Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: IUrtsirirtes Sonntagsblatt.

Biertelfl.hrlicher Bezugspreis: bei der Expeditton 2 Mk., Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. ,

bei allen Postämtern 2.25 Mk. (excl. Bestellgeld). ^lUlVUVy Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe. gg, ccQfij/T

.^nsertionSgebübr: die gespaltene Zeile oder deren Raunr 10 Pfg. SWnya 1QAQ Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdmckerel *7

Reclamen: di- Zeile 25 Pfg. äv. -VUUg X»UO. Marburg, Markt 21. - Telephon 55.

Mr. Bowen, der Mann in Amt und Würden.

Von mancherlei wenig Erfreulichem und Steuern, waS zu uns aus den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika importiert worden ist, ist mit das Unerfreulichste die neue Praxis, Welche seit dem Venezuela-Streit bei den nord- amerikanischen Diplomaten aufgekommen ist. Die bereinigte Staaten - Regierung ist streng ventral, sie sagt es wenigstens, sie atmet Friede und Freundschaft gegen alle europäischen Staaten, Und hat dabei ihrem Vertreter in Caracas, Herrn Bowen, gestattet, die Großmächte Eng- Uinb, Italien und Deutschland, auf gut deutsch gesagt, nach Kräften zu hänseln. Kein europäischer Staatsmann hat jemals eine solche Rolle spielen dürfen, wie Herr Bowen gegenüber der ausge­sprochenen Neutralität und Unparteilichkeit ge­spielt hat, indem er in einer rechtlich vollkommen Klaren Sache allerlei Mätzchen machte und Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten häufte bis in die letzten Tage hinein. Möglich und wahr­scheinlich, daß das ein Ende nimmt, wenn der Präsident Castro dauernd in der Versenkung des Privatlebens verschwunden sein wird. Jedenfalls steht fest, daß Herr Bowen eine Rolle gespielt hat, die für amerikanische An­schauungen viel zusmart war, als daß sie nicht ehrgeizige Politiker gegebenen Falls zur Nacheiferung veranlassen sollte. Und, worauf es vor allen Dingen ankommt, Herr Bowen hat diese Rolle als Beamter der nordamerikani- schen Regierung gespielt. Letztere hat freilich gesagt, Herr Bowen macht alle diese Dinge als Privatmann; aber so lange ein Beamter in Amt und Würden ist,, ist er kein Privatmann, soll er Letzteres sein, ist ihm sein Posten zu kündigen. Und Präsident Castro würde es nie eingefallen sein, einen einfachen nordamerikani- fcben Mr. Bowen, Smith oder Thomson zu seinem Vertrauensmann zu berufen, er nahm Mr. Bowen, weil der nordamerikanischer Ge­sandter war und weil er von jenem offiziell oder nicht osfiziell, das war ganz gleich die tatsächliche Rückendeckung erwartete, die auch wirklich eingetreten ist. Solche Zustände find aber ebensowenig mit dem bisherigen Gebrauch, wie mit dem internationalen Neutralitätsrecht vereinbar. Hier war es eine kleine Sache ver­hältnismäßig, aber es kann sich Jeder selbst sagen, was bei ernsten Fragen entstehen, wenn solche Treibereien stattfinden.

Vom ersten deutschen Reichskanzler rührt der bekannte Ausspruch her: «Meine Botschafter und Gesandten muffen einschwenken wie die Unteroffiziere!", d. h. sie dürfen nicht entgegen den Weisungen der leitenden Stelle in Berlin eigene Politik treiben. Die Geschichte mit Herrn Bowen stellt diese natürliche, ganz selbst­verständliche Anschauung einfach auf den Kopf.

19 (Nachdruck verboten.)

Briefträgers Hannchen.

Bon Georg Paulsen.

lFortsehung.)

Hannchen!" Erdrückte sein heißes Gesicht in ihre festen, kühlen Hände.

«So wär alles gesagt; leb wohl, lieber Bursch, ich vergeß Dich nimmer!' Und sie beugte sich leicht und küßte ihn auf die heiße Stirn. «Leucht' mir die Stufen hinunter und nun kein Wort weiter. Ich geh' voran. Gute Nacht!"

Gewandt schlüpfte sie die Stufen hinab, öffnete die Tür, lauschte vorsichtig und trat dann eilig in den Schatten der den Weg zur Stadt einfasfenden Tannen. Ihr war wehmütig zu Mut, aber ein leifeS Lächeln umspielte ihren roten Mund: Was doch alles get'.äumt wird; sie, Hannchen Hölder, zur Seite eines vornehmen Herrn!Da hat ein Kobold den guten Her­mann ganz gehörig genasführt!" Eine kleine Weile später hörte man in Sonnenfeld einen lauten Schrei. Dann war alles wieder still.

Lebrecht Hölder hatte am späten Abend noch einen mit der Eisenbahn eingegangenen Expreß­brief bestellen müssen. Er kam gerade am Hause von Hannchens kranker Pate vorbei. Willst dem Mädele sagen, daß du sie abholst," dachte er bei sich,und trinkst alleweil noch ein Quartle Bier. Das wird das Best' sein, da kann dem losen Ding, das in seinem Uebermut gern auf allerlei Späß' eingeht, nicht am letzten Abend in der Heimat noch was vassieren."

Nehmen wir einmal an, zur Zeit, als der Kuba-Konflikt zwischen Nordamerika und Spanien begann, hätte sich die spanische Regierung an irgendeinen fremden Diplomaten in Madrid gewendet, und dieser hätte sich den Vereinigten Staaten gegenüber ebenso auf das hohe Pferd gesetzt, wie es letzthin Herr Bowen gegenüber England, Italien und Deutschland getan hat. Was würde man in Washington gesagt haben? Derjenige Staat, welchem der vermittelnde Diplomat angehörte, hätte sofort ein Ultimatum erhalten! Und damals würde eine solche scharfe Sprache nicht getadelt worden sein, es geht eben absolut nicht, daß eine Regierung einer anderen durch einen aner­kannten Beamten Verdrießlichkeiten bereiten läßt. Gewiß, im vorliegenden Fall waren England, Italien und Deutschland einverstanden, aber wenn dieser Praxis, nachdem sie nun einmal eingeführt ist, einem Staate von drüben her aufgezwungen werden sollte, so liegt darin unbedingt der Keim zu den allerschwersten Verwicklungen. Und jedenfalls ist der Iankee- Hochmut dadurch ungemein gefördert.

Die Vereinigte Staaten-Regierung ist neutral und kühl bis aus Herz hinan, wie sie sagt, aber die nordamerikanische Presse und ihre Leser freuen sich diebisch, daß der smarte Mr. Bowen dem alten Europa gründlich eins aus- wischte, und der endgiltige Abschluß dieses bischens Venezuela zur reinen Seeschlange wird. Die deutsche Reichsregierung hat dabei ihre hohe Friedensliebe bewiesen, aber ein herz- erhebendes Bild ist die Sache in keinem Fall, und sie lehrt, daß man sich bei allen Dingen, in welche die Amerikaner ihre Finger hinein­stecken, zehnmal so sehr vorsehen muß, als wenn man es mit Europäern zu tun hat. Das Pankeetum kommt auf Tricks, an welche kein Europäer so leicht denkt, und da ihm vieles, wenn nicht das meiste, bisher Europa gegen­über gelungen ist, so kommt man dort leicht auf den Gedanken:Erlaubt ist, was wir wollen!" Daraus muß nicht gleich ein Waffen­tanz hervorgehen, aber recht häßliche Zankereien können kommen und wären schon gekommen, wenn man diesseits des Ozeans nicht über weit mehr kaltes Blut verfügte, wie jenseits.

Umschau.

Das Klosettgesetz.

Mit der Vorlage über die Sicherung des Wahlgeheimnisses, an welcher der Reichstag Abänderungen bekanntlich nicht mehr vornehmen kann, beschäftigen sich viele Blätter. Das Organ des Bundes der Landwirte konstatiert mit Genugtuung, daß die Regierung dem Wunsche konservativer Kreise nachgegeben und von der Forderung besonderer Jsolierräume ab­gesehen habe, um dann- fortzufahren: Wenn man über die Sache weiter durchdenkt, so wird

In der Stube der Pate war Licht, Lebrecht Holder klopft an eine Scheibe die sofort geöffnet wurde:N' Abend alle mit einander. Trink im Hirschen nebenan noch a Quartle Bier und nehm's Hannchen nachher gleich mit nach Haus."

'S Hannchen ist lange wieder fort, war blos für ein paar Augenblick da!" antwortete eine Frauenstimme.

Kruzitürken noch einmal," fuhr Hölder heraus,dös wär net schlecht. 'S Hannchen is fort?"

Alleweil als ich sagt hab!" klangs zurück. Wo soll denn's Hannchen sein zu der Stund? Zu Haus doch, wenn's morgen in der Früh fort will."

Der alte Briefträger wollte mit einer heftigen Bemerkung über Hannchen antworten, aberS war doch nun mal feine Tochter, die er hier auf der Straße nicht bloSstellen konnte.

Wird schon sein, wie Du sagst!" antwortete er deshalb so ruhig, wie er es bei der gewaltigen Erregung, die in seinem Innern tobte, vermochte. Das war bei Hannchen noch nie geschehen; ein Unband war sie gewesen, aber von der Wahr­heit war sie kein Haarbreit abgewichen. Hatte sie doch etwa ein geheimes Liebesverhältnis, hatte sie deshalb sich so lange gesträubt, Sonnen­feld zu verlassen? Er ballte unwillkürlich die Faust. Sollte er am allerletzten Abend von seinem, lieben Mädele, auf die er all' die Jahre lang so stolz gewesen war, noch etwas erleben?"

Wird schon fein, wie Du sagst, Hannchen wird daheim bei der Mutter fitzen. Gute Nacht!" Damit ging er, während die Frau Pate ihm neugierig nachschaute.Was hat's da gegeben?" brummcite sie vor sich hin. Denn daß Hann-

man finden, daß in den getroffenen Be­stimmungen die Ursache einer Unmasse von Wahlprotesten liegen wird. Die Anschauungen darüber, ob der Nebentifch vor den Zuschauer­blicken genügend geschützt sei, werden weit aus­einander gehen. Dazu kommt, daß die Ab­sonderungsvorrichtung so eingerichtet werden soll, daß der Wahlvorstand sie so weit über­sehen kann, um zu kontrolieren, ob sie nur zu dem Zweck und nur so lange benutzt wird, als es die Hineinlegung des Stimmzettels in den Wahlumschlag notwendig wacht. Der Wahl­vorsteher muß also den Nebenraum irgendwie kontrolieren können, aber er darf den Wähler nicht bei dem Akte des HineinlegenS deS Stimm­zettels selbst beobachten. Diese Unterscheidung ist so knifflig, daß sie Wahlprvteste in Unmasse herbeiführen wird. Der tatsächliche Effekt der Neuerung wird daher sein eine Erschwerung der Wahlhandlung, eine fast kindliche Bevor­mundung des Wählers und eine gewaltige Zu­nahme der Wahlproteste.

Ein freund-nachbarliches Verhältnis.

In Weißwasser (Oberlausitz) fand kürzlich eine freisinnige Wählerversammlung statt, in der Abgeordneter Kopsch als Redner austrat. Wie das dortige Lokalblatt berichtet, war eine größere Anzahl von Sozialdemokraten, zugegen, die schon von Anfang an durch Gejohle und andere Ruhestörungen sich bemerkbar machten, lieber die Diskussion, welche sich an die Rede des Abgeordneten Kopsch knüpfte, wird folgendes berietet:

Das Wort erhielt ein Herr Naumann von auswärts, der sich als Vertreter der Sozial­demokratie der Versammlung vorstellte. Er dankte ironisch für die Bundesbrüderschaft der Freisinnigen, wies auf den im Kreise aufge­stellten eigenen Parteikandidaten hin und griff dann die Freisinnige Volkspartei wegen ihrer Haltung zur Obstruktion beim Kampf um den Zolltarif hart an. Nach dem Vorwurf, Herr Kopsch habe bei de» wichtigsten Abstimmungen über den Zolltarif im Reichstage gefehlt, kam es zwischen diesem und dem Redner zu heftigen Auseinandersetzungen, wobei es an Injurien und Invektiven nicht fehlte. Erneute Tumultszenen veranlaßten schließlich Herrn Rektor Kopsch weich' bittere Ironie zum Hilferuf an die Polizei, die er zuvor alslieber bei Muttern bleibend" bezeichnet hatte, und nach Gebrauch- machung vom Hausrecht und kurzer Vertagung der Versammlung konnte dieselbe, jedoch auch nur auf wenige Minuten, fortgesetzt werden. Die Radauszenen der Sozialdemokraten zwangen den Vorsitzenden zum vorzeitigen Schluß der Versammlung, die so durch da8 unduldsame Gebühren der Sozialdemokraten einen nichts weniger als schönen Verlauf genommen."

Da8 Nachbarverhältnis zwischen Sozial­demokratie und Freisinniger Volkspartei ist

chen nicht zu Hause war, hatte sie au8 Hölders Benehmen viel, viel zu gut erkannt; die Ver­stellung gelang ihm nicht.

Lebrecht Hölder ging in denHirschen". Er trank statt des Quartle ein Maß, es brannte ihm der Kopf vor Unruhe. Das Bier minderte die Unruhe freilich nicht, aber während er trank, konnte er sich nochmal zu besinnen suchen.

Estimier' Dein Mädele und Dich!" sprach er vor sich hin,die Leut sind gleich wieder da mit ihrer spitzen Zung'. Und wa8 dem Hannchen heut noch nachgesagt wird, das sitzt fest, wie der Straßenschmutz am Kleidersanm!"

Der und jener sprach ihn an, aber Hölder war so mit seinen eignen Angelegenheiten be­schäftigt, daß et gar keine oder eine verkehrte Antwort gab.

Holder, dem Hannchen wird wohl das Scheiden von Sonnenfeld sehr schwer?" Einer aus der Bekanntschaft sprach so, und als der Name seiner Tochter sein Ohr traf, fuhr Leb­recht zusammen. Als der andere nochmals fragte, nickte er.

Hab mitS dacht!" fuhr jener fort.Des­halb huscht' das Mädele vorhin den Weg zum alten Turm hinaus. Ganz eingemummelt war'S, aber die blonden Haar' schauten etwas unterm Tuch hervor, die haben sie verraten. KannS mir wohl denken, sie hat sich nochmal ihre Heimat ansehen wollen!"

Hölder schwieg; aber ein Dritter sagte mit leisem Spott:S Hannchen war immer was Absonderliches, drum geht sie am Abend. Des Tags hätt' sie sonst mehr schauen können!"

Man lachte, mehr gutmütig, wie spöttisch, aber dem alten Briefträger stieg das Blut zu

schon lange kein angenehmes mehr. Desto eifriger umwerben die Barth, Pachnicke, Gothein und Konsorten die Singersche Gesellschaft. Man wird der Wählerschaft nicht deutlich genug den Unterschied klar machen können: zwischen dem ehrlichen Gegner, der Freisinnigen Volkspartei, und der charakterlosen Hilstruppe Singers, der Freisinnigen Vereinigung.

Deutschlands Außenhandel in den Monaten Januar und Februar 1903.

Nach dem vom Kaiserlichen Statistischen Amt soeben herauSgegebenen Februarheft der monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel beträgt in den zwei Monaten dieses Jahres:

1. Die Einfuhr in Tonnen zu 1000 kg 6238 869 gegen 5490077 und 5726623 in den beiden Vorjahren, daher mehr 748 792 und 512246. Edelmetalleinfuhr: 172 gegen 170 und 143. 31 von 43 Zolltarifnummern zeigen eine Zunahme der Einfuhr, die am bedeutendsten bei Kohlen (-1- 272969), Erden, Erzen (-! 206594), Getreide (4-107 806), Abfällen (4 48371), Drogen rc. (4- 27 429), Oel und Fetten, Erdöl, Baumwolle, Flachs, Vieh, Tonwaren ist. Be­merkenswert ist die wenn auch geringe Einfuhr­zunahme bei Eisen (Brucheisen, Stabeisen« Luppeneisen, Weißblech, Draht rc.). Die Ein­fuhr von Materialwaren zeigt allein eine erwähnenswerte Abnahme, da zwar mehr Süd­früchte, Dörrobst rc., aber weniger Schweine­fleisch, Fische, Kaffee, Reis, Salz eingeführt wurden.

2. Die Ausfuhr in Tonnen zu 1000 kg 5910184 gegen 4862 572 und 4663577 in den beiden Vorjahren, daher mehr 1047 612 und 1246607. -Edelmetallausfuhr: 72 gegen 57 und 77. 32 Zolltarifnummern zeigen eine verstärkte Ausfuhr, am meisten Kohlen (4- 774 772), Erden, Erze (4- 219502), Eisen, (88 737), dann Steine, Drogen, Apotheker- und Fardewaren, Tonwaren. Der größte Ausfall zeigt sich bei Materialwaren, der auf den scharfen Rückgang der Zuckerausfuhr zurückzu- führen ist. Die Rohrzuckerausfuhr ging um rund 76 000 Tonnen, die Weißzuckerausfuh?' um rund 20000 Tonnen zurück. Hauptsächlich ist die Rohzuckeraussuhr nach Großbritannien und den Vereinigten Staaten und die Weiß­zuckerausfuhr nach ersterem Land zurückgegangen. Stark hat auch die Getreideausfuhr nachgelassen ( 41893). Besonders erwähnenswert ist noch die erhöhte Roheisen-, Schienen- und Zement- auSfuhr nach den Vereinigten Staaten.

DaS Blumenmedium Rothe vor Gericht.

Der Prozeß, der in Berlin gegen das Blumenmedium" Anna Rothe wegen Betrugs verhandelt wird, gewährt lehrreiche Einblicke

Kopf, wie seit Jahren nicht mehr. Er schlug mit der Faust auf den Tisch, daß die Gläser und Krüge wackelten und tief:Daß Ihr all' mein Hannchen estimiert, selbiges wollt ich Euch geraten haben. Was das Hannchen auch tut, was Unrechts ist's nimmer. Das wißt Ihr all' so gut, wie ich selber. Ihr sollt schon noch sehen, was aus dem Mädele wird?"

Aber, Hölder!" beruhigte man von allen Seiten.Das war ja doch nur Spaß. Wer spricht denn vom Hannchen was Schlimms?"

Wollt'8 Euch auch geraten haben! Abers Bier habt Ihr mit dem Geschwätz mir rein vergällt, da is Geld. Tut' Nacht!" Und mit schwerem Schritt ging er hinaus.

Als obs nun ein Unglück wär, toenn'S Hannchen jemand Lebwohl sagt, den's gern hat," meinte die behäbige Wirtin,wenn ich's Mädele war', den alten Lebrecht ließ ich nimmer dabei- stehe» und zuhör'n." Man lachte, und Hölder war bald vergessen.

Dem bejahrten Manne war seit Jahren nicht so zu Mut gewesen, wie diesen Abend. Hannchen sollt fort, zu ihrem Besten nur sollt's geschehen, er hatte es selbst so gewollt, und es kostete ihm einen tüchtigen Posten Geld, aber jetzt, wo's so weit war, ging'8 ihm nah. Viel, viel näher, als er je für möglich gehalten. 'S Mädele hatte ganz Recht gehabt, als sie da­mals gesagt:Vaterle, hältst's ja nimmer auS, wenn Dein Mädele net bei Dir ist?" Ja, es wär beinah so. Er fuhr sich mit seinem großen bunten Taschentuch über die Augen. Und trotz­dem Hannchen daS mußt', lief sie an diesem letzten Abend, fast schon in der Nacht, draußen im Freien umher? War daS die Lieb? Und