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Sonntagsbeilage: Allustrirtes Sonntagsblatt.

Jls. 87

Btertelj^h-licher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

^»serttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, Reclmnen: die Zeile 25 Psg.

Marburg

Sonnabend, 28. März 1903.

Erscheint täglich außer an Soun- und Feiertag«. Sonnabends in Morgm- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

W. JahrA

Mittag-Ausgabe

Der Zwangsvergleich im Konkurs.

Der Fall, daß ein Schuldner insbesondere ein im Erwerbsleben stehender Kaufmann oder Fabrikant, welcher in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist, eine außergerichtliche Einigung mit »inen Gläubigern versucht, um die Eröffnung ~ee8 Konkurses über fein Vermögen zu verhüten ist sehr häufig.

Sehr häufig find auch diese Versuche des Schuldners von Erfolg. Denn wenn die Gläubiger das Vertrauen in die Rechtschaffen- heit des Schuldners haben, fo stehen fie bei einem außergerichtlichen Vergleiche besser als wenn das formelle Konkursverfahren eröffnet wird.

Aber auch nach Eröffnung des Konkurses hat der Gemeinschuldner die Möglichkeit, durch Abschließung eines Zwangsvergleiches gegen Zahlung nur eines Teiles seiner Schulden voll­ständig von allen Schuldverbindlichkeiten befreit zu werden. Diese Möglichkeit bietet der Zwangsvergleich.

Das Wesen des Zwangsvetoleiches besteht darin, daß der Schuldner oder ihm nahestehende Personen den Gläubigern größtenteils bei gleich­zeitiger Sicherstellung einen Betrag bieten, welcher höher ist als der Wert der Maffe, gegen dessen Auszahlung die Gläubiger auf ihre weitergehenden Forderungen verzichten. Die Anbietung eines Zwangsvergleiches ist in jedem Stadium des Konkursverfahrens zuläsfig, solange nicht die Schlußverteilung ge­nehmigt ist. Der Zwangsvergleich ist nur dann unzulässig, wenn der Schuldner flüchtig ist oder die Ableistung des Offenbarungseides verweigert, ferner wenn und solange gegen den Gemeinschuldner wegen betrügerischenBankerottes eine gerichtliche Untersuchung anhängig ist, sowie wenn der Gemeinschuldner wegen betrügerischen . Bankerottes rechtskräftig verurteilt worden ist. Wenn also ein Verfahren wegen betrügerischen Bankerottes zwar eingeleitet war, dasselbe jedoch als grundlos rechtskräftig eingestellt ist, so steht dem Gemernschuldner immer noch die Möglich­keit, einen Zwangsvergleich abzuschließen, offen. Diese Möglichkeit ist ihm sogar dann nicht ver­schränkt, wenn et wegen einfachen Bankerottes d. h. also wegen unordentlicher Geschäftsführung oder leichtsinniger Ausgaben den Zusammenbruch feines Geschäftes herbeigeführt hat. Lediglich Betrug oder betrügerisches Verhalten hindert den Abschluß eines Zwangsvergleiches.

Eine Nacht in türkischer Gefangenschaft.

(Fortsetzung.)

Vor kurzem unternahm ich einen Ausflug Nach Priepolje, dem am weitesten vorgeschobenen österreichisch-ungarischen Militärposten nach Osten hin. Priboj hatte ja bis dahin noch immer genug JntereffanteS für mich aufzuweisen.

Doch ist Priepolje noch eine ganz türkische Stadt mit auch nur sehr wenig serbischen Ein­wohnern ; daS Türkentum findet man dort noch ganz rein ausgeprägt vor, hauptsächlich auch die finsteren, unheilsinnenden Gestalten der Arnauten und Albanesen. Schon auf meinem Ritt dorthin grauste e8 mir, trotz vier Mann persönlicher Bedeckung und der vielfach den GebirgSpfad begehenden und die Gegend durch­streifenden Patouillen, denkend, daß solche Kerls doch einmal aus einem Verstecke schießen könnten, um dann zu verschwinden, denn einen offenen Angriff würden dieselben doch nicht auf eine Militärbegleitung wagen, dafür ist die öster­reichisch-ungarische Militärmacht zu stark und gut organisiert und auch die türkische Be­satzung muß hier unter dem Einfluß und dem grucke der ersteren ihre Pflicht in dieser Richtung n, fie kann sich nicht unbeteiligt bei Seite halten. Diese herumstreifenden Kerls find fast kaum bekleidet, höchstens mit einigen weißen und bunten, meistens roten Fetzen, aber außer Handschar und Pistolen in der lebhaft farbigen Leibbinde fehlt der Gürtel, gespickt mit Patronen, und die langläufige türkische Flinte oder sehr oft eine gute europäische Büchse nicht! So gefallen sich diese Leute, das ist ihr Leben. Aber fie tragen die Waffen nicht, nur zum Staat, denn nicht nur, daß sich jeder selbst, feine Angehörigen und sein Eigentum beschützen und jedes ihm geschehene Unrecht, vermeintlich

Ueber den Zwangsvergleich hat sich der Konkursverwalter und der Gläubigerausschuß, falls ein folcher bestellt ist, zu äußern. Der Vergleich selbst muß allen nicht bevorrechtigten Gläubigern gleiche Rechte gewähren. Sine un­gleiche Bestimmung der Rechte ist nur mit aus­drücklicher Einwilligung der zurückgesetzten Gläubiger zulässig, jedes andere Abkommen deS Gemeinschuldners oder anderer Personen kann überdies die Verwerfung und Anfechtung deS Zwangsvergleiches herbeiführen und hat Bestrafung der Beteiligten zur Folge.

Zur Annahme des Zwangsvergleiches ist erforderlich, daß die Mehrzahl der in dem Termin erschienenen stimmberechtigten Gläubiger dem Vergleiche ausdrücklich zustimmt und daß die Gesamtsumme der Forderungen der zu­stimmenden Gläubiger mindestens dreiviertel der Gesamtsumme aller stimmberechtigten Forderungen betrage.

Der Vergleich soll überdies den Gläubigern mindestens den fünften Teil ihrer Forderungen gewähren. Ist dies nicht der Fall, so kann der Vergleich verworfen werden, falls dieses Ergebnis des Konkurses aus ein unredliches oder leichtsinniges Verhalten des Gemein­schuldners zurückzuführen ist.

Wenn der Vergleich in dem Vergleichs­termine angenommen ist und keinem der vor­stehend angsgebenöv Gründe, ihn zu verwerfen vorliegt, so bestätigt das Gericht durch Be­schluß den Zwangsvergleich. Dieser Beschluß wird öffentlich verkündet. Binnen 2 Wochen von dem Tage der Verkündigung ab kann jeder Jntereffent den Zwangsvergleich durch sofortige Beschwerde anfechten. Die Entscheidung des Beschwerdegerichts, d. h. des zuständigen Land­gerichts ist nicht mehr anfechtbar, sodaß der Beschluß über Bestätigung des Zwangsver­gleiches rechtskräftig wird entweder, wenn inner­halb zweier Wochen nach Verkündigung des­selben eine Beschwerde dagegen nicht eingelegt wird, oder aber wenn die eingelegte sofortige Beschwerde vom Landgericht verworfen ist.

Umschau.

BarthscheS Liebeswerben für die Sozialdemokratie.

In derNation" philosophiert Dr. Barth über Wahlvorbereitungen und Wahlausfichten. Dabei schreibt er: Mit den spezifisch sozialistischen Forderungen erringe die Sozialdemokratie heute keine wesentlichen Erfolge mehr; wohl aber mit den radikal zugespitzten liberalen Forderungen. Die Sozialdemokratie pflüge mit dem liberalen

oder wirklich, selbst rächen muß, sondern auch der Trieb zum Rauben ist ein außerordentlicher! Nicht nur die im Laude lebenden Serben find vor AuSplüderung ficher, sondern auch das be­nachbarte Serbien selbst resp. die Grenze ist nie vor Einfällen, hauptsächlich nächtlichen, ge­sichert. Es wird dann geraubt, geplündert und das Vieh weggetrieben und wer den geringsten Widerstand leistet niedergeschossen, denn sind fie wieder hier über der Grenze, so find sie ja in Sicherheit. Solche Vorfälle find hauptsächlich die Grundursachen zu den Unruhen, wie fie fich hier im Sandschak und an der Grenze fast fortwährend abspielen. Es kommen dann, an­statt sich gegenseitig zu unterstützen, die Militärposten der beiden Länder in Konflikt und Kampf und der Aufruhr ist fertig und das Gesindel hat dann erst recht freies Spiel. Es find dies ja allbekannte Vorfälle, die auf dem ganzen Balkan herrschen und wovon man immer in den Zeitungen zu lesen bekommt, daß dieselben aber ohrre Unterbrechung chronisch immer fortbestehen, dies hatte ich früher nicht geglaubt. An der mon­tenegrinischen Grenze ist dies ja noch viel schlimmer, wenn auch von Bosnien auS mit eiserner Macht und Strenge diese Grenze nach Möglichkeit beschützt wird, so muß es auf der montenegrisch - albanefischen Grenze, wo zwei derartige Völkchen zusammenstoßen, vielfach wahrhaft haarsträubend zugehen, wie mir ein türkischer Offizier, der lange dort stationiert war, zum öfteren mit allen Einzelheiten er­zählte. Ich wollte aber noch von Priepolje er­zählen und bin bis jetzt nur auf dem Wege dorthin geblieben! Die Stadt liegt wahrhaft malerisch schön am Abhang eines Berges am rechten Ufer des Lim, die durch eine alte höchst interessante hölzerne Brücke mit dem linken Ufer, wo das österreich-ungarische Lager sich befindet, verbunden ist. Wie die meisten nicht

Kalbe. Je energischer der Liberalismus seine eigenen Grundsätze im Wahlkampfe betätige, je deutlicher er zeige, daß er ebenso entschieden wie die Sozialdemokratie, nur geschickter, die liberalen Forderungen den Reaktionären gegen­über zu vertreten wiffe, umsomehr Ausficht habe er auch, sich im Wahlkampf gegen die Sozial­demokratie zu behaupten. Mit diesen Dar­legungen bestätigt Dr. Barth nur, was von konservativer Seite immer gesagt worden ist, daß nämlich die Sozialdemokratie auf dem vom entschiedenen" Liberalismus bereiteten Boden am besten fortkommt. Der Führer der Wadel- strümpfler will auf dem Wege den Wettbewerb imPflügen mit dem liberalen Kalbe" auf­nehmen, daß er möglichst radikal auftritt; aber in dieser Hinsicht ist ihm die sozialdemokratische Agitation trotz seiner Skrupellosigkeit doch noch über. Er ebnet damit nut der Sozialdemokratie den Weg.

Der Abgeordnete Barth aber erweist sich bei allen Konkurrenzplänen als bester Freund der Sozialdemokratie, denn er schreibt ferner mit deutlicher Spitze gegen den Abgeordneten Eugen Richter:Die Verketzerung der Sozialdemokraten als Leute, die teilen wollen und kein Vater­landsgefühl besitzen, war von jeher eine politische Geschmacklosigkeit; heute ist sie mehr als dies, heute ist fie obendrein eine politische Dummheit. Denn diese aufhetzerischen Redensarten der Ordnungsphilister find nur geeignet, der Sozialdemokratie weitere Scharen zuzuführen." Diese Meinung wird nur von einer geringen Zahl nationalgefinnter Politiker geteilt werden. Der Sozialdemokratie helfen, ihre letzten Ziele zu verschleiern, um mit demliberalen Kalbe" pflügend, beffere Wahlgeschäfte machen zu können, hieße einfach, der sozialdemokratischen Partei die politische Macht in die Hände spielen. Barth ist der Meinuäg er hat dies selbst vor nicht langer Zeit ausgesprochen: Erst solle derLiberalismus" gemeinsam mit der Sozial­demokratie dieJunker" verdrängen, dann werde fich das weitere finden. Ob aber bei dem Weiteren" der Liberalismus überhaupt noch in die Lage käme, ein entscheidendes Wort mit­zusprechen, muß auf das bestimmteste bezweifelt werden. _______

Innere Kolonisation und Genossenschaftswesen.

Einer wirtschaftlich wie sozialpolitisch gleich bedeutungsvollen Aufgabe hat sich das land­wirtschaftliche Genoffenschaftswesen in Pommern mit der vor kurzem erfolgten Errichtung der vommerschen Ansiedelungsgesellschaft, e. G. m. b. H., zugewandt. Die Genossenschaft bezweckt

großen türkischen Städte hat es nur eine tont« Se Straße, in welcher sich die öffentlichen Baulichkeiten, die Caf^ und meistenteils auch die Moscheen befinden, sich vor allem aber die ganzen Verkaufsbuden (Läden) hintereinander zusammendrängen; man nennt diesen Teil der Straße Carsija. Hier spielt sich dann auch von früh bis abends ein reges interessante« Treiben ab. Die anderen Straßen sind lautet Sackgassen und darin befinden sich auch die eigentlichen Wohnungen der Türken. Es könnte demnach einen Fremden nur die Neugierde in eine solche Straße führen, aber man hüte fich, eine solche zu betreten, denn dies ist nicht nut von bet österreich-ungarischen Militärbehörde untersagt, sondern man könnte auch aus Fanatis­mus und Eifersucht auf Nimmerwiedersehen darin verschwinden! So war z. B. ein mir bekannter österreich-ungarischer Militärtierarzt, der persönlich vor einem sehr angesehenen reichen Türken, der mit Dienerschaft und einem für ihn gesattelten Prachtpferd kam, um ihn zu seinem kranken Lieblingspferd abzuholen, ge­zwungen, denselben abzuweisen. Erst als dasUeber- einkommen getroffen war, daß der Tierarzt unter dem Schutze der türkischen Behörde den Kranken­besuch unternehme, wurde derselbe gestattet, veranlaßte aber sehr viel böses Blut unter den übrigen Bewohnern der Straße. Hier in Priboj ist dies jedoch alles nicht so arg schlimm, denn hier habe ich schon alle Gaffen passiert, auch meistens ohne Begleitung. Die türkischen Offiziere find in Priboj weniger eng befreundet mit den österreich-ungarischen, wenn auch nicht das Gegenteil, fie kommen mehr nur bei offiziellen Veranlaffungen zusammen, doch hatte ich nachmittags das Vergnügen, mehrere der­selben, die schon öfter in Priboj gewesen waren, in dem Wirtsgarten einer Kantine zu treffen. Sie versicherten mir, fie seien nur gekommen um mich zu begrüßen, denn einer von ihnen

die Errichtung von ländlichen Wohnstätten und ländlichen Wirtschaften für kleinbäuerlichen Besitz und für Arbeiter in Form von Rentengütern und will bei Begründung solcher Wohnstätten und Wirtschaften insbesondere auf deren Zu- sammenfaffungzuleistungsfähigenLandgemeinde» hinwirken. Sie will und wird keine planlose Parzellierung vornehmen, noch solche begünstigen, ihre Aufgabe erblickt fie vielmehr darin, nut dort, wo ein wirkliches Bedürfnis nach Ber-^ mehrung deS kleinbäuerlichen Besitzes vorliegt,^ helfend und regelnd einzugteifen. Gewinn­absichten liegen ihr fern, die Satzungen sehen nur eine mäßige, angemessene Verzinsung der Geschäftsanteile vor, im übrigen werden etwaige Gewinnüberschüsse der Sache selbst, bet Schaffung lebensfähiger Wirtschaften und Land­gemeinden dienen. Die Bedeutung dieser GenossenschaftSgründung bedarf keiner weiteren Erläuterung; zweifellos stellt die Durchführung der inneren Kolonisation in planvoller, sach­gemäßer , gemeinnütziger Form eine hervor­ragend segensreiche Aufgabe dar, und eine au« den Kreisen bet beteiligten Landwirte selbst ge­bildete Genvffenschaft dürfte die meiste Gewähr für die befriedigende Lösung dieser Aufgabe bieten. Hoffentlich folgt man in anderen in Be­tracht kommenden Provinzen dem von Pommern gegebenen Beispiel.

Weizenproduktionskosten in Argen­tinien.

In einem amtlichen Berichte der Statistischen Sektion be8 Argentinischen Agrikulturdepatte» ments finben sich einige Angaben über Weizen­produktionskosten in Argentinien. Nach einer Berechnung, die einen Betrieb von 135 ha in der Provinz Santa betrifft, stellen fich die Produktionskosten für 100 kg Weizen auf 1,22 Peso Gold, also auf ca. 5 Mark deutscher Währung. Diese überaus geringen Produktions­kosten sind bekanntlich lediglich auS den Währ­ungsverhältnissen dieses Landes zu erklären, da dort daS Papiergeld zum Goldgelb fich wie 1 zu 2,5 verhält. Fast alle Probuttionsausgaben aber geschehen in Papierwährung. Freilich wäre es ein Irrtum zu glauben, daß die hieraus resultierenden Verdienste ausschließlich den argentinischen Farmern zufließen. Zum allergrößten Teile fließen fie in die Taschen bet großen Getreideaufkäufer und Exporteure. DaS ist auch der Grund, weswegen gerade bei internationale Getreibehanbel ein Interesse daran hat, den unleidlichen Zustand bet argen­tinischen und internationalen WährungSvet- hältniffe aufrecht zu erhalten.

hatte mich vormittags in der Stadt gesehen und den andern gemeldet:Monsieur, le grand p6re est 14! Sie kannten mich ja nur* unter diesem Namen, denn nicht nur in bet' Familie und unserem ganzen Bataillon, sondern unter allen die mich in Bosnien und dem Sandshaks kennen lernten, war ich nur unter dem Namen Großpapa bekannt. Die österreich- ungarische Besatzung von Priboje wat im Manöver, daher wat ich nur mit den wenigen Zurückgebliebenen abends seht gemütlich bis in die Nacht zusammen, denn an Stoff zur Unter­haltung fehlt es bei den österreich-ungarischen Offizieren nie. Die vielen Nationalitäten, die unter ihnen vertreten sind, die vielen ver­schiedenen Garnisonen, die ein jeder von ihnen schon gehabt hat und zwar in den verschiedensten Winkeln der Monarchie, bieten viel belehrenden Stoff, dabei fehlt aber, hauptsächlich bei längerem Zusammensitzen, die Heiterkeit nicht, die durch Chor und Solo-Gesang, durch komische Vorträge und Toaste wie durch Musik hinreichend genährt wird, auch trägt das ganz gute, leibet aber sehr teuere Sarajevoer Bier unb bie feurigen griechischen unb makedonischen Weine, die da­gegen sehr billig find, seinen Teil zur Munter­keit bei. An Musik fehlt eS in hiesiger Gegend nicht. In den größeren Stationen find die Regiments musiken da, wo nur Bataillone liegen, da arrangiert man durch die Böhmen, die man bei der Mannschaft hat, eine Bataillons­musik und wo gar nur eine Kompagnie ist, da begnügt man fich mit einfacher Zigeunermufik, die selbst in jeder Kompagnie der ungarischen Regimenter zusammenzustellen ist. Türkische Militärmusik existiert in hiesiger Gegend nicht, dieselbe soll überhaupt nur in Konstantinopel, Saloniki unb allenfalls noch an ein oder zwei anderen Orten bestehen, daher hat jeder kleine Ott eine türkische Stadtmusikbande; die Jnstru^ mente bestehen dann au« einigen riesig großen