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romantrschen Anstrichs nicht entbehrt. 3m Januar 1901 wurden der hier am Grün wohnendenLehrerina.D. Frl. Julie Creuzer für 10000 Mk. Wertpapiere aus einer verschlossenen Blechschatulle, die sie in ihrer Kommode stehen hatte, gestohlen. Lange war man im Unklaren, wo die Vapiere hinqekommen sein mochten, bis endlich Licht in die Angelegenheit zu kommen schien. Es stellte sich heraus, daß bereits am anderen Tage bei dem Bankier Göbel in Fulda eine Dame ein derartiges Wertpapier für 1000 Mk. ein« wechselte und mit der Unterschritt Julie Creuzer quittierte. Später erhielt der Bankier auch eine Post« karte mit derselben Unterschrift. Einige Zeit später kam ein Teil der Papiere anonym mit der Post, von Kastel datiert, an die Besitzerin wieder zurück. Der Brief war adressiert an das Amt Mar­burg und entgelt in steifen, anscheinend von einem Kinde geschriebenen Schriftzügen etwa die W *te, daß die Fräulein Creuzer gut täte, wenn sie besser Acht gebe, wenn sie (die Diebe! nicht gestört worden wären, hätte es anders kommen können. Der Verdacht, mit der Angelegenheit in Verbindung zu stehen, lenkte sich aufeineDameausAllendorfa d.Werra, die 1854 geborene unverehelichte Sophie Gonnermann, welche in den Jahren 1866 bis 1870 von Frl. Creuzer in deren Privatfchule in Allendorf unterrichtet worden und worauf die Bekanntschaft zwischen den Damen zurück­zuführen war. Bei der nun eingeleiteten Unter­suchung wurde auch der Fuldaer Bankier Göbel in Kassel der Angeschuldigten entgeaengestellt und er­kannte sie auch sofort als die Dame wieder, die ihm am Abend des 1. Februar 1901 die Wertpapiere an- geboten und zum Teil auch verlaust hatte. Die An­gelegenheit hat sich nun deshalb so lange hingezogen, weil die Angeschuldigte lange Zeit aus ihren Geistes- zustand beobachtet werden muhte und auch sonst noch leidend war. In der gestrigen Verhandlung erschien die tiefschwarz gekleidete Angeklagte in Begleitung einer Wärterin einer Krankenanstalt, in der sie bis zuletzt war. Als Zeugen erschienen die Geschädigte, der Bankier Göbel aus Fulda, eine Auswärterin mit ihrem 13 jährigen Sohne aus einem Dorfe bei Allen- btnf,_ außerdem noch verschiedene ärztliche Sach­verständige. Bei Feststellung ihrer Personalien gab die Angeklagte an, dah ihr Vater Oberförster in Allendorf gewesen sei. Ende der 60er Jahre habe sie die Privatschule der Fräulein Creuzer dort besucht und sei dann später nach dem Tode ihrer Elttrn in Allendorf wohnen geblieben. Sie habe so viel gehabt, um leben zu können. Auf die Frage, ob sie noch einen älteren Bruder habe, bejahte sie dies und erzählte, daß dieser Kaufmann in Wien gewesen, aber jetzt wohl gestorben sei, denn der Mann, der sie im Gefängnis besucht, wäre nicht ihr Bruder gewesen, der hätte gan; anders ausgesehen. Ferner erzählte die Ange­klagte, daß sie öfterä krank, besonders kopfleidend ge­wesen fei und sich manchmal auch allerhand Sachen eingebildet habe, z. B. sie würde von irgend jemand verfolgt, es passiere ihr etwas Gräßliches usw. Nach dem nunmehr zur Verlesung gebrachten Eröffnungs- bstchluß wurde ihr zur Last gelegt, durch drei selbst­ständige Handlungen Ende Januar 1901 zu Marburg der Lehrerin Julie Creuzer eine Anzahl Wertpapiere im Gesamtwerte von 10000 Mk. weggenommen zu haben. Ferner soll sie am 11. März 1901 in Fulda inländische Privaturkunden gesälscht haben, indem sie unter die Quittung bei dem Verkauf eines Wertpapiers in Höhe von 1000 Mk. den Namen Julie Creuzer setzte und schließlich dem Genannten zum Zwecke der Täuschung auch eine Postkarte mit derselben Unterschrift sandte. Die Angeklagte gab bei ihrer Vernehmung hierüber an, daß sie die Tat nicht begangen habe. Sie hätte überhaupt nicht gewußt, wo Frl. Creuzer ihre Papiere habe. Damals sei sie von hier aus direkt nach Cassel gefahren; in Fulda wäre sie überhaupt nicht gewesen. Bei ihren Angaben verwickelte sie sich hier schon in Widersprüche, gestand aber schließlich zu, daß der Junge ihrer Aufwärterin auf ihren Wunsch den Zettel, der in dem Briefe mit den Wertpapieren gelegen, geschrieben habe. Sie habe den Brief zu- geschickt bekommen von einem Manne aus Cassel, Wertpapiere seien damals noch nicht drin gewesen. Weitere Aussagen könne sie nicht machen, sonst brächte sie eine ehrenwerte Familie in ein fürchterliches Un­glück; im Wartesaal in Cassel habe sie dem schreck- lichen Mann mit dem Filzhut (der große Unbekannte jedenfalls) den Brief offen zurückerstattet. Die Ange­klagte tat hier sehr geheimnisvoll und versicherte unter hestigen Gestikulationen, daß sie schweigen müsse. Der Mann habe ihr fortwährend Drohbriefe ge­schrieben, sie könne und dürfe aber nichts sagen. Als man der Angeklagten nun mehrere von ihr geschriebene Briefe vorlegte, erkannte sie diese an, bestritt jedoch die Unterschrift aus der Fuldaer Quittung und auch die Postkarte. Sie meinte zwar, daß die Schriftzüge mit den ihrigen sehr ähnlich seien. Als man ihr vor- 6ielt, daß in ihrer Kasse vor 2 Jahren doch etwas Ebbe gewesen fein müsse, wie aus den verschiedenen Forderungen der Metzger in Allendorf hervorging, versicherte die Angeklagte, daß eine alte Ehrenschuld von ihrem Vater her damals plötzlich beglichen worden sei, deshalb hätte sie im Februar 1901 bezahlen tönnsn. Als man in sie drang, fing sie an zu weinen und zu schluchzen und rief: »Man raubt mir alles, sogar meine Selbstachtung, och, ich kann den Namen des Mannes in Berlin nicht nennen, wegen dem An­denken an meinen Papa!' So in der Weise benahm sie sich bei den einzelnen an sie gerichteten Fragen. Die Geschädigte, Frl. Creuzer von hier, erzählte, daß Frl. Gonnermann am 29. Jan. 1901 abends plötzlich un­angemeldet gekommen sei. Sie habe damals gesagt, sie käme von Nauheim, wo sie ein Pensionat gründen wolle. Die Angeklagte habe immer ein etwas ab­sonderliches Wesen schon als junges Mädchen gehabt. Der Mann, der im Gefängnis die Angeklagte besucht habe, sei deren Bruder gewesen. Dies bestritt die Angeklagte in der heftigsten Weise. Der Bankier Göbel aus Fulda erkannte die Angeklagte, die zwar jetzt sehr reduziert sei, wieder. Sie sei damals in sein Geschäft gekommen und habe ihm erklärt, daß sie auS Marburg sei, Julie Creuzer heiße und in das Mutterhaus eintreten wolle Damit sie in ihrem

Entschluß nicht wieder wanreno würde, wolle sie einstweilen etwas anbezahlen, deshalb verkaufe sie die Papiere. Der Frau Feh aus Wablshausen bei Allen­dorf sagte die Angeklagte, sie wolle einen Fastnachts- lcherz machen, deshalb möge sie einmal ihren Sohn schicken, damit diese'- einen Brief abfchreibe Die ärztlichen Sachverständigen waren der Ansicht, daß die Angeklagte fehr hysterisch sei, von einer Geisteskrankheit konnte jedoch keine Rede sein. Das abends um 9 Uhr ver­kündete Urteil lautete a.uf 2 Jahre Gefängnis, 1 Jahr wird durch die Untersuchungshaft als verbüßt erach'.et. In den Gründen wurde u. a. angeführt, daß kein Zweifel fei, daß die Angeklagte den Diebstahl be­gangen habe. Ihre Zurechnungsfähigkeit fei zwar etwas vermindert, aber doch nicht in dem Maße, daß die freie Willensbestimmung ausgeschloffen fei Straf- schürfend fei der Bildungsgrad und der grobe Ver­trauensbruch der Angeklagten, strafmildernd ihre seitherige Unbestrastheit. Der Verhandlung wohnten im Zuhörerraum eine große Anzahl Damen und Herren bei.

§ Jahrmarkt. Der heutige Jahrmarkt war verhältnismäßig schlecht besucht. Auch eine ganze Anzahl von Budenbesitzern waren auS- geblieben. Es dürste dies darauf zurückzuführen sein, daß in Kassel Messe und in Gießen heute auch Jahrmarkt stattfindet.

Frankenbcrg, 23. März. Das Musterungs­geschäft ist vorüber. Von circa 500 Militärpflichtige« wurden 106 als brauchbar zum Militärdienst be­zeichnet. In diesem Jahre wurden recht kräftige Leute zum Musterungsgeschäft vorgestellt.

D Frankenberq, 25. März. Gestern Abend fand im Becker'schen Saale die Vorführung kinemato- graphischer Bilder des deutschen Flottenvereins, Orts­gruppe Frankenberg statt. Die Kapelle des Krieger­bundes spielte einige rechtpaffende Stücke und die hiesigen Seminaristen trugen patriotische Lieder recht schön vor.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete

Mei, 23. März. Unteroffizeir Degen der zweiten Eskadron des Heffen-Hombura-Husaren- Regimentes ist, nachdem er einige Tage vorher aus der Untersuchungshaft entlasten worden, am Sonntag Vormittag aus's neue in dieselbe eingeliefert worden und wird voraussichtlich in nächster Zeit die gerichtliche Verhandlung der Angelegenheit vor dem Kriegsgerichte der 22. Division stattfinden.

Kassel, 24. März. Der Geheime Medizinal­rat Dr. Weiß, hier, erhielt heute mit einem herzlichen Glückwunschschreiben von der medizini­schen Fakultät der Berliner Friedrich-Wilhelms- Univerfität, anläßlich feines fünfzigjährigen Doktorjubiläums, die in ehrendster Weise ob­gefaßte Erneuerung des am 24. März 1853 ihm erteilten Doktordiploms.

Kassel, 24. März. Unter dem Vorsitz des Rittergutspächters Pabst-Frommershausen fand gestern die diesjührige Hauptversammlung des Vereins zur Züchtung und Prüfung reiner Jagdhundrassen statt. Nachdem von dem Schatzmeister Herrn Diemar-Betten­hausen erstatteten Kastenbericht erklärte sich die Versammlung mit der Zulastung der Hunde auch von Nichtmitgliedern des Vereins zu den vom Verein veranstalteten Gebrauchshunde­prüfungen und den Preisschliefen mit der Maß­gabe einverstanden, daß für diese Hunde der doppelte Einsatz bezahlt wird. Ferner wurde die Führung einer Liste der verkäuflichen Hunde und * v guten Deckhunde beschlossen, damit bei < die Mitglieder über die Bezugsquelle unterrichtet find. Nachdem hierauf nach einem Anträge der Herren Förster, Trost und Bader- Weimar zugestimmt war, durch Verloosung edler Jagdhundewelpen für Verbesserung des Hundmaterials der Mitglieder zu sorgen, wurde die Versammlung geschlosten.

Fulda, 24. März. Ein schwerer Unglücks­fall ereignete sich heute vormitlaz gegen */,8 Uhr in einem Neubau am Franzssenwäldchen. Der 18 jährige Arbeiter Joseph Brehler aus Horas stürzte aus einem Fenster deS zweiten Stockwerkes hinab in die Tiefe. Er war sofort tot.

Hanau, 23. März. Im benachbarten Kestelstadt erkrankten drei Kinder des dort am Salisweg wohnenden Dr. Klumker, Vor­stehers der Zentrale für private Fürsorge in Frankfurt, an Bergiftungserscheinungen. Ein Kind ist gestorben, ein anderes ist schwer krank. Wie verlautet, haben die Kinder Schneeglöckchen und andere Pflanzen in den Mund genommen und dadurch die Vergiftungen bei rgerufen.

Wetzlar, 23. März. In Oberbiel feiern Lehrer a. D. Jakob Ebing und Frau am 25. d. Mts. in voller Rüstigkeit ihre diamantene Hochzeit.

Stege«, 23. März. Die Unterschlagungen des Amtssparkassenrendanten und Lederfabri­kanten W. Faust in Freudenberg, der sich bekanntlich entleibt hat, sollen die vielfach an­gegebene Summe von 36000 Mark weit über­steigen. Es soll sich um nahezu 100 000 Mark unterschlagene Gelder handeln. Eine endgiltige Feststellung ist jedoch noch nicht getroffen.

Vermischtes

Pari«, der Rittelpaakt der Zivilisatia». In Paris ging es am Mittfastentag wieder toll her. Unter dem Vorwand des Konfettikrieges wurden harmlose Spaziergänger von Verbrecher­banden überfallen, zu Boden geworfen, mit in den Mund gestopften Konfettimaffen halb er­stickt und inzwischen beraubt. Widerstand brachen die Räuber mit Messerstichen. Die Polizei nahm über tausend Verhaftungen vor. Die Kommissariate glichen nach derVoss. Ztg." gegen Mitternacht wahren Arsenalen infolge der hunderte von Meffern, Revolvern und Tot­schlägern, die den Verhafteten abgenommen worden waren.

Glück « der Mensch habe«! Ein Fabrikant aus Heidelberg, der sich in Zahlungs-Schwierig­keiten befand und seinen Konkurs anmelden wollte, erhielt gerade an diesem Tage die Nachricht, daß sein Los der hesfisch-thüringischen Staatslotterie mit 200 000 Mark Gewinn gezogen worden sei. Er erhielt sofort 164 000 Mark ausbezahlt und war so aus aller Ver­leger heft.

Indische Weisheit. Abderrahman, ein junger indischer Fürst, mit Glücksgütern reich gesegnet, in vollem freudigem Lebensgenuß, dabei von teilnehmendem, empfindsamem Charakter, hatte öfters Stunden, in welchen er grübelnd über Leid und Freude deS Menschen nackdachte, und es verstimmte ihn, daß der Schmerz im Leben fo wehe tat und wieder die Freude oft zu be­rauschend und aufregend wirkte. Nun hatte er an seinem Hofe einen weisen Mann, der für alles Rat wußte. Diesen ließ er rufen und bat ihn, einen Ring verfertigen zu laffen, der aber nur zwei Worte tragen dürfe. Diese müßten einen Trost für die schlimmen Tage fein, um solche leichter überwinden zu können, aber auch zugleich eine Beruhigung bei zu großen Glücks Überraschungen. Der weise Mann ging zum Goldschmied und nach wenig Tagen brachte er dem Fürsten einen Ring, der nur die beiden Worte enthielt:Alles veroeht!"

Eine koftfvielige Arbeit, die in den Kreisen der Baubandwelker schon einige Zeit Gesprächsstoff bildet, ist gegenwärtig an einem dreistöckigen Wohn­haus in Göttingen im Gange Seit etwa zwei Wochen find mehrere Maurer damit beschäftigt, die einzelnen Fachwerke hinsichtlich ihrer Zusammensetzung eingehend zu untersuchen. Der Hausbesitzer hatte nämlich gegen den mit der Ausiuhrung der Maurer­arbeiten beauftragten Bauunternehmer einen Prozeß angestrengt, weil dieser angeblich die Arbeiten nicht vertragsmäßig mit halben und viertel Verblend­steinen ausgesührt. Den Prozeß hat der Kläger vorläufig verloren; um aber dem Unternehmer zu beweisen, daß das Recht doch auf seiner Seite sei, läßt er gegenwärtig jedes einzelne Fach herausnehmen und nach Feststellung seiner Beschaffenheit wieder zumauern. DaS Resultat dieser ebenso zeitraubenden als kostspieligen Arbeit soll ein ganz überraschendes sein und dem Kläger die Aussicht auf ein siegreicheres Ergebnis des Prozesses eröffnen. Wie es heißt, be­stehen die Fachwerke nach innen aus hochkantig auf- einandergestellten Backsteinen, während die Außenfeite eine bloße Verschalung mit nur Viertel Verblend- steinen darstellt Jedenfalls darf angenommen werden, daß die Angelegenheit nach Beendigung dieser .Prüfungs-Arbeiten' noch nicht erledigt ist.

Bierzig Fuder (40 000 Liter) Wein liefen gestern in Landau durch die Kanalisation- Es war der Wein, der in dem Weinsälfchungs - Prozeß Abraham Weitz durch Urteil gerichtlich eingezogen worden war und nun auf Anordnung des Gerichts auf diese Weife jedem Mißbrauch entzogen wurde.

Eine Abe«dmahlsreform hat nach der .Köln.» Ztg.' unter Zustimmung des Senats die Romberti- gemeinbe in Bremen auf Veranlassung des Predigers Dr. Weiß eingesührt Es wird für jede Bank ein besonderer Kelch und eine besondere Schale mit Brot gereicht, so daß die Gemeinde in den Bänken stehend das Abendmahl empfängt. Diakonen werden dabei behilflich fein. Man hofft durch die Neueinrichtung den Wiederwillen zu befestigen, den viele vor der Benutzung des Kelches haben, der von den Lippen aller berührt wird. Auch glaubt man, durch die Kürze des Vorgangs dem Verfliegen der weihevollen Stimmung dorzeubeugen.

Neueste TeLegrumme

Berli«, 25. März. Die .Voss. Zeitung" meldet aus Rom: Die sozialistische Fraktion beschloß, ihre bisherige wohlwollende Haltung gegenüber dem Ministerium aufzugeben. Sie

wird zunächst die sofortige Beratung der Steuerverminderungsvorlagen beantragen.

Bremerhaven 25. März. Die Sprengung des Hafenarbeiterverbandes deS Nordd. Lloyd wird vorläufig keine Gegenmaßregeln des Ver­bandes nach sich ziehen. Der Lloyd hat um» fangreiche Maßnahmen getroffen, um für einen eventuellen Kampf gerüstet zu fein. Störungen find nicht zu befürchten.

München, 25. März. Die .Münchener Neuesten Nachrichten" melden: Der Direftor deS Münchener Schauspielhauses wurde gestern vom Verbot der Aufführung des Heyse'schm DramasMaria von Magdala" seitens bet Münchener Polizei verständigt. Der Direktor beschritt den Beschwerdeweg bei der Regierung.

Bern, 25. März. Der Ständerat ge» nehmigte einstimmig den vom Bundesrat mit einem schweizerisch-^anzösischen Bankkonfortium abgeschloffenen Vertrag, betreffend Aufnahme einer 3 °/g Anleihe von 70Mill.Frcs. zur Kon­vertierung derälterenAnleihen und zurBeschaffung der Mittel für Neubewaffnung der Artillerie re. Wir haben schon berichtet, daß die Versuch« mit den Kruppschen Rohrrücklaufgeschützen be­friedigend ausgefallen sind, und daß für ihr« Anschaffung 21 Millionen verlangt werden.

Manila, 24. März. Gestern überfielen Räuber die Stadt Turigad auf Mindanao und wachten den Polizeiinspektor und eine Anzahl Mannschaften nieder. Das Schicksal der weißen Beamten und übrigen Fremden ist unbekannt. Vev stärkungen find eiligst abgegangen, um di« Stadt wieder zu entsetzen. Auch in Jolo find Unruhen ausgebrochen. Seit Sonnabend, an welchem Tage Moras mit bewaffnetem Wider» stände gegen die amerikanische Polizei drohten, trafen von dort keinerlei Nachrichten ein.

Petersburg. 25. März. Der Chef de« Generalstabes der Marine, Avellan, ist zum Verweser des Marineministeriums ernannt worden.

Montreux, 25. März. Die Verschlimmerung in dem Befinden des Exprüsidenten Stehn be­steht in einem schweren Rückfall einer alten Gelenklähmung. Er brach vor einigen Tagen plötzlich zusammen. Trotzdem hoffen die Aerzt« auf Wiederherstellung. Berichte aus San Remo stellen dm Zustand Krügers als ziemlich ernst hin.

Konstantinopel, 25. März. General- inspekteur Hilmi Pascha meldet, im Dorfe Czapn (Vilajet Monastir) sei ein türkischer Notabler ermordet und dessen Mutter gespießt.

yjfarttberichte.

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