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mit
bürg und Kirchhain.
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Marburg
Mittwoch, 18. März 1903.
Erscheint täglich außer an Soun- mrd Feiertag«. Sonnab«ds in Morgen- und Abend-AuSgab«.
Druck «ab Berlag: Joh. Ang. Koch, Universität»-Bachdruckenl Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
38. Jahrgs
Die neue Wahl.
ES scheint doch, als ob man verschiedentlich wegen der bevorstehenden Reichstags-Neuwahl trotz aller zur Schau getragenen Siegeszuversicht nicht außer Sorgen sei, im Gegenteil befürchte, daß da» Unerwartete eintreten könne, nämlich, daß der deutsche Wähler auf alle Wahlschreckgespenster rein gar nichts giebt, sondern lediglich nach seiner eigenen Ueberzeugunz handelt, also wählt. Das Bangemachen vor dem Ausland zieht nicht mehr, man ist bei uns nie so geneigt gewesen, die heimischen Interessen in den Vordergrund zu stellen, wie heute, wo es jedem klar geworden ist, daß es nirgendswo besser gemacht wird, wo Tausende und Abertausende erkannt haben, daß gewisse Auslandstaaten von uns in Scheffeln nehmen, während sie uns in Metzen geben; das Graulichmachen mit neuen Volkssteuern zieht auch nicht, denn selbst ein schlichter Bürger erkennt, daß der heutige Reichskanzler der letzte sein wird, der Sozialdemokratie durch eine so unpopuläre Maßnahme die Segel mit Wind zu füllen, und nun wird zum Schluß noch wegen der neuen Wahlart ein Bedenken angeregt. Graf Bülow hat versprochen, daß im Interesse des Wahlgeheimnisses, dessen Vernichtung auch von den Schwarzsehern prophezeit worden war, eine neue Art der Wahl eintreten sollte, und er ist der Mann, sein Wort zu halten. Nach der neuen Wahlart sollen bekanntlich die Wähler in einen Briefumschlag hinein am abgesonderten Raum die Wahlzettel stecken, so daß niemand zu kontrollieren vermag, welchem Kandidaten der Mann des Volkes seine Stimme giebt. Es ist überflüssig, an der Einführung dieser Wahlart zu zweifeln; an einem so freiwillig ausgesprochenen Kanzlerwort soll man nicht drehen und nicht deuteln.
ES verlohnt sich aber wohl einiger Worte darüber, ob die Wahl in Deutschland so bezüglich ihrer Geheimhaltung bedroht war, daß eS unbedingt notwendig wurde, von der jetzigen Wahlart, bei welcher der Wähler seinen zusammengefalteten Zettel dem Wahlvorsteher übergiebt, abzuweichen. Davon kann keine Rede sein, und um deswillen hat Gras Bülow auch nicht sein Versprechen gemacht. ES war ja gar nicht erwartet worden l Die Versicherung wurde nm deswillen abgegeben, um aller Klatscherei, die mächtig im Schwünge war, über die sogenannte Bedrohung des Wahlgeheimnisses die Spitze abzubrecheu. Dem deutschen Bürger sollte von dem einzig verantwortlichen und ersten Reichsbeamten einmal unverhüllt und drastisch wie es die Zeit erfordert, gesagt werden: „Seht ihr, bange mache gilt nicht! Und wenn wir nicht in allem Recht haben mögen, wir hoffen, daß die Mehrheit der Nation anerkennt, daß wir das Richtige wollen!' Das war deutlich. Aber so find bei unS in Deutschland die Zustände nie gewesen, daß man hätte sagen müssen, so muß eS sein, es geht nicht anders! Die Menschen hätten fich ja gar nicht alles gefallen lassen!
12 tNachdruck verboten.)
Briefträgers Hannchen.
Von Seorg Paulsen.
lFortfetzung.)
Und zwar trotz aller hämischen oder gehässigen Flüstereien mit Erfolg: Noch erklang daS Dideldumdei der Drehorgeln, Trompeten, Pauken und Trommeln von allen Seiten, aber als die ersten Hellen Töne aus Hannchen Hölders Kehle jauchzend wie Lerchenlust über den Platz drangen, da horchten die Leute auf, und sie drängten fich in Menge nach der bescheidenen Ecke, wo das junge Mädchen vor der armen SeUtänzertruppe stand und seine Weisen glocker klar in die Lüste hinausschmetterte. Und als das erste Lied zu Ende war, da kamen nicht allein Lobes-Worte für den Gesang, sondern es hieß auch lauter und immer lauter: »Das Mädele hat das Herz auf dem rechten Fleck, darauf können die Hölders stolz fein!“
Immer stärker ward das Bravorufen, immer kräftiger das Händeklatschen, und als am Ende des dritten Liedes, es war dieses wieder das humoristische Trutzlied der Sennerin, die Sängerin mit einem tadellos ausgesührten Juchzer schloß, da dröhnte eS in der Runde von Applaus, und niemand von den andern Darstellern wagte es mehr, diese besondere Leistung durch irgend welches musikalische Geräusch oder sonstigen Tamtam zu unterbrechen.
AIS Siegerin stand Hannchen Hölder da und, nachdem sie sich nunmehr dankend verneinst.
Bei den Wahlen wird eine gewisse Beeinflussung innerhalb jeder Partei auSzuüben versucht, und das ist nur natürlich. Wenn in einem größeren Betriebe ein gewisser Prozentsatz sozialdemokratischer Arbeiter vorhanden ist, so pflegen diese ganz genau darauf zu achten, daß tunlichst alle ihre Kameraden den Sozialdemokraten wählen. So lange kein offenkundiger harter Zwang daraus wird, entspricht das nur einer selbstverständlichen Seelen - Regung, und kein vernünftiger Mensch wird darum große Worte machen. Man soll aber auch kein lautes Geschrei erheben, wenn eS in anderen Parteien nicht anders zugeht! Zudem find die Sozialdemokraten, bei welchen Mann für Mann zur Wahlurne geht, diejenigen welche cm schärfsten kontrollieren können, wie wirklich gewählt wird. In anderen Parteien kann ein Wähler seinem Mentor immer noch ein X für ein U machen und tut es auch. Die Pfiffigkeit ist seit dem Bestehen des deutschen Reiches in Stadt wie auf dem Lande bedeutend gestiegen, und wer weiß, wie von den sogenannten kleinen Leuten noch ganz andere Scharmützel siegreich ausgefochten werden, der wird sich hüten, sie in Wahlsachen für ausnehmend beschränkt zu halten. Man hört mitunter vom „Provinzialismus" im Gegensatz zum „Großstädtertum“ reden! In dem Sinne, wie dies ftüher verstanden ist, gibt es einen solchen Gegensatz überhaupt nicht mehr, die Helligkeit in den Köpfen hat heute weit um fich gegriffen.
Der Schutz des Wahlgeheimnisses in besonderer Form kann und wird sür die Neuwahlen keine außerordentliche Bedeutung haben. Wie die Ueberzeugunz ist, so wird abgestimmt; mögen unter den Millionen Wählern eine gewisse Zahl fich beeinflussen lassen, es gleicht sich aus, niemand braucht jemand hinter einer Tür zu suchen, hinter welcher er nicht selbst stand. Wenn es wirklich so fürchterlich gewesen wäre, wie hätten die Sozialdemokraten ihre tatsächlich in ländlichen Wahlbezirken errungenen Siege erfechten sollen? Wir meinen, wenn die neue Reichstagswahl mit den neuen Wahl-Couverts stattgefunden hat, werden doch manche Leute fragen: Hat fich der Wind wirklich gedreht? Ja, er hat's, wenn auch die, welche von allerlei exzentrischen Anschauungen kuriert find, davon noch keine großen Worten machen. Aber bei den Wahlen wird fich's zeigen!
Umschau.
Der Kriegsminister von Gossler amtSmüde?
Von einer Amtsmüdigkeit des Kriegsministers von Goßler wissen einige Blätter zu berichten. So meldet die „KönigSb. Staats Ztg.“ der Minister sei amtsmüde und werde wohl nicht mehr lange auf seinem Platze verbleiben. Möglicherweise liegt die Ursache dieser Gerüchte in der Tatsache; daß der Generalmajor von Einem sich in der parlamentarischen Vertretung
rief sie mit weithin schallender Stimme: „Bitt' jetzt an die Armen zu denken, der Teller geht herum!“ Und während reichliche Gaben auf die von den Zigeunerinnen dargereichten Teller klangen, sang die Veranstalterin dieser einzigartigen Vorstellung noch ein letztes Lied mit gleichem Erfolge.
Gewandt wie eine Bachstelze wollte fich Hannchen dann hinter den Eltern verbergen, um fich all den ihr zugedachten Lobsprüchen und Händedrücken zu entziehen, aber eS gelang ihr nicht ohne daß das braune Zigeunermädchen die weißen Finger ihrer jungen Wohltäterin ergriffen und geküßt hätte, so sehr fich die Ausgezeichnete auch dagegen wehrte.
„Für Dich durchs Feuer gehen!" beteuerte die Fremde, während Hannchen lachend rief: „Schon gut, schon gut, bleib nur leben für den kranken Vater!“
Zum Glück begann in diesem Augenblick daS sonstige Fest-Halloh von neuem, aber hinterher äußerte doch mancher Budenbefitzer, der „junge Blondkopf mit der schönen Stimm' habe für diesen Nachmittag daS Geschäft etwas ge- stött. Die Leut hätten immer wieder von der absonderlichen Geschichte erzählt, und darüber sei das Geldausgeben an anderen Stellen vergessen.
Die HölderS gingen heim; daS junge Mädchen strahlte übers ganze Gesicht, die Freude darüber, daß ihr plötzlich aufgetauchter und ebensoschnell auSgeführter Plan geglückt war, leuchtete ihr auS den Augen. Aber Vater und Mutter machten weniaer vergnügte Gesichter, und die
des KriegsreffottS diesmal glücklicher zeigte, als der Minister selbst. Andererseits darf darauf hingewiesen werden, daß Herr v. Goklet im Reichstage keinesfalls den Eindruck von Amtsmüdigkeit erweckte Im Gegenteil, er war so frisch und munter, daß die Wahrscheinlichkeit seines BlcibenS, sofeim der Schein nicht trügt, größer ist, als die seines baldigen Gehens. — Das „B. Tagebl.“ führt das Gerücht aus die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Minister und der Budgettommisfion des Reichstags über den Erwerb des UebungsplatzeS Neuhammer zurück, erklätt jedoch gleichzeitig, daß die Ver- hndlungeu im Reichstage daS Bild vollständig geändert hätten. Auch die Verteidigung der Geschäftspraxis der Firma Krupp gegenüber dem deutschen Reiche wird als Ursache der Amtsmüdigkeit deS Ministers bezeichnet, wenigstens wenn fich Herausstellen sollte, daß die Preispolitik der Firma Krupp zu Beanstandungen vom nationalen Standpunkte auS Anlaß geben sollte.
Die Erkrankung der beiden ältesten Kaisersöhne.
Die Morgenlandreise der beiden ältesten kaiserlichen Prinzen hat leider eine zu gründliche Unterbrechung erfahren, denn nach dem Prinzen Eitel-Friedrich ist nun auch Kronprinz Wilhelm von den Masern oder Röteln befallen worden. Prinz EitelS Befinden hat sich ja inzwischen erfreulicherweise gebessert, der junge Kaisersohn, der das Ebenbild seiner Mutter ist, ist jetzt fieberfrei. Auch bei dem Kronprinzen nimmt die Krankheit einen normalen Verlauf, und so ist zu hoffen, daß beide Prinzen baldigst ihre Reise werden fortsetzen können. Der Kronprinz hat sich offenbar von seinem Bruder angesteckt. Letzterer befindet sich bekanntlich in Kairo, während Prinz Wilhelm in Luxor oder Luksor erkrankte, dem ober- äghptischen Dorfe links am Nil, das fich zum Teil auf der Stelle des alten Theben erhebt. Der Kronprinz wird natürlich von seinem Leibarzt begleitet, der also fofott eingreifen konnte. Der Kaiser hat weiter angeordnet, daß ein Arzt und eine Krankenschwester aus Alexandrien nach Luksor abgehen. Die Ansteckung deS Prinzen Eitel soll nach dem „B. L.-A.“ in Bonn auf einem Kommerse erfolgt sein.
Für unseren Kaiser und mehr noch für die Kaiserin dürften eS aufregende und kummervolle Tage fein, in denen sie ihre beiden Söhne in der Fremde an jener in ihren Folgen unberechenbaren Krankheit darniederliegend wissen. Und mit ihnen sorgt und ängstigt fich das ganze deutsche Volk um die beiden frischen, allgemein beliebten Kaisersöhne. Gebe Gott, daß fie rasch und ohne Schaden zu nehmen die Krankheit überwinden.
Das Residenzschloß zu Posen.
Wenn bei Besprechung der in der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses mit erheblicher Mehrheit angenommenen Forderung für
heimlichen Blicke, die fie einander zuwarfen, sprachen deutlich genug. WaS sonst nicht eben häufig geschah, diesmal war daS Ehepaar Hölder einig.
Hannchen merkte von alledem nichts, fie schwatzte kreuzfidel in einem fort, ihr Mund ging wie ein Mühlenwerk.
„Die Sach' hat mir Spaß gemacht, meine Freud' hab' ich gehabt, wie die Leute so in die Hände klatschten und Bravo riefen. Und wenn man noch ein schönes Kleid anhätt', ich mein .. .'
„Das Du ein Naseweis bist!“ polterte Lebrecht Hölder mit aller Derbheit, deren er fähig war, heraus.
„Und ein Sausewind ein ganz unverbesserlicher bist dazu!“ schalt feine Frau. „Was fallen wir am End' gar erleben, daß Hannchen Hölder auf Schützenfesten und Kirchweihen um- herzieht und vor all' den Mannsleut' springt und singt? DrauS wird nix, sollst schon MoreS lernen. Verstanden?“
„Aber ich hab doch nix Schlimm'S getan oder gedacht, Mutterle. Hast denn net hört, WaS die Leut 'sagt haben?“
„Die reden heut so und morgen so. Machst dem Schmidt oder Kunz morgen kein vergnügt Gesicht, sagen fie just's Gegenteil. So geht's nimmer weiter. DaS iS der Anfang und was hinterher kommt, selbiges weiß man auch!“ Frau Hölder war wirklich recht erzürnt.
„WaS denn, Mutterle?“ fragte Hannchen. Der Schelm faß ihr wieder mal im Nacken.
Frau Hölder« Kopf fuhr im Nu herum.
die Erbauung einer Kaiserlichen Residenz it Posen auf die Schwierigkeiten hingewiesen toitfo welche in Bezug auf die Mitwirkung der Landes» Vertretung bei Feststellung des Bauplans und in Bezug aus die Innehaltung der im Etat auSgeworsenen Bausumme entstehen, so mag daran erinnert werden, daß ein ganz ähnliche« Verhältnis bei dem Neubau des Berliner Dome« besteht und daß, da die dort getroffene Einrichtung fich durchaus bewährt hat, sie füglich als Vorbild für die Behandlung dieser Frage» bei dem Neubau des Posener RefidenzschloffeS dienen kann. Betreffs des Berliner Domes hat der Landtag aus jede Mitwirkung bei der Feststellung und Ausführung der Baupläne verzichtet. Se. Maj. der Kaiser ist Bauherr int vollsten Sinne des Wortes. Dafür ist aber au« Staatsmitteln für den betreffenden Zweck ein» feste, unüberschreitbare Summe bewilligt. Sofern die tatsächlichen Baukosten einen höheren Betrag erreichen, fällt der Mehrbedarf daher nicht der Staatskasse, sondern der Kaiserlichen Sckatulle zur Last. Nach diesem Vorbilde wird auch für das Pofener Schloß von einer Mitwirkung des Landtages bei Feststellung de« Bauplanes, Errichtung und Ausschmückung bei Bauwerkes abzusehen, dafür aber der Bewilligung der Baukosten gleichfalls wieder der Charafter einer festen, unüberschreitbaren Stao?S- leistung zu geben sein. Aehnlich dürste sich di« Sache betreffs der Unterhaltungskosten gestalten. Diese werden aufgrund eines Anschlages in de» Etat einzusetzen, aber in Bausch und Bogen der Hofverwaltung zu überweisen fein, die ihrerseits dann für die Unterhaltung des Bauwerke« sorgen und etwaige Mehrkosten zu übernehme» haben würde. Auf diesem Wege wird fich auch die Stellung der Landesvertretung und bet Staatskaffe gegenüber dem Plane der Errichtung eines Residenzschloffes in Posen zweckmäßig uni ohne Schwierigkeiten ordnen lassen.
Jo« Chamberlain.
Der englische Kolonialminister Chamberlain, bet am Sonntag mittag in Lonbon ein getroffen ist, wirb begreiflicherweise von ganz England als der Held deS Tages gefeiert. Soweit ausschließlich der materielle Erfolg in Betracht kommt, mag England zu seinem Jubel Anlaß haben; da« Ansehen des britischen Namens ist durch die Reise Chamberlains aber ebenso wenig gefördett worden wie durch den Burenkrieg selbst. In kluger und berechnender Weise hat Chamberlain allerdings auch nicht auf be» Lorbeer bet schönen Menschlichkeit verzichtet. Er hat es so eingerichtet, baß am Tage seiner Ankunft in England die Begnadigung der Natal-Rebellen publiziert wurde. In bet betreffenden, vom 12. ds. Mts. datierten amtlichen Bekanntmachung heißt es, daß alle Einwohner Natals und des Zululandes, die des Hochverrats und anderer Vergehen angeklagt find, so weit sie nicht bereits abgeurteilt worden sind be- gnadiot werden sollen. Von einer allgemeine« Amnestie der Rebellen bleibt diese Maßnahme
„Du Mädele, hör mal, ich denk'. Du wüßtest doch, daß ich ganz lockere Händ hab'. Aus der Schul' bist zwar heraus, aber aus der Fuchtel von Dein'n Eltern kommst net.“
„Weiß schon, Mutterle!“ meinte Hannchen mit gesenkten Augen. Und dann ging man schweigend nach Haus, während hinter ihnen her der Lärm und das wirre Getöse be« Schützenfestes unvermindert weiter klang.
Darum sollte also Hannchen von Haus fort: Der PosthalterSsohn sollte daS Mädele nicht ins Gerede bringen, und ihre tollen Streich« mußten ein Ende haben. So weit waren bie Eltern ganz ein«; aber nachbem gingen ihr« Gedanken auseinander, und ihre Worte heich gegen einander.
„Eintausend Taler will ich dranwenden, daß'S Mädele das rechte Singen lernt, mit dem's so viel Geld verdienen kann und ein« vornehme Dame wird!“
„Ein Sündengeld!“ lamentiette Frau Elis«. „So viel braucht'« Hannchen noch gar nicht mal zur Ausstattung und kann doch eine gute Partie machen!“
„Nachher kann'« noch eine bessere Parti« machen. Da liest man in bet Zeitung doch se oft, wie solche Künstlerinnen,“ er sprach da« Wort ganz langsam und wiederholte es dan» wohlgefällig noch einmal, gleichsam, als Wollt« et es unterstreichen, „ihr Glück machen. Muß bloß bet rechte Weg genommen werden!
(Fortsetzung folgt.)