraxis eines Händlers in der dortigen Frauengasse an:

»Hinter dem Ladentische steht der Herr »Auktionator", d. h. der Inhaber desGeschäfts" mit den hocheleganten, spottbilligen Gelegenheits­gegenständen, die nirgends auf der ganzen Welt so wohlfeil verkauft werden können als eben hier. Schon hat er eine äußerlich in die Augen stechende Möbelgarnitur verauktioniert, da tritt eine seit längerer Zeit im Lokal an­wesende, elegant gekleidete Dame mit Hut und Schirm in Wirklichkeit die Ehefrau des Auktionators" und Geschäftsinhabers an den Verkaufstisch heran und es entspinnt fich folgende auf die Dummheit des Publikums be­rechnete und daher recht laut geführte Kon­versation :

Madame X (zum nota bene eigenen Ehe­mann) :Entschuldigen Sie, Herr Auktionator, könnte ich nicht auch so eine Möbelgarnitur zu demselben Preise haben? Sie gefällt mir außerordentlich gut und scheint auch recht solid gearbeitet zu fein."

Der HerrAuktionator": Gewiß, gnädigste Frau, wollen Sie gefälligst nur Ihre Auswahl treffen, wir führen nur wirklich reelle und gute Ware."

Madame X:Aber Herr Auktionator, ich habe im Augenblick nicht mehr als 20 Mark bei mir, würde Ihnen diese Summe als An­zahlung genügen."

Ter HerrAuktionator":Aber selbstver­ständlich, gnädige Frau, bitte wollen Sie hier nebenan gefälligst Ihre werte Adresse ar,geben."

Der ganze Vorgang, der sich in knapp drei Minuten abspielte, hat natürlich die Aufmerk­samkeit der im Lokal Anwesenden in hohem Grade erregt und bei dem und jenem die Kauf­lust geweckt, zumal der koulanteAuktionator" sich ja mit einer bescheidenen An» zahlung begnügt."

So macht der schlaue Händler mit seiner Gemahlin" als Gehilfin gute Geschäfte, die Leute, welche nicht alle werden" strömen zu

zum letzten Geburtstag geschenkt hatte, aber es hatte noch einen schönen Klang, und das junge Mädchen, daS dank der Freundlichkeit ihrer Lehrer schon seit mehreren Jahren recht ge­läufig spielen konnte, hatte doch nun allein üben und neue Lieder einstudieren können. Denn das Singen blieb doch immer die Hauptsache.

Was ihr besonders am Herzen lag, hatte Hannchen bereits zusammengepackt, alles übrige sollte bleiben bis zur recht baldigen Heimkehr, wie sie immer wieder vor sich selbst hinstüsterte. Die Eltern hielten's nicht lange ans, also es mußte so kommen, wie fie wünschte und hoffte.

Mit leiser Hand strich fie noch liebkosend über dies und jenes Stück, lächelnd beobachtete sie zwei einfache Puppen, die, aus der Kinder­zeit aufbewahrt einen Ehrenplatz im obersten Kommoden-Schubfach einnahmen. Sie fühlte fich noch immer lustig und leicht, wie ein Kind, und doch war's lang vorbei, vorbei für immer ...

Aus dem von weißen Gardinen halb ver­hüllten Fenster schaute man hinüber zu den blauen Waldbergen; das dunkle Nadelholz war sitzt vom leuchtenden MondeSlicht überflutet, lange Schatten warfen die Stämme nach unten. Und drüben an der Ecke ragte der Heidenturm empor, ernst, fest, trutzig.

Hannchen konnte heute abend nicht mehr nach dort schauen, fie wandte fich ab. Sie mußte immer wieder an den schlimmen Aus­gang der heimlichen Begegnung denken. Der arme Hermann würde ja, wie der Doktor sagte, wieder gesund werden, aber . . . wer macht' wissen, welche Folge» die Wunde für spätere

seinem in Bezug auf die Zahlungsbedingungen so koulanten Geschäft, dessen Bestände immer wieder neu ergänzt werden. Die reellen Handwerker und Kaufleute der Stadt, welche bei Verkauf ihrer wirklich soliden und guten Waren auf Barzahlung bestehen müssen, aber warten vergeblich auf Käufer.

Es wäre wirklich hohe Zeit, daß die An­wendung derartiger Geschäftspraktiken unmöglich gemacht würde, die in unzähligen Variationen ausgeübt werden und die entschieden unter den Begriff des strafbaren unlauteren Wettbewerbes, oder in vielen Fällen sogar unter den des Be­truges zu stellen wären.

Umschau.

Der Kaiser in Kopenhagen.

Die dänischen Blätter haben im Allgemeinen ohne Unterschied der Patteirichtung dem Besuche des deutschen Kaisers in Kopenhagen sympathische Begrüßungsattikel gewidmet. Ganz besonders verdient es hervorgehoben zu werden, daß selbst daS sozialdemokratische Blatt in Kopenhagen dem Besuche gerecht wird, indem es einen würdigen und freundlichen Empfang deS deut­schen Kaisers verlangt. Das Blatt sagt u. o.: Wir sehen nur eine Gefahr in der auswärtigen Politik für unser Land, nämlich in den Ver­dacht zu geraten, daß wir Deutschland feindliche Gefühle und Abfichten hegen. Kaiser Wilhelm repräsentiert die deutsche Nation, vor deren Tüchtigkeit, Fleiß und Wissenschaft wir den tiefsten Respekt haben. Die Gefühle der Dänen gegen Deutschland find während der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. ganz offen­kundig bessere und freundlichere geworden. Um vergessen ist es ja noch, wie das dänische Volk die Freundlichkeit Kaiser Wilhelms lohnte, der im Juli 1888 auf der Heimkehr von Peters­burg Könia Christian in Kopenhagen mit ritter­licher Höflichkeit besuchen wollte. Der Besuch sollte drei Tage dauern, aber die Helden der Gasse planten in Kopenhagen derartige Kund­gebungen gegen den Kaiser, daß dieser sein Plan änderte und fich nur einige Stunden in der ungastlichen Stadt aufhielt. Damals soll einer Mitteilung derTägl. Rundfch." zufolge König Christian gesagt haben: DaS ist nahezu die schmerzlichste Ueberraschung, die ich während meiner langen Regierungszeit erleiden mußte. Es ist daS für mich eine wirkliche Niederlage. Es kam sogar dazu, daß der kaiserliche Gast mit Pfiffen begrüßt wurde. Kaiser Wilhelm behielt aber seine gute Laune und sprach zu seinem königlichen Gastgeber:In London würden fie viel lauter pfeifen." Am heutigen Donnerstag nachmittags 2 Uhr trifft Kaiser Wilhelm, wenn die Fahtt ohne Aufenthalt von- statten gebt, in Kopenhagen ein. Der Kaiser hat die Reise an Bord derHohenzollern" zurückgelegt, die von derNymphe" und dem

Zeiten haben könnt'? Sie sagte fich ganz recht in ihrem gesunden Menschenverstand: Nein, du hast keine Schuld, daß es ihm so gegangen. Nicht du hast ihn aufgefordert zum Turm hinauszukommen, sondern er dich," aber dann flüsterte etwas ihr doch wieder ganz leise ins Ohr:Hätt'st doch daheim bleiben sollen, dann warst du die Gescheitere!"

Sie seufzte und wollte gerade den schlichten Vorhang herablassen, der die Scheiben verhüllte, als fie ein Geräusch im Gatten hätte. Dort vom Weinspalier, das jetzt im vollen Schatten lag, kam es her. Vielleicht eine Katze vom Metzger drüben, die nicht selten einen Raubzug zu unternehmen oder auf Liebesabenteuer aus­zugehen pflegte. Das Rouleaux rollte herab. Aber gleich darauf hörte fie auch deutliche Schritte vorm Fenster.

Hannchen!" rief es halblaut in der stillen Ecke.

Ihre nächsten Schritte galten unwillkürlich der Zimmettür. Aber dann lachte fie über fich selbst: Sie hatte fich doch wohl getäuscht. Wer sollte draußen fein? Der Garten hatte ein ziemlich hohes Staket, und drüber bei Nacht zu steigen, dazu gehötte doch eine Kühnheit, zu welcher fich auch verwegene Sonnenfelder Burschen so leicht nicht aufzuschwingen pflegten. Lebrecht Hölder hatte einen leisen Schlaf, und wenn auch keinen großen persönlichen Helden­mut, doch eine Stimme, die sehr laut fein Recht verfocht.

Sie sah nochmals durchs Fenster, prallte aber nun wirklich erschrocken zurück. Da sah fie hinten» großen Rosenftock aanz deutlich den

Sleipner" begleitet find. Alle drei Schiffe find herrlich auSgestattet und gewähtten eine» prächtigen Anblick, als fie am vergangene» Mittwoch Abend zur Fahtt nach Kopenhagen in See stachen.

Mobilmachung.

Die innere höhere Politik deS deutsche» Reiches ist jetzt mit beiden Füßen in die öster­liche Feierstille eingetreten. So ernste und wich- tige Fragen für fie auch in der Zukunft Schooße ruhen, augenblicklich ist von Aufregung unb Unruhe nichts zu spüren. Kaiser und Kanzler weilen außerhalb des Reiches, der Kaiser im fernen Norden, der Kanzler im sonnigen Süden. Wichtige innerpolitische Ereignisse find daher für die nächsten Tage nicht zu erwatten, fie stehen auch für den Verlauf der Osterferien nicht in Aussicht. Und auch nach Wiederauf­nahme der parlamentarischen Beratungen im letzten drittel dieses Monats, wird sich der Schwerpunkt der politischen Ereignisse nicht, mehr in der gewohnten Weise in den Patta- menten konzentrieren. Angesichts der Wahlen zum Reichstage hat fich die politische Tätigkeit über daS ganze Volk ausgedehnt. Von der Zu­sammensetzung des am 16. Juni zu wählenden neuen Reichstags hängen die inhaltsvollsten Ent­scheidungen ab. Jeder Wahlberechtigte ist daher auch ein zur Wahl Verpflichteter. Das sollen vor allen die bürgerlichen Kreise beherzigen. In der Politik herrscht gegen­wärtig Feiertagsstille, da? Interesse der Bürger kann fich daher ungeteilt der Wahlagitation widmen. Gegen die Osterferien vorüber, ohne daß e§ gelungen ist, eine feste Organisation zu schaffen, bann ist der günstigste Augenblick zur wirksamen Rüstung und Vorbereitung verpaßt. Die Saumseligen haben alsdann die Derant- wottung zu tragen für etwaige durch ihre Schuld ermöglichten ungünstigen Wahlrefultate. Denke, auf eine Stimme könne es am Ende doch nicht ankommen. Solche Argumentationen find selbst» betrug. Wir hoffen, daß fich einem solchen keiner von unseren Freunden hingeben wird.

Wirtschaftlicher Aufschwung Deutsch- Südwestafrikas.

Die Hoffnung, daß die Viehausfuhr au» Deutsch-Südwestaftika nach der Oeffnung der englischen Grenzen sich gut entwickeln werde, hat sich rasch erfüllt. Nach der Südw. Ztg." bat der Bürgermeister von Mafeking in Wind­hoek 600 Rinder gekauft, die auf dem Landwege nach dem Kaplande getrieben werden sollen. Auch andere größere Posten an Groß- und Kleinvieh find verkauft worden. Ein Farmer im Süden hat 1000 Rinder verkauft. Die Ausfuhrzölle steigen bedeutend. In der Trans­vaal- und der Oranje-Kolonie setzt man. seine Hoffnungen über die Einfuhr von Schlacht-, Zucht- und Zugvieh jetzt hauptsächlich auf Südwestafrika, nachdem die Versuche, anderS-

Kops des Schorsch; aber er schaute ganz ander» drein, als sonst, totenblaß, und au8 seinem dunklen Haar waren Blutstropfen herabgeronnen, die auf der Stirn getrocknet waren. Der Hut fehlte, und der kecke Ausdruck seines GefichtS war einer heftigen Verstörtheit gewichen. So starrte er angstvoll nach dem Fenster des junge» Mädchens, dessen Namen er gerufen hatte.

Hannchen« erste Bewegung war natürlich nach der Tür, um ben Vater herbeizurufen. Aber bann blieb sie stehen; ber jammervolle Mensch braußen hatte die Hände bittend er­hoben. Aber mit ihm sprechen? Nein! Sie hatte an dem bestandenen einen Abenteuer dieser Nacht mehr wie genug.

Sie trat vom Fenster zurück; wieder wirbelte der Vorhang herunter. Aber da kamen auch draußen Tritte, hastige, furchtgepeinigte Schritte bis unmittelbar an daS Fenster heran, und eine heisere Stimme stammelte angstvoll: »Nur ein paar Worte, eS handelt fich um Leben ober Tob."

DaS Mädchen zaudette; fie schwieg und blieb bewegungslos hart vor dem Fenster stehen. Da hätte fie eS draußen knacken, wie beim Auf­ziehen des Hahnes eines Gewehres. Und da» war der fürchterlichste Augenblick, den fie je in ihrem jungen Leben gehabt, nachdem fie daN weiße Hemmnis am Fenster beseitigt, viel schrecklicher als vorhin der stille Körper Her­manns: Der Schorsch hatte ein Gewehr ge­spannt und eS mit dem Kolben auf die Erde gestellt, so daß der Lauf seinem Gefickt nahe kam. Und über die Mündung deS Laufs neigte er feinen Kops, während er den rechten Fich