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Regiments-ZnbilmW. Man schreibt unS: Da« 3. Garde Regiment z. F. in Berlin be­geht am 1. April d. I. sein fünfundzwanzig­jähriges Garnison-Jubiläum. Ami. April 1878 verließ es morgens 6r3 Uhr seine alte, liebe Garnison Hannover, nachdem eS um 5 Uhr srüh die Fahne vom Prinzen Albrecht abgeholt hatte, welcher daS Regiment auch bis zum Bahnhof geleitete. In Rathenow und Spandau begrüßten die daselbst liegenden Regimenter mit Musik daS durchfahrende Regiment. Vier Uhr Nachm. traf dasselbe in Berlin ein, begrüßt vom nach­maligen Kaiser Friedrich, dem jetzigen Kaiser, dem Prinzen Heinrich und den direkten Vor­gesetzten. Der Marsch durch Berlin glich einem Siegeszuge. Die gesommte Garnison bildete Spalier und ganz Berlin war auf den Beinen. Der greise Kaiser Wilhelm I. ließ die Bataillone am historischen Eckfenster, woselbst er Aufstellung nahm, vorbei defilieren. Dieses Jubiliäum be­gehen dieEhemaligen" am 1. April, Abends 8 Uhr, imDeutschen Hof" zu Berlin, Luckauer­straße 15 durch einenGeneral-Npell" und fordern alle ehemaligen Kameraden des Regiments auf, sich an diesem Kommers zu beteiligen und sich beim Vorsitzenden des Vereins ehemaliger Kameraden 3. Garde Regiments z. F. dem Fabrikbesitzer Kühn, Titschinerstraße 79, anzu­melden, von wo weitere Nachrichten erfolgen.

* Beamte« « Persoualnachrichten. Ernannt: der Pfarrer MauS zu Bottendorf zum Pfarrer in Großenwieden und der bisherige P "- Verweser Klappert zu Weidelbach zum Pfarrer daselbst, der Regierungssupernumerar Wesiel zum Kreissekretär in Frankenberg, der Stellen­anwärter Ludovici zum Gerichtsdiener bei dem Amtsgericht in Wetter, der Stadtkämmerer Deichmann in Großalmerode und der Bürger­meister Fink in Steinau (bei Schlüchtern) zu Amtsanwaltsstellvertretern. Verliehen: dem Strafanstaltsinspektor Zimmermann zu Kassel- Wehlheiden die erste Inspektor- (Vorsteher-) Stelle bei der Strafanstalt zu Ziegenhain. Zurückgenommen: Die veröffentlichte Versetzung des Gefangenaufsehers Rohde bei dem Gerichts­gefängnis in Kaffel als Gerichtsdiener an daS Amtsgericht in Ziegenhain. Pensioniert: der Förster That in Wangershausen, Oberförsterei Frankenberg, auf Antrag vom 1. Juli d. I. ab. Gestorben: der Amtsgerichtsrat Unverzagt in Bergen.

* Erledigte Stellen. Die evangelische Schul­stelle zu Horsten soll alsbald anderweit besetzt werden. Die evangelische Schulstelle zu Neuenschmidten ist vom 1. Juni 1903 ab ander- weit zu besetzen. Die Lehrerstelle an der evangelischen Volksschule in Allendorf, Kreis Frankenberg, soll anderweit besetzt werden. Die Stelle eines Kreisausschußsekretärs in Witzen­hausen soll zum 1. Juli 1903 neu besetzt werden.

§ Versuchter Diebstahl. Gestern versuchten zwei Frauen auf dem Jahrmärkte Schürzenzeug zu entwenden. Sie wurden jedoch dabei abge- saßt und sehen nun ihrer Bestrafung entgegen.

4- Simtshausen, 24. März. Auf eigen­tümliche Weise verendete hier der Hofhund des Landwirts Peter Graf. Das Tier wollte über einen Gartenzaun springen wobei es mit dem Halsbande hängen blieb und so seinen Tod fand.

§ Frouhanfr«, 25. März. Wie wir soeben aus zuverlälsiger Quelle erfahren ist Herr Lehrer Metz von hier mit dem 15. April auf seinen Wunsch an die neugegründete Stelle an der Volksschule zu Betten­hausen bei Kassel versetzt worden. Wir sehen unfern Herrn Lehrer sehr ungern von hier scheiden, da er während seiner !>/> jährigen Wirksamkeit am hiesigen Orte mit größtem Pflichteifer und gekrönt mit den besten Erfolgen für unsere Jugend wirkte.

tt Lohra, 25. März. Heute fand hier der erste der zwei für dieses Jahr vom Provinzialrat ge­nehmigten Märkte statt. Aufgetrieben waren ca. 80 Stück Schweine verschiedenen Alters. Das Kaufgeschäft ging recht flott und wurde der Markt bis auf unge­fähr 10 Stück geräumt. Die Preise waren je nach Alter verschieden, so kostete das Paar sechs Wochen alte Ferkel 36-38 Mk.

* Kirchhain, 26. März. Für den Kreis Kirchhain stellen sich die Ergebnisie der Be­willigung von Atters», Invaliden- und Krankenrenten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Dezbr. 1902 wie folgt: Die eingegangenen Anträge auf Altersrente betrugen 221. Davon find erledigt durch Renten­bewilligung 171, durch Ablehnung 43, durch Tod der Antragsteller rc. 5. Der Gesamt-Jahresbetrag der be­willigten Renten belief sich auf 21077.40 Mk. Von den Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 128, in der Industrie 5, im Handel und Verkehr 0, durch Lohnarbeit wechselnder Art 9, im Staatsdienst 22 und im Gefindedienst 7. Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen 66 Posten im Be­trage von 8504.80 Mk. Die eingegangenen Anträge auf Invalidenrente betrugen 383. Davon find erledigt durch Rentenbewilligung 304, durch Ablehnung 55, durch Tod der Antragsteller rc. 21. Der Gesamtbetrag der bewilligten Renten belief sich auf 39323.40 Mk. Von den Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 181, in der Industrie 55, im Handel und Verkehr 3, durch Lohnarbeit wechselnder Art 18, im Staatsdienst 16, im Gefinde­dienst 31. Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen 216 Posten im Betrage von 28203.60 Mark. Die eingegangenen Anträge auf Krankenrenten betrugen 7. Davon sind erledigt durch Renten­bewilligung 7. Der Gesamt-Jahresbetrag der be­willigten Renten belief sich auf 912.00 Mk. Von den Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt: in der Landwirtschaft 2, in der Industrie 2, durch Lohnarbeit wechselnder Art 1, im Staatsdienst 0, im Gefindedienst 2. Nach Abgang durch Tod bleiben noch zu zahlen 3 Posten im Betrage von 389.40 Mark. Der Gesamt-Jahresbetrag der bewilligten Renten betrug überhaupt 61312.80 Mk. Von der Landes- Versicherungsanstalt Heffen-Nasiau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie das Fürstentum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt: 8499 Atterkrenten im Oe« fammt-Jahresbetrage von 1153851.80^., 21 284 In­validenrenten im Gesamt - Jahresbetrage von 2955236.10 Mk., 876 Krankenrenten im Gesamt- Jahresbetrage von 133364.80 Mk., im Ganzen 30659 Renten mit einem Gesamt - Jahresbetrage von 4242452.70 Mk. Hiervon find nach Berücksichtigung der durch Tod rc. erfolgten Abgänge Ende Dezbr. 1902 «och zu zahlen 3466 Altersrenten im Gesamt»

Jahresbetrage von 485761.40 Mk., 13433 Invaliden­renten im Gesamt-Jahresbetrage von 1902512.40 Mk., 553 Krankenrenten im Gesamt Jahresbetrage von 84333.40 Mk., im Ganzen 17392 Renten mit einem Gesamt Jahresbetrage von 2472607.20 Mk. Der vom Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 869600 Mk Mithin bleiben Ende Dezbr. 1902 aus Mitteln der Landes-Verficherungsanstalt Heffen-Nasiau an Renten zu zahlen jährlich 1603007.20 Mk.

0 Schweinsberg, 25. März In großen Schaden kam der Maurer Georg Heilmann dadurch, daß eine Kuh in seinem Stalle ein Rind durch einen Stoß so zum Fallen brachte, daß es dabei das Kreuz brach. Heilmann mußte das schöne und wertvolle Tier schlachten.

0 Schweinsberg» 26. März. Der Landwirt und Küfer Friedrich Fleischhauer von hier traf sich beim Abhacken der Maulwurfshügel auf der Wiese so heftig mit der scharfen Hacke auf den Fuß, daß er sich ei e schwere Verletzung derselben zuzog und sich sofort in ärztliche Behandlung begeben mußte.

x Homberg a. £>., 25. März. Wie man hört- wurde das Gasthaus zum deutschen Haus an Herrn Restaurateur Hmneburg in Marburg verkauft

Hessen-Nassau und Nachbargebiete

Fritzlar, 23. März. Herrn Pfarrer Vial dahier ist, wie dieFritzl. Ztg." meldet, mit dem 1. April er. die Pfarrerstelle in Rommers­hausen, Kreis Ziegenhain, vom königlichen Konsistorium übertragen worden.

F«lda, 24. März. Nach dem städtischen Haushaltsetat für 1903/4 sind an direkten Gemeindesteuern 211170,90 Mk. aufzubringen; zur Beschaffung dieser Summe müssen daher zur Erhebung kommen: 150 Prozent auf die Grund- und Gebäudesteuer und 109 Prozent (statt 95 Prozent seither) auf die Gewerbe-, Betriebs- und Staatseinkommensteuer.

A»s der Röhn, 24. März. Unsere Jäger hoffen in diesem Jahre auf eine gute Hasenjagd, da der erste Hasensatz, die sog. Mürzhasen, bei der seitherigen günstigen Witterung gut davon gekommen sein dürfte.

Fra«kf«rt a. M., 25. März. Auf dem Bauplatz Rödelheimer Landstraße 24 vergnügten sich verschiedene Kinder an einem großen Sand­haufen mit Bauen von Höhlen. Der 8jährige Sohn des Proviantarbeiters Kömpel hatte sich auch eine Höhle gebaut und darin verborgen, als plötzlich der Sand nachgab und den Knaben verschüttete. Statt zu helfen, liefen die übrigen Kinder fort, und so dauerte es eine halbe Stunde, bis der Knabe von seinem Bruder herausgeschafft werden konnte. Leider war er inzwischen erstickt, Versuche zur Wiederbelebung blieben ohne Erfolg.

Limburg, 25. März. Auf sehr traurige Weise verlor dieser Tage das 2^/, jährige Töchterchen des Herrn B. Hierselbst sein Leben. DaS Dienstmädchen war im Begriff, heißes Getränk für daS Vieh in den Stall zu tragen, als das Kind im Hofe freudig auf das Mädchen zurannte, wodurch dasselbe ins Wanken kam und die kochend heiße Brühe sich über das Kind ergoß. Die Brandwunden waren leider derart, daß trotz alsbaldiger ärztlicher Hilfe das un­glückliche Kind nach einigen Stunden verstarb.

Gietzeu. 24. März. Die Neuschätzung unseres Kommunalvermögens soll einen unserer Mit­bürger, der das seltene Glück hat, 18 Kinder fein zu nennen, auf den schzerzhasten Ge­danken gebracht haben, sich an die Kommunal- Verwaltung mit dem Anträge zu wenden, ihm für sich und die Seinigen feinen Anteil am Gesamtvermögen auszuzahlen! Dem An­träge liegt folgende Rechnung bei: Gesamtver­mögen nach Abrechnung der Schulden ca. 5 Millionen, macht pro Kops der Bevölkerung rund 200 Mk. für Mann, Frau und 18 Kinder 4000 Mk.

Friedberg, 24. März. Der Vorschuß- und Kreditverein hat 10000 Mk. zur Gründung einer Ruhegehaltskasse für die Beamten des Vereins bewilligt und die Errichtung eines neuen Geschäftshauses im seitherigen Garten des Vereins beschlossen.

Alsfeld, 25. März. Nach Mitteilung der AlSf. Oberh. Ztg." ist in Linoelbach Groß- feuer ausgebrochen. Ein großer Teil der Ort­schaft soll bereits eingeäschert sein.

Vermischtes

Bekanntlich soll diesmal die Friihjahrsparade der Berliner Garnison ausfallen, sehr zum Leid­wesen der vielen Paradebummler' und der Schankwirte in der Nähe deS Tempelhofer Feldes. Wie derB. L.-A." jetzt mitteilen kann, fällt der Beschluß mit der Absicht des Kaisers zusammen, seinem Ahnen Friedrich dem Großen zur Erinnerung an die Manöver, die deralte Fritz" vor 150 Jahren bei Döberitz abhielt, dort einen Denkstein zu setzen. Um für die Ent­hüllungsfeierlichkeit einen militärischen Hinter­grund zu schaffen, soll am 29 Mai in Döberitz ein Gefechtsexerzieren des Gardekorps stattfinden.

DesNaturmensche«" Braut. Aus Arendsee wird demAltm. Jnt.-Bl." gemeldet: Kürzlich traf hier Gustav Nagel wieder ein, und zwar in Begleftung einer Frauensperson, die unge­fähr 29 Jahre alt ist. Diese wird von dem Naturmenschen" als seine Braut vorgestellt. Sie ist eine gebürtige Wienerin; N. hat sie aus der Türkei mitgebracht, wo sie sich seit fünf Jahren aufhielt. Wie man hört spricht sie vier Sprachen. Von Beruf ist sie Lehrerin. Gestern zeigten sich die Brautleute in unserer Stadt; ein ganzer Strom von jung und alt folgte dem Paare.

Ei« «berschlauer Schlofserlehrlirrg. Der Lehr­ling eines Schloffermeisters in Ochtrup, welcher mit Reparaturarbeiten an dem Hochbasfin der neuen städtischen Wasserleitung beschäftigt war, ließ aus Versehen seine Kneifzange in baS.imt

100000 Liter Wasser gefüllte Reservoir fallen. Schnell entschloffen öffnete er den Abflußhahn und ließ daS Wasser ablaufen. Erst nachdem er wieder in den Besitz der Zange gelangt war,, wurde er gewahr, welches Unheil er an gerichtet hatte und machte sich schleunigst aus dem Staube. Die Hausfrauen aber zeigten recht verdutzte Gesichter, als ihnen an dem betreffenden Morgen das Wasser zur Bereitung des Kaffees ausblieb.

Tas Grab des Pharaos der 18. Dynastie, Thuthmes IV., ist lautTimes" in der Toten- stadt des alten Theben aufgesunden worden, wogegen die Mumie dieses alten Königs sich schon seit langer Zeit im Museum von Kairo befindet. Im größten Raume der Grabstätte sieht man den mit Totenbuchtexten bedeckten prächtigen Granit-Sarkophag. An beiden Seiten dieser eigentlichen Grabkammer sind kleinere Räume; in einem war der Boden mit numifi- zierten Rinds- und Hammelkeulen und ausge­nommenen Enten und Gänsen bedeckt. DaS waren Speiseopfer, die dem toten Könige vor 3000 bis 4000 Jahren dargebracht worden sind. Das wertvollste Fundstück ist der obere Teil des Wagens, auf dem der König durch Theben zu fahren pflegte.

Lolksschanspiele im Harz. In Weimar hat sich ein Ausschuß gebildet, der auf dem Hexen­tanzplatz bei Thale im Harz Volksschauspiele unter freiem Himmel veranstalten will. Wäh­rend der Pfingstfeiettage und dann vom 15. Juli bis 15. August soll mit einem Festspiel Walpurgis" der Anfang gemacht werden.

Erstochen. Mit seinem Seitengewehr zu Tode gestochen hat sich am Montag auf der Manaschaftsstube der Musketier Greiner von der 11. Kompagnie .des in Koburg garni- sonierenden Infanterie-Bataillons, indem er dieses zwischen zwei Schränke klemmte und sich mit dem Körper hineinstürzte.

Allerlei kleine Nachrichten. Russisches Geflügel muß häufig aus gesundheitspolizeilichen Gründen von der Einfuhr nach Deutschland ausgeschloffen werden. Auf Veranlassung des russischen Finanz­ministers ist nun eine Kommission von Ver­tretern der Ministerien des Innern, der Finanzen und des Ackerbaues, sowie Fachleuten zusammen- getreten, welche die Frage prüfen soll, wie am besten der Grenzsperre Deutschlands für russisches Geflügel vorgebeugt werden kann. Es wird die Errichtung eines besonderen Sammelhofes für Geflügel unter gesundheitspolizeilicher Auf­sicht in Wirballen geplant. Diesen Plan soll die Kommission prüfen; ferner werden auch Vorschläge von ihr erwartet. Bezeichnend für die Zunahme der Einfuhr von Südfrüchten ist die Tatsache, daß der deutsche DampferHeinrich Schuldt" mit 90000 Kisten Apsefinen an Bord in Hamburg eintraf. Es ist dies bisher die größte Ladung dieser Ware. Der Bau eines ersten Turbinen-Hochsee Torpedoboots für unh Kriegsmarine ist der Schichauerwerst in Elbing übertragen worden. Die Kosten dafür liegen innerhalb der vom Reichstag bewilligten Mittel zum Bau der neuen Hochseedivifion.

Für Hühnerzüchter. Ein bekanntes Mitglied des Rooseveltschen Kabinetts soll mit Experi­menten beschäftigt sein, eine Rasse von Hühnern ohne Federn zu erzeugen. Die Vollendung dieser Idee, so meint er, würde ein bedeutender Fortschritt sein. Die Tiere würden bedeutend fleischiger und fetter werden, während ihre Haut stärker und dicker und schließlich anstelle von Leder gebraucht werden könne. Vielleicht werden die Wunderhühner auch gleich hart­gekochte Eier legen, aus denen bann kleine Entchen auskriechen!

Deutsches Bunvesschieße«. Die Vorbereit­ungen für das deutsche Bundesschießen in Han­nover find in vollem Gange. Die Stadtver­waltung und die Hannoverschen Schützengesell- schasten, die Bürgerschaft und die Studenten der beiden Hochschulen, die sämtlichen Innungen, die Sportvereine, Turner und viele andere Korporationen haben fich zusammengetan, um das Bundesschießen auch äußerlich so glänzend wie möglich zu gestalten.

Neueste Telegramme

Berlin, 26. März. Heute vormittag fand in der Hedwigskirche die Trauerfeier für den Vizepräfidenten des Abgeordnetenhauses Frhr. von Heeremann statt. Dazu waren u. a. erschienen die Staatssekretäre Graf Pofadowsky und Frhr. von Richthofen, die Minister von Rheinbaben, Dr. v. Studt, Frhr. v. Hammer­stein, Möller, Budde, der Staatssekretär des Reichspostamtes Kraetke, sowie zahlreiche Vertreter des BundeSrateS, die Präfidenten de8 Reichstages und beider Häuser des Landtages. Die Zentrums- fraktion war vollzählig erschienen. Als Ver­treter des Kaisers war anwesend Flügeladjutant von Plüskow, ferner Prinz Joachim Albrecht, Fürst A. Radziwill, Staatsminister Gras Wedel und Generaloberst von Los. Prälat Jahnel zelebriette die Meffe. Weihbischof Heermann- Frauenberg hielt die Trauerrede. Die Leiche wurde sodann im feierlichen Zuge nach dem Lehrter Bahnhofe geleitet.

Berlin, 25. März. DieVoff. Ztg." meldet: Der Kronprinz von Sachsen verlängerte seinen Aufenthalt in Neapel und macht häufig Ausflüge.

Hamburg, 26. März. Bei Brunshausen stieß vergangene Nacht der englische Dampfer Equith" mit dem Hamburger Schleppdampfer Johannes Körner" zusammen. Letzterer sank. Der Steuermann des Schleppers konnte gerettet werden, der Maschinist und der Deckmann sind ertrunken.

Wtessare«, 26. März. Wie derRhein. Kurier" erfährt, wird der Kaiser bei seinem Besuche Ende Mai bezw. in den ersten Tagen deS Jvni von der Kaiserin begleitet fein, welch« den lebhaften Wunsch geäußert hat, den Oberon" und dieArmida" an der Stätte ihrer Rekreation dargestellt zu sehen. Ferner wird zur Ausführung gelangen: DieAfri­kanerin" und dieWeiße Dame" in der Wies­badener Nenl"irbeitung.

Chemnitz, 26. März. Der 36 jährige Zimmer, ann Borrmann, bet am 29. Okl. 1902 seinen 10 Monte alten Sohn durch einen Revolverschuß tötete, seine Ehefrau auf dieselbe Weise zu töten versuchte und bann flüchtete unb in Wien ergriffen würbe, ist vom hiefigen Schwurgericht zu 12 Jahren Zuchthaus ver­urteilt worden.

Nürnberg, 26. März. In der Eiermann- schen Aluminium- und Bronzefabrik Neuemühle bei Stein, entstand gestern mittag durch Warm­laufen von Aluminium beim Mahlen eine Ex­plosion. 9 Arbeiter wurden durch Brandwunden schwer verletzt, darunter 4 lebensgefährlich. Das Gebäude wurde stark beschädigt.

Lissabon» 26. März. Hier wurde be­schlossen, König Eduards Besuch als nationales Fest zu feiern. Eine weitgehende Amnestie wird bei dieser Gelegenheit vorbereitet.

Chriftiania, 25. März. DieZollkommisfion des Stotthings schlägt u. a. Zölle, bezw. Zoll­erhöhung auf folgende Waren vor: Seidene Handschuhe von 10 auf 12 Kronen pro Kilo, halbseidene Handschuhe von 6 auf 8 Kronen pro Kilo. Flügelförmige Pianos von 100 auf 105 Kronen pro Stück, tafelförmige oder aufrechtstehende PianoS von 60 auf 90 Kronen pro Stück. Für Werkzeuge für handwerksmäßigen oder Fabrik-Gebrauch, mit oder ohne Griff, jetzt zollfrei, einen fünfproz. Wertzoll. Nägel und Stifte unter 45 Milli­meter Länge und Schuhstifte, 10 Oere pro Kilo, Hufeisennägel und andere Nägel 3 Oere pro Kilo, für eiferns Bettstellen eine Erhöhung von 5 auf 10 O:re pro Kilo. Eine Mehrheit von sechs Mitgliedern schlägt einen Zementzoll von 60 Oere, jetzt 20 Oere, für 100 Kilo vor. Eine andere Mehrheit beantragt für goldene Uhren einen Zoll von 5, für silberne von 2 Kronen pro Stück. Endlich soll der Zoll aus Galoschen von 80 Oere auf 1 Krone für das Kilo erhöht werden.

Kalkutta, 25. März. Im vizeköniglichen Rat hielt der Vizekönig, Lord Curzon, eine Rede, in welcher er mit eindrucksvollen Worten auf die zur Zeit sich vollziehende Veränderung der auswärtigen Beziehungen Indiens hinwies, die es in den Wirbel der Weltpolitik zöge. England, Rußland, Frankreich, Deutschland unb ie Türkei würden große asiatische Mächte. Be- oeutenbe Veränderungen müßten unb würden ein» treten, daß aber die weniger großen asiatischen Staaten, Japan, China, Tibet, Siam und Persien vor feindlichem Einfluß freibleiben, fei für die Wohlfahrt Indiens notwendig. Schon sammelten sich über der Zukunft des Landes Wolken an. Indien werde in die vorderste Reihe der internationalen Politik gedrängt, daher sei es nötig, daß die Streitkräfte deS Landes auf einem hohen Stande der Leistungs­fähigkeit und die Verteidigungsmittel gesichert seien.

Ora«, 24. März. Nachrichten, die von der marokkanischeu Grenze hier eingegangen find, besagen, daß der einstige Führer des Aufstandes vom Jahre 1875, Bu Simara, vom Prätendenten Bu Hamara ein Schreiben erhielt, durch daS ersterer zum Scheich von Figuig unb der ganzen marokkanischen Sahara ernannt unb aufgeforbert wirb, die Waffen zu ergreifen, fick mit ihm zu vereinigen und fich gegen die Christen unb Freunbe ber Franzosen zu erheben.

Caracas, 25. März. In seiner Botschaft an den Kongreß erklärt Präfibent Castro, er habe geglaubt, daß sein Rücktritt im Interesse des Friedens der Republik erforderlich sei, et beuge fich aber vor dem Wunsche des Kongreffes, daß er die Präsidentschaft beibehalten solle. Er unterwerfe fich seinen Pflichten von neuem, aber nur, bis dem Volke der Frieden wieder- gegeben und die Ordnung wiederher gestellt sei. Er glaube im Gegensatz zur Ansicht der Sena­toren unb Abgeordneten, daß sein Rücktritt not­wendig fei, hoffe aber, daß die Zukunft ihnen recht gebe.

Israelitische Gemeinde.

Sonnabend, 28. März 1903.

Vorabend 6*/» Uhr. Vormittag 8Uhr. Nachmittag Uhr. Sabbathsausgang 7,30 Uhr.

An Wochentagen.

Morgens 6-j« Uhr. Abends 6>fo Uhr.

Marktberichte.

Gießen, 25 März. Zum Pferdemarkte find ca. 300 Stück Pferde, meistens Arbeitsfchlag aus­gestellt. Der Handel ist recht befriedigend. Auf dem gestrigen Rindviehmarkt waren etwas mehr als 1100 Stück Milch- und Fettvieh und etwa 250 Kälber vorhanden.

Segen Schnupfe«: Aorman-Aether-Watte (Dose 30 -0.

AM- Der Gejamt - Auflage unferer heutigen Nummer liegt ein Profpett bei betr. Königsberger Geldlotterie der Firma Wilh Mull, Lübeck, worauf wir unsere Leser besonders ausmerksam machen. Da bte Nachfrage nach diesen beliebten Losen sehr groß, ist baldige Bestellung zu empfehlen.

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Rotationsdruck.

Verantwortlich für die Redaktion: sjrhr, v. Wangenheim w Marbura.