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Eine Pflicht der
Spiele im Freien beginnen.
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Erwachsenen ist es, hierbei darauf z« achten, daß sich die Kinder nicht durch Hinsetzen auf die Erde, auf Steine und dergl. Erkältungen zuziehen, die manches Kind für sein ganzes Leben unglücklich machen können. Die Temperatur des Erdboden, steinerner Bänke, Haustreppen rc. ist nun einmal, mag auch di« Sonne noch so freundlich lachen, noch nicht derart, daß man sich ohne Schaden längere Zeit darauf niedersetzen könnte. — Mw Vorsicht.
* Der Srßk» des Odtzbanrs. Den Kerne,«den im Regierungsbezirk Kastel ist im Jahre 1902 aus dem Verkauf des im vorigen Sommer geernteten Obstes in den Gärten, Triften, an de« Landstraßen rc., welches der Gemeinde gehört und defsen Erträgnis in die Gemeindekafse fließt, ein recht erkleckliches Sümmchen zugeflosten, ein abermaliger evidenter Beweis für den segen des Obstbaues. Unter den 22 Kreisen de» Regierungsbezirks steht unter der amtlichen Zusammenstellung der Kreis Hofgeismar mit 40 256 M- obenan, eS folgen Kaffel mit 21193 Ni., Marburg 18434 M., Wolfhagen 17099 Fritzlar 16 903 M., Kirchhain 16 703 M., Witzenhausen 13294 M., Frankenberg 12 933 M, Ziegenhain 11215 M., Eschwege 11024 ÜJt, Melsungen 10 866 M., Rotenburg 8667 Homburg 7339 Gelnhausen 8320 Ä, Schlüchtern 6090 Hanau 4640 M., Rintt, 6287 M., Hersfeld 8924 W., Fulda 3864
und die hochherzige Anerkmnung seines Wirkens tief gerührt; sein Besuch in Südafrika überzeugte ihn mehr denn je, daß der Krieg unvermeidlich war. Er empfing von den Burenführern sehr bestimmte Versicherungen ihrer Bereitwilligkeit, zur gedeihlichen Wiederaufrichtung de« Landes mitzuwirken. Er sei weit entfernt zu wünschen, daß dem tapferen Feinde irgendwelche Demütigung auferlegt werde und bewundere die würdige Annahme deS ErgebnifleS deS Appells an die Waffen auf der Burenfeite.
Bttlgariett. Die von Wien gemeldete Nachricht, die Leiter des mazedonischen Komitees, unter ihnen Zontscheff und Jankoff, seien befreit worden und ungehindert nach Sofia zurückgekehrt, ist falsch. Beide wie die übrigen Leiter der Bewegung befinden sich noch in Haft. Nur MichailowSkh ist in seinem Hause, weil er krank ist unb überdies mehr als Dichter und Schriftsteller, denn als Revolutionär ernst genommen wird.
Bereinigte Staaten von Amerika. Gestern fand in Newhort zu Ehren des Präsidenten der Weltausstellung in St. Louis, Francis, ein Festmahl statt. Dabei hielt der Generaldirektor der Affociated Preß, Melville Stone, eine Rede, in welcher er gegen die argwöhnische und überkritische Art Einspruch erhob, in welcher in gewiffen Kreisen dieses Landes die deutsche Regierung behandelt werde. Er drang darauf, daß das freundliche Entgegenkommen deS deutschen Kaisers als aufrichtig angenommen werde, und daß beide Länder sich zusammenschließen zum Besten der Entwickelung der Menschheit. Eine Deutschenhetze hierzulande und eine Amerikanerhetze in Deutschland könnten zu keinem guten Ergebnis führen. — Ganz unsere Ansicht. Aber nützen wird auch dieser Appell an die Vernunft nichts.
— Die Fleischfirmen Armonr, Cudahh Swift, Hammond und Schwarzschild in Miffonri sind wegen Verletzung des Antitrustgesetzes zu je fünftausend Dollars Strafe verurteilt worden.
Marokko. Die Stadt Saleh gegenüber Rabat ist von den Zimmu-Kabylen belagert, welche eine Entschädigung verlangen, weil einer ihres Stammes von den Truppen des Sultans bei dem Durchzug nach Fez ermordet worden sei. Sie machen den Gouverneur von Saleh für die Mordtat verantwortlich. — Doch mal wieder eine Nachricht zum dementieren!
wie wir hören sehr erwünscht und werden bow der Verwalterin der Bibliothek, Frl. v. Leng er ke, Barfüßertor 16, jederzeit dankbar angenommen.
* Ausstellung den Schnitzer beite«. Ma« schreibt un6: Am Freitag und Sonnabend fand in der Wohnung von Fräulein Ursprung i« der Wilhelmstrabe eine Ausstellung von Schnitzarbeiten ihrer Schüler und Schülerinnen statt. Eine Fülle verschiedener Gegenstände: Rahmen, Spiegel, Wandbretter, Stühle, ein großer Photo- graphiekasten, eine Standuhr u. s. w. in Kerbschnitt, in Flach und Reliefschnitzerei waren hier hübsch gruppiert zufammengeftellt. Neben einfachen Versuchen des Anfängers konnte man hervorragende Kunstwerke bewundern. Daß dabei eine vortreffliche Lehrerin von feinem Geschmack und pädagogischem Geschick tätig ist, tritt deutlich hervor. Besonders hat es uni gefreut, von einer und derselben Hand mehrere Gegenstände vorzufinden, die den Fortschritt in der Fertigkeit zeigen. DaS beweist, daß die Lehrerin auch daS Jntereffe an der Arbeit an- zuregen versteht. Häufig genug werden solch« Arbeiten wohl mit Lust begonnen, aber bald erlahmt der Eifer. Hier aber konnte man sehen, daß einige die schöne Kunst des Schnitzen» schon so weit beherrschen, daß sie selbständig die Zeichnung entwerfen und die Arbeit aus- führen. Wir find Fräulein Ursprung dankbar, daß sie unS einen Einblick in ihr künstlerische» Schaffen und Unterrichten gewährte und beglückwünschen sie weoen der erreichten schöne« Resultate.
* Z» Lehrltugstzri« werden morgen abend Lichtbilder, eine Reise von Mainz bis Cöln darstellend, vorgeführt. Auch die Meister find dazu freundlichst etnpelaben.
* 3«|m«rtt. Am nächsten Mittwoch wird hier ein Jahrmarkt abgehalten.
* Ktznigl. Preußische Klassen-Latterie. Nachdem das preußische Abgeordnetenhaus den Etat bet Lotterieverwaltung genehmigt hat, tritt nunmehr von ber ersten Klaffe ber nächsten Lotterie ab bet neue, wesentlich verbesserte Lotterieplan in Kraft; ganz besonders siub die nachsolgenbe« Aenderungen als günstig für bie Spieler hervorzuheben : Die preußische Klaffen-Lotterie wird für die Folge aus 5 Klaffen, statt wie bisher aus 4 Klaffen, bestehen, während sich der Einsatz für jede einzelne Klaffe ermäßigt, so daß z. B. y4 LoS zu jeder Klaffe in Zukunft 10 Mark, statt bisher 12 Mk. kostet. Schon in den ersten vier Klaffen findet eine wesentliche Erhöhung ber Gewinne statt, so daß z. B. in jeher bet ersten vier Klaffen bereits ein Hauptgewinn von 100000 Mk. gezogen wirb. Die wesentlichste Verbesserung bietet jedoch die neu hinzu» gekommene fünfte Klaffe durch die bedeutend« Vermehrung der mittleren Gewinne von 10000 Mk., 5000 Mk., 3000 Mk. und 1000 Mark.
Marburg mW Umgegend
Marburg 21. März.
* Zum konservntivrn Delegiertentag. Es scheint noch immer unter einzelnen Parteimitgliedern, die am Delegiertentage teilzunehmen beabsichtigen, über die Stunde des Beginns und den Ort der Versammlung Unkenntnis zu herrschen. Wir bemerken deshalb nochmals, daß der Delegiertentag nächsten Mittwoch, den 25. März im Abgeordnetenhause, Saal Nr. 8, um 11 Uhr vormittags, zusammentritt.
* Parolewufik. Bei günstiger Witterung findet morgen Mittag von 12—1 Uhr Parolemusik vor Pfeiffers Garten statt. Programm: 1. Jäger-Marsch von Zaabel, 2. Ouvertüre zur Operette „Frau Luna" von P. Linke, 3 a) Nordisches Lied von R. Schumann, b) Dänisches Lied von Hartmann, 4. Les fleurs von Waldteufel, 5. Liebesglück, Gavotte von ©4reiner, 6. Der schneidige Marineleutnant, Marsch von H. Kloß.
* Landes Reutern. Wir weifen daraus hin, daß daS Geschäftslokal der Landes - Renterei wegen Umzugs am Montag, den 23. d. Mt8., und Dienstag, den 24. d. Mts., geschloffen ist und daß sich dasselbe vom 25. b. Mts. an im Nebenhause, Renthofstraße Nr. 30 befindet.
* Sperrwtß. Vom 23. bis 28. März wird bie Treppe hinter dem Rathause, von der Hof- stadt aus, für den öffentlichen Verkehr gesperrt.
* Ernrmuutg. Das „Wittgensteiner Kreisblatt" schreibt: Se. Durchlaucht ber Fürst von Wittgenstein haben bie Jäger Claudy unb Spies rom Kurhesfischen Jäger-Bataillon Nr. 11 zu Forstanffehern ernannt unb ist denselben der Wohnsitz in Berleburg resp. Paulsarund angewiesen worben.
* Odrrhesfifcher Teuristen-Brrein. Eingeladen vom Verschönerungs-Verein in Homberg a. £>., wird der Vorstand beS O. H. T. V. morgen nach jenem Städtchen fahren, um in einer Versammlung über ben Anschluß des genannten Vereins an ben O. H. T. V. zu verhandeln. Die Mitglieder des letzteren, bie sich an ber Fahrt beteiligen wollen, um bas malerisch gelegene Homberg kennen zu lernen, find dazu freundlichst eingeladen. Abfahrt mittags 12.52, Ankunft 2.33. Rückfahrt 5, Rückkunft 1li8 Uhr.
* Bolkebiblisthrk. Die Marburger Ortsgruppe des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes hat seit ber ersten Zeit ihres Bestehens die Gründung einer Volksbibliothek beabsichtigt. Hierdurch soll auch den weniger bemittelten Bewohnern unserer Stadt Gelegenheit geboten werden, gute Bücher zu lesen. Bei den geringen Mitteln konnte bie Einrichtung der Bibliothek nur langsam vorwärts schreiten, jetzt aber kann sie, wie aus dem Inseratenteil dieser Zeitung zu ersehen ist, in bescheidenem Umfang eröffnet werden. Herr Oberbürgermeistec Schüler war so gütig, im St. Jakobshospital einen Raum dazu zur Verfügung zu stellen unb von vielen Seiten finb in freundlichster Weise Bücher geschenkt worben. Soll ober bieS gemeinnützige Unternehmen sich weiter günstig entwickeln, so muß auch fernerhin auf die Beihülfe ber Bewohner unserer Stabt gerechnet werben. Zu- wenbnng von guten und gut erhaltenen Büchern auch Büchergestelle sowie Geldgeschenke sind.
bisher ber erste Hauptgewinn 500000 Mk. beträgt, daß jedoch ber Staat auf einen Teil seiner Einnahmen zu Gunsten der Spieler verzichtet unb bagegen eine am letzten Ziehungstage auszuspielenbe Prämie von 300 000 Mk. gewährt, so daß ein Spieler also im glücklichsten Falle nunmehr 800000 Mk. gewinnen kann. Durch diese Umgestaltung des Lotterieplanes haben sich bie Gewinnaussichten ber Spieler ganz bedeutend günstiger gestaltet, so daß die König!. Preußische Klassenlotterie nunmehr die beste und chancenreichste aller Lottericen geworden ist. Gleichzeitig machen wir das Publikum noch daraus aufmerksam, baß bas Spielen in auswärtigen Lotterien (Braunschweiger, Hamburger, Lübecker, Hessisch-Thüringer, Sächsische, Mecklenburger unb Ungarische Lotterie), weil in Preußen verboten, in Zukunft mit erheblich höhere« Strafen als bisher verfolgt wird.
* Verficht! Es ist jetzt an ber Zeit, aus eine unter Umständen recht gefährliche Gepflogenheit unserer Kleinen hinzuweisen, die jetzt bei dem beginnenden Frühling, sobald die Sonn« die Erdoberfläche etwas abgetrocknet hat, ihr«
Eltern., Dienstmädchen, überhaupt
Rationalsoziale Mobilmachung.
In Nummer 12 bet .Hilfe" des Herrn Pfarrers Naumann finben wir folgenbe zwei Lriefkastennotizen:
1. .Fahrtab. Wer kann ein Fahrrab von jetzt bis zum Wahltag entbehren? Ein Arbeiter, ber in ben letzten Wochen beim Wahlkampf in Marburg helfen will, möchte jetzt Radfahren lernen, um so wirksamer später ogitieten zu können. Anerbietungen werden durch die Geschäftsstelle der .Hilfe" entgegengenommen. Nötigenfalls kann auch eine mäßige Vergütung für die Uebetlcffung des Fahrrads gezahlt werden." — Sehr hoch scheinen die Nationalsozialen die .spätere wirksamere" Agitation deS Arbeiters nicht einzufchützen, benn sonst würden sie ihm zweifellos anS ihrem wohlgefpickten Wahlfonds ein eigenes Fahrrad kaufen statt ihn auf einen alten geborgten Gaul zu fetzen, auf dem ber bebauemStoerte hilfsbereite Arbeiter feine gefunben Knochen riskiert.
2. .stuck. theoL B. Dortmund. Gewiß können wir Ihnen als .Sommer-Universität" Marburg sehr empfehlen. Sie können bei der Gelegenheit auch einen nationalsozialen Wahlkampf auS ber Nähe mitansehen unb, wenn Sie Lust haben, sogar etwas Helsen. Freiwillige Hilfskräfte werden unserem Freunde v. Gerlach sehr erwünscht sein." — Wie gering müssen doch bie Nationalsozialen von ber Urteilsfähigkeit bet Wählet »nseteS Wahlkreises benten. wenn sie annehmen, baß diese sich durch baS Gerede solch kaum ber Schulbank entwachsener junget Leute ohne jegliche Erfahrung zu anberen Anschauungen bekehren lassen werben. Wahrscheinlich aber sollen diese Herren stuck. theoL nur bie Claq ue in ben Versammlungen abgeben, bamit dann bie nationalsozialen Der- fammlungSberichte von bem .begeisterten Beifall beS größeren Teils ber Versammlung" zu den Ausführungen ber nationalsozialen Redner sprechen können. Die Herren stud. theol. als nationalsoziale Claqueure — eine würdige Vorbereitung für ihr späteres Amt!
Ausland
Oesterreich-Ungar«. Im Lande ber „edlen Magyaren" kriselt es luftig weiter. Die Studenten setzten gestern Nachmittag die Kundgebungen fort unb zogen zu Kvffuths Grab. Aus dem Rückwege kam es zwischen ihnen und ber Polizei zu Zusammenstößen bei benen auf beiben Seiten einige Verletzungen vorkamen.— Im weiteren Verlaufe ber Demonstration zogen bie Studenten vor das Klublokal bet Unabhängigkeitspartei, wo es zu einem heftigen Zusammenstoß mit ber Polizei kam. Mehrere Personen wurden verletzt. Einige Abgeordnete, bie vermitteln wollten, gerieten ins Handgemenge, wobei einer einen flachen Säbelhieb erhielt. Ein Kind wurde getötet. Abends nach dem Theater wiederholten sich die Kundgebungen am Ring, wobei es abermals zu einem Zusammenstoß mit ber Polizei kam. Mehrere würben erheblich verletzt. Im Laufe beS Abends wurden 41 Verhaftungen borgenommen. Dee Ministerpräsident erschien am späten Abend im Polizeipräsidium, um vorn Stadthauptmann Ranh einen Bericht über bie gestrigen Vorfälle entgegenzunehmen.
— DaS HauS beendete bie erste Lesung des Ausgleichs und bet Zolltarifvorlage, wies bie Ausgleichsvorlagen bem Ausgleichsausschuffe unb bie Zolltarifvorlage gemäß einem Anträge Bärn- reither einem eigenen, erst zu wählenden Zoll- auSschuß zu.
— Anläßlich beS Tobestages Koffuths versammelten sich heute an 4000 Stubent en vor bet Universität unb hißten auf bem Gebäude Trauerfahnen auf. Darauf zogen sie vor daS Nationalkafino, baS Nationaltheater, baS Polytechnikum unb anbere Gebäube, wo keine Trauerfahnen gehißt waten.
Frattkreich. Die Königin-Witwe von Sachsen ist gestern Nachmittag von Brüssel in Paris eingetroffen unb vom deutschen Botschafter Fürsten Radolin am Bahnhofe begrüßt worden.
— Der Senat begann die GenetaldiSkusfion des Budgets. Girault bemängelt baS Steuersystem unb wünscht Entlastung ber Arbeiter. Der Berichterstatter Dubost führt aus, bie Militärverwaltung müsse sparsamer wirtschaften, sie solle, wie eS in Deutschland unb England geschehe, sich auf bie Privatindustrie stützen. Wenn man daS Kriegsministerium entsprechend reorganisiere, könne man eine Ersparnis von nahezu 100 Millionen erzielen unb ähnliche Ersparnisse könnten auch bei anderen Ministerien erreicht werden. Der Finanzminister erwidert, er halte beim Kriegsministerium Ersparnisse für möglich, dieselben würden aber durch die aus der zweijährigen Dienstzeit sich ergebenden Mehrbelastungen wettgemacht werden. Auch bei den übrigen Ministerien werde es möglich fein, sparsamer zu wirtschaften. Die Finanzlage fei durchaus normal. Die Generaldiskusfion wird hierauf geschlossen.
England. Die „Times" leilartitelt Über Bülows Rede und schreibt unter anderem: .Niemand erwartet von Deutschland, daß es für andere Kastanien aus dem Feuer holt. Wir werden ganz zuftieden fein, wenn es ben Sultan nicht ermutigt, Kastanien hineinzuschieben unb die Bemühung anderer, die das Anbrennen verhindern wollen, stött. Da der Hof in Petersburg in dieser Sache sehr im Ernste ist, so legt sich Deutschland dabei vielleicht mehr Zurückhaltung auf, als es zum Beispiel bezüglich Armeniens ober Kretas tat'
— Chamberlain würbe gestern von der Stadt London eine große Ehrung erwiesen. Er erwiderte bei der Entgegennahme der Rdrefie. et sei durch dm »armen Empfang
ist die Anzahl der Gewinne zu 10 000 Mk.
32 Prozent, ber Gewi, ne zu 5000 Mk. 34V, Prozent, ber Gewinne zu 3000 Mk. 45 Prozent unb ber Gewinne zu 1000 Mk.
60 Prozent vermehrt worben. Schließlich wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß wie
Frieden des Kirchhofs. Finanzminister v Rheinbaden erwiderte, die Regierung sei davon durchdrungen, daß die Ostmarken untrennbar mit Preußen verknüpft seien. Es liege ihr nichts an der Unterdrückung der Polen, sie wolle nicht Kirchhossruhe, sondern erstrebe ehrlich die Herstellung des Friedens im Osten. Friedrich der Große habe seinerzeit gelobt, er wolle die polnischen Landesteile der Barbarei entreißen unb ihrer Bevölkerung die Menschenrechte wiedergeben. An diesem Gelöbnis hielten die Hohenzollern fest. — Von freisinniger Seite war beantragt worden, bie Ostmarkenznlagen ans alle Landesteile mit gemischtsprachiger Bevölkerung anszudehnen und sie auch un- widerruflich zu machen. Dieser Antrag wurde mit 161 gegen 101 Stimmen abgelehnt, die Regierungsvorschläge gelangten unverändert zur Annahme. Dann wurde die Beratung des Kultusetats fortgesühtt bei den Ostmarkenzulagen für Lehrer und Lehrerinnen. Auch hierzu lagen AbändernngSanttäge vor.
Kultusminister S t u d t: An der Widerruflichkett der Zulagen müsse er sesthalten. Sämtliche Anträge feien für die Regcerung wegen der finanziellen Folgen unannehmbar Für die Herren in Litthauen, Masuren und anderen gemeinsprachigeu Bezirken werde die Regierung durch Erhöhung der Renumerationen in auskömmlicher Weise sorgen. Auch Finanzminister v. Rbeinbaben spricht gegen die Anträge. Die der Freisinnigen und Nationalliberalen werden darauf abgelehnt, über die Behandlung der fteikonservattdm Anträge konnte sich das Haus noch nicht einigen. Um 6 Uhr wurde die Weiterberatung auf Sonnabend vertagt. _______
— Die Budgetkommission des Reichstags der» handelte gestern über die allgemeine Finanzierung deS Etats Die Kommisfion hat im ordentlichen Etat ca. 7'M Million Mk. gestrichen und die Einnahmen nm 15 Millionen erhöbt Die Zuschußanleihe ermäßigt sich damit von 95 Millionen auf rund 72»». Millionen. Im außerordentlichen Etat sind ca. 17 */• Million gestrichen worden. Außerdem sollen noch aus den offen stehenden Kredften der Jahre 1901 und 1902, bie für die Expeditton nach China bestimmt, aber nicht ausgegeben find, statt 14»/. Millionen 34»/« Million Ml. entnommen werden, so daß sich die Einnahmen noch um rund 20 Millionen erhöhen. So wird das Defizit um annähernd 59»fr Mill. Mk. geringer, so daß statt einer Anleihe von ca. 220 Mill, nur eine solche von noch nicht 160»/» Millionen Mk. nötig wird. Zum Schuldentilgungsgesetz sind außerdem Abänderungsanträge angenommen worden, die einen flotteren Gang der Tilgung der Reichsschnlden ermöglichen. Damit hat die Budgetkommisfion ihre Arbeit beendigt
Deutsches Reich
»erlitt, 21 März.
— Das Befinden des deutschen Kronprinzen ist durchaus befriedigend. Der Prinz nahm gestern ein Bad und machte eine zweistündige Spazierfahrt.
— Prinz Adalbert von Preußen begab sich gestern nachmittag nach bestandener Seeoifiziershauptprüsung mit Urlaub von Kiel nach Berlin.
Reichskanzler Graf Bülow wurde von der pofischen Stadt Bromberg zum Ehrenbürger gewählt infolge des Wohlwollen- in der Frage der Errichtung einer landwirtschaftlichen Hochschule und der Hasen» bauten.
— Das Befinden deS Abg. v. Heereman ist andauernd beunrhigend. Die Nahrungsaufnahme ist schwach.
— Die Einnahmen der 77 deutschen Eisenbahnen mit 45994 Kilometer Gesamtlänge betrugen im Februar aus dem Personenverkehr 29,4 Mill. Mk. oder 1,4 Mill, mehr unb aus dem Güterverkehr 88 Millionen Mk. oder 6,7 Mill. mehr.
— lieber Nachwirkungen des Trierer Schulstreits wird der ,Tgl. Rdsch." berichtet, daß mehrere höhere Beamten katholischer Konsession ihre Versetzung von Trier nachgesucht haben; sie könnten nach dem Kanzelerlaß ihre Töchter nicht mehr in der ausgezeichneten staatlichen Schule belassen, sie wollten sie aber auch nicht in die llrsulinerinnenschule schicken.
— Nach einer Meldung soll Ehren-Giron nun doch in ein Trappistenklostcr eintreten. Wir glauben indessen nicht eher daran, als bis es geschehen ist.
— Bor dem Reichsgericht in Leipzig begann am Freitag die Revisionsverhandlung in bem großen Berliner Prozeß gegen Sanden, ben früheren Direktor her Preußischen Hypothekenbank, und Genossen.
— Am heutigen Sonnabend gedenkt ber Reichstag die Lesung des Etats zum Abschluß zn bringen. Da immerhin noch eine ganze Reihe von Fragen zu «rledigen sind, so erfährt dieSonnabenb-Sitzung eine ausnahmsweise Ausdehnung, indem sie schon um 10 Uhr äjren Anfang nimmt. Die dritte Lesung beS Etats hofft man in zwei, spätestens drei Tagen zu erledigen, so daß vorn DienStag oder Mittwoch kommender Woche ab die Osterferien beginnen könnten.
Parlamentarisches.
Reichstag.
Berlin, 20. März.
Am Freitag nahm die Beratung deS Etats deS Auswärtigen Amtes ihren Fortgang Abg. Bernstein sSoz) kritisierte die .Liebesdienste" der deutschen Polizeibehörden gegenüber Rußland, wobei er die Anarchisten -sehr harmlos" nannte, allerdings nur zum Teil. An der in England herrschenden Mißstimmung gegen Deutschland seien vor allem die alldeutschen Hetzereien schuld Im Orient müßten die Mächte sich besonders ber Armenier annehmen, die von Rußland unb Oesterreich vorgeschlagene Lösung der mazedonischen Wirren sei keine glückliche. Rebner verurteilte bann bie Behandlung ber Juden in Rumänien Er sprach sich hierbei in eine große Erregung hinein und schlug wiederholt mit der geballten Faust aufs Pult. Abg. Derlei tonf.) meinte, man hätte hn Reichstage kernen Anlaß, näher auf diese Fragen einzugehen. Graf Bülow sollte zeigen, daß er, wenn es fein müsse, auch Kürassierstiefel tragen könne. Abg. Grabnauer (Soz.) erörterte noch- mals bie Liebesdienste, die untere Polizei Rußland erweise. Staatssekretär v. Richthofen verteidigte bie Abmachung mit Rußland. Uebrigens beständen ähnliche Ueberwachuugs - Einrichtungen ui Paris unb London. Abg. Schrempf (tonf.) nahm sich bet Deutschen in Ungarn an. Abg. Ledebour (Soz ), ber im Sinne seiner .Genossen" sprach, wurde wegen Beleidigung beS Auswärtigen Amts vom Vizepräsidenten Büsing zur Ordnung gerufen. Abg. Schrader (srs. Berg.) belaste sich mit der Auslaudspolitil- Nachdem noch Abg. Metzger (Soz.) das Wort erhalten, wurde der Etat angenommen. Sonnabend: Kolonialetat. Schluß 6-m Uhr. _____
AbaeardnetenhanS.
Das Haus fetzte die Erörterung über die Ost- marsinzu'agen am Freitag fort Abg Ehlers (srs- Berg.) war für die Bekämpfung der groppolnischen Bestrebungen, tonnte aber nicht alle von der Regierung vorgefchiageneu SOhttel billigem Die Ostmarkenzulagen müßten uuividerruftich sein. Abg. v. Glebocki (Pole) meinte, bie preußifch: Polenpolitik verbinde Unsinn mit Unreit. Tie Reaierunr wolle im Otten den
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